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Mittwoch, 14. September 2016

Wie beziehungslos ist die moderne Gesellschaft? - Stärke Deine eigene Beziehungsfähigkeit!



Hast Du Dir einmal die Frage gestellt, wie beziehungslos unsere Gesellschaft ist? In Beziehung zu sein mit sich selbst, anderen Menschen und der Erde ist ursprünglich etwas ganz natürliches. Es scheint jedoch, dass diese Fähigkeit des In-Beziehung-Seins zu einem großen Teil verloren gegangen ist. Der kürzlich erschienene und prämierte Film „Toni Erdmann“ von Maren Ade macht dies auf geniale, wenn auch sehr schmerzhafte Art und Weise deutlich und zeigt klar auf, wo die moderne Gesellschaft gerade steht. Zwar haben viele Menschen täglich Kontakt mit zahlreichen Personen, doch welche Art von Kontakt ist das? In welcher Art von Beziehung sind wir tatsächlich mit der Familie, dem Partner, den Kollegen und Freunden? 

In Beziehung zu sein ist ein Grundbedürfnis; das Sein sehnt sich nach authentischem, nährendem Kontakt, doch genau damit haben viele Menschen die größten Schwierigkeiten. Nicht umsonst boomen seit geraumer Zeit die verschiedensten online Beziehungsbörsen. Die moderne Gesellschaft ist verzweifelt beziehungslos. Das liegt unter anderem daran, dass uns die Medien und die moderne Wirtschaft in einer Art und Weise manipulieren, die unseren Fokus völlig verzerrt und vom Wesentlichen abbringt: von uns selbst, anderen Menschen und der Erde. 

Die Medien versuchen den Menschen vorzugaukeln, wie Beziehung – sei es zum Partner, zur Familie oder zum Nachbarn – zu funktionieren hat. Sie geben uns ein genormtes, oberflächliches Konzept vor, das zwar vordergründig mit rührenden Bildern von Beziehung lockt, doch hinter der Fassade die Absicht verfolgt, dass wir uns anpassen und idealerweise bestimmte Produkte konsumieren. Der Besitz von und damit die Beziehung zu materiellen Dingen wird propagiert. Erfolg wird daran gemessen, ob eine Person einen hoch bezahlten Job hat, ein Auto und eine Wohnung besitzt, ein schickes Smartphone hat und mehrmals pro Jahr in Urlaub fahren kann. Das Konkurrenzdenken und damit das Einzelkämpfertum sind in der modernen Gesellschaft in einem Maße ausgeprägt, das eine Verarmung an authentischen und tiefen Kontakten mit sich bringt. Das Konkurrenzdenken und der stete Versuch im Job professionell und leistungsstark zu sein, treibt die Menschen auseinander. Um Hilfe zu bitten, ist regelrecht verpönt und wird als Schwäche gewertet. Und genau durch dieses Getrenntsein bleiben sie für die Medien, die Wirtschaftsbosse und Politiker angreifbarer und leicht manipulierbar. 

Es gibt in der modernen Gesellschaft keine traditionelle Männer- und Frauenkultur mehr, die sich ursprünglich untereinander gestärkt haben. Stattdessen gibt es Werbungen, die anpreisen, wie toll es angeblich sei, heute in einer Großstadtwohnung leben zu können, ohne einen Schritt vor die Tür setzen bzw. einen anderen Menschen treffen zu müssen. Du kannst von zuhause aus arbeiten, kannst alles online bestellen, was Du brauchst (inklusive frischer Lebensmittel) und Dir diese Dinge direkt an die Haustür liefern lassen. Da Du auch online bezahlen kannst, brauchst Du noch nicht einmal die Tür öffnen, sondern lässt den Lieferservice das Paket einfach vor der Tür abstellen. Traurig, aber wahr. 

In einer Gesellschaft, in der Zeitmangel bereits als Statussymbol gilt (denn wer wenig Zeit hat und gestresst ist, ist vermeintlich wichtig), laufen die persönlichen Beziehungen oftmals  auf Sparflamme bzw. nebenher. Nicht selten wird Beziehung auch mit dem Klären von Alltagslogistik verwechselt. Es stimmt zwar, dass Sie in Kontakt sind, wenn Sie mit Ihrem Kollegen klären, wann der nächste Kundentermin ist, oder mit Ihrer Frau besprechen, wann die Kinder vom Judo-Kurs abzuholen sind, doch dabei handelt es sich meist um oberflächlichen Kontakt, der rein auf den Intellekt beschränkt ist. Eine authentische Herz-zu-Herz Verbindung findet in diesen Momenten selten statt. 

Ein Phänomen ist in diesem Zusammenhang auch das sogenannte neurotische Zuhören. Neurotisches Zuhören passiert, wenn Sie beispielsweise etwas wichtiges erzählen, die andere Person aber gar nicht zuhört, sondern stattdessen weiter am Handy spielt, die Spülmaschine ausräumt, in Gedanken die nächsten Termine durchgeht, aus dem Fenster oder auf die Uhr schaut, o. ä. Sie kennen diese Art des Zuhörens, denn sie ist leider normal geworden. Wenn Sie neurotisch zuhören, sind Sie jedoch nicht in Beziehung. Kürzlich stand ich beim Einkaufen an der Kasse und sah vor mir eine Mutter mit ihrer ca. 15jährigen Tochter. Die Tochter hatte unglaublich viel zu erzählen und versuchte regelrecht die Aufmerksamkeit ihrer Mutter zu bekommen. Die Mutter jedoch – obwohl sie in der Schlange warten musste – schaute in der Gegend umher, wirkte gelangweilt und ging in Gedanken sichtlich die Liste an Dingen durch, die sie später noch erledigen musste. Sie war weder präsent, noch in Beziehung mit ihrer Tochter. Die Tochter lief regelrecht gegen eine energetische Glaswand, die zwischen ihr und der Mutter stand. 

Ein weiterer Aspekt, der dazu beiträgt, dass viele Menschen in der Vergangenheit massiv an Beziehungsfähigkeit eingebüßt haben, ist die Tatsache, dass sie einer permanenten Reizüberflutung und einem Unterhaltungsangebot ausgesetzt sind, die darauf abzielen, sich selbst nicht mehr zu spüren. Es ist sehr leicht, die sogenannte Taubheitsschwelle der eigenen Gefühle weit oben zu halten, beispielsweise mit viel Fernsehen, Internetsurfen, übermäßigem Essen, übermäßigem Arbeiten, exzessivem Sport, Süßigkeiten, Shoppen und - nicht zu vergessen - Social Media. 

Die Trendwelle und Verbreitung von Social Media, die sich in den letzten Jahren etabliert hat, trägt maßgeblich dazu bei, sich zum einen selbst in der oberflächlichen, schnelllebigen digitalen Welt zu verlieren und zum anderen authentische Beziehung mit digitaler Beziehung zu verwechseln. Der Kommunikation über Social Media und Smartphone (Facebook, Twitter, WhatsApp, XING, etc.) wird eine Bedeutung beigemessen, die jegliche echten, persönlichen Kontakte in den Hintergrund rückt. Die Social Media Sucht hat in einem Maße um sich gegriffen, dass Menschen zunehmend dissoziiert sind. Sie sind zwar in der Lage, über Social Media einen tollen Link, ein Foto oder einen Kommentar zu posten, also zu veröffentlichen und mit vielen vermeintlichen Freunden zu teilen, sind jedoch nicht mehr in der Lage, einen Abend lang ein intensives Zweiergespräch vis-à-vis zu führen. Sie sind regelrecht abgetrennt vom realen Erleben im Hier und Jetzt und auf die digitale Welt fokussiert. Es geht darum, wer online wie viele – wenn auch oberflächliche – Kontakte hat und wer die meisten „Likes“ auf Facebook bekommt. Geh einmal in ein Restaurant und beobachte die Gäste. Wie viele sind in der Lage, kein einziges Mal ihr Smartphone zu zücken und in intensivem Austausch mit ihrem Gegenüber zu sein?

Beziehungslosigkeit ist nicht gut und nicht schlecht, doch sie produziert bestimmte Resultate. Neben Frustration und Isolation im persönlichen Bereich, zieht die individuelle Beziehungslosigkeit weitere Kreise, die letztendlich unseren Planeten betreffen. Denn wenn wir die authentische Beziehung zu uns selbst und zu anderen Menschen verlieren, verlieren wir den Bezug zur Erde. Zieh einmal in Betracht, dass die enorm hohe Taubheitsschwelle der Menschen dazu geführt hat, dass die Erde aktuell in einem selbstmörderischen Maß ausgebeutet wird, das die Menscheit langfristig nicht überleben lässt. Es ist also höchste Zeit, sich wieder auf die individuelle Beziehungsfähigkeit zu besinnen und damit in Kontakt zu kommen.  
Doch wie ist es möglich, die Beziehungsfähigkeit zu entzünden und wie könnte In-Beziehung-Sein dann aussehen?

Die Beziehungsfähigkeit kann nur bei jedem einzelnen beginnen. Die Verantwortung abzugeben mit den Worten „Wenn sich XY nur ändern würde, dann wäre eine andere Art von Beziehung möglich“, funktioniert nicht. 


Stärke Deine eigene Beziehungsfähigkeit
Beziehungsfähigkeit beginnt bei Dir selbst. Das bedeutet, es geht zunächst einmal darum, dass Du wieder in Beziehung zu Dir selbst kommst. Möglicherweise gibt es einen Teil in Dir, der jetzt sagt, dass Du doch mit Dir selbst in Beziehung bist, doch prüfe einfach einmal folgende Punkte. Um Deine innere Beziehungsfähigkeit wieder zu entfachen, sind drei Schritte entscheidend:
  1. Lerne zentriert zu sein und im Hier und Jetzt präsent zu sein
  2. Nimm die Kraft Deiner bewussten Gefühle wieder in Besitz
  3. Werde authentisch über Deine eigene Inauthentizität
Beziehungsfähigkeit bedeutet, zunächst einmal Innenschau zu halten und radikal ehrlich zu sein, wo Du mit Dir selbst nicht in Beziehung bist. Allein das bereitet vielen Menschen bereits Mühe, denn Innenschau zu halten bedeutet, leise zu werden, ins Hier und Jetzt zu kommen und zu fühlen. Beziehungsfähigkeit steigt in dem Maße, in dem Du bereit bist, Deine eigenen Gefühle bewusst wahrzunehmen und auszudrücken. Wir sind Weltmeister darin, Gefühle zu unterdrücken und die Taubheitsschwelle – wie oben beschrieben – hoch zu halten, indem wir uns ablenken. Uns wurde seit der Kindheit eingetrichtert, dass Gefühle nicht erwünscht sind. Doch wenn Du mit Dir selbst nicht authentisch in Beziehung sein und bewusst fühlen kannst, wie willst Du dann mit anderen Menschen tiefen Kontakt erleben? Es ist also notwendig, dass Du zuerst in Deine Tiefen tauchst und die Kraft Deiner Gefühle erschließt, konkret die 4 großen Gefühlsterritorien Wut, Freude, Traurigkeit und Angst. Im Gegensatz zu dem, was die meisten von uns gelernt haben, sind Gefühle neutrale Energie und Information, die Dich wie ein inneres Navigationssystem zielsicher durch das Leben leiten. Du stärkst Deine Beziehungsfähigkeit, indem Du in einem ersten Schritt lernst, die Gefühle bewusst und klar getrennt voneinander auszudrücken. Dich authentisch in Deinen Gefühlen mitzuteilen öffnet bereits völlig neue Türen zu authentischeren Begegnungen mit anderen Menschen. Da die meisten Menschen es nicht gewohnt sind, ihre Gefühle bewusst mitzuteilen, kann es zu Beginn beängstigend sein zu sagen „Ich fühle mich wütend/ängstlich/traurig/froh, weil….“. Doch es lohnt sich, dieses Experiment eine Zeit lang zu machen. Sobald Du Schritt 1 verinnerlicht hast, kannst Du in einem zweiten Schritt die Gefühle bewusst und verantwortlich nutzen, um authentische Beziehung mit dem Partner, der Familie, Freunden, den Kollegen oder dem Nachbarn zu erschaffen.  

Werde in diesem Zusammenhang auch authentisch über Deine eigene Inauthentizität. In welchem Maße bist Du selbst nicht authentisch? Wann sagst Du beispielsweise Ja, obwohl Du Nein meinst und umgekehrt? Was gestehst Du Dir selbst nicht ein? Was versuchst Du möglicherweise nicht zu fühlen und zu verdrängen? Auch wenn es auf den ersten Blick nicht sehr attraktiv erscheint, diese Fragen zu beantworten, so wirst Du nicht darum herum kommen, wenn Du Deine Beziehungsfähigkeit stärken möchtest. In dem Maße in dem Du Dir selbst gegenüber nicht authentisch bist, wirst Du Authentizität und Tiefe in Beziehungen mit anderen Menschen einbüßen. 


Übernimm radikale Verantwortung für Deine Beziehungen zu anderen
Nährende, authentische Kontakte und Beziehungen zu Menschen passieren nicht zufällig. Sie sind vielmehr ein fortwährender, bewusster Akt nichtlinearen Kreierens. Das bedeutet, dass die Art der Beziehungen, die Du erlebst, in Deiner Verantwortung liegt. In dem Maße, in dem Du Deine eigene, innere Beziehungsfähigkeit gestärkt hast, bist Du in der Lage auch mit anderen Menschen in Beziehung zu sein. Wenn Du Dir beispielsweise mit einem Kollegen einen authentischeren Kontakt wünschst, dann geh Du voran. Sei Du authentisch gegenüber Deinem Kollegen. Darauf zu warten, dass die andere Person beginnt oder sich gar verändert, kann dazu führen, dass weitere Jahre ohne authentische Beziehung ins Land streichen. Damit zu beginnen, eine verletzlichere, authentischere Art von Beziehung ins Leben zu rufen, kann im ersten Moment beängstigend sein, denn es bedeutet, dass Du zuerst Deine Maske oder Deine Schutzmauer fallen lässt. Doch Angst ist nur Angst, ein wunderbares Gefühl, dass Dir zeigt, dass Du Dich gerade in neues, ungewohntes Gebiet begibst. Übernimm Verantwortung für die Tiefe Deiner Beziehungen und gehe voran. Beispielsweise habe ich mir mit einer Freundin einen tieferen Kontakt gewünscht, der es zulässt auch urweibliche Themen anzusprechen. Ich hatte Angst, bei einem persönlichen Treffen das Gespräch in diese Richtung zu lenken und diesbezüglich von mir zu erzählen. Doch bereits beim ersten, vorsichtigen Andeuten des Themas rannte ich offene Türen ein. Seither hat unsere Freundschaft eine neu Art von Tiefe erreicht, die nährend und stärkend zugleich ist.  

Besinne Dich darauf, Dich persönlich mit den Menschen zu treffen, mit denen Du authentisch in Verbindung sein möchtest. Es kommt nicht auf Quantität, sondern auf die Qualität des Kontaktes an und wirklich authentische, tiefe Beziehung ist nur möglich, wenn Dir eine Person gegenüber steht. Weder Skype noch WhatsApp Video-Nachrichten können dies bewerkstelligen. Lege Deinen Fokus wieder auf Gemeinschaft, Verbindung, Nähe und Authentizität. 

Authentische Beziehungen zu erschaffen erfordern Zeit. Dadurch, dass so ein reichhaltiges Angebot an Ablenkung und Unterhaltung zur Verfügung steht, meinen wir oftmals, wir hätten keine Zeit. Doch werde auch hier authentisch. Wie viel Zeit verbringst Du pro Tag mit unnützen Dingen, z. B. damit im Internet oder auf Facebook irgendwelche Videos anzuschauen oder in einem online Shop zu stöbern? Wenn Du die gesamte Zeit pro Woche zusammen rechnest, könnten dabei schnell 3-4 Stunden heraus kommen. Eine wunderbar lange Zeit, die Du für direkte, persönliche Beziehung nutzen könntest. Du bist kein Opfer der Zeit. Du bist ein Zeitmacher/eine Zeitmacherin. Du bestimmst in jedem Moment selbst, wofür Du Deine kostbare Zeit verwendest. Wann beginnst Du Zeit für authentische, persönliche Beziehungen zu machen?


Verbinde Dich wieder mit der Erde
Wenn Du beginnst, die Beziehungsfähigkeit zu Dir selbst und damit zu anderen Menschen zu stärken, wirst Du automatisch auch Deine Beziehungsfähigkeit zur Erde stärken. Eine Möglichkeit, Dein Nervensystem von der Reizüberflutung zu heilen und wieder in Balance zu bringen, besteht darin, Zeit in der Natur zu verbringen – und zwar ohne Smartphone, Laptop oder Ipod und auch nicht, um irgendwelchen Fun-Sportarten nachzugehen. In einer Zeit, in der Stadt-Kinder denken, dass Kühe lila sind und es Menschen gibt, die nicht wissen, was ein Sternenhimmel ist, weil sie in New York oder Tokyo aufgewachsen sind, ist es dringend notwendig die Rückverbindung mit der Erde gezielt wieder herzustellen. Verbringe bewusst Zeit in der Natur, um die Erde - dieses wunderbare, atmende Lebewesen, das Dich nährt - wieder unter Deinen Füßen zu spüren. Entzieh Dich am besten für mehrere Tage dem Konsum, der Reizüberflutung, den Dauergeräuschen, dem ganzen Komfort des täglichen Lebens und komme in der Natur wirklich an. Wiederhole dieses Experiment mehrmals. Du kannst dadurch übrigens auch wunderbar Technopenuriaphobie heilen, d. h. die unbewusste Angst vor dem Verlust der Technik. 

Im Folgenden findest Du eine Gegenüberstellung einiger Aspekte, wie Beziehung oftmals in der modernen Gesellschaft existiert und was eine mögliche neue, heilende Sichtweise wäre.


Beziehung
Status der modernen Gesellschaft
Beziehung
Eine neue Sichtweise
Beziehung zu materiellen Dingen wird propagiert, um Konsum und damit Profit zu sichern.
Rückbesinnung auf die Beziehung zu sich selbst, anderen Menschen und der Erde. Materielles ist unwichtig.
Propagieren des Einzelkämpfers, der niemanden braucht.
Fokus auf Gemeinschaft, Verbindung, Vertrauen, Nähe.
Konkurrenzdenken treibt Menschen auseinander
Rückverbindung mit und Erschaffen einer unterstützenden Männer- und Frauenkultur
Um Hilfe bitten ist verpönt und schwach.
Um Hilfe bitten stärkt eine Beziehung
Verarmung authentischer, tiefer Kontakte
Nährende, authentische, bereichernde Kontakte
Möglichst viele, wenn auch oberflächliche Kontakte
Qualität statt Quantität
Kommunikation über Social Media (Facebook, Twitter, XING…), Smartphone
Echter, persönlicher Kontakt
Genormte Beziehungen als Konzept – die Medien geben vor, wie eine Beziehung auszusehen hat, sowohl in einer Partnerschaft, als auch in einer Familie.
Authentische, individuelle Beziehung, die sich in jedem Moment entfaltet und erschaffen wird.
Eine Beziehung haben.
In Beziehung SEIN.

Beziehung
Status der modernen Gesellschaft
Beziehung
Eine neue Sichtweise
Zeitmangel - Beziehung läuft nebenher und wird von Alltagslogistik verschluckt.
Zeit machen - Beziehung ist ein fortwährender, bewusster Akt nicht-linearen Kreierens. Es werden Zeiträume für Beziehung geschaffen.
Beziehung erfolgt hauptsächlich über intellektuellen Körper
Beziehung in allen 4 Körpern (physisch, intellektuell, emotional und energetisch)
Neurotisches Zuhören (mit anderen Dingen beschäftigt sein – sei es aktiv oder passiv in Gedanken)
Erwachsenes Zuhören und Möglichkeitszuhören
Fehlende Beziehung zu sich selbst durch permanente Ablenkung
Kraftvolle Beziehung zu sich selbst.
Fehlende Beziehung zur Erde
Rückverbindung mit der Erde durch Rituale und bewusster, stiller Zeit in der Natur
Nervensystem steht durch Reizüberflutung dauernd unter Strom
Harmonisieren des Nervensystems durch bewusstes Ausschalten von Geräuschquellen und Zeit in stiller Natur
Beziehung per Katalogkriterien über online Plattformen. => oftmals fehlende Bereitschaft, eine Person mit Ecken und Kanten kennenzulernen.
Authentische Begegnung in persönlichem Treffen
Sein Inneres verbergen
Sich sehen lassen


Herzliche authentische Grüße,
Nicola Nagel



EMPOWERING PEOPLE - FACILITATING CHANGE!
www.viva-essenza.com

Samstag, 12. September 2015

Technopenuriaphobie - Die Angst vor dem Verlust der Technik und wie Du sie heilen kannst!



Es ist erstaunlich: In unserer schnelllebigen Zeit sehnen sich im Urlaub viele Menschen nach Ruhe, Entspannung und Zeit ohne Laptop oder lästige Telefonanrufen und doch scheint es den meisten schwer zu fallen, auf die moderne Technologie zu verzichten. Obwohl die Sehnsucht nach Einfachheit und Rückkehr zu langsameren Tempo oftmals groß ist, gelingt es – selbst im Urlaub - nur wenigen, sich auf das Wesentliche und Ursprüngliche zurück zu besinnen. Das Smartphone oder Handy ist ein steter Begleiter, es wird ge-whats-apped, SMS-en verschickt, ge-Skyped, das Navi im Auto oder das portable GPS-Gerät genutzt, wir können jederzeit im Internet Informationen abrufen, wo immer wir auch gerade sind und wir nutzen jeden Tag zig weitere elektrische Gegenstände auf selbstverständliche Art und Weise.

Mitte der sechziger Jahre wurde das Wort Technophobie geprägt, das die Angst vor der aufkommenden Technologie beschreibt. Die Menschen waren damals wesentlich geerdeter und naturverbundener, weil der Technologieboom noch nicht in dem Maße eingesetzt hatte, wie wir ihn heute kennen. Die Menschen befanden sich noch recht weit unten auf der sogenannten Technologie-Leiter. Wenn man sich mit jemandem verabreden wollte, ging man entweder persönlich vorbei und vereinbarte einen Treffpunkt und eine Uhrzeit oder konnte – im besten Fall – ein Festnetztelefon anrufen, um die entsprechende Person zu erreichen. War sie nicht zuhause, so gab es eben keine Option, sie anderweitig zu erreichen. Das Leben war langsamer und gleichzeitig menschlicher, da der persönliche Kontakt mehr im Vordergrund stand. Die Technophobie setzte vor allem mit dem Aufkommen von Computern ein (stell Dir einmal vor, wie es heute ohne Computer, ohne E-Mails, ohne Internet wäre) und verschärfte sich mit Aufkommen des World Wide Webs (also dem Internet).

Heute sind die Dinge ganz anders gelagert. Das Bestreben „ein gutes Leben“ hat immer wieder zu technischen Neuerungen geführt und schließt heute die Nutzung von Technologie wie selbstverständlich ein. Die meisten heute lebenden Menschen wurden weit oben auf der Technologie-Leiter geboren. Sie sind mit der Technologie aufgewachsen und kennen es nicht anders (denke nur einmal an die junge Generation, die selbstverständlich über Facebook mit Freunden kommuniziert. Das war vor einigen Jahren noch undenkbar). Wir haben viele High-Tech Fertigkeiten erlernt, um in der modernen Gesellschaft und in modernen Städten zu leben bzw. eher zu überleben. Wenn wir irgendwo hinfliegen möchten, buchen wir im Internet einen Flug. Wenn es uns zu kalt ist, drehen wir einfach die Heizung auf. Wenn es uns zu heiß wird, schalten wir die Klimaanlage ein. Wenn wir Hunger haben, gehen wir in den Supermarkt oder machen den Kühlschrank auf und wenn es dunkel wird, knipsen wir das Licht an. Sind wir unterwegs, nehmen wir das Handy oder Smartphone mit, um ständig erreichbar zu sein. Und das Geld kommt jederzeit aus dem Automaten. Die Technologie ist heute nicht mehr wegzudenken. Das vermeintlich „gute Leben“ baut auf Technologie auf, auf Komfort, auf Konsum und der Erleichterung, die all das scheinbar mit sich bringt. Doch dieser vermeintliche Komfort und die Sicherheit sind trügerisch und ein Teil von uns spürt das.

Unter all dem technologischen Komfort liegt eine fortwährend präsente, jedoch sehr subtile und oftmals nicht bewusst wahrgenommene Angst. Es ist die Angst vor dem Verlust der Technik, genannt Technopenuriaphobie. Und diese ist tatsächlich allgegenwärtig. Schau Dich um,  beispielsweise, wenn Du am Bahnhof, in der U-Bahn, in der Fußgängerzone oder einem anderen Ort stehst, wo sich Menschen tummeln. 90% starren in ihre Smartphones und verpassen das, was tatsächlich um sie herum passiert (auf dem Bild ist beispielsweise nur ein Mann von Facebook, Emails und Co. unbeeindruckt).
 

Spannend wird es, wenn es dann eine Störung gibt und der Empfang plötzlich abbricht (z. B. in einem Funkloch). Dann siehst Du Leute, die mit nach oben ausgestreckten Armen in der Gegend herumlaufen, in dem Versuch irgendwo „einen Balken“ (für Empfang) auf ihrem schicken Smartphone zu sehen. Wir sind so an die Technik gewöhnt, dass es fast wie ein Schock-Erlebnis sein kann, wenn die Technologie plötzlich ausfällt.


Neulich war ich beispielsweise selbst kurz mit Technopenuriaphobie konfrontiert. Es ereignete sich, dass mein alter Laptop, der bis dahin brav seine Dienste getan hatte, plötzlich „abrauchte“. Alle Anwendungen wurden beendet und übrig blieb ein schwarzer Bildschirm. Jeglicher Versuch den Laptop neu zu starten, schlug fehl. Zunächst war ich noch relativ entspannt und dachte „Nun gut, dann gehe ich gleich am Montag zum nahegelegenen PC Laden und die werden das gute Stück schon wieder starten können.“ Gesagt getan. Die Technopenuriaphobie kam auf, als der freundliche Angestellte mir eröffnete, ich müsse den Laptop 1-2 Wochen bei ihnen lassen, da sie aktuell viel zu tun hätten. Diese Nachricht löste im ersten Moment regelrechte Verzweiflung aus, eine Mischung aus Wut und Angst, denn: Mein Laptop ist mein Büro! Wenn ich nicht gerade ein Training gebe, arbeite ich fast täglich mit diesem Ding. Ich habe weder Aktenschränke noch sonstige  Papierstapel. Alle Daten, alle Kontakte (hast Du noch ein Adressbuch aus Papier?), alle Unterlagen waren in diesem technologischen Wunderding. Ich konnte doch nicht einfach 2 Wochen nichts tun! Was sollten denn die Kunden denken, wenn ich keine Rückmeldung auf E-Mails gab? Und außerdem musste ich 3 Tage später den August-Newsletter verschicken und dafür noch einen Artikel schreiben und das alles, bevor ich einige Tage Sommerpause eingeplant hatte. Es gab erstaunlich viele Gründe, warum ich dieses kleine technische Meisterwerk von Laptop dringend brauchte. Durch geschicktes Verhandeln konnte ich die angekündigten 2 Wochen schließlich auf 2 Tage reduzieren.

Dies sorgte vorläufig für eine gewisse Entspannung bei mir und ich entschied mich, 2 „Laptop-freie“ Tage zu genießen und ein wenig – wenn auch ungeplanten - Freiraum zu haben. Das war jedoch nur von kurzer Dauer, denn 2 Tage später lautete die Diagnose, dass der Laptop hinüber sei, sozusagen an Altersschwäche gestorben. Mein Büro war tot! Immerhin konnte die Festplatte gerettet werden, doch einige Dinge, wie alte Emails oder Verteilerlisten waren weg. Da war sie wieder, die Technopenuriaphobie. Die Angst vor dem Verlust der Technik, vor dem Verlust der Daten. Glücklicherweise konnte ich genau beobachten, was passierte und stellte mir die einzig wichtige Frage: „Worum geht es denn wirklich im Leben? Hängt mein Leben und meine Erfüllung von einem Laptop und diesen digitalen Daten ab?“ Die klare Antwort war „Nein“. Ich sinnierte weiter, und überlegte was wäre, wenn ich nie wieder einen Laptop für meine Arbeit benutzen könnte und mir wurde klar, dass ich mich trotzdem weiter in den Dienst der Menschen und der Erde stellen könnte, Trainings geben würde und lediglich die Kontakte auf andere Art knüpfen würde. Ab dem Zeitpunkt konnte ich mich entspannen.

Es ist erschreckend, wie sehr wir im Alltag auf die Technologie fixiert sind, ohne darüber nachzudenken. Es ist so selbstverständlich, dass der Strom aus der Steckdose kommt und wir jederzeit und überall online oder erreichbar sein können, dass es uns noch nicht einmal in den Sinn kommt, dass all das möglicherweise nicht mehr zur Verfügung stehen könnte. Doch es ist so. In diesen Zeiten brechen immer mehr stabil geglaubte Strukturen zusammen und die Technologie könnte davon durchaus auch einmal betroffen sein (denke einfach einmal darüber nach, dass Regierungen in der Lage sind, das Internet in Sekundenschnelle abzuschalten, um die Verbindung von Menschen und das Schmieden möglicher Rebellionspläne zu unterbinden). Fakt ist: Wenn uns die moderne Technik im Stich lässt, sind wir aufgeschmissen. Die moderne Technik hat uns von dem Ursprünglichen, der Erde entfremdet und auch von uns selbst entfernt. Wir sind brillant darin, mit High Tech Dingen umzugehen, aber uns wurden keine Fertigkeiten beigebracht, um auf der Erde ohne Technologie zu überleben. Wir haben vergessen, wie wir ohne Bequemlichkeit und Komfort des High-Tech auf der Erde leben können. Wir haben verlernt, unserer natürlichen Intuition und Impulsen zu vertrauen und verlassen uns stattdessen lieber auf online Informationen und unseren logischen Verstand, der diese Informationen aufnimmt und wie eine Maschine verarbeitet.

Der Fokus der meisten Menschen liegt darauf die eigenen Bedürfnisse zu stillen, die oftmals mit Technologie verbunden sind (Geld, das aus Automaten kommt; Autos, die nur mit Elektronik fahren; das Haus oder die Wohnung, die selbstverständlich mit Technologie basierten Elementen ausgestattet sind, usw.). Doch was passiert, wenn die Technik tatsächlich einmal ausfällt? Wenn beispielsweise die Stromversorgung für einige Tage ausfiele, dann wären innerhalb von 2 Tagen die Supermärkte leer gekauft und dann? Nachschub? Fehlanzeige, denn die Logistik- und Versorgungskette basiert auf Strom, Öl und Technologie. Das wäre nur der Anfang.

Wir stehen am Rande der 2. Kopernikanischen Revolution. Die erste bestand in der Erkenntnis, dass sich die Sonne nicht um die Erde, sondern die Erde um die Sonne dreht. Die zweite kopernikanische Revolution beinhaltet, dass wir uns darauf besinnen, dass nicht wir die Erde besitzen (getreu dem Motto „Die Erde ist UNSER Planet“), sondern wir Gast auf der Erde sind. Nicht die menschlichen Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt, sondern die Erde. Denn eines ist sicher: Die Erde wird in jedem Fall überleben, ob mit oder ohne die Menschen. Es liegt ein stückweit an uns. Das bedeutet nicht, dass wir zum Mittelalter zurückkehren und ohne Technologie leben sollen. Vielmehr geht es um die Bewusstheit und die Rückbesinnung auf das Ursprüngliche.

Experiment 1: Wo bist Du abhängig von Technologie?
Überlege einmal, wann und wo Du im Alltag von Technologie abhängig bist und mache Dir bewusst, wie sehr die Technologie Dein Leben in der Hand hat. Hier einige Beispiele:

·     Dein morgendlicher Weckdienst besteht aus einem Radiowecker oder dem sanften Klingelton Deines Smartphones.
·  Der notwendige Kaffee zum Aufwachen kommt aus der elektrischen Kaffee- oder Espressomaschine.
·         Dein Frühstück kommt aus dem elektrischen Kühlschrank.
·      Das Wasser wird mit Technologie in Deinen Wasserhahn geleitet, um zu Duschen oder die Zähne zu putzen.
·         Du brauchst Deine elektrische Zahnbürste.
·         Du rasierst Dich täglich mit Deinem Elektro-Rasierer.
·        Wenn es dunkel ist, machst Du selbstverständlich das Licht an.
·       Du überprüfst morgens als erstes (oder auch ständig tagsüber) ob neue SMS-en, Whatsapp Nachrichten, Facebook Einträge oder Emails angekommen sind (alles kannst Du über Dein Smartphone abrufen).
·         Dein Auto fährt mit Diesel oder Benzin, dass Du selbstverständlich an der Tankstelle tankst.
·    Dein Auto fährt nur, weil ein komplizierter elektronischer Bordcomputer alle Teile im Auto miteinander „sprechen“ lässt. Wenn die elektronische Wegfahrsperre Deines Autos ein Problem meldet, kannst Du nirgends hin.
·    Wenn der Zug oder die S-Bahn einen Oberleitungsschaden hat und Du auf öffentliche Verkehrsmittel zählst, kommst Du nicht zur Arbeit.
·         Deine Reisen buchst Du selbstverständlich online.
·         Kleidung und Bücher kaufst Du auch gerne online.
·         Du gehst nirgends hin ohne Dein Handy.
·         Du liebst Dein Kindle E-Book.
·         Jetzt, wo es kälter wird, drehst Du selbstverständlich die Heizung auf.
·         Du machst Dir Deinen Lieblings-Abendtee mit dem Wasserkocher.
·         Die leckere Pasta kochst Du natürlich auf dem elektrischen Herd.
·        Wenn Du Dein Smartphone zuhause vergisst, gerätst Du unterwegs in Panik, denn Du könntest etwas verpassen.
·         Im Büro kannst Du – genau wie die Kollegen – ohne Laptop gar nichts tun.
·        Wenn Du abends keinen Fernseher anmachen und die Nachrichten oder Deine Lieblingssendung nicht sehen kannst, bist Du grantig. (Wie viele Menschen nutzen Fernsehen – und auch Smartphones - als Ablenkung und zur Vermeidung von Nähe und Gefühlen?)
·         …. Füge Deine eigenen Punkte hinzu.

Die gute Nachricht ist, dass Du Technopenuriaphobie heilen kannst. Es ist ein schrittweiser Prozess, in dem Du zunächst einige Abhängigkeiten auflöst und zusätzlich wieder Low-Tech Fertigkeiten anstatt High-Tech Fertigkeiten erlernst.

Experiment 2: Befreie Dich ein stückweit von Abhängigkeiten
Der zweite Schritt besteht darin, dass Du versuchst, den gewohnten Trott aufzubrechen und Dinge einfach einmal anders zu machen (auch wenn ein Teil von Dir Widerstand hat). Z. B.: 
·         Schaue die nächsten 4 Wochen kein Fernsehen. Nimm wahr, wie Dein Schlaf sich verändert und Du tiefer und entspannter schläfst.
·         Schaue maximal 1-2 Mal pro Tag auf Dein Smartphone anstatt 30-100 Mal. Schaue vor 9 Uhr überhaupt nicht drauf.
·         Finde einen Weg beim Zähneputzen und beim Duschen Wasser einzusparen (z. B. indem Du das Wasser nicht laufen lässt).
·         Versuche 4 Wochen lang nur Dinge zu essen, die ohne Kühlschrank gelagert werden können und trotzdem biologisch sind.
·         Benutze keine Spülmaschine sondern spüle (wassersparend) von Hand.
·         Bevor Du die Heizung auf 20 Grad hochdrehst, mache das Experiment, lieber eine Schicht mehr anzuziehen.
·         Schalte nicht das Licht an, sondern zünde zur Abwechslung eine Kerze an.

Dies sind nur einige Anregungen. Das bedeutet natürlich nicht, dass es nur so richtig ist. Es gibt kein richtig und kein falsch und es geht auch nicht darum, die Technologie zu verdammen. Es geht bei diesem Experiment vielmehr darum, Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten zu durchbrechen und dabei aufmerksam zu sein, wie möglicherweise Dein Ego rebelliert und lieber den gewohnten, Technologie-abhängigen Trott machen möchte.

Experiment 3: Erlerne Low-Tech Fertigkeiten
Low-Tech Fertigkeiten zu erlernen verbindet Dich nicht nur wieder mehr mit der Erde, es kann auch Spaß machen. In jedem Fall ist es jedoch Box-erweiternd, sprich es wird die eine oder andere Grenze der Komfortzone Deines Egos sprengen und Dir einen neuen Referenzpunkt geben. Hier sind einige Beispiele für Low-Tech Fertigkeiten:

·         Sammele im Wald Holz, schnitze Deinen eigenen Holzlöffel und iss damit für die nächsten 4 Wochen, egal wo und was du isst.
·         Lerne Wildkräuter und Wildpflanzen kennen und ernte sie in der freien Natur. Mache anschließend einen Salat daraus, den Du auch isst.
·         Pflanze selbst Gemüse oder baue Obst an. (Das geht auch in einem Blumenkasten auf dem Balkon, in dem Du z. B. Deinen eigenen Salat anpflanzt).
·         Verbringe mehrere Tage alleine in der Natur, ohne technische Hilfsmittel, fernab jeglicher Zivilisation.
·         Übernachte im Wald.
·         Lerne, von Hand Feuer zu machen.
·         Mache ein Survival Training.
·         Verbinde Dich mit einem Baum (indem Du Dich z. B. eine halbe Stunde an ihn lehnst oder ihn umarmst).
·         Gehe in den Wald uns sammele Waldhimbeeren, -erdbeeren- und -brombeeren. Iss sie stehenden Fußes direkt vom Strauch.
·         Baue Deinen eigenen Bogen aus Holz.
·         Hilf auf einer Alm aus, melke Kühe, lerne Käse und Butter zu machen.
·         Hilf beim Heuen.
·         Pflanze Bäume.
·         Lerne, Deine eigene Zahnpasta und Seife herzustellen.
·         Probiere Pflanzen, die Du nicht kennst. Rieche und schmecke sie. Wenn Du sie im Mund probierst, nimm nur wenig und vertraue Deinem natürlichen Impuls, sie entweder weiter zu kauen und runterzuschlucken oder auszuspucken.
·         Beobachte stundenlang Tiere in freier Wildbahn (nicht im Zoo). Das können auch kleine Tiere sein (Ameisen, Käfer, Vögel, Eichhörnchen…).
·         Lege Dich immer wieder flach auf die Erde und spüre das Leben unter Dir. Lass Dich mit der Zeit immer mehr von dem Schmerz der Erde berühren, den die Menschen ihr durch den Konsum zufügen.

Dies sind nur einige kleine Beispiele, die Du ausprobieren kannst. Du kannst auch hier Deine eigenen Experimente ergänzen.

Ein wichtiger Bestandteil Technopenuriaphobie zu heilen besteht zudem darin, Deine Gefühle wieder in Besitz zu nehmen. Die Menschen leben zum Großteil als Planeten. Planeten haben die Eigenschaft, mehr Energie aufzunehmen, als abzugeben. Sie konsumieren, kopieren, imitieren, verbrauchen, absorbieren. Wir sind in unserer Gesellschaft dazu trainiert worden, als Planeten zu leben, obwohl wir dazu entworfen sind, als Sterne zu strahlen. Im Gegensatz zu Planeten, geben Sterne mehr Energie ab, als sie aufnehmen. Wenn wir als Sterne leben, dann ist der Fokus auf kreieren, experimentieren, forschen, wertschätzen, deklarieren, entdecken, generieren. Wir sind inspiriert und haben ein Talent zu geben. Doch um als Stern leben zu können, ist es entscheidend, die Gefühle wieder in Besitz zu nehmen, die unser inneres Navigationssystem darstellen, das uns zielsicher durch das Leben leitet. Zugang zu den vier großen Gefühlsterritorien von Wut, Angst, Traurigkeit und Freude zu haben, entfacht in uns archetypische Kräfte, die wir brauchen, um authentisch menschlich und verantwortlich im Einklang mit der Erde leben zu können und unsere Bestimmung in Aktion zu sein. Die Gefühle in Besitz zu nehmen ist ein Initiationsprozess, der ermöglicht, dass Du ein Leben im Dienst Deiner Bestimmungsprinzipien führst und dann gewinnt der Begriff „gutes Leben“ plötzlich eine völlig neue Bedeutung, nämlich die von Bedeutung von „Sinnerfüllung“. Bist Du bereit?

Herzliche Grüße,
Nicola Nagel


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Buch-Tipp: „Die Kraft des bewussten Fühlens“ von Clinton Callahan, in dem es auch um Technopenuriaphobie und die Notwendigkeit der Inbesitznahme Deine Gefühle geht.


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