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Mittwoch, 9. Mai 2018

3 essentielle Fragen für mehr Energie, Fluss und Lebensfreude in Deinem Leben.


Den Frühling nutzen viele Menschen dazu, physischen Frühjahrsputz zuhause zu machen. Doch hast Du Dir einmal überlegt, auch in Dir selbst Frühjahrsputz zu machen? Das klingt vielleicht auf den ersten Blick nicht sehr attraktiv. Putzen ist nicht jedermanns Sache. Es lohnt sich jedoch, einige Dinge in Dir zu entstauben, wieder zum Leben zu erwecken und vielleicht das ein oder andere zu auszumisten. Das einzige, was Du brauchst, ist Experimentierfreude, Aufrichtigkeit und die Bereitschaft, Klarheit zu schaffen. Was Du gewinnst, sind mehr Energie, Fluss und Lebensfreude in Deinem Leben. Bist Du bereit?

Es gibt sicher viele verschiedene Komponenten, die entscheidend sind für mehr Energie, Fluss und Lebensfreude in Deinem Leben. 3 sehr wichtige Fragen in diesem Zusammenhang sind jedoch folgende:

1. Wo ist Deine Aufmerksamkeit?
2. Wie groß ist Dein JETZT?
3. Was ist für Dich stimmig?

Lass uns einmal betrachten, was es mit diesen 3 Fragen auf sich hat.

1. Wo ist Deine Aufmerksamkeit?
Wir vergeuden oftmals sehr viel Zeit damit, uns über Dinge Gedanken oder gar Sorgen zu machen, die noch gar nicht eingetreten sind oder die uns Energie rauben. Hier einige Beispiele:

·         Du machst Dir Gedanken oder Sorgen, was wohl passiert, wenn etwas ganz bestimmtes eintritt, z. B.
o   Dir Dein Job gekündigt wird
o   Ein geliebter Mensch in Deinem Umfeld stirbt
o   Deine Kinder in die Schule kommen
o   Du einen wichtigen Termin verpasst
o   Dein Partner/Deine Partnerin Dich verlässt
o   Du nicht genug Geld verdienst
o   Du keinen Job findest bzw. keinen, der Dich erfüllt
o   etc.

·         Du machst Dir Gedanken oder Sorgen, was andere wohl über Dich denken, wenn
o   Du bestimmte Äußerung machst
o   Du Deine Meinung vertrittst
o   Du Grenzen setzt und der andere womöglich empört ist
o   Du Deinen ganz eigenen Weg gehst
o   Du vielleicht außergewöhnliche Kleidung trägst,
o   Du gesellschaftliche Regeln und Normen hinterfragst
o   Du bestimmte Leute nicht zu Deinem Geburtstag oder zum Familienfest einlädst,
o   etc.

·         Du verstrickst Dich in Bewertungen und Geschichten bezüglich Situationen bzw. Menschen   in Deinem Umfeld, z. B. dass
o   Der Nachbar neurotisch ist, weil er die Hecke mit einem Lineal nachmisst, wenn er sie geschnitten hat
o   Dein Kollege unmöglich ist, weil er Dir Informationen nicht weitergeleitet hat
o   Dein Chef ein Idiot ist
o   überhaupt der ganze Job ätzend ist, weil Du so viel arbeiten musst und es Dir keinen Spaß macht,
o   Dein Partner ein Jammerlappen ist, weil er sich ständig beschwert
o   etc.

Unser Gehirn ist darauf programmiert, fortwährend Gedanken zu produzieren. So funktioniert unser intellektueller Körper nun einmal. Du kannst jedoch beeinflussen, welche Art von Gedanken Du produzierst bzw. worauf Du Deine Aufmerksamkeit lenkst.

Wenn Dich Gedanken der oben genannten Kategorien immer wieder beschäftigen, lenkst Du Deine Aufmerksamkeit beispielsweise grundsätzlich auf das, was Du NICHT möchtest bzw. was Dir Energie entzieht. Da Deine Energie Deiner Aufmerksamkeit folgt, gibst Du damit den Szenarien Energie, die Du eigentlich vermeiden möchtest und produzierst dadurch weitere Sorgen, Unwohlsein und Mangel. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Je mehr Energie Du bestimmten Gedanken gibst, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie sich manifestieren.

Früher gab es modellierbare Bilder aus Nägeln. Die Nägel waren locker durch Löcher einer Holzplatte gesteckt und konnten sich im Loch hin und her bewegen ohne herauszufallen. Das Bild wurde dann zunächst so umgedreht, dass alle Nägel mit den langen Enden auf eine Seite rutschten. Anschließend hast Du z. B. Deine Faust oder Hand in diese Seite hineingedrückt, sodass sie  sich auf der anderen Seite der Holzplatte abzeichnete, weil die Nägel nur dort eingedrückt wurden, wo Deine Faust bzw. Hand war. Ähnlich funktioniert es mit der Manifestation von Gedanken. Wenn Du einen Gedanken immer wieder denkst und diesen noch mit einem Gefühl verknüpfst (z. B. Angst) dann wird dieser zu einer gefühlten inneren Realität und einem inneren Abdruck (ähnlich dem Nagel-Bild).

Die entscheidende Frage ist also: Worauf richtest Du Deine Aufmerksamkeit? Das ist nicht zu verwechseln mit positivem Denken. Es geht hierbei nicht darum, dass Du Dir immer wieder einen vermeintlich positiven Satz vorsagst, sobald Du wahrnimmst, dass Du destruktive Gedanken hast. Es geht darum, achtsam zu werden, worauf Du Deine Aufmerksamkeit richtest. Wählst Du das, was Dir Sorgen macht, Mangel kreiert oder Dich nervt? Oder richtest Du Deine Aufmerksamkeit auf das, was Dich nährt?

2. Wie groß ist Dein JETZT?
Die zweite wichtige Frage beschäftigt sich damit, wie groß Dein JETZT ist, d. h. wie groß die Zeitspanne ist, in der Du lebst. Während Kinder noch ein sehr kleines Jetzt haben und von Moment zu Moment im Spielen versinken können, haben die meisten erwachsenen Menschen ein sehr großes Jetzt. Wie zeigt sich ein großes Jetzt? Es zeigt sich z. B. dadurch, dass:

·         Du schon morgens daran denkst, was Du bis abends alles erledigt haben musst
·         Du Dir heute Gedanken darüber machst, wie das Treffen mit der Freundin nächste Woche wird
·         Du in der Vergangenheit lebst und gedanklich z. B. bei der Besprechung mit Deinem Chef letzte Woche oder bei dem schönen Wochenendausflug vor 3 Tagen bist
·         Du bereits gedanklich im Urlaub bist, der in 3 Monaten ansteht
·         etc.

Das Jetzt ist bei vielen Menschen sehr groß, sodass sie in Tagen, Monaten oder sogar Jahren denken.

Die Sache ist die: Du kannst nicht mehr ändern, was in der Vergangenheit passiert ist, denn es ist schon vorbei. Du kannst auch nicht das ändern, was in der Zukunft liegt, denn es ist noch nicht da. Wenn Du in der Vergangenheit oder in der Zukunft bist, bist Du nicht im Hier und Jetzt präsent. Stattdessen gibst Du Deine Kraft an die Vergangenheit oder die Zukunft ab, die Du nicht kontrollieren kannst. Der einzige Moment, in dem Du wirklich Kraft hast, ist im Hier und Jetzt.

Du kannst als Erinnerung für das Jetzt einen kleinen Stein in Deine Hosentasche tun. Drücke mehrmals am Tag auf den Stein. In dem Moment, wo Du den Stein berührst und den Druck an Deinem Finger spürst, da ist das Jetzt. Minimiere Dein Jetzt auf diesen Moment. Sei präsent und wach in diesem Moment. Nur dort hast Du Kraft. Das Leben passiert Hier und Jetzt, nicht morgen, nicht übermorgen oder letzte Woche. Nur Hier und Jetzt. Mit dieser Wachheit kannst Du dann auch Veränderung vornehmen im Hier und Jetzt. Sobald Du in diesem Moment präsent bist und eine Situation vorfindest, die für Dich nicht funktioniert, kannst Du deklarieren, dass jetzt etwas völlig anderes möglich ist, als das.

Das wiederum bringt uns zur dritten Frage.

3. Was ist für Dich wirklich stimmig?
Wenn Du im Hier und Jetzt präsent und damit in Deiner Kraft bist, stellt sich die Frage, was für Dich genau in diesem Hier und Jetzt stimmig ist.

·         Ist es stimmig, das zu tun, was Du gerade tust?
·         Nährt Dich das, was in diesem Moment ist?
·         Folgst Du in diesem Moment Deiner Freude oder einer vermeintlichen Verpflichtung, die Dir keinen Spaß bringt?
·         Was inspiriert Dich jetzt?
·         Worin besteht jetzt die Notwendigkeit? (Was wird in diesem Moment gebraucht, entweder von Dir oder von anderen).

Um dem zu folgen, was für Dich wirklich stimmig ist, kann es notwendig sein, zunächst einmal die Dinge auszumisten, die für Dich nicht mehr stimmig sind. Bist Du beispielsweise Verpflichtungen eingegangen, hinter denen Du nicht mehr stehst und die Dir keine Freude mehr bereiten (z. B. Mitgliedschaft in irgendeinem Verein, eine Wohnung, in der Du Dich nicht wohl fühlst, die Übernahme von Aufgaben, die Dich eigentlich nerven, etc.)?

An welchen Dingen in Deinem Leben hältst Du fest, obwohl sie nicht mehr zu Dir gehören, Dir nicht gut tun und alles andere als stimmig für Dich sind? Wie viel unnötigen Ballast schleppst Du mit Dir rum?

Beginne damit, in Dich hinein zu spüren, was sich für Dich stimmig anfühlt, was Dir entspricht und was Dich nährt. Dann fang an, Platz für das zu schaffen, indem Du mit den Dingen aufhörst, die Dich nicht mehr nähren.

Vielleicht sagst Du jetzt: „Das ist leichter gesagt, als getan“. Nun, niemand hat gesagt, dass es leicht ist. Und zieh einmal in Betracht, dass es möglicherweise leichter ist, als Du denkst und Du Dir nur zu viele Gedanken darüber machst, wie das denn gehen soll. Denke nicht darüber nach. Fang einfach in kleinen Schritten an, zu experimentieren. Die einzige Frage ist, ob Du mehr Energie, Fluss und Lebensfreude in Deinem Leben haben möchtest oder nicht.

Frederic Dodson hat in seinem Buch Reality Creation Coaching einmal ein schönes Beispiel gegeben. Er saß mit einem Klienten auf einer Parkbank und fragte diesen: „Was würdest Du jetzt am liebsten tun?“ Der Klient, der selbständig war, sagte: „Nun, ich sollte jetzt mal dringend nach Hause gehen und Kundenakquise am Telefon machen“. Federic Dodson sagte: „Das war nicht die Frage. Die Frage war, was Du jetzt am liebsten tun würdest. Was wäre JETZT für Dich stimmig?“ Der Klient schaute in den Park und sagte: „Nun, am liebsten würde ich jetzt da vorne zu dem Baum gehen und die Eichhörnchen füttern, aber das ist ja nicht sehr lukrativ.“ Dodson sagte nur: „Erzähl das mal den Eichhörnchen.“ Also ging der Klient zu dem Baum und fütterte die Eichhörnchen. Eine Frau kam des Weges und sprach ihn an, weil er die Eichhörnchen fütterte. Sie kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass sie die Geschäftsführerin einer großen Firma mit mehreren tausend Mitarbeitern war, die genau den Service brauchte, den der Klient anzubieten hatte. So wurde diese Firma der neue Kunde des Klienten.

Worauf richtest Du im Hier und Jetzt Deine Aufmerksamkeit und was ist für Dich jetzt stimmig?

Herzliche Grüße,
Nicola Nagel


GIB DEINEM LEBEN EINE NEUE RICHTUNG!
www.viva-essenza.com

Donnerstag, 20. Juli 2017

Auf dem Weg zu außergewöhnlicher Beziehung: Wie viel Groll hegst Du gegen Deinen Partner?



Viele Menschen haben die tiefe Sehnsucht, eine außergewöhnliche Beziehung zu erschaffen, doch es mag ihnen oftmals nicht recht gelingen. Eine Ursache dafür ist Groll, der in der Partnerschaft entstanden ist und bisher nicht aufgelöst wurde bzw. weiter genährt wird. Jeder noch so kleinen Grollpunkt, den Du ansammelst, sorgt dafür, dass Nähe und Vertrautheit nach und nach zerstört werden und sich nicht weiter entfalten können. Jeder Grollpunkt ist wie ein spitzer Haken oder ein Giftpfeil in Deinem Herzen, der Intimität und Intensität in Beziehung vermeidet.

Lass mich daher heute ohne große Umschweife eine gefährlichen Frage stellen: Wie viel Groll hegst Du gegen Deinen Partner?

Eine unangenehme Frage, nicht wahr? Aus dem aktuellen Moment heraus würdest Du möglicherweise sagen, dass Du nicht viel oder gar keinen Groll hegst. Doch die Frage zielt darauf ab, wie viel Groll Du in der Vergangenheit bereits angesammelt hast, der nun unbewusst in Deinen Zellen wabert. Es lohnt sich wirklich, diese Frage einmal aufrichtig zu beantworten und das Thema Groll unter die Lupe zu nehmen, denn angesammelter Groll steht außergewöhnlicher Beziehung im Wege. Die Tatsache, dass Du Groll hegst, heißt nicht zwangsläufig, dass Deine Beziehung grundsätzlich nicht funktioniert. Doch wenn Du Groll in Dir ansammelst und nicht mit Deinem Partner / Deiner Partnerin klärst, dann ist das Resultat mittel- und langfristig gewöhnliche Beziehung.

Oftmals werden die Grollpunkte in übertragenem Sinne in einem großen Rabattmarkenheft gesammelt, ähnlich den Heftchen in einem Supermarkt, in die Du Punkte einkleben kannst, um dann bei einem vollen Heftchen etwas zu gewinnen oder eine Prämie zu kassieren. Die Prämie bei einem vollen Groll-Heft besteht darin, dass Du vermeintlich das Recht hast, zum großen Gegenschlag gegen Deinen Partner auszuholen. Dann kommt es zum großen Streit, es fliegen die Fetzen und die Harmonie ist erst recht dahin, oder aber Du verlässt die Beziehung, weil Dein Partner / Deine Partnerin im Licht des Grolls als Idiot(in) erscheint.

Groll kann dabei auf verschiedene Art und Weise entstehen, z. B. durch folgende 10 Punkte:

·       Streiterei / Jammern / Beschuldigungen / Rechthaberei: Jede Art von Täter-Retter-Opfer Dynamik, die Du mit Deinem Partner ausagierst, erzeugt Groll. Viele Paare meinen, dieses Spiel sei das Leben, weil es sich aufgrund der involvierten Emotionen sehr intensiv anfühlt. Doch tatsächlich ist es ein unbewusstes, unverantwortliches Ausagieren von Gefühlen, das Dir Energie raubt und Nähe und Vertrautheit zerstört. Beschuldigungen haben den Zweck, Verantwortung zu vermeiden und den Partner zum Schwein anstatt zum König / zur Königin zu machen. Dies kann übrigens auch still in Deinen Gedanken erfolgen. Wenn Du beispielsweise nur denkst „So ein(e) Idiot(in), jetzt hat er/sie das und das wieder nicht gemacht“, dann erschaffst Du damit bereits einen Grollpunkt in Dir, selbst, wenn Du ihn nicht gegenüber Deinem Partner aussprichst.

·       Ungeprüfte Annahmen: Ungeprüfte Annahmen basieren meist auf unterschiedlichen Glaubenssätzen oder Weltsichten. Wir meinen, dass der Partner in bestimmten Situationen genauso reagiert, wie wir und vergessen in dem Moment, dass er/sie eine ganz andere Art von Erziehung, Erfahrungen, Geschichten und Meinungen in sich trägt. Du siehst die Welt durch Deine Brille und nimmst an, dass Dein Partner die Dinge genauso sieht.

·       Erwartungen: Dies können (unausgesprochene) Erwartungen an Deinen Partner sein, die er nicht erfüllt, oder unausgesprochene Erwartungen an Dich, die Du spürst und die Dich einengen. Erwartungen sind prädestiniert dafür, enttäuscht zu werden und basieren meist auf ungeprüften Annahmen.

·       Klammern: Das ist ein Aspekt, der zahlreiche Menschen in Beziehung auf die Palme bringt und Groll erzeugt. Es gibt Menschen, die meinen, den Partner zu „brauchen“ bzw. ohne ihn nicht leben zu können. Meist ist dies darin begründet, dass sie selbst in der Kindheit nicht genug Liebe bekommen haben und sich daher an den Partner klammern, um das Loch der Vergangenheit zu füllen. Mit dem Klammern geht meist eine spezielle Art von verbaler und emotionaler Manipulation einher. Da dies in höchstem Maße einengend für den Partner ist, ist es nicht ungewöhnlich, dass dieser dann Groll ansammelt, weil er sich in seinem Raum und seiner Freiheit beschnitten fühlt.

·       Inauthentizität und angepasstes Verhalten: Ein Punkt, der dem Klammern sehr ähnlich ist, ist das angepasste Verhalten. Wenn sich jemand angepasst verhält, versucht er / sie, es dem Partner permanent in jeglicher Hinsicht recht zu machen. Um der lieben Harmonie willen, oder um die Liebe des Partners zu gewinnen, geben inauthentische Personen ihre Autorität an den Partner ab und sagen beispielsweise ja, obwohl sie nein meinen und stecken ihre eigenen Interessen weit hinter denen des Partners zurück. Sie spielen eine inauthentische Rolle, so dass bewusster oder unbewusster Groll in zweierlei Hinsicht entsteht. Zum einen beim Partner, dem es irgendwann in höchstem Maße auf die Nerven gehen kann, wenn die andere Person nicht bei sich und in ihrer Kraft ist. Zum anderen bei der Person, die sich angepasst verhält, weil sie ihre Interessen nicht mehr verfolgt.

·       Kontrolle: Eine weitere gefährliche Groll-Falle ist Kontrolle. Wenn Du Deinem Partner nicht traust - weil Du Dir möglicherweise letztendlich selbst nicht traust – und anfängst ihn zu kontrollieren, sein Handy oder seine E-Mails zu überprüfen, oder ihm genaue Vorgaben machst, wann er wo und wie zu erscheinen hat, ist das ein ziemlicher Garant dafür, dass er irgendwann Groll hegt.

·       Nicht eingehaltene Vereinbarungen: Vereinbarungen sind sehr anfällig für Groll. Wenn Du beispielsweise mit Deinem Partner seit langer Zeit verabredet bist, um ins Theater zu gehen, er am Tag X jedoch eine halbe Stunde später aus der Arbeit kommt, als vereinbart und Ihr dann zum Theater hetzen müsst, dann kann das schon unbewusst Groll in Dir auslösen. Selbst wenn Ihr noch pünktlich ankommt und Du Dir leicht wütend sagst „Egal. Hat ja zum Glück noch geklappt“, so kann dennoch Groll zurück bleiben, weil Eure Vereinbarung nicht eingehalten wurde.

·       „Schlechte Laune“ des Partners: Wenn Dein Partner schlechte Laune hat und Du es persönlich nimmst oder gar Deine Laune von seiner Laune abhängig machst, kann dadurch sehr schnell Groll entstehen.

·       Fehlende Zeit: Wenn Ihr beide oder einer von Euch so im Arbeitsstress seid, dass Ihr kaum noch bewusste Paar-Zeit mehr miteinander habt, dann kann das früher oder später Groll auslösen. Ein klassischer Satz ist z. B. „Du hast nie Zeit!“ oder „Deine Arbeit ist Dir wichtiger als ich!“

·       Fehlende Intimität / unerfüllte Bedürfnisse:
Letztendlich können auch fehlende Intimität oder unerfüllte Bedürfnisse zu Groll führen. Beziehung sterben oftmals nicht aus Mangel an Liebe sondern aus Mangel an Intimität. Intimität kann dabei auf verschiedenen Ebenen bzw. in 4 Körpern stattfinden. Physische Intimität schließt beispielsweise Sexualität, Zärtlichkeit und gemeinsame Unternehmungen ein. Intellektueller Intimität liegen u. a. tiefe Gespräche und gemeinsame Pläne zugrunde. Ganz wichtig ist auch emotionale Intimität, die u. a. Verletzlichkeit, Offenheit, Mitgefühl  und das Teilen von Gefühlen mit 1000%igem Vertrauen beinhaltet. Energetische Intimität zeugt von Präsenz, gemeinsamen Ritualen, Würde und gemeinsamer Entwicklung. Wenn Du auf diesen Ebenen nicht genährt wirst in Deiner Beziehung, dann kann aus einem unbewussten Mangel an Intimität heraus sehr schnell Groll entstehen.

Es gibt sicherlich noch weitere Kategorien, doch diese 10 Punkte decken bereits viele Groll-Auslöser ab.

Wenn Du ausßergewöhnliche Beziehung erschaffen möchtest, ist es extrem wichtig, dass Du Groll in Deiner Beziehung klärst. Dies erfordert ein wenig Arbeit.

EXPERIMENT 1: Groll sichtbar machen
Schreibe einmal auf, in Bezug auf was Du Deinem Partner / Deiner Partnerin grollst. Hat er z. B. vergessen, Dich anzurufen, den Rasen zu mähen, seine Klamotten ordentlich wegzuräumen, den Klodeckel runter zu machen, die Zahnpastatube von oben anstatt von der Mitte her ausgedrückt, kann er sich nicht entscheiden, wann und wohin er mit Dir in Urlaub fahren möchte, oder hat er eine Verabredung vergessen, etc.? Finde dann heraus, warum Du hauptsächlich Groll ansammelst. Welche oben genannten Groll-Sammel-Kategorien sind Dir vertraut? Schreibe jeden noch so kleinen Punkt auf, auch wenn er Dir lächerlich erscheint. Sei radikal ehrlich. Die Akzeptanz und Bewusstheit über Deinen Groll ist bereits der erste Schritt zum Auflösen des Grolls.


EXPERIMENT 2: Groll auflösen
Grollpunkte kannst Du auf verschiedene Arten auflösen.

Option 1: Erwartungen zurück nehmen
Wenn der Groll aufgrund einer nicht erfüllten Erwartung entstanden ist, kannst Du ihn wie folgt auflösen:
·         Beantworte dann folgende Frage: Bist Du bereit, eine oder mehrere Erwartungen zurück zu nehmen (und zwar nicht im Verstand sondern wirklich spürbar in Deinem Körper)?
·         Falls Du aufrichtig von innen heraus eine Erwartung an Deinen Partner zurücknehmen möchtest, kannst Du folgendes tun: Gehe zu Deinem Partner hin (oder bitte eine Freundin stellvertretend für Deinen Partner Dir gegenüber zu stehen, oder – als komplett ungefährliche Variante: nimm ein Foto von Deinem Partner) und nimm die Erwartung aufrichtig mit den Worten zurück „Ich nehme die Erwartung, dass Du …(nenne hier die Erwartung)… jetzt FÜR IMMER von Dir zurück.“ Entscheidend ist das „FÜR IMMER“. Sonst kommt der clevere Gremlin  - der König Deiner eigenen Unterwelt -  und denkt sich „Okay, ich nehme die Erwartung für heute zurück. Aber morgen ist ja ein neuer Tag…“. Sobald Du eine Erwartung aufrichtig für immer von Deinem Partner zurück nimmst, verschwinden die energetische Erwartungsbarriere und der Groll, die Nähe und Intimität verhindert haben und Entspannung macht sich breit, sowohl bei Dir, als auch bei Deinem Partner.

Option 2: Kommunikation vollenden
Liegt Dir etwas anderes quer im Magen, kannst Du Deinen Partner um ein Gespräch bitten, und ihm erzählen, wie Du eine konkrete Situation wahrgenommen hast. Er hört zunächst nur zu und vollendet dann die Kommunikation, indem er das wiederholt, was er Dich hat sagen hören (bitte ihn, es als Aussage zu wiederholen, nicht als Frage). Vielleicht wirst Du Dir albern vorkommen, doch es geht darum, dass Du Dich zeigst, dass Du Deine Maskerade fallen lässt und zu erkennen gibst, was in Deinem Inneren los ist. Es geht nicht um Diskussion oder Rechtfertigung. Entscheidend ist, dass Dein Grollpunkt gehört wird. Durch jeden aufgelösten Grollpunkt kommt automatisch ein Stück Nähe zurück.

Checke jedoch auch bewusst, ob es sich um einen relevanten Grollpunkt handelt, oder ob Deine Box (Dein Ego) eventuell einfach nur neurotisch ist. Wann muss ein Grollpunkt benannt werden und wann nicht? Es hat etwas mit der Liebe zu tun. Ist Dir die Beziehung oder das Thema wichtiger? Musst Du kostbare Zeit mit „Grollpunkte auflösen“ verbringen oder kannst Du innerlich shiften und eine andere, gelassenere Haltung einnehmen? Es geht nicht darum, alle Grollpunkte runterzuschlucken, doch manchmal können kleine Grollpunkte, die Du aussprichst zu einer Blockade werden. Bist Du beispielsweise am Haken, weil der Müllerimer nicht geleert ist oder ist Deine Liebe groß genug und Du kannst gelassen bleiben?

Option 3: Bewusste Gefühlsarbeit
Falls der Groll auf Deinen Partner riesen groß ist, oder Du feststellst, dass es sich sogar noch um Groll aus vergangenen Beziehungen handelt, dann ist es unter Umständen nicht sinnvoll, diese riesige Ladung mit Deinem Partner zu teilen. Vielmehr könnte es äußerst hilfreich sein, dass Du Dir einen sicheren Trainingsraum und einen entsprechenden Raumhalter suchst, um den Groll bewusst auszudrücken, ohne dass jemand verletzt wird. Manchmal ist es notwendig, dass Du Deine 4 Körper ohne die Gegenwart Deines Partners auf diese Art und Weise vom Groll reinigst. Gleiches gilt für Muster wie Klammern, Kontrollieren oder angepasstes Verhalten. Diese Muster sind vielschichtig und erfordern in der Regel eine grundlegende Erweiterung Deiner Sichtweise bzw. das Auflösen alter Entscheidungen, die noch aus vergangener Zeit unbewusst in Deinem Körper gespeichert sind.

Bist Du bereit, für außergewöhnliche Beziehung einzustehen und zu beginnen, Deinen eigenen Groll aufzulösen?

Herzliche Grüße,
Nicola Nagel



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