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Montag, 12. Dezember 2016

NEXT CULTURE WORK: Zeit für Entschleunigung – Ein Wechsel zum Miteinander Sein



Das Leben und Arbeiten in der modernen Gesellschaft scheint zunehmend dem Irrsinn gleichzukommen. Noch nie zuvor gab es so viele gesundheitsbedingte Ausfälle, die durch Stress und Burnout ausgelöst wurden. Einen großen Anteil daran hat die moderne Kommunikation, die mittlerweile erschreckende Ausmaße erreicht. Vor 25 Jahren, als das Internetzeitalter gerade erst begann, war die Absicht, die Kommunikation und Datenverbreitung mit Hilfe digitaler Medien einfacher zu gestalten. Aus dem „einfacher gestalten“ hat sich jedoch eine Geschwindigkeit in der Kommunikation entwickelt, die mittlerweile in hohem Grade bedenklich, um nicht zu sagen gesundheits- und sozialschädlich geworden ist. Die ursprüngliche Idee, Informationen effizient auszutauschen, um das Leben einfacher zu machen und die Menschen zu entlasten, ist abhanden gekommen. Stattdessen hat sich ein E-Mail Wahnsinn und Sozialer-Media-Dauer-Kontakt-Stress entwickelt. Das ist nicht gut und nicht schlecht, es produziert jedoch gewisse Resultate.

Viele Menschen sind mittlerweile zu regelrechten Sklaven der modernen Kommunikation geworden bzw. machen sich selbst zu Sklaven und können nicht  mehr ohne Smartphone oder Laptop sein. Aus Zeitersparnis ist Zeitstress geworden. Es wird gemailt, gechattet, gepostet und geskypt. Dank Internet, E-Mail und Smartphone ist heute fast jeder Mensch jederzeit verfügbar. Der Informationsaustausch hat sich massiv verdichtet und die elektronischen Medien werden in einem Ausmaß genutzt, sodass der Einzelne eigentlich weniger Zeit hat als vorher. Kürzlich kam ein Mann von einer 4-wöchigen Burnout-Kur zurück und sollte einige Tage später wieder seinem gewohnten Job in einer Firma nachgehen. Er sagte: „Mir graut es jetzt schon. Wenn ich wieder in die Firma komme erwarten mich ca. 1200 E-Mails. Wenn ich die alle bearbeiten soll, bin ich gleich wieder reif für die nächste Kur.“

Gerade weil es so leicht ist, eben schnell eine E-Mail oder WhatsApp zu schicken, ist es genauso einfach, zahlreiche Leute mit in Kopie zu setzen. Insbesondere in streng hierarchischen Gefügen - wie die meisten modernen Unternehmen es sind - ist es üblich, dass die Wichtigkeit und der Stellenwert einer Person daran gemessen wird, ob sie mit in einem E-Mail Verteiler ist, oder nicht bzw. an welcher Stelle im Verteiler sie genannt wird. Ein anderes Phänomen ist, dass E-Mails in großem Stil genutzt werden, um sicherzustellen „eine saubere Weste“ zu haben und alles schriftlich abzusichern, sodass es hinterher keinen Konflikt gibt oder ein Kollege bzw. Kunde behauptet, es sei alles ganz anders vereinbart gewesen. Sehr beliebt sind auch jene E-Mails, die eine Ping-Pong Konversation zwischen zwei Personen darstellen, jedoch ein Verteiler von weiteren 20 Personen mit eingebunden wird, damit auch ja alle mitbekommen, wer nun wie auf welche Äußerung reagiert. Eine weitere, sehr clevere Strategie besteht darin, sich über E-Mails ins rechte Licht zu rücken. Kürzlich erwähnte ein Geschäftsführer einer kleinen Firma beispielsweise, dass er am Abend E-Mails vorbereitet und diese dann früh morgens um 6:30 Uhr – wenn sein Wecker klingelt - losschickt. So denken die Kollegen, er sei extrem geschäftig und fleißig und schon so früh am Arbeiten.

Nicht nur die Nachrichten-Flut ist ein Problem. Vielfach steht mit dem Versand von Nachrichten auch stillschweigend die Erwartung im Raum, dass die andere Person sofort antwortet. Schließlich leben wir doch im elektronischen Zeitalter, wo jeder jederzeit erreichbar ist. Es macht sich oftmals sogar Groll breit, wenn eine Person nicht umgehend eine Antwort schickt. Die Erwartung hat sich in zahlreichen Firmen mittlerweile dahingehend ausgeweitet, dass Mitarbeiter selbst im Urlaub erreichbar sein müssen oder zumindest nach ihrer Rückkehr alle E-Mails innerhalb von 2 Tagen beantwortet haben müssen. Um eine Nachrichten Flut nach dem Urlaub zu verhindern, nehmen viele Menschen es sogar freiwillig in Kauf, den Laptop und das Smartphone auch im Urlaub stets parat zu haben. In diesem Fall wird der Status mittlerweile nicht selten daran gemessen, wie oft jemand im Urlaub von den Kollegen kontaktiert wird. Denn wer im Urlaub kontaktiert wird, der muss so wichtig sein, dass er unabkömmlich ist.

Und genau das ist der Teufelskreis: Wer viele Nachrichten bekommt und schickt und permanent erreichbar ist, scheint wichtig zu sein, ergo bekommt er von seinen Mitmenschen Anerkennung und Aufmerksamkeit. Wer dann auch noch gestresst aussieht und entsprechend gestresst reagiert, bekommt in der Regel noch mehr Aufmerksamkeit. Also ist es in der modernen Gesellschaft schon erstrebenswert geworden, möglichst gestresst zu sein. Also arbeiten viele Menschen noch mehr, schicken noch mehr E-Mails und posten noch mehr auf Facebook und Co., damit sie vermeintliche Aufmerksamkeit erhalten. Und – das nur am Rande - erst, wenn jemand gestresst ist, ist es „erlaubt“ krank zu werden und eine Pause einzulegen. Wenn Sie einmal hinter die Fassade schauen, geht es jedoch schlichtweg um Angst; die Angst nicht anerkannt zu sein, nicht gesehen zu werden. Und wenn Sie es ganz herunter brechen geht es letztendlich darum, keine Liebe zu bekommen und nicht dazu zu gehören. Drastisch ausgedrückt könnte man sagen, dahinter steckt die Angst zu sterben, denn das ist genau das, was früher passierte, wenn wir Menschen nicht zu einem Stamm gehörten und von Stammesbrüdern- und Schwestern umgeben waren.

Es dreht sich immer wieder um die Themen Aufmerksamkeit, Anerkennung, Wertschätzung, Liebe und Teil von etwas zu sein. Es ist ein Urinstinkt, dazu zu gehören.

Das Gefühl wichtig zu sein und Aufmerksamkeit zu bekommen, indem eine Person über email oder Soziale Medien mit ganz vielen anderen Menschen permanent in Kontakt steht und verfügbar ist, ist jedoch eine Illusion. Es ist eine Illusion, da echte Nähe und Kontakt vermieden werden. Die persönliche, nährende und erfüllende Zeit mit anderen Menschen geht verloren. Zwar haben viele Menschen dank der Sozialen Medien den Eindruck, mit ganz vielen anderen Menschen in Kontakt zu sein, doch welche Art Kontakt ist das? Ob im Business Leben oder im Privatleben, in Meetings oder abends im Restaurant, die Menschen daddeln eher an ihren Laptops und Smartphones herum, anstatt tatsächlich mit den Menschen, die ihnen gegenüber sitzen, in Kontakt zu sein. Ein elektronischer Kontakt kann den direkten persönlichen Kontakt jedoch nicht ersetzen. Kein Wunder also, dass sich mehr und mehr Menschen nicht nur im Job sondern grundsätzlich im Leben abgeschnitten fühlen. So groß der Nutzen der elektronischen Kommunikation auch ist, so bringt sie uns doch mehr und mehr weg von uns selbst, den anderen Menschen und der Erde.

Und nun? Wie soll es weitergehen?

Überlegen Sie einmal: früher hat ein Brief eine Woche gebraucht, bis er beim Empfänger war. Die Zeiten waren wesentlich ruhiger, langsamer, die Menschen haben mehr miteinander gesprochen und Zeit verbracht. Das soll kein Plädoyer für das Abschaffen elektronischer Kommunikation sein. Es ist jedoch lohnenswert, sich bewusst zwei Fragen zu stellen: 

1.    Was ist Ihre wahre Absicht bei der elektronischen Kommunikation via E-Mail und Smartphone und 

2.    welches Gefühl stellt sich ein, bei dem Gedanken, dass Sie diese drastisch reduzieren würden oder Ihnen elektronische Medien nicht mehr zur Verfügung stünden?

Zwei häufige Antworten lauten:

  • Wenn ich die elektronische Kommunikation drastisch reduzieren würde, hätte ich Angst, nicht mehr wichtig zu sein, etwas zu verpassen bzw. nicht mehr dazu zu gehören.

  • Ich hätte Angst, dass die anderen ein Problem haben könnten, wenn sie von mir keine  bzw. nicht sofort eine Nachricht erhalten und ich möglicherweise als nicht professionell oder vertrauenswürdig erachtet werde.


Um den psychischen Erkrankungen und der oberflächliche Schnelligkeit und Beliebigkeit entgegenzuwirken, könnte eine neue Art des Arbeitens in Firmen eine massive Entschleunigung und eine Neuausrichtung auf echtes Miteinander beinhalten. Echtes Miteinander im Sinne von physisch, direkt, persönlich, authentisch verletzlich. Interessanterweise macht genau das vielen Menschen Angst, obwohl sie gleichzeitig eine tiefe Sehnsucht danach in sich tragen; die Sehnsucht in Kontakt und authentisch menschlich miteinander zu sein. Es ist vordergründig natürlich leichter, eben schnell eine E-Mail oder WhatsApp zu schreiben, als jemanden anzurufen oder gar bei der Person persönlich vorbeizuschauen, zumal Sie sich nicht direkt der Reaktion des Gegenübers stellen müssen. Das Paradoxe daran ist jedoch, dass E-Mail, WhatsApp und Posts viel mehr Raum für Missverständnisse und Konflikte lassen, als eine persönliche Unterhaltung von Auge zu Auge. Zudem findet nährende Verbindung nicht statt. Und ja, tatsächliche Nähe und Verbindung untereinander kann beängstigend sein, denn wenn Sie das zulassen, kann es sehr schnell passieren, dass Ihr Gegenüber Sie tatsächlich sieht und Ihre Seins-Qualitäten wertschätzt. Doch Angst ist nur Angst, eine wunderbare Gefühlskraft, die – anstatt Sie zu blockieren oder zu lähmen (alte Sichtweise in unserer Gesellschaft) – ein wunderbarer Wegweiser sein kann, dass Sie in Bezug auf authentischen, persönlichen Kontakt neues Gebiet betreten und das Experiment wagen, aus der elektronischen Schnelllebigkeit auszusteigen.

Der ein oder die andere mag jetzt sagen: „Ja, aber das geht ja nicht so einfach. Mein ganzes Umfeld ist ja auf schnelle Kommunikation ausgerichtet.“ Ja, und die Frage ist, sind SIE bereit auszusteigen. Sind Sie bereit, mehr Menschlichkeit zurück in die Arbeitswelt zu bringen, den Fokus auf authentisch menschliche Verbindung zu legen und die Kommunikation zugunsten der Qualität und des Wohlbefindens des gesamten Teams zu entzerren und zu entschleunigen?

An dieser Stelle ist eine Unterscheidung zum sogenannten Problembesitztum hilfreich. Oftmals entscheiden wir uns nicht, Dinge zu verändern oder eine Grenze zu setzen (z. B. bei zu viel Arbeit oder bei oberflächlichen Gesprächen), weil wir meinen, die andere Person könnte damit ein Problem haben. Lassen Sie uns daher kurz schauen, was es mit dem Problembesitztum auf sich hat.

Wie die unten stehende Landkarte zeigt, gibt es nur 3 Möglichkeiten bei der Frage, wer ein Problem haben kann:


1.    Ich habe ein Problem
Wenn Sie ein Problem haben, dann können Sie damit tun und lassen, was Sie wollen. Sie können es behalten, es ausschmücken und größer machen, es liegenlassen, es verdrängen oder es einfach lösen. Es ist Ihr Problem.

2.    Der andere hat ein Problem
Wenn eine andere Person ein Problem hat, dann lassen Sie sie bitte ihr Problem haben. Sie hat hart dafür gearbeitet, dieses Problem zu haben. Wenn Sie nun hergehen und das Problem der anderen Person lösen, dann muss Sie sich ein neues Problem suchen, um das zu lernen, was sie zu lernen hat. Zudem schaden Sie sich eher selbst, denn Sie laden sich ein Problem auf, das nicht Ihr Problem ist und bekommen möglicherweise Schwierigkeiten gesundheitlicher oder welcher Art auch immer.

Spannend wird es nun bei der dritten Option. Man könnte annehmen, dass die dritte Option beim Problembesitztum lautet „Wir haben ein Problem“. Doch mal ehrlich, wenn Sie in einer Besprechung oder zuhause sagen „Ja, dann müssen wir das mal machen.“, wer macht es dann? Richtig, niemand macht es. Das liegt daran, dass es kein WIR gibt, wenn es um Verantwortung geht. Entweder Sie haben ein Problem oder der andere hat ein Problem. Es kann durchaus sein, dass sie beide das gleiche Problem haben, doch jeder kann nur seinen Teil der Verantwortung tragen und seinen Beitrag zur Lösung. Somit scheidet die Option „Wir haben ein Problem“ aus.

Die dritte Option ist so naheliegend wir fern:

3.    Es gibt kein Problem
Können Sie sich das vorstellen? Es gibt kein Problem? Das ist die Zeit des sogenannten grundlegenden Gutseins, in der es darum geht, die Zeit miteinander zu genießen. Allerdings gibt es einen Teil in uns – unser sogenannter Gremlin, d. h. der innere Schweinehund oder Schattenanteil in jedem Menschen – der das nur schwer aushalten kann, denn wenn es kein Problem gibt, wird echte authentische Begegnung möglich. Deswegen ist dieser Gremlin Teil sehr clever darin, in Lichtgeschwindigkeit ein neues Problem zu erfinden und wenn es das Problem ist, dass noch 15 E-Mails und 5 WhatsApp Nachrichten unbeantwortet sind.

Wessen Problem ist es also, wenn Sie aus der Hochgeschwindigkeit der elektronischen Kommunikation ein stückweit aussteigen und Ihr Umfeld zunächst irritiert ist, dass Sie nicht mehr jederzeit verfügbar oder online sind?



Ziehen Sie einmal in Betracht, dass im Kontext von Next Culture Work – einer neuen Art des Arbeitens - diejenigen ein Vorbild sind, die genau das tun: zu entschleunigen und wieder miteinander in authentischen Kontakt zu treten. Wenn Sie sich entscheiden, vom Sklaven der Kommunikation zum Erschaffer von Miteinander zu werden, wird das Ihren Kollegen – oder auch den Menschen in Ihrem Privatleben – auffallen. Wenn die Beziehungen und Begegnungen nicht mehr der Alltagshektik und -logistik zum Opfer fallen, werden die Menschen, mit denen Sie in Kontakt treten, genährt und Sie selbst zugleich auch.

Geben Sie dem folgenden Gedanken einmal 1% Chance: Das, was Sie unterschwellig den Kollegen und Mitmenschen kommunizieren, wenn Sie sich bewusst für ein neues Spiel entscheiden, ist Ich achte auf mich! Wenn Sie sich die Freiheit nehmen, sich auszuklinken, hat das sehr viel mit Selbst-Respekt zu tun. Sie kommunizieren, dass Sie sich selbst und ihre Gesundheit Ihnen mehr wert sind, als die Arbeit, die Schnelllebigkeit und die weit verbreitete Beliebigkeit elektronischer Kommunikation. Sie rücken in dem Moment den Wert des Menschen wieder in den Mittelpunkt und werden damit zu einer Leitfigur, einem Edgeworker, der sich auf menschliche Werte besinnt.

In einem neuen Kontext des humanen Wirtschaftens hätte das authentische, verletzliche Miteinander wieder einen hohen Stellenwert und dafür braucht es mutige Menschen, die bereit sind, voranzugehen. Es braucht Edgeworker, die die Notwendigkeit erkennen, das derzeitige Muster der Kommunikations- und damit Reizüberflutung zu durchbrechen und sich wieder auf die entscheidenden Faktoren von Menschlichkeit, Herzlichkeit, Verbindung, Kontakt, Authentizität, Liebe, Wertschätzung und Miteinander sein zu besinnen.  
 
Experiment 1:
Bitten Sie in Ihren Besprechungen die Kollegen, Laptops und Smartphones auszumachen bzw. gar nicht erst zum Meeting mitzubringen. Einige werden möglicherweise protestieren, denn schließlich haben doch alle so viel zu tun. Seien Sie einfach klar in Ihrem vorhaben. Einige Kollegen werden dann möglicherweise nicht kommen, doch die Kollegen, die kommen, sind letztendlich jene, die verpflichtet sind, zu 100% ihre Aufmerksamkeit auf das konstruktive Miteinander des Teams zu legen. Lassen Sie sich überraschen, wie anders das Meeting verläuft.

Experiment 2:
Koppeln Sie sich in der Mittagspause für 1 Stunde von jeglicher elektronischen Kommunikation ab und gehen Sie authentisch in Kontakt mit Ihren Kollegen. Versuchen Sie, nicht über den Job zu sprechen.

Experiment 3:
Beginnen Sie damit, das kommende Wochenende ohne jeglichen elektronischen Kommunikationsmedien zu verbringen. Das ist Teil der Heilung der sogenannten Technopenuriaphobie (Angst vor dem Verlust der Technik) und der Rückverbindung mit der Erde. Schalten Sie das Smartphone aus, lassen Sie den Laptop zu, surfen Sie weder im Internet, noch beantworten Sie E-Mails oder WhatsApp Nachrichten. Schalten Sie am besten Ihr Telefon komplett aus. Es könnte sein, dass Ihr Verstand am ersten Tag halb durchdreht und die ganze Zeit meint, Sie könnten etwas verpassen. Lassen Sie den Verstand plappern und hören Sie nicht auf ihn. Schon am 2. Tag werden Sie merken, wie die Stimmen weniger werden. Weiten Sie dieses Experiment dann z. B. auf 1 bis 2 Wochen in Ihrem nächsten Urlaub aus.

Nutzen Sie dann die frei gewordene Zeit, um bewusst in tieferen Kontakt mit einem Menschen aus Ihrem Umfeld zu gehen.


Der Mann aus dem zu Anfang genannten Beispiel, dem es vor den 1200 E-Mails grauste, tat auf den humorvollen Ratschlag eines Freundes hin übrigens folgendes: Er ging am ersten Tag wieder in die Firma und löschte ALLE E-Mails ungelesen. Er hatte sehr viel Angst bei diesem waghalsigen Experiment und hatte die schlimmsten Befürchtungen. Und was passierte? … NICHTS!!! Rein gar nichts! Diejenigen Kollegen, die dringend etwas von ihm benötigten, schickten erneut eine E-Mail und wenn ihm eine wichtige Information fehlte, bat er die Kollegen entsprechend um nochmalige Zustellung der E-Mail. Ihm war es wichtiger, mit den Kollegen in Kontakt zu sein, als der Illusion von Wichtigkeit und Aufmerksamkeit gemessen an der E-Mail Anzahl zu erliegen, die ihn wieder in den Burnout geführt hätte.

Sind Sie bereit aus der Informations-Flut auszusteigen und wieder mehr Zeit für authentisches Miteinander zu schaffen?

Beste Grüße, 
Nicola Nagel


CREATING POSSIBILITIES - FACILITATING CHANGE!
www.viva-essenza.com 


Montag, 15. Oktober 2012

Der Lauf im Hamsterrad - Vom Irrsinn des täglichen Lebens.



Ist es nicht ein absoluter Irrsinn, den wir Menschen betreiben? Die meisten arbeiten tagein, tagaus, von morgens bis abends, jonglieren mit Terminen und diversen Verpflichtungen und wissen oft gar nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht. Sätze wie „Puh, das ist alles so viel“ oder „Ich weiß gar nicht, wie ich das schaffen soll“ oder „Ich habe keine Zeit“ sind Gang und Gäbe. Kommen Ihnen diese Sätze bekannt vor?

ZEIT! Ein sehr kostbares Gut heutzutage. Das Paradoxe ist, dass wir ständig im Hamsterrad des Alltags rennen und meinen keine Zeit zu haben, doch gleichzeitig zu 100% dafür verantwortlich sind, was wir mit unserer Zeit machen.

Oh! Da gibt es bereits bei dem ein oder anderen die ersten Irritationen. Denn bitteschön, schließlich verlangt der Job doch so viel Zeit, Mühe, Gerödel und Gerenne. Oder die Kinder, die zum Schwimmen, Musizieren, den Pfadfindern oder sonst wohin gekarrt werden wollen. Aha, ist das so? Lassen Sie mich eine wichtige Frage stellen. Wer hat sich Ihren Job ausgesucht? Wer hat gewählt, eine Familie zu haben? Wer hat entschieden, eine bestimmte Herausforderung im Leben anzunehmen? YEP! Sie liegen absolut richtig, SIE SELBST. 

Diejenigen, die also meinen, dass alle anderen an Ihrer Zeit-Misere Schuld sind (oder auch an vielen anderen Dingen in ihrem Leben), muss ich leider der Illusion des bequemen Opfer Daseins berauben. Das einzige, was Ihnen bequemes Opfer-Dasein bringt, ist Jammern auf höchstem  Niveau, schlechte Laune und graue Haare. Ansonsten gar nichts.

Viel interessanter wird es, wenn Sie sich bewusst machen, dass Sie Ihre eigene Zeitmaschine sind. Sie sind ein Zeitmacher. Sie selbst bestimmen in Ihrem Leben, wie viel Zeit Sie für eine bestimmte Tätigkeit aufbringen. Niemand anderes. Wenn Sie sich getrieben fühlen, sind Sie Opfer der Umstände. Wenn Sie sich hingegen bewusst entscheiden, für etwas Zeit aufzuwenden, dann haben Sie das Ruder in der Hand und können somit auch jederzeit in eine andere Richtung steuern. Ein kleiner, aber bedeutender Unterschied.

Sie fühlen sich zum Beispiel gestresst, weil Sie schon wieder spät dran sind und es vielleicht gerade noch so zum nächsten Termin schaffen? Wer könnte seine Zeit anders planen und sich verpflichten, 10 Minuten eher loszufahren? „Ja, aber…“ tönt da vielleicht die ein oder andere Stimme, „Wenn der Termin vorher bereits zu lange dauert und ich deswegen in Zeitbedrängnis für den nächsten Termin laufe?“ Tolle Opfergeschichte! Planen Sie Zeitpuffer ein. Wenn ein Termin bis 15 Uhr angesetzt ist und Sie dann definitiv los müssen, um bei Ihrem Kunden um 16 Uhr den nächsten Termin wahrnehmen zu können, dann seien Sie nicht Opfer der Zeit, wenn der vorherige Termin um 15 Uhr noch nicht beendet ist. Wenn der vorherige Besprechungsleiter sein Meeting nicht gut genug zeitlich geplant hat, wessen Problem ist es dann? Definitiv nicht Ihres. Stehen Sie auf und kommen Sie Ihrer Verpflichtung nach, pünktlich und entspannt bei Ihrem nächsten Termin zu sein. Was denken Sie, wie viel Zeit und Geld eingespart würde, wenn es keine überzogenen Meetings mehr gäbe.

Gleiches gilt für das Privatleben. Sie haben Ihren Bekannten klar gesagt, dass Sie nur bis 21 Uhr bleiben können, weil Sie dann den Babysitter ablösen müssen? Dann bleiben Sie nicht aus gespielter Höflichkeit bis 21.15 Uhr, nur um es diesen Menschen recht zu machen und anschließend mit Vollgas und entsprechendem Risiko nach Hause zu rasen.

Nun kann es jedoch passieren, dass es einfach sehr viele Projekte und Aufgaben in Ihrem Leben gibt, denen Sie sich gleichzeitig verpflichtet haben. Da kann es sehr leicht passieren, dass man den Überblick verliert und vor lauter Aufgaben nicht mehr weiß, was man zuerst machen und wie man sich die Zeit einteilen soll. Falls Sie sich in solch einem Hamsterrad wiederfinden und verzweifelt nach der Bremse oder der Gangschaltung suchen, um Herr der Lage zu werden, kann es hilfreich sein, die verschiedenen Aufgaben auf Ihrem Tisch zu nach ihrer Dringlichkeit und Wichtigkeit zu klassifizieren. Dabei gibt es 4 Kategorien:

1.    Dinge, die NICHT dringend und NICHT wichtig sind - STREICHEN
In diese Kategorie fallen Dinge, die ich gerne als „nice to have“ oder als „nettes Blümchen auf dem Tisch“ bezeichne. Es sind Aufgaben, die weder wichtig, noch dringend sind und deren Erledigungs-Priorität sehr niedrig, wenn nicht gar null ist. Zum Beispiel:
  • Dem Kollegen, der gefragt hat, ob ich einen guten Italiener kenne, noch zusätzlich eine Liste mit den besten Restaurants der Stadt erstellen.
  • Eine neue Pflanze für das Büro kaufen.
  • Die Gartenmöbel in einer neuen Farbe lackieren.
  • Die Gardinen waschen.
  • Den Keller oder Dachboden ausmisten.
  • Im Sommer bereits über Weihnachtsgeschenke nachdenken.
  • Bei Gelegenheit die Tarife für Strom und Telefon online vergleichen.

Diese Dinge können Sie getrost von Ihrer Liste streichen, denn ob sie getan oder nicht getan werden, ist ungefähr so bedeutend wie ein Sack Reis, der in China umfällt. Wenn Sie diese Dinge nicht tun, geht die Welt nicht unter und weder Sie noch jemand anderes leidet darunter.

2.    Dinge, die SEHR dringend, aber NICHT wichtig sind – DELEGIEREN
In dieser Kategorie wird es bereits brenzliger, denn hier sitzt Ihnen womöglich ein Termin im Nacken. Auch wenn die Aufgabe für Sie selbst nicht wirklich wichtig ist bzw. es Ihnen egal ist, auf welchem Weg sie erledigt wird, so muss sie doch erledigt werden. Zum Beispiel:

  • Ein Flugticket und ein Hotel für das Business-Meeting in Rom buchen.
  • Einem Kunden die allgemeinen Unterlagen über Ihre Firma und die Produktpalette schicken.
  • Termine mit 5 potentiellen Kunden vereinbaren.
  • Einen Seminarraum für den Abteilungsworkshop nächste Woche organisieren.
  • Neues Büromaterial bestellen.
  • Die Hemden vor Ladenschluss aus der Reinigung abholen.
  • Mit Oma klären, ob die Kinder am Mittwoch bei ihr übernachten können.

Dies sind Aufgaben, die Sie delegieren können. Diese Dinge müssen zwar erledigt werden, doch ist es nicht erforderlich, dass Sie es persönlich erledigen. Ob durch die Sekretärin, einen anderen Kollegen, den Partner, die Kinder, Hauptsache die Aufgabe wird erledigt. Zum Beispiel fand ich als Teenager, wenn ich früher aus der Schule kam, häufig einen Zettel meiner Mutter auf dem Küchentisch, der da sagte „Bitte schon mal Kartoffeln schälen / Salat vorbereiten / Gemüseauflauf schichten. Komme um 13 Uhr.“ Wenn die Zeit also knapp war, die Familien-Bäuche aber gefüllt werden wollten, war das eine sehr elegante Art meiner Mutter, durch Delegieren Zeit zu schaffen, damit das Mittagessen dennoch pronto auf dem Tisch stand und alle Familienmitglieder anschließend pünktlich zu ihren Nachmittags-aktivitäten aufbrechen konnten.  

3.    Dinge, die SEHR dringend und SEHR wichtig sind - PRIORISIEREN
  • Den Personalausweis und Reisepass vor dem Auslandsurlaub nächste Woche verlängern lassen.
  • Das vom Kunden geforderte Angebot bis heute Abend fertigstellen und rausschicken.
  • Den Kollegen aus der Produktentwicklung umgehend sagen, dass der Kunde eine Änderung an der Spezifikation vorgenommen hat.
  • Die Präsentation für die Vorstandssitzung, die in einer Stunde beginnt, vorbereiten.
  • Neue Texte für die Webseite erstellen und freischalten, bevor die Firmenveranstaltung übermorgen beginnt.
  • Um 18 Uhr den kleinen Sohn vom Pfadfinder-Treffpunkt abholen.
  • Einen Babysitter für heute Abend organisieren.

Diese Kategorie von Dingen verlangt kurzfristige bzw. sofortige Erledigung. Ein Aufschub ist nicht möglich. Vor allem aber verlangen diese Aufgaben Ihren direkten Einsatz. Diese Themen sind zu wichtig, als dass sie verschoben oder von jemand anderem erledigt werden könnten. Gibt es mehrere Dinge, die sowohl dringend als auch sehr wichtig sind, so gilt es, diese zu priorisieren, um klaren Kopf zu behalten. Was kommt zuerst? Was kann zeitlich vielleicht ein, zwei Stunden später erfolgen?

4.    Dinge, die NICHT dringend, aber SEHR wichtig sind – HYPER-NETZWERKEN
Die vierte Kategorie an Dingen ist sehr spannend. Hierbei handelt es sich nämlich um Dinge, die Ihnen persönlich sehr wichtig sind, die jedoch keine Dringlichkeit besitzen. Es sind vielmehr Dinge, die Sie vielleicht immer schon einmal machen wollten, wenn Sie denn endlich einmal Zeit hätten. Gleichzeitig sind es jedoch Dinge und Themen, die Sie nähren und inspirieren. Zum Beispiel:

  • Eine Reise zu indianischen Eingeborenen im Amazonas machen.
  • Ihren Partner mit einem außergewöhnlichen Abend überraschen, den Sie selbst kreieren.
  • Einen Vortrag zum Thema Gefühle vor 300 Menschen halten.
  • Einen Paragliding Flug vom Mont Blanc starten.
  • Ein Buch schreiben.
  • Argentinischen Tango lernen.
  • Sich mit Leuten weltweit vernetzen, die tragfähige Lebensweise erforschen.
  • Das Dachgeschoss in Ihrem Haus eigenhändig zu einer großen Dachterrasse umbauen.

Sie tragen ein Projekt oder einen Traum in sich, oder vielleicht auch mehrere, die sie angehen würden, wenn Sie endlich mal Zeit und die nötigen Ressourcen hätten. Etwas, das sie begeistert. Dinge, die Ihnen persönlich am Herzen liegen, die Sie in Freude versetzen, jedoch aufgrund des übervollen Terminplans immer wieder hinten runterfallen. Manchmal fehlt Ihnen zur Realisierung einfach auch nur der letzte Input, die letzte Idee, der letzte Anstoß. Solche Themen gehen Sie am besten über das sogenannte „Hyper-Netzwerken“ an. Das bedeutet konkret, dass Sie andere Menschen, unabhängig von ihrem Status, ihrer Position, Religion, Kultur, Alter, Geschlecht, etc. um Ressourcenaustausch bitten. Jeder Mensch ist eine Quelle von Fülle. Jeder Mensch hat Ideen, Ressourcen, Kontakte, Fähigkeiten. Einige haben vielleicht auch die nötigen finanziellen Mittel, oder Verbindungen und Erfahrungen, die Sie zur Realisierung Ihres persönlichen Projekts benötigen.

Lassen Sie mich ein simples Beispiel geben. In einem meiner Trainings habe ich dieses Hypernetzwerken mit den Teilnehmern durchgeführt. Eine Teilnehmerin erzählte mir von ihrem Projekt, dass sie für ihren Mann zum Geburtstag gerne eine Steinpyramide selbst bauen wolle, da er für Pyramiden einen Fabel habe. Sie habe jedoch festgestellt, dass sie dafür spezielles, teures Werkzeug zum Durchbohren von Steinen benötige, das sie nicht finanzieren könne. Ich konnte ihr umgehend helfen, denn ich hatte einen Bekannten, der selbst Steinmetz war und über genau das notwendige Werkzeug verfügte. Ich stellte den Kontakt zwischen beiden her und er bohrte in null-komma-nichts kostenlos die Löcher in die Steine. So konnte Sie Ihrem Mann eine großartige Geburtstagsüberraschung bereiten.

Experiment 1: Kategorisieren Sie Ihre Aufgabenliste
Schreiben Sie einmal alle aktuell anfallenden Aufgaben auf ein Blatt Papier. An was müssen Sie alles denken, was müssen Sie noch erledigen, was dürfen sie auf keinen Fall vergessen? Schreiben Sie wirklich alle Dinge auf, die auf Erledigung warten.

Nun schauen Sie sich die Liste an. Schreiben Sie dann links neben die Punkte, in welche der Kategorien 1 bis 4 die entsprechende Aufgabe fällt.

Wichtig ist dabei, dass Sie die Punkte verantwortlich einschätzen und nicht neurotisch werden. Oft meinen wir, alle Dinge seien wichtig und könnten nur von uns persönlich erledigt werden. Die Einzelkämpfer-Strategie bzw. die Herangehensweise des einsamen Wolfes ist weit verbreitet, denn das ist die Strategie, die wir im Patriarchat lernen. Nur wer alles weiß und selbst meistern kann ist heldenhaft. Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche. Früher habe ich eher mit zwei langen Kochlöffeln in der Kaffeeküche der Firma das letzte Glas aus dem obersten Regal gehangelt, als dass ich den 1,92m großen Kollegen, der neben mir stand, gefragt hätte, ob er mir das Glas herunter reichen kann.

Wir sind brillant darin trainiert, alles selbst zu schaffen, um im Job und auch im Privatleben Anerkennung einzuheimsen. Es herrscht der unbewusste Irrglaube, man sei nur vollwertig, wenn man gestresst sei, denn das ist schließlich ein Beweis dafür, wie viele Dinge man zu tun hat und wie wichtig man daher ist. Wir sind eine Leistungs-Gesellschaft, eine Wettkampf-Gesellschaft in der das Wort Team immer mehr zur Farce geworden und Stress bzw. die Drehzahl unseres Hamsterrades als Messlatte für Leistung geworden ist. Traurig, aber wahr. 
Glücklicherweise wachen immer mehr Menschen auf und stellen fest „Das kann es doch nicht sein!“ Alte Pfade zu verlassen kann jedoch mitunter eine Herausforderung sein. Allein die Tatsache, andere - womöglich fremde - Menschen um Unterstützung zu bitten (wie beim Hyper-Netzwerken), kann zunächst beängstigend sein. Sie begeben sich in dem Moment in unbekanntes Gebiet, denn Sie geben etwas von sich preis und werden dadurch verwundbar. Doch eines ist dabei garantiert: Lebendigkeit, Bereicherung und Spaß auf höchstem Niveau.

Experiment 2: Planen Sie SEINS-Phasen ein
Sich mehr Raum und Zeit zu schaffen, indem Sie Dinge streichen, delegieren oder um Unterstützung bitten, ist die eine Sache. Lassen Sie uns nun noch einmal auf das Thema zurück kommen, dass Sie Ihre eigene Zeitmaschine sind. Wie oft räumen Sie sich bewusst ZEIT FÜR SICH ein? Wie oft haben Sie in Ihrem Terminkalender einen Zeitraum für sich selbst geblockt, in dem Sie bewusst eine Auszeit nehmen, bei sich ankommen und vielleicht sogar  NICHTS tun? Solche kurzen Auszeiten sind essenziell, wenn Sie an eine andere Weisheit als Ihren logischen Verstand anknüpfen wollen.

Schauen Sie sich einmal Ihren Terminkalender für diese Woche an. Tragen Sie nun – abgesehen vom Wochenende – unter der Woche jeden Tag einen 10-minütigen Termin ein, der Ihnen persönlich gewidmet ist. Sie können diesen Zeit-Slot als Ihren persönlichen Auszeit-Block deklarieren. In der Zeit gehen Sie nicht ans Telefon, lesen keine E-Mails, surfen nicht im Internet, reden nicht mit Kollegen. Nada. Finden Sie stattdessen einen ruhigen Ort, genießen Sie bewusst und in Ruhe einen schaumüberdeckten Cappuccino oder schauen Sie bewusst aus dem Fenster und nehmen Sie die Schönheit der Herbstfarben in sich auf. Machen Sie sich bewusst, dass Sie gerade in diesem Moment Zeit für sich geschaffen haben. Atmen Sie ein paar Mal tief und entspannt ein und aus, seien Sie präsent in diesem Augenblick, ohne an das zu denken, was Sie dann im Anschluss noch alles erledigen müssen. Bauen Sie Entschleunigungs-Phasen ein. Diese müssen nicht jedes Mal 1 Stunde dauern. Es geht darum, dass Sie durch kurze Zeit-Blocker, Bewusstheit darüber bekommen, dass Sie in jedem Moment ein Zeitmacher sind. Sogar jetzt, in diesem Augenblick, machen Sie Zeit dafür, diesen Artikel zu lesen, anstatt 12 andere noch anstehende Sachen zu erledigen. Eine großartige Möglichkeit der Entschleunigung ist übrigens auch, den Tag morgens damit zu beginnen, dass Sie 10 bis 30 Minuten still für sich dasitzen und nichts tun und sich auf den Tag einstimmen. 

Der Trick, das Hamsterrad zum Stehen zu bringen, liegt darin, einfach nicht mehr wie ferngesteuert zu rennen, weil Sie meinen anderen genügen oder gefallen zu müssen, sondern selbst Verantwortung zu übernehmen, die Hand an die Gangschaltung zu legen und den Fuß auf die Bremse zu setzen, um dadurch in die Geschwindigkeit zu kommen, die Ihrem persönlichen Rhythmus entspricht. Denn Zeit ist nicht Geld. Zeit ist Leben!

In diesem Sinne herzliche Grüße,
Ihre Nicola Nagel


POTENZIALE LEBEN!
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