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Dienstag, 19. Januar 2021

Was ist jetzt gerade die Notwendigkeit in Deinem Leben?

Hast Du Dir schon einmal die Frage gestellt, welche echte Notwendigkeit es aktuell in Deinem Leben gibt? Wir machen oft Pläne oder haben Träume, doch das, was Dich tatsächlich vorwärts bringt, ist die Notwendigkeit. Eine Notwendigkeit unterscheidet sich maßgeblich von Plänen, Wünschen und Vorsätzen. Bei Plänen und Wünschen ist es schön, wenn Du sie realisieren kannst. Sie sind sozusagen „nice to have“. Zudem sind sie in der Regel auf eine längere Zeitspanne ausgelegt und damit auf die Zukunft gerichtet (z. B. "Ich möchte X bis Ende des Jahres erreichen").

Eine Notwendigkeit hat hingegen einen ganz anderen Drall. Notwendigkeit hat eine Dringlichkeit und ist auf eine sehr kurze Zeitspanne ausgelegt, konkret auf das Hier und Jetzt. Es ist, als würde etwas von hinten drücken oder Dich anschieben. Eine Notwendigkeit zeigt sich in der Regel sehr deutlich. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um kleine oder große Themen handelt. Es kann sich um die Notwendigkeit handeln, einen Freund anzurufen, auf digitales Arbeiten umzusteigen, an einen bestimmten Ort zu fahren, gegenüber Kollegen Klartext zu reden, oder die Blumen zu gießen.

Für viele Menschen schwingt bei dem Wort Notwendigkeit allerdings eine gewisse Schwere mit. Das ist nicht verwunderlich, denn das enthaltene Wort NOT zeugt in der Regel von schwierigen Zeiten. Notwendigkeit wird oft mit Pflicht verbunden. Doch Notwendigkeit ist nicht schwer; im Gegenteil. Es ist nämlich ein weiteres Wort enthalten, und zwar das Wort WENDIG. Damit kommen wir zu dem eigentlichen Punkt, in dem die Magie der Notwendigkeit liegt. Wendig zu sein, bedeutet, sich immer wieder neu zu erfinden. Es bedeutet, die Umstände ganz neutral so zu nehmen, wie sie sind und dann bei Bedarf wendig einen rechtwinkligen Haken zu schlagen, um weitergehen zu können. Notwendigkeit ist nicht-linear. Sie lädt Dich zu Abenteuer, Spiel und neuen Horizonten ein. Notwendigkeit kommt auch nicht aus dem Verstand. Sie kommt aus einer anderen Quelle. Wenn eine Notwendigkeit da ist, hast Du eine innere Gewissheit, was getan oder nicht getan werden muss. Dann bewegst Du Dich genau in die notwendige Richtung, ohne groß darüber nachzudenken. Du lässt Dich von der Notwendigkeit bewegen.

 

Die Tücken im Alltag

Was jedoch im Alltagstrott häufig passiert ist, dass wir die Notwendigkeit gar nicht wahrnehmen oder sie unterdrücken, weil sie uns möglicherweise aus unserer Komfortzone oder aus unserem intellektuellen Tagesablauf herausbringen würde. Was passiert wenn Du Deine Komfortzone verlässt? Angst kommt auf. Denn außerhalb Deiner Komfortzone hast Du keine Kontrolle. In solchen Situationen schaltet sich der Verstand gerne ein und versucht, die Situation wieder in den Griff zu bekommen. Wenn Du also eine Notwendigkeit spürst, die Dich an den Rand Deiner Komfortzone bringt, versucht der Verstand gerne, zu argumentieren und Gründe zu suchen, ob der nächste Schritt jetzt wirklich angemessen ist, oder Du ihn nicht vielleicht doch noch einmal überdenken solltest. Die Geschichten und Argumentationen, die der Verstand sich zusammenreimt, hängen direkt mit Deiner Komfortzone zusammen, d. h. mit Deinen eigenen Glaubenssätze, Deiner Erziehung, der Kultur, in der Du aufgewachsen bist, etc. - kurzum: Deine Weltanschauung und Überlebensstrategie. Es können kleine Sätze sein, die Dich hindern, den nächsten notwendigen Schritt zu gehen, z. B. „Das kann ich doch jetzt nicht machen!“ oder „Was sollen denn die anderen denken“ (die Familie, der Partner/die Partnerin, die Nachbarn, die Freunde, die Kollegen usw.) oder auch der Satz „Ich weiß doch gar nicht, wie das geht und ob ich das kann.“ Wir sind in der modernen Gesellschaft darin trainiert, uns zu erklären und unsere Handlungen logisch und nachvollziehbar erscheinen zu lassen. Wenn Du etwas nicht erklären kannst, dann wirst Du schnell als unseriös, unlogisch oder verrückt erklärt. Das genau ist jedoch die Krux, denn Notwendigkeit ist nicht-linear und lässt sich nicht immer erklären.

Wenn Du der Notwendigkeit folgst, kann es durchaus passieren, dass Du Dinge tust, die für Außenstehende oder auch für Dich selbst in dem Moment keinen Sinn ergeben oder überraschend sind. Im Nachhinein wirst Du allerdings meist sehr klar sehen, warum Du genau diesen Schritt in dem Moment gegangen bist. Beispielsweise habe ich eines Abends, als ich mit meinem Mann eine Skitour plante und wir mit Kartenmaterial und Lawinenlagebericht beschäftigt waren, plötzlich aus einer Notwendigkeit heraus, gesagt: „Ich muss mein 3-tägiges Präsenz-Training online geben!“ Die Notwendigkeit hat mich von hinten regelrecht angeschoben. Ich hatte eigentlich Urlaub und war darauf gar nicht vorbereitet. Doch es war klar, dass dies der nächste Schritt ist und ich es sofort tun muss. Also habe ich mich den Schub der Notwendigkeit genutzt, mich hingesetzt, innerhalb von 10 Minuten die Struktur für das Training aufgeschrieben und nach weiteren 2 Wochen war das Training mit Videos und Übungsblättern online. Das war, kurz bevor der 1. lange Corona Lockdown kam.

 

Bewusst im Nichtwissen stehen

Im Nichtwissen zu stehen, ist ein weiterer Aspekt, den die Notwendigkeit mit sich bringt. In einer Gesellschaft, in der Wissen großgeschrieben wird, kann das beängstigend sein und erfordert Mut. Doch genau das ist Evolution: die Fähigkeit im Nichtwissen zu stehen und trotzdem den nächsten Schritt zu machen. Es ist somit entscheidend, dass Du – um der Notwendigkeit uneingeschränkt folgen zu können - mit dem Gefühl der Angst vertraut bist, um in diesem Nichtwissen stehen zu können. Viele Menschen haben Angst vor der Angst. Angst ist für viele negativ, lähmend und macht Dich entscheidungs-unfähig. Doch das ist eine veraltete Sichtweise, die Dir nicht hilft. Fakt ist: Angst ist Angst. Ein großartiges Gefühl, das Dich kreativ, präsent und wach sein und Dich Neues ausprobieren lässt. Angst zeigt Dir, dass Du Dich in neues Gebiet begibst bzw. Dich außerhalb Deiner Komfortzone bewegst. Du kannst der Angst vertrauen und sie bewusst nutzen.

 

Eine weitere wichtige Unterscheidung ist, dass Notwendigkeit nichts damit zu tun hat, dass Du aus einer Überlebensangst oder der Erwartung anderer Menschen heraus meinst, Du solltest oder müsstest etwas tun. Wenn beispielsweise Deine Eltern von Dir erwarten, dass Du jedes Wochenende anrufst oder zum Kaffeetrinken kommst und Du versuchst diese Erwartung zu erfüllen, dann kommt das nicht aus einer Notwendigkeit, sondern aus einer Pflichterfüllung, die Du Dir selbst auferlegt hast. Möglicherweise wäre die Notwendigkeit eher jene, dass Du beginnst, Grenzen zu setzen und aufhörst, Dir das Leben von anderen diktieren zu lassen. Ein anderes Beispiel: wenn Du meinst, einem Trend folgen zu müssen, weil er gerade in aller Munde ist und Deine Freunde dem Trend auch folgen, dann folgst Du nicht der Notwendigkeit, sondern einem Herdentrieb. Es geht also immer wieder darum zu prüfen, worin die Notwendigkeit für Dein Leben jetzt gerade besteht.

Es kann durchaus sein, dass sich die Notwendigkeit durch andere Menschen zeigt, z. B. wenn Dich jemand um Hilfe bittet. Doch auch da gilt es zu prüfen, ob es sich um eine tatsächliche Notwendigkeit handelt oder die andere Person Dich bittet, weil sie selbst zu faul ist.

 

Notwendigkeit ist klar & präzise

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Notwendigkeit hat nichts mit Bedürftigkeit zu tun! Wenn wir noch einmal das Thema Beziehung nehmen und Du beispielsweise meinst, es sei notwendig, dass Dein*e Partner*in Dir immer wieder beweist, dass er/sie Dich liebt, dann agierst Du aus einer Bedürftigkeit heraus und suchst die Liebe im Außen. Das hat aber nichts mit Notwendigkeit zu tun. Für Dich kann es sich möglicherweise so anfühlen, als sei das für Dein Überleben absolut notwendig, doch letztendlich handelt es sich in diesem Fall um eine alte Wunde aus der Kindheit oder einer alten Beziehung. Notwendigkeit IST einfach. Sie ist nicht klebrig, nicht bedürftig, nicht jammernd und nicht bittend. Notwendigkeit ist klar, präzise, hat Fokus und Richtung.

Die Notwendigkeit hat zudem die Eigenschaft, dass sie größer wird, je mehr Du sie ignorierst. Wenn es in Deiner Beziehung beispielsweise kriselt und Du die offensichtliche Notwendigkeit übergehst, Dinge mit Deine*r Partner*in zu klären, dann verschärft sich die Situation zunehmend, sodass Ihr Euch irgendwann vielleicht gar nichts mehr zu sagen habt oder nur noch streitet und Euch irgendwann trennt oder einer von Euch krank wird.

 

An die Notwendigkeit wieder andocken

Umso wichtiger ist es, wieder zu beginnen, der Notwendigkeit zu vertrauen und sie zu nutzen. Wie machst Du das? Nun es ist wie ein Muskel, den Du wieder trainieren kannst. Entscheidend dafür ist, dass Du inne hältst und still wirst. Es ist notwendig, dass Du Dein Gedankenwirrwarr loslässt und Deinem Verstand sagst, dass er kurz Pause hat.

Anschließend stellst Du die Frage: "Was ist jetzt die Notwendigkeit?" oder "Was ist jetzt der nächste Schritt?" oder "Was ist jetzt als nächstes dran?". Dann hältst Du erneut inne und wartest auf den Impuls der Notwendigkeit. Dadurch kommst Du ins Hier und Jetzt anstatt - wie bei Plänen und Wünschen - in der Zukunft unterwegs zu sein und alles mit Deinem Verstand zu analysieren. In der Zukunft hast Du keine Kraft. Du hast nur Kraft im Hier und Jetzt.

Es kann durchaus passieren, dass die Notwendigkeit ab und zu darin besteht, gerade nichts zu tun und keinen Schritt vorwärts zu gehen. Vertraue dem. Stelle in regelmäßigen Abständen einfach erneut die Frage.

Dieses Vorgehen ist übrigens auch bestens geeignet, wenn Du eine Vision verwirklichen möchtest. Du musst nicht jetzt bereits wissen, wie es geht oder wie alle Schritte bis zum Ziel aussehen. Es geht immer nur um den nächsten Schritt. Denn wer weiß, wie die Umstände übermorgen oder in 4 Wochen sind? Was machst Du, wenn Du jetzt schon alles geplant hast und die Umstände sich dann verändern? Dann kannst Du Deine Pläne wieder über den Haufen werfen. Wenn Du stattdessen der Notwendigkeit folgst, hast Du zwar die Vision vor Augen, machst jedoch immer nur den notwendigen nächsten Schritt.

Das Spannende ist: wenn Du der Notwendigkeit vertraust, kommst Du in Fluss. Dann bist Du automatisch immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wenn Du der Notwendigkeit vertraust, bewegst Du Dich, bevor Du weißt, wie etwas geht. Du machst einfach den nächsten Schritt, der dran ist und nutzt Deine Angst bewusst, um im Nichtwissen zu stehen. Wenn Du der Notwendigkeit vertraust und Schritt für Schritt voran gehst, können sich ungeahnte neue Möglichkeiten auftun, mit denen Du nicht gerechnet hast.

Bist Du bereit, der Notwendigkeit wieder zu vertrauen und Dich von ihr bewegen zu lassen?

Herzliche Grüße,
Nicola


INSPIRATION, DIE BEWEGT!
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Freitag, 15. November 2019

3 Schritte, um aus dem Gedanken-Karussell auszusteigen


Der Verstand ist schon ein brillantes Werkzeug. Er kann abwägen, logisch sein, analysieren, reflektieren und vor allem eins: unentwegt Gedanken produzieren. Doch so nützlich er auch ist, so mühsam kann diese Gedankenmaschine manchmal sein. Passiert es Dir gelegentlich, dass Du Gedanken wälzt und alle möglichen Sätze zu einem Ereignis oder einer Entscheidung durch den Kopf sausen und Du Dich letztendlich nur noch im Kreis drehst? Meist zeigt es sich, dass Du Dir viel zu viele Gedanken über etwas machst, Dir immer wieder Fragen stellst, Entscheidungen anzweifelst, alle Eventualitäten durchdenkst oder Dir Geschichten erzählst, die auf ungeprüften Annahmen basieren. Vor lauter Denken und Stimmen im Kopf, weist Du dann möglicherweise gar nicht mehr, was Du tun sollst und fühlst Dich letztendlich müde und energielos. Hier ein kurzes Beispiel:

Angenommen Dein Chef bittet Dich, eine Aufgabe zu übernehmen. Du hast jedoch keine Kapazität mehr dafür. Dann können möglicherweise folgende Sätze und Stimmen  durch Deinen Kopf gehen:
  • „Ich kann das nicht auch noch machen, ich bin völlig erschöpft.“
  • „Ja, aber es wäre eigentlich mein Aufgabenbereit.“
  • „Du musst das machen, was soll denn Dein Chef sonst denken.“
  • „Soll ich mich krank arbeiten, oder was?“
  • „Ich bin eben einfach nicht gut genug. Ich kann den Anforderungen nicht genügen.“
  • „War ja schon immer so, dass Du nicht belastbar warst.“
  • „Ja, komm, vielleicht kannst Du ja mit ihm reden und es findet sich eine Lösung.“
  • „Aber dann müsste ich ja zugeben, dass ich es nicht kann. Das kommt gar nicht in Frage.“
  • „Und wenn ich nicht aufpasse, verliere ich möglicherweise meinen Job.“
  • usw.

Wie Du an diesem kleinen Beispiel siehst, können Unmengen von Stimmen und Sätzen aufkommen. Vor lauter Stimmen, weißt Du dann nicht mehr, was Deins ist und wie Du Dich entscheiden sollst oder zu bestimmten Themen stehen sollst. Das Gedankenwirrwarr macht Dich stattdessen verrückt und laugt Dich aus.

Doch wie kannst Du das verhindern? Wie kannst Du aus dem Gedankenkarussell aussteigen? Dazu sind einige interessante Unterscheidungen hilfreich:

1.    Du hast einen Verstand, Du bist nicht Dein Verstand
Kannst Du Dir das vorstellen? Zieh einmal in Betracht, dass Du zwar einen Verstand hast, jedoch nicht Dein Verstand bist. Ein Teil von Dir sagt jetzt möglicherweise: „Was soll das heißen? Ich bin doch meine Gedanken. Ich denke sie doch.“ Diese Vermutung liegt zunächst einmal nahe, nicht wahr? Schließlich gibt es das Sprichwort: „Ich denke, also bin ich!“

Die Krux ist, dass wir uns häufig mit unserem Verstand identifizieren und uns nicht bewusst machen, dass wir mehr als nur unser Verstand sind. Unser Verstand ist lediglich der Körper, der in der modernen Gesellschaft am meisten geschätzt und gefüttert wird. Schon im Kindesalter in der Schule geht es darum, möglichst viel Wissen anzusammeln und wird später im Studium oder der Ausbildung und im Job fortgesetzt. Wissen ist Macht, heißt ein weiteres Sprichwort.

Zieh jedoch einmal in Betracht, dass Du nicht nur Dein Verstand bist. Der Verstand ist der sogenannte intellektuelle Körper. Er hat Meinungen, Gedanken, Ideen. Du hast jedoch auch noch andere Körper. Z. B. hast Du einen physischen Körper, mit Knochen, Muskeln und Sinnen. Du hast darüber hinaus einen emotionalen Körper, der das emotionale Herz mit seinen Gefühlen (Wut, Freude, Traurigkeit und Angst) beinhaltet. Und Du hast einen sogenannten energetischen Körper, der das Sein beinhaltet, das Präsenz, Vision und Intuition hat. Doch insbesondere dem emotionalen und energetischen Körper wird meist keine Aufmerksamkeit geschenkt.



Der erste Schritt, um aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, besteht darin, diese Unterscheidung zu treffen: Du hast einen Verstand und Du bist nicht Dein Verstand. Der Verstand ist ein brillantes Werkzeug, das Du nutzen kannst, dass Dir manchmal jedoch auch einen Streich spielt und nicht dienlich ist. Doch was tust Du konkret, wenn das Gedankenkarussell anspringt? Die nächst Unterscheidung und Übung ist dazu sehr hilfreich:


2.    Du hast diese Stimmen im Kopf, es sind nicht Deine Stimmen
Wie Du an dem eingangs erwähnten Beispiel festgestellt hast, gibt es oftmals zig Stimmen, die Dir das Leben schwer machen können. Das kann so weit gehen, dass Du möglicherweise stunden- oder tagelang innere Dialoge führst. Dabei hat jede Stimme ihre ganz eigenen Qualität und Dynamik.

Vielleicht meldet sich die Opfer Stimme, eine Täter oder eine Retter Stimme (das sind die 3 Charaktere aus dem sogenannten niederen Drama). Es können jedoch auch neben diesen Stimmen weitere in Deinem Kopf aktiv sein, z. B. die Rebellin, die Vorsichtige, der Zweifler, der Macher, die Ängstliche, etc. Der Verstand ist eine monotone Maschine, die unentwegt Gedanken produziert.

Jede Stimme versucht dabei Gründe, Erklärungen, Rechtfertigungen und Antworten zu finden, warum Du etwas tun oder nicht tun sollst, oder warum die Dinge so sind, wie sie sind.  

Zieh einmal in Betracht, dass die Stimmen in Deinem Kopf nicht Deine sind. Wie das? Nun, wir werden als Kinder oft mit Sätzen von Autoritäten konfrontiert (Vater, Mutter, Lehrer, Großeltern, etc.), die uns diese Sätze immer wieder eintrichtern. Das können simple Sätze sein wie: „Du musst tun, was von Dir erwartet wird.“ Oder „“Oh, sei bloß vorsichtig.“ oder „Von nichts, kommt nichts.“ oder, oder, oder. Oftmals übernehmen wir dann diese Sätze und Dynamiken von anderen Personen, die uns so vertraut sind und machen sie zu unseren eigenen. Die Stimmen der früheren Autoritäten fühlen sich dann plötzlich an, als seien es unsere eigenen Gedanken. Dabei hast Du sie nur unbewusst übernommen, um als Kind eine Struktur für Deine Welt zu haben. Heute führen sie dazu, dass sie Dich verwirren und Dich von Dir selbst wegbringen. Es ist somit hilfreich einmal zu schauen, welche Stimmen in Deinem Kopf aktiv sind und von wem sie kommen.

Experiment 1: Welche Stimmen hast Du in Deinem Kopf?
Beobachte Deine inneren Stimmen in den nächsten Tagen und schau einmal, welchen regelrechten Zoo Du im Kopf hast. So sind wir Menschen mit Verstand einfach. Jeder von uns hat zig Stimmen. Allein die Bewusstheit darüber, macht einen enormen Unterschied. Du brauchst für diese Übung ein Blatt im Querformat, das Du in 3 Spalten einteilst. Die erste Spalte ist breit, die beiden letzten schmal.

  • Identifiziere die Stimmen:
    Schreibe zunächst in Spalte 1 einmal alle Sätze, die z. B. zu einem konkreten Thema immer wieder durch Deinen Kopf schwirren und dazu führen, dass Du Dich im Kreis drehst und Energie verlierst. Beginne jeden Satz in einer neuen Zeile

  • Definiere die Qualitäten bzw. Charaktere der Stimmen:
Definiere in der 2. Spalte hinter jedem Satz die jeweiligen Qualitäten bzw. Charaktere der Stimme. Z. B. Täter, Opfer, Retter, Nörgler, Zweifler, Besserwisser, Skeptiker, Rebellin, die Sanfte, der Besorgte, die Unsichere, etc.

  • Gib den Stimmen konkrete Namen:
Nun erinnere Dich einmal zurück: Von welcher Person/Autorität hast Du früher ähnliche Sätze gehört? Gib jeder Stimme einen konkreten Namen (Oma Else, Papa, Herr Müller aus der Grundschule, Mama, Peter, etc.). Falls Dir zu einem Charakter keine Person einfällt, gib dem Charakter irgendeinen Namen, der Dir passend erscheint.


Experiment 2: Nutze den Stimmen-Colt
Du hast nun schon sehr viel mehr Klarheit über Deine inneren Stimmen. Mache Dir bewusst, dass es nicht Deine Stimmen sind. Es sind die Stimmen, die Du früher oft gehört hast und die heute immer wieder aufpoppen. Wenn diese Stimmen in unserem Kopf aktiv sind, versucht meist jede Recht zu haben und Beweise dafür zu finden, dass ihre Rolle Berechtigung hat. Die Welt ist reich an Beweisen und Du kannst so für jede Rolle genug Beweise finden und das Spiel endlos weiterspielen. Diese Stimmen versuchen Dich von Deiner eigenen Weisheit wegzubringen.
Der Verstand macht dieses Ding einfach und ein Teil von Dir (der Schattenanteil, Dein kleines inneres Monster oder der Gremlin) liebt es, wenn er Dich verwirren kann, Du Energie verlierst und anschließend darüber jammern kannst.

Nun geht es darum, den Stimmen keine Macht mehr einzuräumen. Eine großartige Möglichkeit, die Stimmen einzudämmen ist der Einsatz des sogenannten Stimmen-Colts. Dies ist ein energetisches Werkzeug, d. h. er ist unsichtbar, doch Du weißt, dass er da ist. Er ist da, weil Du deklarierst, dass er da ist. Du hast ihn immer bei Dir. Er hängt meist rechts an Deiner Hose (seitlich oder hinten), sodass Du ihn jederzeit ziehen kannst (falls du Linkshänder(in) bist, hängt er entsprechend links an Deiner Hose). 

Der Stimmen-Colt funktioniert wie folgt:
Wenn Du die Stimmen sichtbar machst, flattern sie meist wie kleine Fledermäuse um Deinen Kopf herum. Wenn Du merkst, dass die Stimmen einsetzen, dann ziehst Du den Stimmen-Colt, zielst auf jede Stimme einzeln und schießt sie mit einem lauten PENG! ab. Du machst also tatsächlich die physische Bewegung, nur dass der Colt unsichtbar ist. Das hört sich möglicherweise im ersten Moment schräg an, doch es funktioniert. Gerade am Anfang ist es hilfreich, wirklich die physische Bewegung zu machen als hättest Du einen echten Colt in der Hand. „Das kannst Du nicht.“ – PENG! – „Ich weiß nicht, ob ich das tun soll.“ – PENG! – „Ohje, ich bin völlig überfordert.“ – PENG! – usw.

Sobald Du eine Stimme abgeschossen hast, fällt sie tot zu Boden. Die Stimmen werden jedoch wiederkommen. Sie waren einfach viel zu lange da und haben eine Art Wiederauferstehungs- Mechanismus. Sobald sie wiederkommen, machst Du das Prozedere einfach erneut. Das kann am Anfang recht oft sein. Fakt ist: je öfter Du sie abschießt, desto mehr beginnst Du, diesen Stimmen keinen Glauben mehr zu schenken und desto weniger Macht räumst Du ihnen ein. Du weißt, es sind nur Stimmen, Geschichten in Deinem Kopf.

Indem Du Deine Stimmen beginnst abzuschießen, beginnst Du eine Lücke zu machen, zwischen Dir und den Stimmen. Das heißt: Du hast diese Stimmen und Du bist NICHT diese Stimmen!
Das ist eine wichtige Unterscheidung. Wir meinen oftmals, wir sind diese Stimmen, doch es ist nur ein Streich unseres intellektuellen Körpers (des Verstandes). Es geht also darum, dass Du lernst, Dich vom Verstand zu desidentifizieren und ihm nicht mehr die Alleinherrschaft zuzuschreiben. Du lernst, eine Lücke zu machen zwischen Dir und Deinem Verstand. So kannst Du dann mehr und mehr beobachten „Ah, da kommen wieder die Stimmen. Der Verstand ist ja wirklich lustig.“ Doch Du nimmst sie nicht mehr für wahr, weil Du weißt, dass Du nicht Dein Verstand bist, sondern auch noch eine andere Quelle von Weisheit besitzt.


3.    Nutze alle 4 Körper als Quelle von Weisheit und Klarheit
Vielleicht sagst Du jetzt „Das ist ja alles schön und gut. Doch auf was, soll ich mich verlassen, wenn ich nicht mehr auf diese Stimmen höre? Wie kann ich zu einer Entscheidung kommen?“

Nun, Du kannst eine andere Quelle von Weisheit und Klarheit nutzen, als ausschließlich Deinen Verstand. Du kannst z. B. etwas Gesagtes auf Dich wirken lassen und spüren, wie geht es meinem emotionalen Körper damit? Fühle ich Wut, Angst, Traurigkeit, oder Freude und warum?

Du kannst in Deinen physischen Körper hinein spüren und schauen, ob er sich entspannt oder verspannt anfühlt, ob er Kopfschmerzen bekommt, sich müde oder lebendig fühlt.

Und Du kannst Deinen energetischen Körper nutzen, um zu spüren, ob Deine Energie ansteigt oder sie verloren geht und was Deine Intuition zu der ganzen Sache sagt.

Es geht darum dem Verstand nicht mehr die Allmacht zuzuschreiben. Du bist ein multidimensionales Wesen mit unterschiedlichen Körpern. Lass Dich also nicht von den Stimmen in Deinem Kopf in die Irre führen.

Viel Freude und Klarheit beim Experimentieren,
Nicola

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Mittwoch, 13. Mai 2015

Die Krux in Bezug auf Vertrauen



Eine Frage, die ich in letzter Zeit häufig gestellt bekomme lautet „Wie kann ich mehr vertrauen?“ Dabei kann sich diese Frage auf sehr unterschiedliche Bereiche im Leben beziehen, sei es beispielsweise auf den Job, die Partnerschaft oder auch die gesellschaftlichen und globalen Veränderungen. Fakt ist, dass es sich um eine Frage handelt, die angesichts der sich schnell verändernden Umstände um uns herum, zunehmend an Relevanz gewinnt. Was dabei auffällt ist, dass viele Personen die Lösung im Außen suchen. Sie suchen nach einem Rezept oder einer Art Medikament, das sie am besten schnell einnehmen können, sodass sie automatisch mehr vertrauen können.

Um der Vertrauenssache auf den Grund gehen zu können, ist jedoch eine andere, weitaus gefährlichere Frage notwendig: „Inwieweit vertraust Du Dir selbst?“

Viele Menschen meinen, Vertrauen ist ein Gefühl, das sich in bestimmten Situationen oder in Bezug auf bestimmte Personen einstellt, oder eben nicht einstellt. Vertrauen ist jedoch kein Gefühl. Vertrauen ist eine Entscheidung. Lassen Sie das einmal kurz sacken: 

Vertrauen ist kein Gefühl. Vertrauen ist eine Entscheidung!

Warum funktioniert es trotzdem meist nicht, aus dem Verstand heraus die Entscheidung zu treffen und dann mehr vertrauen? Wenn Sie mehr vertrauen wollen oder gar wieder an das Urvertrauen andocken möchten, ist ein neuer körperlicher Referenzpunkt notwendig. Mit körperlichem Referenzpunkt ist in diesem Zusammenhang ein Referenzpunkt in den sogenannten vier Körpern – dem physischen, intellektuellen, emotionalen und energetischen Körper – gemeint. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass sie neben dem physischen Körper noch drei weitere haben: 

·         Physischer Körper: dieser besteht aus Knochen, Muskeln, Organen und er hat Sinne. 

·         Intellektueller Körper: hierbei handelt es sich um den Verstand mit seinen Gedanken, Meinungen, Ideen, etc.

·         Emotionaler Körper: dieser beherbergt die Gefühle – Wut, Freude, Traurigkeit und Angst – vier große, ursprüngliche Gefühlsterritorien, die uns zielsicher durch das Leben leiten, wenn wir sie in Besitz nehmen.

·         Energetischer Körper: hierbei handelt es sich um das Sein, das Präsenz, Vision und eine Bestimmung hat.

Wenn Sie nun ausschließlich mit dem Verstand versuchen zu entscheiden, dass Sie mehr vertrauen, so wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren, weil Sie dadurch keinen neuen Referenzpunkt in den anderen 3 Körpern haben und sich die neue Entscheidung somit nicht in Ihrem Körper verankert. 

Warum fällt es einigen Menschen überhaupt schwer, zu vertrauen? Es gibt sicherlich Menschen oder Situationen, die einfach nicht vertrauenswürdig sind und bei denen Ihnen Ihr  gesunder Menschenverstand bereits sagt, besser nicht zu vertrauen (beispielsweise, wenn Sie nachts von einer Person mit einem Messer in der Hand angesprochen werden). Doch wie ist es in den Fällen, wo Sie eigentlich vertrauen könnten und es dennoch nicht tun? Fehlendes Vertrauen kann verschiedene Ursachen haben. Im Folgenden finden Sie die vier gravierendsten: 

·       Persönliche, „negative“ Erfahrung in einer ähnlichen Situation (z. B. „Ich habe meinem Chef diesbezüglich schon einmal vertraut und es ging schief.“)

·       Übernommene Meinungen und Ängste von anderen Personen. (z. B. „An Deiner Stelle würde ich da nicht so gutmütig vertrauen. Stell Dir mal vor, was da alles passieren kann. Da zu vertrauen ist ja naiv.“)

·       Alte, UNBEWUSSTE Entscheidungen in Bezug auf Vertrauen, die Sie in einer kritischen Situation in Ihrer Kindheit getroffen haben und die Ihnen jetzt als Erwachsener nicht erlaubt zu vertrauen. (z. B. „Vertrauen ist gefährlich“ oder „Ich kann niemandem vertrauen.“ oder „Wenn ich vertraue, werde ich verletzt.“, etc.)

·       Geschichten über sich selbst basierend auf Ihrer eigenen Interpretation oder sich wiederholender, kleinmachender Manipulation durch andere Personen (z. B. „Ich kann das nicht. Ich bin nicht gut genug. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Mein Vater traut mir das auch nicht zu.“)

·       Fehlende Bewusstheit über den Nutzen von Gefühlen ist ein weiterer Aspekt, der Vertrauen verhindert. Wenn es beispielsweise nicht okay für Sie ist, Angst zu fühlen, weil Sie möglicherweise gelernt haben, dass Angst schwach, unreif und unprofessionell ist, dann können Sie in unbekannten oder herausfordernden Situationen nicht vertrauen. Stattdessen suchen Sie möglicherweise erst einmal nach einem Konzept oder einer anderen Art von Sicherheit, die Ihnen Beweise liefert, dass Sie vertrauen können. In diesem Fall verwechseln Sie Vertrauen mit konzeptioneller Sicherheit. Auch Wut ist entscheidend, um vertrauen zu können.

Diese Hintergründe und Einflüsse haben mehr Gewicht, als den meisten bewusst ist. Es sind meist diese unbewussten Programme, die verhindern, dass Sie entweder grundsätzlich im Leben oder in bestimmten Situationen nicht vertrauen.  

Mehr zu vertrauen hat sehr viel damit zu tun, inwieweit Sie sich selbst vertrauen. Inwieweit sind Sie z. B. in der Lage, in Gegenwart von anderen Personen auf sich Acht zu geben, beispielsweise in der Form, dass Sie mit Ihrer Wutkraft klare und wirksame Grenzen setzen können? Inwieweit ist es Ihnen möglich, sich selbst und der Situation zu vertrauen, wenn Sie sich einer völlig neuen Herausforderung gegenüber sehen und Angst Sie blockiert? Inwieweit können Sie Ihre eigene Kraft und Autorität behalten, selbst wenn andere Menschen versuchen, Ihnen etwas anderes einzureden?

Um grundsätzlich mehr vertrauen zu können, sind folgende Aspekte hilfreich:

·       Nehmen Sie Ihre Wutkraft in Besitz
In unserer Gesellschaft lernen wir, dass Wut schlecht, unprofessionell, aggressiv und destruktiv ist. Ein Irrglaube, der viele Menschen ihrer Kraft beraubt. Die Wutkraft in Besitz zu nehmen bedeutet, dass Sie in einem geschützten Trainingsraum bewusst beginnen - und auch wieder aufhören - Wut zu fühlen. Wenn Sie einmal 100% maximale archetypische, also ursprüngliche Wut in all Ihren vier Körpern erlebt haben, wissen Sie fortan, dass Sie größer sind als die Wut. Ab dem Moment können Sie die Wut verantwortlich nutzen, um z. B. Grenzen zu setzen, Klarheit zu schaffen, Dinge zu beginnen und zu beenden, JA oder NEIN zu sagen und klare Entscheidungen zu treffen. Durch diese Art der bewussten Gefühlsarbeit, haben Sie eine Erfahrung in allen vier Körpern und damit einen neuen Referenzpunkt, der sich im Körper verankert. Es ist der Referenzpunkt Ihrer innewohnenden Kriegerkraft, der Sie Gewissheit haben lässt, dass Sie sich jederzeit schützen bzw. verteidigen können. Sie können mit Inbesitznahme der Wutkraft wieder vertrauen, auf sich selbst in Gegenwart von anderen Menschen oder in bestimmten Situationen Acht geben zu können. Beispielsweise können Sie mit Wutkraft einer anderen Person, die versucht Ihnen einzureden, dass Sie zu etwas nicht fähig sind, oder dass etwas sowieso schief geht, die klare Grenze setzen, dass Sie sich nicht manipulieren lassen (Wut bedeutet übrigens nicht, dass Sie rumbrüllen. Es geht um Ihre Energie).  

·       Nehmen Sie Ihre Angst in Besitz
Ähnlich wie mit der Wutkraft verhält es sich mit der Angst. Um mehr vertrauen zu können, ist es gleichermaßen wichtig, dass Sie Ihre Angst in Besitz nehmen. In der modernen Gesellschaft werden die Menschen dahingehend manipuliert, dass Angst nicht okay ist. Angst ist etwas für Feiglinge, sie ist schwach, unprofessionell und sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Gleichzeitig manipulieren die Medien uns tagtäglich mit subtiler Angst („Wenn Sie xy nicht kaufen, dann gehören Sie nicht dazu.“).Tatsächlich ist Angst jedoch – genau wie Wut, Freude und Traurigkeit – eine archetypische, d. h. ursprüngliche Gefühlskraft in uns, die uns durch das Leben navigiert. Wie wollen Sie in unbekannten Situationen vertrauen, wenn Angst für Sie nicht okay ist? Wenn Sie lernen die Angst bewusst zu fühlen und auch diese bis 100 % Maximum auszudrücken, erkennen Sie, dass Angst nur Angst ist und Sie größer sind, als die Angst. Ab dem Moment können Sie die Angst bewusst nutzen, um z. B. in unbekanntes Gebiet zu gehen, Neues auszuprobieren und vor allem voran zu gehen, ohne zu wissen, wie es geht. Anstatt in beängstigenden Momenten paralysiert oder blockiert zu sein und nicht zu vertrauen, können Sie stattdessen weitergehen und vertrauen. Sie brauchen keine konzeptionelle Sicherheit mehr, sondern wissen, dass Angst einfach nur Angst ist und ein Indikator dafür, dass gerade etwas Ungewohntes oder Neues passiert. 

·       Bleiben Sie zentriert und behalten Sie Ihre Autorität
Wenn Sie komplett zentriert und geerdet sind und Ihre Gefühle in Besitzt genommen haben, sind Sie in der Lage, sich nicht von der Meinung anderer (der Kollegen, dem Partner, den Eltern, den Medien) beeinflussen zu lassen. Stattdessen können Sie in Ruhe die Lage sondieren und bewusst entscheiden, ob Sie jemandem bzw. einer Situation vertrauen, oder nicht. Sind Sie nicht zentriert, so verhalten Sie sich angepasst und versuchen, es anderen Recht zu machen. Wenn Sie sich angepasst verhalten, dann sagen Sie möglicherweise Ja, obwohl Sie Nein meinen, oder lächeln und sind freundlich, obwohl Sie eigentlich eine klare Grenze setzen müssten. Kurzum: Ihre Kraft ist bei der anderen Person oder Situation, aber nicht bei Ihnen. Wie wollen Sie sich selbst und anderen vertrauen, wenn Sie nicht authentisch sind und Ihre Kraft abgeben? Achten Sie also darauf, zentriert zu bleiben (Hinweis: zentriert zu sein bedeutet, dass Sie Ihr Seins-Zentrum auf Ihr physisches Zentrum legen. Mehr dazu im Buch „Die Kraft des bewussten Fühlens“ von Clinton Callahan oder im viva essenza online Artikel „2011-08-24_Seien Sie Ihre eigene Autorität“ unter http://www.viva-essenza.com/163/publikationen/artikel-archiv.)  

·       Decken Sie alte Glaubenssätze und Geschichten auf
Überprüfen Sie einmal, ob Sie möglicherweise bestimmte Glaubenssätze in Bezug Vertrauen oder auch in Bezug auf sich selbst haben? Was hält Sie davon ab, zu vertrauen? Schreiben Sie einmal alle Glaubenssätze auf. Schreiben Sie auch die wiederkehrenden Situationen auf, in denen Sie nicht vertrauen können. Diese sind in der Regel Hinweise auf alte, unbewusste Entscheidungen, die es zu verändern gilt. Selbst Glaubenssätze, Entscheidungen und Geschichten, die Sie über Jahre hinweg genährt und aufrecht erhalten haben, können Sie verändern. Eine Möglichkeit der Veränderung besteht in bewusster Gefühlsarbeit, denn der Körper hat alle Informationen in seinen Zellen abgespeichert und kann Sie zu dem Ursprung der Entscheidungen zurückführen, sodass eine Veränderung möglich wird. Eine andere Möglichkeit ist energetische Heilarbeit, die ebenfalls auf verschiedenen Ebenen des Körpers arbeitet und destruktive Programme und Muster auflöst. Fakt ist jedoch, dass Sie die Notwendigkeit der Veränderung erkennen und diese aus eigener Initiative in Angriff nehmen müssen. Wenn Sie darauf warten, dass andere ihre Meinungen und ihr Verhalten ändern, damit Sie mehr vertrauen können, dann warten Sie möglicherweise Ihr Leben lang. Vertrauen beginnt in Ihnen selbst. 

Einige Leser mögen sich jetzt fragen „Muss das denn wirklich alles sein, damit ich mehr vertrauen kann?“ Genauso könnte ein Schüler seinem Lehrer die Frage stellen: „Muss ich denn wirklich lernen, um weiterzukommen?“ Sie kennen die Antwort. Wenn Sie andere Resultate in Ihrem Leben erzielen möchten, ist es notwendig, dass Sie bei sich selbst anfangen. Mehr zu vertrauen basiert auf radikaler Verantwortung. Es basiert darauf nicht mehr Opfer der Umstände zu sein, sondern verantwortlich die eigenen Themen anzugehen, die verhindern, dass Sie vertrauen können. 

Vertrauen ist wie gesagt kein Gefühl. Vertrauen ist eine Entscheidung. Es ist eine Moment-zu-Moment Entscheidung, für die Sie innere Klarheit und einen neuen Referenzpunkt in allen vier Körpern brauchen. Sind Sie bereit?

In diesem Sinne vertrauensvolle Grüße,
Ihre Nicola Nagel


Mehr zum Thema:

  • Buch „Die Kraft des bewussten Fühlens“ von Clinton Callahan
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