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Montag, 16. Januar 2017

Wie gestaltest Du Dein Leben? - Über die Kraft der Deklaration



Ein Phänomen zum Jahreswechsel ist, dass viele Menschen sich vornehmen, etwas zu verändern oder ihr Leben anders zu gestalten. Gute Vorsätze und Wünsche werden zuhauf in das Universum geschickt und zunächst ist bei den meisten auch die noble und aufrichtige Absicht vorhanden diese zu verfolgen. Umso erstaunlicher ist es, dass vor allem die vielen guten Vorsätze nach ein, zwei, drei Wochen schon wieder über Bord geworfen werden. Gründe und Einflussfaktoren gibt es dafür viele. Einer der entscheidenden Faktoren ist dabei jedoch die fehlende Kenntnis über die Kraft der Deklaration. 

Wir deklarieren fortwährend, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein. Wenn wir deklarieren, dann setzen wir fest, wie die Dinge für uns sind. Wir sagen „So ist es!“. Mit Hilfe von Deklarationen gestalten wir unser Leben, denn jede Deklaration formt eine Geschichte, die eine bestimmte Absicht verfolgt und in unserem Leben wirkt. Die Absicht kann dabei entweder verantwortlich oder unverantwortlich sein, Dir Kraft geben oder Dir Kraft entziehen, Dich mit Menschen verbinden oder trennen, Dein Leben leichter oder schwieriger gestalten. 

Im Leben passieren fortwährend Dinge. Wir machen verschiedene Erfahrungen, treffen unterschiedliche Menschen, arbeiten möglicherweise in Firmen, reisen, etc. Die Krux dabei ist: egal, was passiert, wir können die Dinge nicht neutral belassen. Wir sind großartige Geschichtenmacher und geben den Dingen gerne eine Bedeutung bzw. interpretieren sie nach unserer Sichtweise. Wenn Du beispielsweise mit dem Zug fahren willst und der Zug Dir am Bahnhof genau vor der Nase wegfährt, dann wirst Du wahrscheinlich nicht neutral sagen: „Der Zug ist abgefahren.“ Dein Verstand ist eine blitzschnelle, bedeutungsgebende Maschine und wird sofort Beweise für eine hieb- und stichfeste Geschichte finden, die Du dann deklarierst. Eine unverantwortliche Deklaration könnte beispielsweise lauten: „Verdammt. Ich bin ein Idiot. Jetzt bin ich zu spät. Ich bin nicht früh genug von zuhause losgelaufen.“ Schon bist Du in dem unverantwortlichen Modus, der dich eventuell genervt sein lässt und Dir Energie raubt. Eine Alternative wäre, eine Geschichte zu deklarieren, die eine andere, verantwortliche Absicht hat und Dir mehr Kraft gibt. Diese könnte beispielsweise wie folgt lauten: „Oh, der Zug ist weg. Das ist direktes Feedback vom Universum. Danke, dass ich eine Lehrstunde in Sachen Pünktlichkeit und Kreativität bekomme. Mal sehen, welche interessanten Möglichkeiten ich jetzt habe?“

Insbesondere im zwischenmenschlichen Bereich wird die unterschiedliche Wirkungsweise von Deklaration deutlich. Wenn Dein Partner, einer Deiner Freunde  oder Dein Chef beispielsweise schlecht gelaunt ist und etwas patzig reagiert, kannst Du unterschiedliche Geschichten deklarieren. Ein Teil in Dir – der unverantwortliche Gremlin Anteil bzw. Dein innerer genervter Schweinehund - deklariert möglicherweise folgendes: „Wie ist er/sie denn wieder drauf? Meine Güte, der/die ist ja wieder nicht zum Aushalten. Ich kann das nicht ertragen. Der /Die ist wirklich nervig.“ Das Resultat dieser Deklaration wird sein, dass Du möglicherweise ebenfalls pampig reagierst, Dich zurück ziehst, Groll aufbaust und dadurch eine gewisse Distanz bzw. Trennung in der Beziehung oder Freundschaft entsteht. Deklarierst Du hingegen bewusst etwas anderes, kannst Du trotzdem in Deiner Kraft und mit der Person in Verbindung bleiben: „Er/sie ist ein temperamentvoller Mensch. Ich schätze die vielfältigen Facetten an ihr/ihm. Im Herzen ist er/sie ein feiner Mensch. Heute ist er/sie möglicherweise etwas müde und überarbeitet.“

Deklarieren hat dabei nichts mit positivem Denken zu tun. Es hat vielmehr damit zu tun, ob Du bewusst deklarierst, Dir also Deiner Absicht bewusst bist (verantwortliche oder unverantwortliche Absicht) und eine entsprechende Empfindung dazu im Körper hast.

Deklarieren mit IST-Kleber
Wir deklarieren, indem wir bestimmte Hilfswörter verwenden, um unsere Geschichten zusammen zu kleben. Diese Hilfswörter können als sogenannter Ist-Kleber bezeichnet werden. IST-Kleber erscheint in Form beliebiger folgender Konjugationen, die mit dem Wort IST/SEIN verwandt sind, beispielsweise: ist, sind, bin, war, waren, hat, habe(n), hatte(n), hätte(n), muss, musste(n), müssen, will, wollen, wollte(n), wird, werde(n), würde(n), kann, können, konnte(n), soll, sollen, sollte, etc. sowie die entsprechenden Verneinungsformen (ist nicht, bin nicht, etc.).

Hier einige Beispiele für Deklarationen mit Ist-Kleber: Mein Chef IST ein Depp! Das IST unmöglich! Ich KANN das NICHT tun! Ich BIN erschöpft! Das Wetter IST schrecklich! Das IST ein wundervoller Tag! Wir SIND ein tolles Team!

Wichtig ist zu wissen, dass Du für jede Geschichte, die Du deklarierst, zig Beweise finden kannst, egal, ob Du eine Geschichte mit einer bewussten, verantwortlichen Absicht deklarierst, oder eine Geschichte mit einer unbewussten, unverantwortlichen Absicht. Du kannst über ein und dieselbe Sache oder Person, völlig gegenteilige Geschichten deklarieren und wirst für jede Variante sofort Beweise finden. Versuche es direkt einmal:

Experiment 1: Unterschiedliche Deklarationen benutzen
Sieh Dich um und wähle einen Gegenstand der vor Dir liegt, z. B. einen Kugelschreiber. Deklariere nun die erste Geschichte über diesen Stift, z. B. „Dieser Stift ist total hässlich. Schau ihn Dir an. Er ist alt, und dieses Retro Design ist ein Witz, denn er ist alles andere als modern. Ich sollte ihn nicht mehr nutzen.“ Dann wechsle die Perspektive und deklariere etwas völlig anderes über den gleichen Kugelschreiber: “Ha! Hast Du den Stift gesehen? Der ist erstaunlich. Er ist perfekt, um damit zu schreiben, denn er hat diesen griffigen Teil hier für die Finger. Und das Design ist wirklich außergewöhnlich. Der Designer hat einen Sinn für Tradition und hat den Stift in altem Stil erfunden. Endlich mal ein Kugelschreiber, der Spaß macht.“ Wähle dann weitere Objekte und übe ein wenig, indem Du unterschiedliche Deklarationen triffst. Beobachte dabei, was die unterschiedlichen Deklarationen mit Deiner Stimmung und Deiner Energie machen. Welche geben Dir mehr Kraft?

Sobald wir Beweise gesammelt haben (und das macht der Verstand meist in Lichtgeschwindigkeit), identifizieren wir uns mit der deklarierten Geschichte, als würden wir einen hautengen Overall tragen, der sich nicht mehr von unserem Körper unterscheiden lässt. Wir werden regelrecht zu der deklarierten Geschichte und glauben sie auch noch.

Wie sieht es nun aus, wenn Du gute Vorsätze für das neue Jahr gefasst hast, z. B. „Ich werde mehr Sport machen“ oder „Ich werde mir mehr Zeit für die Familie nehmen“? Was häufig mit guten Vorsätzen oder Wünschen passiert ist, dass sie durch anders lautende, unbewusste Deklarationen untergraben werden und Dich letztendlich aufgeben lassen. Sehr bekannte Deklarationen sind in diesem Zusammenhang:

·         Ich kann das nicht!
·         Ich habe keine Zeit!
·         Mir ist das zu viel!
·         Ich kann ja eh nichts ändern!
·         Der/Die ist ein Idiot!

Mit dieser Art unverantwortlicher Deklaration kreierst Du sogenanntes niederes Drama, d. h. Du erzeugst eine Opfergeschichte, die Dich als Opfer der Umstände charakterisiert. Das ist die üblichste Geschichte in unserer Gesellschaft und nicht gut und nicht schlecht. Diese Art Deklaration produziert einfach nur Resultate in Deinem Leben, die Du möglicherweise nicht möchtest. Wenn Du jedoch eine verantwortliche Geschichte durch Deklaration erzeugst, veränderst Du die Absicht und wechselst dadurch vom Opfer-Modus hin zum Schöpfer-Modus, der besagt: Du hast das Geschehen herbeigeführt! Du selbst bist die Ursache. Das mag zunächst nicht fair erscheinen. Radikale Verantwortung ist nicht fair. Dafür erhältst Du durch die neue Haltung kraftvolle, neue Möglichkeiten.

Experiment 2:
Schreibe einmal auf, welche unverantwortlichen Deklarationen Du in Bezug auf Deine Vorsätze, Dein Leben, Deine Beziehungen hast. Was deklarierst Du über Dich, über andere Menschen? Wo deklarierst Du Geschichten, die Dir Kraft entziehen?


Um etwas anderes in Deinem Leben zu erschaffen und auch Deine guten Vorsätze und Wünsche in die Realität umzusetzen, ist es notwendig, dass Du Deine alten, unverantwortlichen Deklarationen auseinander nimmst und neue, verantwortliche Deklarationen verwendest, die Dir Kraft geben. Bei den gerade genannten Sätzen könnte das beispielsweise wie folgt lauten:

·         Ich kann um Hilfe bitten
·         Ich bin eine Zeitmacherin / ein Zeitmacher und entscheide, für was ich Zeit mache
·         Ich kann mir Entspannungszeiten kreieren
·         Ich bin eine Möglichkeiten-Erschafferin
·         Der/Die ist wie er ist. Ich kann dafür Dinge ändern

Experiment 3:
Nimm nun die Sätze, die Du aufgelistet hast, auseinander. Die Konjugationen sind nur Ist-Kleber und wenn Du diese löscht, hast Du auf der einen Seite beispielsweise nur noch „Ich“ und „das nicht“ oder „Ich“ und auf der anderen Seite „keine Zeit“. Da Dir die alten Deklarationen keine Kraft gegeben haben, behalte im konkreten Beispiel nun ausschließlich das „Ich“ und lege  den anderen Satzteil zur Seite. Nun erlaube Dir, erfinderisch zu sein und deklariere eine völlig neue Geschichte. Wichtig ist dabei, dass es kein utopischer oder alberner Satz wird, denn das wäre Dein Gremlin bei dem Versuch das Experiment zu zerstören. Es sollte vielmehr ein Satz sein, der Dir Kraft gibt. du kannst in Deinem Körper direkt spüren, ob Dir die neue Deklaration mehr Kraft gibt. Wie könnte eine neue Deklaration für Dich lauten? 


Sobald Du einen neuen, kraftvollen Satz deklariert hast, steige einmal in diese Geschichte hinein, indem Du Dir vorstellst, Du würdest sie wie einen Overall anziehen. Fühl Dich in die Geschichte rein. Gibt sie Dir Kraft? Möchtest Du diese Deklaration gerne behalten?

Hier noch einmal eine kurze Übersicht über die unterschiedliche Wirkungsweise von unverantwortlichem, unbewussten Deklarieren und verantwortlichem, bewussten Deklarieren.


Unverantwortliche Deklaration
Verantwortliche Deklaration
Entzieht Dir Kraft
Gibt Dir Kraft
Trennt Dich von Menschen
Verbindet Dich mit Menschen
Unbewusst
Bewusst
Schränkt Dich ein
Gibt Dir neue Möglichkeiten
Erzeugt sog. niederes Drama
Erzeugt sog. Hohes Drama
Du bist Opfer der Umstände
Du führst das Geschehene herbei
Vermiest Dir die Laune
Lässt Dich beschwingt vorwärts gehen
Lässt Dich aufgeben
Lässt Dich weiter probieren

Du bestimmst mit Hilfe der Art Deiner Deklaration selbst, was in diesem Moment möglich ist. Um gute Vorsätze und Wünsche in die Realität umzusetzen, ist es notwendig, Dir in jedem Moment (jetzt… und jetzt… und jetzt…) darüber bewusst zu sein, welche Deklarationen und damit Geschichte Du in Dir hältst. Die Welt ist reich an Beweisen, daher kannst Du zu allem irgendeine Geschichte erfinden und diese deklarieren. Es geht dabei nicht um gut oder schlecht. Es geht um verantwortliches oder unverantwortliches Kreieren.

Abschließend würde ich gerne noch eine berührende, wahre Geschichte mit Dir teilen, die die Kraft der Deklaration deutlich macht. Sie handelt von Thomas Edison, dem genialen Erfinder. 

Eines Tages kam Thomas Edison von der Schule nach Hause und gab seiner Mutter einen Brief. Er sagte ihr: "Mein Lehrer hat mir diesen Brief gegeben und sagte mir, ich solle ihn nur meiner Mutter zu lesen geben." Die Mutter hatte die Augen voller Tränen, als sie dem Kind laut vorlas: "Ihr Sohn ist ein Genie. Diese Schule ist zu klein für ihn und hat keine Lehrer, die gut genug sind, ihn zu unterrichten. Bitte unterrichten Sie ihn selbst."

Viele Jahre nach dem Tod der Mutter, Edison war inzwischen einer der größten Erfinder des Jahrhunderts, durchsuchte er eines Tages alte Familiensachen. Plötzlich stieß er in einer Schreibtischschublade auf ein zusammengefaltetes Blatt Papier. Er nahm es und öffnete es. Auf dem Blatt stand geschrieben: "Ihr Sohn ist geistig behindert. Wir wollen ihn nicht mehr in unserer Schule haben."

Edison weinte stundenlang und dann schrieb er in sein Tagebuch: "Thomas Alva Edison war ein geistig behindertes Kind. Durch eine heldenhafte Mutter wurde er zum größten Genie des Jahrhunderts." Da Edisons Mutter das Wesen ihres Sohnes wirklich gesehen und erkannt hat, konnte er das Beste hervorbringen, was in ihm war. In der Schule hätte er sich nicht so entwickeln können.

Bist Du bereit, die Kraft der Deklaration für Dein Leben zu nutzen?

Herzlich Grüße,
Nicola Nagel

P. S. Die grundlegenden Fertigkeiten, um kraftvoll deklarieren zu können und voll präsent in Deine Kraft zu kommen, kannst Du übrigens in den sogenannten Expand The Box Trainings und Possibility Laboratorien erlernen und erfahren. Ein echtes Erlebnis! Mehr dazu finden Sie auf: http://www.viva-essenza.com/66/privattraining/expand-the-box-training

Mittwoch, 8. August 2012

Keine Ahnung!? Wie Sie präsent in Ihrer Kraft bleiben, wenn Sie mal keine Lösung parat haben


Wie oft haben Sie sich schon Sorgen gemacht, weil Sie nicht wussten, wie etwas geht oder wie Sie für ein Problem eine Lösung finden sollten? Wie oft haben Sie schon gesagt „Keine Ahnung!“ Wie oft hatten Sie schon die drei großen Fragezeichen auf der Stirn, weil Sie vor einer scheinbar unlösbaren Herausforderung standen?

In unserer Gesellschaft auf die Frage, wie etwas geht, zu antworten „Keine Ahnung“ erfordert Mut. Wir sind so darin trainiert, alles zu wissen und für möglichst alles eine Lösung zu haben. Das wird uns bereits in der Schule beigebracht. Bereits von klein auf wird uns das Wissen regelrecht eingetrichtert. Im Studium oder in der Ausbildung geht es dann gerade weiter. Mehr und mehr Theorie wird in unser brillantes Hirn gestopft. Wenn man sich nicht alles merken kann, dann ist es zumindest schlau zu wissen, wo die richtige Antwort steht. Die Angst, etwas nicht zu wissen, ist groß, denn wenn wir etwas nicht wissen, haben wir plötzlich keine Kontrolle mehr. Dann befinden wir uns plötzlich in unbekanntem Gebiet und haben keinen Boden mehr unter den Füßen. Keine Ahnung zu haben bedeutet, ein stückweit keine Sicherheit zu haben. Und uuuuuuh, das ist für unser Ego, das so sehr auf Sicherheit und Überleben bedacht ist, eine gefährliche Angelegenheit.  
Dabei sind genau die Momente, in denen Sie nicht wissen, wie es geht, die kreativsten. Wie wäre es, wenn Sie der Angst vertrauen könnten, keine Ahnung zu haben? Wie wäre es für Sie, wenn Sie im JETZT einfach präsent bleiben, sich im Nicht-Wissen entspannen und aus dem Nichts heraus neue Möglichkeiten schaffen könnten?

Die Herausforderung, der wir uns gegenübersehen, wenn wir etwas nicht wissen, ist, im JETZT zu bleiben, genau in diesem Moment präsent zu sein. Denn sobald Sie gedanklich nur eine Sekunde in der Vergangenheit oder in der Zukunft sind, haben Sie keine Kraft mehr. Sie können nicht ändern, was gerade vor 2 Sekunden passiert ist. Oder können Sie es rückgängig machen, dass Sie sich gerade an der Nase gekratzt oder mit Ihrem Fuß gewippt haben? Nein, können Sie nicht. Sie haben in der Vergangenheit keine Kraft. Genauso wenig Kraft haben Sie in der Zukunft, denn sie ist noch nicht da.

Die meisten Menschen leben in einem sehr großen JETZT. Bei einigen ist das JETZT mehrere Tage, Monate oder sogar ein ganzes Jahr groß. Stellen Sie sich zum Beispiel folgende Situation vor: Ein Mann fragt eine Frau „Würdest Du mich heiraten?“ und sie sagt „Nicht jetzt“. 6 Monate später fragt er sie erneut und sie antwortet „Ich habe doch gesagt, nicht jetzt“. Diese Frau würde z. B. in einem sehr großen JETZT leben.

Wenn Sie ein sehr großes JETZT haben, dann leben Sie permanent in der Vergangenheit oder der Zukunft. Dann machen Sie sich Gedanken über Dinge oder Situationen, die schon längst vorbei sind oder über mögliche Ereignisse in der Zukunft, die noch gar nicht da sind. Kennen Sie das?


Experiment 1: Wie groß ist Ihr JETZT?
Lehnen Sie sich einmal einen Moment zurück und betrachten Sie sich von außen. Stellen Sie sich vor, Sie würden ein zweites Paar Augen nehmen, das von außen Ihren eigenen Körper und Ihre Gedanken und Gefühle beobachtet. Scannen Sie mit diesen externen Augen einmal kurz einen Tagesablauf. Wie oft sind Sie tagsüber mit Ihren Gedanken in der Zukunft oder in der Vergangenheit, und wenn es sich nur um 10 Sekunden handelt. Schauen Sie einmal, über welchen Zeithorizont Ihre Gedanken den ganzen Tag gehen und definieren Sie einmal, wie groß Ihr JETZT ist. Vielleicht denken Sie z. B. immer noch über eine gestrige Begegnung nach und konzentrieren sich auch gleichzeitig schon auf die Besprechung, die Sie übermorgen mit einem Kunden oder Kollegen haben. Dann wäre Ihr JETZT insgesamt 3 Tage groß (oder lang).

Im JETZT präsent zu sein ist vor allem dann schwierig, wenn wir uns einer Herausforderung gegenüber sehen. Wenn wir z. B. ein echtes Problem haben und bis zu einem Tag x einen bestimmten Geldbetrag benötigen oder ein Kundenprojekt fertig gestellt werden muss, passiert es sehr schnell, dass unsere Gedanken nur noch um das Problem kreisen. Genau in dem Moment sind wir aber in der Zukunft und geben unsere komplette Kraft und Kreativität an ein Zukunftsdatum ab. Doch genau das blockiert uns. Wenn Sie ein Problem fokussieren oder sich 10mal wieder die Konflikt-Situation mit Ihrem Partner von gestern wieder hervorholen und sich die Frage stellen, wie Sie das nur lösen sollen, dann stecken Sie fest. Dann ist Ihr Fokus auf dem Problem.

Die Sache ist die: Wenn Sie ein Problem fokussieren und sich auf die Schwierigkeiten konzentrieren, dann produzieren Sie noch mehr davon. Das ist das universelle Gesetz. Wenn Sie ein Problem fokussieren, dann geben Sie automatisch Energie in das Problem anstatt in die Lösung. Sie kennen das universelle Gesetzt: Sie sind, was Sie denken und fühlen bzw. Sie finden das in Ihrem Leben vor, von dem Sie bewusst oder unbewusst überzeugt sind. Wieso sonst, denken Sie, ist bei den einen alles im Fluss, während andere sich abstrampeln und auf keinen grünen Zweig kommen?

Kürzlich habe ich einen sehr bereichernden Satz von Joseph Murphy gelesen, den ich an dieser Stelle gerne mit Ihnen teilen möchte: 

„Es gibt kein Hindernis (…), solange Sie sich nicht selbst durch Ihr bewusstes Denken Steine in den Weg legen. Die (…)Weisheit Ihres Unterbewusstseins können Sie nur selbst begrenzen: durch Zweifel und Negativität.“*

Dies bedeutet konkret, dass alles, was Sie sich wünschen oder brauchen, bereits existiert. Sie müssen es nur in Besitz nehmen und dafür müssen Sie zu allererst einmal im JETZT präsent sein. Wenn Sie keine Ahnung haben, wie Sie etwas lösen sollen, dann entspannen Sie sich zunächst einmal, anstatt loszurennen und zu schauen, wie Sie an eine Lösung kommen. Der Schlüssel in dem Moment ist, ruhig zu werden, sich zu zentrieren und auf die eigenen Gedanken zu achten.


Experiment 2: Entspannen Sie sich in den Moment hinein
Dieses Experiment ist zugegebenermaßen eine echte Herausforderung, denn bitteschön, wir sind eine Leistungsgesellschaft und Zeit ist Geld. Wer hat da schon Zeit, sich erst einmal mitten am Tag - vielleicht sogar im Büro mit anderen Kollegen -  zu entspannen? Da könnten ja andere womöglich denken, Sie haben nichts zu tun oder Sie sind nicht leistungsbereit. Der Witz ist allerdings, dass Sie schneller und wesentlich effektiver zu einer Lösung kommen, als wenn Sie krampfhaft „rumhirnen“ um den Zustand des Nicht-Wissens zu beseitigen. Ehrlich, wir meinen immer, dass wir alles mit dem Verstand herausfinden müssen, doch ich lade Sie zu einem neuen Experiment ein.

Um sich in das JETZT hinein zu entspannen, haben Sie idealerweise 5-10 Minuten Ruhe, also kein Telefon und keine Kollegen oder Familie, die etwas von Ihnen wollen. Machen Sie es sich in einem Stuhl bequem und schließen Sie die Augen. Machen Sie sich „leer“. Sammeln Sie sich. Zentrieren Sie sich. Spüren Sie Ihre Füße auf dem Boden. Spüren Sie die Stuhllehne an Ihrem Rücken. Atmen Sie mehrmals tief ein und aus und lassen Sie allen Stress, alle Sorgen und Gedanken ziehen. Nehmen Sie Ihren Herzschlag war. Werden Sie ruhig. Kommen Sie ins JETZT.

Spüren Sie, Ihre eigene Präsenz und Kraft in diesem Moment. JETZT haben Sie Kraft. JETZT können Sie etwas Neues kreieren.


Experiment 3: Ist es in Ordnung, nicht zu wissen?
Entspannen Sie sich in das Nicht-Wissen, in diesen Zustand keine Ahnung zu haben, wie etwas geht oder zu lösen ist. Es ist absolut in Ordnung nicht zu wissen, wie etwas geht. Beantworten Sie kurz folgende Frage: „Ist es okay für Sie, nicht zu wissen?“ Vielleicht spüren Sie Angst. Nehmen Sie diese wahr. Angst ist einfach nur Angst. Angst ist genau das Gefühl, das ein Magier benutzt, um aus dem Nichts heraus etwas Neues zu kreieren. Vertrauen Sie dieser Angst. Wenn Sie die Frage mit „Ja“ beantworten können, haben Sie die Hälfte schon geschafft. Wenn Sie die Frage hingegen mit „Nein“ beantworten, dann stecken Sie fest auf der Ebene, alles logisch wissen zu müssen. Dann blockieren Sie sich selbst.

Sie müssen nicht wissen, wie etwas geht oder sich lösen lässt. Die entscheidende Frage ist, sind Sie davon überzeugt, dass es eine optimale Lösung für das Problem oder eine Konfliktsituation mit einer Person gibt, oder nicht? Vielleicht schaltet sich genau jetzt wieder Ihr Verstand ein und sagt „Ja, aber……die Umstände sind so-und-so, da gibt es nichts dran zu rütteln…, da kann ich nichts dran ändern.“ Der Witz ist, Sie können etwas dran ändern. Unser Verstand meint gerne, dass die Umstände unveränderbar und in Stein gemeißelt sind. Tatsache ist jedoch, dass sich Umstände schneller ändern können, als wir überhaupt wagen uns vorzustellen. Es liegt allein an Ihnen. Wenn Sie der festen Überzeugung sind, dass die Umstände in Stein gemeißelt sind und Ihren Fokus weiter auf die Schwierigkeit gerichtet lassen, dann produzieren Sie damit genau diese Umstände immer wieder neu.


Experiment 4: Deklarieren Sie, dass es eine Lösung gibt
Die gute Nachricht ist: Sie können auch einfach einen neuen Film einlegen. Die aktuellen Umstände sind nichts weiter als ein Film, der durch einen Projektor läuft und das Bild auf eine Leinwand strahlt. Die Leinwand wären die Umstände. Der Film sind Ihre Gedanken und Gefühle. Oft versuchen wir die Leinwand zu demontieren oder zu verändern. Wie oft haben Sie das schon probiert, Hand aufs Herz? Ja, jeder hat es schon probiert. Und hat es funktioniert? Nein, hat es nicht, weil die Umstände in Ihrem Leben das Resultat Ihrer Überzeugungen sind und nicht umgekehrt. Also können Sie den Versuch, die Leinwand bzw. die Umstände zu ändern, getrost in die Tonne treten.

Probieren Sie jetzt einfach mal etwas Neues aus. Legen Sie einen anderen Film ein. Sie stehen also vor einer herausfordernden Situation. Wie wäre es, wenn Sie jetzt, in diesem entspannten Zustand, in dem Sie im JETZT präsent sind und es für Sie okay ist, nicht zu wissen, wie es geht, voller Überzeugung deklarieren, dass es eine Lösung gibt, und Sie Ihnen eingegeben wird?

Schön wär’s? Schön ist es! Denn genau das ist die Macht Ihrer Gedanken und Gefühle. Die Macht Ihrer eigenen Deklaration. Sie müssen selbst gar nicht wissen, wie die Lösung aussieht. Geben Sie das Problem an die schöpferische Weisheit in Ihnen ab und empfangen Sie die Lösung. Fragen Sie sich nicht, wie, wann und wo die Lösung zu Ihnen kommt. Sie kommt dann, wenn Sie es am wenigsten erwarten.

Lassen Sie mich ein Beispiel geben:
Ich war Anfang des Jahres in der Situation, dass ich ein offenes Privat-Training angesetzt hatte, zudem sich bereits mehrere Personen angemeldet hatten. Zwei Wochen vor Beginn des Trainings habe ich bei dem ursprünglich geplanten Seminarhaus angerufen, um – wie vereinbart - die Anzahl der Teilnehmer durchzugeben. Als ich dort anrief, erfuhr ich, dass es eine Doppelbuchung gegeben hatte und meine Teilnehmer leider gar nicht am Vorabend anreisen könnten. Ja und den Trainingsraum könnte ich übrigens auch leider erst am 1. Tag nachmittags nutzen und nicht wie geplant um 9 Uhr morgens.

Und jetzt? Was tun? Training absagen? Das kam für mich nicht in Frage. Also begann ich, wild im Internet zu suchen. Doch im Münchner Raum kurzfristig erschwingliche Trainingsräume für 3 Tage zu bekommen ist eine Herausforderung. Ich hatte keine Ahnung, wie ich so schnell etwas Adäquates finden sollte. Nachdem ich zig Hotels und Tagungsstätten angerufen hatte und sich herausstellte, dass es keine freien Möglichkeiten gab, habe ich dieses „Problem“ schließlich abgegeben. Anstatt weiter in der Zukunft zu denken (also „Wo finde ich nur für nächste Woche einen Trainingsraum?“), habe mich zurück gelehnt, mich in das JETZT entspannt und dann genau die schöpferische Weisheit in mir angesprochen. Die schöpferische Weisheit in Ihnen ist mit der Weisheit im Universum verbunden. Und mal ehrlich, für die Weisheit, die das Universum erschaffen hat, sind unsere irdischen Probleme wirklich lächerlich. Also habe ich voller Überzeugung deklariert „Es gibt einen idealen Trainingsraum für mein Training nächste Woche. Die unendliche Intelligenz kennt diesen Raum und sorgt dafür, dass ich ihn rechtzeitig finde.“ Danach habe ich mich mit einem Cappuccino in die Sonne gesetzt und mich nicht weiter darum gekümmert. Einen Tag später traf ich eine Bekannte zum Essen. In dem Gespräch erzählte sie von ihrer Arbeit und erwähnte plötzlich, dass sie außerhalb von München am Ammersee vor kurzem ein Seminarhaus angeschaut hat, das vom Namen her gar nicht als Seminarhaus ersichtlich ist. Ich fragte sie nach dem Namen, googelte zuhause, fand die Internetseite, rief die angegebene Telefonnummer an und siehe da: in diesem Seminarhaus war genau für den angesetzten Termin noch ein schöner Trainingsraum frei. Da hätte ich mir die 6 Stunden verstandsgesteuerte Suche im Internet und das Anrufen diverser Hotels wirklich sparen können.

Auf die gleiche Weise kommen Sie übrigens auch zu Geld oder zu sonstigen Lösungen. Wenn Sie an einem bestimmten Tag x zum Beispiel eine konkrete Geldsumme benötigen, weil Sie eine dringende Investition o. ä. tätigen müssen, können Sie gleichermaßen die Lösung an die universelle Intelligenz bzw. die schöpferische Weisheit in Ihnen abgeben. Entscheidend ist, dass Sie den Fokus nicht länger auf das Problem oder die Schwierigkeit gerichtet lassen. Das würde Mangel erzeugen. Verbinden Sie sich stattdessen mit Ihrer inneren Weisheit (nicht mit Ihrem Verstand) und deklarieren Sie, dass Ihnen die Lösung zuteil wird. Und dann: VERTRAUEN SIE DARAUF!!! Seien Sie davon überzeugt und üben Sie sich dann in absoluter Gelassenheit. Sobald Sie Ihrem Verstand erlauben, Zweifel, Ängste und Sorgen aufkommen zu lassen, funktioniert es nicht. Achten Sie also auf Ihre Gedanken.

Um auf die ideale Lösung zu vertrauen, müssen Sie übrigens kein bestimmtes Gefühl haben. Vertrauen ist kein Gefühl, VERTRAUEN IST EINE ENTSCHEIDUNG!!! 

Fülle und Überfluss sind eigentlich unser Geburtsrecht. Allerdings ist das Massengemüt mittlerweile so massiv von Negativität, Zweifeln und Ängsten geprägt, dass wir ständig mit destruktiven Gedanken anderer Leute umgeben sind. Sobald wir den Fernseher anmachen oder die Zeitungen aufschlagen werden wir mit Schreckensnachrichten, Negativität und Sorgen konfrontiert.

Wirklich, fangen Sie an, sich bewusst von diesem Massengemüt abzugrenzen. Seien Sie im JETZT präsent und zentriert (zum Zentriert-Sein siehe auch Artikel „2011-08-24_Seien Sie Ihre eigene Autorität“). Lassen Sie sich nicht von der Negativität anderer beeinflussen. Sie kennen bestimmt genug Leute, die Sie in schwierigen Situationen versuchen zu bequatschen, z. B. mit  „Also ich weiß ja nicht, ob das funktioniert. Wie soll denn das gehen? Das kannst Du vergessen. Ich glaube nicht, dass das klappt…“ Sie kennen diesen ganzen Müll. Doch es gibt immer eine Lösung, die Frage ist nur, ob Sie darauf vertrauen.

Ein Hinweis noch: Falls an einer herausfordernden Situation mehrere Personen beteiligt sind (Beispielsweise bei einem Streit), ist es hilfreich zu deklarieren, dass sich die Situation zum höchsten Wohle aller löst. Versuchen Sie also nicht andere zu manipulieren, indem Sie sagen „Ich vertraue darauf, dass mein Chef/Partner/Nachbar von seiner Position abrückt.“ Sie wissen nicht auf welchem Weg und wie genau sich die Lösung ergibt. Lassen Sie Ihrer schöpferischen Weisheit Spielraum.

Wenn Sie also mal keine Ahnung haben, bleiben Sie einfach im JETZT präsent, deklarieren Sie, dass es eine Lösung gibt und bleiben Sie dann gelassen. Machen Sie einmal das Experiment weg vom TUN hin zum SEIN. Und dann staunen Sie einfach einmal, was passiert.

In diesem Sinne, herzlich staunende Grüße,
Ihre Nicola Nagel

* Buch-Tipp: „Die Macht Ihrer Wünsche – Wie Sie mit Tele-Psi Ihre Ziele erreichen“ von  Joseph Murphy


POTENZIALE LEBEN!
www.viva-essenza.com 










Mittwoch, 14. September 2011

In welchem Kontext leben Sie? - Über die Kraft der Deklaration.

In welchem Kontext leben Sie? Ja, die Frage meine ich ernst: in welchem Kontext leben Sie? Haben Sie sich das schon einmal gefragt? Viele Menschen, denen ich diese Frage stelle, schauen mich zunächst einmal mit einem Fragezeichen an, bevor sie schließlich eine Antwort geben, die in etwa lautet: „Kontext? Naja, ich lebe so, wie ich lebe. Da gibt es keine große Wahl. Die Umstände sind so wie sie sind und damit ist der Rahmen, der Kontext vorgegeben.“

Aha! Wir meinen also, der Kontext passiert einfach so oder er ist einfach so da. Was heißt denn Kontext überhaupt genau? Kontext bedeutet ganz linear gesagt „Zusammenhang“ und ist der abstrakte Begriff der Beziehung (Relation) zwischen miteinander verbundenen Teilen. Oh, ich sehe schon das nächste Fragezeichen bei einigen Lesern „Sind wir jetzt in der Physik? Was hat das mit meinem Leben zu tun?“

Das hat eine ganze Menge mit Ihrem Leben zu tun, denn Sie leben in einem Kontext. Sie leben nicht nur in einem, Sie kreieren ihn sogar fortwährend, jeden Tag, ja sogar jede Sekunde. Diese Entscheidung, in welchem Kontext wir leben erfolgt jedoch meist unbewusst. Zum Beispiel könnte man sagen, wir leben im Kontext „Deutschland“. Mit „Deutschland“ sind gewisse Traditionen verbunden, Bräuche, Gepflogenheiten, Geschäftsgebaren. Dies wird schnell klar, wenn wir z. B. China als Vergleich nehmen. In Deutschland ist es im Geschäftsleben üblich auch einmal nein zu sagen und dem Gegenüber Kontra zu geben. Versuchen Sie das einmal in China. Das war dann voraussichtlich Ihr letztes Geschäft mit dem Kunden, denn in China gehört sich das nicht. Es würde bedeuten, das Gesicht zu verlieren. Ein anderes Beispiel: In Deutschland haben wir sensationelle Regeln, Normen und Vorschriften. Sobald Sie nach Italien oder Spanien fahren, können Sie den deutschen Kontext nicht mehr anwenden. Sie wollen in Spanien mit einem Klemptner einen konkreten Termin vereinbaren? Viel Erfolg, sie werden recht häufig „mañana, mañana“ hören, was rein formal übersetzt „morgen“ heißt, jedoch im spanischen Kontext so viel bedeuten kann wie „ich komme vorbei, wenn es auf dem Weg liegt und passt. Das kann morgen sein, oder übermorgen, mal sehen.“ Da kann das deutsche Regel gewöhnte Ego schon einmal sauer werden und deklarieren „Die Spanier sind unzuverlässig.“ Und prompt finden wir auch zig Beweise dafür, die untermauern, dass die Spanier tatsächlich unzuverlässig sind.“ Wir haben also eine Erfahrung oder ein Gefühl und stützen darauf unsere Realität.

Kommt Ihnen das bekannt vor? So gehen wir in der Regel durch das Leben, denn so haben wir es schließlich gelernt. In der modernen Gesellschaft lernen wir nichts über die direkten Zusammenhänge zwischen unserem Deklarieren und der Realität. Oder hatten Sie in der Schule ein Fach „Kreieren“ oder „Die Kraft der Deklaration“? Wohl eher nicht. Wir werden als schlafende Schafe erzogen, die manipulierbar sind. Deswegen funktioniert Werbung. Die Marketing-Spezialisten versuchen durch ihre Werbung ein bestimmtes Gefühl in Ihnen zu erzeugen, damit Sie dann hingehen und das Shampoo oder die Creme kaufen, sprich Ihre Realität auf Basis des Gefühls erzeugen. Warum sonst denken Sie, dass Frauen und Männer Anti-Aging Cremes benutzen? Wussten Sie, dass dies (wie übrigens viele andere Dinge auch) ein reiner Marketing Geck ist? Es tut mir leid, wenn ich Ihnen jetzt die Illusion der ewigen Jugend nehme. Anti Aging Cremes wirken – wenn überhaupt – in solch einem winzigen µ-Bereich, dass man die Hautstraffung mit viel Glück unter dem Mikroskop sehen würde. Ich lade Sie ein, das Geld zu sparen und davon lieber schick essen zu gehen.

Sind Sie bereit wieder ein Stück Ihrer Kraft in Besitz zu nehmen? Prima, dann lassen Sie uns loslegen:

Das neue Spiel heißt folgendermaßen:

Annahmen, Gefühle und Erfahrungen sind DIREKTE Resultate
des Kontextes, in dem wir leben.

Lesen Sie diesen Satz noch einmal l-a-n-g-s-a-m und lassen Sie ihn kurz sacken: Annahmen, Gefühle und Erfahrungen sind DIREKTE Resultate des Kontextes, in dem wir leben. Das bedeutet, in dem neuen, kraftvollen Spiel übernehmen Sie die Verantwortung dafür, was Sie in Ihrem Leben gerade kreieren und damit erfahren. Das heißt alles, was Sie in Ihrem Leben derzeit vorfinden, haben Sie selbst kreiert. Jajaja, jetzt wird es schon ein bisschen unbequem, oder? Denn, uuuuh, das bedeutet, dass es keine Hintertürchen mehr gibt. Sie können nicht mehr Ihren Nachbarn, Ihren Kollegen, den blöden Typen im Sportclub oder die beliebten Umstände verantwortlich dafür machen, wie es Ihnen geht. In diesem Spiel können Sie nicht mehr sagen, dass „die anderen“ oder die Umstände den Kontext oder Rahmen in Ihrem Leben schaffen, denn es steht einfach fest, dass alles auf Ihrem – und nur Ihrem – Mist gewachsen ist. Sie sind verantwortlich.

Na, wollen Sie immer noch Ihre Kraft zurück holen? Okay, wenn Sie immer noch weiterlesen, dann sind Sie definitiv bereit, etwas Neues auszuprobieren und Ihr Leben neu zu gestalten.

Wenn Annahmen, Gefühle und Erfahrungen direkte Resultate des Kontextes sind, in dem wir leben, wie kreieren wir denn dann den Kontext? Wir kreieren ihn durch Deklaration! Deklaration ist eines der kraftvollsten Werkzeuge, mit dem Sie Ihren Lebenskontext gestalten. Mit einer Deklaration sagen Sie „Etwas IST so“. Sie deklarieren, wie etwas für Sie ist und erschaffen dadurch Erlebnisse und Gefühle.

Anhand eines einfachen Beispiels wird es ziemlich deutlich. Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einer Party und die Stimmung ist super. Plötzlich geht die Tür auf, ein Mann kommt rein – lassen Sie uns ihn Fritz nennen - und alle denken sich „och nee, wer hat den denn eingeladen. Ende. Die Party ist vorbei.“ Die Stimmung wird sofort sinken. Jetzt stellen Sie sich vor, der gleiche Fritz kommt zur Tür rein und alle rufen begeistert „Hey, toll, dass Du da bist“. Die Party wird prima weiterlaufen. Es macht also einen ganz massiven Unterschied, ob Sie für sich deklariert haben „Fritz IST ein Idiot“ oder „Fritz IST nett.“

Sie können über jeden und alles eine Geschichte erfinden und für jede Geschichte können Sie beliebig viele Beweise finden. Die Sache ist die, dass wir oft so mit einer Geschichte identifiziert sind, dass wir meinen nur diese sei wahr und es gäbe keine anderen Möglichkeiten. Vielleicht haben Sie das schon einmal erlebt: Sie fanden eine Person unsympathisch und haben sich gefragt, wie Ihr Partner oder Ihre Freundin die gleiche Person nett finden kann.

Deklarieren ist kraftvoll. Wenn wir einmal etwas deklariert haben, formt sich daraufhin unsere Realität und wir haben auf’s Mal zig Beweise, Erfahrungen oder Gefühle, die genau diese Deklaration untermauern. Die Nachbarin ist schlampig? Ja klar, weil Ihre Schuhe unordentlich vor der Tür stehen. Außerdem hat sie vorhing kaum gegrüßt. Der Kollege IST zuvorkommend? Ja, denn er bringt mir jeden Tag einen Kaffee an den Schreibtisch. Der Chef IST ein Idiot? Ja natürlich, denn vorhin hat er mich so mürrisch angefahren.

Sie finden im Leben immer das vor, was Sie deklarieren. Ich lade Sie daher zu einem Experiment ein:

Experiment 1: Gegenteilige Dinge deklarieren
Bei diesem Experiment geht es darum, gegenteilige Dinge über ein und dieselbe Sache zu deklarieren, damit Sie die Kraft einer jeden Deklaration direkt wahrnehmen.

Ich gebe Ihnen ein einfaches Beispiel. Lassen Sie uns annehmen, es regnet draußen. Sie gucken aus dem Fenster und deklarieren erst „Das Wetter IST schlecht. Die grauen Wolken verbreiten eine miese, gedrückte, graue Stimmung. Eigentlich wollte ich spazieren gehen, aber bei dem Regen habe ich keine Lust.“ Spüren Sie, was diese Deklaration mit Ihnen macht.

Nun können Sie über das gleiche Wetter z. B. folgendes neu deklarieren: „Das Wetter IST nach den heißen Tagen ein Geschenk für die Natur. Und herrlich, ich werde diesen Tag nutzen, um mich mit einem schönen Cappuccino auf die Couch zu setzen und endlich mein Lieblingsbuch weiterzulesen. “ Schauen Sie auch hier wieder, was diese Deklaration mit Ihnen macht.

Lassen Sie mich zwei weitere Beispiel geben:

  • Deklaration 1: „Oh man, schau Dir mal den Boden an. Der IST total dreckig. Hier wird wohl nicht geputzt. Wie das aussieht. Ist ja ekelig.“
  • Deklaration 2: „Die Farbe des Bodens IST wunderschön. Sie erinnert an einen warmen, weichen Waldboden.“
  • Deklaration 1: „Oh je, der Stuhl ist ja das letzte. Er IST total unbequem, da kann ja kein Mensch drauf sitzen.“
  • Deklaration 2: „Dieser Stuhl IST etwas ganz besonderes. Er ist aus Naturholz ökologisch gefertigt und ist besonders stabil. Ein toller Stuhl.“
Jetzt sind Sie dran: Schauen Sie sich da, wo Sie gerade sind, einmal um. Nehmen Sie einen Gegenstand, der Ihnen ins Auge fällt und deklarieren Sie zwei unterschiedliche Dinge darüber. Halten Sie die Deklarationen kurz. Sagen Sie nur 2-3 Sätze und schauen Sie jeweils, wie die Deklaration auf Sie wirkt. Wie fühlen Sie sich bei jeder Deklaration?

Noch intensiver ist das Experiment, wenn Sie es gemeinsam mit einem Partner machen und Dinge gegenseitig deklarieren. Das heißt, Ihr Partner hört in der ersten Runde nur zu und Sie deklarieren erst Version 1 und dann Version 2. Ihr Partner soll lediglich spüren, wie er sich in die jeweilige Geschichte einklinkt und davon mitgezogen wird. Machen Sie das für ca. 10 Minuten mit verschiedenen Gegenständen. Dann wechseln Sie die Rollen. Ihr Partner deklariert unterschiedliche Dinge und Sie spüren, wann sich Ihr Verstand in die jeweilige Geschichte einklinkt. Sie werden sehr schnell merken, dass Ihre Gefühle und Erlebnisse Resultate der jeweiligen Deklaration sind und dass tatsächlich für jede Deklaration Beweise vorhanden sind. Tauschen Sie sich mit Ihrem Partner auch darüber aus.

Üben Sie regelmäßig ein wenig damit. Dieses Experiment können Sie jederzeit und überall machen. Egal ob Sie bei der Post in der Schlange stehen, in einem Geschäftsmeeting sitzen oder mit Freunden in einem Restaurant sind. Sie können diese Übung sogar zu einem lustigen Gesellschaftsspiel machen.

Experiment 2: Deklarieren Sie Ihren Kontext neu
Nun geht es ans Eingemachte. Es geht um den Kontext, in dem Sie leben. Sie haben gerade gelernt, wie kraftvoll Deklarationen sind. Ich lade Sie nun zu dem Experiment ein, dies in Ihrem alltäglichen Leben anzuwenden und so Ihren Kontext zu verändern.

SCHRITT 1:
  • Schauen Sie einmal Ihr Leben an:
  • Was ist da für Sie nicht stimmig?
  • Auf wen sind Sie sauer?
  • Wen können Sie nicht leiden?
  • In welcher Situation stecken Sie, aus der Sie meinen nicht herauszukommen?
  • Was nehmen Sie einfach als „gesetzt“ hin, als unveränderbar?
  • In welchem Bereich verlieren Sie Ihre Energie?

SCHRITT 2:
Nun geht es darum neu zu deklarieren. Nehmen Sie eines der gefundenen Beispiele her, wo Sie sagen „das IST so.“ Angenommen Sie haben so einen Fritz in Ihrem Leben, über den Sie bisher deklariert haben „Fritz IST ein Idiot.“ Vielleicht trifft das ja auf Ihren Chef oder Ihre Kollegin zu. Nun Deklarieren sie etwas Neues über die gleiche Person. Versuchen Sie im Beispiel von Fritz etwas zu finden, das Sie an ihm schätzen. Während Sie etwas Neues deklarieren, achten Sie darauf, was mit Ihrem Gefühl und Ihrer Erfahrungswelt passiert. Zum Beispiel: „Fritz IST ein Mann von Geschmack. Er hat immer sehr gepflegte Kleider an und glänzend geputzte Schuhe.“

Sie werden vielleicht merken, wie sofort ein Mechanismus anspringt und eine Stimme in Ihnen sagt „Da gibt es nichts positives, er IST ein Idiot“. Oder wie eine Frau einmal so schön sagte, als Sie den Hinweis bekam, sie würde Ihren Mann gerade ins Unrecht setzen: „Ich setze ihn nicht ins Unrecht. Er IST im Unrecht.“

Lassen Sie sich nicht beirren. Probieren Sie es trotzdem. Ehrlich, kommen Sie von Ihrem massiven Geschichten-Sockel herunter und probieren Sie in diesem Experiment aus, etwas anderes zu deklarieren. Ihre bisherige Erfahrung über Fritz ist nur eine Geschichte. Sie können einfach eine neue erfinden. Und das trifft auf alles zu von dem Sie meinen, es sei so.

Abschließend möchte ich Ihnen gerne von einer persönlichen Erfahrung berichten, die die Kraft des Deklarierens unterstreicht. Ich habe vor kurzem an einem sogenannten Feuerlauf (*) teilgenommen, das bedeutet, barfuß über glühende Kohlen zu gehen. Rein wissenschaftlich ist
das nicht möglich. Wissenschaftler und Ärzte würden allein aus ihrem wissenschaftlichen Kontext heraus sagen „Das IST nicht möglich. Ein Mensch kann nicht barfuß über 700 °C heiße
Kohlen laufen, ohne sich Verbrennungen zuzuziehen.“ Nach verschiedenen mentalen und physischen Vorbereitungsübungen stand ich schließlich am Anfang der Glutbahn. Hätte ich, deklariert „Ich kann das nicht. Ich werde mich verletzen und habe deswegen Angst“, so wäre ich nicht über die Kohlen gelaufen, sondern hätte dem Angst-Kontext die Macht über mich eingeräumt. Ich hätte im Kontext der Wissenschaftler und Ärzte festgesteckt. Stattdessen habe ich mich jedoch in einen anderen Kontext begeben und stand in der inneren, deklarierten Gewissheit da „Meine Füße SIND geschützt“. Und so ging ich los, tänzelte barfuß über die glühenden Kohlen und kam unversehrt auf der anderen Seite an.

Ich lade Sie von Herzen ein, wieder bewusst darauf zu achten, was Sie deklarieren und bewusst den Kontext Ihres Lebens zu gestalten. Werden Sie sich wieder der Kraft des Deklarierens bewusst, die in Ihnen steckt. Erkennen Sie, dass Sie Ihr eigener Kontext-Erschaffer sind. Sie haben den goldenen Schlüssel in der Hand. Wenn Sie es nicht bewusst tun, dann kreieren Sie unbewusst den Kontext und Unbewusstheit ist Gremlin in Aktion. Sie wissen schon, dieses Monster in jedem von uns, das dann so richtig Spaß daran hat zu beweisen, dass der Chef wirklich ein Idiot oder die Nachbarin eine blöde Kuh ist. Lassen Sie nicht zu, dass der Gremlin sich in solchen Dramageschichten suhlt und Ihre Lebensenergie flöten geht. Nutzen Sie die Kraft der Deklaration stattdessen, um bewusst einen neuen Kontext für sich zu kreieren und damit Erfahrungen und Gefühle in Ihr Leben zu rufen, die Ihrer wahren Bestimmung entsprechen. Denn, wie schon erwähnt, Annahmen, Gefühle und Erfahrungen sind DIREKTE Resultate des Kontextes, in dem wir leben. Kreieren Sie Ihren Kontext daher lieber bewusst. Sie werden erstaunt sein, wie sich Ihr Erleben und die Erfahrungen in Ihrem Leben ändern. Sie erschaffen selbst Ihren Kontext durch das, was Sie deklarieren. Nur Sie allein sind für das verantwortlich, was Sie in Ihrem Leben vorfinden.

Welchen Kontext deklarieren Sie also? Einen unbewussten Kontext voller Groll, Schmerz, Neid und niederem Drama, der Ihnen Energie entzieht, oder einen bewussten, verantwortlichen Kontext voller Liebe, Kreativität und Wachstum, der Ihnen Kraft gibt?

Frohes, bewusstes Kreieren wünscht Ihnen
Ihre Nicola Nagel

Nicola Nagel ist Possibility Management Trainerin aus Berufung und bietet außergewöhnliche Trainings an, in denen die Teilnehmer in einem geschützten Raum nachhaltig ihr Potenzial entfalten können.

(*) Feuerlauf-Interessierten kann ich den Feuerlauftrainer Alexander Schmöller empfehlen, www.life-art-institut.de

• www.viva-essenza.com •