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Montag, 16. Februar 2015

NEW WORK: Mitarbeitermotivation - Die unterschiedliche Wirkung von Regeln versus Unterscheidungen




Ein Thema, das in Unternehmen immer wieder auftaucht, ist die Motivation von Mitarbeitern und die Frage, wie die Motivation aufrecht erhalten bzw. gesteigert werden kann. Eine wesentlich gefährlichere Frage ist jedoch, was Motivation und Leistungs-bereitschaft von Mitarbeitern gefährdet bzw. zerstört. Die Faktoren sind sicherlich vielfältig. Ein entscheidender Faktor sind jedoch Regeln und ganze Regelwerke.  

In vielen Unternehmen ist es Gang und Gäbe, Regeln aufzusetzen, um einen vermeintlich reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Es wird versucht, durch Regeln eine gewisse Struktur aufzubauen. Tatsächlich sind Regeln jedoch einer der Hauptfaktoren, der die Motivation von Mitarbeitern beeinträchtigt, denn Regeln versuchen, ein bestimmtes Verhalten oder eine Verhaltensänderungen zu erzwingen. Dabei werden Regeln meist durch die Geschäftsführung selbst oder aber Personen höherer Hierarchiestufen festgesetzt. Entsprechend der Hierarchiestufe wird der aufoktroyierten Regel dann Gewicht beigemessen. Lautet die Antwort auf die Frage „Wer hat die Regel denn jetzt erfunden“ klipp und klar „Der Chef“, so ist recht schnell Schweigen im Walde. Regeln funktionieren meist über hierarchischen Druck, was nichts anderes ist, als Manipulation der Mitarbeiter durch das Erzeugen subtiler Angst. Sobald Regeln „von oben“ vorgegeben werden, verfallen zahlreiche Mitarbeiter entweder in eine Art „Kaninchen-Schockstarre“ und befolgen mechanisch die Regeln aus Angst, sonst in eine Konfliktsituation zu geraten. Oder aber sie geben komplett ihre eigene Autorität und Kraft an den/die Vorgesetzten ab und entwickeln eine Art Gleichgültigkeit getreu dem Motto „Da kann man ja eh nichts machen. Also machen wir den Mist jetzt halt.“ Dieser Art Gleichgültigkeit liegt unbewusste Wut zugrunde, welche sich über die Zeit hinweg in beständigen Groll verwandelt. Was beide Fälle gemein haben, ist die Tatsache, dass sich die Mitarbeiter komplett angepasst verhalten.

Regeln erzeugen oftmals Widerstand und killen damit Motivation. Regeln sind starr und unflexibel. Sie lassen keinerlei Abweichungen zu. Sie haben stattdessen eine ähnliche Energie wie Gesetze, die unumstößlich sind und holen die Mitarbeiter nicht ab. Das liegt vor allem daran, dass Regeln ausschließlich den Intellekt adressieren. Logische (oder auch nicht logische) Worte werden zu einer Regel geformt, die es zu befolgen gilt. Entweder die Mitarbeiter verstehen die Regel intellektuell oder nicht. Versteht eine Person eine Regel nicht, ist eine gängige Aussage „Müssen Sie auch nicht. Halten Sie sich einfach dran.“

Regeln geben vor, wie etwas zu sein hat oder sich Mitarbeiter zu verhalten haben. Hinter der vorgehaltenen Hand erfolgt der Zusatz „Stellen Sie die Regeln bloß nicht in Frage.“
Wer Regeln bestimmen kann, hat also Macht. Fakt ist, das Regeln alles andere als förderlich für die Motivation von Mitarbeitern sind. Doch welche andere Möglichkeit gäbe es, Mitarbeiter zu bewegen, ein bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen?

Eine Möglichkeit ist, den Mitarbeitern stattdessen Unterscheidungen zu geben. Eine Unterscheidung teilt eine Masse von Dingen in verschiedene Kategorien. Was bedeutet das konkret. Wenn Sie beispielsweise „Geräusche“ als Masse nehmen, dann machen Sie an einem bestimmten Punkt die Erfahrung, dass es unterschiedliche Geräusche gibt, nämlich beispielsweise Autolärm, Stimmen, Naturgeräusche, Musik, etc. Damit haben Sie eine Unterscheidung. Nehmen Sie als nächstes die Kategorie der Musik, so erleben Sie weiter, dass es Rock, Pop, Klassik, etc. gibt. Bei der Klassik stellen Sie im weiteren Verlauf möglicherweise fest, dass es Klaviermusik, Violinenmusik, Musicals, Opern, Operetten, etc. gibt. Gehen Sie weiter, so hören Sie eines Tages, dass es bei der Klaviermusik Unterschiede zwischen Mozart, Beethoven, Schubert und weiteren Komponisten gibt und so weiter. Durch mehr und mehr Unterscheidungen können Sie also immer feiner Details wahrnehmen.

Im Gegensatz zu Regeln, sind Unterscheidungen erfahrbar. Das bedeutet, sie adressieren nicht nur den Intellekt, sondern landen vollständig in Ihrem Körper, sodass Sie anschließend einen neuen inneren Referenzpunkt haben. Ein entscheidender Unterschied ist darüber hinaus, dass Unterscheidungen sogenannte Matrix aufbauen. Matrix ist die energetische Struktur, an dem Bewusstsein wachsen kann. Das Beispiel von Kletterrosen bietet hier einen passenden Vergleich. Hätten die Rosen kein Gitter, an dem sie hochwachsen könnten, würden diese lediglich ärmlich am Boden herumkriechen. Durch das Gitter können Sie jedoch in ihrer vollen Kraft und Blüte erstrahlen. Unterscheidungen sorgen dafür, dass solch ein energetisches Gitter – Matrix genannt - in einem Menschen aufgebaut wird und die Person mehr und mehr Bewusstsein halten kann. Steigt das Bewusstsein, wird automatisch anderes Verhalten möglich. Die Verhaltensänderung entsteht in diesem Fall  aus eigenem, inneren Antrieb und der Erfahrung, dass etwas anderes besser funktioniert als das Gewöhnliche.

Hier ein Beispiel:
Angenommen in einer Firma sei aufgefallen, dass einige Mitarbeiter in der Produktion wiederholt während der Arbeitszeit mit dem Handy privat telefonieren und die Geschäftsführung dies unterbinden möchte. Aus der Hierarchie heraus wäre es ein leichtes, die Regel zu erlassen, dass ab sofort Handyverbot während der Arbeitszeit herrscht. Bei Missachtung ist mit personalrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Knall-bumm. Fertig. Keine Diskussion. Nur was macht das mit den Mitarbeitern? Vor allem mit jenen, die bisher nur in dringenden Fällen privat telefoniert haben, beispielsweise bei privaten Krankheitsfällen oder ähnlichem. Es erzeugt Widerstand auf allen Ebenen. Diejenigen, die bisher kaum telefoniert haben, bauen Groll gegen jene auf, denen die neue Regel zu verdanken ist und die vermeintlich „Schuldigen“ bauen Widerstand auf, weil sie sich in ihrer Freiheit beschnitten fühlen. Die Folge ist also Groll im Team, Groll gegen die Geschäftsführung und eine Motivation auf Tauchkurs. Das Resultat wird zudem sein, dass diejenigen, die privat telefonieren wollen, andere Möglichkeiten finden werden dies zu tun, sei es heimlich auf der Toilette, versteckt hinter einer Maschine oder wo auch immer.

Wenn Sie das Thema hingegen mit einer Unterscheidung für die Mitarbeiter angehen, halten Sie die Türen für Teamwork und Motivation offen. Im konkreten Fall sah die Unterscheidung in einem mittelständischen Unternehmen für die Mitarbeiter wie folgt aus:

Das gesamte Team wurde zusammengerufen und die für die Produktion wichtigen sogenannten hellen Prinzipien der Fertigung wurden gemeinsam bestimmt. Die 3 Säulen waren Teamwork, Qualitätsbewusstsein und Disziplin. Das gesamte Team war sich diesbezüglich einig. Der zweite Schritt bestand darin zu fragen, ob jeder einzelne sich mit diesen Prinzipien identifizieren kann und bereit ist, für diese Prinzipien einzustehen. Für alle im Team war dies selbstverständlich und sie wollten gerne dafür einstehen. Schließlich war das ihr Job. Um diese Verpflichtung abzusichern, wurde anschließend die Gegenfrage gestellt: „Möchte sich irgendjemand diesen Prinzipien nicht verpflichten?“, die von jedem einzelnen mit nein beantwortet wurde (erst durch Klärung dieser Gegenfrage haben Sie ein glasklare Verpflichtung). Im dritten Schritt kam die Verlinkung zum ursprünglichen Problem der privaten Handynutzung. Die Unterscheidung lautete: „Dies sind die hellen Prinzipien der Fertigung, denen sich soeben jeder verpflichtet hat. Eine übermäßige private Handynutzung steht sowohl dem Prinzip Teamwork als auch den Prinzipien Qualitätsbewusstsein und Disziplin entgegen und untergräbt diese und damit das gesamte Team massiv. Wie wollen Sie das miteinander vereinbaren?“ Stille im Raum. „Wie würde es sich anfühlen, das Team zu untergraben und nicht voll zu unterstützen? Würden Sie wollen, dass jemand gegen Sie arbeitet?“ Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Es war spürbar, wie diese Unterscheidung in jedem einzelnen landete. Die Unterscheidung und Verknüpfung mit den Prinzipien der Fertigung gab den Mitarbeitern neue Klarheit und Kraft. Sie vereinbarten den sogenannten Handy-Deal: Sobald ein Kollege verantwortungslos handeln will und auffällt, dass er übermäßig privat telefoniert, reagiert das Team in Echtzeit. Dabei kann ein einzelner oder das gesamte Team denjenigen darauf hinweisen, dass er sich auf die 3 hellen Prinzipien verpflichtet hat. Sollte der nachlässige Kollege diesen Prinzipien doch nicht dienen und damit das Team nicht entsprechend unterstützen wollen, würde er selbst feststellen, dass er am falschen Platz ist.

Bei der Unterscheidung im obigen Fall geht es also nicht um die eigentliche Handy-nutzung, sonder darum, dass sich der Mitarbeiter bestimmten Prinzipien verpflichtet hat, die in der Fertigung ein bestimmten Kontext erzeugen, der wiederum eine intensive private Handynutzung ausschließt. Bei den Mitarbeitern kam dieses Vorgehen großartig an. Die meisten hatten im Vorfeld befürchtet, dass „jetzt schon wieder jemand vom Management so eine Regel kommt“ und waren mit entsprechendem Motivationsdefizit und innerem Widerstand zum Meeting erschienen. Umso überraschter waren sie, dass sie weder als Team noch einzelne Personen angegangen und gemaßregelt wurden. Es war Miteinander, Teamwork und Kreativität im Raum. Die Mitarbeiter wurden durch das gemeinsame Erarbeiten zum einen „abgeholt“ und sie machten gleichzeitig die Erfahrung von Teamwork. Das Thema der privaten Handynutzung ist seitdem nicht wieder aufgetaucht, da die Mitarbeiter durch die Unterscheidung ein neues Bewusstsein für ihre Abteilung und ihre Arbeit entwickelt haben.

Unterscheidungen sind dabei weder Regeln, noch Glaubenssätze. Sie sind erfahrbar, schärfen die Wahrnehmung und ermächtigen die Person, die die jeweilige Unterscheidung erhält und geben ihr neue Möglichkeiten.

Hier noch ein anderes Beispiel:
Angenommen, ein Kollege hat die Angewohnheit, grundsätzlich zu spät zum Meeting zu kommen und dann die Tür offen zu lassen. Was nun? Eine Möglichkeit wäre, zu dem Kollegen zu gehen und ihm eine Regel an den Kopf zu schmeißen: „Die Tür des Besprechungsraumes soll geschlossen werden.“ Oder noch vorwurfsvoller: „Mann, wir haben dir schon zig mal gesagt, dass Du die Tür schließen sollst“. Mit dieser Regel herrscht sofort dicke Luft, Trennung (wir gehen ihn), der Kollege geht möglicherweise in Widerstand und ein Teil in ihm nimmt das Gesagte alles andere als erst. Also wird er weiterhin schon aus Protest, dass jemand versucht, ihn zu maßregeln, die Tür weiter offen lassen. Dies wäre eine klassische Trotz-Reaktion, die bei Regeln oft passiert.

Die Alternative könnte wie folgt aussehen: Angenommen Sie sind eine der Personen, die sich an der offenen Tür stört, dann könnten Sie z. B. nach dem Meeting  zu dem Kollegen gehen und sagen: „Mir ist etwas aufgefallen und ich hätte eine Unterscheidung, die ich gerne mit Dir teilen möchte. Hast Du kurz Zeit?“ Wenn er ja sagt, bleiben Sie mit ihm im Meetingraum und schließen die Tür hinter sich. Bitten Sie ihn, sich auf einen Stuhl zu setzen, sodass er die Tür sehen kann und setzen Sie sich ihm gegenüber. Beginnen Sie einfach von Ihrer Erfahrung im Meeting zu erzählen (sprechen Sie von sich und vermeiden Sie Du-Botschaften): „Mir ist heute aufgefallen, welchen Einfluss kleine Veränderungen im Raum auf eine Besprechung haben können. Vorhin stand beispielsweise die Tür offen. Kurz darauf habe ich wahrgenommen, dass das Team kurzzeitig unruhig wurde, weil der gesamte Raum durch diese Veränderung unsicher wurde. Als jemand die Tür wieder geschlossen hat, hat sich die Unruhe wieder gelegt. Ist dir das aufgefallen?“ Er wird vermutlich nein sagen, denn es handelt sich in der Regel um eine unbewusste Gremlin-Handlung (der Gremlin ist der König Ihrer eigenen Unterwelt, der es liebt, unverantwortlich zu agieren und zu sabotieren). Sagen Sie, dass Sie ihn gerne zu einem kurzen Experiment einladen wollen. „Ich würde diese Wahrnehmung gerne noch einmal kurz gemeinsam mit Dir erforschen. Lass uns einmal annehmen, wir zwei hätten jetzt eine sehr wichtige Besprechung. Wie fühlt sich der Raum im Augenblick für Dich an? Fühlt es sich in diesem Raum sicher an, eine wichtige Besprechung zu halten?“ Er wird vermutlich ja sagen. Erzählen Sie auch, wie sich der Raum für sich anfühlt. Dann gehen Sie zur Tür, machen Sie einen großen Spalt auf und setzen sich wieder ihm gegenüber hin. Fragen Sie ihn, wie es sich jetzt anfühlt und was er wahrnimmt. In den meisten Fällen wird die andere Person den subtilen Unterschied wahrnehmen und zwar nicht nur intellektuell, dass die Tür nun offen ist, sondern sie wird eine körperliche und/oder energetische Erfahrung machen, dass der Raum durch die offene Tür unsicherer wird. Teilen Sie auch hier wieder Ihren eigenen Eindruck mit. Danach beenden Sie das Experiment, indem Sie ihm sagen: „Cool, danke, dass Du mit mir experimentiert hast. Danke für Deine Zeit.“ Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er in Zukunft die Tür schließt, da er selbst körperlich die Erfahrung gemacht hat, was eine offene Tür bewirkt.

Dies sollen einfach nur zwei Beispiele für Unterscheidungen sein. Das bedeute nicht, dass es genau so ablaufen muss. Wie so oft im Leben ist es eine Frage des Timings und der Wortwahl, wann und wie Unterscheidungen angemessen sind. Eines steht jedoch fest: Unterscheidungen schließen ein, verbinden, sorgen für Klarheit, bauen Matrix auf und erhöhen die Motivation, achtsamer zu sein.

Im Folgenden finden Sie nochmals eine Gegenüberstellung der wesentlichen Unterschiede zwischen Regeln und Unterscheidungen.

Eigenschaften von Regeln
Eigenschaften von Unterscheidungen
Adressieren nur den Intellekt
Landen vollständig im Körper
Sind nicht erfahrbar. Erzeugen keinen neuen, inneren Referenzpunkt
Sind erfahrbar. Generieren einen neuen, inneren Referenzpunkt
Bauen keine Matrix auf
Bauen Matrix auf
Sind starr / unflexibel
Sind umfassend
Versuchen, Verhaltensänderung zu erzwingen
Erzeugen Verhaltensänderung aus eigenem Antrieb
Erzeugen Widerstand und/oder Trotz
Erzeugen Klarheit
Basieren auf hierarchischem Druck bzw. werden „von oben“ festgelegt.  Implizieren u. U. personalrechtliche Konsequenzen
Sind nicht an Hierarchie gebunden. Funktionieren ohne Druck
Sind Motivationskiller
Fördern Motivation
Trennen / schließen aus / machen kurzen Prozess
Verbinden / Schließen ein
Holen die Mitarbeiter nicht ab
Holen die Mitarbeiter ab
Manipulieren Mitarbeiter mit subtiler Angst
Implizieren keinerlei Manipulation
Produzieren angepasstes Verhalten
Unterstützen und ermächtigen Menschen
Führen zu Positionsverhaftung / Basieren auf „Rechthaben“
Führen zu Miteinander / Fördern Teamwork
Produzieren „schlafende, folgende Schafe“
Schärfen die Wahrnehmung. Die Mitarbeiter nehmen immer feinere Details wahr.

Es ist nicht unbedingt einfach, von den gewohnten Regeln hin zu Unterscheidungen zu wechseln. Dazu gehört Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und die Bereitschaft, gewohnte Denkmuster zu durchbrechen. Der Unterschied zeigt sich jedoch letztendlich in der Akzeptanz und der Zufriedenheit der Mitarbeiter. Und dafür lohnt es sich, zu gehen. 

                                                                                                                (Autorin: Nicola Nagel)


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Sonntag, 17. März 2013

Welche Geschichte erzählen Sie? - Über die Kraft des Wählens.



Heute möchte ich direkt mit der Tür ins Haus fallen und Ihnen eine Frage stellen. Sie lautet: „Welche Geschichte wählen Sie im Leben?“ Wählen ist eine mächtige Kraft, die oft unterschätzt wird und derer sich viele Menschen nicht bewusst sind. Dabei können Sie in jedem Moment wählen, wie Ihr Leben verläuft, JETZT…und JETZT…und JETZT. Sie haben in der Hand, welche Geschichte Sie in jedem Moment über die verschiedenen Begebenheiten und Menschen in Ihrem Leben erzählen. Damit bestimmen Sie, welche Energie Sie aussenden und damit auch auf Sie zurück kommt und sich in Ihrem Leben manifestiert.

Lassen Sie mich dazu eine Anekdote erzählen:
Neulich gab ich mit einer Kollegin gemeinsam ein 3-tägiges Training in einem Seminarhaus in der Schweiz. Am zweiten Abend, nach einer intensiven Übung, bei der es genau um die Frage ging, welche Geschichte die Teilnehmer im Leben wählen, erzählten wir die Geschichte von dem Piloten, der die Passagiere nie sieht und nur durch das Mikro die Ansage macht „Lehnen Sie sich zurück, entspannen Sie sich und genießen Sie den Flug.“ Und er weiß nur um die Black Box. Wussten Sie, dass in 90% der Fälle die letzten Worte auf einer Black Box „Oh Shit!“ sind? Nun denn, das ist besonders übel für Piloten, die aus einem Kulturkreis kommen, der sagt, dass Sie im nächsten Leben das werden, was Sie zuletzt gesagt haben. Wie dem auch sei, nach dieser Übung und der Pilotengeschichte gingen wir in unser Zimmer. Auf dem Weg dorthin kam uns eine Frau entgegen und sagte „Die Toilette im Gang ist verstopft, die kann man nicht benutzen.“ Das hat uns im ersten Moment zunächst nicht interessiert, da wir ein Zimmer mit eigenem Bad und WC hatten. Wir betraten das Zimmer und mir wurde in dem Moment bewusst, dass unser Bad an das WC auf dem Gang grenzt. Also ging ich ins Badezimmer, um zu prüfen, ob unsere Toilette irgendwelche Anzeichen von Verstopfung aufwies. Das war nicht der Fall, doch der Geruch im Bad löste trotzdem eine gewisse Übelkeit in mir aus. Als ich mich zur Duschkabine umdrehte, war klar warum. Und jetzt entschuldigen Sie bitte die rüde Ausdrucksweise, aber die Scheiße aus der verstopften Toilette im Gang war bei uns durch den Abfluss in der Duschwanne gelandet. Das sah recht ekelhaft aus. Was dann folgte, war sehr interessant und fast Comedy-reif.

Meine Kollegin und ich hatten die Wahl, welche Geschichte wir in dem Moment erzählen. Variante 1 wäre gewesen, wir beide in die schlechte Laune gekippt wären und ein niederes Drama inszeniert hätten. Das hätte ungefähr so klingen können: „So ein Mist. Das ist ja absolut ekelhaft. Wir werden uns beschweren. Das ist ja eine Zumutung. Wo sind wir denn hier gelandet. Wir verlangen sofort ein anderes Zimmer. Das geht ja gar nicht….etc.“ Wir hätten wirklich die ganze Litanei an Drama abziehen können. Wir hätten die Opfer der Umstände sein können, die armen Frauen, die jetzt diesen Gestank aushalten mussten.
Wir hätten die Seminarhausleitung angreifen und beschuldigen können, das dies ja absolut unmögliche Zustände seien. Es wäre ein leichtes gewesen, diese Situation zum Anlass zu nehmen, „aufzudrehen“, Beschimpfungen und Beschwerden loszuwerden, Recht zu haben, andere ins Unrecht zu setzen, etc. Wir hätten eine hieb- und stichfeste Täter-Opfer-Geschichte erzählen können in der Hoffnung, dass uns letztendlich ein Hausmeister rettet und die Misere in Ordnung bringt.

Wir wählten jedoch beide unabhängig voneinander einen anderen Modus, nämlich den verantwortlichen Modus, der Humor erlaubte. Das sah dann so aus: Vor der ekeligen Duschkabine erinnerte ich mich an die zuvor im Trainingsraum erzählte Piloten-Pointe und sagte zu dem braunen Desaster in der Dusche „Lehnen Sie sich zurück, entspannen Sie sich und genießen Sie den Flug.“ Als nächstes traten meine Kollegin und ich direkt in Aktion. Wir gingen aus dem Zimmer und suchten etwas, um den Abfluss in Gang zu bringen. In einer Abstellkammer auf dem Flur fanden wir zwei Gummi-Pömpel. Meine Kollegin ging also in unsere Dusche, ich in die Toilette auf dem Gang und gleichzeitig legten wir mit diesen Dingern los. Das war ein Bild für Götter und wir lachten uns kaputt. Resultat: Wir hatten noch mehr braune Brühe in der Dusche als vorher, was unser Gelächter noch verstärkte. Auch das gefundene Rohrfrei-Granulat half nicht. Es gelang uns, zwischendrin eine Dame vom Seminarhaus per Handy zu erreichen und Bescheid zu geben, dass die Rohrleitungen verstopft waren. Das löste jedoch unser Problem nicht. Es war nach  Mitternacht und es war klar, dass unser Bad so schnell nicht wieder begehbar war, geschweige denn noch ein anderes Zimmer frei war. Was nun?

Wir verschlossen die Duschkabine, räumten unsere Sachen aus dem Bad und schlossen die kleine Glas-Schiebtür. Als nächstes überlegten wir, wie wir dem Geruch im Zimmer Herr werden konnten. 1. Schritt: lüften. 2. Schritt: wir bauen aus zwei Schälchen eine Duftlampe. Auf der Suche nach Streichhölzern, fand meine Kollegin dann im Flur doch tatsächlich auf einem Fenstersims eine echte Duftlampe. Duftöl fand sich ein paar Meter weiter und Streichhölzer auch. Also tränkten wir das Zimmer mit Lemon-Gras Duft, was ziemlich gut funktionierte. So konnten wir zumindest schlafen. Und was soll ich sagen, wir haben bei dieser Aktion und der Suche nach Möglichkeiten 1,5 Stunden Tränen gelacht und hatten einen Heiden-Spaß.

Und die Moral von der Geschichte? Die Moral ist, dass Sie immer die Wahl haben, welche Geschichte Sie erzählen und dass Sie damit Ihr Leben massiv beeinflussen. Sie können für jede Geschichte, die Sie wählen, Beweise finden. Lassen Sie uns dazu einmal ein Experiment machen.


Experiment 1: Welche Geschichte erzählen Sie?
Schauen Sie einmal bewusst auf Ihr Leben. Welche Geschichte erzählen Sie über verschiedene Menschen und Situationen gerade? Welche Geschichte erzählen Sie über den Nachbarn, der schon wieder lauthals singt und Ihre Nachtruhe stört? Welche Geschichte erzählen Sie über Ihren Partner, der gerade mal wieder den Toiletten-Deckel nicht geschlossen hat oder seine Socken auf dem Boden liegen lässt? Welche Interpretation lassen Sie sich gerade über die Person einfallen, die vor Ihnen ohne zu blinken mit dem Auto aus der Parklücke auf die Straße fährt? Und wie ist es mit dem jähzornigen Chef, der Ihnen immer mehr Arbeit auf den Tisch legt? Welche Geschichte erzählen Sie?

Wählen Sie einmal bewusst 3 Situationen aus, von denen Sie sagen würden,  jemand anderes muss sich ändern, damit es Ihnen besser geht. Oder die Umstände müssten sich ändern, damit es Ihnen besser geht, Ihnen der Job wieder Spaß macht, oder Sie in Ihrer Partnerschaft glücklicher wären. Schreiben Sie diese Situationen auf ein Blatt Papier.

Spüren Sie dabei einmal in sich hinein, was mit Ihrer Energie passiert, wenn Sie Beweise finden, dass die anderen es nicht auf die Reihe kriegen, oder Sie schikanieren. Schreiben Sie auch diese Empfindungen auf.  Wie fühlen Sie sich? Vielleicht fühlen Sie sich traurig, Ihre Energie geht flöten und Ihr ganzer Körper wird schwer. Vielleicht spüren Sie auch, dass ein Kampfmodus anspringt und Sie sofort zig Beweise finden, warum Sie Recht haben.


Experiment 2: Wählen Sie eine neue Geschichte
Die Herausforderung besteht nun darin, dass Sie jeweils eine neue Geschichte wählen und verantwortlich in Aktion treten. Wenn der jähzornige Chef Ihnen also immer mehr Arbeit auf den Tisch knallt, könnten Sie z. B. die verantwortliche Geschichte so erzählen: „Ich habe diesen Job gewählt und damit auch den Chef. Also kann ich jetzt Verantwortung übernehmen und lernen, meinem Chef eine Grenze zu setzen und ihm zu sagen, dass mein Arbeitspensum voll ist.

Oder wenn Ihr Partner Sie gerade wieder nervt, weil er die Socken rumfliegen lässt, dann wählen Sie doch einmal eine Geschichte, in der Sie ihn/sie für seine/ihre Seins-Eigenschaften wertschätzen. Was schätzen Sie an ihm/ihr? Warum haben Sie ihn/sie als Partner gewählt?

Gehen Sie das einmal für jede der 3 Situationen durch. Sie können wirklich für jede Geschichte Beweise finden. Sie haben die Wahl, ob Sie Groll aufbauen bzw. das arme Opfer sind, oder ob Sie verantwortlich agieren.

Den neuen, lauthals singenden Nachbarn habe ich zum Beispiel direkt nebenan wohnen. Er singt jedoch nicht tagsüber, sondern bevorzugt nach 23 Uhr. In dem hellhörigen Haus hört sich das an, als würde er mir direkt ins Ohr singen. Die Opfergeschichte würde so lauten: „So ein Idiot. Hat keinen Respekt und nimmt noch nicht einmal Rücksicht auf die Nachbarn. Hallo… ich würde gerne schlafen. Kann der vielleicht seine Klappe halten….?“ Etc., etc., etc.  Spüren Sie da mal hinein. Merken Sie, wie schnell sich Ihr Verstand in diese Geschichte einklinkt und Sie mit dieser Geschichte in einen klebrigen Sumpf aus Groll und Unmut gelangen?

Die neue Geschichte über meinen Nachbarn lautet so: „Er ist ein sehr musikalischer Mensch und liebt es, zu singen. Ich schätze seine Musikalität, Kreativität und Lebensfreude. Und vielleicht ist es ihm gar nicht bewusst, dass das Haus so hellhörig ist.“ Spüren Sie wieder, wie die Energie sich in Ihnen verändert?

Mit dieser neuen Geschichte konnte ich neulich übrigens auf meinen Nachbarn zugehen, ihn für seine Musikalität wertschätzen und ihn bitten, nachts etwas leiser zu singen, was er seitdem gerne tut. Es war ihm in der Tat nicht bewusst, dass sein Gesang durch das ganze Haus schallte.

Welche Geschichte wählen Sie in Ihrem Leben in jeder Situation? JETZT … und JETZT… und JETZT?
Alles, was passiert, ist neutral. Es ist, wie es ist. Nur das. Etwas passiert. Punkt. Doch wir sind mit unserem brillanten Verstand unglaublich kreative Geschichtenmacher und erfinden ständig Geschichten über alle Begebenheiten und Menschen, denen wir im Leben begegnen.

Der Spruch „Wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus“ entspricht genau dem. Wenn Sie vorziehen, Drama-Geschichten über alles und jeden in Ihrem Leben zu erzählen (und wenn Sie es nur innerlich für sich tun) und ständig Gründe finden, warum etwas nicht geht, schlecht ist, sowieso wieder schief geht oder Sie gar nichts tun können, dann werden Sie genau das in Ihrem Leben vorfinden. Wir sind, was wir denken. Gedanken sind wie energetische Informationen, die wir kontinuierlich in das Universum hinaus schicken. Das universelle Feld kann jedoch nicht anders, als auf das zu reagieren, was wir aussenden. Es empfängt sozusagen unsere Impulse. Unsere Gedanken sind wie elektromagnetische, unsichtbare Wellen, die in das morphogenetische Feld ausgesandt werden.

Es ist somit hilfreich, auf Ihre Gedanken zu achten. Wir haben das nicht wirklich gelernt, sodass es möglich ist, dass die Medien, die Presse und die Politiker die Gesellschaft mit Angst, Hass und Drama-Geschichten füttern. Kennen den Song von den Ärzten „Lass reden“? Dort heißt es in einem Satz über eine populäre Deutsche Zeitung“… und wer wisse das nicht, sie besteht aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht.“  Und genau darum geht es. Die Medien manipulieren die Gesellschaft dahin gehend, dass Gedanken über Angst, Hass, Gewalt, Opfer-Täter-Retter-Mechanismen und Probleme genährt werden. Das geschieht auf sehr subtiler Ebene.

Das Entscheidende ist, dass sowohl unsere bewussten als auch unbewussten Gedanken in das universelle Feld rausgehen und sich manifestieren. Wenn Sie also täglich die Katastrophen-Berichte in den Zeitungen und Nachrichten aufnehmen und Krimis und Mordserien im Fernsehen anschauen, speichern Ihre Nervenzellen das und Sie senden diese Eindrücke letztendlich wieder ins universelle Feld aus. (Machen Sie aus Spaß einmal das Experiment, 2 Wochen komplett auf Fernsehen und Zeitung zu verzichten und schauen Sie einmal, wie sich Ihr kompletter Körper entspannt, Sie anders schlafen und sich Ihr Wohlbefinden insgesamt verändert).

Sie können wieder lernen, auf Ihre Gedanken zu achten und bewusst wahrzunehmen, welche Geschichten in Ihrem Leben wirken. Welche Geschichte erzählen Sie? Welche Geschichten denken Sie sich jeden Tag, jede Minute mit Ihrem schlauen Verstand aus?  Ihr Nachbar ist nur Ihr Nachbar und der singt vielleicht. Punkt. Das ist das, was ist. Welche Geschichte wählen Sie? Eine Drama-Geschichte oder eine verantwortliche Geschichte?

Jede Geschichte hat eine Absicht. Die Absicht kann entweder verantwortlich oder unverantwortlich sein. Und verstehen Sie das bitte nicht falsch, keine ist gut oder schlecht. Sie produzieren lediglich völlig unterschiedliche Ergebnisse. Die Ergebnisse, die Sie in Ihrem Leben in unterschiedlichen Bereichen vorfinden, geben Ihnen also direkt Auskunft darüber, welche Geschichte Sie in Ihrem Leben mir Vorliebe erzählen.

Sind Sie zum Beispiel total gestresst, weil Sie einen Job haben, sich auch noch um die Schwiegermutter kümmern müssen und keine Zeit mehr für sich haben? Tolle Opfergeschichte! Erzählen Sie die verantwortliche Variante. Entscheiden Sie sich und wählen Sie etwas anderes. Wer hat den Job angenommen? (Sie!) Wer hat gewählt den Mann/die Frau an Ihrer Seite zu heiraten und damit die Schwiegermutter? (Sie!) Wer könnte sich dafür entscheiden, wieder etwas für sich selbst zu tun? (Sie!) Sie merken schon, Sie kommen aus der Nummer nicht raus. So schmerzhaft das Realisieren vielleicht ist, letztendlich sind Sie selbst für alles verantwortlich. Lassen Sie sich von diesem Schmerz treffen und verändern.

Entscheiden Sie sich, ab sofort mit Bedacht zu wählen, welche Geschichte Sie erzählen. Erzählen Sie eine Geschichte, die auf Verantwortung, Fülle, Liebe und Leichtigkeit basiert? Eine Geschichte, in der alle gewinnen, Nähe und Vertrautheit zwischen Menschen möglich ist und die sogenannten hellen Prinzipien dient, wie z. B. Gemeinschaft, Liebe, Lebensfreude, Integrität, Klarheit, Schönheit, Kreativität, Achtsamkeit, Güte, Authentizität, Verbundenheit, Ermächtigung und Möglichkeit?

Oder wählen Sie eine Geschichte, die auf Mangel und Wettkampf beruht? Eine Geschichte, in der das Spiel heißt „Ich gewinne, Du verlierst“, in der es nicht genug Liebe, genug Anerkennung oder genug Geld gibt und sogenannte Schattenprinzipien wie z. B. Groll, Hass, Rache, Besserwisserei, Trennung, Rechthaberei, Macht und Zerstörung vorherrschen?

Welche Geschichte wählen Sie, jetzt und in jedem weiteren Moment? Sie haben die Wahl. Das Wählen ist deshalb so kraftvoll, weil Sie jederzeit und vor allem OHNE GRUND wählen können. Sie entscheiden. Sie können sich dafür entscheiden, ab sofort keine unverantwortlichen Drama-Geschichten mehr zu erzählen, denn mal ehrlich, das einzige, was Sie dadurch erreichen ist, dass Sie älter werden und graue Haare kriegen. Sie können einfach etwas anderes wählen, ohne Grund. Dann liegt die wahre Kraft bei Ihnen. Sie können jetzt wählen, verantwortliche Geschichten zu erzählen und zu staunen, wie sich Ihr Leben dadurch auf magische Weise verändert.

Sie kennen ja den Satz: „Alle sagten es geht nicht. Bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.“ Sie können wählen. Sie können neue Geschichten wählen und damit eine neue Realität kreieren, jetzt und ohne Grund.

In diesem Sinne herzliche Grüße,

Ihre Nicola Nagel

Donnerstag, 12. April 2012

Wenn das Wörtchen WENN nicht wäre - Über vermeintliche Umstände und sonstige Querelen

Wenn das Wörtchen WENN nicht wäre, ja dann wäre sowieso alles anders, oder? Wie oft ist es Ihnen schon passiert, dass Sie gesagt haben „Ja wenn…, dann würde ich das-und-das machen und dann wäre sowieso alles viel leichter.“?
Lassen Sie uns einmal ein wenig spezifischer werden. Was ist denn dieses WENN überhaupt? Hier einige Beispiele, die ich kürzlich hörte:
  • Wenn ich doch nur wüsste wie, dann könnte ich…
  • Wenn doch bloß die ständige Auseinandersetzung mit den Kollegen nicht wäre, dann…
  • Wenn ich mehr Geld hätte, dann würde ich…
  • Wenn ich damals eine andere Entscheidung getroffen hätte, dann wäre ich heute…
  • Wenn mein Partner so-und-so wäre, dann würde es mir in der Beziehung besser gehen…
  • Wenn ich doch nur wüsste, dass es sicher ist, diesen Schritt zu gehen, dann würde ich ihn ja machen.
  • Wenn das Wetter nur besser gewesen wäre, dann wäre der Urlaub richtig schön gewesen.
  • Wenn nur die nervigen Nachbarn / der Chef nicht wären, dann…
Sie können die Liste im Prinzip beliebig fortsetzen. Es wird immer auf das gleiche hinaus laufen: die lieben Umstände bzw. die anderen sind schuld daran, dass Ihnen bestimmte Dinge im Leben passieren. Oder etwa nicht? Schließlich wäre das Leben viel leichter, wenn die anderen nicht wären und es nicht ständig diese Missverständnisse und sonstigen Dramen gäbe.
Wohl wahr, wohl wahr und zwar genau so wahr, wie der Glaube an den Weihnachtsmann. Wenn Sie immer noch an den Weihnachtsmann glauben möchten, dann sollten Sie jetzt aufhören, diesen Artikel weiterzulesen, denn die Illusion des weißbärtigen Rotjäckchens muss ich Ihnen genauso rauben, wie die Illusion, dass Ihr Leben von den Umständen bestimmt wird.
Keine Bange, es ist zwar meist etwas schmerzhaft, einen liebgewordenen und langgehegten Glaubenssatz  loszulassen, doch es tritt mitunter etwas viel besseres an die leere Stelle. In diesem Fall lade ich Sie zu dem Experiment ein, sich für die magische Wirkung von Verpflichtung und Absicht zu öffnen. Das mag jetzt im ersten Moment erst einmal verwirrend klingen. Fakt ist - Sie mögen diesen Satz schon einmal gelesen haben – dass Sie alles, was Sie in Ihrem Leben vorfinden, selbst kreiert haben. Alles ist auf Ihrem Mist gewachsen. Die vermeintlichen Umstände, Wirrungen, geplatzten Träume oder sonstige Querelen, haben Sie selbst manifestiert. Egal, ob es sich dabei um den Streit mit dem Partner handelt oder die Überforderung im Job.
Wie funktioniert das im Allgemeinen? Es funktioniert über die Kraft ihrer Gedanken und über Ihre bewussten und unbewussten Glaubensmuster, die Sie im Laufe Ihres Lebens angenommen haben. Die spannende Frage, die Sie sich in jeder Situation stellen können ist „Was ist meine Absicht?“ Wenn Sie zum Beispiel einen Streit mit Ihrem Kollegen oder Partner haben, wäre es natürlich einfach, in dem Moment zu sagen „Oh man, wenn der mal nicht so stur wäre…“ Zu solch einer Situation gehören jedoch immer zwei und im Zweifel ist der andere nur ein Spiegel für Sie. Stellen Sie sich nun die Frage „Was ist meine Absicht?“, dann könnten Sie ziemlich schnell zu der Einsicht gelangen, dass es Ihre Absicht ist, Recht zu behalten, anstatt mit dem anderen in Beziehung zu sein. Vielleicht ist es auch Ihre unbewusste Absicht, Nähe und Vertrautheit zu zerstören, um sich selbst zu schützen. Was ist Ihre wahre Absicht?
Wie Sie es auch drehen und wenden, es hat immer etwas mit Ihnen zu tun. Es sind nie die anderen, die an ihrem Leben Schuld sind. Es hat immer etwas mit Ihrer Absicht und vor allem mit Ihrer Verpflichtung zu tun.
Natürlich ist es leicht und vor allem viel bequemer, an dem alten Glaubenssatz festzuhalten, dass die Umstände an Ihrer Situation Schuld sind. Doch um mit einem weiteren Mythos aufzuräumen: So etwas wie einen Glaubenssatz gibt es in Wirklichkeit gar nicht. „Wie bitte?“, höre ich da jetzt einige entsetzt sagen. Sie haben richtig gelesen, ein Glaubenssatz ist eine reine Illusion, eine Geschichte, die Sie sich selbst zurecht gestrickt haben, um eine logische Basis für Ihr Leben zu haben.
Sich an einen Glaubenssatz festzuklammern ist Selbstbetrug, weil Sie sich damit an eine Geschichte klammern, die für Sie Gültigkeit hat. Geschichten zu kreieren ist nicht gut und nicht schlecht. Es produziert einfach nur ganz bestimmte Ergebnisse, je nachdem, welche Absicht Sie verfolgen. Ein Glaubenssatz ist also lediglich eine Geschichte mit einer bestimmten Absicht.
Das Entscheidende ist: Sie sind die Quelle!
Sie sind die Quelle aller Geschichten in Ihrem Leben. Sie kreieren jede Geschichte und dabei können Sie entweder eine bewusste, verantwortliche Absicht wählen oder eine unbewusste, unverantwortliche Absicht. Es liegt an Ihnen. Welcher Absicht verpflichten Sie sich? Uuuh, bei dem Wort „Verpflichtung“ da rollen einige schon mit den Augen. Warum nur hat das Wort Verpflichtung diesen schweren Beigeschmack in unserer Gesellschaft?

Ver-pflicht-ung, es steckt ja schon im Wort: da geht es um Pflicht. Und wenn etwas eine Pflicht ist, dann macht man es nicht freiwillig und hat folglich keinen Spaß, oder wie? Das Wort Verpflichtung löst genau wie das Wort Verantwortung bei vielen Menschen nach wie vor einen Schauer aus. Verpflichtung ist eine Last, man MUSS etwas tun und unterliegt bestimmten Zwängen. Da geht das englische Wort „commitment“ schon leichter über die Lippen.
Der große Unterschied, ob Verpflichtung eine Last oder eine Freude ist, liegt darin, ob Sie mit dem Herzen bei der Sache sind. Eine Verpflichtung können Sie im Prinzip nur dann wirklich eingehen, wenn Sie voll und ganz hinter etwas stehen; wenn Sie Stellung beziehen. Wenn Sie sich ver-pflichten, dann übernehmen Sie Verantwortung für etwas. Ver-pflichten heißt, SIE und nur SIE nehmen die Pflicht und Verantwortung auf sich für eine bestimmte Sache oder Person. Wie aber können Sie sich ehrlich verpflichten, wenn es nicht von Herzen kommt?
Beängstigende Frage: Wie viele Menschen machen einen Job in einem Unternehmen, dem Sie nicht wirklich verpflichtet sind? Wie viele Menschen leben in mittelmäßigen Pseudo-Beziehungen ohne wirkliche Verpflichtung, einfach um sich abzulenken und nicht alleine sein zu müssen?
Experiment 1: Ihre persönliche Wunschliste
Listen Sie einmal ganz ehrlich die  Dinge auf, von denen Sie sich wünschen, dass sie anders wären. Erstellen Sie sozusagen Ihre persönliche Wenn-Dann-Liste. Dabei müssen die Sätze nicht zwangsläufig mit „Wenn“ beginnen. Sie könnten z. B. auch lauten „Ich wünschte, dass…, dann wäre…“. Listen Sie einmal die Dinge auf, die Sie verändern möchten, doch wo bisher die vermeintlichen Umstände im Weg waren.

Experiment 2: Wo sind Sie nicht wirklich verpflichtet?
Haben Sie Ihre Liste? Prima, dann kommen wir jetzt zum ungemütlicheren Teil. Nun sind Sie an der Reihe, schonungslos aufzudecken, wo Sie die Umstände verantwortlich gemacht haben, weil es bequemer war, anstatt sich vollen Herzens zu verpflichten.
Wenn die Umstände anders wären, dann würden Sie Ihren Traum erfüllen und nach Australien reisen? Nun, wie verpflichtet sind Sie diesem Traum tatsächlich? Haben Sie sich mit Haut und Haaren und vor allem mit Ihrem Herzen diesem Traum verpflichtet? Ist es das, was Sie wirklich wollen und wofür Sie alles tun würden? Oder ist es beim Blättern im Reiseführer geblieben?
Wenn mein Partner bloß anders wäre, dann wäre unsere Partnerschaft viel erfüllter. Ach ja? Wie sehr haben Sie sich einer erfüllten Partnerschaft verpflichtet? Würden Sie tatsächlich alles dafür tun? Sind Sie für sich glücklich oder meinen Sie, dass Ihr Partner für Ihr Glück verantwortlich ist? Haben Sie sich tatsächlich mit dem Herzen entschlossen aus Ihrem Partner einen König zu machen? Oder ist Ihre unbewusste Absicht eher darauf gerichtet, die ganzen Dinge ausfindig zu machen, die er / sie nicht kann, oder nicht nach Ihren Vorstellungen macht? Kurzum: haben Sie vielleicht die unbewusste Absicht, Ihren Partner statt zu einem König zu einem Schwein zu machen?
Wenn Sie nur einen anderen Job hätten, dann ginge es Ihnen besser? Wie sehr haben Sie sich verpflichtet, einen für Sie erfüllenden Job zu finden? Haben Sie z. B. die Grenze gesetzt und Ihren aktuellen Job gekündigt? Oder warten Sie immer noch darauf, dass irgendwann der richtige Job daher spaziert kommt und Ihnen jemand die Lösung präsentiert?
Viele Menschen lamentieren über die unterschiedlichsten Zustände in ihrem beruflichen oder privaten Leben, ohne aber tatsächlich eine innere Bereitschaft zu haben, etwas bei sich selbst zu verändern. Und da ist der große Haken. Verpflichtung und Verantwortung gehen einher. Sie können also nicht erwarten, dass irgendwann eine Fee vorbeifliegt und Ihnen Ihre Wünsche erfüllt oder die Dinge nach Ihren Vorstellungen regelt, ohne dass Sie bereit sind, dafür Verantwortung zu übernehmen.
Verpflichtung heißt übrigens auch nicht Manipulation. Manipulation ist eine unbewusste, unverantwortliche Aktion. Konkret: wenn Sie sich verpflichten, Ihrem Chef Honig um den Bart zu schmieren, damit er Sie vielleicht befördert, dann verfolgen Sie eine sogenannte Schattenabsicht, die mitunter schneller auffliegt, als Ihnen lieb ist.
Jetzt fragt sich der ein oder andere vielleicht „Moment, wie soll denn das mit der Verpflichtung gehen? Wenn andere Menschen involviert sind, kann ich die ja nicht steuern.“ Ganz richtig. Und genau da greift das universelle Gesetz, das da heißt: Verpflichtung erzeugt Notwendigkeit. Lassen Sie das noch einmal sacken:
VERPFLICHTUNG ERZEUGT NOTWENDIGKEIT
Was heißt das? Wenn Sie sich absolut mit ihrem Herzen zu etwas verpflichten, dann bewegt sich das Universum und erzeugt die notwendigen Ressourcen, die Sie brauchen. Wohlgemerkt nur dann, wenn Sie eine Verpflichtung nicht für egoistische, manipulative Zwecke benutzen. Das Universum kann sehr wohl zwischen klar, verantwortlicher Verpflichtung und Pseudo-Verpflichtung unterscheiden.
Und damit haben Sie den ersten Schlüssel in der Hand. Verpflichtung erzeugt Notwendigkeit. Sie sind die Quelle. Sie können das kreieren, was Ihnen wirklich am Herzen liegt, indem Sie sich dazu verpflichten. Kreieren funktioniert wie Bogenschießen: Zuerst fokussieren Sie das Ziel. Wo wollen Sie hin, wo soll der Pfeil hingehen? Genauso funktioniert es mit Ihrer Absicht. Sie setzen zuerst bewusst die Absicht dessen, was Sie kreieren wollen, bevor Sie wissen, wie Sie es kreieren werden.  Hier ist also der zweite Schlüssel:
VERPFLICHTE DICH BEVOR DU WEISST, WIE ES GEHT
Im Beispiel des Bogenschießens kennen Sie auch nur das Ziel. Sie haben die Absicht, das Ziel zu treffen. Wie der Pfeil jedoch seinen Weg dahin findet, entzieht sich Ihrer Kenntnis. Sie haben einfach nur die bewusste Absicht, das Ziel zu treffen. Genauso funktioniert es mit der Verpflichtung in Ihrem Leben. Um es mit den Worten eines aktuellen Werbeslogans zu sagen „Don’t be a maybe“, seien Sie kein „Vielleicht“. Seien Sie ein klares JA, wenn es um ein Ziel geht, das Ihnen wirklich am Herzen liegt.
Neulich war ich zum Beispiel von einer Firma zu einem Gespräch eingeladen. Bereits im Auto auf der Fahrt zu dem Kunden habe ich die bewusste Absicht gesetzt, ein kreatives, kooperatives Meeting mit diesem Kunden abzuhalten. Wusste ich, wie das geht? Nein. Ich konnte es gar nicht wissen, weil ich die Teilnehmer überhaupt nicht kannte und  keine Ahnung hatte, wie deren Laune an dem Tag war. Trotzdem habe ich mich dieser Absicht mit ganzem Herzen verpflichtet. Daraus ergab sich dann der ganze Rest. Schon bei meiner Ankunft ereignete sich überraschend eine sehr humorvolle Situation, die schließlich die Stimmung der gesamten Besprechung prägte.
Und noch einmal: es funktioniert nur, wenn Sie eine bewusste, ehrenwerte Absicht haben, die allen Beteiligten dient. Wenn Sie die Absicht haben, die Dinge so hinzubiegen, dass es für Sie passt, egal wie es den anderen damit geht, good luck. Viel Erfolg. Der Schuss wird ziemlich schnell nach hinten los gehen. Wenn Sie eine unverantwortliche Absicht haben, dann produzieren Sie automatisch unverantwortliche Resultate.
Und: Verpflichtung hat auch nichts mit positivem Denken zu tun. Auch positives Denken funktioniert wieder rein im Verstand, kommt aber meist nicht von Herzen. Da ist der Wille eher der Antreiber. Naja, und wenn der Verstand sich immer positive Bilder ausmalt und sagt „Das will ich“, dann sorgt das Universum meist dafür, dass Sie es auch immer weiter wollen, sprich es manifestiert sich nicht. Die Absicht liegt auf dem Wollen.
Experiment 3: Verpflichten Sie sich von ganzem Herzen
Schauen Sie sich nun noch einmal die Liste an, die Sie unter Experiment 1 erstellt haben. Was möchten Sie tatsächlich in Ihrem Leben ändern oder verwirklichen? Picken Sie sich ein Beispiel raus, von dem Sie sagen können „Ja, das möchte ich wirklich und dazu verpflichte ich mich.“ Und jetzt kommt der Trick: Eine Verpflichtung, zu der Sie wirklich stehen, treffen Sie nicht rein im Verstand. Wenn Sie eine Verpflichtung nur mit dem Verstand treffen, ist es eine reine Ego-Entscheidung. Eine wahre Verpflichtung mit dem Herzen können Sie auch entsprechend im Körper spüren. In dem Moment, in dem Sie eine wahre Verpflichtung eingehen, spüren Sie, wie sich diese in Ihrem Körper regelrecht verankert. Oft ist damit ein Gefühl der Freude verbunden. Mit dieser Verankerung entsteht die Notwendigkeit, die das Universum in Aktion treten lässt
Hierzu eine kleine persönliche Anekdote:
Vor einigen Jahren, saß ich zuhause und dachte über meinen damaligen Job nach. Ich war erfolgreich, alles war schön und gut, aber wirklich erfüllt hat mich der Job nicht. Ich hätte noch zig Jahre so weitermachen können, doch plötzlich war dieses Wort „Bestimmung“ in meinem Kopf. Ich hatte eine innere Gewissheit, dass es für jeden Menschen eine Bestimmung gibt, die ihn erfüllt. Und dann packte es mich plötzlich und ich hörte mich vollen Herzens sagen: „Es gibt so etwas wie die Bestimmung. Ich habe keine Ahnung, was meine Bestimmung ist, aber ich werde sie finden und ich werde sie leben.“ Ich konnte im gleichen Moment spüren, wie sich diese Verpflichtung innerlich verankerte. Es dauerte keine 2 Wochen, bis ich einen Hinweis auf Possibility Management bekam. 2 weitere Wochen später war ich auf meinem ersten Training und 2 Monate später begann ich die Trainer Ausbildung.
Sie sehen also, das Universum reagiert ziemlich schnell, sobald Sie eine bewusste, verantwortliche Absicht setzen und die Verpflichtung eingehen. Sie sind der Schöpfer Ihres Lebens. Ich lade Sie somit herzlich ein aufzuhören, irgendwelche Drama-Geschichten von vermeintlichen Umständen zu erzählen und stattdessen Ihre persönliche Verpflichtung einzugehen. Wie gesagt, Verpflichtung erzeugt Notwendigkeit im Universum, auch wenn Sie nicht wissen wie es geht. Und das ist ein echtes Abenteuer.
Verbundene Grüße,
Ihre Nicola Nagel



POTENZIALE LEBEN!
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