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Montag, 16. Januar 2017

Wie gestaltest Du Dein Leben? - Über die Kraft der Deklaration



Ein Phänomen zum Jahreswechsel ist, dass viele Menschen sich vornehmen, etwas zu verändern oder ihr Leben anders zu gestalten. Gute Vorsätze und Wünsche werden zuhauf in das Universum geschickt und zunächst ist bei den meisten auch die noble und aufrichtige Absicht vorhanden diese zu verfolgen. Umso erstaunlicher ist es, dass vor allem die vielen guten Vorsätze nach ein, zwei, drei Wochen schon wieder über Bord geworfen werden. Gründe und Einflussfaktoren gibt es dafür viele. Einer der entscheidenden Faktoren ist dabei jedoch die fehlende Kenntnis über die Kraft der Deklaration. 

Wir deklarieren fortwährend, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein. Wenn wir deklarieren, dann setzen wir fest, wie die Dinge für uns sind. Wir sagen „So ist es!“. Mit Hilfe von Deklarationen gestalten wir unser Leben, denn jede Deklaration formt eine Geschichte, die eine bestimmte Absicht verfolgt und in unserem Leben wirkt. Die Absicht kann dabei entweder verantwortlich oder unverantwortlich sein, Dir Kraft geben oder Dir Kraft entziehen, Dich mit Menschen verbinden oder trennen, Dein Leben leichter oder schwieriger gestalten. 

Im Leben passieren fortwährend Dinge. Wir machen verschiedene Erfahrungen, treffen unterschiedliche Menschen, arbeiten möglicherweise in Firmen, reisen, etc. Die Krux dabei ist: egal, was passiert, wir können die Dinge nicht neutral belassen. Wir sind großartige Geschichtenmacher und geben den Dingen gerne eine Bedeutung bzw. interpretieren sie nach unserer Sichtweise. Wenn Du beispielsweise mit dem Zug fahren willst und der Zug Dir am Bahnhof genau vor der Nase wegfährt, dann wirst Du wahrscheinlich nicht neutral sagen: „Der Zug ist abgefahren.“ Dein Verstand ist eine blitzschnelle, bedeutungsgebende Maschine und wird sofort Beweise für eine hieb- und stichfeste Geschichte finden, die Du dann deklarierst. Eine unverantwortliche Deklaration könnte beispielsweise lauten: „Verdammt. Ich bin ein Idiot. Jetzt bin ich zu spät. Ich bin nicht früh genug von zuhause losgelaufen.“ Schon bist Du in dem unverantwortlichen Modus, der dich eventuell genervt sein lässt und Dir Energie raubt. Eine Alternative wäre, eine Geschichte zu deklarieren, die eine andere, verantwortliche Absicht hat und Dir mehr Kraft gibt. Diese könnte beispielsweise wie folgt lauten: „Oh, der Zug ist weg. Das ist direktes Feedback vom Universum. Danke, dass ich eine Lehrstunde in Sachen Pünktlichkeit und Kreativität bekomme. Mal sehen, welche interessanten Möglichkeiten ich jetzt habe?“

Insbesondere im zwischenmenschlichen Bereich wird die unterschiedliche Wirkungsweise von Deklaration deutlich. Wenn Dein Partner, einer Deiner Freunde  oder Dein Chef beispielsweise schlecht gelaunt ist und etwas patzig reagiert, kannst Du unterschiedliche Geschichten deklarieren. Ein Teil in Dir – der unverantwortliche Gremlin Anteil bzw. Dein innerer genervter Schweinehund - deklariert möglicherweise folgendes: „Wie ist er/sie denn wieder drauf? Meine Güte, der/die ist ja wieder nicht zum Aushalten. Ich kann das nicht ertragen. Der /Die ist wirklich nervig.“ Das Resultat dieser Deklaration wird sein, dass Du möglicherweise ebenfalls pampig reagierst, Dich zurück ziehst, Groll aufbaust und dadurch eine gewisse Distanz bzw. Trennung in der Beziehung oder Freundschaft entsteht. Deklarierst Du hingegen bewusst etwas anderes, kannst Du trotzdem in Deiner Kraft und mit der Person in Verbindung bleiben: „Er/sie ist ein temperamentvoller Mensch. Ich schätze die vielfältigen Facetten an ihr/ihm. Im Herzen ist er/sie ein feiner Mensch. Heute ist er/sie möglicherweise etwas müde und überarbeitet.“

Deklarieren hat dabei nichts mit positivem Denken zu tun. Es hat vielmehr damit zu tun, ob Du bewusst deklarierst, Dir also Deiner Absicht bewusst bist (verantwortliche oder unverantwortliche Absicht) und eine entsprechende Empfindung dazu im Körper hast.

Deklarieren mit IST-Kleber
Wir deklarieren, indem wir bestimmte Hilfswörter verwenden, um unsere Geschichten zusammen zu kleben. Diese Hilfswörter können als sogenannter Ist-Kleber bezeichnet werden. IST-Kleber erscheint in Form beliebiger folgender Konjugationen, die mit dem Wort IST/SEIN verwandt sind, beispielsweise: ist, sind, bin, war, waren, hat, habe(n), hatte(n), hätte(n), muss, musste(n), müssen, will, wollen, wollte(n), wird, werde(n), würde(n), kann, können, konnte(n), soll, sollen, sollte, etc. sowie die entsprechenden Verneinungsformen (ist nicht, bin nicht, etc.).

Hier einige Beispiele für Deklarationen mit Ist-Kleber: Mein Chef IST ein Depp! Das IST unmöglich! Ich KANN das NICHT tun! Ich BIN erschöpft! Das Wetter IST schrecklich! Das IST ein wundervoller Tag! Wir SIND ein tolles Team!

Wichtig ist zu wissen, dass Du für jede Geschichte, die Du deklarierst, zig Beweise finden kannst, egal, ob Du eine Geschichte mit einer bewussten, verantwortlichen Absicht deklarierst, oder eine Geschichte mit einer unbewussten, unverantwortlichen Absicht. Du kannst über ein und dieselbe Sache oder Person, völlig gegenteilige Geschichten deklarieren und wirst für jede Variante sofort Beweise finden. Versuche es direkt einmal:

Experiment 1: Unterschiedliche Deklarationen benutzen
Sieh Dich um und wähle einen Gegenstand der vor Dir liegt, z. B. einen Kugelschreiber. Deklariere nun die erste Geschichte über diesen Stift, z. B. „Dieser Stift ist total hässlich. Schau ihn Dir an. Er ist alt, und dieses Retro Design ist ein Witz, denn er ist alles andere als modern. Ich sollte ihn nicht mehr nutzen.“ Dann wechsle die Perspektive und deklariere etwas völlig anderes über den gleichen Kugelschreiber: “Ha! Hast Du den Stift gesehen? Der ist erstaunlich. Er ist perfekt, um damit zu schreiben, denn er hat diesen griffigen Teil hier für die Finger. Und das Design ist wirklich außergewöhnlich. Der Designer hat einen Sinn für Tradition und hat den Stift in altem Stil erfunden. Endlich mal ein Kugelschreiber, der Spaß macht.“ Wähle dann weitere Objekte und übe ein wenig, indem Du unterschiedliche Deklarationen triffst. Beobachte dabei, was die unterschiedlichen Deklarationen mit Deiner Stimmung und Deiner Energie machen. Welche geben Dir mehr Kraft?

Sobald wir Beweise gesammelt haben (und das macht der Verstand meist in Lichtgeschwindigkeit), identifizieren wir uns mit der deklarierten Geschichte, als würden wir einen hautengen Overall tragen, der sich nicht mehr von unserem Körper unterscheiden lässt. Wir werden regelrecht zu der deklarierten Geschichte und glauben sie auch noch.

Wie sieht es nun aus, wenn Du gute Vorsätze für das neue Jahr gefasst hast, z. B. „Ich werde mehr Sport machen“ oder „Ich werde mir mehr Zeit für die Familie nehmen“? Was häufig mit guten Vorsätzen oder Wünschen passiert ist, dass sie durch anders lautende, unbewusste Deklarationen untergraben werden und Dich letztendlich aufgeben lassen. Sehr bekannte Deklarationen sind in diesem Zusammenhang:

·         Ich kann das nicht!
·         Ich habe keine Zeit!
·         Mir ist das zu viel!
·         Ich kann ja eh nichts ändern!
·         Der/Die ist ein Idiot!

Mit dieser Art unverantwortlicher Deklaration kreierst Du sogenanntes niederes Drama, d. h. Du erzeugst eine Opfergeschichte, die Dich als Opfer der Umstände charakterisiert. Das ist die üblichste Geschichte in unserer Gesellschaft und nicht gut und nicht schlecht. Diese Art Deklaration produziert einfach nur Resultate in Deinem Leben, die Du möglicherweise nicht möchtest. Wenn Du jedoch eine verantwortliche Geschichte durch Deklaration erzeugst, veränderst Du die Absicht und wechselst dadurch vom Opfer-Modus hin zum Schöpfer-Modus, der besagt: Du hast das Geschehen herbeigeführt! Du selbst bist die Ursache. Das mag zunächst nicht fair erscheinen. Radikale Verantwortung ist nicht fair. Dafür erhältst Du durch die neue Haltung kraftvolle, neue Möglichkeiten.

Experiment 2:
Schreibe einmal auf, welche unverantwortlichen Deklarationen Du in Bezug auf Deine Vorsätze, Dein Leben, Deine Beziehungen hast. Was deklarierst Du über Dich, über andere Menschen? Wo deklarierst Du Geschichten, die Dir Kraft entziehen?


Um etwas anderes in Deinem Leben zu erschaffen und auch Deine guten Vorsätze und Wünsche in die Realität umzusetzen, ist es notwendig, dass Du Deine alten, unverantwortlichen Deklarationen auseinander nimmst und neue, verantwortliche Deklarationen verwendest, die Dir Kraft geben. Bei den gerade genannten Sätzen könnte das beispielsweise wie folgt lauten:

·         Ich kann um Hilfe bitten
·         Ich bin eine Zeitmacherin / ein Zeitmacher und entscheide, für was ich Zeit mache
·         Ich kann mir Entspannungszeiten kreieren
·         Ich bin eine Möglichkeiten-Erschafferin
·         Der/Die ist wie er ist. Ich kann dafür Dinge ändern

Experiment 3:
Nimm nun die Sätze, die Du aufgelistet hast, auseinander. Die Konjugationen sind nur Ist-Kleber und wenn Du diese löscht, hast Du auf der einen Seite beispielsweise nur noch „Ich“ und „das nicht“ oder „Ich“ und auf der anderen Seite „keine Zeit“. Da Dir die alten Deklarationen keine Kraft gegeben haben, behalte im konkreten Beispiel nun ausschließlich das „Ich“ und lege  den anderen Satzteil zur Seite. Nun erlaube Dir, erfinderisch zu sein und deklariere eine völlig neue Geschichte. Wichtig ist dabei, dass es kein utopischer oder alberner Satz wird, denn das wäre Dein Gremlin bei dem Versuch das Experiment zu zerstören. Es sollte vielmehr ein Satz sein, der Dir Kraft gibt. du kannst in Deinem Körper direkt spüren, ob Dir die neue Deklaration mehr Kraft gibt. Wie könnte eine neue Deklaration für Dich lauten? 


Sobald Du einen neuen, kraftvollen Satz deklariert hast, steige einmal in diese Geschichte hinein, indem Du Dir vorstellst, Du würdest sie wie einen Overall anziehen. Fühl Dich in die Geschichte rein. Gibt sie Dir Kraft? Möchtest Du diese Deklaration gerne behalten?

Hier noch einmal eine kurze Übersicht über die unterschiedliche Wirkungsweise von unverantwortlichem, unbewussten Deklarieren und verantwortlichem, bewussten Deklarieren.


Unverantwortliche Deklaration
Verantwortliche Deklaration
Entzieht Dir Kraft
Gibt Dir Kraft
Trennt Dich von Menschen
Verbindet Dich mit Menschen
Unbewusst
Bewusst
Schränkt Dich ein
Gibt Dir neue Möglichkeiten
Erzeugt sog. niederes Drama
Erzeugt sog. Hohes Drama
Du bist Opfer der Umstände
Du führst das Geschehene herbei
Vermiest Dir die Laune
Lässt Dich beschwingt vorwärts gehen
Lässt Dich aufgeben
Lässt Dich weiter probieren

Du bestimmst mit Hilfe der Art Deiner Deklaration selbst, was in diesem Moment möglich ist. Um gute Vorsätze und Wünsche in die Realität umzusetzen, ist es notwendig, Dir in jedem Moment (jetzt… und jetzt… und jetzt…) darüber bewusst zu sein, welche Deklarationen und damit Geschichte Du in Dir hältst. Die Welt ist reich an Beweisen, daher kannst Du zu allem irgendeine Geschichte erfinden und diese deklarieren. Es geht dabei nicht um gut oder schlecht. Es geht um verantwortliches oder unverantwortliches Kreieren.

Abschließend würde ich gerne noch eine berührende, wahre Geschichte mit Dir teilen, die die Kraft der Deklaration deutlich macht. Sie handelt von Thomas Edison, dem genialen Erfinder. 

Eines Tages kam Thomas Edison von der Schule nach Hause und gab seiner Mutter einen Brief. Er sagte ihr: "Mein Lehrer hat mir diesen Brief gegeben und sagte mir, ich solle ihn nur meiner Mutter zu lesen geben." Die Mutter hatte die Augen voller Tränen, als sie dem Kind laut vorlas: "Ihr Sohn ist ein Genie. Diese Schule ist zu klein für ihn und hat keine Lehrer, die gut genug sind, ihn zu unterrichten. Bitte unterrichten Sie ihn selbst."

Viele Jahre nach dem Tod der Mutter, Edison war inzwischen einer der größten Erfinder des Jahrhunderts, durchsuchte er eines Tages alte Familiensachen. Plötzlich stieß er in einer Schreibtischschublade auf ein zusammengefaltetes Blatt Papier. Er nahm es und öffnete es. Auf dem Blatt stand geschrieben: "Ihr Sohn ist geistig behindert. Wir wollen ihn nicht mehr in unserer Schule haben."

Edison weinte stundenlang und dann schrieb er in sein Tagebuch: "Thomas Alva Edison war ein geistig behindertes Kind. Durch eine heldenhafte Mutter wurde er zum größten Genie des Jahrhunderts." Da Edisons Mutter das Wesen ihres Sohnes wirklich gesehen und erkannt hat, konnte er das Beste hervorbringen, was in ihm war. In der Schule hätte er sich nicht so entwickeln können.

Bist Du bereit, die Kraft der Deklaration für Dein Leben zu nutzen?

Herzlich Grüße,
Nicola Nagel

P. S. Die grundlegenden Fertigkeiten, um kraftvoll deklarieren zu können und voll präsent in Deine Kraft zu kommen, kannst Du übrigens in den sogenannten Expand The Box Trainings und Possibility Laboratorien erlernen und erfahren. Ein echtes Erlebnis! Mehr dazu finden Sie auf: http://www.viva-essenza.com/66/privattraining/expand-the-box-training

Mittwoch, 14. Januar 2015

Gute Vorsätze versus klare Entscheidungen



Das neue Jahr 2015 ist angebrochen. Ein Jahreswechsel ist für viele Menschen die Zeit, Dinge zu überdenken und den Wunsch zu nähren, sie in neue Bahnen zu lenken. Wie oft wird insbesondere am Silvesterabend die klassische Frage gestellt: „Und, was sind Deine guten Vorsätze für das neue Jahr?“ bzw. „Na, was hast Du Dir so vorgenommen für das neue Jahr?“ Mir wurden genau diese Fragen um Mitternacht gestellt. Als ich kurz und klar antwortete „Ich habe keine!“ bzw. „Nichts!“ und mit der anderen Person einfach in Kontakt blieb, indem ich ihr in die Augen schaute, war ein kurzes Verdutzt-Sein beim Gegenüber spürbar. Viele Menschen geben auf solch eine Frage für gewöhnlich ausführliche Antworten darüber, was sie sich alles wünschen und hoffen, im neuen Jahr umzusetzen. Doch wie viele gute Vorsätze werden tatsächlich umgesetzt? Wie viele Tage vergehen im Durchschnitt, bevor der gute Vorsatz schon wieder vergessen ist und der Gremlin (der König Ihrer eigenen Unterwelt) wieder die Oberhand in Ihrem Leben gewinnt und seine unbewussten Schattenabsichten verfolgt? Wie schnell frisst der Alltag Ihre Vorsätze auf und fällt Ausreden zum Opfer wie: „Ich habe gerade keine Zeit dafür. Das mache ich später.“, „Das ist mir jetzt zu anstrengend.“, „Ich habe gerade kein Geld dafür.“ etc. Es gibt plötzlich zig Gründe und Beweise dafür, dass der ach so gute Vorsatz  nicht eingehalten werden kann oder zumindest abgeschwächt oder verwässert werden muss.

Es ist allerdings ziemlich offensichtlich, warum viele gute Vorsätze letztendlich nicht in die Realität umgesetzt werden: Ein guter Vorsatz ist KEINE klare Entscheidung!

Während eine klare Entscheidung eindeutig ist und entsprechend Konsequenzen nach sich zieht, ist ein guter Vorsatz schwammig, nebulös und impliziert keinerlei Konsequenzen. Ein guter Vorsatz lässt allerlei Hintertürchen offen, die Ihrem Gremlin erlauben, das Steuer zu übernehmen und Sie einschlafen zu lassen. Im Gegensatz zu einer klaren Entscheidung hat ein guter Vorsatz nichts mit Verpflichtung zu tun. Ein guter Vorsatz basiert auf der Hoffnung, dass in Zukunft alles besser wird und die Dinge sich ändern, doch nach Möglichkeit nur im Maße der Bequemlichkeit Ihres Egos und Ihres Gremlins. Sobald es zu unbequem wird (sprich sich die Person selbst verändern müsste) werden gute Vorsätze schnell aufgegeben. Gute Vorsätze sind bei vielen Menschen sehr stark von den äußeren Umständen abhängig, sprich, der gute Vorsatz hält genau so lange an, bis Ihr Partner, Ihr Chef oder Ihre Freundin einen roten Knopf bei Ihnen drückt oder die Umstände im Außen einfach nicht so sind, wie Sie es gerne hätten.

Gute Vorsätze sind ein irrwitziges Spiel des Gremlins. Schon allein die Bezeichnung „guter“ Vorsatz für das neue Jahr zeigt, dass die Schattenwelt aktiv ist, denn die Einteilung in „gut“ und „schlecht“ ist an sich bereits eine Schattenabsicht. An welcher Bewertungsskala wird „gut“ oder „schlecht“ gemessen?  Ziehen Sie einmal in Betracht, dass Ihr Gremlin - der König Ihrer eigenen Unterwelt - einen Heidenspaß daran hat, wenn Sie einen guten Vorsatz nicht in die Realität umsetzen und sich anschließend möglicherweise dafür fertig machen. Genau das ist das Ziel des Gremlins: Sie oder andere in die dunkle Unterwelt hinabzuziehen. Das ist seine Lieblingsspeise.

Anders ist es bei einer klaren Entscheidung, deren Absicht tatsächliche Veränderung bzw. Klarheit ist. Wenn Sie eine glasklare Entscheidung treffen, dann lassen Sie nicht zu, dass Ihr Gremlin ein Spiel mit Ihnen spielt. Eine klare Entscheidung hat Konsequenzen, die Sie bereit sind zu tragen. Während Sie bei einem guten Vorsatz „mal schauen“ wie sich die Dinge so entwickeln und Sie unter Umständen erst einmal vor sich hindümpeln, sorgt eine klare Entscheidung dafür, dass Sie in Aktion treten. Das liegt in der Natur der Entscheidung, die mit dem Grundgefühl und der Kraft der Wut getroffen wird. Eine klare Entscheidung hat einen gewissen Drall und basiert auf Verpflichtung und Disziplin. (Falls Sie zu den Menschen gehören, die keine klaren Entscheidungen treffen können, ziehen Sie einmal in Betracht, dass es daran liegen könnte, dass Sie keinen Zugang zu Ihrer Wut-Kraft haben).

Interessant ist zudem, dass gute Vorsätze meist in besonderen oder sentimentalen Momenten gefasst werden (wie z. B. an Silvester). Ist das nicht absurd? Der 1. Januar ist zeitlich nur einen Wimpernschlag weiter als der 31. Dezember, doch genau dann fassen viele Menschen gute Vorsätze für das neue Jahr. Es ist erstaunlich, welche Bedeutung die Menschen einem Datum geben. Wird der gute Vorsatz dann doch nicht eingehalten, heißt es schnell „Okay, dann nehme ich mir das für das nächste Jahr vor“. Und schon hat der Gremlin sie dann für den Rest des laufenden Jahres im Griff, bevor am nächsten Silvesterabend das gleiche Spiel von vorne beginnt.

Für eine klare Entscheidung brauchen Sie keinen außergewöhnlichen Moment. Eine klare Entscheidung können Sie in jedem Moment treffen. Wie groß ist ein Moment? Das kann individuell unterschiedlich empfunden werden. Ein Moment, in dem Sie auf eine heiße Herdplatte fassen, ist viel zu lang und ein Moment, in dem Sie ihren Partner küssen, ist möglichweise viel zu kurz. Eine klarere, zeitliche Definition könnte lauten: ein Entscheidungs-Moment dauert 3 Sekunden. Wieso genau 3 Sekunden? Nun, 1 Sekunde für die klare Entscheidung und 2 Sekunden, damit diese Entscheidung in Ihrem Körper landet. Genau das passiert nämlich bei einer klaren Entscheidung, von der Sie überzeugt sind. Sie landet in Ihrem Körper und gibt Ihnen Kraft. Diese Kraft verstärkt sich, wenn Sie darüber hinaus eine Entscheidung ohne Grund treffen. Eine klare Entscheidung braucht keine Gründe. Wenn Sie aus einem Grund eine Entscheidung treffen, wer hat dann die Kraft, Sie oder der Grund? Der Grund hat dann die Kraft. Nehmen Sie einmal das einfache Beispiel „Ich gehe heute nicht spazieren, weil es stürmisch ist“. Wer hat die Kraft? Es wäre in dem Fall der Sturm. Wenn Sie nur sagen „Ich gehe heute nicht joggen“, dann haben Sie die Kraft. Machen Sie in den nächsten Tagen einmal folgendes Experiment, um den Unterschied im Körper wahrzunehmen: Wenn Sie beispielsweise das nächste Mal zu einem Abendessen oder einer Veranstaltung eingeladen werden und Sie merken, dass Sie keine Lust haben, sagen Sie einfach nur: „Danke für die Einladung und dass Ihr an mich/uns gedacht habt. Ich bin dieses Mal nicht dabei. Gerne das nächste Mal wieder.“ Punkt. Ende. Keine Rechtfertigung. Keine Diskussion (ausgenommen, die andere Person fragt dann nach dem Warum). Sie werden merken, dass diese Art klare Entscheidung Ihnen Kraft gibt.

Im Unterschied zu einer klaren Entscheidung landet ein guter Vorsatz nicht in Ihrem Körper. Vielmehr schwirrt er als Zukunfts-Wunsch-Wolke außen vor oder um Ihren Kopf herum, gibt Ihnen jedoch keine klare Richtung. Somit ist er realitätsfern, während eine Entscheidung realitätsnah ist. Eine klare Entscheidung sorgt dafür, dass Sie Dinge in die Realität umsetzen.

Solange Sie keine klare Entscheidung treffen, kommen Sie nicht vorwärts. Entscheidung erzeugt Notwendigkeit. Wenn Sie eine klare Entscheidung treffen, dann entsteht die Notwendigkeit, dass sich die Dinge neue ordnen. Ziehen Sie einmal in Betracht, dass das Universum die Fäden erst dann neue ziehen kann, wenn Sie sich klar entschieden haben, in welche Richtung Sie gehen wollen. So lange Sie vor sich hindümpeln, weiß das Universum auch nicht, was es tun soll. Sie können sogar eine klare Entscheidung treffen, BEVOR Sie wissen, wie etwas geht. Die Tatsache, dass Sie sich klar und überzeugt für etwas entscheiden, bringt die Dinge ins Rollen. Über das WIE müssen Sie sich gar keine Sorgen machen.

Genau das ist jedoch auch ein Grund, warum, viele Menschen lieber an guten Vorsätzen festhalten, als sich klar zu entscheiden. Sie haben Angst vor den Konsequenzen, Angst vor Veränderung oder auch Angst vor den Reaktionen anderer. Das ist das Risiko. Eine klare Entscheidung kann durchaus bedeuten, dass Sie Neuland betreten oder sich bei anderen unbeliebt machen. Doch wenn eine andere Person ein Problem mit einer klaren Entscheidung Ihrerseits hat, wessen Problem ist es dann? Klare Entscheidungen haben im Gegensatz zu guten Vorsätzen nicht unbedingt etwas mit Bequemlichkeit zu tun. Die Absicht ist Klarheit und/oder Veränderung.

Was machen Sie nun, wenn Sie gerne einen guten Vorsatz in eine klare Entscheidung umwandeln möchten, ohne dass der Gremlin das Steuer übernimmt? Sie können sich Unterstützung holen und beispielsweise mit einer Freundin oder einem Bekannten ein sogenanntes Piraten-Abkommen schließen. Sie kennen möglicherweise den Piraten Captain Jack Sparrow aus dem Film „Fluch der Karibik“. Piraten scheren sich nicht um Regeln oder gesellschaftliche Etikette. Wie sieht so ein Piratenabkommen aus? Es besteht aus zwei Teilen.

TEIL 1: Sie (Pirat 1) bitten eine andere Person (Pirat 2) um Unterstützung, damit Sie beispielsweise Ihre Entscheidung endlich ein Buch zu schreiben, einen Tanzkurs zu besuchen oder eine bestimmte Reise zu planen, in die Tat umsetzen.  Sie setzten mit Pirat 2 ein realistisches, aber knackiges Datum fest, bis wann Sie in Aktion getreten sind und die Dinge realisiert haben. Pirat 2 verpflichtet sich, Sie jede Woche mindestens einmal (oder mehrmals) anzurufen, um von Ihnen zu hören, wie der aktuelle Stand des Vorankommens ist. Pirat 2 unterstützt Sie in jeder Hinsicht.

TEIL 2: Ein Piratenabkommen wäre kein Piratenabkommen, wenn es nicht piraten-mäßig unangenehme Konsequenzen hätte, falls es gebrochen wird. Damit Ihr Gremlin Ihre Entscheidung und Ihr Vorankommen nicht boykottiert oder zunichte macht, vereinbaren Sie mit Pirat 2 eine unangenehme Konsequenz, falls Sie es bis zum vereinbarten Zieltermin nicht schaffen. Hier ein paar Beispiele für unangenehme Piratenkonsequenzen bei Überschreitung des Zieltermins:

  • Pirat 2 erhält Ihre Kreditkarte und darf damit so lange einkaufen gehen, bis Sie Ihr Ziel erreicht haben.
  • Sie halten im Gemeindesaal Ihres Ortes innerhalb von 3 Wochen einen öffentlichen Vortrag über das Thema Verpflichtung (und Pirat 2 hilft Ihnen beim Organisieren).
  • Sie stellen sich in Piratenverkleidung (Vollausstattung von Captain Jack Sparrow) auf dem Marktplatz auf ein Podest und interviewen die Leute zu einem Thema, das Pirat 2 Ihnen vorgibt. Pirat 2 begleitet Sie zu diesem Event, stellt sicher, dass Sie richtig ausgestattet sind und macht Fotos von Ihnen.
  • Pirat 2 lässt sich weitere peinliche und unangenehme Konsequenzen für Sie einfallen.

Wichtig ist, dass die Konsequenz für Sie unangenehm, herausfordernd und/oder peinlich ist. Das gewährleistet die Dringlichkeit Ihres Vorankommens beim Umsetzen Ihrer Entscheidung. Und – seien Sie gewarnt: Ein Piratenabkommen ist kein lustiger Scherz, sondern ein echter, ernst gemeinter Deal. Machen Sie sich das bewusst, bevor Sie das Abkommen per Piraten-Handschlag besiegeln. Alles klar soweit?

Im Folgenden noch einmal die wesentlichen Unterschiede zwischen klaren Entscheidungen und guten Vorsätzen.

Gute Vorsätze:
Klare Entscheidungen:
Haben eine schwammige, nebulöse Energie
Sind eindeutig. (z. B. „A“ oder „B“, „ja“ oder „nein“)
Haben keine klaren Konsequenzen.
Haben Konsequenzen
Lassen Hintertürchen offen => der Gremlin sitzt am Steuer
Lassen keine Hintertürchen offen => Sie sitzen am Steuer
Geben Ihnen temporär ein „gutes“ Gefühl, aber keine Kraft
Geben Ihnen die Kraft (vor allem, wenn sie ohne Grund getroffen werden)
Lassen Sie vor sich hindümpeln und Sie nicht zielgerichtet in Aktion treten
Lassen Sie in Aktion treten
Werden in einem „besonderen“ oder sentimentalen Moment getroffen
Können alle 3 Sekunden neu getroffen werden
Sind selten ernst gemeint
Werden mit Wutkraft getroffen
Haben keine klare Richtung
Haben und geben eine Richtung
Implizieren keinerlei Verpflichtung
Gehen mit Verpflichtung einher
Haben die Absicht Dinge so wenig wie möglich zu verändern bzw. nur im Rahmen der Bequemlichkeit Ihres Egos bzw. Gremlins
Haben die Absicht von tatsächlicher Veränderung
Haben keinen „Drive“. Gefahr, dass der Gremlin Sie schnell wieder einschlafen lässt
Haben einen gewissen „Drive“, der innerlich spürbar ist
Basieren auf der Hoffnung, dass sich die Dinge hoffentlich zum Besseren ändern
Basieren auf Überzeugung und den Hellen Prinzipien von Klarheit und Disziplin
Ihre Kraft liegt in der Zukunft
Ihre Kraft liegt im JETZT. Eine Entscheidung kann nur JETZT getroffen werden
Sind realitätsfern
Sind realitätsnah
Schwirren als Zukunfts-Wunsch-Wolke um/vor Ihrem Kopf Sie herum
Landen in Ihrem Körper

In diesem Sinne viel Entscheidungskraft und Spaß im Veränderungsprozess.

Herzliche Grüße,
Ihre Nicola Nagel



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