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Freitag, 18. Februar 2022

Deine Beziehung steht in direktem Zusammenhang mit dem Chaos auf der Erde.

Heute geht es um das unbequeme Thema, was Deine Beziehung mit dem Chaos auf der Erde zu tun hat. Es könnte in der Tat schmerzhaft sein, Dir bewusst zu werden, worin der Zusammenhang besteht.  Doch zieh einmal in Betracht, dass Deine Bewusstheit darüber einen entscheidenden Unterschied machen wird. Für Dich, für Deine Beziehung, für Dein Umfeld und für das Leben auf der Erde.

Es gibt ein indianisches Sprichwort, das sagt:  So wie Du Dich selbst und andere Menschen behandelst, so behandelst Du die Erde, denn wir sind alle eins. Genau diese Bedeutung zeigt sich auch in den weitaus bekannteren Sätzen „Wie oben, so unten.“ oder „Das Große zeigt sich im kleinen und umgekehrt.“. Alles ist mit allem verbunden. Das bedeutet, das, was auf der Erde gerade passiert, ist ein exaktes Spiegelbild dessen, wo wir Menschheit in Bezug auf unser Bewusstsein gerade stehen.

Wenn ich davon spreche, dass Deine Beziehung in direktem Zusammenhang mit dem Chaos auf der Erde steht, dann meine ich einerseits die Beziehung zu Dir selbst, die Beziehung zu Deinem Partner oder Partnerin, aber auch Deine Beziehung zur Erde. Es ist alles eins.

Lass uns noch konkreter werden: Wir sind meist geprägt von unterschiedlichen Strukturen und Einflüssen, z. B. der Kultur, der Religion, der Gesellschaft,  unserer Erziehung und unseren Erfahrungen, Meinungen und Glaubenssätzen. Daraus haben wir unsere Weltanschauung und Überlebensstrategie entwickelt, die zu unserer Komfortzone geworden ist. Lass uns einmal zwei von vielen weiteren Aspekten herauspicken, die diese Komfortzone ausmachen.

 

Aspekt der Gefühle
Lass uns zunächst den Aspekt Gefühle einmal anschauen. Wenn Du den in der Gesellschaft weit verbreiteten Glaubenssatz hast, dass Gefühle nicht okay sind, sondern unprofessionell und daher zu vermeiden, dann wirst Du in Deiner Beziehung möglicherweise Deine Wut nicht nutzen, um Grenzen zu setzen oder zu sagen, was nicht in Ordnung ist, Du wirst Dich mit Deiner Traurigkeit nicht verletzlich und nahbar zeigen und Deine Angst nicht nutzen, um wach und präsent zu sein. Möglicherweise drückt die andere Person dann auch regelmäßig einen roten Knopf bei Dir und Du reagierst emotional und projizierst diese alten Emotionen dann auf Deinen Partner oder Deine Partnerin.

Wenn wir die Unbewusstheit in Bezug auf Gefühle nun auf die globale Ebene bringen, dann spürst Du möglicherweise den Schmerz der Erde nicht. Dann lässt Du auf einem  schönen Wanderweg den Plastikmüll liegen, den jemand anderes weggeworfen hat und fühlst auch nichts, wenn Du in einen riesigen Supermarkt gehst, in dem 80% der Produkte in Plastik eingepackt sind. Dann bist Du taub dafür. Dann kaufst Du möglicherweise auch weiterhin Getränke in PET Flaschen, obwohl sie von Firmen hergestellt wurden, die die Erde ausbeuten.

Aspekt der Schattenseite

Lass uns einen weiteren Aspekt anschauen, der den Zusammenhang zwischen Deiner Beziehung und dem Chaos auf der Erde darstellt. Wenn Du keine Klarheit über Deine eigene Unterwelt oder Schattenseite hast, dann wirst Du in Deiner Beziehung mit großer Wahrscheinlichkeit Deinen Partner oder Deine Partnerin regelmäßig zum Schwein machen. Dann ist das sogenannte niedere Drama für Dich normal, d.h. Du streitest, versuchst Recht zu haben, wirfst der andere Person Vorwürfe an den Kopf und wirst immer wieder auf Deiner Position beharren. Damit sorgst Du für Trennung und Distanz.

Was bedeutet das für die globale Ebene? Nun, mit dem Krieg und Kampf, den Du in Deiner Beziehung führst, nährst Du gleichzeitig das Feld von Krieg und Trennung im sogenannten morphogenetischen Feld der Erde. Mit Deiner Energie, Deinen Gedanken, Deinen Handlungen und Nicht-Handlungen trägst Du dazu bei, was sich im Großen zeigt. Wenn Du in Deiner Beziehung weniger Streit und Krieg führst und von Deinen Positionen runter kommst, dann verringerst Du damit automatisch die Kriegsenergie auf der Erde.

Ich könnte Dir noch viele andere Beispiele nennen, die den Zusammenhang zwischen Deiner Beziehung und dem Chaos auf der Erde verdeutlichen. Wie unten so oben, Wie im Kleinen, so im Großen.

Das bedeutet, dass die Ausrede, dass Du alleine ja an der Misere nichts ändern kannst, keine Gültigkeit mehr hat. Das war die Ausrede Deiner Schattenseite. Wenn Du Dein Bewusstsein entwickelst und Deine Achtsamkeit erhöhst, erhöht sich automatisch das Bewusstsein auf der Erde.

Die entscheidende Frage ist: Bist Du bereit, Deinen Beitrag zu leisten für eine neue Kultur in der die Menschen respektvoll miteinander und mit der Erde umgehen?

 

Alles Liebe,

Nicola

 

 

INSPIRATION,DIE BEWEGT!

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Freitag, 13. Mai 2016

5 Essentielle Komponenten, um Ihre Energie zu halten



In letzter Zeit bin ich zahlreichen Menschen begegnet, die ausgepowert sind, keine Energie mehr haben und selbst durch Urlaub nur bedingt wieder auf die Spur kommen. In einer sich immer schneller verändernden Welt ist dies zunehmend eine Herausforderung. Insbesondere wenn wir mit vielen Menschen in Kontakt sind, passiert es schnell, dass unsere Energie verloren geht, wenn wir nicht bewusst darauf achten. Kennen Sie es beispielsweise, dass Sie gemütlich durch die Stadt laufen und letztendlich völlig erschlagen und ohne Energie wieder zuhause ankommen? Oder Sie sitzen im Büro, zahlreiche Kollegen wollen etwas von Ihnen und bereits mittags ist Ihre Energie am Nullpunkt angelangt? Diese Phänomene sind in unserer Gesellschaft leider gängig, sodass letztendlich viele Menschen gestresst, energielos und dadurch unausgeglichen sind, gleichzeitig jedoch auch keinen Ausweg aus dem Teufelskreis finden. Ein hohes Energie-Niveau scheint meist eher zufällig und temporär zu sein, oder aber an bestimmte Bedingungen geknüpft zu sein (z. B. an „gute Laune“).

Was oftmals passiert, ist dass unsere Energie unbemerkt durch verschiedene Kanäle oder in Situationen entweicht, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Die meisten Menschen merken es erst, wenn es schon zu spät ist und sie müde oder genervt abends auf der Couch landen. Die energieraubenden Situationen können dabei sehr vielfältig sein. Beispielsweise kann es sein, dass

  • Sie versuchen, es allen recht zu machen (sowohl privat als auch im Job),
  • Sie sich unbewusst subtil manipulieren lassen oder versuchen, andere zu manipulieren (z. B. durch Worte, Gesten, Handlungen)
  • Sie täglich in kleinen oder großen Dramen, Diskussionen, Rechthaberei verwickelt sind.
  • eine unbewusste Vermischung von Energien mit anderen Menschen stattfindet (es gibt regelrechte Energie-Vampire, die versuchen, Ihre Energie abzusaugen)
  • Sie Ihre Kraft und Energie an vermeintliche Autoritätspersonen abgeben (Partner, Chef, kraftvolle Kollegen, Nachbarn, die Behörden….),
  • Sie persönliche Grenzüberschreitungen zulassen, die eigentlich nicht in Ordnung sind,
  • Sie sich zu viel auf einmal zumuten und zu viele Projekte/Ideen/Termine haben (möglicherweise um vermeintliche Anerkennung von anderen zu erlangen. In unserer Gesellschaft ist Stress zu einer Art traurigem Status-Symbol geworden. Der Irrglaube lautet: „Wenn ich gestresst bin, leiste ich enorm viel, ergo ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich von anderen mehr Anerkennung – wenn auch nur in Form von Mitleid - für diese scheinbar enorme Leistung bekomme.)
  • Sie versuchen im Job professionell zu sein und stupide Leistung zu erbringen, die Ihnen eigentlich keinen Spaß macht,
  • Sie ungesunde Energie (Hass, Groll, schlechte Laune, emotionale Verletzungen, etc.) von anderen Menschen abkriegen (manchmal ohne dass Sie mit ihnen sprechen),
  • Sie versuchen von anderen Personen (häufig vom Partner oder engen Freunden) alte, unerfüllte Kindheitsbedürfnisse erfüllt zu bekommen (z. B. das unerfüllte Bedürfnis, damals nicht genug Liebe oder Aufmerksamkeit bekommen zu haben),
  • etc.

Experiment: Wann fühlen Sie sich energielos?
Es lohnt sich, einmal darauf zu achten, wann Ihre Energie verloren geht. Machen Sie einmal eine Liste wann, wo und idealerweise durch was oder wen, Sie sich energielos fühlen. Möglicherweise sind es Situationen, wie oben beschrieben, möglicherweise sind es auch ganz andere Situationen. Entscheidend ist, dass Sie beginnen, bewusst Ihre Aufmerksamkeit darauf zu richten, um die Energielücken aufzudecken.
Glücklicherweise ist es möglich, die persönliche Energie auf einem hohen Niveau zu halten, sobald wir einige Fertigkeiten lernen und diese bewusst nutzen. Es gibt – neben anderen - 5 essentielle Komponenten, die dafür unabdingbar sind:   

1.    Lernen Sie, zentriert zu sein
2.    Lernen Sie, Ihren persönlichen, energetischen Raum zu halten
3.    Achten Sie darauf, wo Ihre Aufmerksamkeit ist
4.    Steigen Sie aus den täglichen Dramen aus & übernehmen Sie radikale Verantwortung
5.    Nutzen Sie Ihre bewusste Wutkraft

1.    Lernen Sie, zentriert zu sein
Energieverlust passiert sehr häufig dadurch, dass wir unsere Kraft bzw. unser sogenanntes Zentrum unbewusst abgeben. Was bedeutet das? Zum einen haben wir ein physisches Zentrum. Dieses sitzt zwischen den Hüftknochen in der Körpermitte etwa auf Höhe der Gürtelschnalle und sorgt dafür, dass wir physisch in Balance sind. Neben dem physischen Zentrum besitzen wir jedoch noch ein weiteres, sogenanntes energetisches Zentrum. Dieses nimmt seinen Ursprung in der Größe einer Grapefruit und ist beweglich. Sie können es sich wie eine energetische Kugel vorstellen. In unserer Gesellschaft legen wir das energetische Zentrum meist in einen bestimmten Körperteil: den Kopf. Wir denken ständig darüber nach, welche Termine wir noch haben, was wir noch einkaufen müssen, wen wir anrufen müssen, etc.

Was viele Menschen darüber hinaus gerne machen ist, dass sie ihr energetisches Zentrum an vermeintliche Autoritätspersonen abgeben, z. B. den Chef, den Kollegen, den Partner, die Eltern, etc. Der Nutzen liegt meist darin, dass sie keine Verantwortung übernehmen müssen, sie hoffen, dass der andere sich um sie kümmert, sie keine Entscheidungen treffen müssen, nicht in Aktion treten müssen und sich dadurch letztendlich sicher fühlen. Nun gibt es unterschiedliche Arten von Autoritätspersonen: a) energieraubende Autoritäten (sogenannte Gremlin-Anführer) oder b) wahrhaftige Autoritäten/Anführer.

Energieraubende Autoritäten sind dabei Menschen, die gerne Ihr energetisches Zentrum nehmen, denn dann fühlen sie sich auch sicher. Es sind in der Regel Menschen, die zwar autoritär auftreten, jedoch dadurch nur ihre Angst vor Unzulänglichkeit kaschieren. Beispielsweise gibt es Chefs, die mit Worten und Gesten durch die Gegend poltern, sodass alle Mitarbeiter aus Angst sofort springen – ergo ihr Zentrum und damit ihre eigene Energie abgeben – um bloß nicht aus dem Rahmen zu fallen. Wahrhaftige Autoritäten würden hingegen Ihr Zentrum gar nicht annehmen. Ein echter Anführer würde sagen „Ich will Dein Zentrum nicht. Ich möchte, dass Du in der Lage bist, eigene Entscheidungen zu treffen.“

Zentriert zu sein bedeutet nun, dass Sie Ihre Absicht und Aufmerksamkeit nutzen, um Ihr energetisches Zentrum auf Ihr physisches Zentrum zu legen. Lokalisieren Sie zu nächst Ihr energetisches Zentrum. Wenn Sie sich beispielsweise gerade fragen, wie das denn gehen soll, dann ist Ihr energetisches Zentrum im Kopf. Es funktioniert wirklich mit Ihrer Absicht und Aufmerksamkeit. Es gibt beispielsweise bei Kampfsportarten oder auch beim Ballett Ausgangspositionen, die dazu dienen, komplett geerdet und zentriert zu stehen, sodass Sie sich aus dieser Position überall hinbewegen können.

Sie können Ihr Zentrum übrigens nicht nur an Autoritätspersonen sondern auch an andere Dinge abgeben, beispielsweise die Zeit („Herrje, schon wieder so spät, jetzt muss ich mich aber beeilen, sonst komme ich zu spät“), an Haustiere oder kleine Kinder („Schau mal, wie süüüß“), an die Vergangenheit („Damals war alles besser“) oder an die Zukunft („Bin ich froh, wenn ich in 3 Wochen Urlaub habe“), oder oder oder. Die Einladungen, um Ihr Zentrum abzugeben, sind vielfältig. Fakt ist jedoch: Wenn Sie Ihr Zentrum abgeben, verhalten Sie sich angepasst. Und: nur Sie können Ihr energetisches Zentrum und damit Ihre Kraft und Energie abgeben. Niemand kann es Ihnen klauen. Die anderen können Einladungen aussprechen, doch das Zentrum letztendlich abzugeben ist Ihre – meist unbewusste – Entscheidung. Lernen Sie also, auf Ihr Zentrum zu achten und zentriert zu sein, anstatt sich angepasst zu verhalten. Wenn Sie zentriert sind, sind Sie in der Lage, im JETZT präsent zu sein.

2.    Lernen Sie, Ihren persönlichen, energetischen Raum zu halten
Ein weiterer entscheidender Aspekt, um ein hohes Energie-Niveau zu halten ist, dass Sie Bewusstheit über Ihren persönlichen, energetischen Raum bekommen. Während wir über Zentrieren möglicherweise noch etwas lernen, wenn wir beispielsweise Kampfsport machen, tanzen, turnen oder ähnliches, lernen wir über unseren persönlichen energetischen Raum in der Regel nichts. Somit kann es durchaus sein, dass die folgenden Erläuterungen zunächst einmal etwas befremdlich wirken.

Ihren persönlichen, energetischen Raum können Sie sich vorstellen, wie eine etwas dickere Seifenblase, die im Abstand von ca. 50cm komplett um Sie herum geht. Dieser Raum ist nicht einfach da. Auch hier sind wieder Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Absicht gefragt. Beides nutzen Sie, um diese energetische Blase - d. h. unsichtbare aber doch existente Blase - um sich herum zu deklarieren. Sie können beispielsweise als Hilfe mit 2 Fingern schnipsen und so deklarieren, dass Ihr persönlicher Raum nun besteht. Probieren Sie es einmal aus. Setzen Sie sich entspannt hin und schließen Sie für einen Moment die Augen. Spüren Sie erst einmal, wie es sich ohne eine energetische Blase anfühlt. Das ist der Modus, den Sie wahrscheinlich kennen. Nun schnipsen Sie mit den Fingern und lassen Sie mit Ihrer Absicht eine durchsichtige Blase um sich herum entstehen. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in dieser Blase. Nutzen Sie Ihre Hände, um die Blase von innen zu ertasten; vorne, hinten, an den Füßen, über dem Kopf…
Dies ist möglicherweise das erste Mal, dass Sie Ihren persönlichen Raum bewusst wahrnehmen. Nun schnipsen Sie die Blase wieder weg und spüren Sie erneut den Unterschied.

Dann schnipsen Sie die Blase wieder hin. Das ist Ihr persönlicher Raum, in dem niemand anderes etwas verloren hat, weder Ihr Partner, noch Ihr Chef, noch Ihr Hund, noch sonst wer oder sonst was. Dieser Raum enthält nur Ihre Energie. Üben Sie sich darin, diesen Raum den ganzen Tag aufrecht zu erhalten, indem Sie immer einen Teil Ihrer Aufmerksamkeit darauf gerichtet lassen. Sobald Sie Ihren persönlichen Raum halten, sind Sie geschützt vor anderen Energien bzw. Ihre Energie fließt nicht mehr einfach so aus.

Was sehr häufig passiert ist, dass Menschen ihre persönlichen energetischen Räume vermischen (z. B. wenn der eine Partner am anderen „klebt“ oder jemand, der nicht Ihr Partner ist, ständig versucht, sie zu berühren, oder unbewusst mit Ihnen zu flirten, etc.). Das führt dann zu Energieverlust.

Sobald Sie Ihren persönlichen Raum nicht mehr bewusst klar haben, verlieren Sie Energie auch dadurch, dass Sie destruktive Energien anderer Menschen ungeschützt abkriegen (das ist z. B. oft der Grund, warum sich die meisten Menschen müde fühlen, wenn Sie durch die Stadt gegangen oder in der U-Bahn gefahren sind).


3.    Achten Sie darauf, wo Ihre Aufmerksamkeit ist
Es gibt den Spruch „Da wo Deine Aufmerksamkeit hingeht, geht Deine Energie hin“. Wo ist also Ihre Aufmerksamkeit? Ist sie jetzt schon bei der langen To Do Liste für den Tag? Oder bei den Kollegen oder den Kindern? Ihre Aufmerksamkeit ist Ihre wertvollste Ressource, denn Sie ist das einzig essentielle Mittel, mit dem Sie etwas tun können. Wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit nicht bewusst gebrauchen, dann wird sie von etwas anderem Gebraucht. Denken Sie einmal an die ganzen Medienagenten, die versuchen, Ihre Aufmerksamkeit zu bekommen: Werbetafeln, Magazine, Fernsehen, Radios, Kataloge, sexy Frauen, trainierte Männer, schreiende Kinder, schnurrende Katzen….Was sie wirklich versuchen zu bekommen, ist Ihre Energie.

Lernen Sie also auf Ihre Aufmerksamkeit zu achten, indem Sie sie beispielsweise bewusst von einer Sache auf eine andere lenken, wie einen Gegenstand, ein Bild, eine Idee. Sie können Ihre Aufmerksamkeit weggeben, sie verlieren oder sie teilen, indem Sie auf mehr als eine Sacht gleichzeitig achten (wie z. B. beim Autofahren).

Aufmerksamkeit auf Ihre Aufmerksamkeit zu lenken, lässt sich noch anders ausdrücken: Seien Sie sich bewusst, über was Sie sich bewusst sind. Denken Sie darüber nach, womit Sie denken. Nehmen Sie den Wahrnehmer in sich wahr.

Wem oder was schenken Sie jeden Tag Ihre Aufmerksamkeit?


4.    Steigen Sie aus den täglichen Dramen aus und übernehmen Sie radikale Verantwortung
Worauf bei vielen Menschen sehr viel Aufmerksamkeit und Energie verwendet wird, sind die alltäglichen Dramen, bzw. das sogenannte niedere Drama. Niederes Drama ist jede Handlung, die darauf ausgerichtet ist, Verantwortung zu vermeiden. Es ist das klassische Täter-Retter-Opfer Spiel, das bei den meisten Menschen zur Tagesordnung gehört. Niederes Drama ist das beliebteste Spiel auf unserem Planeten, entzieht jedoch auch fortwährend die meiste Energie. Es geht meist darum, wer das größte Kuchenstück bekommt, den besten Job, die beste Bezahlung, den besten Partner, wer recht hat, mächtiger ist und gewinnt. Niederes Drama basiert auf dem Spiel „Ich gewinne – Du verlierst“. Wenn Sie nicht genug niederes Drama in Ihrem eigenen Leben haben, brauchen Sie nur den Fernseher anschalten oder die Zeitung aufschlagen. Es geht permanent darum, wer wem etwas angetan hat. Der mächtigste Charakter ist dabei interessanterweise das Opfer, denn es kann jede Person in Lichtgeschwindigkeit zum Täter machen (Beweise gibt es immer genug) und hält dieses Spiel am Laufen. Ohne Opfer gibt es kein niederes Drama.

Der große Nutzen liegt für das Opfer darin, dass es keine Verantwortung übernehmen muss, Mitleid und Aufmerksamkeit bekommt, nicht aktiv werden muss, jammernd in der „Ich Arme(r)“-Geschichte hängen bleiben kann und vor allem irgendwann Rache üben kann. Sie kennen niederes Drama. Die Anzeichen dafür sind beispielsweise: Rechthaben, Streit, Jammern, Beschuldigungen, andere ins Unrecht setzen, Entschuldigungen, Rechtfertigungen, Erwartungen, Positionsverhaftungen, Groll, Klatsch und Tratsch, Ausreden, sich beschweren, endlose Diskussionen, etc.

Prüfen Sie einmal kurz, wie viel Ihrer Energie in kleinen oder großen niederen Dramen jeden Tag verloren geht. Es gibt Menschen, die meinen, niederes Drama sei das Leben, denn es fühlt sich wirklich lebendig an, da eine Menge unbewusste Gefühle am Werk sind (unbewusste Wut, Traurigkeit, Angst oder auch Freude) oder alte Emotionen getriggert werden. Fakt ist, dass niederes Drama eine Sackgasse ist und zu nichts führt, außer, dass Sie älter werden und Nähe und Vertrautheit zerstören.

Um aus niederem Drama aussteigen zu können, besteht Schritt 1 darin, dass Sie sich zunächst einmal schmerzlich bewusst werden, wann, wie oft und mit wem Sie täglich niederes Drama spielen. Niederes Drama kann dabei auch in Ihnen mit verschiedenen Stimmen ablaufen (z. B. Täter: „Oh man, wie konntest Du nur so blöd sein.“, Opfer: „Ja, ich weiß, jetzt stehe ich wirklich dämlich da und die anderen halten mich für unfähig“, Retter:“Ach komm, beim nächsten Projekt hängst Du Dich wieder rein und dann wird das schon wieder.“)

Schritt 2 würde darin bestehen, radikale Verantwortung zu übernehmen, für niederes Drama und alles, was Sie in ihrem Leben vorfinden. Damit gibt es keine Schlupflöcher mehr. Wenn Sie alles erschaffen haben und kein Opfer der Umstände mehr sind, dann erhalten Sie eine Menge Energie zurück.

5.    Nutzen Sie Ihre bewusst Wutkraft
Eine letzte essentielle Komponente, um Ihr Energie-Niveau hoch zu halten, besteht darin, Zugang zu Ihrer bewussten Wutkraft zu bekommen. Die anderen Gefühle – Traurigkeit, Freude, Angst – sind sicherlich auch wichtig, doch am wichtigsten ist zunächst die Wut. Wenn Sie Ihre Energie halten wollen brauchen Sie die Wut. Entgegen der gängigen Meinung ist Wut nicht gefährlich, zerstörerisch, nicht gesellschaftsfähig, unprofessionell, unkontrolliert oder trotzig. Vielmehr ist Wut kraftvolle Energie und Information, die Ihnen dient. Sie brauchen Ihre erwachsene, verantwortliche, bewusste Wut, um beispielsweise

·         Grenzen setzen zu können,
·         Sich zu zentrieren
·         Ihren persönlichen, energetischen Raum aufrecht zu halten und zu schützen,
·         Entscheidungen zu treffen,
·         Ja zu sagen,
·         Nein/Stopp zu sagen (vor allem wenn etwas zu viel wird),
·         Klarheit zu schaffen,
·         Sich abzugrenzen,
·         Auf Ihre Aufmerksamkeit zu achten,
·         In Aktion zu treten.


Diese 5 essentiellen Komponenten, um die Energie hoch zu halten, brauchen sicherlich Übung und Aufmerksamkeit, damit sie automatisch in unseren täglichen Gebrauch übergehen. Wenn Sie beginnen damit zu experimentieren, kann es sein, dass Sie trotzdem zwischendrin wieder Energie verlieren, weil Sie möglicherweise vergessen haben, sich zu zentrieren oder Ihren persönlichen Raum zu deklarieren. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Es ist ähnlich wie beim Jonglieren. Je mehr Sie experimentieren und üben, desto mehr gehen die Fertigkeiten Ihnen in Fleisch und Blut über, bis schließlich automatisch zentriert sind, Ihren persönlichen Raum haben, Grenzen setzen, auf sich achten und im Jetzt präsent sind. Ihre Energie ist es Wert. Sind Sie es sich wert?

In diesem Sinne, herzlich energiegeladene Grüße,
Ihre Nicola Nagel


P. S. Die grundlegenden Fertigkeiten, um Ihre Energie hoch zu halten, zentriert zu sein, Ihre Gefühle in Besitz zu nehmen und kraftvoll und voller Inspiration im Leben zu stehen, können Sie übrigens in den sogenannten Expand The Box Trainings und Possibility Laboratorien erlernen und erfahren. Ein echtes Erlebnis! Mehr dazu finden Sie auf: http://www.viva-essenza.com/66/privattraining/expand-the-box-training



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Montag, 11. April 2016

NEXT CULTURE WORK: Stärke durch Verletzlichkeit



Ein Irrglaube, der sich über Jahrzehnte etabliert hat und heute in der Wirtschaf fast durchgängig noch ein gelebt wird lautet: Verletzlichkeit ist unprofessionell. Wer im Business Leben bestehen und die Karriereleiter weiter nach oben klettern möchte, braucht stattdessen einen gewissen Drall, eine Art Härte, Unverfrorenheit, Abgebrühtheit und muss - wie es gerne heutzutage genannt wird - resilient sein. Resilient bedeutet nichts anderes, als in der Lage zu sein, dem Stress und Druck im Job standzuhalten.

Es gibt unzählige Trainings, die genaue Methoden anbieten, wie Sie Stress noch besser in den Griff bekommen und aufkommende Gefühle wie Angst oder Wut in Schach halten können. Schließlich geht es im Job um Leistung, tagein tagaus. Wen wundert es da, dass sich morgens an den Eingangstüren der Firmen fast durchgängig das gleiche Spiel abspielt: Viele Mitarbeiter hängen bildlich gesprochen ihr Herz an der Eingangstür an einen Garderobenständer, setzen ihre Business Maske auf und ziehen ihren Kampfhelm an. Sie schalten regelrecht in einen anderen Modus, wechseln die Identität, was sich für viele symbolisch in der Kleidung darstellt und widmen sich voll und ganz logischen Tatsachen, Argumenten, langweiligen Meetings, Ablaufplänen und Vorgaben, um vermeintlich professionell den Tag zu bestehen. Doch professionell gegenüber wem? In der Regel gegenüber anderen Menschen, die gleichermaßen eine Business Maske tragen. Ist das nicht eine Farce?

Diese Business Maske ist nicht gut und nicht schlecht. Sie ist einfach eine wohlbekannte, meist übernommene oder individuell angepasste Schutz- bzw. Überlebens-Strategie, um im Dschungel der Fakten, Zahlen, Gewinne, Ziele, Leistungsbewertungen und begrenzten Karriereposten zu bestehen. Was jedoch dabei komplett auf der Strecke bleibt, ist die Authentizität und die Menschlichkeit. Sicherlich gibt es in vielen Firmen unter Kollegen auch herzliche Kontakte; für viele die letzte Rettung, um im Alltag überhaupt durchzuhalten in einem Job, den die wenigsten aus Leidenschaft machen. Gleichzeitig wird jedoch immer offensichtlicher, dass sich die Zeiten der kühlen, professionellen Business Maske dem Ende neigen. Die steigenden Raten für Burnout und andere psychosomatische Krankheiten sind nur ein Zeichen dafür, dass die Menschen am Anschlag sind und es höchste Zeit für einen Wandel ist. (Als Hintergrund-Information: Gemäß dem deutschen Fehlzeitenreport 2015 hat sich die Burnout-Rate zwischen 2005 und 2014 versiebenfacht. 13 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland sind nach Schätzungen von Gesundheitsexperten und Krankenkassen von Burnout betroffen. Arbeitsunfähigkeitstage wegen psychischen Erkrankungen haben im Zeitraum von 1997 bis 2012 um 260 Prozent zugenommen, während körperliche Erkrankungen und Verletzungen als Ursache von Arbeitsunfähigkeitstagen stabil geblieben sind. Bereits jeder fünfte Arbeitnehmer leidet unter gesundheitlichen Stressfolgen – von Schlafstörungen bis zum Herzinfarkt. Quelle: „Deutscher Fehlzeitenreport“ und „TK Gesundheitsreport & KKH-Allianz & WHO & Stressreport Deutschland“)

Das Modell des Menschen als funktionierende Maschine funktioniert nicht mehr. Doch was nun? Die Art des Miteinanders in Firmen könnte in Zukunft ganz anders aussehen. Eine Rückbesinnung auf Werte wie Menschlichkeit und Authentizität ist ein wesentlicher Teilaspekt dessen. Doch um dort hinzugelangen, ist es notwendig, dass mit dem eingangs erwähnten Irrglauben – Verletzlichkeit ist unprofessionell – aufgeräumt wird.

An dieser Stelle ist es sinnvoll einmal zu betrachten, was Verletzlichkeit im Job überhaupt bedeutet bzw. wie Verletzlichkeit dort belegt ist.

Verletzlichkeit – Alte Sicht
Verletzlichkeit – Neue Sicht
Ein Zeichen von Schwäche
Ein Zeichen von Stärke
Ich bin angreifbar
Authentisch
Unprofessionell
Wärme, Herzlichkeit, Miteinander
Destruktive Gefühlsausbrüche
Gefühle verantwortlich und bewusst nutzen
Ich habe mich nicht im Griff
Ich besitze meine Gefühle
Rückzug
Schafft neue Räume von Miteinander
Ich muss mich um jeden Preis schützen
Ich kann mit bewusster Wutkraft Grenzen setzen, wenn ich mich verletzlich zeige
Zu weich für den Job
Menschlich, nahbar
Empfindlichkeit
Feinspürig
Nicht belastbar
„Gesund“ belastbar (resilient in einem neuen Kontext)
Nicht entscheidungsfähig
Entscheidungsfähig
Sensibel
Klar, mitfühlend
Besser nicht aussprechen
Eröffnet eine neue Art der Kommunikation
Trennung im Team. Leute, die sich verletzlich zeigen, sind schnell Außenseiter, werden als Last gesehen.
Nachhaltige Team-Bindung
Aus dem Kontakt gehen
In aufrichtigem Kontakt sein

Wie in dieser Gegenüberstellung bereits ersichtlich ist, wird Verletzlichkeit vielfach in Verbindung mit Gefühlen gesehen, und da beginnt der Teufelskreis. Lassen Sie uns daher das Thema Gefühle kurz betrachten.

Die Haltung der modernen Gesellschaft in Bezug auf Gefühle basiert auf der Annahme, dass Gefühle nicht okay sind – grundsätzlich und erst recht nicht im Job. Wer Gefühle im Job zeigt, gilt als schwach, unprofessionell und nicht resilient. Insgesamt gibt es vier große Gefühlsterritorien, die unterschieden werden können: Wut, Traurigkeit, Angst und Freude. Es gibt noch weitere Begriffe für Gefühle, die jedoch häufig zu einem der großen Territorien gehören (z. B. gehört Nervosität  in das Territorium der Angst, während Groll in das Territorium der Wut gehört) oder aber eine Vermischung von Gefühlen darstellen.

Unter der Annahme, dass Gefühle nicht okay sind, ist es somit nicht verwunderlich, dass die meisten Menschen vermeintliche Resilienz beweisen, indem sie die Gefühle irgendwie unterdrücken, runterschlucken und betäuben. Doch anstatt tatsächlicher Resilienz, also Widerstandskraft gegen Stress, werden sie immer schwächer, landen im Burnout oder haben andere psychosomatische Krankheiten (ziehen Sie einmal in Betracht, dass diese Krankheiten eine Vermischung von unbewussten, unausgedrückten Gefühlen über einen sehr langen Zeitraum sein können). Resilienz bedeutet in unserer Gesellschaft und Business Welt, die Taubheitsschwelle (also die Schwelle bei der Sie ein Gefühl überhaupt fühlen) möglichst hoch zu halten, beispielsweise durch Essen, Fernsehen, exzessiven Sport, Internet, Social Media, Shoppen, Alkohol, Zigaretten und sonstige Drogen. Gefühle, die jedoch nur betäubt werden und keinen bewussten Ausdruck finden, schlagen sich langfristig auf die Gesundheit nieder.

Die folgende Grafik zeigt, warum es unter der oben genannten, gängigen Annahme, nicht okay ist, das jeweilige Gefühl zu fühlen:

 
Das Problem ist an dieser Stelle möglicherweise die Lösung. Wie wäre es, wenn die Lösung darin läge, eine neue Perspektive auf Gefühle einzunehmen und die Taubheitsschwelle bewusst herabzusetzen während Sie Ihre Gefühle und die darin liegende Kraft wieder bewusst und verantwortlich in Besitz nehmen? Eine neue Sichtweise in Bezug auf Gefühle basiert auf der Annahme, dass Gefühle neutrale Energie und Information sind, die Ihnen dienen, sowohl privat, als auch im Job. Sie sind wie ein inneres Navigationssystem, dass Sie zielsicher durchs Leben leitet. Wenn Sie diese neue Annahme treffen, wie könnten Ihnen die Gefühle dann als neutrale Energie und Information dienen?


Beachten Sie bei dieser neuen Landkarte, dass insbesondere die Traurigkeit Ihnen dazu dient, verletzlich zu sein, authentisch in Verbindung mit anderen Menschen zu treten und empathisch zu sein. Soll es also wieder authentisch menschlich in den Unternehmen werden, ist es unabdingbar, die Kraft der Traurigkeit wieder in Besitz zu nehmen und bewusst zu nutzen.

Die Energie und Kraft der Gefühle wieder bewusst in Besitz zu nehmen, erfordert einen geschützten Trainingsraum. Es geht dabei nicht um Katharsis, die dazu dient, die Gefühle im Wald einfach raus zu lassen, um sie loszuwerden. Bei der bewussten Inbesitznahme Ihrer Gefühle geht es vielmehr um Kathexis, d. h., die Gefühle bewusst bis zu einem Maximum von 100% im Körper zu fühlen und die körperliche Erfahrung zu machen, dass Sie größer sind als das jeweilige Gefühl. Daraus entwickelt sich eine Stärke, die Ihnen niemand nehmen kann. Sie aktivieren wieder Ihr inneres Navigationssystem und können es anschließend nutzen, indem Sie klar und bewusst die Energie und Information eines jeden Gefühls anzapfen, sobald es auftaucht und dann beispielsweise in der Firma bei Ihren Kollegen konkret für Klarheit sorgen.

Der Gedanke, die Gefühle dann auch tatsächlich im Job wieder einzubringen und zu nutzen, mag für einige beängstigend klingen. Schließlich haben viele Mitarbeiter und Kollegen möglicherweise jahrelang alles dafür getan, um die Gefühle zu deckeln und sie nicht zu äußern.

Doch ziehen Sie einmal folgendes in Betracht:
Die Erde braucht dringend Menschen, die Zugang zu eben dieser inneren Gefühlskraft haben, um mehr und mehr Menschlichkeit und Authentizität zurück ins Leben und in die Business Welt zu bringen,  eine andere Art von Arbeit ermöglichen, eine andere Art von Miteinander und eine andere Art von Umgang mit der Erde. Die Erde braucht Menschen, die wieder bewusst fühlen können.

Gefühlskalte, knallharte, auf Konkurrenz gepolte, selbstgemachte Psychopathen, die auf der Hierarchie-Karriereleiter immer weiter nach oben steigen und die Dollarzeichen oder eine bestimmte Position im Auge haben, hatten wir nun lange genug. Das ist keine Wertung. Selbstgemachte Psychopathen, sind Menschen, die ihre Gefühle abgeschaltet haben, um im patriarchischen Kontext überleben und möglichst weit nach oben zu kommen, um im herkömmlichen Sinne vermeintlich erfolgreich zu sein. Wie eingangs erwähnt, funktioniert dieses Spiel jedoch nicht mehr. Es hat Resultate produziert, die die Menschen und die Erde krank machen. Die meisten Menschen sehnen sich nach authentischem Kontakt und danach, dass sie sich so zeigen können, wie sie sind, ohne Angst haben zu müssen, dafür ausgegrenzt oder abgewertet zu werden. 

Verletzlichkeit im neuen Sinne ist eine unglaubliche Stärke, eine Ressource, die Sie nutzen können, um eine neue Bewegung und letztendlich einen neuen Kontext in dem Unternehmen, in dem Sie arbeiten, zu etablieren. Sie können beginnen einen Kontext von Authentizität, aufrichtigem Kontakt, Liebe und kreativer Kollaboration aufzubauen. Logik und Härte konnten die bisherigen Führungskräfte und zielorientierten Kollegen im Business Kontext handhaben. Das kennen sie und haben sie jahrelang praktiziert. Sie sind grandios darin, Positionen zu verfechten und durch messerscharfe Argumente oder Vorgaben, andere in Schach zu halten.

Verletzlichkeit im neuen Sinne (also inklusive der verantwortlichen Erschließung der bewussten Gefühlskraft und Nutzung der Traurigkeit) können diese Business Leute nicht handhaben. Ab sofort haben Sie also eine neue Wahl: Sie können entweder das alte Spiel weiter spielen, oder Sie können eine neue Bewegung in Ihrer Firma starten, indem Sie sich verletzlich zeigen und authentisch sind und dadurch führen. Sogenannte Edgeworker – also Personen, die bereit sind, eine neue Richtung in einer Firma einzuschlagen, egal auf welcher Ebene – sind authentisch, menschlich, nahbar und Teil des Teams. Sie teilen authentisch mit, was sie gerade wahrnehmen und vertrauen ihrer Gefühlskraft, um Klarheit im Team und in der Firma zu schaffen. Im alten Sinne wären Sie verletzlich, wenn Sie Gefühle teilen oder zum Einsatz bringen, insbesondere Traurigkeit oder Angst. Sie wären angreifbar. Sobald Sie jedoch Ihre Gefühlskraft erschließen, haben Sie – selbst wenn Sie sich authentisch und verletzlich mitteilen – die Möglichkeit, sich jederzeit durch die Nutzung Ihrer bewussten Wutkraft zu schützen, indem Sie beispielsweise klare Grenzen setzen. Das eine bedingt also das andere. Mit bewusster, verantwortlicher Wut als Ressource im Hintergrund können Sie sich jederzeit verletzlich zeigen (indem Sie bewusst die Kraft der Traurigkeit nutzen).

Wie können Sie erste Schritte in Richtung mehr Verletzlichkeit und Authentizität unternehmen?

Eine Möglichkeit besteht darin, sich in den nächsten Tagen bewusst zu machen, was sie fühlen, wenn Sie beispielsweise in Besprechungen mit Kollegen sind. Beginnen Sie, sich selbst zu beobachten. Was fühlen Sie? Wann halten Sie sich zurück, obwohl Sie einen ganz klaren Impuls verspüren, dass etwas im Team nicht stimmig ist oder eine Entscheidung getroffen wird, die Sie nicht mittragen können? Beginnen Sie dann bei kleineren Gelegenheiten zu äußern, wie Sie sich fühlen. Sich verletzlicher zu zeigen beginnt mit der klaren Kommunikation „Ich fühle mich wütend/ängstlich/traurig/froh…, weil…“ Probieren Sie dies zunächst einmal in Ihrem Team. Wenn Sie voran gehen in der Kommunikation und in der Art, wie Sie sich verletzlich zeigen, ermutigen Sie dadurch automatisch die anderen, sich auch verletzlicher zu zeigen. Sie wünschen sich ein anderes Miteinander im Arbeitsumfeld oder haben die Vision einer völlig anderen Zusammenarbeit? Warten Sie nicht darauf, dass andere beginnen. Der Job liegt auf Ihrem Tisch. Gehen Sie den ersten Schritt. Die Erde und die Menschen brauchen mutige Pioniere, die bereit sind, diesen neuen Weg in Richtung Menschlichkeit einzuschlagen und sich für eine andere Spielwelt zu entscheiden. Sie können solch ein Pionier sein. Sind Sie dabei?

Herzliche verletzliche Grüße,
Ihre Nicola Nagel

Tipp: Mehr zum Thema „New Work“ finden Sie im Buch „Edgeworker: Leadership war gestern – Es ist Zeit für die Führungs-(R)Evolution!“ von Nicola Nagel und Patrizia Servidio. Details zur Kraft der Gefühle und ihrem großartigen Nutzen finden Sie darüber hinaus im Buch „Die Kraft des bewussten Fühlens“ von Clinton Callahan.


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