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Freitag, 17. Januar 2020

4 entscheidende Schritte für einen kraftvollen Neustart

Bist Du schon einmal mit einem Heißluftballon gefahren? Ich hatte neulich die Gelegenheit dazu und es war ein großartiges Abenteuer. Um den Ballon für den Start vorzubereiten, liegt die Stoffhülle erst der Länge nach ausgerollt, platt auf der Wiese und das ganze Konstrukt von Stoffhülle und Passagier-Korb ist an einer langen Leine fixiert. Das ist der Ausgangszustand. Dann wird in die Stoffhülle mit einem Gebläse kalte Luft hineingeblasen, der Ballon verändert mehr und mehr seine Form und bläht sich auf. Zum Schluss wird heiße Luft hineingegeben. Erst dann richtet sich der Ballon mit Korb vollständig auf. Sobald das passiert, sind zwei Schritte entscheidend, um wirklich Durchstarten und Abheben zu können: es müssen in Windeseile alle Passagiere ohne zu zögern in den Korb steigen und gleichzeitig muss die Fixierleine gelöst werden.

Nimm dieses Bild einmal für Dein Leben. Hast Du Dir schon einmal vorgenommen neu durchzustarten und z. B. grundlegend in Deinem Leben etwas zu verändern, doch es ist Dir nicht gelungen? Nun, das könnte daran liegen, dass Du wichtige Schritte übersehen hast. Um neu durchstarten zu können, sind vier Schritte entscheidend:

  1. Deine Vision in Besitz nehmen
  2. Deine Passagiere bewusst an Bord bringen
  3. Deine persönlichen Fixierleinen lösen
  4. Durchstarten


1. Deine Vision in Besitz nehmen
Wenn Du neu durchstarten möchtest, hast Du meist eine Idee, eine Vision, eine Sehnsucht oder einen Traum. Zieh einmal in Betracht, dass alles, was Du Dir vorstellen kannst, bereits existiert. Das, was Du Dir vorstellen kannst und authentisch aus Dir selbst kommt, ist bereits eine von vielen Optionen in Deinem Leben, denn sonst könntest Du sie Dir nicht vorstellen. Es ist sozusagen bereits eine andere Version von Dir, auf die Du Dich bisher jedoch nicht fokussiert hast. Wichtig ist dabei der Aspekt der Authentizität. Es geht nicht darum, das Universum arrogant herauszufordern und Dir vorzustellen, dass Du der Präsident der USA bist. Frederic Dodson schreibt in seinem Buch „Paralleluniversen des Selbst“ dazu: „Finde etwas, das du sein, tun oder haben möchtest, etwas das dir erreichbar erscheint. Du musst bereit sein, dazu zu stehen. Wenn du nicht weißt, was du möchtest, definiere etwas, das du nicht mehr erfahren willst und formuliere dann das Gegenteil davon.“

Einen Fehler, den viele machen, ist der, dass sie Bilder ihrer Vision in die Zukunft projizieren. Sie stellen sich also vor, dass ihr Traum oder ihre Vision irgendwann zum Zeitpunkt X eintreten wird. Damit bist jedoch nicht in Deiner Kraft. Du lebst in der Zukunft. Der energetische Impuls, den Du dadurch aussendest, ist der, dass Deine Vision oder Dein Traum Zukunft bleiben wird. Du nimmst sie nicht wirklich in Besitz. Es geht stattdessen darum, dass Du Deine Vision in das Hier und Jetzt bringst. Wie machst Du das?

Um Deine Vision in Besitz zu nehmen, ist es notwendig, dass Du still wirst, in Dich gehst und die Augen schließt, alle Gedanken ziehen lässt und ein neutraler Beobachter wirst. Du machst Dich leer. Dann lässt Du ein Bild auftauchen, das die Version von Dir repräsentiert, die die gewünschte Realität bereits erfährt. Frederic Dodson beschreibt es so: „Es ist mehr wie ein entspanntes Empfangen von der Version, welche bereits verfügbar und in der Nähe ist. Du brauchst dafür keine Willenskraft…sondern du erkennst die Version von dir, die bereits in einem parallelen Universum existiert. Schau auf die Version von dir, für die die gewünschte Realität bereits real ist.“

Um Deine Vision bzw. die neue Version von Dir dann vollends in Besitz zu nehmen, trittst Du schließlich in den neuen Standpunkt und das Energiefeld der neuen Version von Dir ein. Du bist kein neutraler Beobachter mehr wie zuvor, sondern tauchst als diese neue Person in die Realität ein.

Dodson spezifiziert es wie folgt: „Erlebe dieses Bild nicht nur als mentales Ereignis, sondern berühre es, empfinde es mit deinem Körper, fühle es. Du tust das nicht, um die Realität später einmal zu erleben oder um die Realität in der äußeren Welt zu erfahren. Du trittst in die neue Version ein, um die Freude bereits im Hier und Jetzt zu erfahren…Verweile einige Minuten hier, bevor du den Prozess mit geschlossenen Augen beendest.“


2. Die Passagiere bei Deinem persönlichen Neustart
Sobald Du die Vision, die Du erfahren möchtest, in Besitz genommen hast, ist es wichtig im zweiten Schritt Deine Passagiere bewusst an Bord zu bringen. Vielleicht fragst Du Dich, wer bei Deinem persönlichen Durchstarten die Passagiere sind. Nun, es sind nicht die Menschen in Deinem Umfeld. Vielmehr geht es bei den Passagieren um Deine unterschiedlichen Körper.

Wenn Dir vom Verstand her (intellektueller Körper) völlig klar ist, dass Du durchstarten willst, wird es Dir vermutlich nicht gelingen, wenn Du nicht auch den physischen Körper (mit seinen Sinnen, Muskeln, Knochen), den emotionalen Körper (das emotionale Herz mit seinen Gefühlen) und den energetischen Körper (das Sein mit seiner Präsenz und Vision) an Bord holst. Du kannst logisch alles durchdacht und geplant haben, doch all das nützt Dir nichts, wenn Du nicht von der Inspiration des energetischen Körpers durchdrungen bist und Deine Gefühle ignorierst.

Wie Du oben bereits gelesen hast, ist es u. a. wichtig, die neue Version von Dir zu riechen, zu schmecken, zu spüren und Dich so zu bewegen und zu schauen, wie sich die neue Version von Dir bewegt. Deswegen ist es entscheidend, dass Du Dir des physischen Körpers bewusst bist, der all diese Sinne hat.

Dem emotionalen Körper kommt als Passagier bei einem Neustart eine ganz besondere Bedeutung zu. Neu durchzustarten bringt in der Regel mit sich, dass Du etwas Altes oder Gewohntes loslässt oder nicht mehr tust, um einen anderen Weg einzuschlagen. Es ist in dem Fall angemessen, die Traurigkeit zuzulassen und auszudrücken. Mach Dir bewusst, dass Neustart bedeutet, dass etwas Altes stirbt.

·         Was genau lässt Du los?
·         Was bleibt zurück?
·         Welcher Gewohnheit gehst Du nicht mehr nach?
·         Was streichst Du aus Deinem Leben?
·         Was stirbt?

Das können kleinere und auch größere Dinge sein. Wenn Du beispielsweise jahrelang einen Job gemacht hast und Du nun neu durchstarten und einen anderen Job annehmen willst, dann ist es hilfreich, Dir die Zeit zu nehmen, die Traurigkeit zu spüren und Dich von dem alten Job und den Kollegen auch innerlich bewusst zu verabschieden. Die meisten gehen darüber hinweg, denn in der Gesellschaft wird Traurigkeit meist als schwach, unprofessionell oder schlecht angesehen. Doch selbst, wenn Du den Job zum Schluss nicht mehr gerne gemacht hast, so geht trotzdem etwas zu Ende. Die Traurigkeit ist die Gefühlskraft, die Dir hilft, nach innen zu schauen, Dinge gehen zu lassen, zu heilen und Platz zu schaffen für etwas Neues. Wenn Du sie nicht bewusst zulässt, dann kann es passieren, dass Du stecken bleibst, weil Du unbewusst das Alte noch nicht losgelassen hast. Du musst deswegen nicht stundenlang weinen (obwohl das auch angemessen sein kann). Es geht um die Bewusstheit.

Vor einem Neustart ist es auch angemessen, Angst zu haben. Du brauchst die Angst, um Neuland zu betreten, um im Nichtwissen stehen zu können, um kreativ  und mutig zu sein. Sie lässt Dich wach und präsent sein. Wenn Du rational versuchst, Dir die Angst auszureden, beraubst Du Dich einer Antriebskraft, die für das Durchstarten notwendig ist.

Auch Wut und Freude sind beim Durchstarten notwendig. Wut brauchst Du, um Klarheit zu schaffen (das will ich und das will ich nicht mehr), Grenzen zu setzen und in Aktion zu treten. Und die Freude wird sich automatisch einstellen, wenn Du bereits die neue Version von Dir in Besitz nimmst. Die Freude brauchst Du, um begeistert bei Deiner Vision zu bleiben und Neues auszuprobieren.

Wenn Du Dir aller vier Körper bewusst bist und sie als Passagiere an Bord hast, dann kannst Du Deine neue Vision SEIN.


3. Deine persönlichen Fixierleinen lösen
Ein Heißluftballon kann wie gesagt nicht durchstarten, wenn die Passagiere zwar an Bord sind, aber die Fixierleine nicht gelöst ist. Was sind also Deine persönlichen Fixierleinen? Die persönlichen Fixierleinen sind meist Annahmen, Glaubenssätze und Meinungen, die Du hast. Es kann sein, dass Du versteckte konkurrierende Verpflichtungen hast, die Dich unbewusst davon abhalten, Deine Vision bzw. die neue Version von Dir zu leben. Um diese Fixierleinen zu lösen, nimm Dir einmal in Ruhe Zeit und beantworte nach und nach auf einem Blatt Papier folgende Fragen:

(1)  Was hast Du bisher nicht realisieren können, obwohl Du es Dir wirklich wünscht? Was ist sozusagen Dein bisheriger Misserfolg?
(2)  Was sind Deine Ängste, falls Du erfolgreich wärest? Was befürchtest Du, könnte passieren?
(3)  Auf welchen Annahmen basieren diese Ängste?

Nimm Dir für diese ersten 3 Schritte in Ruhe Zeit. Reflektiere. Sei radikal ehrlich. Dieses Experiment kann Dein Leben verändern. Wenn Du alle Ängste und Annahmen aufgeschrieben hast, gehe die Annahmen noch einmal durch und beantworte folgende Frage:

(4)  Sind diese Annahmen aus heutiger Sicht immer noch wahr oder falsch? (markiere jede Annahme entsprechend mit W oder F):
(5)  In Bezug auf welche mit F markierte Annahme würdest Du gerne eine neue Annahme treffen? Wie lautet sie?

Du wirst bei diesem Experiment feststellen, dass Deine Ängste auf alten Annahmen und Geschichten basieren, die Dich bisher an dem Platz und in den vermeintlichen Umständen festhielten, wo Du derzeit steckst. Um neu durchstarten zu können, ist es deswegen hilfreich, neue Annahmen zu treffen. Entscheidend ist dabei, noch ein weiterer Schritt:

(6)  Schaffe Dir in Deinem Alltag kleine Experimente, die Deine neue Annahme untermauern.
Vielleicht fragst Du Dich jetzt, was Du mit den Annahmen machst, die Du nach wie vor für wahr hältst. Nun, Du kannst sie vorerst behalten. Mache Dir jedoch bewusst, dass sie nach wie vor eine kleine Fixierleine darstellen, die Dich möglicherweise nicht vollends abheben lässt.


4. Neu durchstarten
Wenn Du die Schritte 1 bis 3 durchlaufen hast, also Deine Vision in Besitz genommen hast, Deine vier Körper Passagiere bewusst an Bord geholt hast und Deine Fixierleine in Form von Annahmen gelöst hast, dann bleibt nur noch eins:

Starte durch und begib Dich ins Unbekannte!

Es braucht Mut, das zu tun. Du wirst mit großer Wahrscheinlichkeit Angst spüren (denn Du hast Deinen emotionalen Körper als Passagier an Bord). Es ist absolut angemessen, diese Angst zu spüren, denn Du weißt nicht genau, wie das Neue sein wird. Du hast vielleicht eine grobe Idee, doch letztendlich kannst Du nie genau wissen, wie es wird. Das ist Leben!

Habe ich Angst, wenn ich im Leben durchstarte? Ja! Hatte ich Angst, als der Ballon neulich abgehoben ist? Ja! Auf einer Skala von 0 bis 100% habe ich vielleicht 25% Angst gefühlt. In dem Moment, als ich im Korb stand und dieser anfing, sich zu bewegen, war mir klar, dass ich mich in völlig unbekanntes Gebiet begebe und der Ballon nicht steuerbar ist. Du weißt vorher nie, wo Du rauskommst. Im nächsten Moment ging es dann auch schon rasant nach oben bis wir unsere Reisehöhe erreicht hatten. Ein echtes Durchstarten eben!

Also, starte durch und lass Dich vom Wind dahin wehen, wo Deine Inspiration liegt. Versuche es nicht zu kontrollieren, denn meist wartet noch etwas viel besseres auf Dich, als das Bild, das Du von Deiner neuen Version hattest.

Herzliche Grüße,
Nicola




Inspiration, die bewegt!
www.viva-essenza.com
 


Donnerstag, 14. Juni 2012

Das Pradox des Lebens - Geben Sie Kontrolle auf, um Ziele zu erreichen


Ein Ziel zu haben ist etwas Feines. Etwas ganz bestimmtes erreichen oder haben zu wollen kann ungemein motivieren. Haben Sie auch immer wieder mal Wünsche, Vorstellungen, Ziele? Dann kennen Sie es vielleicht auch, dass Sie die Dinge gerne so steuern möchten, wie sie Ihrer Meinung nach zu laufen haben, damit Sie schnellstmöglich an einem entsprechenden Ziel ankommen, oder?

Was tun wir nicht alles, um etwas Bestimmtes zu erreichen, z. B. um einen bestimmten Job zu bekommen, einen Partner anzuziehen oder ein materielles Luxusgut zu ergattern. Bei materiellen Dingen ist es in der Regel sehr einfach, sofern wir das Geld haben. Ab in den Laden oder ins Internet, kaufen, fertig. Das können wir leicht kontrollieren und steuern. Interessanter wird es da schon, wenn es um „größere“, nicht materielle Dinge geht. Einen Traum-Job oder Partner können Sie nicht mal eben kaufen. Und die größere, schicke Wohnung können Sie sich vielleicht auch nicht leisten, wenn die Miete Ihr Budget übersteigt. Bei solchen Vorhaben kommen wir dann schon eher an unsere Grenzen.

Doch wie kommt es, dass einige Menschen scheinbar mühelos alles erreichen, was sie anstreben und andere nicht? Es hat etwas mit Kontrolle zu tun und mit Ihrem Sein.

Wir sind in unserer modernen Gesellschaft darauf trainiert, dass alles logisch, kontrollierbar, berechenbar und erklärbar sein muss. Vor allem die Illusion der Sicherheit lässt uns Dinge gerne kontrollieren. Um die Angst der Unsicherheit nicht spüren zu müssen, haben wir lieber einen Plan. Oder was dachten Sie, warum viele Menschen Versicherungen für jedes Kinkerlitzchen abschließen? Aus reiner Angst. Die ganzen Medien, Werbeagenturen und Marketing-Mogule arbeiten alle mit diesem Faktor: ANGST!

Lassen Sie mich ein paar Beispiele geben. Wir sollen z. B. eine bestimmte Creme kaufen, damit  wir jünger aussehen. Das ist das Spiel mit der Angst, nicht zu genügen, wenn wir Falten haben. Oder wir sollen ein bestimmtes Bier trinken, denn nur dann sind wir cool und haben ganz viele Freunde, wie in dem Werbespot. Ein anderes Beispiel sind die zahlreichen Werbungen für Produkte, die das Haus und Heim praktisch keimfrei machen. In diesen Werbespots wird gezielt die unbewusste Angst angesprochen, man könnte sich üble Krankheiten einfangen und die Gesundheit seiner Familie gefährden, wenn wir mit dem entsprechenden Produkt nicht unser Bad oder die ganze Wohnung desinfizieren. Oder, das muss ich Ihnen einfach noch erzählen, folgender Werbespot:  Sie sollen ein bestimmtes Mundwasser kaufen und jeden Tag benutzen, damit Sie auch morgens beim Aufwachen, keinen schläfrigen Geschmack im Mund haben, denn sonst ekelt sich Ihr Partner. Als ich diesen Spot gesehen habe, bin ich vor Lachen vom Sofa gekippt. Was für ein Bullshit wird uns doch suggeriert. Wir werden zu sterilen, genormten, schlafenden Schafen erzogen. Ein Wahnsinn der seinesgleichen sucht. Ehrlich, schauen Sie sich die Werbespots im Fernsehen oder Anzeigen in der Zeitung einmal daraufhin an. Sie arbeiten fast alle ganz subtil mit der „Wenn Du nicht…dann…“ Drohung und damit manipulieren Sie uns mit unsere eigenen unbewussten Angst. 

So werden wir im Zaum gehalten und kontrolliert. Denn Angst ist ja nun wirklich ein Gefühl, das es zu vermeiden gilt, oder nicht? Die gängige Meinung ist schließlich, dass wir Angst (wie übrigens auch die anderen Gefühle Wut, Freude und Traurigkeit) besser nicht fühlen. Denn, uuuuuh, Angst blockiert. Angst ist schlecht. Man ist ein Schattenparker, Weichei oder Angsthase, wenn man Angst offen zum Ausdruck bringt. Außerdem ist Angst definitiv keine gute Eigenschaft einer glaubwürdigen Person und unprofessionell ist sie obendrein. Alles in allem wird Angst als negativ abgestempelt und damit als Gefühl, das es zu vermeiden gilt.

Wen wundert’s da, dass die meisten Menschen meinen, alles kontrollieren und planen zu müssen, um ja alles richtig zu machen und zu erreichen, wie es halt die Norm ist. Wir müssen wissen wie es geht oder wo es lang geht. Kennen Sie solche Leute, die immer wissen, wie es geht? Zumindest meinen sie das. Die Menschen haben gelernt, eine Maske aufzusetzen. Eine perfekte Maske, mit der wir nach außen vermitteln, dass wir alles sicher im Griff haben und der Norm entsprechen. Eine großartige Strategie, um in unserer Gesellschaft zu überleben.

Ich lade Sie ein, an dieser Stelle einmal einen tiefen Atemzug zu nehmen… Prima. Danke.
So, und jetzt lassen Sie uns gemeinsam ein neues Kapitel aufschlagen. Ein Kapitel, in dem es um Freude, Leichtigkeit, Spaß, Kreativität und Erfüllung im Leben geht. Sind Sie dabei? Ehrlich, es ist höchste Zeit aus diesem starren, von Angst manipulierten Gesellschafts-konstrukt auszubrechen und wieder lebendig zu werden. (Ein kurzes inspirierendes Video dazu finden Sie auf Youtube unter http://www.youtube.com/watch?v=sb2YOg_dkQM)

Lassen Sie uns als erstes mit der Vorstellung aufräumen, dass Angst und alle anderen Gefühle schlecht sind. Die Wahrheit ist nämlich: Angst ist eine geniale, neutrale Kraft, die Ihnen klare Energie und Information gibt und Ihnen professionell dient. Was? Wie? Lassen Sie uns an dieser Stelle gleich einmal ein Experiment machen.


Experiment 1: Verbinden Sie sich mit der Angst
Wählen Sie eine Situation, von der Sie sagen würden, dass sie Ihnen Angst macht. Vielleicht wäre das so etwas wie einen Vortrag vor 100 Leuten zu halten, oder den netten neuen Kollegen anzusprechen, ob er Lust hat Abendessen zu gehen,  oder alleine in eine fremde Großstadt zu reisen. Uaaah, da wollen die ersten Leser den Artikel schon ganz schnell zur Seite legen…denn, uaaaah, wir haben doch bisher alles getan, um Angst nicht zu fühlen, und jetzt sollen Sie die Angst fühlen? Yep! Genau! Der entscheidende Unterschied in diesem Experiment ist, dass Sie die Angst BEWUSST fühlen.

Schließen Sie die Augen und verbinden Sie sich mit Ihrer Angst. Spüren Sie sie einfach einmal bewusst und lassen Sie sie auf einer Skala von 0-100% nur 5% oder 10% groß werden. Es kann eine ganz subtile Angst sein, z. B auch davor, dass Sie gerade auf einem wackeligen Stuhl sitzen und Angst haben, dass er gleich zusammenbricht. Oder Sie haben jetzt gerade Angst, weil Sie durch diese Übung eventuell zu spät zu Ihrer nächsten Verabredung kommen. Spüren Sie einfach mal hin. Das ist Angst. Sie ist nicht gut und nicht schlecht. Angst ist einfach nur Angst. Nur das. Angst ist Angst. So fühlt sie sich an. Alle Zusammensetzungen wie „Angst ist gefährlich, bedrohlich, destruktiv oder blockierend“ können Sie getrost den Abfluss hinunter spülen. Das ist einfach das, was uns bisher eingetrichtert wurde. Fakt ist aber: Angst ist Angst. Nur das. Ohne Bedeutung. Neutral.


Experiment 2: Angst dient Ihnen professionell
Lassen Sie uns nun zum zweiten Schritt gehen. Nachdem Sie Angst gerade einmal bewusst gefühlt haben, wie könnte Ihnen diese Angst professionell im Leben dienen? Schreiben Sie einmal auf ein Blatt Papier, wie diese Kraft Ihnen wirklich dienen könnte. Hier einige Beispiele:

  • Lässt mich kreativ und innovativ werden.
  • Lässt mich in unbekanntes Gebiet gehen
  • Ich kann damit Neues ausprobieren.
  • Sie schützt mich vor tatsächlicher Gefahr.
  • Ich kann damit gefährliche Fragen stellen.
  • Lässt mich wach(sam) und präsent sein.
  • Ich kann mit Angst aufmerksam sein.
  • Sie lässt mich präzise sein.
  • Ich kann damit über meine Grenzen gehen.

Das ist schon ein ganz anderes Bild, oder? Anstatt sich durch Angst von Dingen abhalten zu lassen, können Sie die Energie und Klarheit dieses neuen Gefühls hernehmen und für sich nutzen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel von mir: Ich war auf einer großen Veranstaltung und hatte den Impuls einen Mann anzusprechen, den ich nicht kannte. Ich hatte lediglich kurz vorher erfahren, dass er der Chef eines großen Konzerns war. Nachdem ich den Impuls wahrgenommen hatte, spürte ich Angst. Und dann kam gleich eine bekannte Stimme, die mir einflüsterte „Uuuuaaah, ich kenne den doch gar nicht. Was soll ich dem denn sagen? Ich kann doch nicht einfach hingehen und guten Tag hier bin ich sagen.“ Das war die alte Interpretation von Angst. Und ehrlich, es wäre herrlich bequem gewesen, einfach nach Hause zu gehen, ohne ihn anzusprechen. Stattdessen habe ich mir gesagt „Moment, Angst ist einfach nur Angst und sie leitet mich jetzt in unbekanntes Gebiet. Den kann ich sehr wohl ansprechen.“ Ich habe der Angst vertraut, habe den CEO angesprochen ohne vorher einen Plan zu haben, was ich sagen würde. Das Resultat war ein großartiges, bereicherndes Gespräch mit ihm und ein neuer Auftrag.

Was hat das nun mit Ihren Zielen und Wünschen zu tun? Nun, wenn Sie lernen, der Angst zu vertrauen, dann müssen Sie die Dinge in Ihrem Leben nicht mehr kontrollieren. Wenn Sie nämlich versuchen, etwas zu kontrollieren, grenzen Sie damit alle Möglichkeiten, Ihre Ziele oder Wünsche zu verwirklichen darauf ein, was Sie mit Ihrem logischen Verstand selbst schon wissen. Sie grenzen die Möglichkeiten automatisch auf das ein, was Sie mit Ihrem brillanten Hirn kontrollieren können. Das ist nicht gut und nicht schlecht, es bringt Sie unter Umständen nur nicht so weit, wie Sie schon längst sein könnten oder es bringt Sie gar nicht ans Ziel. Und Kontrolle ist vor allem eins: linear, langweilig, berechnend und meist spaßfrei.

Wenn Sie einen echten Herzenswunsch oder ein Ziel haben, dann geht es vielmehr darum, sich mit dem bereits neuen, noch nicht erreichten Zustand zu identifizieren, ohne zu kontrollieren, wie Sie da wohl hinkommen. Nehmen Sie bereits jetzt die neue Identität an. Bevor Sie etwas erreichen können, müssen Sie zu dem werden. Wenn Sie sich ein Ziel gesteckt haben und nun die ganze Zeit denken „Hoffentlich klappt das. Ich habe Angst, dass es schief gehen könnte.“, dann geben Sie automatisch der Vision Kraft, dass es nicht gelingt. Oder wenn Sie sagen „Ich weiß nicht wie, ich weiß nicht was ich tun soll“, dann treten Sie auf der Stelle und erreichen gar nichts.

Es gibt ein ganz einfaches universelles Gesetz: Das, was Du eindrückst, drückt das universelle Feld aus. Kennen Sie diese Nagel-Bilder von früher? Lauter Nägel waren beweglich an einem Brett befestigt und dann konnten Sie auf einer Seite Ihre Hand, Ihr Gesicht oder was auch immer darauf legen und in die Nägel eindrücken. Das, was Sie eingedrückt haben, wurde 1:1 als Bild aus lauter Nägeln auf der anderen Seite dargestellt. Genauso verhält sich das Universum. Wenn Sie dem universellen Feld permanent etwas in Form von Gedanken und Gefühlen „eindrücken“, dann spiegelt das Universum Ihnen das 1:1 zurück. Und wenn wir etwas kontrollieren wollen, dann werden wir starr und unflexibel und das universelle Feld damit unbeweglich.

Das Universum hat etwas andere Gesetze als unser Verstand meint. Um das im Leben zu bekommen, was Ihnen wirklich am Herzen liegt, müssen Sie also paradoxerweise die Kontrolle aufgeben. Kontrolle können Sie jedoch nur aufgeben, wenn Sie der Angst vertrauen können, ins Unbekannte zu gehen und wenn es vor allem okay für Sie ist, nicht zu wissen, wie es geht. Lassen Sie uns ein weiteres Experiment machen.


Experiment 3: Seien Sie bereits am Ziel
Nehmen Sie eines Ihrer Ziele her. Was hätten Sie gerne realisiert oder manifestiert? Zum Beispiel einen Job, der Ihren Talenten entspricht. Schließen Sie nun die Augen und malen Sie sich aus, wie es IST, diesen Job bereits zu haben. Wer sind Sie dann? Wie fühlt sich das an. Was machen Sie dann? Sie werden feststellen, dass Ihr Verstand vielleicht eine Schleife dreht und sagt „Hey, Moment, ich könnte nur den und den Job haben, weil ich das und das studiert habe, also muss es ein Job sein, der dem Möglichen entspricht.“ Vergessen Sie es. Schicken Sie Ihren Verstand für einen Moment zum Kaffeetrinken. Lassen Sie völlig außer Acht, welchen Titel der Job haben müsste, oder ob er zu Ihrer Vita passt. Nehmen Sie das Ziel als neue Realität in Besitz, so als sei es schon erreicht. Wie fühlen Sie sich dann? Gehen Sie in dem Gefühl der Freude auf. Spüren Sie die Erfüllung. Sehen Sie sich bereits glücklich am Ziel. Seien Sie die Person, die den idealen Job bereits hat. Halten Sie den Fokus darauf. Drücken Sie dieses neue Sein, diese neue Identität in das universelle Feld ein, damit es den entsprechenden Job ausdrücken (=manifestieren) kann.


Experiment 4: Geben Sie komplett die Kontrolle auf
Geben Sie nun komplett die Kontrolle auf. Es geht darum, dass Sie die neue Identität in Besitz nehmen, sich gedanklich und gefühlsmäßig in Ihr neues Dasein hineinversetzen und es SIND. Den Rest erledigt das universelle Gesetz auf seine Art. Hören Sie auf, logisch zu kontrollieren wie etwas zu laufen hat. Vertrauen Sie darauf, dass Sie nicht wissen müssen, wie es geht, oder wie sich Ihr Ziel realisiert. Das ist wie bei einem Baum. Sie säen nur den Samen, der Baum wächst von alleine. Alles ist in dem Samen bereits angelegt. Der Baum macht sich ja schließlich auch keine Gedanken darum, ob er nun einen Ast links herauswachsen lassen muss und es nicht noch ein Blatt oben recht braucht. Geben Sie die Kontrolle auf. Lassen Sie sich wieder vom Lebensstrom tragen. Setzen Sie nur den gesunden Samen in die Erde, indem Sie sich mit dem bereits erreichten Ziel identifizieren. Das universelle Feld erledigt den Rest. Staunen Sie einfach, was sich plötzlich in Ihrem Leben für Dinge ereignen. Bei dem Nagel-Bild haben Sie ja nach dem Eindrücken auch nicht jeden Nagel noch einmal einzeln mit den Fingern so geschoben, dass Ihr Gesicht entstanden ist.

Sobald Sie merken, dass  Sie wieder in die Kontrolle abrutschen, oder in den Gedanken, dass etwas vielleicht nicht klappen könnte, zentrieren Sie sich wieder. Setzen Sie sich ruhig hin und nehmen Sie wieder mit Ihren Gefühlen und Gedanken Ihre neue Identität in Besitz. Damit gleichen Sie Ihre Schwingung wieder auf das Ziel an. Ihr Unterbewusstsein kennt Mittel und Wege, Ihr Ziel zu realisieren, die Ihrem menschlichen Verstand komplett verborgen sind. Geben Sie also die Kontrolle einfach auf und empfangen Sie das, was kommt. Sollte das dann nicht ganz dem entsprechen, was Sie eigentlich wollten, überprüfen Sie wieder Ihr Ziel bzw. Ihre Gedanken dazu. Nur wenn Sie sich vollständig mit dem Ziel oder Wunsch identifizieren können, liegt er auch im Bereich des Möglichen. Seien Sie überzeugt davon, dass Sie das, was Ihnen am Herzen liegt, bereits haben bzw. sind. Sobald Zweifel aufkommen, denkt das Universum sonst, sie wollen das Ziel doch nicht erreichen.

Sie sind Ihr eigener Magier. Ein Magier kontrolliert nicht. Er schwingt einfach seinen Zauberstab und ist schon vorher überzeugt von der Manifestation.

In diesem Sinne, herzlich magische Grüße, 
Ihre Nicola Nagel





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