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Dienstag, 16. September 2014

Wenn alle Menschen Freunde wären... - Aspekte der nächsten Kultur



Was ist eigentlich los mit der Welt? Es scheint, als tobe nur noch der blanke Irrsinn. Die Anzahl der Krisenherde und Kriege wächst ständig, die Menschen sind zunehmend verunsichert und die Politiker waren und sind Marionetten der großen Wirtschaftsunternehmen, deren Ziel es ist, wertvolle, jedoch knappe Ressourcen zu sichern und maximalen Profit zu erzielen. Nur darum geht es: wer kann sich welche Ressourcen sichern und seine Machtposition ausbauen? (Für weitere Hintergründe zum tatsächlichen, aktuellen Spiel auf der Erde sehen Sie sich z. B. das folgende Youtube Video von Ken Jebsen an: https://www.youtube.com/watch?v=PIyd9tXdKpY#t=465).

Doch dieser Artikel soll nicht davon handeln, was gerade alles nicht funktioniert. Denn je mehr Energie Sie auf das richten, was nicht funktioniert, desto schlimmer wird es. Das ist ein universelles Gesetz. Lassen Sie uns daher einmal gemeinsam unsere Energie auf einige Aspekte der „Nächsten Kultur“ richten, einer Kultur, in der etwas völlig anderes möglich ist, als das, was wir im Augenblick vorfinden. Was wäre Ihre Vision? Wie würde solch eine Kultur aussehen?

1. Ein neues Bewusstsein und Wertesystem
Ein wesentlicher Aspekt der nächsten Kultur wäre wohl ein neues Wertesystem, in dem die Menschen volle Bewusstheit darüber hätten, dass die Erde NICHT UNSER Planet ist. Vielleicht haben Sie schon einmal von der kopernikanischen Revolution gehört. Die erste kopernikanische Revolution bestand in der Erkenntnis, dass sich die Sonne nicht um die Erde dreht, sondern die Erde um die Sonne. 



Aktuell stehen wir am Rande der zweiten kopernikanischen Revolution. Was bedeutet das? Das Industriezeitalter hat für die Einstellung bei den Menschen gesorgt, dass die Erde uns gehört, wir endlos Ressourcen erschließen können und die menschlichen Bedürfnisse nach Geld, materiellen Gütern und Macht im Mittelpunkt stehen. Dies hat sich als selbstmörderisches Paradigma entpuppt.

Der nächsten Kultur würde das Bewusstsein zugrunde liegen, dass wir Menschen nicht die Erde besitzen, sondern die Erde uns besitzt, wir also Gast auf der Erde sind. Die Ressourcen sind endlich und Ziel in der nächsten Kultur wäre es, nachhaltig mit den bestehenden Ressourcen umzugehen bzw. erneuerbare Ressourcen zu nutzen. Allein dieser Bewusstseinswandel würde dazu führen, dass die Menschen in der nächsten Kultur wieder achtsam mit der Erde umgehen. Es würde eine Rückverbindung mit der Natur stattfinden und nachhaltige Ideen wie z. B. freie Energie würden gefördert. Die Erde und ihr Erhalt stünden im Mittelpunkt. Menschen würden nicht mehr auf Macht-Positionen beharren, sondern sich in den Dienst sogenannter heller Prinzipien, wie z. B. Vertrauenswürdigkeit, Liebe, Frieden, Gemeinschaft, Harmonie, Klarheit, Transformation, Möglichkeit, Schönheit, Güte, Großzügigkeit, etc. stellen.



2. Ein neues Spiel: Gewinnen geschieht
Die nächste Kultur würde ein komplett neues Spiel spielen. Die aktuelle, moderne Kultur propagiert das Spiel „Ich gewinne – Du verlierst“, das von einem Mangel an Ressourcen ausgeht (zu wenig Jobs, Geld, Liebe, Anerkennung, etc.)  und damit Konkurrenz, Wettkampf und hierarchische Strukturen fördert. Die Menschen kämpfen gegeneinander (sei es im Alltag, im Job, oder auf globaler Ebene).

Das Spiel der nächsten Kultur würde lauten „GEWINNEN GESCHIEHT“. Diesem Spiel liegt eine kreative Kollaboration zugrunde, bei der alle gewinnen. Stellen Sie sich vor, die Menschen würden füreinander arbeiten und sich gegenseitig unterstützen.
Es ginge um Synergie, Integration und Ausrichtung von Ressourcen. Dieses Spiel würde einschließen, nicht ausschließen. GEWINNEN GESCHIEHT ist weniger ein Spiel als vielmehr ein helles Prinzip und basiert auf Gemeinschaft und einem Netzwerkdenken. Bei diesem Spiel gibt es kein „ICH“ und kein „DU“. Es geht nicht mehr um das Ego-getriebene Profitdenken, um Machtposition oder Konkurrenz. Es geht um das Prinzip gemeinsam etwas zu erreichen und darum, nicht nur miteinander, sondern füreinander zu arbeiten. GEWINNEN GESCHIEHT basiert auf Fülle und Gemeinschaft.

3. Ermächtigung jedes Einzelnen
Stellen Sie sich weiterhin vor, jede einzelne Person wäre ermächtigt, könnte ihr ganzes Potenzial leben und ihre Talente vollständig einbringen. Es gäbe eine Gesellschaft, in der die Menschen nicht mehr durch Politik, Medien und die Konsum- und Pharmaindustrie klein gehalten und zu schlafenden, neurotischen Schafen manipuliert würden, sondern wach, präsent und in ihrer vollen Kraft wären. Sie wären in der Lage, absolute Verantwortung zu übernehmen, kraftvolle Entscheidungen und Unterscheidungen zu treffen und Klarheit zu schaffen.

Es gäbe keine Schulen, in denen die Kreativität und der Genius der Kinder abgetötet würden, um sie zu normen und in das gesellschaftliche Raster zu pressen. Vielmehr würde freies Lernen ermöglicht bzw. eine Art Lernen, das die individuellen Talente und die Begeisterung der Kinder fördert. Kinder könnten sich frei entfalten.

Durch die Ermächtigung jedes Einzelnen käme es nicht mehr darauf an, auf welcher Hierarchiestufe eine Person steht. Unternehmen würden vielmehr zu sogenannten Netzwerk- bzw. Galaxie-Organisationen werden, in denen jeder Mitarbeiter seine Talente an der entsprechenden Stelle einbringen könnte und die kreative Gruppenintelligenz im Vordergrund stünde. Anstatt die Strategie des einsamen Wolfes an der Spitze zu propagieren, ginge es darum, gemeinsam hellen Prinzipien zu dienen und das individuelle Können und die Weisheit einzubringen. Die Seins-Eigenschaften einer Person würden im Mittelpunkt stehen und wertgeschätzt, also das, was eine Person in ihrem Sein tatsächlich ausmacht.

4. Bewusstes Fühlen
Eng gekoppelt mit der Ermächtigung jedes Menschen ist das sogenannte „Bewusste Fühlen“. In der nächsten Kultur wäre dies ein entscheidender Aspekt. Menschen würden wieder lernen, zu fühlen und ihre Gefühle bewusst zu nutzen. In der modernen Gesellschaft wurde uns das nicht beigebracht. Uns wurde eingetrichtert, dass Gefühle nicht okay sind und wir sie besser nicht zeigen sollen. Tatsache ist jedoch, dass unsere Gefühle ein geniales Navigationssystem sind, das uns zielsicher durch das Leben leitet. Die übergreifenden Gefühlsterritorien Wut, Freude, Traurigkeit und Angst dienen uns. Gefühle sind neutrale Energie und Information, die uns im Leben den Weg weisen. Wut brauchen Sie z. B. um Grenzen zu setzen, Entscheidungen zu treffen, vorwärts zu gehen, den Keller auszumisten und Klarheit zu schaffen. Traurigkeit dient Ihnen, weil Sie durch den Zugang zur Traurigkeit, authentisch-menschlich sein können, Herzensverbindungen zu anderen Menschen aufbauen und auch altes loslassen können. Sie brauchen die Traurigkeit. Auch die Angst ist sehr nützlich. Wir brauchen sie z. B. um kreativ zu sein, Pläne zu machen, uns in unbekanntes Gebiet vorzuwagen und Neues auszuprobieren. Und die Freude dient uns, um z. B. andere zu begeistern, zu führen,  über den Tellerrand zu schauen, zu feiern und unserer Vision zu folgen.

Stellen Sie sich vor, alle Menschen würden ihre Einstellung zu Gefühlen ändern und wieder bewusst fühlen, was würde passieren? Richtig, hätten die Menschen wieder Zugang zu ihrem inneren Navigationssystem und würden somit ihre Taubheitsschwelle senken, könnten sie nicht mehr in Unternehmen arbeiten, die nicht nachhaltig unterwegs sind. Sie könnten nicht in Firmen arbeiten, die Menschen schlecht behandeln, giftige Produkte wie z. B. Pestizide oder genmanipuliertes Saatgut herstellen, Waffen für Kriege produzieren, Plastikprodukte herstellen oder die Erde ausbeuten. Durch bewusstes Fühlen würden die Menschen stattdessen nur noch in Firmen und für Projekte arbeiten, die den Menschen und der Erde dienen, sie respektieren und wertschätzen.

5. Menschlichkeit, Authentizität und Miteinander Sein
Bewusst fühlen würde zudem einen weiteren wichtigen Aspekt der nächsten Kultur mit sich bringen: Menschlichkeit, Authentizität und Miteinander-Sein. Die Menschen würden wieder die Klarheit erlangen, dass wir nicht voneinander getrennt, sondern eins sind. Wir sind alle miteinander und mit der Erde verbunden. Wir SIND die Erde.

Es würde wieder der Sinn für Gemeinschaft und aufrichtiges Miteinander-Sein aufleuchten. Niemand müsste sich mehr verstellen, um irgendeinem vorgegaukelten Ideal zu entsprechen. Jeder Einzelne könnte authentisch menschlich sein. Es würde menschliche Nähe und neues Vertrauen untereinander entstehen. Es gäbe keinen Rassismus, keine Verurteilung wegen unterschiedlicher Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit. Es gäbe einfach eine bunte Vielfalt an großartigen Menschen. Menschen wären Menschen, ohne weitere ausgrenzende, oder trennende Geschichten. Herzlichkeit, Verbindung, Lebensfreude, Respekt, Wertschätzung und Frieden stünden an oberster Stelle. Was wäre, wenn alle Menschen Freunde wären?


Dies sind sicher nur einige wenige Aspekte der nächsten Kultur. Die gute Nachricht ist: wir befinden uns bereits an der Schwelle zu einer neuen Kultur. Das alte System bricht mehr und mehr zusammen. Auch die aktuelle Krisenlage in der Welt ist nur ein weiteres Zeichen dafür, dass die Zeit der alten Strukturen abgelaufen ist. Viele Menschen sind mittlerweile dabei, neue Wege einzuschlagen und das Spiel der modernen Gesellschaft, der Politiker und des Wirtschaftssystems nicht mehr mitzuspielen. Es gibt weltweit Bewegungen, nicht staatliche Organisationen und Initiativen, die bereits massiv daran arbeiten, eine neue Kultur zu erschaffen. Es geht jedoch nicht darum, das alte System zu bekämpfen. Das an sich wäre wieder alte, moderne Kultur, also Kampf und Konkurrenz. Es geht vielmehr darum, neue Möglichkeiten zu erschaffen, die das bisherige System obsolet machen. Und es geht darum, sich zu erheben, Stellung zu beziehen und sich zu vernetzen, für eine neue Kultur, für die Erde, für die Menschen. (Sehen Sie sich folgendes Youtube Video an: https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=FCSZFsyvPg8)

Für was stehen Sie? In welcher Kultur wollen Sie leben?

Herzliche Grüße,
Ihre Nicola Nagel

    www.viva-essenza.com  

 
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Mittwoch, 15. Januar 2014

Wahre Werte versus Bewertung - Erschaffen Sie Miteinander oder Getrenntsein?



Unsere Gesellschaft lebt in einem engen Korsett. Es ist das Korsett von Bewertung. Bewusst oder unbewusst bewerten wir ständig. Wir werden regelrecht darauf gedrillt zu bewerten. Das fängt in der Schule an und geht im Job direkt weiter. Wir lernen zu bewerten, weil wir selbst in dem System des Bewertens groß geworden sind und es als normal erachten. Doch haben Sie sich einmal gefragt, wie es wäre, gar nicht mehr zu bewerten, nichts und niemanden?

Da mag der ein oder andere bereits stutzen und sagen „das geht doch gar nicht, es gibt doch Dinge, die richtig sind und andere, die falsch sind“. Doch genau da wird es spannend. Wer legt denn eigentlich das Bewertungssystem fest, gegen das wir permanent gemessen werden und gegen das wir uns selbst und andere messen? Haben Sie dieses Bewertungssystem jemals in Frage gestellt oder haben Sie es – wie die meisten Menschen – einfach übernommen, getreu dem Motto „Das ist halt so.“?

Ich möchte Sie heute dazu einladen, Ihr Bewertungssystem einmal zu betrachten, denn Tatsache ist, dass Sie sich durch ein übernommenes Bewertungssystem selbst einengen. Sie sitzen sozusagen in Ihrem eigenen Gefängnis. Jede Bewertung, die Sie vornehmen oder in Ihrem Nervensystem gespeichert haben, ist wie eine der Gitterstangen durch die Sie aus Ihrem Gefängnis herausschauen. Die gute Nachricht ist: bei diesem Gefängnis steckt der Schlüssel innen. Sie können also das ganze Konstrukt selbst demontieren und Sie werden erstaunt sein, wie viel Energie und Zeit Sie plötzlich wieder zur Verfügung haben. Lassen Sie uns direkt damit beginnen.  

Experiment 1: Was, wen und wann bewerten Sie?
Nehmen Sie einmal ein Blatt Papier und lassen Sie die letzten Tage Revue passieren. Wen oder was haben Sie bewertet? Wann haben Sie bewertet? Beachten Sie, dass Bewertung oft auch stillschweigend stattfindet und zwar in Ihrem Kopf. Vielleicht kam Ihnen die Nachbarin entgegen und Sie dachten „Was hat die denn heute für einen komischen Fummel an!“ oder Sie haben über Ihren Chef gedacht „Der spinnt ja wohl total, mir dieses Projekt auch noch aufzudrücken.“ Vielleicht haben Sie auch gerade das gemütliche Fahrverhalten des älteren Herren vor Ihnen bewertet, indem Sie z. B. sagten „Mein Gott Opa, schlaf nicht ein beim Fahren.“

Vergessen Sie bei diesem Experiment auch nicht die Bewertung, die Sie über sich selbst abgeben. Wie oft meinen Sie, Sie seien vielleicht nicht gut genug, hübsch genug, intelligent oder talentiert genug? Wenn Sie z. B. versehentlich eine Flasche fallen lassen und zu sich selbst sagen „Hach Idiot, kannst Du nicht aufpassen!“, dann bewerten Sie sich in dem Moment.  Schreiben Sie alles an Bewertungen auf, das Ihnen in den Sinn kommt.

Vielleicht gab es einen Moment, in dem Sie dachten, Sie seien nicht okay, weil andere über Sie etwas Beurteilendes gesagt haben. Wer hat jedoch die finale Bewertung gegen Sie letztendlich vorgenommen? Die anderen? Nein, keineswegs. Es waren SIE selbst. Und zwar nur Sie. Lassen Sie mich das etwas klarer formulieren. Wenn jemand etwas Bewertendes zu Ihnen sagt, dann sind das zunächst einmal nur Worte. Neutral. Ohne jegliche Geschichte. Erst wenn Sie diese Bewertung annehmen und sich selbst an der irrsinnigen Bewertungs-Skala unserer Gesellschaft messen, entwickeln Sie die dazugehörige Geschichte, dass Sie vielleicht nicht okay sind.

Sie geben also in dem Moment Ihre eigene Autorität an ein Bewertungssystem ab, das zum Ziel hat, die Menschen kraftlos und genormt zu machen. Machen Sie sich das wirklich einmal bewusst:

In dem Moment, in dem Sie sich an einer Bewertungs-Skala messen,
geben Sie Ihr Zentrum und damit Ihre eigene Autorität ab,
ergo Ihre Kraft.

Lassen Sie das einmal sacken. Wenn Sie sich – oder auch andere – bewerten, nehmen Sie sich selbst Ihre Kraft und Autorität.

Die spannende Frage, die sich stellt, ist WARUM bewerten wir überhaupt? Wir bewerten, weil wir in einer Gesellschaft groß geworden sind, die auf Überleben statt auf Leben ausgerichtet ist, auf Wettkampf statt auf Gemeinschaft. Wenn Sie einmal die Natur betrachten, dann wird schnell klar, dass es dort keine Bewertung gibt. Das Bewertungssystem ist also vom Menschen hausgemacht, sprich von unserer modernen Kultur.

Bei kleinen Kindern können Sie das prima beobachten. Diese sind zunächst völlig unbekümmert und gehen gänzlich in ihrem kreativen Spielen auf. Sie überlegen sich nicht, ob sie beim Spielen etwas „richtig machen“ oder ob jemand das toll findet. Sie spielen einfach. Doch allerspätestens wenn sie in die Schule kommen, ist ein radikaler Wandel spürbar. Das Genietum, die Kreativität und Unkompliziertheit lassen mit zunehmendem Alter nach, bis die Kinder schließlich völlig in das Bewertungssystem unserer Gesellschaft eingenormt sind (Film Tipp: Film „Alphabet“ von Erwin Wagenhofer).  

Durch Bewertung töten wir die vielfältige Kreativität, Spontaneität und Weisheit, die in uns steckt.  Und letztendlich isolieren wir uns in dem Moment, in dem wir bewerten. Wenn Sie z. B. in einer Situation eine künstlich erschaffene Bewertungs-Skala ansetzen und infolge dessen deklarieren „Ich bin nicht okay, oder gut genug“, dann ist der nächste Überlebensmechanismus der anspringt „Ich ziehe mich zurück, ich gehe, ich mache nicht mit.“ Tatsache ist jedoch, dass Sie okay sind, egal, was andere sagen, oder welche Bewertungs-Skala auch immer im Raum steht.

Ja, und nun? Was können Sie jetzt tun, wenn wir doch jeden Tag Bewertungen konfrontiert werden, wo wir gehen und stehen?

Experiment 2: Installieren Sie einen Bewertungs-Detektor
SCHRITT 1:
Um aus dem Bewertungs-System auszusteigen, ist es zunächst einmal hilfreich, einen sogenannten Bewertungs-Detektor zu installieren. Montieren Sie ihn einfach in Ihrer Vorstellungskraft oben an Ihrem Körper. Meiner sitzt z. B. direkt unterhalb des linken Schlüsselbeins. Er kann rund oder eckig sein. Egal wie er aussieht, eines steht fest: er blinkt auf, wenn Sie bewerten oder Ihnen eine Bewertung an den Kopf geschmissen wird. Seien Sie ab sofort aufmerksam und schauen Sie, wann Bewertung stattfindet. Was ist der Trigger?

Wenn Sie jemanden oder etwas bewerten, stellen Sie als nächstes die Frage nach dem warum. Warum haben Sie in dem Moment bewertet? Was ist die Absicht dahinter?

SCHRITT 2:
Wenn Sie sich das nächste Mal selbst bewerten spüren Sie einmal genau hin, wie Ihre Energie in dem Moment flöten geht. Achten Sie gleichermaßen darauf, was passiert, wenn jemand Sie vielleicht sogar verbal und laut hörbar bewertet und Sie die Geschichte glauben. Spüren Sie bewusst den Schmerz, die Isolation, vielleicht sogar die Wut. Das ist Ihr neuer Referenzpunkt. Sie wissen in dem Moment, wie kraftlos, angepasst und trennend sich Bewertung anfühlt. Lassen Sie sich von diesem Schmerz treffen und transformieren. Wenn Sie bewusst fühlen können, was Bewertung macht, dann ist genau das der Schritt aus dem Bewertungssystem hinaus. Es bedarf einiger Selbst-Beobachtung, doch es lohnt sich, dieses Experiment durchzuführen. 

Es könnte zu Beginn schockierend für Sie sein zu beobachten, wie oft sie sich selbst oder andere bewerten. Lassen Sie sich auch davon treffen.

Experiment 3: Steigen Sie aus dem Bewertungssystem aus
Der nächste Schritt besteht darin, aus dem Bewertungs-System auszusteigen. Ihnen passiert ein Missgeschick? (allein dieses Wort enthält schon Bewertung) Sehen Sie es neutral. Etwas ist passiert. Punkt. Es ist nicht gut und nicht schlecht. Sie müssen es nicht bewerten. Ihr Partner hat erneut vergessen, die Theaterkarten abzuholen? Es ist wie es ist, also erfinden Sie nicht die Bewertung, dass er deswegen ein Idiot ist.

Und was tun Sie, wenn Sie von jemandem verbal in einer Unterhaltung destruktiv bewertet werden (z. B. im Sinne von „Du bist nicht gut genug.“)? Nun ein interessantes Experiment könnte sein zu sagen: „Vielen Dank für das Geschenk der destruktiven Bewertung. Ich nehme es nicht an und gebe es Dir hiermit zurück.“ Prüfen Sie vorher, das Timing und die Situation. Sie können sich diesen Satz sonst auch denken und damit nicht in den Bewertungs-Ring steigen.

Kürzlich saß ich einem Bekannten in einem Café gegenüber, der mir 5 Minuten lang zahlreiche bewertende Gründe nannte, warum das Projekt, das er im Sinn hat, genau das Richtige für ihn sei und deswegen alles andere Larifari sei, was er sowieso schon kenne und  nicht brauche. Mein Bewertungs-Detektor blinkte wie wild. Doch ich nahm keine der Bewertungen an. Es war seine Geschichte und nicht meine. Als er mich anschaute und eine Antwort spürbar erwartete gab ich ihm Feedback, dass diese Art von bewertender Kommunikation nicht gut und nicht schlecht ist, jedoch zum Resultat hat, dass sie jegliche Art von authentischem Kontakt und Miteinander zerstört. Ich sagte, ich sei an einer anderen Art von Miteinander interessiert und fragte ihn, wie es ihm damit ginge.  Er schaute mich an, schluckte kurz und verstand sofort, was ich meinte. Und genau in dem Moment wurde eine andere Art der Kommunikation möglich. Es war spürbar, wie die Starre am Tisch, die sich durch die Bewertung aufgebaut hatte, wie eine Mauer einstürzte und plötzlich Verletzlichkeit und Miteinander als Werte im Raum waren.

Bewertung ist nichts anderes als Positionierung. Es ist ein Überlebensmuster, das wir als Kinder ungeprüft übernommen haben. Es dient der Normung der Gesellschaft, damit weiterhin Konkurrenz und Wettkampf praktiziert werden und die Menschen voneinander getrennt bleiben, anstatt kraftvoll und bewertungsfrei ihre eigene Autorität zu sein und ihr volles Potenzial auszuschöpfen.  

Bewertungen schließen jedoch wahre Werte, Seins-Qualitäten oder helle Prinzipien aus. Um aus dem Bewertungssystem auszusteigen, ist es daher sehr hilfreich, dass Sie sich bewusst machen, welche Werte oder hellen Prinzipien Ihnen wichtig sind, wenn Sie mit anderen und auch mit sich selbst zusammen sind. Wenn Sie bewerten, dann füttern Sie Ihren Gremlin, Ihr inneres kleines Monster, Ihren inneren Richter, der Schattenaspekte wie Getrenntsein, Besserwisserei, Rechthaberei, Macht, Arroganz bevorzugt.

Doch was wollen Sie tatsächlich? Was ist Ihnen wirklich wichtig? Wie wünschen Sie sich, dass andere Menschen mit Ihnen umgehen. Sind Ihnen da vielleicht Werte wie Miteinander, Teamwork, Liebe, Respekt, Güte, Großzügigkeit, Wertschätzung und Warmherzigkeit wichtig? Wahre Werte oder helle Prinzipien haben nichts mit Bewertung zu tun.

Und: wenn Sie andere bewerten und damit auf Getrenntsein ausgerichtet sind, tun Sie sich das in dem Moment auch selbst an. Selbst wenn Sie sich in dem Moment gar nicht bewerten, sondern nur den anderen. Wir sind alle miteinander verbunden und das was Sie der anderen Person oder auch der Natur antun, tun sie in dem Moment auch sich selbst an.

Was sind also Ihre wahren Werte? Schreiben Sie doch jetzt einmal 3-4 Werte auf, die Ihnen wichtig sind.

Hier noch einmal die wesentlichen Unterschiede von Werten und Bewertung:

Wahre Werte / Prinzipien
Bewertung / Positionierung
Schließen ein
Schließt aus
Gemeinsamkeiten finden
Konkurrenz, Wettkampf
Flexibel
Starr, unbeweglich
Akzeptieren
Recht haben wollen
Miteinander
Getrenntsein / Isolation
Eigene Autorität, zentriert sein
Autorität abgeben, angepasstes Verhalten
Fördern von Kreativität und Genietum
Ersticken von Kreativität
Authentischer Kontakt
Eine unsichtbare Mauer entsteht
Offen, frei
Enges Korsett
Erlauben Verletzlichkeit
Erlauben Argumente und Logik
Herz-zu-Herz Kommunikation
Finden nur im Verstand statt
Vielfalt
Eintönigkeit
Warm
Kalt

Wenn Sie Ihre wahren Werte, die Ihnen am Herzen liegen aufgeschrieben haben, prägen Sie sich diese gut ein. Jedes Mal, wenn Ihr Bewertungs-Detektor aufblinkt, können Sie dann sofort eines oder alle dieser hellen Prinzipien allein mit Ihrer Absicht in den Raum hineinrufen und eine andere Art von Kommunikation und Miteinander kreieren (dies ist auch gedanklich möglich, sie brauchen die Werte nicht laut aussprechen. Die Absicht ist entscheidend).

Lassen Sie sich überraschen, wie viel mehr Energie und Zeit Ihnen zur Verfügung stehen, wenn Sie aufhören, sich oder andere zu bewerten. Und seien Sie nicht erstaunt, wenn es wesentlich „stiller“ wird in Ihnen, entspannter, ruhiger. Denn wenn das Bewertungssystem in Ihnen aktiv ist, diese unbewusste Bewertungs-Skala gegenwärtig ist, dann stehen Sie permanent unter Strom und Anspannung. Sobald Sie die Bewertungs-Skala zusammenbrechen lassen, kann sich auch Ihr physischer Körper und Ihr gesamtes Nervensystem komplett entspannen. Seien Sie wagemutig. Während andere das Bewertungssystem noch krampfhaft aufrecht erhalten, können Sie einen neuen Weg gehen.

In diesem Sinne, viel Freude beim Experimentieren mit Ihrem neu installierten Bewertungs-Detektor.

Herzliche Grüße,
    www.viva-essenza.com  

 
CREATING POSSIBILITIES!

 
Ihre Nicola Nagel