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Samstag, 15. Januar 2022

3 entscheidende Fragen, um Dein Leben neu auszurichten

 

Heute möchte ich mit einem Bild beginnen und Dich einladen, dies einmal kurz auf Dich wirken zu lassen.


Na, hat Dir beim Anblick dieses Bildes kurz der Atem gestockt? Das ist verständlich, denn die meisten Menschen würden wohl weder in solch eine Gletscher-Region kommen, noch freiwillig über diese Leiter gehen. Doch möglicherweise wird genau dieses Foto von Stacy Taniguchi zum Sinnbild für Dein Jahr 2022 und Dein Leben insgesamt.

Etwas, das Du besitzt und das Dir niemand auf der Welt jemals wegnehmen kann ist WAHL. Du hast immer die Fähigkeit zu wählen. Selbst, wenn Du Dich nicht entscheiden kannst, ist das eine Wahl. Du wählst in dem Fall, Dich nicht zu entscheiden. Genauso kannst Du auch wählen, wie Du in Deinem Leben wachsen möchtest. Im Leben hast Du grundsätzlich zwei Wahlmöglich-keiten: 1. Gedeihe in Deinem Leben und sei inspiriert oder 2. Ertrage es bzw. halte es aus. Was Du wählst, bleibt Dir überlassen. Doch mache Dir bewusst, dass Du Schöpfer*in Deines eigenen Lebens bist. Du kannst in vermeintlichen Umständen, Beziehungen, Dramen etc. bleiben, die Dir möglicherweise nicht gut tun, oder Du kannst etwas anderes wählen. Es ist und bleibt Deine Wahl. Das ist die innere Freiheit, die Du hast. Um Deinen Weg zu gehen bzw. neu auszurichten, helfen Dir möglicherweise folgende 3 entscheidende Fragen:

 

1.    Die Frage von Nietzsche:

Nietzsche würde an dieser Stelle die ewig wiederkehrende Frage stellen: „Wenn Du Dein Leben immer und immer wieder genauso leben könntest wie bisher bis in alle Ewigkeiten, würdest Du es tun?“

Bei dieser Frage geht es darum, einmal zu schauen, wo Du im Leben gerade stehst und aus Deiner Komfortzone heraus zu treten. Um Nietzsches Frage einmal konkret auf den Alltag zu übertragen, kannst Du Dir auch folgende Fragen stellen:

 

·         Wenn Du den Job, den Du gerade machst immer und immer weiter machen könntest, bis in alle Ewigkeiten, würdest Du es tun?

·         Wenn Du die Beziehung, die Du gerade lebst (oder auch nicht lebst) immer weiter so leben könntest, würdest Du es tun?

·         Wenn Du immer und immer wieder genau an dem Ort leben würdest, an dem Du gerade lebst, würdest Du es tun?

·         Wenn Dein Tagesablauf immer und immer wieder so wäre, wie er aktuell tagein tagaus ist, würdest Du ihn wählen?

Du kannst die Ursprungsfrage von Nietzsche auch noch weiter auf alles, was Du in Deinem Leben vorfindest aufschlüsseln. Fakt ist, wenn Du auch nur eine Frage mit NEIN beantwortet hast, dann stehst Du am Rande der Gletscherspalte. Dann ist es Zeit, Deine Komfortzone zu verlassen und zu wachsen, zu gedeihen, Neues zu wagen.

 

2.    WOFÜR überquerst Du die Leiter?

Und genau hier kommt das Bild der Gletscherspalte ins Spiel, das Stacy auf einer seiner Mount Everest Touren aufgenommen hat. Es gibt solche Überquerungsleitern bei großen Bergexpeditionen tatsächlich. Die unangenehme an solchen Leitern ist, dass Dich ein einzelner, heftiger Windstoß von der Leiter fegen kann und Du 1000 Meter in den Abgrund stürzt. Doch anstatt Dich von dieser Angst blockieren zu lassen – im Alltag wäre das Deine Angst, Deine bequeme, kuschelig warme Komfortzone zu verlassen – geht es darum den Blick nach vorne zu richten und Dir folgende Frage zu stellen:

 

 „Was würde Dich dazu bringen, die Leiter zu überqueren?“

·         Würdest Du Sie für 1 Euro überqueren? Wahrscheinlich eher nicht.

·         Würdest Du sie überqueren, wenn Du Dein eigenes, 3-jähriges Kind auf der anderen Seite siehst, dass völlig selbstversunken haarscharf am Rand der Gletscherspalte spielt und droht hinunter zu fallen? Ja, vermutlich würdest Du sofort loslaufen.

 

Beantworte einmal radikal ehrlich die Frage. Wofür würdest Du in Deinem Leben die Leiter überqueren. Was siehst Du auf der anderen Seite der Gletscherspalte, für das es sich lohnt zu gehen? Welche Art Leben wartet dort auf Dich, welche Art Beziehung? Wenn Du das heraus gefunden hast, schau einmal, welches das dahinter stehende Prinzip ist? Das Prinzip, das Du für Dich an dieser Stelle herausfindest, ist Dein Kernprinzip, das Dich im Leben an Deine Ziele bringt.

Als ich mir diese Frage vor 15 Jahren gestellt habe, war ich nicht mehr glücklich in meinem alten Job und mit dem Thema Beziehung sah es auch nicht so rosig aus. Das was auf der anderen Seite der Gletscherspalte leuchtete, war damals „Sinnhaftigkeit und Erfüllung im Leben“. Dafür war ich bereit über die Leiter zu gehen, ohne zu wissen, was das bedeuten würde bzw. welchen Job ich in Zukunft machen würde oder was es für mein Beziehungsleben bedeuten würde. Es war dennoch das, wonach ich strebte.

 

3.    WIE überquerst Du die Leiter?

Doch es ist nicht nur entscheidend, was für Dich auf der anderen Seite der Leiter ist. Das ist lediglich das erste Puzzel Teil. Die fast wichtigere Frage ist:  „WIE überquerst Du die Leiter?“

Wenn wir beispielsweise wieder das spielende Kleinkind nehmen, für das Du über die Brücke gehen würdest, um es vor dem Abstürzen zu bewahren, dann ist es nicht sehr sinnvoll, auf die Leiter zu stürmen und Leute, die noch auf der Leiter sind, in den Abgrund zu schubsen. Das WIE sind Deine Prinzipien, die Dich über die Leiter bringen, bzw. die Dich in Deinem Leben voran bringen um an dem neuen Ziel rauszukommen.

 

Als ich damals das Prinzip der Sinnhaftigkeit und Erfüllung im Leben vor Augen hatte, waren die Prinzipien, WIE ich über die Leiter gehe sofort klar. Für mich waren es damals Klarheit, Inspiration, Möglichkeit, Lebensfreude und Integrität, die mir den nötigen Fokus gaben über die Leiter zu gehen.

 

Die Komfortzone zu verlassen, ist alles andere als leicht. Du wirst Angst spüren, weil Du nicht weißt, was da draußen – außerhalt der weichen Komfortzone – auf Dich wartet. Es wird Menschen geben, die versuchen, Dich daran zu hindern, weil Du möglicherweise auch an ihren sicheren Strukturen rüttelst. Deine eigenen Glaubenssätze und Geschichten werden versuchen, Dich daran zu hindern. Wenn Du die Komfortzone verlässt, wirst neues erleben und vielleicht nicht wissen wie es geht. Doch genau das ist es, was Dein Leben bereichert. Vertraue der Angst. Sie zeigt Dir einfach nur, dass etwas Neues auf Dich zukommt. Genau wie auf der Leiter, machst Du einfach immer nur den nächsten Schritt und hältst den Blick nach vorne gerichtet.

 

Das Leben ist kostbar. Was machst Du daraus? Bleibst Du im immer gleichen Sumpf stecken oder hast Du den Mut, Deine Komfortzone zu verlassen, zu wachsen und ein Leben voller Inspiration und Erfüllung zu leben? Es ist Deine Wahl. Gehst Du über die Leiter?

 

Herzlichst,

Nicola

P. S. Unten findest Du das Bild mit den Fragen, falls Du es Dir als Erinnerung ausdrucken möchtest.




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INSPIRATION, DIE BEWEGT!

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Der Phönix Effekt - Kreieren aus dem Nichtwissen heraus



Heute ist so ein Tag, an dem ich nicht weiß, über was ich eigentlich schreiben soll. Ich weiß es einfach nicht. Ich könnte über alles und nichts schreiben, doch es kommt kein klarer Impuls für ein Thema. Gleichzeitig habe ich mich verpflichtet, meinen Lesern monatlich neue Möglichkeiten in Form eines Artikels zur Verfügung zu stellen. Was nun? Vielleicht ist ja genau das DAS Thema, im Nichtwissen zu stehen.

Kennen Sie das, dass Sie manchmal einfach keine Ahnung haben? Wie geht es Ihnen damit? Können Sie gut im Nichtwissen stehen, oder suchen Sie eher sofort nach einer Lösung oder einem bekannten Konzept, das Sie hoffentlich anwenden können? In der modernen westlichen Gesellschaft wird uns eingetrichtert, dass wir immer alles wissen müssen. Wir müssen für jedes Problem eine Lösung finden, Antworten parat haben und mit Fachwissen im Job brillieren. Wir sind darin trainiert, ständig etwas zu tun und maßgeblich unseren Verstand zu gebrauchen und diesen unser Leben steuern zu lassen. Wir sind geübt darin, immer mehr Wissen anzuhäufen. Es beginnt bereits in der Schule, geht in der Ausbildung und im Studium weiter, hört auch im Job nicht auf und die Medien wie Fernsehen, Radio und Internet tun ihr übriges dazu. Wissen, wissen, wissen. „Wissen ist Macht“ heißt ein Sprichwort. Wen wundert es da, dass eine Fehlverkabelung in unserem Gehirn installiert ist, die heißt „Wenn ich etwas nicht weiß, ist das schlecht“ oder „Wenn ich etwas nicht weiß, bin ich nicht professionell“ oder – sinnbildlich gesprochen - „Wenn ich etwas nicht weiß, sterbe ich“.

Kürzlich war ich auf einer mehrtägigen Veranstaltung, bei der es um nachhaltige Wege für die planetare Zukunft ging. Für dieses Event gab es einen Ablaufplan, auf dem genau stand, an welchem Tag zu welcher Uhrzeit welche Aktivitäten oder Zusammenkünfte der Teilnehmer stattfanden. Am Anfang einen Plan zu haben, war im konkreten Fall zunächst einmal sinnvoll, um der Veranstaltung überhaupt eine Struktur zu geben. Doch wenn mehrere Pioniere, Revolutionäre und Visionäre zusammenkommen, kann ein starres Festhalten an einem Plan sehr schnell nach hinten los gehen. Nachdem eine schöne, riesige Plakatwand entstanden war, an der Post-It Zettel klebten, auf denen die Workshop Angebote für einen weiteren Tag standen, trug es sich zu, dass jemand über Nacht in geheimer Mission die Zettel abgemacht und dazu benutzt hatte quer über die Plakatwand den Satz zu kleben „We don’t know“.

Es war sehr spannend die Reaktionen der Teilnehmer und Organisatoren zu beobachten, als sie morgens den Raum betraten. Einige waren komplett entspannt und fühlten sich sichtlich wohl damit, während andere völlig irritiert – ja fast schon wütend - anfingen zu versuchen herauszufinden, wer es denn gewagt hatte den „Plan“ zu zerstören und ihre Zettel wegzunehmen. Es gibt sogar Menschen, die heute noch wissen wollen, wer es denn nun damals war. Dabei ist das völlig egal. Die Aktion hat dazu geführt, dass sich die Veranstaltung aus eben diesem Nichtwissen heraus auf einer völlig anderen Ebene weiter entwickeln konnte. Nur das zählt.

Wir sind es so sehr gewohnt, einen Plan, ein Konzept, eine Strategie zu haben und Dinge unter Kontrolle zu halten. Schließlich müssen wir doch WISSEN, wo es hin geht, was wir tun müssen, oder wie etwas aussehen wird. Fakt ist jedoch, wenn Sie das anwenden, was Sie immer schon wussten, können Sie auch immer nur die gleichen Resultate erzielen, die Sie immer schon erzielt haben. Möchten Sie also etwas Neues im Leben kreieren, könnte es notwendig sein, altes Wissen über Bord zu werfen und sich dem Chaos des Nichtwissens hinzugeben. Ein neuer Phoenix kann bekanntermaßen erst entstehen, wenn der alte Phoenix in Flammen aufgegangen ist. Ein neuer Phoenix kann nur aus der Asche entstehen, aus dem NICHTS.

Wir sehen uns öfter dem Nichtwissen gegenüber, als wir meinen. Da die wenigsten jedoch damit vertraut sind, im Nichtwissen zu stehen, überkleben wir selbiges gerne mit Glaubenssätzen. Anstatt mutig einen Schritt in das Nichtwissen zu machen und authentisch zu sagen „Ich weiß es nicht“ lautet die Antwort oftmals „Ich glaube, dass…“ oder „Ich habe gehört, dass…“ Glaubenssätze sind Pflaster über den Löchern in unserer Weltsicht, wo wir nicht wissen. Pläne und Glaubenssätze bilden somit eine gewisse Sicherheit.

Doch vielleicht kennen Sie das Zitat „Life is what happens to you while you are busy making other plans“ von John Lennon. Leben ist das, was passiert, während Du damit beschäftigt bist, andere Pläne zu machen. Das Leben rennt sozusagen an Ihnen vorbei und Sie verpassen es, wenn Sie versuchen verschiedene Lebensbereiche durchzuplanen, sei es Ihr Job, Ihre Beziehung, Ihre Vision. Der Versuch Dinge zu planen, schränkt Ihre Kreativität, Inspiration und Ihr Leben insgesamt ein. Und vor allem hindert das Planen Sie daran, überhaupt loszugehen und Dinge auszuprobieren. Wenn Ihr Leben nach einem Plan verlaufen und „sicher“ sein muss, dann kann das Leben vorrangig nur linear sein: Sie werden geboren, gehen zur Schule, machen vielleicht eine Ausbildung, haben einen allgemein gültigen Job, der auch auf dem Formular des Finanzamtes Gültigkeit hat, verdienen im Job Geld, heiraten, bekommen Kinder, gehen irgendwann in Rente und sterben dann letztendlich. Das ist der lineare Lebensplan.

Eigentlich sind wir Menschen jedoch dazu entworfen, zu fliegen, im Nichtwissen zu stehen, kreativ zu sein und voller Inspiration neue Wege zu gehen. Sie könnten z. B. einen neuen Job erfinden, der nicht auf dem Formular des Finanzamtes steht, der Sie aber erfüllt. Die Fehlverkabelung in unserem Gehirn, dass Nicht-Wissen gleich „Gefahr“ oder „Tod“ bedeutet, geht einher mit einer zweiten Fehlverkabelung in Bezug auf Angst. Prüfen Sie einmal kurz, welche Verkabelung Sie bezüglich des Wortes Angst in Ihrem Kopf haben und ergänzen Sie „Angst ist….“. Vielleicht ist es eine Definition wie „Angst ist schlecht“ oder „Angst ist zu vermeiden“ oder „Angst ist blockierend bzw. lähmend“. Egal, welche Definition Sie mit Angst verknüpft  haben, Fakt ist, dass Sie mit einer solchen Definition dem Nicht-Wissen nur ungern begegnen werden, denn Nichtwissen impliziert Angst. Angst, weil Sie Wege gehen, die Sie vorher noch nicht gegangen sind. Die Definition „Angst ist lähmend bzw. schlecht“ wird Sie somit davon abhalten sich überhaupt in eine Situation zu begeben, in der Sie keine Ahnung haben, wie es geht. Sollten Sie dennoch in eine Solche Situation geraten, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie sich an altbekannten Konzepten und Strategien festklammern werden und versuchen, diese so zu verbiegen und anzuwenden, um sich irgendwie „sicher“ zu fühlen. Dieser Effekt wird erst recht eintreten, wenn es möglicherweise sogar chaotisch wird. Sie werden versuchen, irgendwie Herr der Lage zu werden.

Stellen Sie sich vor, 3 Personen fallen in ein Loch ohne Boden (also ins Nicht-Wissen). Mit der Verkabelung „Angst ist schlecht“ könnte das dazu gehörige Bild ungefähr so aussehen:



Mit der oben genannten Fehlverkabelung sind Sie in einer Situation, in der Sie nicht wissen, wie es geht, hilflos, blockiert, gelähmt und verkrampft.

Entgegen der gängigen Meinung, dass Angst nach Möglichkeit zu vermeiden ist, ist Angst jedoch – wie andere Gefühle auch – ein wertvolles Gefühl, dass uns durch das Leben navigiert. Sie brauchen die Angst. Angst ist weder schlecht, noch ein Design-Fehler im menschlichen Körper. Entscheidend ist somit, die Angst tatsächlich dienlich zu verkabeln. Wie würde die kraftvolle Verkabelung lauten? Angst ist….? Richtig: ANGST IST ANGST! Nur das. ANGST IST ANGST. Ohne weitere Bedeutung. Angst ist einfach ein wichtiges Gefühl, das Ihnen z. B. zeigt, dass Sie Neuland betreten, oder nicht wissen wie es geht. Wenn es okay für Sie ist, Angst zu haben, dann können Sie auch im Nichtwissen stehen und sich dabei entspannen. Unsere 3 Personen, die in ein bodenloses Loch des Nichtwissens fallen und für die Angst okay ist, würden dann so aussehen:


Wie gesagt, Angst ist ein wunderbarer Gefühls-Indikator, der Ihnen unter anderem sagt, dass Sie neues Gebiet betreten. Hier ein Beispiel: Neulich sollte eine Mitarbeiterin einer Geschäftsführerin Feedback geben, was nicht funktioniert. Die Mitarbeiterin wusste nicht, wie das gehen sollte, schließlich war sie doch in der Hierarchie weiter unten und sie hatte große Angst davor, dieses Experiment zu wagen. Es lag weit über ihrer Angst-Schwelle und weit außerhalb ihrer Komfortzone. Sie entschied sich letztendlich, der Angst zu vertrauen und den Schritt ins Nichtwissen zu wagen. Sie fing also einfach an zu sprechen und gab klares, kritisches Feedback, ohne zu wissen, wie es ging, wie es ankommen oder was als nächstes passieren würde. Das Resultat war, dass die Geschäftsführerin sehr dankbar über das Feedback war und die Mitarbeiterin hinterher treffend feststellte „Toll, mein Kopf ist ja noch dran. Ich lebe noch. Und es tat gar nicht weh.“

Vielleicht haben Sie auch eine Vision, wie z. B. die Struktur Ihres Unternehmens in Zukunft aussehen könnte, haben aber keine Ahnung, wie Sie dahin kommen können. Prima, beste Voraussetzungen!!! Erzählen sie genau das zwei, drei Leuten, holen Sie diese ins Boot, lassen Sie sich überraschen, welche Möglichkeiten sich plötzlich ergeben und wie das Projekt ins Rollen kommt.

Oder nehmen wir das Beispiel von authentischem Kontakt in Beziehung. Wenn Angst für Sie nicht okay ist und Sie deswegen Nichtwissen vermeiden wollen, dann bleibt Ihre Beziehung auf der gleichen Ebene. Dann bewegen Sie sich nicht aus Ihrer bekannten Komfortzone heraus und wagen nichts Neues, weil Sie ja nicht wissen, was passieren wird. Wenn Sie sich mit Angst und Nichtwissen hingegen angefreundet haben, dann sind Sie in der Lage, z. B. eine neue Ebene von Kontakt und Intimität auszuprobieren und zuzulassen. Dann ist Angst nur Angst (und es ist übrigens angemessen, Angst zu haben, wenn Sie etwas Unbekanntes ausprobieren). Mit Angst können Sie eine höhere Intensität von Intimität halten und Ihrem Partner z. B. das Experiment vorschlagen, 20 Minuten still in Beziehung gegenüber zu sitzen, sich in die Augen zu schauen und die Intensität auszuhalten wahrhaftig gesehen zu werden. Es geht dabei nicht darum zu starren getreu dem Motto „wer zuerst blinzelt hat verloren“. Es geht darum wahrhaftig gesehen zu werden und den anderen wahrhaftig zu sehen. Wenn Sie bei diesem Experiment Angst spüren, erinnern Sie sich, dass es nur Angst ist und atmen Sie weiter, während Sie Ihre Maske fallen lassen.

Sie können der Angst vertrauen. Der menschliche Körper ist dazu entworfen, 100% maximale Angst zu spüren und zu nutzen. Das hört sich enorm an, doch wenn Sie diese Angst in einem sicheren Umfeld in dieser Größe einmal erlebt haben, können Sie sofort folgende Frage beantworten: „Wer ist größer, Sie oder die Angst?“ Die Antwort lautet SIE sind größer. Sie besitzen die Angst, nicht umgekehrt.

Experiment: Entspannt im Nicht-Wissen stehen
SCHRITT 1:
Lehnen Sie sich einmal kurz zurück und seien Sie schonungslos ehrlich: In welchen Situationen oder Lebensbereichen haben Sie bisher vorgegeben zu wissen, wie etwas geht, obwohl Sie eigentlich keine Ahnung hatten?

Und: Wie oft haben Sie etwas nicht gewagt oder gesagt, weil Sie nicht wussten, wie Sie es machen sollen? Wie oft wollten Sie etwas ausprobieren, vielleicht einen verrückten Vorschlag im Job machen oder Ihre Beziehung auf eine andere Ebene bringen, haben es aber letztendlich nicht getan, weil Sie nicht wussten, wie es geht? Oder vielleicht weil es für andere nicht logisch nachvollziehbar gewesen wäre?

SCHRITT 2:
Wenn Sie das nächste Mal in einer Situation sind, wo Sie etwas nicht wissen, seien Sie authentisch und sagen Sie ganz bewusst „Ich weiß es nicht.“ Entspannen Sie sich in das Nichtwissen und lehnen Sie sich zurück. Anstatt in blanken Aktionismus zu verfallen, oder automatisch zu reagieren, tun Sie zur Abwechslung erst einmal gar nichts. Halten Sie inne. Atmen Sie weiter und bleiben Sie so lange ruhig, bis der nächste Impuls kommt. Und der wird kommen. Sei es, dass Sie plötzlich eine zündende Idee haben, oder von außen ein Impuls kommt, der den nächsten Schritt einleitet. Im ersten Moment fühlt es sich möglicherweise unbehaglich an, es nicht zu wissen und nichts zu tun. So fühlt es sich einfach an. Ihr Verstand wird möglicherweise sagen „Aber Du musst doch etwas tun. Du musst doch wissen, was zu tun ist.“ Schießen Sie diese Stimme ab und bleiben Sie im Nichtwissen.

Sie werden erkennen, dass sich neuer Boden unter Ihren Füßen auftut, wenn Sie Ihrer Angst vertrauen und den Schritt über den vermeintlichen „Abgrund“ hinaus ins Nichtwissen tun. Dann können Sie selbst im Chaos entspannt navigieren. Es geht immer nur um den nächsten Schritt. Und Vertrauen ist kein Gefühl, Vertrauen ist eine Entscheidung.

In diesem Sinne, herzliche Grüße aus dem Nichtwissen.
Ihre Nicola Nagel


POTENZIALE LEBEN!
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Donnerstag, 14. Juni 2012

Mission Impossible? - Über die Motivation von Mitarbeitern


Wie viele Mitarbeiter gehen morgens hochmotiviert zur Arbeit? Gehören Sie dazu? Gehen Sie jeden Morgen motiviert durch die Tür Ihres Unternehmens und freuen sich darauf, das zu tun, was an Ihrem Arbeitsplatz auf Sie wartet? Motivation ist ein Thema, das immer wieder auf den Tischen der Personalabteilungen, Vorgesetzten und Mitarbeiter landet, denn oftmals fehlt es an Motivation. Ist die Mission, durchweg für zufriedene und motivierte Mitarbeiter zu sorgen, gar ein Hirngespinst? Ist es eine unmögliche Mission?

Was ist denn Motivation überhaupt? Laut Wikipedia bezeichnet Motivation „das auf emotionaler und neuronaler Aktivität (Aktivierung) beruhende Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten. Motivation steigert die Handlungsbereitschaft und ist somit eine „Triebkraft“ für Verhalten.“ Aha. Soweit die offizielle Definition.

Da könnte man ja meinen, das in einem Unternehmen nur genug Anreize geschafft werden müssten, um die Motivation der Mitarbeiter und damit die Leistungsbereitschaft hoch zu halten. Nur funktioniert das irgendwie nicht so ganz. Wie sonst ließe es sich erklären, dass Unternehmen, die ihren Mitarbeitern ausgezeichnete Sozialpakete inklusive großartiger Gehälter anbieten, nur bedingt dauerhaft motivierte Mitarbeiter haben?

Es könnte an dem hierarchischen Denken unserer modernen Gesellschaft liegen. Daran, dass die Menschen nach Zielen oder Dingen streben, die der Norm unserer Gesellschaft entsprechen: Geld, Anerkennung, Macht, Prestige (mein Haus, mein Auto, meine Jacht).

In Unternehmen geht Motivation sehr oft einher mit Manipulation. Sie kennen das Bild vom Hasen, dem die Karotte an einer Angelschnur vor die Nase gehalten wird, damit er rennt. Doch er sieht die Karotte nur, ohne sie tatsächlich zu erreichen. Wäre keine Karotte sichtbar, würde er nicht rennen. In Unternehmen ist es nicht anders. Die vielen „Goodies“, die Annehmlichkeiten, die Mitarbeiter erhalten, sind nichts anderes als eine Manipulation, damit die Mitarbeiter überhaupt den Job machen. Angefangen beim Gehalt, über großzügige Fortbildungsmaßnahmen, Firmenwägen, Kinderbetreuung, bis hin zu gesponsorten Abteilungs- oder Firmenausflügen während der Arbeitszeit. Der Vielfalt der Motivationsfaktoren sind keine Grenzen gesetzt.

Diese Goodies werden oftmals schon als selbstverständlich von den Mitarbeitern angesehen, ja sie gehören regelrecht zur „Verhandlungsmasse“, bevor der Mitarbeiter sich überhaupt für ein Unternehmen entscheidet. Die spannende Frage lautet daher also: Wie viele Mitarbeiter würden dem Job, den sie heute machen, auch morgen noch nachgehen, wenn diese Motivationsfaktoren wegfielen? Wer würde tatsächlich seinen Job weiter ausführen, wenn er nur noch die Hälfte des Gehaltes bekäme und die Urlaubstage auf 10 schrumpfen würden? Autsch…diese Frage tut weh, denn plötzlich wird offensichtlich, dass noch eine andere Komponente ins Spiel kommt.

Dauerhafte Motivation kann nicht allein durch externe, in Aussicht gestellte Faktoren hervorgelockt werden. Oder wieso, denken Sie, sind zahlreiche wohlhabende und anerkannte Menschen, die scheinbar alles erreicht haben, trotzdem depressiv, unglücklich oder gelangweilt?

Wie die offizielle Definition sagt, ist Motivation das Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten. Hierbei gibt es jedoch einen großen Unterschied, ob es Ego-gesteuerte Ziele sind, oder solche die von Herzen kommen. Ego-gesteuerte Ziele führen nur temporär zur Motivation. Das Ego meint, etwas erreichen oder besitzen zu „müssen“. Sie haben vielleicht schon Menschen sagen hören  „Wenn ich das erst erreicht habe, dann bin ich zufrieden und glücklich“ oder „Wenn ich die Position habe, dann habe ich mein Ziel erreicht“. Doch diese Ego-gesteuerte Motivation verhält sich genauso, wie das emotional getriebene Shopping-Syndrom. Kennen Sie das? Sie hatten einen stressigen Tag, oder sind nicht so gut drauf und versuchen sich zu aufzuheitern oder abzulenken, indem Sie sich sagen „ich gönne mir etwas“. Daraufhin gehen Sie shoppen, kaufen eine Hose, Bluse, Handy, oder sonst etwas, von dem Ihr Ego meint, dass es schön wäre zu haben. In dem Moment, wo Sie es kaufen, freuen Sie sich. Ihre Laune ist kurzfristig oben. Alles ist gut. Doch kaum sind sie zuhause, wird das Objekt der Begierde zur Gewohnheit. Sie haben es ja. Die Motivation sinkt wieder.

Anders ist es bei Zielen, die aus einer tiefer liegenden Quelle gespeist werden. Nicht von dem Verstand, nicht von dem Ego, nicht von dem Gedanken „Schneller, weiter, höher, noch mehr“. Die Quelle dieser Ziele heißt „Inspiration“. Da wo Inspiration ist, passiert Motivation von alleine. Da rennt der Hase von selbst, ohne dass er eine Möhre vor der Nase baumeln hat. Motivation steigert die Handlungsbereitschaft? Bei Inspiration handeln Sie einfach, da muss nichts gesteigert werden, weil Sie für etwas brennen. Wenn Sie inspiriert sind, haben Sie Ideen, sind im Fluss und haben eine Grundfreude an dem, was Sie tun, selbst wenn es zwischendrin einmal eine Aufgabe zu erledigen gibt, die nicht so spannend ist.

Doch Inspiration ist in der Arbeitswelt leider nicht Standard. Die meisten arbeiten heute für ein Unternehmen, weil sie sich der Illusion von Sicherheit hingeben. Für ein „gutes“, stabiles Unternehmen zu arbeiten, das am Markt etabliert ist und auch noch zahlreiche soziale Annehmlichkeiten bietet, wird als sicher eingestuft. Der Mitarbeiter fühlt sich sicher, weil er jeden Monat sein Gehalt bekommt und ihm ja scheinbar nichts passieren kann, solange er einen einigermaßen guten Job macht. Doch genau das ist die Krux. Die Motivation, für das Unternehmen zu arbeiten, basiert in dem Fall auf einer Illusion, auf dem Schein der Sicherheit. Darauf, dass „man einen sicheren Job hat“. Nur ehrlich, was ist heutzutage schon sicher? Schauen Sie sich große, scheinbar stabile Konzerne an, die plötzlich ganze Standorte schließen. Es gibt keine Sicherheit. Die einzige Sicherheit, die es im Leben gibt, ist, dass wir alle irgendwann einmal sterben. That’s it. Das ist die einzige Sicherheit, die wir haben. Doch das Streben nach Sicherheit – und damit sind wir wieder beim Streben – ist interessanterweise der Motivator Nummer eins. Die Mitarbeiter wollen es gut, bequem und sicher haben im Leben. Deswegen sind auch Change Management Prozesse immer so nerven-aufreibend, denn – Oh Schreck – plötzlich gerät die vermeintliche Sicherheit ins Wanken.

Hinter dem Streben nach Sicherheit steckt schlicht und ergreifend Angst. Angst ums nackte Überleben. Die Annehmlichkeiten, die in Unternehmen als Motivationsfaktoren angeboten werden, spielen also maßgeblich mit dem Faktor „Sicherheit“ bzw. nutzen die unbewusste Angst der Mitarbeiter, um sie zu manipulieren.

Wie wäre es, wenn ein anderes Spiel gespielt würde? Wenn es nur noch inspirierte Mitarbeiter gäbe, die freiwillig für ein Unternehmen arbeiten und nicht weil am Ende des Monats ein schickes Gehalt rauspurzelt oder sie in der Hierarchie weiterkommen? Wie schafft es ein Unternehmen, die Inspiration seiner Mitarbeiter zu wecken bzw. zu fördern?

Inspiration kommt von „lat. inspiratio = Beseelung, Einhauchen von „spiritus“ = Leben, Seele, Geist“ (Definition Wikipedia). Ein inspirierter Mitarbeiter ist also eine Person, der Leben eingehaucht wird oder – in unternehmens-deutsch gesprochen - die von der Unternehmensvision begeistert bzw. beseelt ist, diese mitträgt und lebendig bei der Sache ist. Gefährliche Frage: Wie viele Leute, insbesondere in großen Konzernen, fristen ein tristes Dasein, machen einen „9 to 5 job“ und schlafen vor sich hin?

Was ist die Vision Ihres Unternehmens? Kennen Sie diese überhaupt? Ist die Vision für alle Mitarbeiter klar? Oftmals ist eine Vision dem Top Management klar, wird jedoch nicht unbedingt klar und verständlich an die Mitarbeiter kommuniziert. Wenn die Mitarbeiter nicht im Boot sind, nicht wissen, was ihr Beitrag zur Erreichung der Vision ist, oder die Vision gar komplett ablehnen, tut sich das Unternehmen langfristig keinen Gefallen.

Neulich fragte mich ein Geschäftsführer folgendes: „Wir wollen die Management-Strategie in unserer kleinen Firma ändern. Es gibt einen Mitarbeiter, der bisher nicht dafür zu haben ist. Wie kann ich den motivieren, die neue Strategie mitzutragen, anstatt das Vorhaben zu bremsen?“ Veränderung bedeutet zunächst einmal Ungewissheit. Die Mitarbeiter werden aus dem bisher Bekannten rausgerissen und haben unbewusst Angst. Da Angst in unserer Gesellschaft wiederum als ein Gefühl angesehen wird, das es zu vermeiden gilt (anstatt sie einfach kreativ zu nutzen), ist es fast natürlich, dass Mitarbeiter auf Veränderungs-maßnahmen zunächst mit Abwehr reagieren. Die gängige Meinung ist, dass es Angst zu vermeiden gilt, weil sie blockiert, man als Angsthase bloßgestellt wird, als unglaubwürdig und feige gilt und sie schlichtweg negativ ist. Das ist das, was uns beigebracht wird.

Tatsächlich ist Angst jedoch eine neutrale Kraft und Energie, die uns professionell dient (wie übrigens die anderen Gefühle Wut, Freude und Traurigkeit auch. Mehr dazu siehe Artikel „BUSINESS SPECIAL: Change Management - Der Lava-Effekt: über verbrannte Erde und
Motivationsstarre“
). Mit der Angst können wir in unbekanntes Gebiet gehen, kreativ und innovativ sein und Pläne machen. Genau das macht jemand, der inspiriert ist. Jemand der inspiriert und damit motiviert ist, lebt sein Potenzial, bringt seine Talente zum Einsatz ist kreativ und bereit über seine Grenzen hinaus zu gehen.

Die Frage wäre in dem konkreten Fall also im ersten Schritt, was inspiriert den Mitarbeiter grundsätzlich für die Firma zu arbeiten? Und im zweiten Schritt wäre die Frage, welches Potenzial und welches besondere Talent des Mitarbeiters würden durch die neue Management-Strategie zum Tragen kommen? Sobald er klar erkennen kann, dass sein Talent gefragt ist und vor allem auch offenkundig WERTGESCHÄTZT wird, ist er inspiriert die Veränderung auch mitzutragen.

Oftmals ist genau das die Schwierigkeit bei Change Management Prozessen. Die Mitarbeiter haben kein klares Bild, wo sie bei der Veränderung bleiben, was das für ihr Potenzial und ihre Talente bedeutet. In welcher Firma wird da schon ausdrücklich Wert drauf gelegt? Meist wird eine neue Zielrichtung vom Top-Management vorgegeben und durchgezogen. Alle anderen haben hinterher zu kommen. Doch es gilt, die Mitarbeiter ins Boot zu holen und nicht mehr nur Zahlen und Profite im Visir zu haben. Die Mitarbeiter sind das Kapital einer Firma, ihre Inspiration ist der Garant für Erfolg. Und die kann nur auflodern, wo es eine Unternehmens-Vision gibt, für die es sich zu arbeiten und zu leben lohnt und die ermöglicht, dass die individuellen Talente zum Einsatz kommen.

Die Wertschätzung der individuellen Talente ist unabdingbar um die Inspiration von Mitarbeitern zu fördern. Und ich spreche hier von aufrichtiger Wertschätzung und nicht von Manipulation. Manipulation wäre so etwas wie „Müller, das haben sie aber toll gemacht. Wir sollten uns über eine Gehaltserhöhung unterhalten.“ Damit sind Sie wieder bei den „externen“ Motivationsfaktoren, der Karotte und dem Hasen. Es geht auch nicht darum, zu sagen „Sie haben aber eine schicke Krawatte“ oder „Die neue Frisur steht Ihnen gut.“ Aufrichtige Wertschätzung bedeutet, die Talente und damit Seins-Eigenschaften eines Mitarbeiters wertzuschätzen. Wenn Sie Seins-Eigenschaften wertschätzen, dann sagen Sie wie jemand IST, z. B. „Sie sind ein Mensch mit sehr viel Feingefühl. Ich schätze es, wie Sie die Kollegen in kritischen Situationen einfangen.“

Aufrichtige Wertschätzung ist selten geworden in unserer Gesellschaft und vor allem in  Unternehmen. Kürzlich erst sagte mir ein Top-Manager, er könne Wertschätzung gar nicht richtig annehmen, er könne das kaum aushalten und würde das immer schnell abtun. Ja, wir sind es nicht mehr gewohnt, dass wir als Person, als Mensch in unserem Sein wertgeschätzt werden. Doch in dem Moment, in dem Sie jemanden in seinem Sein wertschätzen, geben Sie ihm zu verstehen, dass Sie ihn sehen. Und als Mensch mit Potenzial und Talent wirklich gesehen zu werden, inspiriert (übrigens sowohl den Geber als auch den Empfänger).

Ob ein Mitarbeiter inspiriert ist von einem Projekt, oder generell von seiner Arbeit, können Sie übrigens an den Augen erkennen. Wenn jemand wirklich inspiriert ist, dann brennt er förmlich für etwas und diese Flamme, diesen Funken sehen Sie in den Augen. Es wäre also spannend morgen einmal mit dem „Blick für die Flamme“ in die Firma zu gehen. Oder fragen Sie gelegentlich in der Kaffee-Küche ihre Mitarbeiter und Kollegen einmal „Wofür brennen Sie? Was inspiriert Sie?“ Die Menschen lieben es in der Regel über das zu sprechen, wofür Sie brennen, doch welche Firma interessiert das heutzutage? Läuten Sie eine neue Ära ein. Holen Sie die Mitarbeiter und Kollegen ab und ermöglichen Sie, dass der „Spiritus“ damit in Ihrem Unternehmen durch die Büros und Gänge fliegt.
                                                                          (Autorin: Nicola Nagel)


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