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Samstag, 18. April 2020

3 Entscheidende Aspekte um Krisen leichter zu meistern


Wie gehst Du grundsätzlich mit Krisen um, beispielsweise mit der aktuellen Corona Krise? Bist Du eher entspannt, oder angespannt? Vielleicht sagst Du jetzt: „Naja, am Anfang war es erst toll, einige Tage ungeplant frei zu haben, doch das hat sich dann sehr schnell geändert.“

Insgesamt tun wir uns mit Krisen oftmals schwer, denn eine Krise reißt Dich zunächst einmal aus Deiner Komfort-Zone heraus und verändert Dein Leben schlagartig. Wie kannst Du da noch einigermaßen entspannt bleiben? Nun, zieh einmal in Betracht, dass Du bereits wesentlich leichter durch Krisen navigieren kannst, wenn Du folgende 3 Aspekte berücksichtigst:

  1. Zentriert im Hier und Jetzt bleiben
  2. Emotionen von Gefühlen unterscheiden
  3. Deine Sichtweise verändern, indem Du radikale Verantwortung übernimmst

Was hat es damit im Detail auf sich?


1. Zentriert im Hier und Jetzt bleiben
In einer Krise ist es entscheidend, dass Du in Deiner Kraft bleibst. Viele geben jedoch ihre Kraft nach außen ab, z. B. an die Umstände oder andere Personen. Manche geben ihre Kraft auch an die Vergangenheit ab, indem sie sich wünschen, es sei alles wieder so wie vorher, oder sie geben ihre Kraft an die Zukunft ab, indem sie sich unentwegt Sorgen und Gedanken machen, wie es denn wohl weitergehen soll. Auf wen oder was Du im Außen auch fokussiert bist, Du gibst damit Dein sogenanntes energetisches Zentrum, d. h. Deine persönliche Kraft und Autorität ab. Dann bist Du nicht mehr wirklich bei Dir. Wenn Du nicht zentriert bist, kann es Dir zudem passieren, dass Du in hektisches Agieren verfällst oder verkrampft im Intellekt nach Lösungen suchst.

Um in Krisenzeiten jedoch wirksam und bewegungsfähig zu sein, ist es entscheidend, dass Du im Hier und Jetzt präsent bist. Nur dann kannst Du ruhig werden und klar spüren, was z. B. als nächstes dran ist oder wann es an der Zeit ist, nichts zu tun. Wenn Du zentriert und geerdet bist, kann Dich nichts so schnell umhauen.

Wie kommst Du im Hier und Jetzt an?

Experiment Nr. 1: Bei Dir ankommen
Nun, zum einen kannst Du lernen, mit Deiner Aufmerksamkeit Dein energetisches Zentrum zu lokalisieren (viele Menschen haben es meist im Kopf, weil sie sich so viele Gedanken machen) und dann mit Deiner Absicht auf Dein physisches Zentrum zu legen (Dein physischer Balancepunkt). Einen ersten Geschmack davon kannst Du jedoch auch bekommen, wenn Du erst einmal vollständig in Deinem Körper ankommst, indem Du die Augen zu schließt und zunächst einige Male in Ruhe atmest. Dann sinke einmal tiefer in Deinen Körper hinein und finde den Ort, an dem Dein inneres Lebensfeuer brennt, Deine Essenz. Sobald Du diesen Ort gefunden hast, verweile dort ein wenig und schaue Dich um. Welche Farbe hat er? Siehst Du das Lebensfeuer oder vielleicht ein leuchtendes Juwel? Nähere Dich dem Feuer oder dem Juwel und berühre es mit den Händen. Spüre es. Das ist der Ort, an dem alles in Ordnung ist. Das ist der ruhige Ort des Seins. Der Ort, an dem Du genauso gemeint bist, wie Du bist. Bleibe noch einige Minuten dort und öffne dann wieder die Augen. Kannst Du den Unterschied spüren zu vorher?


2. Emotionen von Gefühlen unterscheiden
Was in Krisenzeiten sehr häufig passiert, ist zudem,  dass unglaublich viele Emotionen hochkommen. Wenn Du Dich mit diesen Emotionen identifizierst, kannst Du nur unverantwortlich emotional reagieren, anstatt bewusst und verantwortlich zu agieren. Deswegen ist es wichtig, dass Du Dir den Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen klar machst.

Es gibt 4 große Gefühlsgebiete: Wut, Traurigkeit, Angst und Freude. Gefühle entstehen im Hier und Jetzt. Sobald Du sie bewusst und verantwortlich nutzt (z. B. um eine Grenze zu setzen oder um Dich bewusst von etwas zu verabschieden), dann verschwinden sie sofort.

Emotionen fühlen sich genauso an wie Gefühle, dauern aber länger. Hast Du es schon einmal erlebt, dass Du mit einer Person gesprochen hast und einige Stunden oder gar Tage später immer noch wütend, traurig oder ängstlich warst? Ja, die meisten haben das schon erlebt. Wenn das jedoch der Fall ist, dann wurde eine Emotion bei Dir getriggert, die mit der Person bzw. mit der aktuellen Situation nichts zu tun hat. Einer Deiner „roten Knöpfe“ wurde sozusagen gedrückt. Was dann passiert ist, dass die Emotion mit einer gehörigen Wucht innerlich hoch schießt und Du emotional reagierst. Vielleicht fliegen sogar böse Worte und Sätze.

Es gibt unterschiedliche Arten von Emotionen:
·         Zum einen gibt es die sogenannte Kind-Emotion:
Das sind unvollendete Gefühle aus der Vergangenheit, z. B. aus der Kindheit. Möglicherweise hast Du früher einmal eine ähnliche Situation erlebt und damals war es nicht sicher für Dich, diese Gefühle auszudrücken. In einer Krise können solche Kind-Emotionen sehr schnell wieder an die Oberfläche kommen. Eine Möglichkeit, sie zu heilen besteht darin, dass Du die Gefühle von damals noch einmal bewusst ausdrückst, am besten in einem sicheren Raum und in Gegenwart einer trainierten Person, damit die Gefühle auch vollendet werden können.

·         Zum anderen gibt es die sogenannte Eltern-Emotion:
Dies sind Gefühle, die Du von anderen unbewusst übernommen hast, z. B. von Deinen Eltern, Lehrern, Institutionen, Marken, Religionen, etc.  Wenn Du beispielsweise in einer bestimmten Situation panisch reagierst, weil Deine Mutter immer panisch reagiert hat, dann ist das eine Eltern-Emotion.

·         Als dritte Emotion gibt es noch eine ganz besondere, lass sie uns die Gremlin Emotion nennen. Die Gremlin Emotion gehört zu Deinem kleinen inneren Monster, Deinem Schattenanteil, dem König oder der Königin Deiner eigenen Unterwelt. Bist Du beispielsweise morgens schon einmal aufgewacht und warst ohne jeglichen Grund wütend und auf Kampf gepolt? Das ist eine Gremlin Emotion. Der Gremlin hat einfach Lust ein niederes Drama anzuzetteln. Dazu gleich mehr.

Anzeichen für eine Emotion ist auch, wenn Du die Gefühle miteinander vermischt und Dich z. B. depressiv, verzweifelt, hilflos, melancholisch oder hysterisch fühlst. Wenn die Gefühle so vermischt sind, dann steckst Du fest und kannst nicht klar und verantwortlich agieren.

Wie kannst Du nun aufhören, emotional zu reagieren?


Experiment Nr. 2: Mache eine Lücke
Sobald Du merkst, dass ein heftiger Gefühlsschwall in Dir aufsteigt und Du sofort lospoltern möchtest, mache die Lücke. Das bedeutet, dass Du zunächst 3 Mal weiter atmest und Dir bewusst machst, dass gerade eine Emotion hoch kommt und diese nichts mit der aktuellen Situation oder Person zu tun hat. Wenn Du keine Lücke machst, ist der automatische Impuls, die alte Emotion auf die aktuelle Situation oder Person zu projizieren, was sehr häufig in Stress, Streit oder ähnliches ausartet.

Auch wenn Du Dir später erst bewusst wirst, dass Du immer noch wütend, traurig oder ängstlich bist oder alle Gefühle miteinander vermischt hast, ist es entscheidend, dass Du Dir bewusst sagst „Ah…das ist eine Emotion. Es hat nichts mit ihm/ihr bzw. der Situation zu tun“. Dann kannst Du diese zur Seite legen und Dir später anschauen oder heilen, anstatt sie in der aktuellen Situation auf die andere Person zu projizieren.


3. Deine Sichtweise verändern, indem Du radikale Verantwortung übernimmst
Wenn Du keine Bewusstheit über den Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen hast, dann identifizierst Du Dich in der mit Deinen Emotionen in dem Glauben, Du würdest etwas fühlen. Doch das einzige, was passiert ist, dass Du durch Deine emotionale Reaktion ohne Umschweife direkt im sogenannten niederen Drama landest, d. h. eine Täter-Retter-Opfer Dynamik entsteht. Dann bist Du möglicherweise das Opfer, das z. B. herum jammert, sich beschwert, andere beschuldigt und ins Unrecht setzt, mit Vorwürfen um sich schießt, Recht haben will oder verlangt, dass Deine unausgesprochenen Erwartungen erfüllt werden. Im Sumpf des niederen Dramas drehst Du Dich um Dich selbst und erzählst Dir die Geschichte, dass die Situation oder die anderen Personen unfair sind, Dir Unrecht getan haben, oder was auch immer.

Opfer der Umstände zu sein, hat einen großen Nutzen: Du musst keine Verantwortung übernehmen, musst Dich nicht verändern, bekommst Aufmerksamkeit, kannst Dir die Geschichte erzählen, dass Du der oder die moralisch Bessere bist und kannst vor allem…..irgendwann Rache üben. Dieses Spiel liebt der Gremlin, Dein Schattenanteil.

Doch wie kommst Du aus dem niederen Drama raus?

Experiment Nr. 3: Erzähle die verantwortliche Geschichte
Nun ein großes Experiment wäre, dass Du beginnst, die verantwortliche Geschichte zu erzählen. Das wird dem Schattenanteil in Dir gar nicht gefallen, weil Du damit Deine Opfer-Position aufgibst und auch die Möglichkeit, in die Täter-Rolle zu wechseln und Dich zu rächen.

Bei diesem Experiment geht es darum, dass Du Deine innere Haltung veränderst, und radikale Verantwortung übernimmst, in dem Du 2 Fragen beantwortest:

  • Wie hast Du dazu beigetragen, dass das passiert ist (also dass Du gerade diese Krise erlebst)?
  • Und welchen Nutzen hast Du davon?

Das ist keine leichte Übung. Mache sie trotzdem.

Vielleicht hast Du zu der ganzen Krise, in der Du Dich gerade befindest beigetragen, weil Du Dir ein bestimmtes Umfeld, einen Partner/eine Partnerin oder was auch immer ausgesucht hast. Vielleicht hast Du auf Deinem Recht gepocht oder hast Erwartungen im Vorfeld nicht kommuniziert. Vielleicht hast Du auch die ersten Anzeichen für Deine persönliche Krise einfach nicht ernst genommen und sie dezent ignoriert.

Möglicherweise ist ein Nutzen, dass Du in der Vergangenheit das Opfer warst, dass Du keine Verantwortung übernehmen musstest und alles beim Alten lassen konntest. Vielleicht war es bequem, Deine alte Rolle als Opfer weiterzuspielen, um nicht in Deiner vollen Kraft zu sein. Vielleicht ist ein Nutzen der Krise jetzt, Dich von alten, einengenden Glaubenssätzen zu befreien oder endlich für Dich einzustehen.

Es geht nicht darum, dass Du die Schuld für etwas übernimmst. Es geht darum, dass Du Deine Sichtweise veränderst, Deine innere Haltung. Versuche wirklich radikal verantwortlich zu sein. Spüre dann, wie sich Deine innere Haltung verändert und Dir die verantwortliche Sichtweise mehr Kraft gibt. Wenn Du Verantwortung übernimmst, kannst Du kein Opfer der Umstände mehr sein.

Wenn Du die verantwortliche Sichtweise im Hier und Jetzt zentriert einnimmst, dann kann ein völlig neues Spiel beginnen und es tun sich plötzlich ungeahnte, neue Möglichkeiten auf.

Hier noch einmal eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Krisenbewältigung:

Krisen-Bewältigung gewöhnlich
Krisen-Bewältigung einmal anders
Deine Kraft an das Außen abgeben
Zentriert bei Dir bleiben
In der Vergangenheit oder der Zukunft sein
Präsent im Hier und Jetzt sein
Im Intellekt nach Lösungen suchen
Auch Deiner Intuition vertrauen
Hauptsache agieren und irgendetwas tun
Mehr sein und Dich bewegen, wenn es dran ist.
Emotional reagieren.
Mit der Emotion identifiziert sein.
Zwischen Emotionen und Gefühlen unterscheiden. Dich nicht von Emotionen einnehmen lassen. Die Lücke machen
Im niederen Drama versinken mit Jammern, Beschuldigen, Beschweren, etc.
Die Sichtweise wechseln und radikale Verantwortung für die Krise übernehmen.
Dein Gremlin hat freien Auslauf
Du hast Deinen Gremlin an der Leine.
Feststecken, unbeweglich werden
Kreativ werden. Neue Möglichkeiten generieren.
Versuchen, zu überleben. Nichts verändern
Krise als Chance für Heilung und Wachstum nehmen
Versuchen, Dich irgendwie abzulenken
Wahrnehmen was ist, ohne Ablenkung

In diesem Sinne, ein sanftes Navigieren durch Krisenzeiten.

Herzlichst,
Nicola


www.viva-essenza.com
INSPIRATION, DIE BEWEGT!

Freitag, 15. November 2019

3 Schritte, um aus dem Gedanken-Karussell auszusteigen


Der Verstand ist schon ein brillantes Werkzeug. Er kann abwägen, logisch sein, analysieren, reflektieren und vor allem eins: unentwegt Gedanken produzieren. Doch so nützlich er auch ist, so mühsam kann diese Gedankenmaschine manchmal sein. Passiert es Dir gelegentlich, dass Du Gedanken wälzt und alle möglichen Sätze zu einem Ereignis oder einer Entscheidung durch den Kopf sausen und Du Dich letztendlich nur noch im Kreis drehst? Meist zeigt es sich, dass Du Dir viel zu viele Gedanken über etwas machst, Dir immer wieder Fragen stellst, Entscheidungen anzweifelst, alle Eventualitäten durchdenkst oder Dir Geschichten erzählst, die auf ungeprüften Annahmen basieren. Vor lauter Denken und Stimmen im Kopf, weist Du dann möglicherweise gar nicht mehr, was Du tun sollst und fühlst Dich letztendlich müde und energielos. Hier ein kurzes Beispiel:

Angenommen Dein Chef bittet Dich, eine Aufgabe zu übernehmen. Du hast jedoch keine Kapazität mehr dafür. Dann können möglicherweise folgende Sätze und Stimmen  durch Deinen Kopf gehen:
  • „Ich kann das nicht auch noch machen, ich bin völlig erschöpft.“
  • „Ja, aber es wäre eigentlich mein Aufgabenbereit.“
  • „Du musst das machen, was soll denn Dein Chef sonst denken.“
  • „Soll ich mich krank arbeiten, oder was?“
  • „Ich bin eben einfach nicht gut genug. Ich kann den Anforderungen nicht genügen.“
  • „War ja schon immer so, dass Du nicht belastbar warst.“
  • „Ja, komm, vielleicht kannst Du ja mit ihm reden und es findet sich eine Lösung.“
  • „Aber dann müsste ich ja zugeben, dass ich es nicht kann. Das kommt gar nicht in Frage.“
  • „Und wenn ich nicht aufpasse, verliere ich möglicherweise meinen Job.“
  • usw.

Wie Du an diesem kleinen Beispiel siehst, können Unmengen von Stimmen und Sätzen aufkommen. Vor lauter Stimmen, weißt Du dann nicht mehr, was Deins ist und wie Du Dich entscheiden sollst oder zu bestimmten Themen stehen sollst. Das Gedankenwirrwarr macht Dich stattdessen verrückt und laugt Dich aus.

Doch wie kannst Du das verhindern? Wie kannst Du aus dem Gedankenkarussell aussteigen? Dazu sind einige interessante Unterscheidungen hilfreich:

1.    Du hast einen Verstand, Du bist nicht Dein Verstand
Kannst Du Dir das vorstellen? Zieh einmal in Betracht, dass Du zwar einen Verstand hast, jedoch nicht Dein Verstand bist. Ein Teil von Dir sagt jetzt möglicherweise: „Was soll das heißen? Ich bin doch meine Gedanken. Ich denke sie doch.“ Diese Vermutung liegt zunächst einmal nahe, nicht wahr? Schließlich gibt es das Sprichwort: „Ich denke, also bin ich!“

Die Krux ist, dass wir uns häufig mit unserem Verstand identifizieren und uns nicht bewusst machen, dass wir mehr als nur unser Verstand sind. Unser Verstand ist lediglich der Körper, der in der modernen Gesellschaft am meisten geschätzt und gefüttert wird. Schon im Kindesalter in der Schule geht es darum, möglichst viel Wissen anzusammeln und wird später im Studium oder der Ausbildung und im Job fortgesetzt. Wissen ist Macht, heißt ein weiteres Sprichwort.

Zieh jedoch einmal in Betracht, dass Du nicht nur Dein Verstand bist. Der Verstand ist der sogenannte intellektuelle Körper. Er hat Meinungen, Gedanken, Ideen. Du hast jedoch auch noch andere Körper. Z. B. hast Du einen physischen Körper, mit Knochen, Muskeln und Sinnen. Du hast darüber hinaus einen emotionalen Körper, der das emotionale Herz mit seinen Gefühlen (Wut, Freude, Traurigkeit und Angst) beinhaltet. Und Du hast einen sogenannten energetischen Körper, der das Sein beinhaltet, das Präsenz, Vision und Intuition hat. Doch insbesondere dem emotionalen und energetischen Körper wird meist keine Aufmerksamkeit geschenkt.



Der erste Schritt, um aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, besteht darin, diese Unterscheidung zu treffen: Du hast einen Verstand und Du bist nicht Dein Verstand. Der Verstand ist ein brillantes Werkzeug, das Du nutzen kannst, dass Dir manchmal jedoch auch einen Streich spielt und nicht dienlich ist. Doch was tust Du konkret, wenn das Gedankenkarussell anspringt? Die nächst Unterscheidung und Übung ist dazu sehr hilfreich:


2.    Du hast diese Stimmen im Kopf, es sind nicht Deine Stimmen
Wie Du an dem eingangs erwähnten Beispiel festgestellt hast, gibt es oftmals zig Stimmen, die Dir das Leben schwer machen können. Das kann so weit gehen, dass Du möglicherweise stunden- oder tagelang innere Dialoge führst. Dabei hat jede Stimme ihre ganz eigenen Qualität und Dynamik.

Vielleicht meldet sich die Opfer Stimme, eine Täter oder eine Retter Stimme (das sind die 3 Charaktere aus dem sogenannten niederen Drama). Es können jedoch auch neben diesen Stimmen weitere in Deinem Kopf aktiv sein, z. B. die Rebellin, die Vorsichtige, der Zweifler, der Macher, die Ängstliche, etc. Der Verstand ist eine monotone Maschine, die unentwegt Gedanken produziert.

Jede Stimme versucht dabei Gründe, Erklärungen, Rechtfertigungen und Antworten zu finden, warum Du etwas tun oder nicht tun sollst, oder warum die Dinge so sind, wie sie sind.  

Zieh einmal in Betracht, dass die Stimmen in Deinem Kopf nicht Deine sind. Wie das? Nun, wir werden als Kinder oft mit Sätzen von Autoritäten konfrontiert (Vater, Mutter, Lehrer, Großeltern, etc.), die uns diese Sätze immer wieder eintrichtern. Das können simple Sätze sein wie: „Du musst tun, was von Dir erwartet wird.“ Oder „“Oh, sei bloß vorsichtig.“ oder „Von nichts, kommt nichts.“ oder, oder, oder. Oftmals übernehmen wir dann diese Sätze und Dynamiken von anderen Personen, die uns so vertraut sind und machen sie zu unseren eigenen. Die Stimmen der früheren Autoritäten fühlen sich dann plötzlich an, als seien es unsere eigenen Gedanken. Dabei hast Du sie nur unbewusst übernommen, um als Kind eine Struktur für Deine Welt zu haben. Heute führen sie dazu, dass sie Dich verwirren und Dich von Dir selbst wegbringen. Es ist somit hilfreich einmal zu schauen, welche Stimmen in Deinem Kopf aktiv sind und von wem sie kommen.

Experiment 1: Welche Stimmen hast Du in Deinem Kopf?
Beobachte Deine inneren Stimmen in den nächsten Tagen und schau einmal, welchen regelrechten Zoo Du im Kopf hast. So sind wir Menschen mit Verstand einfach. Jeder von uns hat zig Stimmen. Allein die Bewusstheit darüber, macht einen enormen Unterschied. Du brauchst für diese Übung ein Blatt im Querformat, das Du in 3 Spalten einteilst. Die erste Spalte ist breit, die beiden letzten schmal.

  • Identifiziere die Stimmen:
    Schreibe zunächst in Spalte 1 einmal alle Sätze, die z. B. zu einem konkreten Thema immer wieder durch Deinen Kopf schwirren und dazu führen, dass Du Dich im Kreis drehst und Energie verlierst. Beginne jeden Satz in einer neuen Zeile

  • Definiere die Qualitäten bzw. Charaktere der Stimmen:
Definiere in der 2. Spalte hinter jedem Satz die jeweiligen Qualitäten bzw. Charaktere der Stimme. Z. B. Täter, Opfer, Retter, Nörgler, Zweifler, Besserwisser, Skeptiker, Rebellin, die Sanfte, der Besorgte, die Unsichere, etc.

  • Gib den Stimmen konkrete Namen:
Nun erinnere Dich einmal zurück: Von welcher Person/Autorität hast Du früher ähnliche Sätze gehört? Gib jeder Stimme einen konkreten Namen (Oma Else, Papa, Herr Müller aus der Grundschule, Mama, Peter, etc.). Falls Dir zu einem Charakter keine Person einfällt, gib dem Charakter irgendeinen Namen, der Dir passend erscheint.


Experiment 2: Nutze den Stimmen-Colt
Du hast nun schon sehr viel mehr Klarheit über Deine inneren Stimmen. Mache Dir bewusst, dass es nicht Deine Stimmen sind. Es sind die Stimmen, die Du früher oft gehört hast und die heute immer wieder aufpoppen. Wenn diese Stimmen in unserem Kopf aktiv sind, versucht meist jede Recht zu haben und Beweise dafür zu finden, dass ihre Rolle Berechtigung hat. Die Welt ist reich an Beweisen und Du kannst so für jede Rolle genug Beweise finden und das Spiel endlos weiterspielen. Diese Stimmen versuchen Dich von Deiner eigenen Weisheit wegzubringen.
Der Verstand macht dieses Ding einfach und ein Teil von Dir (der Schattenanteil, Dein kleines inneres Monster oder der Gremlin) liebt es, wenn er Dich verwirren kann, Du Energie verlierst und anschließend darüber jammern kannst.

Nun geht es darum, den Stimmen keine Macht mehr einzuräumen. Eine großartige Möglichkeit, die Stimmen einzudämmen ist der Einsatz des sogenannten Stimmen-Colts. Dies ist ein energetisches Werkzeug, d. h. er ist unsichtbar, doch Du weißt, dass er da ist. Er ist da, weil Du deklarierst, dass er da ist. Du hast ihn immer bei Dir. Er hängt meist rechts an Deiner Hose (seitlich oder hinten), sodass Du ihn jederzeit ziehen kannst (falls du Linkshänder(in) bist, hängt er entsprechend links an Deiner Hose). 

Der Stimmen-Colt funktioniert wie folgt:
Wenn Du die Stimmen sichtbar machst, flattern sie meist wie kleine Fledermäuse um Deinen Kopf herum. Wenn Du merkst, dass die Stimmen einsetzen, dann ziehst Du den Stimmen-Colt, zielst auf jede Stimme einzeln und schießt sie mit einem lauten PENG! ab. Du machst also tatsächlich die physische Bewegung, nur dass der Colt unsichtbar ist. Das hört sich möglicherweise im ersten Moment schräg an, doch es funktioniert. Gerade am Anfang ist es hilfreich, wirklich die physische Bewegung zu machen als hättest Du einen echten Colt in der Hand. „Das kannst Du nicht.“ – PENG! – „Ich weiß nicht, ob ich das tun soll.“ – PENG! – „Ohje, ich bin völlig überfordert.“ – PENG! – usw.

Sobald Du eine Stimme abgeschossen hast, fällt sie tot zu Boden. Die Stimmen werden jedoch wiederkommen. Sie waren einfach viel zu lange da und haben eine Art Wiederauferstehungs- Mechanismus. Sobald sie wiederkommen, machst Du das Prozedere einfach erneut. Das kann am Anfang recht oft sein. Fakt ist: je öfter Du sie abschießt, desto mehr beginnst Du, diesen Stimmen keinen Glauben mehr zu schenken und desto weniger Macht räumst Du ihnen ein. Du weißt, es sind nur Stimmen, Geschichten in Deinem Kopf.

Indem Du Deine Stimmen beginnst abzuschießen, beginnst Du eine Lücke zu machen, zwischen Dir und den Stimmen. Das heißt: Du hast diese Stimmen und Du bist NICHT diese Stimmen!
Das ist eine wichtige Unterscheidung. Wir meinen oftmals, wir sind diese Stimmen, doch es ist nur ein Streich unseres intellektuellen Körpers (des Verstandes). Es geht also darum, dass Du lernst, Dich vom Verstand zu desidentifizieren und ihm nicht mehr die Alleinherrschaft zuzuschreiben. Du lernst, eine Lücke zu machen zwischen Dir und Deinem Verstand. So kannst Du dann mehr und mehr beobachten „Ah, da kommen wieder die Stimmen. Der Verstand ist ja wirklich lustig.“ Doch Du nimmst sie nicht mehr für wahr, weil Du weißt, dass Du nicht Dein Verstand bist, sondern auch noch eine andere Quelle von Weisheit besitzt.


3.    Nutze alle 4 Körper als Quelle von Weisheit und Klarheit
Vielleicht sagst Du jetzt „Das ist ja alles schön und gut. Doch auf was, soll ich mich verlassen, wenn ich nicht mehr auf diese Stimmen höre? Wie kann ich zu einer Entscheidung kommen?“

Nun, Du kannst eine andere Quelle von Weisheit und Klarheit nutzen, als ausschließlich Deinen Verstand. Du kannst z. B. etwas Gesagtes auf Dich wirken lassen und spüren, wie geht es meinem emotionalen Körper damit? Fühle ich Wut, Angst, Traurigkeit, oder Freude und warum?

Du kannst in Deinen physischen Körper hinein spüren und schauen, ob er sich entspannt oder verspannt anfühlt, ob er Kopfschmerzen bekommt, sich müde oder lebendig fühlt.

Und Du kannst Deinen energetischen Körper nutzen, um zu spüren, ob Deine Energie ansteigt oder sie verloren geht und was Deine Intuition zu der ganzen Sache sagt.

Es geht darum dem Verstand nicht mehr die Allmacht zuzuschreiben. Du bist ein multidimensionales Wesen mit unterschiedlichen Körpern. Lass Dich also nicht von den Stimmen in Deinem Kopf in die Irre führen.

Viel Freude und Klarheit beim Experimentieren,
Nicola

www.viva-essenza.com
INSPIRATION, DIE BEWEGT!