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Samstag, 18. April 2020

3 Entscheidende Aspekte um Krisen leichter zu meistern


Wie gehst Du grundsätzlich mit Krisen um, beispielsweise mit der aktuellen Corona Krise? Bist Du eher entspannt, oder angespannt? Vielleicht sagst Du jetzt: „Naja, am Anfang war es erst toll, einige Tage ungeplant frei zu haben, doch das hat sich dann sehr schnell geändert.“

Insgesamt tun wir uns mit Krisen oftmals schwer, denn eine Krise reißt Dich zunächst einmal aus Deiner Komfort-Zone heraus und verändert Dein Leben schlagartig. Wie kannst Du da noch einigermaßen entspannt bleiben? Nun, zieh einmal in Betracht, dass Du bereits wesentlich leichter durch Krisen navigieren kannst, wenn Du folgende 3 Aspekte berücksichtigst:

  1. Zentriert im Hier und Jetzt bleiben
  2. Emotionen von Gefühlen unterscheiden
  3. Deine Sichtweise verändern, indem Du radikale Verantwortung übernimmst

Was hat es damit im Detail auf sich?


1. Zentriert im Hier und Jetzt bleiben
In einer Krise ist es entscheidend, dass Du in Deiner Kraft bleibst. Viele geben jedoch ihre Kraft nach außen ab, z. B. an die Umstände oder andere Personen. Manche geben ihre Kraft auch an die Vergangenheit ab, indem sie sich wünschen, es sei alles wieder so wie vorher, oder sie geben ihre Kraft an die Zukunft ab, indem sie sich unentwegt Sorgen und Gedanken machen, wie es denn wohl weitergehen soll. Auf wen oder was Du im Außen auch fokussiert bist, Du gibst damit Dein sogenanntes energetisches Zentrum, d. h. Deine persönliche Kraft und Autorität ab. Dann bist Du nicht mehr wirklich bei Dir. Wenn Du nicht zentriert bist, kann es Dir zudem passieren, dass Du in hektisches Agieren verfällst oder verkrampft im Intellekt nach Lösungen suchst.

Um in Krisenzeiten jedoch wirksam und bewegungsfähig zu sein, ist es entscheidend, dass Du im Hier und Jetzt präsent bist. Nur dann kannst Du ruhig werden und klar spüren, was z. B. als nächstes dran ist oder wann es an der Zeit ist, nichts zu tun. Wenn Du zentriert und geerdet bist, kann Dich nichts so schnell umhauen.

Wie kommst Du im Hier und Jetzt an?

Experiment Nr. 1: Bei Dir ankommen
Nun, zum einen kannst Du lernen, mit Deiner Aufmerksamkeit Dein energetisches Zentrum zu lokalisieren (viele Menschen haben es meist im Kopf, weil sie sich so viele Gedanken machen) und dann mit Deiner Absicht auf Dein physisches Zentrum zu legen (Dein physischer Balancepunkt). Einen ersten Geschmack davon kannst Du jedoch auch bekommen, wenn Du erst einmal vollständig in Deinem Körper ankommst, indem Du die Augen zu schließt und zunächst einige Male in Ruhe atmest. Dann sinke einmal tiefer in Deinen Körper hinein und finde den Ort, an dem Dein inneres Lebensfeuer brennt, Deine Essenz. Sobald Du diesen Ort gefunden hast, verweile dort ein wenig und schaue Dich um. Welche Farbe hat er? Siehst Du das Lebensfeuer oder vielleicht ein leuchtendes Juwel? Nähere Dich dem Feuer oder dem Juwel und berühre es mit den Händen. Spüre es. Das ist der Ort, an dem alles in Ordnung ist. Das ist der ruhige Ort des Seins. Der Ort, an dem Du genauso gemeint bist, wie Du bist. Bleibe noch einige Minuten dort und öffne dann wieder die Augen. Kannst Du den Unterschied spüren zu vorher?


2. Emotionen von Gefühlen unterscheiden
Was in Krisenzeiten sehr häufig passiert, ist zudem,  dass unglaublich viele Emotionen hochkommen. Wenn Du Dich mit diesen Emotionen identifizierst, kannst Du nur unverantwortlich emotional reagieren, anstatt bewusst und verantwortlich zu agieren. Deswegen ist es wichtig, dass Du Dir den Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen klar machst.

Es gibt 4 große Gefühlsgebiete: Wut, Traurigkeit, Angst und Freude. Gefühle entstehen im Hier und Jetzt. Sobald Du sie bewusst und verantwortlich nutzt (z. B. um eine Grenze zu setzen oder um Dich bewusst von etwas zu verabschieden), dann verschwinden sie sofort.

Emotionen fühlen sich genauso an wie Gefühle, dauern aber länger. Hast Du es schon einmal erlebt, dass Du mit einer Person gesprochen hast und einige Stunden oder gar Tage später immer noch wütend, traurig oder ängstlich warst? Ja, die meisten haben das schon erlebt. Wenn das jedoch der Fall ist, dann wurde eine Emotion bei Dir getriggert, die mit der Person bzw. mit der aktuellen Situation nichts zu tun hat. Einer Deiner „roten Knöpfe“ wurde sozusagen gedrückt. Was dann passiert ist, dass die Emotion mit einer gehörigen Wucht innerlich hoch schießt und Du emotional reagierst. Vielleicht fliegen sogar böse Worte und Sätze.

Es gibt unterschiedliche Arten von Emotionen:
·         Zum einen gibt es die sogenannte Kind-Emotion:
Das sind unvollendete Gefühle aus der Vergangenheit, z. B. aus der Kindheit. Möglicherweise hast Du früher einmal eine ähnliche Situation erlebt und damals war es nicht sicher für Dich, diese Gefühle auszudrücken. In einer Krise können solche Kind-Emotionen sehr schnell wieder an die Oberfläche kommen. Eine Möglichkeit, sie zu heilen besteht darin, dass Du die Gefühle von damals noch einmal bewusst ausdrückst, am besten in einem sicheren Raum und in Gegenwart einer trainierten Person, damit die Gefühle auch vollendet werden können.

·         Zum anderen gibt es die sogenannte Eltern-Emotion:
Dies sind Gefühle, die Du von anderen unbewusst übernommen hast, z. B. von Deinen Eltern, Lehrern, Institutionen, Marken, Religionen, etc.  Wenn Du beispielsweise in einer bestimmten Situation panisch reagierst, weil Deine Mutter immer panisch reagiert hat, dann ist das eine Eltern-Emotion.

·         Als dritte Emotion gibt es noch eine ganz besondere, lass sie uns die Gremlin Emotion nennen. Die Gremlin Emotion gehört zu Deinem kleinen inneren Monster, Deinem Schattenanteil, dem König oder der Königin Deiner eigenen Unterwelt. Bist Du beispielsweise morgens schon einmal aufgewacht und warst ohne jeglichen Grund wütend und auf Kampf gepolt? Das ist eine Gremlin Emotion. Der Gremlin hat einfach Lust ein niederes Drama anzuzetteln. Dazu gleich mehr.

Anzeichen für eine Emotion ist auch, wenn Du die Gefühle miteinander vermischt und Dich z. B. depressiv, verzweifelt, hilflos, melancholisch oder hysterisch fühlst. Wenn die Gefühle so vermischt sind, dann steckst Du fest und kannst nicht klar und verantwortlich agieren.

Wie kannst Du nun aufhören, emotional zu reagieren?


Experiment Nr. 2: Mache eine Lücke
Sobald Du merkst, dass ein heftiger Gefühlsschwall in Dir aufsteigt und Du sofort lospoltern möchtest, mache die Lücke. Das bedeutet, dass Du zunächst 3 Mal weiter atmest und Dir bewusst machst, dass gerade eine Emotion hoch kommt und diese nichts mit der aktuellen Situation oder Person zu tun hat. Wenn Du keine Lücke machst, ist der automatische Impuls, die alte Emotion auf die aktuelle Situation oder Person zu projizieren, was sehr häufig in Stress, Streit oder ähnliches ausartet.

Auch wenn Du Dir später erst bewusst wirst, dass Du immer noch wütend, traurig oder ängstlich bist oder alle Gefühle miteinander vermischt hast, ist es entscheidend, dass Du Dir bewusst sagst „Ah…das ist eine Emotion. Es hat nichts mit ihm/ihr bzw. der Situation zu tun“. Dann kannst Du diese zur Seite legen und Dir später anschauen oder heilen, anstatt sie in der aktuellen Situation auf die andere Person zu projizieren.


3. Deine Sichtweise verändern, indem Du radikale Verantwortung übernimmst
Wenn Du keine Bewusstheit über den Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen hast, dann identifizierst Du Dich in der mit Deinen Emotionen in dem Glauben, Du würdest etwas fühlen. Doch das einzige, was passiert ist, dass Du durch Deine emotionale Reaktion ohne Umschweife direkt im sogenannten niederen Drama landest, d. h. eine Täter-Retter-Opfer Dynamik entsteht. Dann bist Du möglicherweise das Opfer, das z. B. herum jammert, sich beschwert, andere beschuldigt und ins Unrecht setzt, mit Vorwürfen um sich schießt, Recht haben will oder verlangt, dass Deine unausgesprochenen Erwartungen erfüllt werden. Im Sumpf des niederen Dramas drehst Du Dich um Dich selbst und erzählst Dir die Geschichte, dass die Situation oder die anderen Personen unfair sind, Dir Unrecht getan haben, oder was auch immer.

Opfer der Umstände zu sein, hat einen großen Nutzen: Du musst keine Verantwortung übernehmen, musst Dich nicht verändern, bekommst Aufmerksamkeit, kannst Dir die Geschichte erzählen, dass Du der oder die moralisch Bessere bist und kannst vor allem…..irgendwann Rache üben. Dieses Spiel liebt der Gremlin, Dein Schattenanteil.

Doch wie kommst Du aus dem niederen Drama raus?

Experiment Nr. 3: Erzähle die verantwortliche Geschichte
Nun ein großes Experiment wäre, dass Du beginnst, die verantwortliche Geschichte zu erzählen. Das wird dem Schattenanteil in Dir gar nicht gefallen, weil Du damit Deine Opfer-Position aufgibst und auch die Möglichkeit, in die Täter-Rolle zu wechseln und Dich zu rächen.

Bei diesem Experiment geht es darum, dass Du Deine innere Haltung veränderst, und radikale Verantwortung übernimmst, in dem Du 2 Fragen beantwortest:

  • Wie hast Du dazu beigetragen, dass das passiert ist (also dass Du gerade diese Krise erlebst)?
  • Und welchen Nutzen hast Du davon?

Das ist keine leichte Übung. Mache sie trotzdem.

Vielleicht hast Du zu der ganzen Krise, in der Du Dich gerade befindest beigetragen, weil Du Dir ein bestimmtes Umfeld, einen Partner/eine Partnerin oder was auch immer ausgesucht hast. Vielleicht hast Du auf Deinem Recht gepocht oder hast Erwartungen im Vorfeld nicht kommuniziert. Vielleicht hast Du auch die ersten Anzeichen für Deine persönliche Krise einfach nicht ernst genommen und sie dezent ignoriert.

Möglicherweise ist ein Nutzen, dass Du in der Vergangenheit das Opfer warst, dass Du keine Verantwortung übernehmen musstest und alles beim Alten lassen konntest. Vielleicht war es bequem, Deine alte Rolle als Opfer weiterzuspielen, um nicht in Deiner vollen Kraft zu sein. Vielleicht ist ein Nutzen der Krise jetzt, Dich von alten, einengenden Glaubenssätzen zu befreien oder endlich für Dich einzustehen.

Es geht nicht darum, dass Du die Schuld für etwas übernimmst. Es geht darum, dass Du Deine Sichtweise veränderst, Deine innere Haltung. Versuche wirklich radikal verantwortlich zu sein. Spüre dann, wie sich Deine innere Haltung verändert und Dir die verantwortliche Sichtweise mehr Kraft gibt. Wenn Du Verantwortung übernimmst, kannst Du kein Opfer der Umstände mehr sein.

Wenn Du die verantwortliche Sichtweise im Hier und Jetzt zentriert einnimmst, dann kann ein völlig neues Spiel beginnen und es tun sich plötzlich ungeahnte, neue Möglichkeiten auf.

Hier noch einmal eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Krisenbewältigung:

Krisen-Bewältigung gewöhnlich
Krisen-Bewältigung einmal anders
Deine Kraft an das Außen abgeben
Zentriert bei Dir bleiben
In der Vergangenheit oder der Zukunft sein
Präsent im Hier und Jetzt sein
Im Intellekt nach Lösungen suchen
Auch Deiner Intuition vertrauen
Hauptsache agieren und irgendetwas tun
Mehr sein und Dich bewegen, wenn es dran ist.
Emotional reagieren.
Mit der Emotion identifiziert sein.
Zwischen Emotionen und Gefühlen unterscheiden. Dich nicht von Emotionen einnehmen lassen. Die Lücke machen
Im niederen Drama versinken mit Jammern, Beschuldigen, Beschweren, etc.
Die Sichtweise wechseln und radikale Verantwortung für die Krise übernehmen.
Dein Gremlin hat freien Auslauf
Du hast Deinen Gremlin an der Leine.
Feststecken, unbeweglich werden
Kreativ werden. Neue Möglichkeiten generieren.
Versuchen, zu überleben. Nichts verändern
Krise als Chance für Heilung und Wachstum nehmen
Versuchen, Dich irgendwie abzulenken
Wahrnehmen was ist, ohne Ablenkung

In diesem Sinne, ein sanftes Navigieren durch Krisenzeiten.

Herzlichst,
Nicola


www.viva-essenza.com
INSPIRATION, DIE BEWEGT!

Mittwoch, 13. März 2019

3 Schritte, um in Bewegung zu kommen, wenn Du feststeckst


Steckst Du in dem einen oder anderen Lebensbereich fest, oder hast Du in der Vergangenheit schon einmal festgesteckt? Die meisten werden dies schon erlebt haben. Wenn Du feststeckst, dann hast Du den Eindruck, es geht nicht vorwärts und nicht rückwärts. Eventuell hast Du es auch schon erlebt, dass Sätze wie „Ich weiß nicht, was ich tun soll“ oder „Ich weiß nicht, wie ich es verändern soll“ durch Deinen Kopf. Hier sind zwei Beispiele:

Beispiel 1: „Ich stecke im Job fest“
Stell Dir vor, Du hast einen Chef oder eine Chefin, die enormen Druck ausübt, sodass Du Dich letztendlich in Deinem Job gestresst fühlst. Du bekommst immer mehr Aufgaben und versuchst dieser Aufgaben Herr zu werden, denn schließlich möchtest Du Deinen Job nicht verlieren. Doch eigentlich fragst Du Dich, wie Du das nur schaffen sollst. Du weißt nicht, wie Du aus dem Hamsterrad aussteigen kannst und machst daher weiter wie bisher, möglicherweise so lange, bis Du völlig erschöpft bist und krank wirst.

Beispiel 2: „Ich stecke in meiner Beziehung fest“
Vielleicht steckst Du auch in Deiner Beziehung fest, z. B. in der Form, dass Du Dich mit Deinem Partner/Deiner Partnerin immer wieder in Streits oder Diskussionen wiederfindest und Du mittlerweile der festen Überzeugung bist, dass nichts anderes möglich ist. Eventuell passiert auch genau das Gegenteil und Du steckst fest in der Situation, dass Ihr nicht mehr viel miteinander sprecht, Distanz da ist und Du Dich fragst, welche gemeinsame Basis Ihr eigentlich habt. Du sagst Dir: „Ich würde ja gerne eine andere Art von Nähe und Intimität leben, aber ich weiß nicht wie. Mit ihm/ihr ist das nicht möglich. Jedes Mal, wenn ich es probiere, kommen wir wieder in das alte Muster und streiten. Er/Sie sieht mich einfach nicht.“

Es gibt noch viele andere Beispiele des Feststeckens. Die spannende Frage ist jedoch, wie Du in Bewegung kommst, wenn Du meinst, festzustecken. Dafür ist es notwendig kurz zu beleuchten, wie Du überhaupt in eine festgefahrene Situation kommst.

Wenn Du feststeckst, dann meinst Du in dem Moment, dass nichts anderes möglich ist. Du wünschst Dir vielleicht etwas anderes, weißt aber nicht, wie Du aus der eigentlichen Situation rauskommen sollst. Du deklarierst „Es IST so!“ „Nichts anderes ist möglich.“ „Ich stecke fest“. Das bedeutet, dass Du komplett mit Deinen Gedanken und Geschichten über die Situation identifiziert bist und auch fortlaufend Gründe dafür findest, warum es so ist. Die Welt ist reich an Beweisen, und welche Geschichte Du auch immer untermauern willst, Du wirst die Beweise finden.

Hast Du die festgefahrene Situation, dass Dein Chef ein Idiot ist, dann wirst Du jeden Tag im Job Beweise finden, dass er z. B. schon wieder einen gemeinen Drall in der Stimme hatte, oder nicht gegrüßt hat, oder was auch immer. Wenn Du die festgefahrene Situation in Deiner Beziehung hast, dass Nähe mit Deinem Partner/Deiner Partnerin nicht wirklich möglich ist, dann wirst Du eine Menge Beweise finden, z. B. dass er/sie jeden Abend müde auf dem Sofa liegt, dass er Dir vielleicht schon lange keine Blumen mehr mitgebracht hat, oder sie schon lange nicht mehr „Ich liebe Dich!“ gesagt hat.
In dem Moment, wo Du meinst Festzustecken, bist Du in einer Opfer-Haltung. Du bist Opfer der Umstände, Opfer der Situation, Opfer des Feststeckens. Vielleicht sagst Du jetzt „Ja, toll, und wie komme ich da raus?“ Hier sind 3 wichtigen Schritte, um in Bewegung zu kommen.

SCHRITT 1: Gesteh Dir ein, dass Du feststeckst
Dir einzugestehen, dass Du feststeckst, ist der erste Schritt. Dir das einzugestehen, kann möglicherweise schmerzhaft sein, vor allem wenn Du zu den Menschen gehörst, die normalerweise alles im Griff haben und gerne für alles eine Lösung haben. Um Dir einzugestehen, dass Du feststeckst, mache einmal folgendes Experiment:

·         Schreibe die Lebenssituation auf, in der Du feststeckst. Wer sind die Beteiligten? Worum geht es genau? In welcher Form steckst Du fest? Was passiert da genau?

·         Dann schreibe Deine ganzen Beweise für diese Situation auf. Welches sind konkret die Beweise, die Deine Geschichte des Feststeckens untermauern? Sie präzise. Und sei vor allem radikal ehrlich, auch wenn Du Beweise anführst, die Dir vielleicht peinlich sind. Es liest ja niemand außer Dir. Hier geht es darum, dass Du es Dir selbst eingestehst.


SCHRITT 2: Dein Nutzen, festzustecken
Nun da Du Klarheit über Deine Situation und die ganzen Gründe hast, geht es ans Eingemachte. Ein Teil in Dir möchte diesen zweiten Schritt vielleicht gar nicht machen. Wenn Du wirklich in Bewegung kommen willst, mach ihn trotzdem!

In Schritt 1 hast Du gerade aufgeschrieben, wo Du Opfer des Feststeckens bist. Jetzt geht es darum, dass Du aufschreibst, was Dein Nutzen davon ist. Was ist der Nutzen davon, dass Du feststeckst und immer wieder Beweise für die festgefahrene Situation findest? Möglicherweise sagt eine Stimme in Dir „Wie, Nutzen? Ich habe davon doch keinen Nutzen! Das Feststecken ist Mist! Ich will ja etwas anderes.“ Und doch hast Du einen Nutzen davon, sonst hättest Du bereits etwas anderes im Leben. Es geht darum, dass Du beginnst, Verantwortung für Dein Feststecken zu übernehmen. Beantworte dazu folgende Fragen:

  • Wie hast Du dazu beigetragen, dass Du feststeckst?
  • Was konntest Du durch das Feststecken bisher vermeiden?
  • Was musstest Du nicht tun?
  • Was hast Du dadurch eventuell bekommen?
  • Was war bisher der Nutzen?

Es geht bei diesem Schritt also nicht um die anderen beteiligten Personen, sondern um Dich. Was ist DEIN Nutzen des Feststeckens. Verantwortung für Dein Feststecken zu übernehmen, scheint im ersten Moment nicht fair. Doch wenn Du in Bewegung kommen willst, kommst Du um diesen Schritt nicht herum. Im Folgenden findest Du Schritt 2 angewandt auf die beiden oben genannten Beispiele.


Beispiel 1: Der Nutzen, im Job festzustecken
Lass uns das obige Beispiel wieder hernehmen. Vielleicht hast Du in der Form zum Feststecken im Job beigetragen, dass Du nie glasklar NEIN gesagt und eine Grenze gesetzt hast, als das Arbeitspensum längst erreicht war. Du bist nicht für Dich eingestanden, sondern hast Deine Autorität an Deinen Chef abgegeben und Dich angepasst verhalten. Möglicherweise ist Dein sehr großer Nutzen auch der, dass Du Anerkennung und Aufmerksamkeit von Kollegen oder Deinen Lieben bekommst, wenn Du gestresst nach Hause kommst, weil Du wieder so viel gearbeitet hast. Aufmerksamkeit ist ein toller Nutzen! Vielleicht musst Du Dir bei so viel Stress auch nicht eingestehen, dass Du den Job eigentlich gar nicht machen möchtest. Dadurch musst Du Dich nicht der Angst aussetzen, was passiert, wenn Du kündigst. … und so weiter. Sei radikal ehrlich.

Beispiel 2: Der Nutzen, in Deiner Beziehung festzustecken
Wenn Du mit Deinem Partner immer wieder streitest oder Ihr umgekehrt nicht mehr viel miteinander sprecht und Du in dieser Situation feststeckst, wie hast Du dazu beigetragen und was könnte Dein Nutzen sein? Möglicherweise hast Du in der Form dazu beigetragen, dass Du irgendwann aufgehört hast, Deinen Partner wertzuschätzen. Vielleicht teilst Du auch nicht mehr mit, welche Dinge Dich bewegen. Der Nutzen davon könnte sein, dass Du Dich nicht verletzlich zeigen musst und dadurch nicht riskieren musst verletzt zu werden. Du kannst im Bekannten bleiben. Ein weiterer Nutzen kann auch sein, dass Du Mitleid von Deinen Freunden bekommst, wenn Du Dich bei ihnen über Deine Beziehung beschwerst. Außerdem musst Du Dich nicht der Angst stellen, die aufkommt, wenn echte Nähe und Intensität entsteht. Du siehst, auch da gibt es einen interessanten Nutzen, wenn Du radikale Verantwortung übernimmst.

Schreibe einmal genau auf, was Dein Nutzen ist, wenn Du radikale Verantwortung für Dein Feststecken übernimmst.


SCHRITT 3: Wie lautet Deine Entscheidung?
Nachdem Du nun Klarheit über die Situation, die Beweise dafür und Deinen Nutzen des Feststeckens hast, besteht Schritt 3 darin, eine gefährliche Frage zu beantworten, und zwar aus Deinem Körper heraus, nicht aus Deinem Verstand. Atme, komm in Deinen Körper, spüre in Deinem Körper den Schmerz des Feststeckens ganz bewusst und beantworte aus dem heraus  folgende Frage:
Hast Du lange genug festgesteckt?

Stelle Dir diese Frage ernsthaft und beantworte sie aus Deinem Körper heraus, nicht aus dem Verstand. Falls Deine Antwort JA lautet, kannst Du beginnen, Deine Geschichte zu verändern. Dann bist Du bereit, Deinen bisherigen vermeintlichen Nutzen aufzugeben und etwas völlig neues zu wagen. Dann ist Dir klar, dass Du zu dieser Situation und dem Feststecken beigetragen hast und somit auch Verantwortung übernehmen kannst, etwas Neues zu kreieren.

Ist Deine Antwort NEIN, dann ist das nicht gut und nicht schlecht. Es bedeutet einfach, dass es einen Teil in Dir gibt, der nicht bereit ist, Verantwortung für die Situation zu übernehmen, weil Dein Nutzen noch zu groß ist. Vielleicht erfindest Du dann Geschichten wie „Ja, vielleicht ändert er/sie/die Situation sich ja und dann ist alles anders!“ In dem Fall ist es bequemer für Dich, weiter festzustecken und das Leben an Dir vorbei ziehen zu lassen. Dann machst Du Dir den Schmerz des Feststeckens nicht in seinem vollen Ausmaß bewusst, denn sonst würdest Du etwas verändern. Sei Dir einfach bewusst, dass es Deine kostbare Lebenszeit ist, die Du durch das Feststecken vergeudest. Du bekommst sie nicht zurück.

Etwas zu verändern und aus dem Feststecken herauszukommen kann beängstigend sein. Du verlässt bekanntes Gebiet und probierst vielleicht etwas Neues aus. Es ist absolut angemessen Angst zu haben. Doch anstatt sich von der Angst blockieren zu lassen, kannst Du sie einfach als Indikator dafür nehmen, dass Du aus etwas Bekanntem ausbrichst und nicht weißt, was dann passiert. Das braucht Mut. Vielleicht hilft es Dir, an dem Punkt dann folgendes in Betracht zu ziehen:

Mut ist nicht das Ausbleiben von Angst.
Mut ist die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist, als die Angst.

Ziehe zudem einmal in Betracht, dass Du nicht bereits wissen musst, wie das Neue geht. Du musst es auch nicht alleine tun, sondern kannst Dir jederzeit Unterstützung holen in Form von Freunden, erfahrenen Trainer, oder was es auch immer braucht. Die einzige Frage, die zählt, ist:

War es jetzt lange genug?

In diesem Sinne, herzlich bewegende Grüße,
Nicola

Montag, 14. März 2016

7 Schritte aus der Resignation



Kürzlich sah ich eine kurze Rede von Matt Damon, dem bekannten US Schauspieler. In seiner Rede sagte er sinngemäß „Die Regierung meint, das Problem ist ziviler Ungehorsam. Das ist aber nicht unser Problem. Unser Problem ist ziviler Gehorsam. Unser Problem sind die Anzahl Menschen auf der ganzen Welt, welche den Diktaten der Anführer ihrer Regierungen gehorchen…“ Weise Worte, denn diese Welt könnte in der Tat eine andere sein, wenn mehr Menschen „zivil ungehorsam“ würden. Das bedeutet nichts anderes, als die eigene Taubheitsschwelle herabzusetzen, den Schmerz über bestimmte Gegebenheiten zu fühlen und entsprechend in Aktion zu treten, anstatt darüber zu resignieren. 

Resignation scheint – in kleinem oder großem Ausmaß – bei vielen Menschen ein Thema zu sein. Sei es die Resignation über die aktuellen Zustände auf der Erde, angefangen von Kriegen über Klimawandel, Flüchtlingsströme bis hin zu Umweltzerstörung und Unterdrückung oder auch Resignation über Dinge im eigenen Leben, wie beispielsweise ein langweiliger, stressiger Job, eine nicht erfüllende Beziehung oder die nervenden Nachbarn. 

Es ist hilfreich, sich an dieser Stelle einmal bewusst zu machen, was Resignation tatsächlich bedeutet. Wikipedia definiert Resignation wie folgt: „ (…) Resignation bezeichnet etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts die menschliche Haltung bzw. Gestimmtheit des Sichfügens in einer unausweichlichen Situation, z. B. aus (gefühlter) Aussichtslosigkeit.“
 
Wenn Du resignierst, gibst Du auf. Du gibst die Hoffnung auf Veränderung auf, meinst etwas sowieso nicht ändern zu können und bist damit Opfer der Umstände. Wenn Du in Bezug auf ein Thema resignierst, dann hast Du aufgehört, an Deine eigene Kraft zu glauben, gibst stattdessen Deine Autorität an andere Menschen oder an eine Situation ab und ruhst Dich auf dem Satz aus „Es ändert sich eh nichts“ oder „Was kann ich denn schon tun“. Opfer der Umstände zu sein und sich diesen zu fügen, hat durchaus seinen Nutzen. Wenn Du resignierst und damit in die Opfer-Rolle einsteigst, erhältst Du Aufmerksamkeit, musst keine Entscheidung treffen, brauchst keine Verantwortung zu übernehmen und kannst weiterhin rumjammern und Dich beschweren. Das einzige, was jedoch dadurch passiert, ist, das Du älter wirst, während sich an der Gesamtlage nichts ändert. Wenn Du resignierst, dann versuchst Du irgendwie in einem Sumpf aus Emotionen zu überleben.

Vielen Menschen ist dabei nicht bewusst, dass Resignation auf einer Vermischung aus Gefühlen basiert, die – wenn sie getrennt voneinander gefühlt und ausgedrückt würden – wertvolle Energie und Information enthalten, um eine neue Richtung einzuschlagen. Doch wir haben diese Unterscheidung über Gefühle nicht gelernt, weder im Kindergarten, noch in der Schule noch im Studium oder im Job. Im Gegenteil, es gibt zahlreiche Menschen wie beispielsweise unverantwortliche Medienagenten, Politiker oder Religionsführer (manchmal sogar Personen in Deinem direkten, persönlichen Umfeld), die ein Interesse daran haben, dass wir weiterhin taub bleiben und uns unserer tatsächlichen Gefühle über die Zustände in unserem Leben oder auf der Erde nicht bewusst werden. Warum? Nun, damit wir weiterhin resignieren und damit manipulierbar und kontrollierbar bleiben.

Der Großteil der Menschen hat gelernt, sich an vorgegebene, gesellschaftliche Normen und Regeln zu halten, bloß nicht aufzufallen und damit „zivil gehorsam“ zu sein. Gewisse gesellschaftliche Regeln sind sicherlich sinnvoll, doch hat der zivile Gehorsam mittlerweile ein Ausmaß erreicht, dass die Menschen krank macht und die Erde vernichtet. Resignation, Depressionen, Burnout, all das sind Phänomene, die in den letzten Jahren massiv zugenommen haben. 

Ziviler Ungehorsam – wie Matt Damon es nennt – bedeutet jedoch nicht, dass Du ab sofort alle Regeln brichst, beginnst, das aktuelle System oder Deine direkten Umstände zu bekämpfen und zum Rebell wirst. Darum geht es nicht. Es geht vielmehr darum, den Weg zurück zu Deiner eigenen Autorität und Kraft zu finden und die Energie und Information, die sich in der Resignation oder der Depression verbirgt, als Treibstoff für neue Aktionen verantwortlich zu nutzen. 

Hier sind 7 Schritte, um aus der Resignation und dem damit verbundenen Überlebensmodus auszusteigen und in einen neuen Modus des Gestaltens, Kreierens und Lebens zu kommen. 

1.    Gestehe Dir ein, dass Du resigniert hast
2.    Lerne zentriert zu sein
3.    Nimm Deine Gefühle bewusst in Besitz
4.    Übernimm radikale Verantwortung
5.    Nutze die Kraft des Wählens, um einen neuen Weg zu gehen
6.    Nutze Deine Gefühle verantwortlich, um in Aktion zu treten
7.    Schließe Dich mit Gleichgesinnten zusammen

1.    Gestehe Dir ein, dass Du resigniert hast
Um aus der Resignation aussteigen zu können, ist es notwendig, Dir erst einmal einzugestehen, dass Du in Bezug auf eine konkrete Situation resigniert HAST. Du hast resigniert, wenn Du Sätze in Deinem Leben kennst, wie beispielsweise:
·         Ja, diese Situation ist nicht so optimal, aber ich kann es eben nicht ändern.
·         Was soll ich schon alleine ausrichten können.
·         Der/die wird sich eh nicht ändern.
·         Lieber diesen Job/diese Beziehung/…, als gar keine(n).
·         Ich würde ja gerne etwas ändern, aber ich weiß nicht wie. Also lasse ich lieber alles so.
·         Gegen den/die bin ich machtlos. Da kann ich gar nichts machen.
·         etc.

Wenn Du diese Sätze kennst, hast Du resigniert und bist Opfer der Umstände.


2.    Lerne, zentriert zu sein
Wenn Du nicht zentriert bist, verhältst Du Dich angepasst. In dem Moment, wo Du Dich angepasst verhältst, gibst Du Deine eigene Autorität und Kraft ab und wirst zum Spielball. Meist haben wir als Kinder bereits gelernt, unsere Kraft abzugeben, beispielsweise an Autoritätspersonen, wie unsere Eltern oder Lehrer. Indem wir dies taten, wurden wir ungefährlich für die anderen Personen. Um aus der Resignation heraus zu kommen, ist es jedoch entscheidend, dass Du Deine eigene Autorität bist und Dir Deine Kraft zurückholst. Wie kannst Du Dich zentrieren? Mache Dir zunächst bewusst, dass Du ein sogenanntes energetisches Zentrum hast, das seinen Ursprung in der Größe einer Grapefruit nimmt und beweglich ist. Dieses legen wir oftmals in unseren Kopf, weil wir uns ständig Gedanken über alles Mögliche machen. Nachdem Du Dein energetisches Zentrum lokalisiert hast, nutze Deine Intention, um es bewusst auf Dein physisches Zentrum zu legen, das in der Körpermitte auf Höhe der Gürtelschnalle liegt. Das erfordert ein wenig Übung, doch schon nach kurzer Zeit, wirst Du ein Gespür dafür bekommen. (Mehr dazu findest Du auch im Buch Die Kraft des bewussten Fühlens von Clinton Callahan)


3.    Nimm Deine Gefühle bewusst in Besitz
Der dritte entscheidende Schritt besteht darin, Deine Gefühle wieder bewusst in Besitz zu nehmen. Konkret bedeutet das, dass Du wieder lernst, bewusst zu fühlen und mit den vier großen Gefühls-Territorien (Wut, Freude, Traurigkeit und Angst) vertraut zu werden. Dafür ist zunächst eine neue Sichtweise auf Gefühle erforderlich. In unserer Gesellschaft wurde uns bisher der Irrglaube eingetrichtert, dass Gefühle nicht okay sind. Wut wird tituliert als irrational, zerstörerisch, unzivilisiert (!), gefährlich und unprofessionell. Traurigkeit ist nach gängiger Meinung schwach, emotional, zieht andere runter, ist ebenfalls unprofessionell und unangenehm; während Angst als feige, instabil, lähmend, inkompetent und nervenaufreibend dargestellt wird. Freude ist hingegen in Maßen noch in Ordnung, doch wenn Du zu viel Freude zeigst, bist Du unrealistisch, kindisch, albern, naiv und nimmst das Leben nicht ernst.  

Resignation ist oftmals eine Vermischung von 2 oder sogar 3 Gefühlen über einen längeren Zeitraum. Meist sind Wut und Traurigkeit, manchmal auch noch Angst vermischt, die dann u einem lähmenden Gefühlskloß im Körper fühlen und Dich unbeweglich machen. Wenn Du die Gefühle jedoch voneinander trennst, erhältst Du Zugang zu der Energie und Information, die dahinter steckt. Um diese Gefühle zu entmischen, ist es notwendig, zunächst eine neue Haltung in Bezug auf Gefühle einzunehmen. Die neue Annahme – die uns meist nicht beigebracht wurde – lautet: Gefühle sind neutrale Energie und Information, die Dir dienen. Du brauchst beispielsweise Deine Wut, um klare Grenzen zu setzen, Entscheidungen zu treffen, Ja/Nein zu sagen, Ungerechtigkeit zu erkennen, in Aktion zu treten und Maßnahmen zu ergreifen. Traurigkeit ist eine großartige Gefühlskraft, um Dich mitzuteilen, verletzlich zu zeigen, Dinge loszulassen, Mitgefühl zu entwickeln und anderen Raum zu geben. Angst dient Dir dazu, Gefahren zu erkennen, Risiken abzuschätzen, aufmerksam und präsent zu sein, im Nichts zu stehen und Neues auszuprobieren; während Du Freude nutzen kannst, um begeistert zu sein, andere zu inspirieren, zu experimentieren, Visionen zu haben und voranzugehen.  

Mit dieser neuen Sicht kannst Du Dich schließlich daran machen, die vermischten Gefühle, die bei Resignation auftauchen zu entmischen. In einem geschützten Raum kannst Du den Gefühlskloß der Resignation, der beispielsweise in Deiner Brust  steckt, energetisch mit Deinen Händen auseinanderziehen, um anschließend klar auszudrücken, worüber Du wütend, traurig und eventuell ängstlich bist. Bewusst fühlen zu lernen bedeutet, zunächst einmal die 4 Gefühle jeweils bis 100% Maximum zu fühlen und auszudrücken. Dadurch machst Du die Erfahrung, dass Du größer bist, als das jeweilige Gefühl, sodass es Dich nicht mehr besitzt. Resignation hat Dich bisher möglicherweise fest im Griff gehabt, vielleicht hat sie sich überwältigend angefühlt oder lähmend und hilflos. Sobald Du die Gefühle getrennt voneinander fühlst, hört diese Verwirrung auf und Du kommst wieder in Deine Kraft.


4.    Übernimm radikale Verantwortung
Ein weiterer Schritt aus der Resignation ist die Übernahme von radikaler Verantwortung. Radikale Verantwortung zu übernehmen bedeutet, aus dem Opfer-Modus der Resignation auszusteigen. Wenn Du Verantwortung übernimmst, kannst Du kein Opfer mehr sein. Radikale Verantwortung hat dabei etwas mit einer inneren Haltung zu tun. Es hat etwas damit zu tun, Dir einzugestehen, welchen Nutzen Du aus der Resignation ziehst und wie Du dafür gesorgt hast, dass Du in diese Situation geraten bist. Radikale Verantwortung erscheint nicht fair, weil sie keine Hintertürchen offen lässt. Sie hat jedoch nichts damit zu tun, dass Du die ganze Schuld einer Situation auf Deine Schultern lädst, doch Du hörst auf, Dich über die Situation zu beklagen. Übernimm im Falle der Resignation radikale Verantwortung dafür, dass Du bisher in der Opferrolle warst und sage, welchen Nutzen Du davon hattest. Nimm dabei wahr, wie viel Kraft Dir die neue, verantwortliche Geschichte über die Situation gibt. In dem Moment, wo Du radikale Verantwortung übernimmst, wirst Du zum Schöpfer Deines eignen Lebens.


5.    Nutze die Kraft des Wählens, um einen neuen Weg zu gehen
Sobald Du zentriert bist, Deine Gefühle in Besitz genommen hast und bereit bist, radikale Verantwortung zu übernehmen, hast Du die Wahl, einen neuen Weg zu gehen. Wir sind uns oft nicht bewusst darüber, dass das Wählen – neben Fragen und Deklarieren – eine der drei großen Kräfte ist, die uns niemand nehmen kann. Es ist deswegen eine so große Kraft, weil Du jederzeit OHNE GRUND wählen kannst (z. B. einen neuen Weg einzuschlagen) und Du zudem die Freiheit hast, aus dem zu wählen, was NICHT ANGEBOTEN wird. Kraftvolles Sein wird beispielsweise in der modernen Gesellschaft nicht wirklich angeboten. Du kannst Dich trotzdem dafür entscheiden. Du kannst Dich entscheiden, Dinge in Deinem Leben und auf der Erde zu verändern und eine neue Kultur zu erschaffen, die bisher noch nicht existiert. Eine Kultur, in der die Menschen ihre eigene Autorität sind, in ihrer Kraft sind, respektvoll miteinander und mit der Erde umgehen, etc.


6.    Nutze Deine Gefühle verantwortlich, um in Aktion zu treten
Dieser Schritt ergibt sich aus den anderen Schritten, insbesondere aus der Vorbereitung, dass Du die Gefühle wieder in Besitz genommen hast. Gefühle in Besitz zu nehmen ist der erste Schritt in der bewussten Gefühlsarbeit. Schritt zwei der Gefühlsarbeit besteht nun darin, die Gefühle Wut, Traurigkeit, Freude und Angst auch bewusst zu nutzen. Sobald Du Dich entschieden hast, einen neuen Weg einzuschlagen und die Resignation hinter Dir zu lassen, kannst Du ab sofort die Gefühle als zielsicheres Navigationssystem in Deinem Leben nutzen. Sie sind glasklare Indikatoren für Deine nächsten Schritte.


7.    Schließe Dich mit anderen Menschen zusammen
Während es typisch ist für Resignation, sich abzukapseln und still zu verhalten, ist der 7. Schritt um vollends aus der Resignation heraus zu kommen der, Dich mit anderen Menschen zusammenzuschließen und auszutauschen. Sobald Du beginnst, die oben genannten Schritte aus der Resignation zu durchlaufen, wirst Du feststellen, dass Dir mehr und mehr Dinge auffallen, die in Deinem Leben, in Deinem Job, Deiner Beziehung oder auf der Erde möglicherweise nicht funktionieren. Dinge, über die Du Dich wütend, ängstlich oder traurig fühlst. Indem Du Dich mit anderen Menschen zusammen schließt, stärkst Du das Feld, in dem Neues möglich ist. Unsere Gesellschaft hat bisher das Einzelkämpfertum und Konkurrenz propagiert. Durch diese Trennung haben wir ebenfalls an Kraft eingebüßt, denn als Einzelkämpfer nutzen wir nicht mehr die Kraft der Gemeinschaft. Wir sind wie einzelne Tiere, die von der Herde getrennt wurden. Dadurch sind wir leichter manipulierbar und verletzbar. Es könnte sehr sinnvoll sein, dass Du Deine Gefühle mitteilst und so mit anderen Menschen in Kontakt kommst, die möglicherweise ähnliche Themen wie Du verändern wollen.

Im Folgenden findest Du  noch einmal die Unterschiede zwischen resignieren und kraftvollem Kreieren.

 
Resignieren/Überleben
Kreieren/Gestalten/Leben
Aufgeben, sich abfinden
In Aktion treten
Hoffnungslosigkeit
Zuversicht
Sich fügen. Sein Zentrum abgeben
Zentriert sein. Eigene Autorität sein
Unverantwortlich jammern.
Opfer-Geschichte „Ich Arme(r)“ erzählen

Kraftvolle Geschichte durch Übernahme radikaler Verantwortung.
Ich bin Opfer der Umstände
Ich übernehme Verantwortung für die Umstände und kann sie verändern
„Ich kann ja eh nichts tun“, „Es bringt ja eh nichts“
„Etwas völlig anders ist möglich“
Erzeugen von sog. Niederem Drama (Täter-Retter-Opfer-Spiel)
Erzeugen von sog. Hohen Drama (Gewinnen geschieht)
Unbewusste Vermischung von unverantwortlichen Gefühlen
Bewusst Gefühle in Besitz nehmen, klar trennen, verantwortlich ausdrücken und nutzen


Ich verfolge eine unbewusste Schattenabsicht (z. B. Opferdasein, Vermeidung von Verantwortung)
Ich wähle eine bewusste Absicht, die hellen Prinzipien dient wie Liebe, Inspiration, Klarheit, Veränderung, etc.
Ich ziehe mich zurück
Ich verbinde mich mit anderen Menschen
Überlebens-Modus
Leben
Fokus auf Mangel
Ich bin die Quelle der Ressourcen
Einzelkämpfertum
Gemeinschaft
Ich weiß nicht wie, keine Perspektive
Ich kreiere eine neue Perspektive
Fehlende Motivation, Unbeweglichkeit, Starre
Inspiration und Beweglichkeit durch Neuausrichtung

Du kannst viele Beweise finden, die den Grund für Deine Resignation bestätigen. Dazu brauchst Du nur den Fernseher anschalten oder die Zeitung aufschlagen. Du kannst jedoch genauso viele Beweise finden, dass etwas anderes möglich ist und es sich lohnt, aus der Resignation auszusteigen. Bist Du bereit die Resignation aufzulösen und kraftvoll einen neuen Weg einzuschlagen?

Herzliche Grüße,
Nicola Nagel


P. S. Die grundlegenden Fertigkeiten, um Resignation und anderen Blockaden hinter Dir zu lassen und einen völlig neuen, gesunden, kraftvollen und inspirierenden kannst Du übrigens in den sogenannten Expand The Box Trainings und Possibility Laboratorien erlernen und erfahren. Ein echtes Erlebnis! Mehr dazu findest Du auf: http://www.viva-essenza.com/66/privattraining/expand-the-box-training


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