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Dienstag, 16. Oktober 2018

Die kraftvolle Wirkung von Verbindlichkeit auf Dein Leben!


Hast Du Dir einmal überlegt, inwieweit Verbindlichkeit Einfluss auf Dein Leben hat und wie verbindlich Du selbst tatsächlich bist?

Um diese Frage beantworten zu können, ist es hilfreich zunächst einmal zu schauen, was Verbindlichkeit genau bedeutet. Wikipedia bietet hierzu eine sehr treffende Definition:

Verbindlichkeit bezeichnet die Konsequenz, Ausdauer, beziehungsweise Standhaftigkeit, mit der eine Person – teils unter widrigen Umständen – zu einer Zusage oder Absichtserklärung (…) steht, die sie einer anderen Person oder anderen Personen gemacht hat. Sie gilt vielen als zwingende Voraussetzung für einen fairen und korrekten Umgang miteinander und impliziert Verlässlichkeit.

Verbindlichkeit ist somit an sich eine kraftvolle Qualität. Doch gerade diese Qualität scheint  in der modernen Multi-Options-Gesellschaft immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Stattdessen wollen viele Menschen alle Möglichkeiten haben und sich auch alle Möglichkeiten bis zum Schluss offen halten, denn schließlich kann man nie wissen, ob nicht doch noch eine bessere Option, ein besseres Angebot oder eine bessere Party kommt. Nicht umsonst kannst Du auf einigen Social Media Plattformen, bei der Frage, ob Du an einer Veranstaltung teilnimmst, auf „vielleicht“ klicken, um Dich bloß nicht festlegen zu müssen.

In Zeiten von Facebook, WhatsApp und Co. ist es ein leichtes geworden, vereinbarte Termine, ausgemachte Verabredungen oder zugesagte Tätigkeiten wieder abzusagen. Da reicht eine kurze Nachricht mit den Worten „Du, geht doch nicht! Sorry!“ Es ist noch nicht einmal mehr notwendig, die andere Person persönlich anzurufen.

Verbindlichkeit scheint zunehmend uncool zu sein. Es gibt Menschen, die nennen Verbindlichkeit sogar spießig und altmodisch. Stattdessen rühmen sie sich damit, ohne Verbindlichkeit frei, ungebunden und extrem flexible zu sein.

Flexibilität, Freiheit und Kreativität sind entscheidende Aspekte in Zeiten schneller Veränderung. Es gibt jedoch einen Unterschied, ob Du flexibel sein kannst bei gleichzeitiger Verbindlichkeit, oder ob Du Dich in Deinem Leben einer unzuverlässigen und damit unverbindlichen Beliebigkeit und Wurstigkeit hingibst. Wenn Du das Thema Verlässlichkeit komplett außen vor lässt und dadurch in Deinem Leben keine Verbindlichkeit mehr besteht, dann musst Du Dich nicht wundern, wenn Du im Leben nicht wirklich voran kommst.

Stell Dir einmal folgende Fragen und beantworte sie für Dich radikal ehrlich: 

·         Wo bist Du nicht verbindlich?
·         Wo stehst Du nicht in letzter Konsequenz zu Deiner Entscheidung?
·         Was ist Deine Angst, wenn Du Dich verbindlich entscheiden müsstest?
·         Was ist die Angst hinter dieser Angst?

Zieh einmal in Betracht, dass Du Dich selbst betrügst, wenn Du das Thema Verbindlichkeit sehr locker siehst. Inwieweit? Nun, wenn Du gegenüber anderen unverbindlich bist, bist Du mit großer Wahrscheinlichkeit Dir selbst gegenüber auch unverbindlich. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass Deine Entscheidungen keine Kraft haben und Du letztendlich Deine Ziele nicht erreichst, Deine Träume und Wünsche nicht manifestieren kannst, und Deine Freundschaften und Beziehungen nicht die Tiefe erreichen, nach der Du Dich sehnst. Bei fehlender Verbindlichkeit verpuffen Deine Entscheidungen wie eine Seifenblase, weil mit der Entscheidung keine Verpflichtung einhergeht.

Um es mit den Worten von Dr. Stefan Frädrich zu sagen: „Wenn keine Verbindlichkeit mehr besteht, gibt es eigentlich kein Leben, denn dann ist nichts mehr fest, dann ist alles orientierungslos, dann gibt es kein oben, unten, rechts, links, dann gibt es keinen inneren Kompass, dann ist eigentlich alles egal.“

Verbindlichkeit ist jedoch eine entscheidende Kraft, die Du im Leben brauchst, um Deinen Weg zu gehen, erfüllende, respektvolle Beziehungen zu erschaffen und Deine Bestimmung zu leben.

Verbindlichkeit impliziert Verlässlichkeit
Verbindlichkeit hat etwas mit Disziplin und auch mit Respekt zu tun. Respekt gegenüber Dir selbst und der anderen Person. Wenn Du bei Terminzusagen und Verabredungen unzuverlässig und unverbindlich bist, dann erhält die andere Person unbewusst von Dir die Botschaft „Du bist mir egal“ oder „Das Thema ist mir egal“, was letztendlich nicht gerade förderlich für Eure Beziehung ist. Wir sprechen hier nicht von dem Fall, dass Du unerwartet mit Grippe im Bett liegst und deswegen einen Termin absagen musst. Vielmehr geht es um die launenhafte Beliebigkeit, mit der in letzter Minute Zu- oder Absagen gemacht und Entscheidungen verwässert werden, wie ein Fähnchen, das sich im Wind dreht.

Das, was Verbindlichkeit von Beliebigkeit unterscheidet ist der Definitions-Teil „standhaft – teils unter widrigen Umständen…“  Genau das macht Verbindlichkeit aus. Du bist verbindlich, wenn Du Dich nicht bei jeder noch so kleinen Gefühlsschwankung von Deiner Entscheidung abbringen bzw. Dich durch andere Dinge ablenken lässt.

Hier ein Alltags-Beispiel: Ich wurde von einer Bekannten gefragt, ob ich sie bei einer Abend-Veranstaltung unterstützen könnte. Die Veranstaltung sollte 3 Wochen später sein. Ich sagte zu. Am eigentlichen Veranstaltungstag hatte ich bereits 2 volle Wochen mit Trainings hinter mir und war ziemlich müde. Es wäre ein leichtes gewesen aus genau diesem Grund abzusagen. Doch ich hatte mich verpflichtet. Die Bekannte zählte auf mich und mir war die Verbindung wichtig. Also fuhr ich zu der Veranstaltung und hatte trotzdem einen netten Abend. Es steht außer Frage, dass sie diesen Abend alleine hätte meistern können, doch Verbindlichkeit bedeutet eben, die Konsequenz zu tragen, auch wenn die Umstände etwas unbequemer werden.

Wenn Du verbindlich bist, dann können andere auf Dich zählen. Die Menschen in Deinem Umfeld und auch das Universum wissen in dem Fall, dass Du da bist, wenn es drauf ankommt und dadurch entsteht letztendlich eine besondere Art von Verbindung.


Der Schlüssel für Verbindung ist Verbindlichkeit
Genau da liegt jedoch die Krux. Viele Menschen sehnen sich in der schnell-lebigen Zeit nach Erdung und vor allem nach Verbindung, schaffen es jedoch gleichzeitig nicht, sich festzulegen, standhaft zu sein und damit verbindlich zu sein.

Der Schlüssel für Verbindung ist jedoch Verbindlichkeit. Ohne Verbindlichkeit ist langfristig keine stabile und erfüllende Verbindung zu anderen Menschen, zu Familie, Freunden oder Kollegen möglich, ganz zu schweigen von der Verbindung zur universellen Kraft. Verbindlichkeit fängt mit Verlässlichkeit an. Was haben die Leute sonst von Dir, wenn Du nicht verlässlich bist? Was hat das Universum von Dir, wenn Du nicht verlässlich bist? Sobald Du Dich verbindlich für etwas entscheidest, sendest Du automatisch eine Botschaft aus, dass es Dir ernst ist. Wenn Du Dich nicht entscheidest, nicht festlegst, unzuverlässig und unverbindlich bist, dann reagiert das Universum entsprechend und kann Dich auf Deinem Weg nicht unterstützen und nicht weiterbringen. Das bedeutet, die Verpflichtung und die verbindliche Entscheidung kommen zuerst, selbst wenn Du nicht weist, wie es geht.

Wenn Du Dich beispielsweise verbindlich dafür entscheidest, Deine Bestimmung zu finden ohne zu wissen, wie es geht und Du dann konsequent den Tätigkeiten folgst, die Dich inspirieren und Dir Freude machen und Du Ausschau hältst, was Dich weiterbringt, dann weis das Universum, dass es sich auf Dich verlassen kann. Als Konsequenz wird es Dir neue, ungeahnte Möglichkeiten liefern, die Dich Deiner Bestimmung näher bringen. Sobald Du Dich verbindlich und mit ganzem Herzen für eine Sache entscheidest (egal wie vermeintlich groß oder klein die Entscheidung ist) eröffnet sich die Möglichkeit der Möglichkeiten.

Um Dich verbindlich entscheiden zu können, ist es hilfreich, wenn Du Zugang zu Deiner Wutkraft hast, sprich zu Deinem inneren Krieger oder der inneren Kriegerin. Auch wenn uns in der Gesellschaft eingetrichtert wird, dass Wut – wie die anderen Gefühle auch – nicht okay ist, zieh einmal in Betracht, dass die die Wutkraft neutrale Energie und Information ist, die Dir dient, z. B. um Entscheidungen zu treffen, Klarheit zu schaffen, Grenzen zu setzen, diszipliniert voran zu gehen und verbindlich zu sein.

Verbindlichkeit kann jedoch auch in gewisser Weise schmerzhaft sein. Der Schmerz kann sich beispielsweise in Traurigkeit ausdrücken, weil mit der Entscheidung für eine Sache, die anderen Optionen wegfallen und nicht mehr zur Verfügung stehen. Vielleicht kommt auch Angst auf, weil Du Dich fragst, ob Du Dich richtig entschieden hast. Zieh einmal in Betracht, dass Du Dich nicht falsch entscheiden kannst. Wenn Du eine verbindliche Entscheidung triffst, triffst Du eine Entscheidung. Punkt. Es gibt kein richtig und kein falsch. Jede Entscheidung hat einfach Konsequenzen. Wenn die Konsequenzen nicht so sind, wie Du sie Dir vorgestellt hast, ist es einfach ein Hinweis, Deinen Kurs anzupassen und in eine andere Richtung zu steuern. Das nennt sich schnelles Lernen. In diesem Zusammenhang kann Verbindlichkeit aus einer neuen Perspektive gesehen wirklich Spaßmachen und als wertvoller Kompass dienen.

Im Folgenden findest Du eine Gegenüberstellung der alten und neuen Sichtweise auf Verbindlichkeit.


Verbindlichkeit – Alte Sicht
Verbindlichkeit – Neue Sicht
uncool
respektvoll
altmodisch
schafft Verbindung
spießig
kraftvoll
schwer, ernst
eröffnet neue Chancen
macht unfrei
macht frei
engt ein
standhaft
unflexibel
bringt Dich voran
macht keinen Spaß
macht Spaß
linear, starr
wertvoller Kompass
Rigide, steif
klare Ausrichtung
begrenzt die Möglichkeiten
die verbindliche Entscheidung für eine Möglichkeit eröffnet die Möglichkeit neuer Möglichkeiten.

Was in Deinem Leben ist Dir wirklich wichtig?
Was fehlt Dir im Leben?
Was würdest Du in Deinem Leben gerne verändern?
Welche Art von Beziehung möchtest Du leben?
Welche Art von Tätigkeit wünschst Du Dir?
Welchen Umgang wünschst Du Dir mit anderen?

Bist Du bereit, für all das selbst verbindlich einzustehen und die Quelle dessen zu sein?

Herzlich verbindliche Grüße, 
Nicola


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Montag, 16. April 2018

Wie kraftvoll sind Deine Entscheidungen in Deinem Leben?


Wir tragen eine sehr große Kraft in uns, die in der Hektik des Alltags schnell in Vergessenheit geraten kann: Du kannst WÄHLEN und damit kraftvolle Entscheidungen treffen. Zu wählen und zu entscheiden ist eine der großen menschlichen Kräfte, die uns niemand nehmen kann. Wir schwächen sie jedoch oftmals dadurch, dass wir: 

  1. nur aus dem wählen, was uns angeboten wird
  2. einen Grund für unsere Entscheidung / Wahl angeben
  3. nicht authentisch entscheiden
  4. meinen, die Wahl muss für einen langen Zeitraum Gültigkeit haben.
Vielleicht warst Du schon einmal in einer Situation, oder bist gerade in einer Situation, die scheinbar ausweglos oder alternativlos erscheint und Dich denken lässt, keine Wahl zu haben. Die Frage ist jedoch, wieso meinst Du, keine Wahl zu haben? Wenn Du beispielsweise in ein Restaurant gehst und die Menükarte bekommst, meinst Du dann, Du hättest nur die Möglichkeit, das auszuwählen, was auf der Speisekarte steht? Wenn Du in einer Beziehung steckst, die Dich nicht nährt, meinst Du, Du hättest keine andere Wahl? Meinst Du, nur einen Job machen zu können, der Deinem Ausbildungs- oder Studienabschluss entspricht? Meinst Du Dich so verhalten zu müssen, wie es die gesellschaftliche Norm vorschreibt? Meinst Du, bestimmte Dinge erst tun zu können, wenn Du ein bestimmtes Einkommen hast? Meinst Du, dass Du keine Wahl hast, wenn Du in einem Unternehmen arbeitest, das die Leute durch streng hierarchische Machtstrukturen klein hält und manipuliert? Meinst Du, keine Wahl zu haben, was die politischen Strukturen in Deinem Land angeht? Meinst Du keine Wahl zu haben, was die umwelttechnischen und klimatischen Veränderungen betrifft?

Experiment 1: Wo meinst Du, keine Wahl zu haben?
Schreib einmal auf, in welchen Situationen Du meinst, keine Wahl zu haben. Sei radikal ehrlich. Es kann sich dabei um Situationen aus der Gegenwart, der Vergangenheit oder sogar der Zukunft handeln. Es kann sich um kleine Alltagssituationen oder auch größere Lebenssituationen handeln. Wo hast Du scheinbar keine Wahl?

Wähle aus dem, was nicht angeboten wird
Wir ziehen oftmals nicht in Betracht, dass wir auch aus dem wählen können, was nicht angeboten wird. Wir sind so in gesellschaftliche, bürokratische und wohl begründete Konventionen verstrickt, dass wir nicht merken, wie viele großartige Möglichkeiten an uns vorüberziehen, weil wir nur das sehen, was uns angeboten wird. Zeit, die Scheuklappen abzunehmen. 

Wenn Du wieder einmal meinst, keine Wahl zu haben, dann dreh Dich einmal um Dich selbst und deklariere für Dich, dass Du etwas völlig anderes wählen kannst. Das nächste Mal, wenn Du in ein Restaurant gehst, wähle beispielsweise etwas aus, das nicht auf der Karte steht. Bitte den Kellner, ob sie Deine Wunsch-Komposition zaubern können. Oder sage „Bringen Sie mir etwas Leckeres“ und lass Dich überraschen, was Du serviert bekommst.

Wenn Du als junger Mensch überlegst, welches Studium Du belegen sollst und Dich viele verschiedene Studiengänge jeweils nur zum Teil anlachen, dann stelle Dir Dein Studium selbst zusammen und wähle das, was Dich inspiriert. Eine junge Trainings-Teilnehmerin hat aus verschiedenen Studiengängen nur einzelne Fächer belegt, zwischen drin in einem Ökodorf gearbeitet und Erfahrung gesammelt, dann wieder einige Fächer studiert und sich so ihr eigenes Lebensstudium zusammengestellt. Bekommt sie dafür ein Zertifikat? Nein, sicherlich nicht. Doch sie möchte sowieso nicht in einem herkömmlichen, hierarchischen Unternehmen arbeiten.

Wenn Du Dir in Deinem Job eine andere Art Arbeitsklima und Miteinander wünscht, wähle es! Es ist Deine Wahl. Du kannst jederzeit beginnen, genau da wo Du gerade bist.

Wenn Du Deine Wahl von den Umständen abhängig machst, dann bist Du Opfer dieser Umstände und machst Dein Leben davon abhängig, ob bzw. wie sich die Umstände verändern. Opfer zu sein ist sehr bequem, denn in dieser Rolle musst Du keine Verantwortung übernehmen, kannst jammern und bekommst Aufmerksamkeit und Mitleid. Ändern tut sich jedoch dadurch nichts. Wenn Du Deine Kraft des Wählens wieder in Besitz nehmen möchtest, dann bedeutet das automatisch, dass Du einen höheren Grad an Verantwortung übernimmst. Du übernimmst Verantwortung, bewusst etwas zu wählen, das Dir entspricht bzw. sich stimmig anfühlt und trägst die Konsequenzen. Wenn Du bewusst wählst, kannst Du somit kein Opfer mehr sein. Das ist der Preis.

Wählen ohne Grund
Das Wählen ist deshalb auch eine so große menschliche Kraft, weil wir jederzeit ohne Grund wählen können. Die Kraft ist bei vielen Menschen jedoch dadurch geschwächt, dass sie fortwährend Gründe für ihre Wahl oder Entscheidung angeben. Das betrifft einerseits Alltagssituationen wie z. B. „Ich gehe heute nicht joggen, weil es regnet“ oder „Ich gehe heute Abend nicht aus, weil ich müde bin.“ oder „Ich fahre diesen Weg zur Arbeit, weil ich ihn immer fahre“ oder „Ich halte im Job lieber meinen Mund, weil ich dann keinen Ärger bekomme.“

Andererseits betrifft es auch größere Entscheidungen, wie z. B. „Ich kaufe dieses Auto, weil ich mobil sein muss und die Marke mag“ oder „Ich arbeite in dem Konzern, weil ich das Geld zum (Über-)Leben brauche“. Wir geben ständig Gründe für unsere Wahl an. Das ist nicht verwunderlich; schließlich werden die Menschen von den Medien den ganzen Tag mit Gründen manipuliert, um sich für bestimmte Produkte zu entscheiden. Vielleicht hast Du auch schon einmal fadenscheinige Gründe angegeben, weil Du nicht authentisch die Wahrheit sagen wolltest. Wenn Du beispielsweise abends zum Grillen mit Freunden eingeladen warst und Du partout keine Lust hattest, hast Du da schon einmal eine Ausrede erfunden? (z. B. „Ah… Du… Ich muss für morgen noch dringend etwas fertig machen. Ich kann leider nicht.“)

Experiment 2: Wo, wann und gegenüber wem gibst Du automatisch Gründe an?
Mach Dir einmal bewusst, wann und wie oft Du automatisch Gründe für Deine Wahl angibst.
Schreibe die Situationen am besten auf. Dann beginne damit, den Automatismus zu durchbrechen und keine Gründe mehr anzugeben. 

Was ist der Hintergrund, keinen Grund mehr anzugeben? Nun, wenn Du einen Grund für Deine Wahl angibst, wer hat dann die Kraft? Wenn Du beispielsweise sagst: „Ich gehe heute nicht joggen, weil es regnet“, wer hat dann die Kraft? …Der Grund hat die Kraft. In dem Moment, wo Du Gründe für Deine Wahl bzw. Deine Entscheidung angibst, hat der Grund die Kraft. Wenn Du – um beim genannten Beispiel zu bleiben – nur sagst: „Ich gehe heute nicht joggen.“, wer hat dann die Kraft? Richtig, dann bleibt die Kraft bei Dir.

Es geht nicht darum, dass Du ab sofort nie wieder Gründe angibst. Wenn Du eine Entscheidung triffst, ohne Grund wählst und Dich dann jemand nach dem Warum fragt, geht es nicht darum, die andere Person vor den Kopf zu stoßen und keinen Grund zu nennen. Es geht vielmehr darum, den Automatismus zu durchbrechen und Deine Kraft von den Gründen wieder bewusst zurück zu holen. (Kinder können das übrigens großartig. Auf die Frage „Warum machst Du das?“ sagen sie oft nur „Darum!“). Wenn Du also die nächste Einladung zum Grillen bekommst und nicht hingehen möchtest, probiere einmal folgende Variante: „Vielen Dank für die Einladung. Toll, dass Du an mich denkst. Ich bin diesmal jedoch nicht dabei.“ Punkt. Kein Grund. Am Anfang fühlt es sich möglicherweise komisch an, keine Gründe mehr anzugeben. Vielleicht musst Du Dir sogar bewusst auf die Lippen beißen, damit der Grund nicht automatisch rauskommt. Übe es jedoch weiterhin, bis Du den Automatismus durchbrochen hast und Du wirst merken, wie viel Kraft und Energie Du zurück bekommst.

Aus dem zu wählen, was nicht angeboten wird und ohne Grund zu wählen kann beängstigend sein. Wenn Du als Kind in der Schule Deine Hausaufgaben vergessen hattest und einen großartigen Grund erfinden konntest, bist Du wahrscheinlich glimpflich davon gekommen. Wenn Du hingegen nur gesagt hast „Ich habe sie nicht gemacht“, hast Du möglicherweise einen Eintrag ins Klassenbuch bekommen und bist somit bestraft worden.

Was sollen die Familie, der Partner, die Freundin, die Kollegen, der Chef oder die Nachbarn denken, wenn Du plötzlich neue Dinge ohne Grund tust und damit aus der Norm fällst? Lass sie denken, was sie wollen. Sie werden es möglicherweise gar nicht merken. Sollten sie auf Deine Entscheidung hin einen Grund brauchen, werden sie schon nach dem Warum fragen. Falls übrigens jemand ein Problem mit Deiner Wahl hat, dann lass die Person ihr Problem haben. Es ist nicht Dein Problem. Diese Person hat lange dafür gearbeitet, um dieses Problem zu haben, also rette sie nicht, indem Du Dich ihretwegen umentscheidest.

Alte Muster zu durchbrechen kann zunächst beängstigend sein, denn Du weist manchmal nicht, wie Du Dich im neuen Modus bewegen sollst. So fühlt es sich einfach an. Die gute Nachricht ist: Angst ist Angst, das Gefühl des Magiers, der aus dem Nichts Neues entstehen lässt. Nutze die Angst  - entgegen gesellschaftlicher Normen, die Angst als schlecht bezeichnen - als inneres Navigationssystem, das Dir klar anzeigt, dass Du Dich auf ungewohntes Terrain begibst. Dann vertraue der Angst und gehe mutig voran.

Wähle authentisch
Die dritte Komponente, die Deine Entscheidungen wirklich kraftvoll sein lässt, ist Deine Authentizität. Wenn Du Dinge wählst, hinter denen Du nicht stehst, dann kommt der Bumerang früher oder später zurück und Du bist unzufrieden, genervt oder gar unglücklich.

Experiment 3: Wo bzw. wann hast Du nicht authentisch gewählt?
Ein etwas gefährlicheres Experiment besteht nun darin, dass Du einmal aufschreibst, wo Du nicht authentisch gewählt hast. Wo hast Du JA gesagt, aber meintest NEIN. Wo hast Du Dich für etwas entschieden, obwohl Du es nicht wolltest oder umgekehrt? Wo hast Du vielleicht aus einem inneren Druck heraus gemeint, Du müsstest Dich sofort entscheiden bzw. eine der vorhandenen Optionen wählen, obwohl es sich für Dich nicht stimmig angefühlt hat? Warum hast Du indem Moment Deine innere Weisheit verleugnet (und Dich möglicherweise direkt danach geärgert, dass Du Dich so entschieden hast)? Diese Frage ist gefährlich. Sie berührt möglicherweise Dein Innerstes. Gleichzeitig geht es darum, Dir genau diesen Punkt aufrichtig einzugestehen und den Schmerz darüber zu spüren, dass Du bei einigen Entscheidungen nicht authentisch warst. Denn nur wenn Du Dir Deine eigene Inauthentizität eingestehst, kannst Du authentisch werden.

Du hast jetzt neue Möglichkeiten. Du kannst wählen, ab sofort nur noch authentisch zu wählen. Ohne Grund. Du kannst selbstverständlich jederzeit aus dem wählen, was angeboten wird, wenn es sich für Dich stimmig anfühlt. Wenn Du jedoch verschiedene Optionen zur Auswahl hast und sich keine stimmig anfühlt, dann wähle die Option, die nicht angeboten wird. Entscheide Dich dafür nicht Opfer der Umstände, sondern Magier der Möglichkeiten zu sein. Nutze Deine Angst, um eine neue Option zu erschaffen. Es liegt in Deiner Hand. Bist Du bereit, Deine Entscheidungen kraftvoll und authentisch zu gestalten?

Sei Magier der Möglichkeiten anstatt Opfer der Umstände
wähle aus dem, was nicht angeboten wird – authentisch - ohne Grund

Wähle im Hier und Jetzt
Entscheidend ist zudem, dass Du bei Deiner Wahl im Hier und Jetzt präsent bist, d. h. zentriert und bei Dir. Es geht nicht um gestern, es geht nicht um morgen. Oftmals haben Entscheidungen keine Kraft, weil wir zu sehr mit den Eventualiäten beschäftigt sind, mit den Umständen, die sich möglicherweise verändern könnten. Wenn Du versuchst, alle möglichen Entwicklungen zu berücksichtigen und eine Entscheidung zu treffen, die die nächsten 10 oder 20 Jahre Gültigkeit hat, dann gibst Du Deine Kraft wieder an die Umstände und an die Zukunft ab. Du kannst nicht wissen, wie sich die Dinge entwickeln werden. Du kannst jedoch immer wieder neu wählen und entscheiden, konkret alle 3 Sekunden – jeden Moment. Dabei geht es nicht um Willkür oder Beliebigkeit. Es geht darum, dass Du präsent und aufmerksam wirst, für das was ist. Du wählst im Hier und Jetzt, was für Dich authentisch und stimmig ist. Entsprechend trägst Du die Konsequenzen. Wenn Du dann nach 4 Wochen oder 3 Monaten feststellst, dass der Weg nicht mehr stimmig ist, wählst Du wieder neu. Mach Dir bewusst, dass Du jedem Moment eine neue Wahl treffen kannst. Jetzt…und jetzt…und jetzt…Das ist Deine Kraft.

Falls Du dazu tendierst, Schwierigkeiten beim Wählen zu haben und Dich nicht entscheiden zu können, ist es hilfreich, Deine Wutkraft in Besitz zu nehmen. Um klar und authentisch zu wählen, brauchst Du die Wut als sogenannte Kriegerkraft. Sie ist dazu da, um Entscheidungen zu treffen, Klarheit zu schaffen, Grenzen zu setzen, Ja und Nein zu sagen, etc.; alles Aspekte, die beim Wählen und Entscheiden relevant sind.
 
Im Folgenden findest Du als Übersicht die Landkarte der Kraft des Wählens.


Herzlich kraftvolle Grüße, 
Nicola Nagel

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Mittwoch, 14. Januar 2015

Gute Vorsätze versus klare Entscheidungen



Das neue Jahr 2015 ist angebrochen. Ein Jahreswechsel ist für viele Menschen die Zeit, Dinge zu überdenken und den Wunsch zu nähren, sie in neue Bahnen zu lenken. Wie oft wird insbesondere am Silvesterabend die klassische Frage gestellt: „Und, was sind Deine guten Vorsätze für das neue Jahr?“ bzw. „Na, was hast Du Dir so vorgenommen für das neue Jahr?“ Mir wurden genau diese Fragen um Mitternacht gestellt. Als ich kurz und klar antwortete „Ich habe keine!“ bzw. „Nichts!“ und mit der anderen Person einfach in Kontakt blieb, indem ich ihr in die Augen schaute, war ein kurzes Verdutzt-Sein beim Gegenüber spürbar. Viele Menschen geben auf solch eine Frage für gewöhnlich ausführliche Antworten darüber, was sie sich alles wünschen und hoffen, im neuen Jahr umzusetzen. Doch wie viele gute Vorsätze werden tatsächlich umgesetzt? Wie viele Tage vergehen im Durchschnitt, bevor der gute Vorsatz schon wieder vergessen ist und der Gremlin (der König Ihrer eigenen Unterwelt) wieder die Oberhand in Ihrem Leben gewinnt und seine unbewussten Schattenabsichten verfolgt? Wie schnell frisst der Alltag Ihre Vorsätze auf und fällt Ausreden zum Opfer wie: „Ich habe gerade keine Zeit dafür. Das mache ich später.“, „Das ist mir jetzt zu anstrengend.“, „Ich habe gerade kein Geld dafür.“ etc. Es gibt plötzlich zig Gründe und Beweise dafür, dass der ach so gute Vorsatz  nicht eingehalten werden kann oder zumindest abgeschwächt oder verwässert werden muss.

Es ist allerdings ziemlich offensichtlich, warum viele gute Vorsätze letztendlich nicht in die Realität umgesetzt werden: Ein guter Vorsatz ist KEINE klare Entscheidung!

Während eine klare Entscheidung eindeutig ist und entsprechend Konsequenzen nach sich zieht, ist ein guter Vorsatz schwammig, nebulös und impliziert keinerlei Konsequenzen. Ein guter Vorsatz lässt allerlei Hintertürchen offen, die Ihrem Gremlin erlauben, das Steuer zu übernehmen und Sie einschlafen zu lassen. Im Gegensatz zu einer klaren Entscheidung hat ein guter Vorsatz nichts mit Verpflichtung zu tun. Ein guter Vorsatz basiert auf der Hoffnung, dass in Zukunft alles besser wird und die Dinge sich ändern, doch nach Möglichkeit nur im Maße der Bequemlichkeit Ihres Egos und Ihres Gremlins. Sobald es zu unbequem wird (sprich sich die Person selbst verändern müsste) werden gute Vorsätze schnell aufgegeben. Gute Vorsätze sind bei vielen Menschen sehr stark von den äußeren Umständen abhängig, sprich, der gute Vorsatz hält genau so lange an, bis Ihr Partner, Ihr Chef oder Ihre Freundin einen roten Knopf bei Ihnen drückt oder die Umstände im Außen einfach nicht so sind, wie Sie es gerne hätten.

Gute Vorsätze sind ein irrwitziges Spiel des Gremlins. Schon allein die Bezeichnung „guter“ Vorsatz für das neue Jahr zeigt, dass die Schattenwelt aktiv ist, denn die Einteilung in „gut“ und „schlecht“ ist an sich bereits eine Schattenabsicht. An welcher Bewertungsskala wird „gut“ oder „schlecht“ gemessen?  Ziehen Sie einmal in Betracht, dass Ihr Gremlin - der König Ihrer eigenen Unterwelt - einen Heidenspaß daran hat, wenn Sie einen guten Vorsatz nicht in die Realität umsetzen und sich anschließend möglicherweise dafür fertig machen. Genau das ist das Ziel des Gremlins: Sie oder andere in die dunkle Unterwelt hinabzuziehen. Das ist seine Lieblingsspeise.

Anders ist es bei einer klaren Entscheidung, deren Absicht tatsächliche Veränderung bzw. Klarheit ist. Wenn Sie eine glasklare Entscheidung treffen, dann lassen Sie nicht zu, dass Ihr Gremlin ein Spiel mit Ihnen spielt. Eine klare Entscheidung hat Konsequenzen, die Sie bereit sind zu tragen. Während Sie bei einem guten Vorsatz „mal schauen“ wie sich die Dinge so entwickeln und Sie unter Umständen erst einmal vor sich hindümpeln, sorgt eine klare Entscheidung dafür, dass Sie in Aktion treten. Das liegt in der Natur der Entscheidung, die mit dem Grundgefühl und der Kraft der Wut getroffen wird. Eine klare Entscheidung hat einen gewissen Drall und basiert auf Verpflichtung und Disziplin. (Falls Sie zu den Menschen gehören, die keine klaren Entscheidungen treffen können, ziehen Sie einmal in Betracht, dass es daran liegen könnte, dass Sie keinen Zugang zu Ihrer Wut-Kraft haben).

Interessant ist zudem, dass gute Vorsätze meist in besonderen oder sentimentalen Momenten gefasst werden (wie z. B. an Silvester). Ist das nicht absurd? Der 1. Januar ist zeitlich nur einen Wimpernschlag weiter als der 31. Dezember, doch genau dann fassen viele Menschen gute Vorsätze für das neue Jahr. Es ist erstaunlich, welche Bedeutung die Menschen einem Datum geben. Wird der gute Vorsatz dann doch nicht eingehalten, heißt es schnell „Okay, dann nehme ich mir das für das nächste Jahr vor“. Und schon hat der Gremlin sie dann für den Rest des laufenden Jahres im Griff, bevor am nächsten Silvesterabend das gleiche Spiel von vorne beginnt.

Für eine klare Entscheidung brauchen Sie keinen außergewöhnlichen Moment. Eine klare Entscheidung können Sie in jedem Moment treffen. Wie groß ist ein Moment? Das kann individuell unterschiedlich empfunden werden. Ein Moment, in dem Sie auf eine heiße Herdplatte fassen, ist viel zu lang und ein Moment, in dem Sie ihren Partner küssen, ist möglichweise viel zu kurz. Eine klarere, zeitliche Definition könnte lauten: ein Entscheidungs-Moment dauert 3 Sekunden. Wieso genau 3 Sekunden? Nun, 1 Sekunde für die klare Entscheidung und 2 Sekunden, damit diese Entscheidung in Ihrem Körper landet. Genau das passiert nämlich bei einer klaren Entscheidung, von der Sie überzeugt sind. Sie landet in Ihrem Körper und gibt Ihnen Kraft. Diese Kraft verstärkt sich, wenn Sie darüber hinaus eine Entscheidung ohne Grund treffen. Eine klare Entscheidung braucht keine Gründe. Wenn Sie aus einem Grund eine Entscheidung treffen, wer hat dann die Kraft, Sie oder der Grund? Der Grund hat dann die Kraft. Nehmen Sie einmal das einfache Beispiel „Ich gehe heute nicht spazieren, weil es stürmisch ist“. Wer hat die Kraft? Es wäre in dem Fall der Sturm. Wenn Sie nur sagen „Ich gehe heute nicht joggen“, dann haben Sie die Kraft. Machen Sie in den nächsten Tagen einmal folgendes Experiment, um den Unterschied im Körper wahrzunehmen: Wenn Sie beispielsweise das nächste Mal zu einem Abendessen oder einer Veranstaltung eingeladen werden und Sie merken, dass Sie keine Lust haben, sagen Sie einfach nur: „Danke für die Einladung und dass Ihr an mich/uns gedacht habt. Ich bin dieses Mal nicht dabei. Gerne das nächste Mal wieder.“ Punkt. Ende. Keine Rechtfertigung. Keine Diskussion (ausgenommen, die andere Person fragt dann nach dem Warum). Sie werden merken, dass diese Art klare Entscheidung Ihnen Kraft gibt.

Im Unterschied zu einer klaren Entscheidung landet ein guter Vorsatz nicht in Ihrem Körper. Vielmehr schwirrt er als Zukunfts-Wunsch-Wolke außen vor oder um Ihren Kopf herum, gibt Ihnen jedoch keine klare Richtung. Somit ist er realitätsfern, während eine Entscheidung realitätsnah ist. Eine klare Entscheidung sorgt dafür, dass Sie Dinge in die Realität umsetzen.

Solange Sie keine klare Entscheidung treffen, kommen Sie nicht vorwärts. Entscheidung erzeugt Notwendigkeit. Wenn Sie eine klare Entscheidung treffen, dann entsteht die Notwendigkeit, dass sich die Dinge neue ordnen. Ziehen Sie einmal in Betracht, dass das Universum die Fäden erst dann neue ziehen kann, wenn Sie sich klar entschieden haben, in welche Richtung Sie gehen wollen. So lange Sie vor sich hindümpeln, weiß das Universum auch nicht, was es tun soll. Sie können sogar eine klare Entscheidung treffen, BEVOR Sie wissen, wie etwas geht. Die Tatsache, dass Sie sich klar und überzeugt für etwas entscheiden, bringt die Dinge ins Rollen. Über das WIE müssen Sie sich gar keine Sorgen machen.

Genau das ist jedoch auch ein Grund, warum, viele Menschen lieber an guten Vorsätzen festhalten, als sich klar zu entscheiden. Sie haben Angst vor den Konsequenzen, Angst vor Veränderung oder auch Angst vor den Reaktionen anderer. Das ist das Risiko. Eine klare Entscheidung kann durchaus bedeuten, dass Sie Neuland betreten oder sich bei anderen unbeliebt machen. Doch wenn eine andere Person ein Problem mit einer klaren Entscheidung Ihrerseits hat, wessen Problem ist es dann? Klare Entscheidungen haben im Gegensatz zu guten Vorsätzen nicht unbedingt etwas mit Bequemlichkeit zu tun. Die Absicht ist Klarheit und/oder Veränderung.

Was machen Sie nun, wenn Sie gerne einen guten Vorsatz in eine klare Entscheidung umwandeln möchten, ohne dass der Gremlin das Steuer übernimmt? Sie können sich Unterstützung holen und beispielsweise mit einer Freundin oder einem Bekannten ein sogenanntes Piraten-Abkommen schließen. Sie kennen möglicherweise den Piraten Captain Jack Sparrow aus dem Film „Fluch der Karibik“. Piraten scheren sich nicht um Regeln oder gesellschaftliche Etikette. Wie sieht so ein Piratenabkommen aus? Es besteht aus zwei Teilen.

TEIL 1: Sie (Pirat 1) bitten eine andere Person (Pirat 2) um Unterstützung, damit Sie beispielsweise Ihre Entscheidung endlich ein Buch zu schreiben, einen Tanzkurs zu besuchen oder eine bestimmte Reise zu planen, in die Tat umsetzen.  Sie setzten mit Pirat 2 ein realistisches, aber knackiges Datum fest, bis wann Sie in Aktion getreten sind und die Dinge realisiert haben. Pirat 2 verpflichtet sich, Sie jede Woche mindestens einmal (oder mehrmals) anzurufen, um von Ihnen zu hören, wie der aktuelle Stand des Vorankommens ist. Pirat 2 unterstützt Sie in jeder Hinsicht.

TEIL 2: Ein Piratenabkommen wäre kein Piratenabkommen, wenn es nicht piraten-mäßig unangenehme Konsequenzen hätte, falls es gebrochen wird. Damit Ihr Gremlin Ihre Entscheidung und Ihr Vorankommen nicht boykottiert oder zunichte macht, vereinbaren Sie mit Pirat 2 eine unangenehme Konsequenz, falls Sie es bis zum vereinbarten Zieltermin nicht schaffen. Hier ein paar Beispiele für unangenehme Piratenkonsequenzen bei Überschreitung des Zieltermins:

  • Pirat 2 erhält Ihre Kreditkarte und darf damit so lange einkaufen gehen, bis Sie Ihr Ziel erreicht haben.
  • Sie halten im Gemeindesaal Ihres Ortes innerhalb von 3 Wochen einen öffentlichen Vortrag über das Thema Verpflichtung (und Pirat 2 hilft Ihnen beim Organisieren).
  • Sie stellen sich in Piratenverkleidung (Vollausstattung von Captain Jack Sparrow) auf dem Marktplatz auf ein Podest und interviewen die Leute zu einem Thema, das Pirat 2 Ihnen vorgibt. Pirat 2 begleitet Sie zu diesem Event, stellt sicher, dass Sie richtig ausgestattet sind und macht Fotos von Ihnen.
  • Pirat 2 lässt sich weitere peinliche und unangenehme Konsequenzen für Sie einfallen.

Wichtig ist, dass die Konsequenz für Sie unangenehm, herausfordernd und/oder peinlich ist. Das gewährleistet die Dringlichkeit Ihres Vorankommens beim Umsetzen Ihrer Entscheidung. Und – seien Sie gewarnt: Ein Piratenabkommen ist kein lustiger Scherz, sondern ein echter, ernst gemeinter Deal. Machen Sie sich das bewusst, bevor Sie das Abkommen per Piraten-Handschlag besiegeln. Alles klar soweit?

Im Folgenden noch einmal die wesentlichen Unterschiede zwischen klaren Entscheidungen und guten Vorsätzen.

Gute Vorsätze:
Klare Entscheidungen:
Haben eine schwammige, nebulöse Energie
Sind eindeutig. (z. B. „A“ oder „B“, „ja“ oder „nein“)
Haben keine klaren Konsequenzen.
Haben Konsequenzen
Lassen Hintertürchen offen => der Gremlin sitzt am Steuer
Lassen keine Hintertürchen offen => Sie sitzen am Steuer
Geben Ihnen temporär ein „gutes“ Gefühl, aber keine Kraft
Geben Ihnen die Kraft (vor allem, wenn sie ohne Grund getroffen werden)
Lassen Sie vor sich hindümpeln und Sie nicht zielgerichtet in Aktion treten
Lassen Sie in Aktion treten
Werden in einem „besonderen“ oder sentimentalen Moment getroffen
Können alle 3 Sekunden neu getroffen werden
Sind selten ernst gemeint
Werden mit Wutkraft getroffen
Haben keine klare Richtung
Haben und geben eine Richtung
Implizieren keinerlei Verpflichtung
Gehen mit Verpflichtung einher
Haben die Absicht Dinge so wenig wie möglich zu verändern bzw. nur im Rahmen der Bequemlichkeit Ihres Egos bzw. Gremlins
Haben die Absicht von tatsächlicher Veränderung
Haben keinen „Drive“. Gefahr, dass der Gremlin Sie schnell wieder einschlafen lässt
Haben einen gewissen „Drive“, der innerlich spürbar ist
Basieren auf der Hoffnung, dass sich die Dinge hoffentlich zum Besseren ändern
Basieren auf Überzeugung und den Hellen Prinzipien von Klarheit und Disziplin
Ihre Kraft liegt in der Zukunft
Ihre Kraft liegt im JETZT. Eine Entscheidung kann nur JETZT getroffen werden
Sind realitätsfern
Sind realitätsnah
Schwirren als Zukunfts-Wunsch-Wolke um/vor Ihrem Kopf Sie herum
Landen in Ihrem Körper

In diesem Sinne viel Entscheidungskraft und Spaß im Veränderungsprozess.

Herzliche Grüße,
Ihre Nicola Nagel



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