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Montag, 15. Juli 2019

Welche Rollen spielst Du in Deinem Leben?


Hast Du Dir einmal überlegt, wie viele Rollen Du in Deinem Leben spielst? Du wirst jetzt vielleicht sagen: „Wieso? Ich bin ich. Es gibt nur diese eine Rolle.“ Tatsächlich ist es jedoch so, dass wir im Leben meist mehrere Rollen einnehmen, ohne, dass wir uns dessen bewusst sind und dann als diese Rolle bzw. mit dieser spezifischen Identität agieren. Dabei vergessen wir sehr schnell, dass es noch etwas anderes gibt: Unser Sein, unser inneres Wesen, unsere Essenz. 

Viele Menschen definieren sich meist über Rollen, von denen sie meinen, dass sie ihnen zuträglich sind, z. B.:

·         Der professionelle Mitarbeiter/Chef
·         Der super Sportler
·         Der erfolgreiche Held
·         Der/die Coole
·         Etc.

Viele Menschen schlüpfen beispielsweise jeden Tag in die Rolle des professionellen Mitarbeiters. Sie unterstreichen das oftmals dadurch, dass sie – wie beim Theater das Kostüm –einen Anzug mit Krawatte anziehen bzw. einen Rock mit Blazer. Dieses Outfit steht für Professionalität, Seriosität und Eleganz. Entsprechend verhalten sich die Menschen dann. Doch ist das authentisch? Entspricht ihnen das?

Die Rollen können jedoch auch ganz anderer Art sein. Selbst aus folgenden Beispielen ziehen manche Menschen einen Nutzen:
·         Der Rebell
·         Der Loser
·         Die / der Betrogene/Verlassene
·         Das Opfer
·         Etc.

In eine Rolle zu schlüpfen ist nicht gut und nicht schlecht. Die Frage ist, ob Du in der angenommenen Rolle jeweils authentisch bist und Du authentisch in Kontakt treten kannst.
Mache Dir einmal folgendes bewusst: Wenn Du Dich mit einer Rolle identifizierst, dann limitierst Du Dich selbst und wirst unlebendig. Es ist so, als würdest Du die vielen bunten Facetten Deines Seins, Deines inneren Kerns ausblenden und nur noch auf eine Möglichkeit fokussieren. Du bist nicht mehr wirklich authentisch.

Ich war kürzlich auf einer Veranstaltung mit ca. 80 Personen, wo die unterschiedlichsten Rollen sehr schön sichtbar wurden. Da war der Mann, ca. 55 Jahre, der durch seine Marken-Garderobe versuchte zu vermitteln, dass er viel Geld hat und damit per se schon wichtig ist. Dann gab es das junge Mädel, ca. 25 Jahre, die grell-pink geschminkt war, das passend grell-pinke kurze Kleid dazu trug und versuchte eine unnahbare Schönheit darzustellen. Dann gab es die Frau, ca. 50 Jahre alt, die in die Rolle geschlüpft war, alles im Griff zu haben und mit allen Wassern gewaschen zu sein.
Doch was steckte letztendlich dahinter? Ein Mann, der berufliche Sorgen hatte, eine junge Frau, die unsicher war und sehr wenig Selbstwert hatte und eine reife Frau, die gerade gesundheitlich massive Probleme hatte und dies alles andere als im Griff hatte.

Jiddu Krishnamurti, ein indischer Philosoph und Autor, schreibt in seinem Buch „Einbruch in die Freiheit“: „Wir alle haben ein Bild von dem, was wir zu sein glauben oder was wir unserer Meinung nach sein sollten, und dieses Leitbild, diese Vorstellung hindert uns ganz und gar daran, uns so zu sehen, wie wir tatsächlich sind.“

Doch warum tun viele Menschen das? Die Motivation, in eine Rolle zu schlüpfen, kann sehr unterschiedlicher Natur sein. Hier sind einige Motivations-Hintergründe:

·         Von anderen Anerkennung bekommen
·         Von sich selbst ablenken
·         Die eigenen Gefühle nicht fühlen müssen
·         Keine Verantwortung für das eigene Leben übernehmen müssen
·         Die eigenen Themen und Muster nicht anschauen müssen
·         Opfer der Umstände bleiben können
·         Sich selbst besser fühlen
·         Sich über andere stellen und damit nicht angreifbar sein
·         Der Norm der Gesellschaft entsprechen / „Reinpassen“
·         Nicht aus dem Rahmen fallen oder erst Recht aus dem Rahmen fallen (beides ist möglich. Letzteres ist meist verbunden mit der ersten Motivation)
·         Den Erwartungen anderer entsprechen
·         Angst, sich authentisch verletzlich zu zeigen
·         Angst, tatsächlich gesehen zu werden (das kann sehr intensiv sein)
·         Den eigenen, auferlegten Erwartungen entsprechen
·         Sich sicher fühlen
·         Macht ausüben
·         Etc. 

Experiment: Wie oft nimmst Du Rollen an und warum?

Schritt 1:

Lasse einmal die letzten 3 Tage Revue passieren. Wo warst Du überall, mit wem hattest Du Kontakt? Welche Rollen hast Du angenommen? Mache Dir das einmal bewusst. Du nimmst mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eine andere Rolle an, wenn Du mit Deinen Freunden unterwegs bist, als Du annimmst, wenn Du mit Deinem Chef sprichst. 


Schritt 2:
Schreibe nun einmal auf, welche Motivation jeweils dahinter steckte, die jeweilige Rolle anzunehmen. Sei radikal ehrlich.
·         Wo versuchst Du, etwas darzustellen?
·         Warum tust Du das?
·         Was wäre, wenn Du bestimmte Rollen nicht mehr annehmen würdest?
·         Was wäre, wenn Du Dich authentisch, menschlich, verletzlich zeigen würdest?
·         Was ist Deine größte Angst dahinter? 

Wir nehmen jeden Tag tatsächlich mehrere Rollen an, ohne es zu merken. Wenn Du Dir des Mechanismus nicht bewusst bist, dann kann es sehr leicht passieren, dass Du nicht authentisch Deinen Weg gehst, sondern Dich anpasst, eine Rolle einnimmst, die Deinem Sein nicht entspricht und damit in Deinem Leben und Beziehungen Lebendigkeit und Tiefe einbüßt. 

Stattdessen hast Du jedoch auch ein Sein, eine Essenz, Dir innewohnende Qualitäten, die Dich ausmachen, die Deine Authentizität ausmachen. Daher beantworte einmal folgende Fragen:

·         Wie wollen sich diese Qualitäten ausdrücken?
·         Wie möchte sich Dein Sein ausdrücken?
·         Passt dies zu den Rollen, die Du annimmst?
·         Oder spielst Du immer wieder Rollen, die Dir gar nicht entsprechen?
·         Wo blüht Dein Sein auf?
·         Was inspiriert Dich?
·         Wo und wann fühlst Du Dich lebendig und echt?
·         Wie authentisch bist Du tatsächlich?

Es ist fast schon ein Paradox in der modernen, schnell-lebigen Gesellschaft: die Menschen sehnen sich nach mehr Kontakt und Authentizität, wenden jedoch unglaublich viel Energie dafür auf, einer oder mehrerer Rolle zu entsprechen und die dazugehörige Maske zu tragen. 

Möchtest Du Dich in Rollen verlieren, die Dir nicht entsprechen, oder ein authentisch, lebendiges Leben führen? Welche Rolle bist Du bereit, jetzt fallen zu lassen?

Herzliche Grüße,
Nicola

Montag, 16. April 2018

Wie kraftvoll sind Deine Entscheidungen in Deinem Leben?


Wir tragen eine sehr große Kraft in uns, die in der Hektik des Alltags schnell in Vergessenheit geraten kann: Du kannst WÄHLEN und damit kraftvolle Entscheidungen treffen. Zu wählen und zu entscheiden ist eine der großen menschlichen Kräfte, die uns niemand nehmen kann. Wir schwächen sie jedoch oftmals dadurch, dass wir: 

  1. nur aus dem wählen, was uns angeboten wird
  2. einen Grund für unsere Entscheidung / Wahl angeben
  3. nicht authentisch entscheiden
  4. meinen, die Wahl muss für einen langen Zeitraum Gültigkeit haben.
Vielleicht warst Du schon einmal in einer Situation, oder bist gerade in einer Situation, die scheinbar ausweglos oder alternativlos erscheint und Dich denken lässt, keine Wahl zu haben. Die Frage ist jedoch, wieso meinst Du, keine Wahl zu haben? Wenn Du beispielsweise in ein Restaurant gehst und die Menükarte bekommst, meinst Du dann, Du hättest nur die Möglichkeit, das auszuwählen, was auf der Speisekarte steht? Wenn Du in einer Beziehung steckst, die Dich nicht nährt, meinst Du, Du hättest keine andere Wahl? Meinst Du, nur einen Job machen zu können, der Deinem Ausbildungs- oder Studienabschluss entspricht? Meinst Du Dich so verhalten zu müssen, wie es die gesellschaftliche Norm vorschreibt? Meinst Du, bestimmte Dinge erst tun zu können, wenn Du ein bestimmtes Einkommen hast? Meinst Du, dass Du keine Wahl hast, wenn Du in einem Unternehmen arbeitest, das die Leute durch streng hierarchische Machtstrukturen klein hält und manipuliert? Meinst Du, keine Wahl zu haben, was die politischen Strukturen in Deinem Land angeht? Meinst Du keine Wahl zu haben, was die umwelttechnischen und klimatischen Veränderungen betrifft?

Experiment 1: Wo meinst Du, keine Wahl zu haben?
Schreib einmal auf, in welchen Situationen Du meinst, keine Wahl zu haben. Sei radikal ehrlich. Es kann sich dabei um Situationen aus der Gegenwart, der Vergangenheit oder sogar der Zukunft handeln. Es kann sich um kleine Alltagssituationen oder auch größere Lebenssituationen handeln. Wo hast Du scheinbar keine Wahl?

Wähle aus dem, was nicht angeboten wird
Wir ziehen oftmals nicht in Betracht, dass wir auch aus dem wählen können, was nicht angeboten wird. Wir sind so in gesellschaftliche, bürokratische und wohl begründete Konventionen verstrickt, dass wir nicht merken, wie viele großartige Möglichkeiten an uns vorüberziehen, weil wir nur das sehen, was uns angeboten wird. Zeit, die Scheuklappen abzunehmen. 

Wenn Du wieder einmal meinst, keine Wahl zu haben, dann dreh Dich einmal um Dich selbst und deklariere für Dich, dass Du etwas völlig anderes wählen kannst. Das nächste Mal, wenn Du in ein Restaurant gehst, wähle beispielsweise etwas aus, das nicht auf der Karte steht. Bitte den Kellner, ob sie Deine Wunsch-Komposition zaubern können. Oder sage „Bringen Sie mir etwas Leckeres“ und lass Dich überraschen, was Du serviert bekommst.

Wenn Du als junger Mensch überlegst, welches Studium Du belegen sollst und Dich viele verschiedene Studiengänge jeweils nur zum Teil anlachen, dann stelle Dir Dein Studium selbst zusammen und wähle das, was Dich inspiriert. Eine junge Trainings-Teilnehmerin hat aus verschiedenen Studiengängen nur einzelne Fächer belegt, zwischen drin in einem Ökodorf gearbeitet und Erfahrung gesammelt, dann wieder einige Fächer studiert und sich so ihr eigenes Lebensstudium zusammengestellt. Bekommt sie dafür ein Zertifikat? Nein, sicherlich nicht. Doch sie möchte sowieso nicht in einem herkömmlichen, hierarchischen Unternehmen arbeiten.

Wenn Du Dir in Deinem Job eine andere Art Arbeitsklima und Miteinander wünscht, wähle es! Es ist Deine Wahl. Du kannst jederzeit beginnen, genau da wo Du gerade bist.

Wenn Du Deine Wahl von den Umständen abhängig machst, dann bist Du Opfer dieser Umstände und machst Dein Leben davon abhängig, ob bzw. wie sich die Umstände verändern. Opfer zu sein ist sehr bequem, denn in dieser Rolle musst Du keine Verantwortung übernehmen, kannst jammern und bekommst Aufmerksamkeit und Mitleid. Ändern tut sich jedoch dadurch nichts. Wenn Du Deine Kraft des Wählens wieder in Besitz nehmen möchtest, dann bedeutet das automatisch, dass Du einen höheren Grad an Verantwortung übernimmst. Du übernimmst Verantwortung, bewusst etwas zu wählen, das Dir entspricht bzw. sich stimmig anfühlt und trägst die Konsequenzen. Wenn Du bewusst wählst, kannst Du somit kein Opfer mehr sein. Das ist der Preis.

Wählen ohne Grund
Das Wählen ist deshalb auch eine so große menschliche Kraft, weil wir jederzeit ohne Grund wählen können. Die Kraft ist bei vielen Menschen jedoch dadurch geschwächt, dass sie fortwährend Gründe für ihre Wahl oder Entscheidung angeben. Das betrifft einerseits Alltagssituationen wie z. B. „Ich gehe heute nicht joggen, weil es regnet“ oder „Ich gehe heute Abend nicht aus, weil ich müde bin.“ oder „Ich fahre diesen Weg zur Arbeit, weil ich ihn immer fahre“ oder „Ich halte im Job lieber meinen Mund, weil ich dann keinen Ärger bekomme.“

Andererseits betrifft es auch größere Entscheidungen, wie z. B. „Ich kaufe dieses Auto, weil ich mobil sein muss und die Marke mag“ oder „Ich arbeite in dem Konzern, weil ich das Geld zum (Über-)Leben brauche“. Wir geben ständig Gründe für unsere Wahl an. Das ist nicht verwunderlich; schließlich werden die Menschen von den Medien den ganzen Tag mit Gründen manipuliert, um sich für bestimmte Produkte zu entscheiden. Vielleicht hast Du auch schon einmal fadenscheinige Gründe angegeben, weil Du nicht authentisch die Wahrheit sagen wolltest. Wenn Du beispielsweise abends zum Grillen mit Freunden eingeladen warst und Du partout keine Lust hattest, hast Du da schon einmal eine Ausrede erfunden? (z. B. „Ah… Du… Ich muss für morgen noch dringend etwas fertig machen. Ich kann leider nicht.“)

Experiment 2: Wo, wann und gegenüber wem gibst Du automatisch Gründe an?
Mach Dir einmal bewusst, wann und wie oft Du automatisch Gründe für Deine Wahl angibst.
Schreibe die Situationen am besten auf. Dann beginne damit, den Automatismus zu durchbrechen und keine Gründe mehr anzugeben. 

Was ist der Hintergrund, keinen Grund mehr anzugeben? Nun, wenn Du einen Grund für Deine Wahl angibst, wer hat dann die Kraft? Wenn Du beispielsweise sagst: „Ich gehe heute nicht joggen, weil es regnet“, wer hat dann die Kraft? …Der Grund hat die Kraft. In dem Moment, wo Du Gründe für Deine Wahl bzw. Deine Entscheidung angibst, hat der Grund die Kraft. Wenn Du – um beim genannten Beispiel zu bleiben – nur sagst: „Ich gehe heute nicht joggen.“, wer hat dann die Kraft? Richtig, dann bleibt die Kraft bei Dir.

Es geht nicht darum, dass Du ab sofort nie wieder Gründe angibst. Wenn Du eine Entscheidung triffst, ohne Grund wählst und Dich dann jemand nach dem Warum fragt, geht es nicht darum, die andere Person vor den Kopf zu stoßen und keinen Grund zu nennen. Es geht vielmehr darum, den Automatismus zu durchbrechen und Deine Kraft von den Gründen wieder bewusst zurück zu holen. (Kinder können das übrigens großartig. Auf die Frage „Warum machst Du das?“ sagen sie oft nur „Darum!“). Wenn Du also die nächste Einladung zum Grillen bekommst und nicht hingehen möchtest, probiere einmal folgende Variante: „Vielen Dank für die Einladung. Toll, dass Du an mich denkst. Ich bin diesmal jedoch nicht dabei.“ Punkt. Kein Grund. Am Anfang fühlt es sich möglicherweise komisch an, keine Gründe mehr anzugeben. Vielleicht musst Du Dir sogar bewusst auf die Lippen beißen, damit der Grund nicht automatisch rauskommt. Übe es jedoch weiterhin, bis Du den Automatismus durchbrochen hast und Du wirst merken, wie viel Kraft und Energie Du zurück bekommst.

Aus dem zu wählen, was nicht angeboten wird und ohne Grund zu wählen kann beängstigend sein. Wenn Du als Kind in der Schule Deine Hausaufgaben vergessen hattest und einen großartigen Grund erfinden konntest, bist Du wahrscheinlich glimpflich davon gekommen. Wenn Du hingegen nur gesagt hast „Ich habe sie nicht gemacht“, hast Du möglicherweise einen Eintrag ins Klassenbuch bekommen und bist somit bestraft worden.

Was sollen die Familie, der Partner, die Freundin, die Kollegen, der Chef oder die Nachbarn denken, wenn Du plötzlich neue Dinge ohne Grund tust und damit aus der Norm fällst? Lass sie denken, was sie wollen. Sie werden es möglicherweise gar nicht merken. Sollten sie auf Deine Entscheidung hin einen Grund brauchen, werden sie schon nach dem Warum fragen. Falls übrigens jemand ein Problem mit Deiner Wahl hat, dann lass die Person ihr Problem haben. Es ist nicht Dein Problem. Diese Person hat lange dafür gearbeitet, um dieses Problem zu haben, also rette sie nicht, indem Du Dich ihretwegen umentscheidest.

Alte Muster zu durchbrechen kann zunächst beängstigend sein, denn Du weist manchmal nicht, wie Du Dich im neuen Modus bewegen sollst. So fühlt es sich einfach an. Die gute Nachricht ist: Angst ist Angst, das Gefühl des Magiers, der aus dem Nichts Neues entstehen lässt. Nutze die Angst  - entgegen gesellschaftlicher Normen, die Angst als schlecht bezeichnen - als inneres Navigationssystem, das Dir klar anzeigt, dass Du Dich auf ungewohntes Terrain begibst. Dann vertraue der Angst und gehe mutig voran.

Wähle authentisch
Die dritte Komponente, die Deine Entscheidungen wirklich kraftvoll sein lässt, ist Deine Authentizität. Wenn Du Dinge wählst, hinter denen Du nicht stehst, dann kommt der Bumerang früher oder später zurück und Du bist unzufrieden, genervt oder gar unglücklich.

Experiment 3: Wo bzw. wann hast Du nicht authentisch gewählt?
Ein etwas gefährlicheres Experiment besteht nun darin, dass Du einmal aufschreibst, wo Du nicht authentisch gewählt hast. Wo hast Du JA gesagt, aber meintest NEIN. Wo hast Du Dich für etwas entschieden, obwohl Du es nicht wolltest oder umgekehrt? Wo hast Du vielleicht aus einem inneren Druck heraus gemeint, Du müsstest Dich sofort entscheiden bzw. eine der vorhandenen Optionen wählen, obwohl es sich für Dich nicht stimmig angefühlt hat? Warum hast Du indem Moment Deine innere Weisheit verleugnet (und Dich möglicherweise direkt danach geärgert, dass Du Dich so entschieden hast)? Diese Frage ist gefährlich. Sie berührt möglicherweise Dein Innerstes. Gleichzeitig geht es darum, Dir genau diesen Punkt aufrichtig einzugestehen und den Schmerz darüber zu spüren, dass Du bei einigen Entscheidungen nicht authentisch warst. Denn nur wenn Du Dir Deine eigene Inauthentizität eingestehst, kannst Du authentisch werden.

Du hast jetzt neue Möglichkeiten. Du kannst wählen, ab sofort nur noch authentisch zu wählen. Ohne Grund. Du kannst selbstverständlich jederzeit aus dem wählen, was angeboten wird, wenn es sich für Dich stimmig anfühlt. Wenn Du jedoch verschiedene Optionen zur Auswahl hast und sich keine stimmig anfühlt, dann wähle die Option, die nicht angeboten wird. Entscheide Dich dafür nicht Opfer der Umstände, sondern Magier der Möglichkeiten zu sein. Nutze Deine Angst, um eine neue Option zu erschaffen. Es liegt in Deiner Hand. Bist Du bereit, Deine Entscheidungen kraftvoll und authentisch zu gestalten?

Sei Magier der Möglichkeiten anstatt Opfer der Umstände
wähle aus dem, was nicht angeboten wird – authentisch - ohne Grund

Wähle im Hier und Jetzt
Entscheidend ist zudem, dass Du bei Deiner Wahl im Hier und Jetzt präsent bist, d. h. zentriert und bei Dir. Es geht nicht um gestern, es geht nicht um morgen. Oftmals haben Entscheidungen keine Kraft, weil wir zu sehr mit den Eventualiäten beschäftigt sind, mit den Umständen, die sich möglicherweise verändern könnten. Wenn Du versuchst, alle möglichen Entwicklungen zu berücksichtigen und eine Entscheidung zu treffen, die die nächsten 10 oder 20 Jahre Gültigkeit hat, dann gibst Du Deine Kraft wieder an die Umstände und an die Zukunft ab. Du kannst nicht wissen, wie sich die Dinge entwickeln werden. Du kannst jedoch immer wieder neu wählen und entscheiden, konkret alle 3 Sekunden – jeden Moment. Dabei geht es nicht um Willkür oder Beliebigkeit. Es geht darum, dass Du präsent und aufmerksam wirst, für das was ist. Du wählst im Hier und Jetzt, was für Dich authentisch und stimmig ist. Entsprechend trägst Du die Konsequenzen. Wenn Du dann nach 4 Wochen oder 3 Monaten feststellst, dass der Weg nicht mehr stimmig ist, wählst Du wieder neu. Mach Dir bewusst, dass Du jedem Moment eine neue Wahl treffen kannst. Jetzt…und jetzt…und jetzt…Das ist Deine Kraft.

Falls Du dazu tendierst, Schwierigkeiten beim Wählen zu haben und Dich nicht entscheiden zu können, ist es hilfreich, Deine Wutkraft in Besitz zu nehmen. Um klar und authentisch zu wählen, brauchst Du die Wut als sogenannte Kriegerkraft. Sie ist dazu da, um Entscheidungen zu treffen, Klarheit zu schaffen, Grenzen zu setzen, Ja und Nein zu sagen, etc.; alles Aspekte, die beim Wählen und Entscheiden relevant sind.
 
Im Folgenden findest Du als Übersicht die Landkarte der Kraft des Wählens.


Herzlich kraftvolle Grüße, 
Nicola Nagel

GIB DEINEM LEBEN EINE NEUE RICHTUNG!
www.viva-essenza.com

Mittwoch, 15. November 2017

Wie aufrichtig bist Du zu Dir selbst?



Die Bäume haben die Blätter von sich geworfen, die Temperaturen sinken gegen Null, die Natur zeigt uns an, dass alles vergänglich und der Tod allgegenwärtig ist. Doch es scheint, dass das Bewusstsein für Vergänglichkeit in vielen Köpfen nicht existiert. Vielmehr scheint das Thema Vergänglichkeit ein regelrechtes Tabu zu sein. Durch das moderne, von der Natur getrennte Leben, begreifen wir die natürlichen Kreisläufe immer weniger, sodass Vergänglichkeit und Tod viele Menschen umso mehr erschrecken. Stattdessen verkaufen uns die Fitness-, Mode-, Schönheits-, und Wohlstands-Ideale der Medien die Illusion der Unsterblichkeit.

Die Krux daran ist, dass mit dieser Illusion die Gefahr besteht, inauthentisch zu werden, in Bezug darauf, was uns wirklich wichtig ist und wir uns mit Dingen beschäftigen, die wir eigentlich nicht tun möchten. Dabei ist es eigentlicher fester Bestandteil des Lebens, Dinge immer wieder sterben zu lassen, damit neues entstehen kann. Die spannende Frage ist daher: Wie aufrichtig bist Du zu Dir selbst? Wie authentisch bist Du in Bezug auf Deine eigene Inauthentizität? Lass uns schauen, was das konkret bedeutet.

Möglicherweise hast Du bisher gedacht, dass es entweder Dinge gib, die Du akzeptierst, oder Dinge, die Du nicht akzeptierst. Wenn Du etwas ganz klar zu 100% akzeptierst, bist Du in Bezug darauf authentisch. Ebenso bist Du authentisch, wenn Du Dinge ganz klar zu 100% nicht akzeptierst. Ist dir jedoch schon einmal aufgefallen, dass es Momente gibt, in denen Du so tust, als würdest du Dinge akzeptieren, obwohl Du sie in Wirklichkeit nicht akzeptierst? Das nennt sich falsche Akzeptanz (dieser Begriff stammt aus Thomas Gordon Buch Familienkonferenz). Wenn Du so tust, als ob du etwas akzeptierst, was du eigentlich nicht akzeptierst, bist du nicht authentisch. Dabei kann es sich um kleinere oder größere Dinge handeln. Du bist beispielsweise nicht authentisch, wenn:

  • Du ja sagst, aber innerlich eigentlich nein meinst oder spürst.
  • Du nein sagst, aber innerlich eigentlich ja meinst oder spürst.
  • Du Dich angepasst und höflich verhältst, obwohl es angemessen wäre, Dinge anzusprechen, die unbequem (für Dich oder andere) sind.
  • Du meinst, scheinbar wichtigen Verpflichtungen nachkommen zu müssen, die Dir aber tatsächlich Energie rauben.
  • Dein Partner/Deine Partnerin eine andere Meinung zu einem Thema hat, Du jedoch klein beigibst, um geliebt zu werden und bloß keinen Konflikt hervorzurufen.
  • Du Verabredungen eingehst, obwohl Du keine Lust hast.
  • Du genervt vom Geschwätz Deiner Nachbarin bist, aber das Gespräch dennoch fortsetzt.
  • Du Dich für Nachhaltigkeit einsetzt, aber weiterhin Produkte von Großkonzernen kaufst, die die Umwelt zerstören.
  • Du Dich hinter Luxusgütern versteckst, um Dein fehlendes Selbstwertgefühl zu verdecken.
  • etc.



Normalerweise bist Du nicht ehrlich zu Dir selbst oder anderen in Bezug auf Deine falsche Akzeptanz. Du bist nicht authentisch in Bezug auf Deine eigene Inauthentizität. Das ist weder gut noch schlecht. Wir haben es einfach nicht gelernt. Wenn Du jedoch untersuchst, wo Du nicht authentisch bist, kannst Du anfangen, authentisch in Bezug auf Deine eigene Inauthentizität zu werden. Es kann sehr schmerzhaft sein, Dir selbst - und auch anderen -gegenüber einzugestehen, wo Du nicht authentisch bist, zumal es in der modernen Gesellschaft so wichtig zu sein scheint, jederzeit eine gute Figur zu machen (vor allem im Job). Doch wie viel wertvolle Lebenszeit lässt Du verstreichen, indem Du Dinge tust oder Situationen, Gespräche etc. duldest, wo Du eine falsche Akzeptanz hast? Authentisch in Bezug auf Deine eigene Inauthentizität zu werden, eröffnet eine neue Spielwelt.


Experiment 1: Erstelle Deine persönliche Inauthentizitäts-Liste
Erstelle eine persönliche Inauthentizitäts-Liste und schreibe einmal radikal ehrlich bzw. aufrichtig auf, in welchen Situationen Du eine falsche Akzeptanz hast. Interessante Fragen könnten in diesem Zusammenhang auch folgende sein:

  • Wo sagst Du ja, aber meinst nein (oder umgekehrt)?
  • Was würdest Du aus Deinem alltäglichen Leben gerne streichen?
  • Wo hast Du Dir bisher selbst in die Tasche gelogen?
  • Was ist für Dich eigentlich nicht mehr stimmig?
  • Wenn die Umstände irrelevant wären und Geld keine Rolle spielen würde, was würdest Du dann am liebsten tun?

Authentisch in Bezug auf die eigene Inauthentizität zu werden, hängt sehr eng mit radikaler Ehrlichkeit bzw. Aufrichtigkeit zusammen. Jedoch ist der herkömmliche Begriff Ehrlichkeit oftmals mit einer bestimmten Bedeutung verknüpft, die es nicht sehr attraktiv macht, ehrlich in Bezug auf unsere eigene Inauthentizität zu werden. Es kann daher hilfreich sein, sich den Unterschied von Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit einmal klar zu machen.

Ehrlichkeit (Alte Sichtweise)
Aufrichtigkeit (Neue Sichtweise)
·         Dumm. Naiv. Nicht hilfreich
·         Schafft Klarheit (ich fühle, ich brauche, Grenzen setzen)
·         Verletzend. Unhöflich. Unbequem
·         Respektvoll. Würdevoll. Integer
·         Es geht um gut/schlecht, richtig/falsch, positiv/negativ
·         Wertfrei. Es geht um Mitteilen und Unterscheidungen
·         Versuchen zu wissen, zu erklären, zu verstehen, zu analysieren.
·         Kommt vom Nichtwissen – ist eine direkte Erfahrung
·         Basiert auf Phrasen, Glaubenssätze, Meinungen
·         Basiert auf Gefühlen im Hier und Jetzt
·         “Ich habe die Wahrheit. Jetzt sag ich Dir mal was“. Unberechenbar
·         Je aufrichtiger ich bin (zu mir selbst und anderen) desto sicherer bin ich
·         Ein Werkzeug, um Deine Ego zu schützen. Machtinstrument
·         Ein Werkzeug um Klarheit und Möglichkeit zu schaffen 
·         Wird oft als Kritik, Verurteilung oder Beschuldigung gesehen
·         Wertschätzung aus Liebe
·         Du-Botschaften (z. B. „Du solltest…“)
·         Ich-Botschaften
·         Besserwisserei
·         Selbst-kritisch. Reflektierend. Innenschau
·         Kreiert Distanz. Trennt
·         Kreiert Offenheit und Verletzlichkeit
·         Zerstört Nähe und Vertrautheit
·         Öffnet einen Raum von Nähe und Vertrautheit
·         Ist eng und limitiert. Nur bis zu einem gewissen Grad okay, bis zu dem Du die Kontrolle hast
·         Bedeutet Weite. Sich ganz zeigen
·         Nicht attraktiv
·         Sehr attraktiv

In dem Film „Das Brandneue Testament“ sorgt ein kleines Mädchen dafür, dass alle Menschen auf der Welt per Smartphone ihre individuelle, noch verbleibende Lebenszeit als Count-Down und mit dem jeweils spezifischen Todes-Datum erhalten. Was ist die Reaktion von vielen? Sie beginnen die Dinge zu tun, die ihnen wirklich wichtig sind. Sie hören auf, Wünsche, Bedürfnisse, Träume aufzuschieben. Sie setzen sich nicht länger Menschen oder Situationen aus, die ihnen Energie rauben. Sie kündigen die Jobs, die sie nicht erfüllen. Sie gehen in authentischen Kontakt mit Menschen, die sie schätzen.

Interessanterweise erleben wir dieses Phänomen im realen Leben oftmals, wenn wir uns der Vergänglichkeit bewusst werden, was in unserer Gesellschaft meist erst mit Krankheiten oder dem Tod Menschen passiert, die uns wichtig sind. Würden wir also mit größerer Bewusstheit und Achtsamkeit durchs Leben gehen, würden wir uns mehr auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren. Wie wichtig nehmen wir uns stattdessen und meinen, aus Pflicht, Karrieredenken, Geltungsbedürfnis oder ähnlichem heraus Dinge tun zu müssen, die uns eigentlich nicht entsprechen und uns nicht erfüllen?


Experiment 2: Verbinde Dich wieder mit dem Rhythmus der Natur
Verbinde Dich wieder mit der Natur und nutze die aktuelle Jahreszeit dazu, Dinge loszuwerden, die Dich nicht erfüllen, Dir Energie rauben und die Du eigentlich nicht akzeptierst. Wirf die Blätter von Deinem Baum ab. Lasse die Dinge sterben. Kreise von Deiner oben erstellten Inauthentizitätsliste 3 Punkte ein, die Du in den nächsten 4 Wochen verändern wirst. Kläre Deinen Raum, miste aus, hol Dir Deine Energie zurück, lasse Dinge sterben, die für Dich nicht mehr funktionieren.


Experiment 3: Teile Deine Inauthentizität mit
Dieses Experiment könnte bedeuten, dass ein Teil von Dir selbst sterben muss, damit ein neuer Teil geboren werden kann. Möglicherweise stirbt der Teil, der anderen bisher vorgegaukelt hat, alles im Griff zu haben und alles zu können. Dir selbst gegenüber authentisch in Bezug auf Deine Inauthentizität zu werden ist das eine. Diese jedoch einer anderen Person mitzuteilen und Dich dadurch verletzlich zu zeigen, ist das andere. Das Experiment besteht darin, dass Du einer vertrauten Person die 3 Punkte mitteilst und sie bittest, Dein Buddy zu sein. Bitte sie, Dich immer wieder an diese Punkte zu erinnern, sodass Du sie tatsächlich innerhalb der nächsten 4 Wochen veränderst und Dich nicht selbst beschummelst. Sobald Du Deine eigene Inauthentizität mitteilst passiert zudem etwas Großartiges: Deine Beziehung zu der Person geht auf eine neue Ebene, allein dadurch, dass Du aufrichtig in Bezug auf Deine eigene Inauthentizität bist und erreicht dadurch eine neue Tiefe.

Bist Du bereit für mehr Authentizität in Deinem Leben?

Herzlich authentische Grüße,
Nicola Nagel 


GIB DEINEM LEBEN EINE NEUE RICHTUNG!
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