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Mittwoch, 16. März 2022

7 Aspekte für emotionale Gesundheit in einer rationalen Gesellschaft

In den aktuellen Zeiten schneller Veränderung und eines transformierenden Weltgeschehens, drängt sich immer mehr die Frage auf, wie Du emotional gesund bleiben kannst in einer rationalen Gesellschaft. Bei vielen Menschen kommen zunehmend emotionale Themen an die Oberfläche und zwischenmenschliche Konflikte scheinen mehr und mehr zuzunehmen. Um durch diese wilden Zeiten einigermaßen sicher hindurch zu navigieren, ist es umso entscheidender, Dich um Deine emotionale Gesundheit zu kümmern. Um emotional gesund zu bleiben, sind 7 Aspekte entscheidend, die wir im Folgenden beleuchten werden.

 

  1. Bewusstheit über Deine aktuelle Haltung in Bezug auf Gefühle
  2. Bewusstheit über Deine Taubheitsschwelle
  3. Wechsel zu einer neuen Sichtweise auf Gefühle
  4. Lernen, bewusst zu fühlen
  5. Gefühle klar von Emotionen unterscheiden
  6. Alte Emotionen auflösen
  7. Gefühle bewusst und verantwortlich als Navigationssystem nutzen

Lass uns einmal schauen, was sich hinter jedem dieser Aspekte verbirgt.

 

1.    Bewusstheit über Deine aktuelle Haltung in Bezug auf Gefühle

Für emotionale Gesundheit ist es im ersten Schritt einmal notwendig, zu klären, welche Haltung Du in Bezug auf Gefühle hast. Die meisten Menschen tragen – durch die Erziehung und die Gesellschaft geprägt – unbewusst eine Haltung in sich, die besagt, dass Gefühle nicht okay sind. Dabei haben wir noch nicht einmal Klarheit darüber, wie viele Gefühle es überhaupt gibt. Wir schmeißen stattdessen diverse Begriffe in den Topf „Gefühle“ z. B. „Ich fühle mich ausgelaugt, verwirrt, müde, glücklich, ängstlich, genervt, erschöpft, prima, erholt, entspannt, komisch, ….“. Doch die meisten davon haben gar nichts mit Gefühlen zu tun.

Um einmal Licht ins Dunkel zu bringen: Insgesamt gibt es vier große Gefühlsterritorien, die unterschieden werden können: Wut, Traurigkeit, Angst und Freude. Es gibt noch weitere Begriffe für Gefühle, die jedoch häufig zu einem der großen Territorien gehören (z. B. gehört Nervosität in das Territorium der Angst, während Groll in das Territorium der Wut gehört) oder aber eine Vermischung von Gefühlen darstellen (z. B. ist „frustriert“ eine Mischung aus Wut und Traurigkeit und „verzweifelt“ eine Mischung aus Angst und Traurigkeit).

Doch selbst mit der Klarheit, dass es nur diese 4 Gefühle gibt, bleibt zunächst die Haltung, dass Gefühle nicht okay sind. Sie sind vielleicht zuhause im stillen Kämmerlein okay, aber definitiv nicht in der Öffentlichkeit. Wer Gefühle zeigt, gilt als schwach, unprofessionell und nicht resilient. Konkret wird Wut tituliert als irrational, zerstörerisch, unzivilisiert, gefährlich und unprofessionell. Traurigkeit ist nach gängiger Meinung schwach, emotional, zieht andere runter, ist ebenfalls unprofessionell und unangenehm; während Angst als feige, instabil, lähmend, inkompetent und nervenaufreibend dargestellt wird. Freude ist hingegen in Maßen noch in Ordnung, doch wenn Du zu viel Freude zeigst, bist Du unrealistisch, kindisch, albern, naiv und nimmst das Leben und die Arbeit nicht ernst.

Das ist die gängige Meinung über Gefühle. Kommt Dir diese bekannt vor?

 

2.    Bewusstheit über Deine Taubheitsschwelle

Nachdem Du Dir eingestanden hast, dass Du tatsächlich die unbewusste Haltung hattest, dass Gefühle nicht okay sind, geht es im nächsten Schritt darum, Dir bewusst zu machen, was dies für Konsequenzen hat. Dadurch dass Gefühle in der modernen Gesellschaft nicht okay sind, bist Du möglicherweise sehr gut darin trainiert, Gefühle wegzudrücken. Die meisten Menschen haben dadurch eine extrem hohe Taubheitsschwelle installiert. Was bedeutet das? Nun, es bedeutet, dass auf einer Skala von 0% bis 100% ein Gefühl, z. B. die Wut, sehr groß werden muss, bis Du es als solches wahrnimmst. Häufig liegt diese Taubheitsschwelle bei 80%, d. h. alles, was darunter liegt, nimmst Du nicht bewusst als Wut wahr. Es beginnt vielleicht damit, dass eins zum anderen kommt, Du Dich ein wenig komisch oder auch angespannt fühlst. Dann passieren noch ein paar Dinge in Deinem Alltag, die Anspannung steigt und irgendwann, bei 80% kommt der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Dann explodierst Du, es wird entweder laut, ein Streit bricht los oder Du verlässt wütend den Raum. Danach sagst Du Dir dann, dass dies nicht noch einmal passieren darf, sondern Du Dich das nächste Mal wieder besser im Griff haben musst. Also tust Du alles dafür, um die Taubheitsschwelle wieder hoch zu halten durch Ablenkung (z. B. Fernsehen, Social Media, viel Sport, Essen, Alkohol, Rauchen, viel Arbeiten, etc.). So passt Du weiterhin in die Gesellschaft, in der Gefühle nicht okay sind.

Wie hältst Du Deine Taubheitsschwelle hoch?

 

3.    Wechsel zu einer neuen Sichtweise auf Gefühle

Wenn Du Dir eingestehst, dass Du die alte Sichtweise auf Gefühle hast, und tatsächlich Deine Taubheitsschwelle durch Ablenkung hoch hältst, dann ist es an der Zeit, Deine Sichtweise auf Gefühle zu wechseln, denn nur so kannst Du emotional gesund werden bzw. bleiben. Während die alte Annahme darauf basierte, dass Gefühle nicht okay sind beinhaltet die neue Annahme folgendes:

 

Gefühle sind neutrale Energie und Information, die Dir dienen.

 

Gefühle sind kein Design-Fehler des Universums. Sie sind stattdessen ein glasklares Navigationssystem, dass Dich zielsicher durch Dein Leben leitet. Du brauchst beispielsweise Deine Wut, um klare Grenzen zu setzen, Entscheidungen zu treffen, klar Ja/Nein zu sagen, Ungerechtigkeit zu erkennen, in Aktion zu treten und Maßnahmen zu ergreifen und für Dich einzustehen. Traurigkeit ist eine großartige Gefühlskraft, um sich mitzuteilen, verletzlich zu zeigen, Dinge loszulassen, Mitgefühl zu entwickeln und anderen Raum zu geben. Angst dient Dir  dazu, Gefahren zu erkennen, Risiken abzuschätzen, aufmerksam und präsent zu sein, im Nichtwissen zu stehen und Neues auszuprobieren; während Du Freude nutzen kannst, um begeistert zu sein, andere zu inspirieren, zu experimentieren, Deine Visionen zu verfolgen und voranzugehen.

 

4.    Lernen, bewusst zu fühlen

Mit der neuen Sichtweise, dass Gefühle neutrale Energie und Information sind, die Dir dienen, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu emotionaler Gesundheit der, zu lernen, wieder bewusst zu fühlen. Das bedeutet, Du lernst die Gefühle wieder wahrzunehmen und klar und unvermischt auszudrücken. (Hinweis: Wenn Du damit zuhause beginnen möchtest, ist ein großartiger Übungssatz folgender: „Ich fühle mich wütend, ängstlich, traurig, froh, weil…“). Darüber hinaus ist es entscheidend, die Gefühle wieder in Besitz zu nehmen. Mit der alten Sichtweise könnte es Dir passieren, dass Du den Eindruck hast, dass Dich die Gefühle übermannen und Dich besitzen und Dich beispielsweise die Angst im Griff hat. Doch wenn Du in einem sicheren Trainingsraum erlebst, die Gefühle jeweils bis 100% Maximum zu fühlen, dann wirst Du feststellen, dass Du das Gefühl besitzt und nicht umgekehrt. Das ist der Punkt, an dem Du beginnen kannst, die Gefühle bewusst zu navigieren.

 

5.    Gefühle klar von Emotionen unterscheiden

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, Klarheit darüber zu bekommen, dass es einen Unterschied gibt zwischen Gefühlen und Emotionen. Vielleicht bist Du jetzt erstaunt, denn auch diese beiden Begriffe schmeißen wir gewöhnlich in einen Topf. Es gibt jedoch einen gravierenden Unterschied:

       Gefühle (Wut, Freude, Traurigkeit, Angst) entstehen im Hier und Jetzt. Wenn Du sie bewusst und verantwortlich nutzt, verschwinden sie danach direkt.

       Emotionen sind hingegen entweder unvollendete Gefühle aus der Vergangenheit (z. B. aus der Kindheit oder aus späteren, gravierenden Situationen, in denen es zu gefährlich war, die Gefühle auszudrücken), oder es sind übernommene Gefühle, d. h. übernommen z. B. von Eltern, Lehrern, Marken, Religion, etc.

Emotionen fühlen sich zwar genauso an wie Gefühle, dauern aber länger, in der Regel länger als 3 Minuten. Vielleicht ist es Dir z. B. schon passiert, dass Du ein Gespräch mit jemandem hattest, diese Person hat einen roten Knopf bei Dir gedrückt und Du wurdest richtig wütend. Einen Tag später warst Du möglicherweise immer noch sauer. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass die Person eine alte Emotion bei Dir getriggert hat. Das bedeutet, die Person war zwar der Auslöser, doch das, was Du gefühlt hast, hatte nichts mit ihr zu tun, sondern war viel älter. Wenn wir die Unterscheidung jedoch nicht kennen, projizieren wir sofort unsere aufwallende Emotion auf die andere Person bzw. Situation, sodass es meist zum Streit kommt. Es ist also entscheidend, zum einen zu lernen, Emotionen von Gefühlen zu unterscheiden und zum anderen die sogenannte Lücke zu machen. Das bedeutet, dass Du den Moment, in dem die Emotion aufkommt, bewusst wahrnimmst und im nächsten Schritt den Mechanismus der automatischen, emotionalen Reaktion unterbrichst.

 

6.    Alte Emotionen auflösen

Die spannende Frage ist natürlich, was machst Du, wenn jemand eine alte Emotion bei Dir triggert. Angenommen, Du hast wie im vorherigen Absatz beschrieben, die Lücke gemacht, so besteht der nächste Schritt darin, die alte Emotion aufzulösen. In einer konkreten Situation kann es daher hilfreich sein, zunächst aufzuschreiben, was der Auslöser war, welche alte Emotion (Wut, Freude, Traurigkeit Angst) damit einherging und  welche möglichen Glaubenssätze mit der alten Emotion verknüpft sind. Diese alten Emotionen und Glaubenssätze kannst Du dann in Form von bewusster Gefühlsarbeit in einem sicheren Trainingsraum wandeln, sodass Du kraftvolle, neue Entscheidungen in Deinem Körper verankerst, die Dir jetzt im Leben dienen.

 

7.    Gefühle bewusst und verantwortlich als Navigationssystem nutzen

Sobald Du die obigen Schritte durchlaufen hast, kannst Du mit der neuen Sichtweise die Gefühle bewusst und verantwortlich nutzen, indem Du z. B. die Wut nutzt, um Grenzen zu setzen oder die Angst, um wach und präsent zu sein. Allein die neue Sichtweise auf Gefühle intellektuell verstanden zu haben und die restlichen Schritte zu überspringen, nützt Dir nicht viel. Wie willst Du beispielsweise die Wut verantwortlich nutzen, wenn Du nicht unterscheiden kannst, ob es sich um ein Gefühl im Hier und Jetzt oder um eine alte Emotion handelt? Wie willst Du sie nutzen, wenn Du Deine Taubheitsschwelle aufgrund Deiner alten Überlebensstrategie noch so hoch hältst, dass Du die Wut erst spürst, wenn sie emotional 80% erreicht?

 

Auf dem Weg zu emotionaler Gesundheit gibt es leider keine Abkürzung. Doch schon mit ein wenig Praxis kannst Du riesige Schritte gehen, sodass Du dem Ziel, die Gefühle als inneres Navigationssystem zu nutzen, schnell näher kommst.

Herzliche Grüße,
Nicola Neumann-Mangoldt


 

Buch-Tipp:

Wenn Du tiefer in das Thema Gefühle einsteigen möchtest, so kann ich Dir die Bücher zweier Trainer Kollegen empfehlen:

1. „Gefühle“ von Patrizia Patz

2. „Die Kraft des bewussten Fühlens“ von Clinton Callahan

 

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Freitag, 18. Februar 2022

Deine Beziehung steht in direktem Zusammenhang mit dem Chaos auf der Erde.

Heute geht es um das unbequeme Thema, was Deine Beziehung mit dem Chaos auf der Erde zu tun hat. Es könnte in der Tat schmerzhaft sein, Dir bewusst zu werden, worin der Zusammenhang besteht.  Doch zieh einmal in Betracht, dass Deine Bewusstheit darüber einen entscheidenden Unterschied machen wird. Für Dich, für Deine Beziehung, für Dein Umfeld und für das Leben auf der Erde.

Es gibt ein indianisches Sprichwort, das sagt:  So wie Du Dich selbst und andere Menschen behandelst, so behandelst Du die Erde, denn wir sind alle eins. Genau diese Bedeutung zeigt sich auch in den weitaus bekannteren Sätzen „Wie oben, so unten.“ oder „Das Große zeigt sich im kleinen und umgekehrt.“. Alles ist mit allem verbunden. Das bedeutet, das, was auf der Erde gerade passiert, ist ein exaktes Spiegelbild dessen, wo wir Menschheit in Bezug auf unser Bewusstsein gerade stehen.

Wenn ich davon spreche, dass Deine Beziehung in direktem Zusammenhang mit dem Chaos auf der Erde steht, dann meine ich einerseits die Beziehung zu Dir selbst, die Beziehung zu Deinem Partner oder Partnerin, aber auch Deine Beziehung zur Erde. Es ist alles eins.

Lass uns noch konkreter werden: Wir sind meist geprägt von unterschiedlichen Strukturen und Einflüssen, z. B. der Kultur, der Religion, der Gesellschaft,  unserer Erziehung und unseren Erfahrungen, Meinungen und Glaubenssätzen. Daraus haben wir unsere Weltanschauung und Überlebensstrategie entwickelt, die zu unserer Komfortzone geworden ist. Lass uns einmal zwei von vielen weiteren Aspekten herauspicken, die diese Komfortzone ausmachen.

 

Aspekt der Gefühle
Lass uns zunächst den Aspekt Gefühle einmal anschauen. Wenn Du den in der Gesellschaft weit verbreiteten Glaubenssatz hast, dass Gefühle nicht okay sind, sondern unprofessionell und daher zu vermeiden, dann wirst Du in Deiner Beziehung möglicherweise Deine Wut nicht nutzen, um Grenzen zu setzen oder zu sagen, was nicht in Ordnung ist, Du wirst Dich mit Deiner Traurigkeit nicht verletzlich und nahbar zeigen und Deine Angst nicht nutzen, um wach und präsent zu sein. Möglicherweise drückt die andere Person dann auch regelmäßig einen roten Knopf bei Dir und Du reagierst emotional und projizierst diese alten Emotionen dann auf Deinen Partner oder Deine Partnerin.

Wenn wir die Unbewusstheit in Bezug auf Gefühle nun auf die globale Ebene bringen, dann spürst Du möglicherweise den Schmerz der Erde nicht. Dann lässt Du auf einem  schönen Wanderweg den Plastikmüll liegen, den jemand anderes weggeworfen hat und fühlst auch nichts, wenn Du in einen riesigen Supermarkt gehst, in dem 80% der Produkte in Plastik eingepackt sind. Dann bist Du taub dafür. Dann kaufst Du möglicherweise auch weiterhin Getränke in PET Flaschen, obwohl sie von Firmen hergestellt wurden, die die Erde ausbeuten.

Aspekt der Schattenseite

Lass uns einen weiteren Aspekt anschauen, der den Zusammenhang zwischen Deiner Beziehung und dem Chaos auf der Erde darstellt. Wenn Du keine Klarheit über Deine eigene Unterwelt oder Schattenseite hast, dann wirst Du in Deiner Beziehung mit großer Wahrscheinlichkeit Deinen Partner oder Deine Partnerin regelmäßig zum Schwein machen. Dann ist das sogenannte niedere Drama für Dich normal, d.h. Du streitest, versuchst Recht zu haben, wirfst der andere Person Vorwürfe an den Kopf und wirst immer wieder auf Deiner Position beharren. Damit sorgst Du für Trennung und Distanz.

Was bedeutet das für die globale Ebene? Nun, mit dem Krieg und Kampf, den Du in Deiner Beziehung führst, nährst Du gleichzeitig das Feld von Krieg und Trennung im sogenannten morphogenetischen Feld der Erde. Mit Deiner Energie, Deinen Gedanken, Deinen Handlungen und Nicht-Handlungen trägst Du dazu bei, was sich im Großen zeigt. Wenn Du in Deiner Beziehung weniger Streit und Krieg führst und von Deinen Positionen runter kommst, dann verringerst Du damit automatisch die Kriegsenergie auf der Erde.

Ich könnte Dir noch viele andere Beispiele nennen, die den Zusammenhang zwischen Deiner Beziehung und dem Chaos auf der Erde verdeutlichen. Wie unten so oben, Wie im Kleinen, so im Großen.

Das bedeutet, dass die Ausrede, dass Du alleine ja an der Misere nichts ändern kannst, keine Gültigkeit mehr hat. Das war die Ausrede Deiner Schattenseite. Wenn Du Dein Bewusstsein entwickelst und Deine Achtsamkeit erhöhst, erhöht sich automatisch das Bewusstsein auf der Erde.

Die entscheidende Frage ist: Bist Du bereit, Deinen Beitrag zu leisten für eine neue Kultur in der die Menschen respektvoll miteinander und mit der Erde umgehen?

 

Alles Liebe,

Nicola

 

 

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Samstag, 18. April 2020

3 Entscheidende Aspekte um Krisen leichter zu meistern


Wie gehst Du grundsätzlich mit Krisen um, beispielsweise mit der aktuellen Corona Krise? Bist Du eher entspannt, oder angespannt? Vielleicht sagst Du jetzt: „Naja, am Anfang war es erst toll, einige Tage ungeplant frei zu haben, doch das hat sich dann sehr schnell geändert.“

Insgesamt tun wir uns mit Krisen oftmals schwer, denn eine Krise reißt Dich zunächst einmal aus Deiner Komfort-Zone heraus und verändert Dein Leben schlagartig. Wie kannst Du da noch einigermaßen entspannt bleiben? Nun, zieh einmal in Betracht, dass Du bereits wesentlich leichter durch Krisen navigieren kannst, wenn Du folgende 3 Aspekte berücksichtigst:

  1. Zentriert im Hier und Jetzt bleiben
  2. Emotionen von Gefühlen unterscheiden
  3. Deine Sichtweise verändern, indem Du radikale Verantwortung übernimmst

Was hat es damit im Detail auf sich?


1. Zentriert im Hier und Jetzt bleiben
In einer Krise ist es entscheidend, dass Du in Deiner Kraft bleibst. Viele geben jedoch ihre Kraft nach außen ab, z. B. an die Umstände oder andere Personen. Manche geben ihre Kraft auch an die Vergangenheit ab, indem sie sich wünschen, es sei alles wieder so wie vorher, oder sie geben ihre Kraft an die Zukunft ab, indem sie sich unentwegt Sorgen und Gedanken machen, wie es denn wohl weitergehen soll. Auf wen oder was Du im Außen auch fokussiert bist, Du gibst damit Dein sogenanntes energetisches Zentrum, d. h. Deine persönliche Kraft und Autorität ab. Dann bist Du nicht mehr wirklich bei Dir. Wenn Du nicht zentriert bist, kann es Dir zudem passieren, dass Du in hektisches Agieren verfällst oder verkrampft im Intellekt nach Lösungen suchst.

Um in Krisenzeiten jedoch wirksam und bewegungsfähig zu sein, ist es entscheidend, dass Du im Hier und Jetzt präsent bist. Nur dann kannst Du ruhig werden und klar spüren, was z. B. als nächstes dran ist oder wann es an der Zeit ist, nichts zu tun. Wenn Du zentriert und geerdet bist, kann Dich nichts so schnell umhauen.

Wie kommst Du im Hier und Jetzt an?

Experiment Nr. 1: Bei Dir ankommen
Nun, zum einen kannst Du lernen, mit Deiner Aufmerksamkeit Dein energetisches Zentrum zu lokalisieren (viele Menschen haben es meist im Kopf, weil sie sich so viele Gedanken machen) und dann mit Deiner Absicht auf Dein physisches Zentrum zu legen (Dein physischer Balancepunkt). Einen ersten Geschmack davon kannst Du jedoch auch bekommen, wenn Du erst einmal vollständig in Deinem Körper ankommst, indem Du die Augen zu schließt und zunächst einige Male in Ruhe atmest. Dann sinke einmal tiefer in Deinen Körper hinein und finde den Ort, an dem Dein inneres Lebensfeuer brennt, Deine Essenz. Sobald Du diesen Ort gefunden hast, verweile dort ein wenig und schaue Dich um. Welche Farbe hat er? Siehst Du das Lebensfeuer oder vielleicht ein leuchtendes Juwel? Nähere Dich dem Feuer oder dem Juwel und berühre es mit den Händen. Spüre es. Das ist der Ort, an dem alles in Ordnung ist. Das ist der ruhige Ort des Seins. Der Ort, an dem Du genauso gemeint bist, wie Du bist. Bleibe noch einige Minuten dort und öffne dann wieder die Augen. Kannst Du den Unterschied spüren zu vorher?


2. Emotionen von Gefühlen unterscheiden
Was in Krisenzeiten sehr häufig passiert, ist zudem,  dass unglaublich viele Emotionen hochkommen. Wenn Du Dich mit diesen Emotionen identifizierst, kannst Du nur unverantwortlich emotional reagieren, anstatt bewusst und verantwortlich zu agieren. Deswegen ist es wichtig, dass Du Dir den Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen klar machst.

Es gibt 4 große Gefühlsgebiete: Wut, Traurigkeit, Angst und Freude. Gefühle entstehen im Hier und Jetzt. Sobald Du sie bewusst und verantwortlich nutzt (z. B. um eine Grenze zu setzen oder um Dich bewusst von etwas zu verabschieden), dann verschwinden sie sofort.

Emotionen fühlen sich genauso an wie Gefühle, dauern aber länger. Hast Du es schon einmal erlebt, dass Du mit einer Person gesprochen hast und einige Stunden oder gar Tage später immer noch wütend, traurig oder ängstlich warst? Ja, die meisten haben das schon erlebt. Wenn das jedoch der Fall ist, dann wurde eine Emotion bei Dir getriggert, die mit der Person bzw. mit der aktuellen Situation nichts zu tun hat. Einer Deiner „roten Knöpfe“ wurde sozusagen gedrückt. Was dann passiert ist, dass die Emotion mit einer gehörigen Wucht innerlich hoch schießt und Du emotional reagierst. Vielleicht fliegen sogar böse Worte und Sätze.

Es gibt unterschiedliche Arten von Emotionen:
·         Zum einen gibt es die sogenannte Kind-Emotion:
Das sind unvollendete Gefühle aus der Vergangenheit, z. B. aus der Kindheit. Möglicherweise hast Du früher einmal eine ähnliche Situation erlebt und damals war es nicht sicher für Dich, diese Gefühle auszudrücken. In einer Krise können solche Kind-Emotionen sehr schnell wieder an die Oberfläche kommen. Eine Möglichkeit, sie zu heilen besteht darin, dass Du die Gefühle von damals noch einmal bewusst ausdrückst, am besten in einem sicheren Raum und in Gegenwart einer trainierten Person, damit die Gefühle auch vollendet werden können.

·         Zum anderen gibt es die sogenannte Eltern-Emotion:
Dies sind Gefühle, die Du von anderen unbewusst übernommen hast, z. B. von Deinen Eltern, Lehrern, Institutionen, Marken, Religionen, etc.  Wenn Du beispielsweise in einer bestimmten Situation panisch reagierst, weil Deine Mutter immer panisch reagiert hat, dann ist das eine Eltern-Emotion.

·         Als dritte Emotion gibt es noch eine ganz besondere, lass sie uns die Gremlin Emotion nennen. Die Gremlin Emotion gehört zu Deinem kleinen inneren Monster, Deinem Schattenanteil, dem König oder der Königin Deiner eigenen Unterwelt. Bist Du beispielsweise morgens schon einmal aufgewacht und warst ohne jeglichen Grund wütend und auf Kampf gepolt? Das ist eine Gremlin Emotion. Der Gremlin hat einfach Lust ein niederes Drama anzuzetteln. Dazu gleich mehr.

Anzeichen für eine Emotion ist auch, wenn Du die Gefühle miteinander vermischt und Dich z. B. depressiv, verzweifelt, hilflos, melancholisch oder hysterisch fühlst. Wenn die Gefühle so vermischt sind, dann steckst Du fest und kannst nicht klar und verantwortlich agieren.

Wie kannst Du nun aufhören, emotional zu reagieren?


Experiment Nr. 2: Mache eine Lücke
Sobald Du merkst, dass ein heftiger Gefühlsschwall in Dir aufsteigt und Du sofort lospoltern möchtest, mache die Lücke. Das bedeutet, dass Du zunächst 3 Mal weiter atmest und Dir bewusst machst, dass gerade eine Emotion hoch kommt und diese nichts mit der aktuellen Situation oder Person zu tun hat. Wenn Du keine Lücke machst, ist der automatische Impuls, die alte Emotion auf die aktuelle Situation oder Person zu projizieren, was sehr häufig in Stress, Streit oder ähnliches ausartet.

Auch wenn Du Dir später erst bewusst wirst, dass Du immer noch wütend, traurig oder ängstlich bist oder alle Gefühle miteinander vermischt hast, ist es entscheidend, dass Du Dir bewusst sagst „Ah…das ist eine Emotion. Es hat nichts mit ihm/ihr bzw. der Situation zu tun“. Dann kannst Du diese zur Seite legen und Dir später anschauen oder heilen, anstatt sie in der aktuellen Situation auf die andere Person zu projizieren.


3. Deine Sichtweise verändern, indem Du radikale Verantwortung übernimmst
Wenn Du keine Bewusstheit über den Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen hast, dann identifizierst Du Dich in der mit Deinen Emotionen in dem Glauben, Du würdest etwas fühlen. Doch das einzige, was passiert ist, dass Du durch Deine emotionale Reaktion ohne Umschweife direkt im sogenannten niederen Drama landest, d. h. eine Täter-Retter-Opfer Dynamik entsteht. Dann bist Du möglicherweise das Opfer, das z. B. herum jammert, sich beschwert, andere beschuldigt und ins Unrecht setzt, mit Vorwürfen um sich schießt, Recht haben will oder verlangt, dass Deine unausgesprochenen Erwartungen erfüllt werden. Im Sumpf des niederen Dramas drehst Du Dich um Dich selbst und erzählst Dir die Geschichte, dass die Situation oder die anderen Personen unfair sind, Dir Unrecht getan haben, oder was auch immer.

Opfer der Umstände zu sein, hat einen großen Nutzen: Du musst keine Verantwortung übernehmen, musst Dich nicht verändern, bekommst Aufmerksamkeit, kannst Dir die Geschichte erzählen, dass Du der oder die moralisch Bessere bist und kannst vor allem…..irgendwann Rache üben. Dieses Spiel liebt der Gremlin, Dein Schattenanteil.

Doch wie kommst Du aus dem niederen Drama raus?

Experiment Nr. 3: Erzähle die verantwortliche Geschichte
Nun ein großes Experiment wäre, dass Du beginnst, die verantwortliche Geschichte zu erzählen. Das wird dem Schattenanteil in Dir gar nicht gefallen, weil Du damit Deine Opfer-Position aufgibst und auch die Möglichkeit, in die Täter-Rolle zu wechseln und Dich zu rächen.

Bei diesem Experiment geht es darum, dass Du Deine innere Haltung veränderst, und radikale Verantwortung übernimmst, in dem Du 2 Fragen beantwortest:

  • Wie hast Du dazu beigetragen, dass das passiert ist (also dass Du gerade diese Krise erlebst)?
  • Und welchen Nutzen hast Du davon?

Das ist keine leichte Übung. Mache sie trotzdem.

Vielleicht hast Du zu der ganzen Krise, in der Du Dich gerade befindest beigetragen, weil Du Dir ein bestimmtes Umfeld, einen Partner/eine Partnerin oder was auch immer ausgesucht hast. Vielleicht hast Du auf Deinem Recht gepocht oder hast Erwartungen im Vorfeld nicht kommuniziert. Vielleicht hast Du auch die ersten Anzeichen für Deine persönliche Krise einfach nicht ernst genommen und sie dezent ignoriert.

Möglicherweise ist ein Nutzen, dass Du in der Vergangenheit das Opfer warst, dass Du keine Verantwortung übernehmen musstest und alles beim Alten lassen konntest. Vielleicht war es bequem, Deine alte Rolle als Opfer weiterzuspielen, um nicht in Deiner vollen Kraft zu sein. Vielleicht ist ein Nutzen der Krise jetzt, Dich von alten, einengenden Glaubenssätzen zu befreien oder endlich für Dich einzustehen.

Es geht nicht darum, dass Du die Schuld für etwas übernimmst. Es geht darum, dass Du Deine Sichtweise veränderst, Deine innere Haltung. Versuche wirklich radikal verantwortlich zu sein. Spüre dann, wie sich Deine innere Haltung verändert und Dir die verantwortliche Sichtweise mehr Kraft gibt. Wenn Du Verantwortung übernimmst, kannst Du kein Opfer der Umstände mehr sein.

Wenn Du die verantwortliche Sichtweise im Hier und Jetzt zentriert einnimmst, dann kann ein völlig neues Spiel beginnen und es tun sich plötzlich ungeahnte, neue Möglichkeiten auf.

Hier noch einmal eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Krisenbewältigung:

Krisen-Bewältigung gewöhnlich
Krisen-Bewältigung einmal anders
Deine Kraft an das Außen abgeben
Zentriert bei Dir bleiben
In der Vergangenheit oder der Zukunft sein
Präsent im Hier und Jetzt sein
Im Intellekt nach Lösungen suchen
Auch Deiner Intuition vertrauen
Hauptsache agieren und irgendetwas tun
Mehr sein und Dich bewegen, wenn es dran ist.
Emotional reagieren.
Mit der Emotion identifiziert sein.
Zwischen Emotionen und Gefühlen unterscheiden. Dich nicht von Emotionen einnehmen lassen. Die Lücke machen
Im niederen Drama versinken mit Jammern, Beschuldigen, Beschweren, etc.
Die Sichtweise wechseln und radikale Verantwortung für die Krise übernehmen.
Dein Gremlin hat freien Auslauf
Du hast Deinen Gremlin an der Leine.
Feststecken, unbeweglich werden
Kreativ werden. Neue Möglichkeiten generieren.
Versuchen, zu überleben. Nichts verändern
Krise als Chance für Heilung und Wachstum nehmen
Versuchen, Dich irgendwie abzulenken
Wahrnehmen was ist, ohne Ablenkung

In diesem Sinne, ein sanftes Navigieren durch Krisenzeiten.

Herzlichst,
Nicola


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Freitag, 17. Januar 2020

4 entscheidende Schritte für einen kraftvollen Neustart

Bist Du schon einmal mit einem Heißluftballon gefahren? Ich hatte neulich die Gelegenheit dazu und es war ein großartiges Abenteuer. Um den Ballon für den Start vorzubereiten, liegt die Stoffhülle erst der Länge nach ausgerollt, platt auf der Wiese und das ganze Konstrukt von Stoffhülle und Passagier-Korb ist an einer langen Leine fixiert. Das ist der Ausgangszustand. Dann wird in die Stoffhülle mit einem Gebläse kalte Luft hineingeblasen, der Ballon verändert mehr und mehr seine Form und bläht sich auf. Zum Schluss wird heiße Luft hineingegeben. Erst dann richtet sich der Ballon mit Korb vollständig auf. Sobald das passiert, sind zwei Schritte entscheidend, um wirklich Durchstarten und Abheben zu können: es müssen in Windeseile alle Passagiere ohne zu zögern in den Korb steigen und gleichzeitig muss die Fixierleine gelöst werden.

Nimm dieses Bild einmal für Dein Leben. Hast Du Dir schon einmal vorgenommen neu durchzustarten und z. B. grundlegend in Deinem Leben etwas zu verändern, doch es ist Dir nicht gelungen? Nun, das könnte daran liegen, dass Du wichtige Schritte übersehen hast. Um neu durchstarten zu können, sind vier Schritte entscheidend:

  1. Deine Vision in Besitz nehmen
  2. Deine Passagiere bewusst an Bord bringen
  3. Deine persönlichen Fixierleinen lösen
  4. Durchstarten


1. Deine Vision in Besitz nehmen
Wenn Du neu durchstarten möchtest, hast Du meist eine Idee, eine Vision, eine Sehnsucht oder einen Traum. Zieh einmal in Betracht, dass alles, was Du Dir vorstellen kannst, bereits existiert. Das, was Du Dir vorstellen kannst und authentisch aus Dir selbst kommt, ist bereits eine von vielen Optionen in Deinem Leben, denn sonst könntest Du sie Dir nicht vorstellen. Es ist sozusagen bereits eine andere Version von Dir, auf die Du Dich bisher jedoch nicht fokussiert hast. Wichtig ist dabei der Aspekt der Authentizität. Es geht nicht darum, das Universum arrogant herauszufordern und Dir vorzustellen, dass Du der Präsident der USA bist. Frederic Dodson schreibt in seinem Buch „Paralleluniversen des Selbst“ dazu: „Finde etwas, das du sein, tun oder haben möchtest, etwas das dir erreichbar erscheint. Du musst bereit sein, dazu zu stehen. Wenn du nicht weißt, was du möchtest, definiere etwas, das du nicht mehr erfahren willst und formuliere dann das Gegenteil davon.“

Einen Fehler, den viele machen, ist der, dass sie Bilder ihrer Vision in die Zukunft projizieren. Sie stellen sich also vor, dass ihr Traum oder ihre Vision irgendwann zum Zeitpunkt X eintreten wird. Damit bist jedoch nicht in Deiner Kraft. Du lebst in der Zukunft. Der energetische Impuls, den Du dadurch aussendest, ist der, dass Deine Vision oder Dein Traum Zukunft bleiben wird. Du nimmst sie nicht wirklich in Besitz. Es geht stattdessen darum, dass Du Deine Vision in das Hier und Jetzt bringst. Wie machst Du das?

Um Deine Vision in Besitz zu nehmen, ist es notwendig, dass Du still wirst, in Dich gehst und die Augen schließt, alle Gedanken ziehen lässt und ein neutraler Beobachter wirst. Du machst Dich leer. Dann lässt Du ein Bild auftauchen, das die Version von Dir repräsentiert, die die gewünschte Realität bereits erfährt. Frederic Dodson beschreibt es so: „Es ist mehr wie ein entspanntes Empfangen von der Version, welche bereits verfügbar und in der Nähe ist. Du brauchst dafür keine Willenskraft…sondern du erkennst die Version von dir, die bereits in einem parallelen Universum existiert. Schau auf die Version von dir, für die die gewünschte Realität bereits real ist.“

Um Deine Vision bzw. die neue Version von Dir dann vollends in Besitz zu nehmen, trittst Du schließlich in den neuen Standpunkt und das Energiefeld der neuen Version von Dir ein. Du bist kein neutraler Beobachter mehr wie zuvor, sondern tauchst als diese neue Person in die Realität ein.

Dodson spezifiziert es wie folgt: „Erlebe dieses Bild nicht nur als mentales Ereignis, sondern berühre es, empfinde es mit deinem Körper, fühle es. Du tust das nicht, um die Realität später einmal zu erleben oder um die Realität in der äußeren Welt zu erfahren. Du trittst in die neue Version ein, um die Freude bereits im Hier und Jetzt zu erfahren…Verweile einige Minuten hier, bevor du den Prozess mit geschlossenen Augen beendest.“


2. Die Passagiere bei Deinem persönlichen Neustart
Sobald Du die Vision, die Du erfahren möchtest, in Besitz genommen hast, ist es wichtig im zweiten Schritt Deine Passagiere bewusst an Bord zu bringen. Vielleicht fragst Du Dich, wer bei Deinem persönlichen Durchstarten die Passagiere sind. Nun, es sind nicht die Menschen in Deinem Umfeld. Vielmehr geht es bei den Passagieren um Deine unterschiedlichen Körper.

Wenn Dir vom Verstand her (intellektueller Körper) völlig klar ist, dass Du durchstarten willst, wird es Dir vermutlich nicht gelingen, wenn Du nicht auch den physischen Körper (mit seinen Sinnen, Muskeln, Knochen), den emotionalen Körper (das emotionale Herz mit seinen Gefühlen) und den energetischen Körper (das Sein mit seiner Präsenz und Vision) an Bord holst. Du kannst logisch alles durchdacht und geplant haben, doch all das nützt Dir nichts, wenn Du nicht von der Inspiration des energetischen Körpers durchdrungen bist und Deine Gefühle ignorierst.

Wie Du oben bereits gelesen hast, ist es u. a. wichtig, die neue Version von Dir zu riechen, zu schmecken, zu spüren und Dich so zu bewegen und zu schauen, wie sich die neue Version von Dir bewegt. Deswegen ist es entscheidend, dass Du Dir des physischen Körpers bewusst bist, der all diese Sinne hat.

Dem emotionalen Körper kommt als Passagier bei einem Neustart eine ganz besondere Bedeutung zu. Neu durchzustarten bringt in der Regel mit sich, dass Du etwas Altes oder Gewohntes loslässt oder nicht mehr tust, um einen anderen Weg einzuschlagen. Es ist in dem Fall angemessen, die Traurigkeit zuzulassen und auszudrücken. Mach Dir bewusst, dass Neustart bedeutet, dass etwas Altes stirbt.

·         Was genau lässt Du los?
·         Was bleibt zurück?
·         Welcher Gewohnheit gehst Du nicht mehr nach?
·         Was streichst Du aus Deinem Leben?
·         Was stirbt?

Das können kleinere und auch größere Dinge sein. Wenn Du beispielsweise jahrelang einen Job gemacht hast und Du nun neu durchstarten und einen anderen Job annehmen willst, dann ist es hilfreich, Dir die Zeit zu nehmen, die Traurigkeit zu spüren und Dich von dem alten Job und den Kollegen auch innerlich bewusst zu verabschieden. Die meisten gehen darüber hinweg, denn in der Gesellschaft wird Traurigkeit meist als schwach, unprofessionell oder schlecht angesehen. Doch selbst, wenn Du den Job zum Schluss nicht mehr gerne gemacht hast, so geht trotzdem etwas zu Ende. Die Traurigkeit ist die Gefühlskraft, die Dir hilft, nach innen zu schauen, Dinge gehen zu lassen, zu heilen und Platz zu schaffen für etwas Neues. Wenn Du sie nicht bewusst zulässt, dann kann es passieren, dass Du stecken bleibst, weil Du unbewusst das Alte noch nicht losgelassen hast. Du musst deswegen nicht stundenlang weinen (obwohl das auch angemessen sein kann). Es geht um die Bewusstheit.

Vor einem Neustart ist es auch angemessen, Angst zu haben. Du brauchst die Angst, um Neuland zu betreten, um im Nichtwissen stehen zu können, um kreativ  und mutig zu sein. Sie lässt Dich wach und präsent sein. Wenn Du rational versuchst, Dir die Angst auszureden, beraubst Du Dich einer Antriebskraft, die für das Durchstarten notwendig ist.

Auch Wut und Freude sind beim Durchstarten notwendig. Wut brauchst Du, um Klarheit zu schaffen (das will ich und das will ich nicht mehr), Grenzen zu setzen und in Aktion zu treten. Und die Freude wird sich automatisch einstellen, wenn Du bereits die neue Version von Dir in Besitz nimmst. Die Freude brauchst Du, um begeistert bei Deiner Vision zu bleiben und Neues auszuprobieren.

Wenn Du Dir aller vier Körper bewusst bist und sie als Passagiere an Bord hast, dann kannst Du Deine neue Vision SEIN.


3. Deine persönlichen Fixierleinen lösen
Ein Heißluftballon kann wie gesagt nicht durchstarten, wenn die Passagiere zwar an Bord sind, aber die Fixierleine nicht gelöst ist. Was sind also Deine persönlichen Fixierleinen? Die persönlichen Fixierleinen sind meist Annahmen, Glaubenssätze und Meinungen, die Du hast. Es kann sein, dass Du versteckte konkurrierende Verpflichtungen hast, die Dich unbewusst davon abhalten, Deine Vision bzw. die neue Version von Dir zu leben. Um diese Fixierleinen zu lösen, nimm Dir einmal in Ruhe Zeit und beantworte nach und nach auf einem Blatt Papier folgende Fragen:

(1)  Was hast Du bisher nicht realisieren können, obwohl Du es Dir wirklich wünscht? Was ist sozusagen Dein bisheriger Misserfolg?
(2)  Was sind Deine Ängste, falls Du erfolgreich wärest? Was befürchtest Du, könnte passieren?
(3)  Auf welchen Annahmen basieren diese Ängste?

Nimm Dir für diese ersten 3 Schritte in Ruhe Zeit. Reflektiere. Sei radikal ehrlich. Dieses Experiment kann Dein Leben verändern. Wenn Du alle Ängste und Annahmen aufgeschrieben hast, gehe die Annahmen noch einmal durch und beantworte folgende Frage:

(4)  Sind diese Annahmen aus heutiger Sicht immer noch wahr oder falsch? (markiere jede Annahme entsprechend mit W oder F):
(5)  In Bezug auf welche mit F markierte Annahme würdest Du gerne eine neue Annahme treffen? Wie lautet sie?

Du wirst bei diesem Experiment feststellen, dass Deine Ängste auf alten Annahmen und Geschichten basieren, die Dich bisher an dem Platz und in den vermeintlichen Umständen festhielten, wo Du derzeit steckst. Um neu durchstarten zu können, ist es deswegen hilfreich, neue Annahmen zu treffen. Entscheidend ist dabei, noch ein weiterer Schritt:

(6)  Schaffe Dir in Deinem Alltag kleine Experimente, die Deine neue Annahme untermauern.
Vielleicht fragst Du Dich jetzt, was Du mit den Annahmen machst, die Du nach wie vor für wahr hältst. Nun, Du kannst sie vorerst behalten. Mache Dir jedoch bewusst, dass sie nach wie vor eine kleine Fixierleine darstellen, die Dich möglicherweise nicht vollends abheben lässt.


4. Neu durchstarten
Wenn Du die Schritte 1 bis 3 durchlaufen hast, also Deine Vision in Besitz genommen hast, Deine vier Körper Passagiere bewusst an Bord geholt hast und Deine Fixierleine in Form von Annahmen gelöst hast, dann bleibt nur noch eins:

Starte durch und begib Dich ins Unbekannte!

Es braucht Mut, das zu tun. Du wirst mit großer Wahrscheinlichkeit Angst spüren (denn Du hast Deinen emotionalen Körper als Passagier an Bord). Es ist absolut angemessen, diese Angst zu spüren, denn Du weißt nicht genau, wie das Neue sein wird. Du hast vielleicht eine grobe Idee, doch letztendlich kannst Du nie genau wissen, wie es wird. Das ist Leben!

Habe ich Angst, wenn ich im Leben durchstarte? Ja! Hatte ich Angst, als der Ballon neulich abgehoben ist? Ja! Auf einer Skala von 0 bis 100% habe ich vielleicht 25% Angst gefühlt. In dem Moment, als ich im Korb stand und dieser anfing, sich zu bewegen, war mir klar, dass ich mich in völlig unbekanntes Gebiet begebe und der Ballon nicht steuerbar ist. Du weißt vorher nie, wo Du rauskommst. Im nächsten Moment ging es dann auch schon rasant nach oben bis wir unsere Reisehöhe erreicht hatten. Ein echtes Durchstarten eben!

Also, starte durch und lass Dich vom Wind dahin wehen, wo Deine Inspiration liegt. Versuche es nicht zu kontrollieren, denn meist wartet noch etwas viel besseres auf Dich, als das Bild, das Du von Deiner neuen Version hattest.

Herzliche Grüße,
Nicola




Inspiration, die bewegt!
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