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Freitag, 15. November 2019

3 Schritte, um aus dem Gedanken-Karussell auszusteigen


Der Verstand ist schon ein brillantes Werkzeug. Er kann abwägen, logisch sein, analysieren, reflektieren und vor allem eins: unentwegt Gedanken produzieren. Doch so nützlich er auch ist, so mühsam kann diese Gedankenmaschine manchmal sein. Passiert es Dir gelegentlich, dass Du Gedanken wälzt und alle möglichen Sätze zu einem Ereignis oder einer Entscheidung durch den Kopf sausen und Du Dich letztendlich nur noch im Kreis drehst? Meist zeigt es sich, dass Du Dir viel zu viele Gedanken über etwas machst, Dir immer wieder Fragen stellst, Entscheidungen anzweifelst, alle Eventualitäten durchdenkst oder Dir Geschichten erzählst, die auf ungeprüften Annahmen basieren. Vor lauter Denken und Stimmen im Kopf, weist Du dann möglicherweise gar nicht mehr, was Du tun sollst und fühlst Dich letztendlich müde und energielos. Hier ein kurzes Beispiel:

Angenommen Dein Chef bittet Dich, eine Aufgabe zu übernehmen. Du hast jedoch keine Kapazität mehr dafür. Dann können möglicherweise folgende Sätze und Stimmen  durch Deinen Kopf gehen:
  • „Ich kann das nicht auch noch machen, ich bin völlig erschöpft.“
  • „Ja, aber es wäre eigentlich mein Aufgabenbereit.“
  • „Du musst das machen, was soll denn Dein Chef sonst denken.“
  • „Soll ich mich krank arbeiten, oder was?“
  • „Ich bin eben einfach nicht gut genug. Ich kann den Anforderungen nicht genügen.“
  • „War ja schon immer so, dass Du nicht belastbar warst.“
  • „Ja, komm, vielleicht kannst Du ja mit ihm reden und es findet sich eine Lösung.“
  • „Aber dann müsste ich ja zugeben, dass ich es nicht kann. Das kommt gar nicht in Frage.“
  • „Und wenn ich nicht aufpasse, verliere ich möglicherweise meinen Job.“
  • usw.

Wie Du an diesem kleinen Beispiel siehst, können Unmengen von Stimmen und Sätzen aufkommen. Vor lauter Stimmen, weißt Du dann nicht mehr, was Deins ist und wie Du Dich entscheiden sollst oder zu bestimmten Themen stehen sollst. Das Gedankenwirrwarr macht Dich stattdessen verrückt und laugt Dich aus.

Doch wie kannst Du das verhindern? Wie kannst Du aus dem Gedankenkarussell aussteigen? Dazu sind einige interessante Unterscheidungen hilfreich:

1.    Du hast einen Verstand, Du bist nicht Dein Verstand
Kannst Du Dir das vorstellen? Zieh einmal in Betracht, dass Du zwar einen Verstand hast, jedoch nicht Dein Verstand bist. Ein Teil von Dir sagt jetzt möglicherweise: „Was soll das heißen? Ich bin doch meine Gedanken. Ich denke sie doch.“ Diese Vermutung liegt zunächst einmal nahe, nicht wahr? Schließlich gibt es das Sprichwort: „Ich denke, also bin ich!“

Die Krux ist, dass wir uns häufig mit unserem Verstand identifizieren und uns nicht bewusst machen, dass wir mehr als nur unser Verstand sind. Unser Verstand ist lediglich der Körper, der in der modernen Gesellschaft am meisten geschätzt und gefüttert wird. Schon im Kindesalter in der Schule geht es darum, möglichst viel Wissen anzusammeln und wird später im Studium oder der Ausbildung und im Job fortgesetzt. Wissen ist Macht, heißt ein weiteres Sprichwort.

Zieh jedoch einmal in Betracht, dass Du nicht nur Dein Verstand bist. Der Verstand ist der sogenannte intellektuelle Körper. Er hat Meinungen, Gedanken, Ideen. Du hast jedoch auch noch andere Körper. Z. B. hast Du einen physischen Körper, mit Knochen, Muskeln und Sinnen. Du hast darüber hinaus einen emotionalen Körper, der das emotionale Herz mit seinen Gefühlen (Wut, Freude, Traurigkeit und Angst) beinhaltet. Und Du hast einen sogenannten energetischen Körper, der das Sein beinhaltet, das Präsenz, Vision und Intuition hat. Doch insbesondere dem emotionalen und energetischen Körper wird meist keine Aufmerksamkeit geschenkt.



Der erste Schritt, um aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, besteht darin, diese Unterscheidung zu treffen: Du hast einen Verstand und Du bist nicht Dein Verstand. Der Verstand ist ein brillantes Werkzeug, das Du nutzen kannst, dass Dir manchmal jedoch auch einen Streich spielt und nicht dienlich ist. Doch was tust Du konkret, wenn das Gedankenkarussell anspringt? Die nächst Unterscheidung und Übung ist dazu sehr hilfreich:


2.    Du hast diese Stimmen im Kopf, es sind nicht Deine Stimmen
Wie Du an dem eingangs erwähnten Beispiel festgestellt hast, gibt es oftmals zig Stimmen, die Dir das Leben schwer machen können. Das kann so weit gehen, dass Du möglicherweise stunden- oder tagelang innere Dialoge führst. Dabei hat jede Stimme ihre ganz eigenen Qualität und Dynamik.

Vielleicht meldet sich die Opfer Stimme, eine Täter oder eine Retter Stimme (das sind die 3 Charaktere aus dem sogenannten niederen Drama). Es können jedoch auch neben diesen Stimmen weitere in Deinem Kopf aktiv sein, z. B. die Rebellin, die Vorsichtige, der Zweifler, der Macher, die Ängstliche, etc. Der Verstand ist eine monotone Maschine, die unentwegt Gedanken produziert.

Jede Stimme versucht dabei Gründe, Erklärungen, Rechtfertigungen und Antworten zu finden, warum Du etwas tun oder nicht tun sollst, oder warum die Dinge so sind, wie sie sind.  

Zieh einmal in Betracht, dass die Stimmen in Deinem Kopf nicht Deine sind. Wie das? Nun, wir werden als Kinder oft mit Sätzen von Autoritäten konfrontiert (Vater, Mutter, Lehrer, Großeltern, etc.), die uns diese Sätze immer wieder eintrichtern. Das können simple Sätze sein wie: „Du musst tun, was von Dir erwartet wird.“ Oder „“Oh, sei bloß vorsichtig.“ oder „Von nichts, kommt nichts.“ oder, oder, oder. Oftmals übernehmen wir dann diese Sätze und Dynamiken von anderen Personen, die uns so vertraut sind und machen sie zu unseren eigenen. Die Stimmen der früheren Autoritäten fühlen sich dann plötzlich an, als seien es unsere eigenen Gedanken. Dabei hast Du sie nur unbewusst übernommen, um als Kind eine Struktur für Deine Welt zu haben. Heute führen sie dazu, dass sie Dich verwirren und Dich von Dir selbst wegbringen. Es ist somit hilfreich einmal zu schauen, welche Stimmen in Deinem Kopf aktiv sind und von wem sie kommen.

Experiment 1: Welche Stimmen hast Du in Deinem Kopf?
Beobachte Deine inneren Stimmen in den nächsten Tagen und schau einmal, welchen regelrechten Zoo Du im Kopf hast. So sind wir Menschen mit Verstand einfach. Jeder von uns hat zig Stimmen. Allein die Bewusstheit darüber, macht einen enormen Unterschied. Du brauchst für diese Übung ein Blatt im Querformat, das Du in 3 Spalten einteilst. Die erste Spalte ist breit, die beiden letzten schmal.

  • Identifiziere die Stimmen:
    Schreibe zunächst in Spalte 1 einmal alle Sätze, die z. B. zu einem konkreten Thema immer wieder durch Deinen Kopf schwirren und dazu führen, dass Du Dich im Kreis drehst und Energie verlierst. Beginne jeden Satz in einer neuen Zeile

  • Definiere die Qualitäten bzw. Charaktere der Stimmen:
Definiere in der 2. Spalte hinter jedem Satz die jeweiligen Qualitäten bzw. Charaktere der Stimme. Z. B. Täter, Opfer, Retter, Nörgler, Zweifler, Besserwisser, Skeptiker, Rebellin, die Sanfte, der Besorgte, die Unsichere, etc.

  • Gib den Stimmen konkrete Namen:
Nun erinnere Dich einmal zurück: Von welcher Person/Autorität hast Du früher ähnliche Sätze gehört? Gib jeder Stimme einen konkreten Namen (Oma Else, Papa, Herr Müller aus der Grundschule, Mama, Peter, etc.). Falls Dir zu einem Charakter keine Person einfällt, gib dem Charakter irgendeinen Namen, der Dir passend erscheint.


Experiment 2: Nutze den Stimmen-Colt
Du hast nun schon sehr viel mehr Klarheit über Deine inneren Stimmen. Mache Dir bewusst, dass es nicht Deine Stimmen sind. Es sind die Stimmen, die Du früher oft gehört hast und die heute immer wieder aufpoppen. Wenn diese Stimmen in unserem Kopf aktiv sind, versucht meist jede Recht zu haben und Beweise dafür zu finden, dass ihre Rolle Berechtigung hat. Die Welt ist reich an Beweisen und Du kannst so für jede Rolle genug Beweise finden und das Spiel endlos weiterspielen. Diese Stimmen versuchen Dich von Deiner eigenen Weisheit wegzubringen.
Der Verstand macht dieses Ding einfach und ein Teil von Dir (der Schattenanteil, Dein kleines inneres Monster oder der Gremlin) liebt es, wenn er Dich verwirren kann, Du Energie verlierst und anschließend darüber jammern kannst.

Nun geht es darum, den Stimmen keine Macht mehr einzuräumen. Eine großartige Möglichkeit, die Stimmen einzudämmen ist der Einsatz des sogenannten Stimmen-Colts. Dies ist ein energetisches Werkzeug, d. h. er ist unsichtbar, doch Du weißt, dass er da ist. Er ist da, weil Du deklarierst, dass er da ist. Du hast ihn immer bei Dir. Er hängt meist rechts an Deiner Hose (seitlich oder hinten), sodass Du ihn jederzeit ziehen kannst (falls du Linkshänder(in) bist, hängt er entsprechend links an Deiner Hose). 

Der Stimmen-Colt funktioniert wie folgt:
Wenn Du die Stimmen sichtbar machst, flattern sie meist wie kleine Fledermäuse um Deinen Kopf herum. Wenn Du merkst, dass die Stimmen einsetzen, dann ziehst Du den Stimmen-Colt, zielst auf jede Stimme einzeln und schießt sie mit einem lauten PENG! ab. Du machst also tatsächlich die physische Bewegung, nur dass der Colt unsichtbar ist. Das hört sich möglicherweise im ersten Moment schräg an, doch es funktioniert. Gerade am Anfang ist es hilfreich, wirklich die physische Bewegung zu machen als hättest Du einen echten Colt in der Hand. „Das kannst Du nicht.“ – PENG! – „Ich weiß nicht, ob ich das tun soll.“ – PENG! – „Ohje, ich bin völlig überfordert.“ – PENG! – usw.

Sobald Du eine Stimme abgeschossen hast, fällt sie tot zu Boden. Die Stimmen werden jedoch wiederkommen. Sie waren einfach viel zu lange da und haben eine Art Wiederauferstehungs- Mechanismus. Sobald sie wiederkommen, machst Du das Prozedere einfach erneut. Das kann am Anfang recht oft sein. Fakt ist: je öfter Du sie abschießt, desto mehr beginnst Du, diesen Stimmen keinen Glauben mehr zu schenken und desto weniger Macht räumst Du ihnen ein. Du weißt, es sind nur Stimmen, Geschichten in Deinem Kopf.

Indem Du Deine Stimmen beginnst abzuschießen, beginnst Du eine Lücke zu machen, zwischen Dir und den Stimmen. Das heißt: Du hast diese Stimmen und Du bist NICHT diese Stimmen!
Das ist eine wichtige Unterscheidung. Wir meinen oftmals, wir sind diese Stimmen, doch es ist nur ein Streich unseres intellektuellen Körpers (des Verstandes). Es geht also darum, dass Du lernst, Dich vom Verstand zu desidentifizieren und ihm nicht mehr die Alleinherrschaft zuzuschreiben. Du lernst, eine Lücke zu machen zwischen Dir und Deinem Verstand. So kannst Du dann mehr und mehr beobachten „Ah, da kommen wieder die Stimmen. Der Verstand ist ja wirklich lustig.“ Doch Du nimmst sie nicht mehr für wahr, weil Du weißt, dass Du nicht Dein Verstand bist, sondern auch noch eine andere Quelle von Weisheit besitzt.


3.    Nutze alle 4 Körper als Quelle von Weisheit und Klarheit
Vielleicht sagst Du jetzt „Das ist ja alles schön und gut. Doch auf was, soll ich mich verlassen, wenn ich nicht mehr auf diese Stimmen höre? Wie kann ich zu einer Entscheidung kommen?“

Nun, Du kannst eine andere Quelle von Weisheit und Klarheit nutzen, als ausschließlich Deinen Verstand. Du kannst z. B. etwas Gesagtes auf Dich wirken lassen und spüren, wie geht es meinem emotionalen Körper damit? Fühle ich Wut, Angst, Traurigkeit, oder Freude und warum?

Du kannst in Deinen physischen Körper hinein spüren und schauen, ob er sich entspannt oder verspannt anfühlt, ob er Kopfschmerzen bekommt, sich müde oder lebendig fühlt.

Und Du kannst Deinen energetischen Körper nutzen, um zu spüren, ob Deine Energie ansteigt oder sie verloren geht und was Deine Intuition zu der ganzen Sache sagt.

Es geht darum dem Verstand nicht mehr die Allmacht zuzuschreiben. Du bist ein multidimensionales Wesen mit unterschiedlichen Körpern. Lass Dich also nicht von den Stimmen in Deinem Kopf in die Irre führen.

Viel Freude und Klarheit beim Experimentieren,
Nicola

www.viva-essenza.com
INSPIRATION, DIE BEWEGT!



Montag, 18. November 2013

Weisheit versus Wissen - Koppeln Sie sich vom Verstand ab!



Wie treffen Sie im Leben Entscheidungen? Verlassen Sie sich auf Ihren Verstand oder nutzen Sie eine andere Weisheits-Quelle? Die meisten werden vielleicht antworten, dass sie den Großteil Ihrer Entscheidungen logisch nachvollziehbar mit dem Verstand treffen. Das haben wir schließlich jahrelang gelernt, angefangen in der Schule über Ausbildung oder Lehre bis hin zum Job. Wir sind darin trainiert, Wissen anzusammeln.

Wir haben gelernt unseren Verstand zu gebrauchen. Mehr noch, wir glauben, wir sind unser Verstand. „Ich denke, also bin ich“ heißt das weit verbreitete Motto. Das ist durchaus nicht verwerflich, denn schließlich haben wir oft genug erfahren, welche Konsequenzen es haben kann, wenn wir etwas nicht wissen. Dann nämlich gab es entweder schlechte Schulnoten oder jemand anderes hat den begehrten Job bekommen. Sobald Sie sagen „Ich weiß es nicht“ werden Sie schräg angeschaut. Denn bitteschön, in unserer hoch-technisierten Zeit, wo man ständig über Smartphone, Internet und GPS Zugriff auf alle Daten haben kann, ist es doch fast schon ein Frevel, etwas nicht zu wissen. Die Angst, bloßgestellt zu werden, sitzt tief und wurde bei den meisten seit frühester Kindheit genährt.

Es ist zu einem sonderbaren Phänomen der Gesellschaft geworden zu glauben, dass wir unser Verstand sind. Doch was, wenn das nur eine Illusion ist? Was, wenn der Verstand lediglich vergleichbar ist mit einer außer Kontrolle geratenen Maschine, die endlose Wissens- und Gedankenschleifen dreht, sich unserer bemannt hat und uns von unserer wahren Weisheits-Quelle abschneidet? Was ist überhaupt diese andere Quelle? Und wie kann ich daran wieder andocken?

Oftmals wird jemand als weise bezeichnet, der ein gewisses Alter erreicht und eine gehörige Portion Lebenserfahrung gesammelt hat. Wie wäre es jedoch für Sie zu wissen, dass jeder von uns weise ist, unabhängig davon, wie alt eine Person ist? Wir sind es tatsächlich. Wir haben lediglich verlernt, auf die innere Weisheit zuzugreifen. Wie viele von Ihnen hatten schon einmal einen Impuls etwas zu tun oder zu sagen und haben es im Endeffekt doch nicht getan, weil die Vorstellung davon zu gefährlich war? Es scheint jedoch nur deswegen so gefährlich, weil wir dermaßen mit unserem Verstand verhaftet sind. Sobald der Verstand etwas nicht logisch begründen kann, generiert er den Gedanken „Das geht nicht. Das kenne ich nicht. Das ist nicht sicher.“ Wie oft ist es Ihnen passiert, dass der erste Impuls den Sie hatten, jedoch womöglich aus Verstandes-Angst nicht verfolgt haben, sich letztendlich doch als der richtige herausgestellt hat? Fragen über Fragen.

Lassen Sie uns an dieser Stelle einmal gemeinsam schauen, was überhaupt der Unterschied zwischen Weisheit und Wissen ist.


Weisheit
Wissen/Verstand
Intuitiv
Logisch
Unbegrenzt
Begrenzt
Vielfältig
Analytisch
Weich
Hart
Spielerisch
Strukturiert
Irrational
Rational
Nicht erklärbar
Erklärbar
Basiert auf Impulsen
Basiert auf Fakten
Flexibel
Starr
Fließend
Eckig
Unendlich
Endlich
Lebendig
Tot. Basiert auf Konzepten
Vertrauen
Planen
Verbunden mit dem Lebensfluss.
Vom Lebensfluss abgeschnitten. Das Leben planen. Zielgerichtet, erfolgsorientiert.
Zentriert
(energet. Zentrum liegt auf phys. Zentrum)
Unzentriert
(energetisches Zentrum liegt im Kopf)
Zugriff auf Unbekanntes
Zugriff auf bereits Bekanntes
Sich entfaltend
Sich wiederholend
Freiheit
Sicherheit
Verbindung
Trennung
Schafft Nähe
Schafft Distanz
Authentisch in Kontakt sein, Herzverbindung
Kopf-gesteuert, fehlende Herzensverbindung
Präsent im Jetzt
Ausgerichtet auf die Zukunft
Fördert Gemeinschaft und Prinzipien
Fördert Konkurrenz und Positionierung.
Basiert auf Erfahrungs-Realität.
Basiert auf verbaler Realität.
Ich bin.
Ich weiß.

Verstehen Sie das bitte nicht falsch. Die obige Gegenüberstellung meint nicht, Weisheit ist gut und Wissen/Verstand ist schlecht. Die Frage ist einfach, was Ihr Leben bestimmt und was dadurch möglich oder nicht möglich ist.

Der Verstand ist wichtig. Entscheidend ist jedoch, dass Sie aufhören, sich von Ihrem Verstand beherrschen und sich alles logisch vorgeben zu lassen, denn dadurch begrenzen Sie sich selbst. Der Verstand, der nach Konzepten und Sicherheit strebt hält Sie quasi in Ihrem eigenen Gefängnis gefangen. Die gute Nachricht ist: Bei diesem Gefängnis steckt der Schlüssel innen. Es liegt also in Ihrer Hand ein neues Experiment zu wagen und an eine Weisheitsquelle anzudocken, die zwar auf den ersten Blick (aus Sicht des Verstandes) weniger stabil zu sein scheint, die sich jedoch als absolut verlässlich entpuppt, sobald Sie ihr vertrauen. Verlässlicher, als der Verstand es jemals sein könnte.

Die Krux an der Geschichte ist jedoch, dass Sie an diese Weisheit nur unter einer Bedingung andocken können:
Um auf Ihre innere Weisheit zugreifen zu können ist es entscheidend, dass Sie sich von Ihrem Verstand abkoppeln. Uaaaaah, wie bitte? Sie haben richtig gelesen:

Weisheit kommt durch die Abkopplung vom Verstand.

Allein diese Vorstellung kann sehr beängstigend sein. Sie sollen plötzlich nicht mehr alles wissen, planen, logisch denken, analysieren und ein Konzept haben? Yep! So ist es. Und das ist bereits alles an schlechter Nachricht. Die gute Nachricht ist, dass Sie und alle anderen dann nur gewinnen können.

Lassen Sie mich ein Beispiel geben:
Kürzlich war ich auf einer Geburtstagsfeier eingeladen und kannte die Gastgeberin noch nicht lange. Rein vom Verstand her und anhand gesammelter Fakten konnte ich definitiv nicht sagen, was ich ihr zum Geburtstag mitbringen sollte. Also habe ich meiner inneren Weisheit die Frage gestellt „Was ist das passende Geburtstagsgeschenk?“ Postwendend kam die Antwort „Das Acryl-Bild, das Du vor einiger Zeit auf Leinwand gemalt hast.“

Es war spannend, was direkt im Anschluss passierte. Dieser erste Impuls fühlte sich absolut stimmig an. 5 Sekunden später hat sich jedoch der Verstand eingeklinkt und angefangen zu argumentieren: „Also Moment mal. Ich kenne sie ja nicht wirklich und weiß gar nicht, welchen Geschmack sie hat. Und ein Bild…also bitte, das ist ja wirklich gewagt. Was, wenn sie es scheußlich findet? Das wäre ja sehr peinlich. Nein, also ich kann doch einer quasi fremden Person kein Bild schenken, das zudem noch sehr wilde Farben und Muster hat.“ Der Geburtstag rückte näher. Einen Tag vor der Einladung holte ich das Bild aus dem Keller. Der Verstand versuchte die gleiche Gedankenschleife wieder und wieder runter zu leiern. Der Teil von mir, der gerne eine absolut sichere Lösung parat hat, hatte Angst. Doch ich habe mich entschieden, dem ersten, sehr klaren Impuls zu folgen und packte das Bild schön in Geschenkpapier ein. Am nächsten Tag kam die Stunde der Wahrheit. Die Gastgeberin packte das Bild aus und …… hat sich vor Begeisterung nicht mehr eingekriegt. Es seien genau ihre Farben und überhaupt fänd sie das Bild gigantisch. Einen Tag später schickte sie mir eine E-Mail und schrieb, dass sie das Bild nachts nach der Feier noch aufgehängt habe und sie es nun direkt von ihrem Schreibtisch aus den ganzen Tag sehen könne.

Wusste ich mit meinem analytischen Verstand, dass das Bild genau „ihre Farben“ enthielt? Nein. Wusste ich zuvor rein von der Logik, dass sie einen besonderen Bezug zu einer bestimmten Form auf dem Bild haben würde? Nein. Wusste ich mit meinem strukturierten Hirn überhaupt irgendetwas über ihren Geschmack? Nein. Aber meine innere Weisheits-Quelle wusste es. Hatte der logische Verstandes-Teil in mir Angst, diese völlig irrationale Idee umzusetzen? Ja.

Hier ein weiteres, etwas praktischeres Beispiel für die Herren unter Ihnen:
Kürzlich brauchte ich neue Winterreifen für mein Auto. Also informierte ich mich im Internet, welche Möglichkeiten es gab. Für diese Recherche nutzte ich zunächst einmal meinen analytischen Verstand; ich habe ihn also nur für diese Aktion bewusst eingeschaltet, um verschiedene Angebote zu vergleichen. Schließlich stieß ich auf eine Internetseite eines Reifenhändlers, der meine gewünschten Kompletträder zu einem sensationellen Preis anbot, der 100 Euro unter den Standardangeboten lag. Prima. Jetzt konnte ich meinen Verstand wieder ausschalten. Da ich noch einen Termin hatte, entschied ich mich, die Räder am nächsten Tag in Ruhe zu bestellen. Am nächsten Tag ging ich also wieder auf diese Internetseite und sah, dass der Preis gestiegen war. Auf meine Nachfrage bei besagtem Händler stellte sich heraus, dass es sich um Tagespreise handelte, die praktisch wie Börsenkurse schwanken können. Ergo: je mehr das Wetter Richtung Schnee tendiert und je mehr von den Reifen gekauft werden, desto mehr schnellt der Preis in die Höhe. Mein Verstand sagte also: „Sieh zu, dass Du die Dinger kaufst, bevor der Preis noch weiter steigt.“ Eine andere Weisheit in mir sagte jedoch „Warte bis morgen.“ Mein Verstand war in dem Moment total verwirrt, da ich ja live verfolgen konnte, wie der Preis stieg. Was tun? Ich spürte Angst, dem ersten Impuls zu folgen. Die finanziellen Beweise lagen schließlich auf der Hand. Letztendlich ließ ich mich von meinem Verstand überreden, zu dem noch einigermaßen günstigen Preis zu kaufen, bevor dieser weiter stieg. Dreimal dürfen Sie raten, was am nächsten Tag passiert ist. Ich schaute aus Neugier noch einmal auf der Internetseite nach und der Preis war um 15% unter meinen Kaufpreis gefallen, obwohl er am Vorabend noch um weitere 10% über meinen Preis gestiegen war. Die innere Weisheit hatte wieder einmal ihre Verlässlichkeit gegenüber dem rationalen Verstand bewiesen. Das war eine kleine Lehre für mich, direktes Feedback vom Universum sozusagen.

Diese Weisheits-Quelle wohnt in jedem von uns, in Männern wie in Frauen. Und: Sie können Sie jederzeit anzapfen. Wir müssen lediglich wieder Bewusstheit darüber erlangen, dass es diese Weisheit in uns gibt, diesen Teil in uns, der jederzeit mit allem verbunden ist, was im Universum existiert. Wir können sozusagen in jedem Moment alle Informationen herunterladen, die im jeweiligen Moment benötigt werden. Es funktioniert in jedem Lebensbereich, sei es im Job, zuhause mit der Familie oder beim Sport mit Freunden. Egal, ob Sie eine Präsentation beim Kunden halten müssen, eine schwierige Aufgabe zu lösen haben oder gerade eine neue Wohnung suchen.

Die Quizfrage die sich nun stellt ist: „Wie können Sie sich vom Verstand abkoppeln und ihn nur bei absoluter Dringlichkeit einschalten, während Sie sich ansonsten aus ihrer Weisheit heraus bewegen?“

Eine Möglichkeit ist, sich mit folgenden Übungen an die Abkopplung heranzutasten.

Experiment 1: Neuverkabelung von Angst
Als aller erstes ist es entscheidend, dass Sie einen neuen Bezug zur Angst entwickeln. Wenn für Sie Angst bedrohlich oder gefährlich ist, oder Sie den Glaubenssatz haben, dass man Angst um jeden Preis vermeiden sollte, weil man sonst als Feigling bezeichnet wird, stehen Sie sich selbst im Weg. Wenn Sie an Ihre innere Weisheit andocken wollen, bedeutet das zwangsläufig, dass Sie mehr und mehr im Nichts stehen. Das heißt, Sie WISSEN nicht mehr wie es geht. Es nicht zu wissen, keinen Plan zu haben, etwas nicht erklären zu können kann beängstigend sein. Somit ist es hilfreich Ihre Definition von Angst zu überprüfen. Welchen Begriff haben Sie mit Angst verbunden.

Sagen Sie einmal den Satz „Angst ist…“ und ergänzen Sie das fehlende Wort. Die meisten werden Definitionen haben wie „Angst ist schlecht“, „Angst ist bedrohlich“, „Angst ist blockierend.“ Wie auch immer ihre Definition lautet, in Ihrem Gehirn ist das rote Kabel mit der Aufschrift „Angst“, mit einem andersfarbigen Kabel mit einer Definition verbunden, was eine wenig zielführende Querverbindung darstellt. Suchen Sie einmal diese Kabelverbindung. Dann schneiden Sie das andersfarbige Kabel mit der Definition ab, sodass Sie nur noch das rote „Angst“-Kabel übrig haben. Welches Kabel würde genau zu dem roten „Angst“-Kabel passen?....Richtig, das andere rote Kabel mit der Aufschrift „Angst“. Suchen Sie es einmal in Ihrem Kopf. Wenn Sie es gefunden haben, stecken Sie diese beiden Kabel zusammen und verlöten Sie diese, damit die Verbindung stabil ist. Das ist wie eine energetische Operation. Wie heißt nun die neue Definition? „Angst ist…?“ Richtig, „ANGST IST ANGST“. Nur das. Angst ist Angst. Nichts weiter. Angst ist Angst. Ein Gefühl, das Sie für sich nutzen können.

Wenn Sie also Ihre innere Weisheit anzapfen und die Informationen, die sie von dort erhalten, nicht erklären können und folglich Angst spüren, sagen Sie einfach „Angst ist Angst. Ich fühle Angst, weil ich keinen Plan habe.“ Die Angst sagt Ihnen in dem Moment einfach nur, dass Sie sich in unbekanntes Gebiet begeben. Angst ist Angst.

Experiment 2: Sagen Sie „Ich weiß es nicht“
Ist es okay für Sie, „nicht zu wissen“? Beobachten Sie einmal im Alltag, wie Sie versuchen, Dinge zu erklären, oder eine Antwort zu haben, obwohl Sie vielleicht nicht wirklich eine klare Aussage treffen können. Der Mechanismus, eine Antwort parat zu haben, sitzt so tief in unseren Nervenzellen, dass die meisten Menschen Mühe damit haben, zu sagen „Ich weiß es nicht.“ In der Schule gab es dafür schließlich schlechte Noten. Ich lade Sie ein, diese Erinnerung den Abfluss hinunter zu spülen. Wenn Sie also das nächste Mal jemand etwas fragt und Sie die Antwort nur vage kennen, dann sagen Sie einfach einmal „Ich weiß es nicht“, anstatt sich eine halbgare Erklärung abzuringen. Üben Sie sich im Nichtwissen. Was kann schon passieren? Vielleicht werden Sie verdutzt angeschaut, doch im gleichen Moment sind Sie Vorbild für eine neue authentische Lebensart. Und vielleicht werden Sie sogar zunehmend feststellen, wie entspannend es ist, endlich nicht mehr alles logisch wissen zu müssen.

Experiment 3: Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Weisheits-Quelle
Sobald Sie mit der Angst und dem Nicht-Wissen ein wenig vertraut sind, verbinden Sie sich mit Ihrer Weisheits-Quelle. Jemand stellt Ihnen eine Frage? Halten Sie erst inne, bevor Sie antworten. Werden Sie still. Antworten Sie nicht blitzschnell aus dem Verstand. Schauen Sie stattdessen die Person an und atmen Sie weiter. Benutzen Sie dann Ihre Absicht, um Ihre Aufmerksamkeit auf die Weisheits-Quelle zu legen, die die Antwort auf die gestellte Frage kennt. Sprechen Sie dann, ohne vorher mit dem Verstand zu analysieren. Es könnte sein, dass Sie selbst überrascht sind, was aus Ihrem Mund kommt.

Oder Sie haben eine Frage, die Sie für sich beantwortet haben möchten? Stellen Sie Ihre Frage der inneren Weisheit und WISSEN SIE NICHT VORHER, was die Antwort wohl sein könnte. Üben Sie sich in absoluter Gelassenheit und Empfänglichkeit für den Impuls der kommt. Zu Beginn wird Ihr Verstand vielleicht noch versuchen dazwischen zu funken. Sobald die logisch, analytische Maschine anspringt, sagen Sie sofort „Ich weiß es nicht“. Dann ist der Verstand mit diesem Satz beschäftigt und die eigentliche Information von der Weisheits-Quelle kann zu Ihnen durchdringen. Es braucht ein wenig Übung.

Ich lade Sie ein, jeglichem Impuls zu vertrauen (sofern er nicht Ihr Leben gefährdet). Wenn Sie auf dem Heimweg den Impuls haben eine andere Straße entlang zu fahren, ohne dass es einen logischen Grund gibt, tun Sie das. Wenn Sie spontan den Impuls haben, auf eine bestimmte Veranstaltung zu gehen, obwohl Ihr Plan für den Abend eigentlich war, einen ruhigen Abend zuhause zu verbringen, gehen Sie zu der Veranstaltung. Seien Sie im Jetzt präsent. Denken Sie nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft. Nur im Jetzt, in diesem Moment haben Sie Zugang zur Quelle. Nur wenn Sie im Jetzt präsent sind ohne bereits alle Antworten parat zu haben, können Sie authentisch mit anderen Menschen in Kontakt sein und die Notwendigkeit erkennen, die der jeweilige Augenblick enthüllt.

Denn Weisheit hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit der Fähigkeit, sich mit dem Sein und der Quelle dessen, was jetzt gebraucht wird, zu verbinden. Sie werden erstaunt sein, was dann möglich wird.

Herzliche Grüße, 
Ihre Nicola Nagel


POTENZIALE LEBEN!

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