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Freitag, 13. Mai 2016

5 Essentielle Komponenten, um Ihre Energie zu halten



In letzter Zeit bin ich zahlreichen Menschen begegnet, die ausgepowert sind, keine Energie mehr haben und selbst durch Urlaub nur bedingt wieder auf die Spur kommen. In einer sich immer schneller verändernden Welt ist dies zunehmend eine Herausforderung. Insbesondere wenn wir mit vielen Menschen in Kontakt sind, passiert es schnell, dass unsere Energie verloren geht, wenn wir nicht bewusst darauf achten. Kennen Sie es beispielsweise, dass Sie gemütlich durch die Stadt laufen und letztendlich völlig erschlagen und ohne Energie wieder zuhause ankommen? Oder Sie sitzen im Büro, zahlreiche Kollegen wollen etwas von Ihnen und bereits mittags ist Ihre Energie am Nullpunkt angelangt? Diese Phänomene sind in unserer Gesellschaft leider gängig, sodass letztendlich viele Menschen gestresst, energielos und dadurch unausgeglichen sind, gleichzeitig jedoch auch keinen Ausweg aus dem Teufelskreis finden. Ein hohes Energie-Niveau scheint meist eher zufällig und temporär zu sein, oder aber an bestimmte Bedingungen geknüpft zu sein (z. B. an „gute Laune“).

Was oftmals passiert, ist dass unsere Energie unbemerkt durch verschiedene Kanäle oder in Situationen entweicht, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Die meisten Menschen merken es erst, wenn es schon zu spät ist und sie müde oder genervt abends auf der Couch landen. Die energieraubenden Situationen können dabei sehr vielfältig sein. Beispielsweise kann es sein, dass

  • Sie versuchen, es allen recht zu machen (sowohl privat als auch im Job),
  • Sie sich unbewusst subtil manipulieren lassen oder versuchen, andere zu manipulieren (z. B. durch Worte, Gesten, Handlungen)
  • Sie täglich in kleinen oder großen Dramen, Diskussionen, Rechthaberei verwickelt sind.
  • eine unbewusste Vermischung von Energien mit anderen Menschen stattfindet (es gibt regelrechte Energie-Vampire, die versuchen, Ihre Energie abzusaugen)
  • Sie Ihre Kraft und Energie an vermeintliche Autoritätspersonen abgeben (Partner, Chef, kraftvolle Kollegen, Nachbarn, die Behörden….),
  • Sie persönliche Grenzüberschreitungen zulassen, die eigentlich nicht in Ordnung sind,
  • Sie sich zu viel auf einmal zumuten und zu viele Projekte/Ideen/Termine haben (möglicherweise um vermeintliche Anerkennung von anderen zu erlangen. In unserer Gesellschaft ist Stress zu einer Art traurigem Status-Symbol geworden. Der Irrglaube lautet: „Wenn ich gestresst bin, leiste ich enorm viel, ergo ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich von anderen mehr Anerkennung – wenn auch nur in Form von Mitleid - für diese scheinbar enorme Leistung bekomme.)
  • Sie versuchen im Job professionell zu sein und stupide Leistung zu erbringen, die Ihnen eigentlich keinen Spaß macht,
  • Sie ungesunde Energie (Hass, Groll, schlechte Laune, emotionale Verletzungen, etc.) von anderen Menschen abkriegen (manchmal ohne dass Sie mit ihnen sprechen),
  • Sie versuchen von anderen Personen (häufig vom Partner oder engen Freunden) alte, unerfüllte Kindheitsbedürfnisse erfüllt zu bekommen (z. B. das unerfüllte Bedürfnis, damals nicht genug Liebe oder Aufmerksamkeit bekommen zu haben),
  • etc.

Experiment: Wann fühlen Sie sich energielos?
Es lohnt sich, einmal darauf zu achten, wann Ihre Energie verloren geht. Machen Sie einmal eine Liste wann, wo und idealerweise durch was oder wen, Sie sich energielos fühlen. Möglicherweise sind es Situationen, wie oben beschrieben, möglicherweise sind es auch ganz andere Situationen. Entscheidend ist, dass Sie beginnen, bewusst Ihre Aufmerksamkeit darauf zu richten, um die Energielücken aufzudecken.
Glücklicherweise ist es möglich, die persönliche Energie auf einem hohen Niveau zu halten, sobald wir einige Fertigkeiten lernen und diese bewusst nutzen. Es gibt – neben anderen - 5 essentielle Komponenten, die dafür unabdingbar sind:   

1.    Lernen Sie, zentriert zu sein
2.    Lernen Sie, Ihren persönlichen, energetischen Raum zu halten
3.    Achten Sie darauf, wo Ihre Aufmerksamkeit ist
4.    Steigen Sie aus den täglichen Dramen aus & übernehmen Sie radikale Verantwortung
5.    Nutzen Sie Ihre bewusste Wutkraft

1.    Lernen Sie, zentriert zu sein
Energieverlust passiert sehr häufig dadurch, dass wir unsere Kraft bzw. unser sogenanntes Zentrum unbewusst abgeben. Was bedeutet das? Zum einen haben wir ein physisches Zentrum. Dieses sitzt zwischen den Hüftknochen in der Körpermitte etwa auf Höhe der Gürtelschnalle und sorgt dafür, dass wir physisch in Balance sind. Neben dem physischen Zentrum besitzen wir jedoch noch ein weiteres, sogenanntes energetisches Zentrum. Dieses nimmt seinen Ursprung in der Größe einer Grapefruit und ist beweglich. Sie können es sich wie eine energetische Kugel vorstellen. In unserer Gesellschaft legen wir das energetische Zentrum meist in einen bestimmten Körperteil: den Kopf. Wir denken ständig darüber nach, welche Termine wir noch haben, was wir noch einkaufen müssen, wen wir anrufen müssen, etc.

Was viele Menschen darüber hinaus gerne machen ist, dass sie ihr energetisches Zentrum an vermeintliche Autoritätspersonen abgeben, z. B. den Chef, den Kollegen, den Partner, die Eltern, etc. Der Nutzen liegt meist darin, dass sie keine Verantwortung übernehmen müssen, sie hoffen, dass der andere sich um sie kümmert, sie keine Entscheidungen treffen müssen, nicht in Aktion treten müssen und sich dadurch letztendlich sicher fühlen. Nun gibt es unterschiedliche Arten von Autoritätspersonen: a) energieraubende Autoritäten (sogenannte Gremlin-Anführer) oder b) wahrhaftige Autoritäten/Anführer.

Energieraubende Autoritäten sind dabei Menschen, die gerne Ihr energetisches Zentrum nehmen, denn dann fühlen sie sich auch sicher. Es sind in der Regel Menschen, die zwar autoritär auftreten, jedoch dadurch nur ihre Angst vor Unzulänglichkeit kaschieren. Beispielsweise gibt es Chefs, die mit Worten und Gesten durch die Gegend poltern, sodass alle Mitarbeiter aus Angst sofort springen – ergo ihr Zentrum und damit ihre eigene Energie abgeben – um bloß nicht aus dem Rahmen zu fallen. Wahrhaftige Autoritäten würden hingegen Ihr Zentrum gar nicht annehmen. Ein echter Anführer würde sagen „Ich will Dein Zentrum nicht. Ich möchte, dass Du in der Lage bist, eigene Entscheidungen zu treffen.“

Zentriert zu sein bedeutet nun, dass Sie Ihre Absicht und Aufmerksamkeit nutzen, um Ihr energetisches Zentrum auf Ihr physisches Zentrum zu legen. Lokalisieren Sie zu nächst Ihr energetisches Zentrum. Wenn Sie sich beispielsweise gerade fragen, wie das denn gehen soll, dann ist Ihr energetisches Zentrum im Kopf. Es funktioniert wirklich mit Ihrer Absicht und Aufmerksamkeit. Es gibt beispielsweise bei Kampfsportarten oder auch beim Ballett Ausgangspositionen, die dazu dienen, komplett geerdet und zentriert zu stehen, sodass Sie sich aus dieser Position überall hinbewegen können.

Sie können Ihr Zentrum übrigens nicht nur an Autoritätspersonen sondern auch an andere Dinge abgeben, beispielsweise die Zeit („Herrje, schon wieder so spät, jetzt muss ich mich aber beeilen, sonst komme ich zu spät“), an Haustiere oder kleine Kinder („Schau mal, wie süüüß“), an die Vergangenheit („Damals war alles besser“) oder an die Zukunft („Bin ich froh, wenn ich in 3 Wochen Urlaub habe“), oder oder oder. Die Einladungen, um Ihr Zentrum abzugeben, sind vielfältig. Fakt ist jedoch: Wenn Sie Ihr Zentrum abgeben, verhalten Sie sich angepasst. Und: nur Sie können Ihr energetisches Zentrum und damit Ihre Kraft und Energie abgeben. Niemand kann es Ihnen klauen. Die anderen können Einladungen aussprechen, doch das Zentrum letztendlich abzugeben ist Ihre – meist unbewusste – Entscheidung. Lernen Sie also, auf Ihr Zentrum zu achten und zentriert zu sein, anstatt sich angepasst zu verhalten. Wenn Sie zentriert sind, sind Sie in der Lage, im JETZT präsent zu sein.

2.    Lernen Sie, Ihren persönlichen, energetischen Raum zu halten
Ein weiterer entscheidender Aspekt, um ein hohes Energie-Niveau zu halten ist, dass Sie Bewusstheit über Ihren persönlichen, energetischen Raum bekommen. Während wir über Zentrieren möglicherweise noch etwas lernen, wenn wir beispielsweise Kampfsport machen, tanzen, turnen oder ähnliches, lernen wir über unseren persönlichen energetischen Raum in der Regel nichts. Somit kann es durchaus sein, dass die folgenden Erläuterungen zunächst einmal etwas befremdlich wirken.

Ihren persönlichen, energetischen Raum können Sie sich vorstellen, wie eine etwas dickere Seifenblase, die im Abstand von ca. 50cm komplett um Sie herum geht. Dieser Raum ist nicht einfach da. Auch hier sind wieder Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Absicht gefragt. Beides nutzen Sie, um diese energetische Blase - d. h. unsichtbare aber doch existente Blase - um sich herum zu deklarieren. Sie können beispielsweise als Hilfe mit 2 Fingern schnipsen und so deklarieren, dass Ihr persönlicher Raum nun besteht. Probieren Sie es einmal aus. Setzen Sie sich entspannt hin und schließen Sie für einen Moment die Augen. Spüren Sie erst einmal, wie es sich ohne eine energetische Blase anfühlt. Das ist der Modus, den Sie wahrscheinlich kennen. Nun schnipsen Sie mit den Fingern und lassen Sie mit Ihrer Absicht eine durchsichtige Blase um sich herum entstehen. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in dieser Blase. Nutzen Sie Ihre Hände, um die Blase von innen zu ertasten; vorne, hinten, an den Füßen, über dem Kopf…
Dies ist möglicherweise das erste Mal, dass Sie Ihren persönlichen Raum bewusst wahrnehmen. Nun schnipsen Sie die Blase wieder weg und spüren Sie erneut den Unterschied.

Dann schnipsen Sie die Blase wieder hin. Das ist Ihr persönlicher Raum, in dem niemand anderes etwas verloren hat, weder Ihr Partner, noch Ihr Chef, noch Ihr Hund, noch sonst wer oder sonst was. Dieser Raum enthält nur Ihre Energie. Üben Sie sich darin, diesen Raum den ganzen Tag aufrecht zu erhalten, indem Sie immer einen Teil Ihrer Aufmerksamkeit darauf gerichtet lassen. Sobald Sie Ihren persönlichen Raum halten, sind Sie geschützt vor anderen Energien bzw. Ihre Energie fließt nicht mehr einfach so aus.

Was sehr häufig passiert ist, dass Menschen ihre persönlichen energetischen Räume vermischen (z. B. wenn der eine Partner am anderen „klebt“ oder jemand, der nicht Ihr Partner ist, ständig versucht, sie zu berühren, oder unbewusst mit Ihnen zu flirten, etc.). Das führt dann zu Energieverlust.

Sobald Sie Ihren persönlichen Raum nicht mehr bewusst klar haben, verlieren Sie Energie auch dadurch, dass Sie destruktive Energien anderer Menschen ungeschützt abkriegen (das ist z. B. oft der Grund, warum sich die meisten Menschen müde fühlen, wenn Sie durch die Stadt gegangen oder in der U-Bahn gefahren sind).


3.    Achten Sie darauf, wo Ihre Aufmerksamkeit ist
Es gibt den Spruch „Da wo Deine Aufmerksamkeit hingeht, geht Deine Energie hin“. Wo ist also Ihre Aufmerksamkeit? Ist sie jetzt schon bei der langen To Do Liste für den Tag? Oder bei den Kollegen oder den Kindern? Ihre Aufmerksamkeit ist Ihre wertvollste Ressource, denn Sie ist das einzig essentielle Mittel, mit dem Sie etwas tun können. Wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit nicht bewusst gebrauchen, dann wird sie von etwas anderem Gebraucht. Denken Sie einmal an die ganzen Medienagenten, die versuchen, Ihre Aufmerksamkeit zu bekommen: Werbetafeln, Magazine, Fernsehen, Radios, Kataloge, sexy Frauen, trainierte Männer, schreiende Kinder, schnurrende Katzen….Was sie wirklich versuchen zu bekommen, ist Ihre Energie.

Lernen Sie also auf Ihre Aufmerksamkeit zu achten, indem Sie sie beispielsweise bewusst von einer Sache auf eine andere lenken, wie einen Gegenstand, ein Bild, eine Idee. Sie können Ihre Aufmerksamkeit weggeben, sie verlieren oder sie teilen, indem Sie auf mehr als eine Sacht gleichzeitig achten (wie z. B. beim Autofahren).

Aufmerksamkeit auf Ihre Aufmerksamkeit zu lenken, lässt sich noch anders ausdrücken: Seien Sie sich bewusst, über was Sie sich bewusst sind. Denken Sie darüber nach, womit Sie denken. Nehmen Sie den Wahrnehmer in sich wahr.

Wem oder was schenken Sie jeden Tag Ihre Aufmerksamkeit?


4.    Steigen Sie aus den täglichen Dramen aus und übernehmen Sie radikale Verantwortung
Worauf bei vielen Menschen sehr viel Aufmerksamkeit und Energie verwendet wird, sind die alltäglichen Dramen, bzw. das sogenannte niedere Drama. Niederes Drama ist jede Handlung, die darauf ausgerichtet ist, Verantwortung zu vermeiden. Es ist das klassische Täter-Retter-Opfer Spiel, das bei den meisten Menschen zur Tagesordnung gehört. Niederes Drama ist das beliebteste Spiel auf unserem Planeten, entzieht jedoch auch fortwährend die meiste Energie. Es geht meist darum, wer das größte Kuchenstück bekommt, den besten Job, die beste Bezahlung, den besten Partner, wer recht hat, mächtiger ist und gewinnt. Niederes Drama basiert auf dem Spiel „Ich gewinne – Du verlierst“. Wenn Sie nicht genug niederes Drama in Ihrem eigenen Leben haben, brauchen Sie nur den Fernseher anschalten oder die Zeitung aufschlagen. Es geht permanent darum, wer wem etwas angetan hat. Der mächtigste Charakter ist dabei interessanterweise das Opfer, denn es kann jede Person in Lichtgeschwindigkeit zum Täter machen (Beweise gibt es immer genug) und hält dieses Spiel am Laufen. Ohne Opfer gibt es kein niederes Drama.

Der große Nutzen liegt für das Opfer darin, dass es keine Verantwortung übernehmen muss, Mitleid und Aufmerksamkeit bekommt, nicht aktiv werden muss, jammernd in der „Ich Arme(r)“-Geschichte hängen bleiben kann und vor allem irgendwann Rache üben kann. Sie kennen niederes Drama. Die Anzeichen dafür sind beispielsweise: Rechthaben, Streit, Jammern, Beschuldigungen, andere ins Unrecht setzen, Entschuldigungen, Rechtfertigungen, Erwartungen, Positionsverhaftungen, Groll, Klatsch und Tratsch, Ausreden, sich beschweren, endlose Diskussionen, etc.

Prüfen Sie einmal kurz, wie viel Ihrer Energie in kleinen oder großen niederen Dramen jeden Tag verloren geht. Es gibt Menschen, die meinen, niederes Drama sei das Leben, denn es fühlt sich wirklich lebendig an, da eine Menge unbewusste Gefühle am Werk sind (unbewusste Wut, Traurigkeit, Angst oder auch Freude) oder alte Emotionen getriggert werden. Fakt ist, dass niederes Drama eine Sackgasse ist und zu nichts führt, außer, dass Sie älter werden und Nähe und Vertrautheit zerstören.

Um aus niederem Drama aussteigen zu können, besteht Schritt 1 darin, dass Sie sich zunächst einmal schmerzlich bewusst werden, wann, wie oft und mit wem Sie täglich niederes Drama spielen. Niederes Drama kann dabei auch in Ihnen mit verschiedenen Stimmen ablaufen (z. B. Täter: „Oh man, wie konntest Du nur so blöd sein.“, Opfer: „Ja, ich weiß, jetzt stehe ich wirklich dämlich da und die anderen halten mich für unfähig“, Retter:“Ach komm, beim nächsten Projekt hängst Du Dich wieder rein und dann wird das schon wieder.“)

Schritt 2 würde darin bestehen, radikale Verantwortung zu übernehmen, für niederes Drama und alles, was Sie in ihrem Leben vorfinden. Damit gibt es keine Schlupflöcher mehr. Wenn Sie alles erschaffen haben und kein Opfer der Umstände mehr sind, dann erhalten Sie eine Menge Energie zurück.

5.    Nutzen Sie Ihre bewusst Wutkraft
Eine letzte essentielle Komponente, um Ihr Energie-Niveau hoch zu halten, besteht darin, Zugang zu Ihrer bewussten Wutkraft zu bekommen. Die anderen Gefühle – Traurigkeit, Freude, Angst – sind sicherlich auch wichtig, doch am wichtigsten ist zunächst die Wut. Wenn Sie Ihre Energie halten wollen brauchen Sie die Wut. Entgegen der gängigen Meinung ist Wut nicht gefährlich, zerstörerisch, nicht gesellschaftsfähig, unprofessionell, unkontrolliert oder trotzig. Vielmehr ist Wut kraftvolle Energie und Information, die Ihnen dient. Sie brauchen Ihre erwachsene, verantwortliche, bewusste Wut, um beispielsweise

·         Grenzen setzen zu können,
·         Sich zu zentrieren
·         Ihren persönlichen, energetischen Raum aufrecht zu halten und zu schützen,
·         Entscheidungen zu treffen,
·         Ja zu sagen,
·         Nein/Stopp zu sagen (vor allem wenn etwas zu viel wird),
·         Klarheit zu schaffen,
·         Sich abzugrenzen,
·         Auf Ihre Aufmerksamkeit zu achten,
·         In Aktion zu treten.


Diese 5 essentiellen Komponenten, um die Energie hoch zu halten, brauchen sicherlich Übung und Aufmerksamkeit, damit sie automatisch in unseren täglichen Gebrauch übergehen. Wenn Sie beginnen damit zu experimentieren, kann es sein, dass Sie trotzdem zwischendrin wieder Energie verlieren, weil Sie möglicherweise vergessen haben, sich zu zentrieren oder Ihren persönlichen Raum zu deklarieren. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Es ist ähnlich wie beim Jonglieren. Je mehr Sie experimentieren und üben, desto mehr gehen die Fertigkeiten Ihnen in Fleisch und Blut über, bis schließlich automatisch zentriert sind, Ihren persönlichen Raum haben, Grenzen setzen, auf sich achten und im Jetzt präsent sind. Ihre Energie ist es Wert. Sind Sie es sich wert?

In diesem Sinne, herzlich energiegeladene Grüße,
Ihre Nicola Nagel


P. S. Die grundlegenden Fertigkeiten, um Ihre Energie hoch zu halten, zentriert zu sein, Ihre Gefühle in Besitz zu nehmen und kraftvoll und voller Inspiration im Leben zu stehen, können Sie übrigens in den sogenannten Expand The Box Trainings und Possibility Laboratorien erlernen und erfahren. Ein echtes Erlebnis! Mehr dazu finden Sie auf: http://www.viva-essenza.com/66/privattraining/expand-the-box-training



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Mittwoch, 15. Januar 2014

Wahre Werte versus Bewertung - Erschaffen Sie Miteinander oder Getrenntsein?



Unsere Gesellschaft lebt in einem engen Korsett. Es ist das Korsett von Bewertung. Bewusst oder unbewusst bewerten wir ständig. Wir werden regelrecht darauf gedrillt zu bewerten. Das fängt in der Schule an und geht im Job direkt weiter. Wir lernen zu bewerten, weil wir selbst in dem System des Bewertens groß geworden sind und es als normal erachten. Doch haben Sie sich einmal gefragt, wie es wäre, gar nicht mehr zu bewerten, nichts und niemanden?

Da mag der ein oder andere bereits stutzen und sagen „das geht doch gar nicht, es gibt doch Dinge, die richtig sind und andere, die falsch sind“. Doch genau da wird es spannend. Wer legt denn eigentlich das Bewertungssystem fest, gegen das wir permanent gemessen werden und gegen das wir uns selbst und andere messen? Haben Sie dieses Bewertungssystem jemals in Frage gestellt oder haben Sie es – wie die meisten Menschen – einfach übernommen, getreu dem Motto „Das ist halt so.“?

Ich möchte Sie heute dazu einladen, Ihr Bewertungssystem einmal zu betrachten, denn Tatsache ist, dass Sie sich durch ein übernommenes Bewertungssystem selbst einengen. Sie sitzen sozusagen in Ihrem eigenen Gefängnis. Jede Bewertung, die Sie vornehmen oder in Ihrem Nervensystem gespeichert haben, ist wie eine der Gitterstangen durch die Sie aus Ihrem Gefängnis herausschauen. Die gute Nachricht ist: bei diesem Gefängnis steckt der Schlüssel innen. Sie können also das ganze Konstrukt selbst demontieren und Sie werden erstaunt sein, wie viel Energie und Zeit Sie plötzlich wieder zur Verfügung haben. Lassen Sie uns direkt damit beginnen.  

Experiment 1: Was, wen und wann bewerten Sie?
Nehmen Sie einmal ein Blatt Papier und lassen Sie die letzten Tage Revue passieren. Wen oder was haben Sie bewertet? Wann haben Sie bewertet? Beachten Sie, dass Bewertung oft auch stillschweigend stattfindet und zwar in Ihrem Kopf. Vielleicht kam Ihnen die Nachbarin entgegen und Sie dachten „Was hat die denn heute für einen komischen Fummel an!“ oder Sie haben über Ihren Chef gedacht „Der spinnt ja wohl total, mir dieses Projekt auch noch aufzudrücken.“ Vielleicht haben Sie auch gerade das gemütliche Fahrverhalten des älteren Herren vor Ihnen bewertet, indem Sie z. B. sagten „Mein Gott Opa, schlaf nicht ein beim Fahren.“

Vergessen Sie bei diesem Experiment auch nicht die Bewertung, die Sie über sich selbst abgeben. Wie oft meinen Sie, Sie seien vielleicht nicht gut genug, hübsch genug, intelligent oder talentiert genug? Wenn Sie z. B. versehentlich eine Flasche fallen lassen und zu sich selbst sagen „Hach Idiot, kannst Du nicht aufpassen!“, dann bewerten Sie sich in dem Moment.  Schreiben Sie alles an Bewertungen auf, das Ihnen in den Sinn kommt.

Vielleicht gab es einen Moment, in dem Sie dachten, Sie seien nicht okay, weil andere über Sie etwas Beurteilendes gesagt haben. Wer hat jedoch die finale Bewertung gegen Sie letztendlich vorgenommen? Die anderen? Nein, keineswegs. Es waren SIE selbst. Und zwar nur Sie. Lassen Sie mich das etwas klarer formulieren. Wenn jemand etwas Bewertendes zu Ihnen sagt, dann sind das zunächst einmal nur Worte. Neutral. Ohne jegliche Geschichte. Erst wenn Sie diese Bewertung annehmen und sich selbst an der irrsinnigen Bewertungs-Skala unserer Gesellschaft messen, entwickeln Sie die dazugehörige Geschichte, dass Sie vielleicht nicht okay sind.

Sie geben also in dem Moment Ihre eigene Autorität an ein Bewertungssystem ab, das zum Ziel hat, die Menschen kraftlos und genormt zu machen. Machen Sie sich das wirklich einmal bewusst:

In dem Moment, in dem Sie sich an einer Bewertungs-Skala messen,
geben Sie Ihr Zentrum und damit Ihre eigene Autorität ab,
ergo Ihre Kraft.

Lassen Sie das einmal sacken. Wenn Sie sich – oder auch andere – bewerten, nehmen Sie sich selbst Ihre Kraft und Autorität.

Die spannende Frage, die sich stellt, ist WARUM bewerten wir überhaupt? Wir bewerten, weil wir in einer Gesellschaft groß geworden sind, die auf Überleben statt auf Leben ausgerichtet ist, auf Wettkampf statt auf Gemeinschaft. Wenn Sie einmal die Natur betrachten, dann wird schnell klar, dass es dort keine Bewertung gibt. Das Bewertungssystem ist also vom Menschen hausgemacht, sprich von unserer modernen Kultur.

Bei kleinen Kindern können Sie das prima beobachten. Diese sind zunächst völlig unbekümmert und gehen gänzlich in ihrem kreativen Spielen auf. Sie überlegen sich nicht, ob sie beim Spielen etwas „richtig machen“ oder ob jemand das toll findet. Sie spielen einfach. Doch allerspätestens wenn sie in die Schule kommen, ist ein radikaler Wandel spürbar. Das Genietum, die Kreativität und Unkompliziertheit lassen mit zunehmendem Alter nach, bis die Kinder schließlich völlig in das Bewertungssystem unserer Gesellschaft eingenormt sind (Film Tipp: Film „Alphabet“ von Erwin Wagenhofer).  

Durch Bewertung töten wir die vielfältige Kreativität, Spontaneität und Weisheit, die in uns steckt.  Und letztendlich isolieren wir uns in dem Moment, in dem wir bewerten. Wenn Sie z. B. in einer Situation eine künstlich erschaffene Bewertungs-Skala ansetzen und infolge dessen deklarieren „Ich bin nicht okay, oder gut genug“, dann ist der nächste Überlebensmechanismus der anspringt „Ich ziehe mich zurück, ich gehe, ich mache nicht mit.“ Tatsache ist jedoch, dass Sie okay sind, egal, was andere sagen, oder welche Bewertungs-Skala auch immer im Raum steht.

Ja, und nun? Was können Sie jetzt tun, wenn wir doch jeden Tag Bewertungen konfrontiert werden, wo wir gehen und stehen?

Experiment 2: Installieren Sie einen Bewertungs-Detektor
SCHRITT 1:
Um aus dem Bewertungs-System auszusteigen, ist es zunächst einmal hilfreich, einen sogenannten Bewertungs-Detektor zu installieren. Montieren Sie ihn einfach in Ihrer Vorstellungskraft oben an Ihrem Körper. Meiner sitzt z. B. direkt unterhalb des linken Schlüsselbeins. Er kann rund oder eckig sein. Egal wie er aussieht, eines steht fest: er blinkt auf, wenn Sie bewerten oder Ihnen eine Bewertung an den Kopf geschmissen wird. Seien Sie ab sofort aufmerksam und schauen Sie, wann Bewertung stattfindet. Was ist der Trigger?

Wenn Sie jemanden oder etwas bewerten, stellen Sie als nächstes die Frage nach dem warum. Warum haben Sie in dem Moment bewertet? Was ist die Absicht dahinter?

SCHRITT 2:
Wenn Sie sich das nächste Mal selbst bewerten spüren Sie einmal genau hin, wie Ihre Energie in dem Moment flöten geht. Achten Sie gleichermaßen darauf, was passiert, wenn jemand Sie vielleicht sogar verbal und laut hörbar bewertet und Sie die Geschichte glauben. Spüren Sie bewusst den Schmerz, die Isolation, vielleicht sogar die Wut. Das ist Ihr neuer Referenzpunkt. Sie wissen in dem Moment, wie kraftlos, angepasst und trennend sich Bewertung anfühlt. Lassen Sie sich von diesem Schmerz treffen und transformieren. Wenn Sie bewusst fühlen können, was Bewertung macht, dann ist genau das der Schritt aus dem Bewertungssystem hinaus. Es bedarf einiger Selbst-Beobachtung, doch es lohnt sich, dieses Experiment durchzuführen. 

Es könnte zu Beginn schockierend für Sie sein zu beobachten, wie oft sie sich selbst oder andere bewerten. Lassen Sie sich auch davon treffen.

Experiment 3: Steigen Sie aus dem Bewertungssystem aus
Der nächste Schritt besteht darin, aus dem Bewertungs-System auszusteigen. Ihnen passiert ein Missgeschick? (allein dieses Wort enthält schon Bewertung) Sehen Sie es neutral. Etwas ist passiert. Punkt. Es ist nicht gut und nicht schlecht. Sie müssen es nicht bewerten. Ihr Partner hat erneut vergessen, die Theaterkarten abzuholen? Es ist wie es ist, also erfinden Sie nicht die Bewertung, dass er deswegen ein Idiot ist.

Und was tun Sie, wenn Sie von jemandem verbal in einer Unterhaltung destruktiv bewertet werden (z. B. im Sinne von „Du bist nicht gut genug.“)? Nun ein interessantes Experiment könnte sein zu sagen: „Vielen Dank für das Geschenk der destruktiven Bewertung. Ich nehme es nicht an und gebe es Dir hiermit zurück.“ Prüfen Sie vorher, das Timing und die Situation. Sie können sich diesen Satz sonst auch denken und damit nicht in den Bewertungs-Ring steigen.

Kürzlich saß ich einem Bekannten in einem Café gegenüber, der mir 5 Minuten lang zahlreiche bewertende Gründe nannte, warum das Projekt, das er im Sinn hat, genau das Richtige für ihn sei und deswegen alles andere Larifari sei, was er sowieso schon kenne und  nicht brauche. Mein Bewertungs-Detektor blinkte wie wild. Doch ich nahm keine der Bewertungen an. Es war seine Geschichte und nicht meine. Als er mich anschaute und eine Antwort spürbar erwartete gab ich ihm Feedback, dass diese Art von bewertender Kommunikation nicht gut und nicht schlecht ist, jedoch zum Resultat hat, dass sie jegliche Art von authentischem Kontakt und Miteinander zerstört. Ich sagte, ich sei an einer anderen Art von Miteinander interessiert und fragte ihn, wie es ihm damit ginge.  Er schaute mich an, schluckte kurz und verstand sofort, was ich meinte. Und genau in dem Moment wurde eine andere Art der Kommunikation möglich. Es war spürbar, wie die Starre am Tisch, die sich durch die Bewertung aufgebaut hatte, wie eine Mauer einstürzte und plötzlich Verletzlichkeit und Miteinander als Werte im Raum waren.

Bewertung ist nichts anderes als Positionierung. Es ist ein Überlebensmuster, das wir als Kinder ungeprüft übernommen haben. Es dient der Normung der Gesellschaft, damit weiterhin Konkurrenz und Wettkampf praktiziert werden und die Menschen voneinander getrennt bleiben, anstatt kraftvoll und bewertungsfrei ihre eigene Autorität zu sein und ihr volles Potenzial auszuschöpfen.  

Bewertungen schließen jedoch wahre Werte, Seins-Qualitäten oder helle Prinzipien aus. Um aus dem Bewertungssystem auszusteigen, ist es daher sehr hilfreich, dass Sie sich bewusst machen, welche Werte oder hellen Prinzipien Ihnen wichtig sind, wenn Sie mit anderen und auch mit sich selbst zusammen sind. Wenn Sie bewerten, dann füttern Sie Ihren Gremlin, Ihr inneres kleines Monster, Ihren inneren Richter, der Schattenaspekte wie Getrenntsein, Besserwisserei, Rechthaberei, Macht, Arroganz bevorzugt.

Doch was wollen Sie tatsächlich? Was ist Ihnen wirklich wichtig? Wie wünschen Sie sich, dass andere Menschen mit Ihnen umgehen. Sind Ihnen da vielleicht Werte wie Miteinander, Teamwork, Liebe, Respekt, Güte, Großzügigkeit, Wertschätzung und Warmherzigkeit wichtig? Wahre Werte oder helle Prinzipien haben nichts mit Bewertung zu tun.

Und: wenn Sie andere bewerten und damit auf Getrenntsein ausgerichtet sind, tun Sie sich das in dem Moment auch selbst an. Selbst wenn Sie sich in dem Moment gar nicht bewerten, sondern nur den anderen. Wir sind alle miteinander verbunden und das was Sie der anderen Person oder auch der Natur antun, tun sie in dem Moment auch sich selbst an.

Was sind also Ihre wahren Werte? Schreiben Sie doch jetzt einmal 3-4 Werte auf, die Ihnen wichtig sind.

Hier noch einmal die wesentlichen Unterschiede von Werten und Bewertung:

Wahre Werte / Prinzipien
Bewertung / Positionierung
Schließen ein
Schließt aus
Gemeinsamkeiten finden
Konkurrenz, Wettkampf
Flexibel
Starr, unbeweglich
Akzeptieren
Recht haben wollen
Miteinander
Getrenntsein / Isolation
Eigene Autorität, zentriert sein
Autorität abgeben, angepasstes Verhalten
Fördern von Kreativität und Genietum
Ersticken von Kreativität
Authentischer Kontakt
Eine unsichtbare Mauer entsteht
Offen, frei
Enges Korsett
Erlauben Verletzlichkeit
Erlauben Argumente und Logik
Herz-zu-Herz Kommunikation
Finden nur im Verstand statt
Vielfalt
Eintönigkeit
Warm
Kalt

Wenn Sie Ihre wahren Werte, die Ihnen am Herzen liegen aufgeschrieben haben, prägen Sie sich diese gut ein. Jedes Mal, wenn Ihr Bewertungs-Detektor aufblinkt, können Sie dann sofort eines oder alle dieser hellen Prinzipien allein mit Ihrer Absicht in den Raum hineinrufen und eine andere Art von Kommunikation und Miteinander kreieren (dies ist auch gedanklich möglich, sie brauchen die Werte nicht laut aussprechen. Die Absicht ist entscheidend).

Lassen Sie sich überraschen, wie viel mehr Energie und Zeit Ihnen zur Verfügung stehen, wenn Sie aufhören, sich oder andere zu bewerten. Und seien Sie nicht erstaunt, wenn es wesentlich „stiller“ wird in Ihnen, entspannter, ruhiger. Denn wenn das Bewertungssystem in Ihnen aktiv ist, diese unbewusste Bewertungs-Skala gegenwärtig ist, dann stehen Sie permanent unter Strom und Anspannung. Sobald Sie die Bewertungs-Skala zusammenbrechen lassen, kann sich auch Ihr physischer Körper und Ihr gesamtes Nervensystem komplett entspannen. Seien Sie wagemutig. Während andere das Bewertungssystem noch krampfhaft aufrecht erhalten, können Sie einen neuen Weg gehen.

In diesem Sinne, viel Freude beim Experimentieren mit Ihrem neu installierten Bewertungs-Detektor.

Herzliche Grüße,
    www.viva-essenza.com  

 
CREATING POSSIBILITIES!

 
Ihre Nicola Nagel