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Montag, 15. Juli 2019

Welche Rollen spielst Du in Deinem Leben?


Hast Du Dir einmal überlegt, wie viele Rollen Du in Deinem Leben spielst? Du wirst jetzt vielleicht sagen: „Wieso? Ich bin ich. Es gibt nur diese eine Rolle.“ Tatsächlich ist es jedoch so, dass wir im Leben meist mehrere Rollen einnehmen, ohne, dass wir uns dessen bewusst sind und dann als diese Rolle bzw. mit dieser spezifischen Identität agieren. Dabei vergessen wir sehr schnell, dass es noch etwas anderes gibt: Unser Sein, unser inneres Wesen, unsere Essenz. 

Viele Menschen definieren sich meist über Rollen, von denen sie meinen, dass sie ihnen zuträglich sind, z. B.:

·         Der professionelle Mitarbeiter/Chef
·         Der super Sportler
·         Der erfolgreiche Held
·         Der/die Coole
·         Etc.

Viele Menschen schlüpfen beispielsweise jeden Tag in die Rolle des professionellen Mitarbeiters. Sie unterstreichen das oftmals dadurch, dass sie – wie beim Theater das Kostüm –einen Anzug mit Krawatte anziehen bzw. einen Rock mit Blazer. Dieses Outfit steht für Professionalität, Seriosität und Eleganz. Entsprechend verhalten sich die Menschen dann. Doch ist das authentisch? Entspricht ihnen das?

Die Rollen können jedoch auch ganz anderer Art sein. Selbst aus folgenden Beispielen ziehen manche Menschen einen Nutzen:
·         Der Rebell
·         Der Loser
·         Die / der Betrogene/Verlassene
·         Das Opfer
·         Etc.

In eine Rolle zu schlüpfen ist nicht gut und nicht schlecht. Die Frage ist, ob Du in der angenommenen Rolle jeweils authentisch bist und Du authentisch in Kontakt treten kannst.
Mache Dir einmal folgendes bewusst: Wenn Du Dich mit einer Rolle identifizierst, dann limitierst Du Dich selbst und wirst unlebendig. Es ist so, als würdest Du die vielen bunten Facetten Deines Seins, Deines inneren Kerns ausblenden und nur noch auf eine Möglichkeit fokussieren. Du bist nicht mehr wirklich authentisch.

Ich war kürzlich auf einer Veranstaltung mit ca. 80 Personen, wo die unterschiedlichsten Rollen sehr schön sichtbar wurden. Da war der Mann, ca. 55 Jahre, der durch seine Marken-Garderobe versuchte zu vermitteln, dass er viel Geld hat und damit per se schon wichtig ist. Dann gab es das junge Mädel, ca. 25 Jahre, die grell-pink geschminkt war, das passend grell-pinke kurze Kleid dazu trug und versuchte eine unnahbare Schönheit darzustellen. Dann gab es die Frau, ca. 50 Jahre alt, die in die Rolle geschlüpft war, alles im Griff zu haben und mit allen Wassern gewaschen zu sein.
Doch was steckte letztendlich dahinter? Ein Mann, der berufliche Sorgen hatte, eine junge Frau, die unsicher war und sehr wenig Selbstwert hatte und eine reife Frau, die gerade gesundheitlich massive Probleme hatte und dies alles andere als im Griff hatte.

Jiddu Krishnamurti, ein indischer Philosoph und Autor, schreibt in seinem Buch „Einbruch in die Freiheit“: „Wir alle haben ein Bild von dem, was wir zu sein glauben oder was wir unserer Meinung nach sein sollten, und dieses Leitbild, diese Vorstellung hindert uns ganz und gar daran, uns so zu sehen, wie wir tatsächlich sind.“

Doch warum tun viele Menschen das? Die Motivation, in eine Rolle zu schlüpfen, kann sehr unterschiedlicher Natur sein. Hier sind einige Motivations-Hintergründe:

·         Von anderen Anerkennung bekommen
·         Von sich selbst ablenken
·         Die eigenen Gefühle nicht fühlen müssen
·         Keine Verantwortung für das eigene Leben übernehmen müssen
·         Die eigenen Themen und Muster nicht anschauen müssen
·         Opfer der Umstände bleiben können
·         Sich selbst besser fühlen
·         Sich über andere stellen und damit nicht angreifbar sein
·         Der Norm der Gesellschaft entsprechen / „Reinpassen“
·         Nicht aus dem Rahmen fallen oder erst Recht aus dem Rahmen fallen (beides ist möglich. Letzteres ist meist verbunden mit der ersten Motivation)
·         Den Erwartungen anderer entsprechen
·         Angst, sich authentisch verletzlich zu zeigen
·         Angst, tatsächlich gesehen zu werden (das kann sehr intensiv sein)
·         Den eigenen, auferlegten Erwartungen entsprechen
·         Sich sicher fühlen
·         Macht ausüben
·         Etc. 

Experiment: Wie oft nimmst Du Rollen an und warum?

Schritt 1:

Lasse einmal die letzten 3 Tage Revue passieren. Wo warst Du überall, mit wem hattest Du Kontakt? Welche Rollen hast Du angenommen? Mache Dir das einmal bewusst. Du nimmst mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eine andere Rolle an, wenn Du mit Deinen Freunden unterwegs bist, als Du annimmst, wenn Du mit Deinem Chef sprichst. 


Schritt 2:
Schreibe nun einmal auf, welche Motivation jeweils dahinter steckte, die jeweilige Rolle anzunehmen. Sei radikal ehrlich.
·         Wo versuchst Du, etwas darzustellen?
·         Warum tust Du das?
·         Was wäre, wenn Du bestimmte Rollen nicht mehr annehmen würdest?
·         Was wäre, wenn Du Dich authentisch, menschlich, verletzlich zeigen würdest?
·         Was ist Deine größte Angst dahinter? 

Wir nehmen jeden Tag tatsächlich mehrere Rollen an, ohne es zu merken. Wenn Du Dir des Mechanismus nicht bewusst bist, dann kann es sehr leicht passieren, dass Du nicht authentisch Deinen Weg gehst, sondern Dich anpasst, eine Rolle einnimmst, die Deinem Sein nicht entspricht und damit in Deinem Leben und Beziehungen Lebendigkeit und Tiefe einbüßt. 

Stattdessen hast Du jedoch auch ein Sein, eine Essenz, Dir innewohnende Qualitäten, die Dich ausmachen, die Deine Authentizität ausmachen. Daher beantworte einmal folgende Fragen:

·         Wie wollen sich diese Qualitäten ausdrücken?
·         Wie möchte sich Dein Sein ausdrücken?
·         Passt dies zu den Rollen, die Du annimmst?
·         Oder spielst Du immer wieder Rollen, die Dir gar nicht entsprechen?
·         Wo blüht Dein Sein auf?
·         Was inspiriert Dich?
·         Wo und wann fühlst Du Dich lebendig und echt?
·         Wie authentisch bist Du tatsächlich?

Es ist fast schon ein Paradox in der modernen, schnell-lebigen Gesellschaft: die Menschen sehnen sich nach mehr Kontakt und Authentizität, wenden jedoch unglaublich viel Energie dafür auf, einer oder mehrerer Rolle zu entsprechen und die dazugehörige Maske zu tragen. 

Möchtest Du Dich in Rollen verlieren, die Dir nicht entsprechen, oder ein authentisch, lebendiges Leben führen? Welche Rolle bist Du bereit, jetzt fallen zu lassen?

Herzliche Grüße,
Nicola

Mittwoch, 13. März 2019

3 Schritte, um in Bewegung zu kommen, wenn Du feststeckst


Steckst Du in dem einen oder anderen Lebensbereich fest, oder hast Du in der Vergangenheit schon einmal festgesteckt? Die meisten werden dies schon erlebt haben. Wenn Du feststeckst, dann hast Du den Eindruck, es geht nicht vorwärts und nicht rückwärts. Eventuell hast Du es auch schon erlebt, dass Sätze wie „Ich weiß nicht, was ich tun soll“ oder „Ich weiß nicht, wie ich es verändern soll“ durch Deinen Kopf. Hier sind zwei Beispiele:

Beispiel 1: „Ich stecke im Job fest“
Stell Dir vor, Du hast einen Chef oder eine Chefin, die enormen Druck ausübt, sodass Du Dich letztendlich in Deinem Job gestresst fühlst. Du bekommst immer mehr Aufgaben und versuchst dieser Aufgaben Herr zu werden, denn schließlich möchtest Du Deinen Job nicht verlieren. Doch eigentlich fragst Du Dich, wie Du das nur schaffen sollst. Du weißt nicht, wie Du aus dem Hamsterrad aussteigen kannst und machst daher weiter wie bisher, möglicherweise so lange, bis Du völlig erschöpft bist und krank wirst.

Beispiel 2: „Ich stecke in meiner Beziehung fest“
Vielleicht steckst Du auch in Deiner Beziehung fest, z. B. in der Form, dass Du Dich mit Deinem Partner/Deiner Partnerin immer wieder in Streits oder Diskussionen wiederfindest und Du mittlerweile der festen Überzeugung bist, dass nichts anderes möglich ist. Eventuell passiert auch genau das Gegenteil und Du steckst fest in der Situation, dass Ihr nicht mehr viel miteinander sprecht, Distanz da ist und Du Dich fragst, welche gemeinsame Basis Ihr eigentlich habt. Du sagst Dir: „Ich würde ja gerne eine andere Art von Nähe und Intimität leben, aber ich weiß nicht wie. Mit ihm/ihr ist das nicht möglich. Jedes Mal, wenn ich es probiere, kommen wir wieder in das alte Muster und streiten. Er/Sie sieht mich einfach nicht.“

Es gibt noch viele andere Beispiele des Feststeckens. Die spannende Frage ist jedoch, wie Du in Bewegung kommst, wenn Du meinst, festzustecken. Dafür ist es notwendig kurz zu beleuchten, wie Du überhaupt in eine festgefahrene Situation kommst.

Wenn Du feststeckst, dann meinst Du in dem Moment, dass nichts anderes möglich ist. Du wünschst Dir vielleicht etwas anderes, weißt aber nicht, wie Du aus der eigentlichen Situation rauskommen sollst. Du deklarierst „Es IST so!“ „Nichts anderes ist möglich.“ „Ich stecke fest“. Das bedeutet, dass Du komplett mit Deinen Gedanken und Geschichten über die Situation identifiziert bist und auch fortlaufend Gründe dafür findest, warum es so ist. Die Welt ist reich an Beweisen, und welche Geschichte Du auch immer untermauern willst, Du wirst die Beweise finden.

Hast Du die festgefahrene Situation, dass Dein Chef ein Idiot ist, dann wirst Du jeden Tag im Job Beweise finden, dass er z. B. schon wieder einen gemeinen Drall in der Stimme hatte, oder nicht gegrüßt hat, oder was auch immer. Wenn Du die festgefahrene Situation in Deiner Beziehung hast, dass Nähe mit Deinem Partner/Deiner Partnerin nicht wirklich möglich ist, dann wirst Du eine Menge Beweise finden, z. B. dass er/sie jeden Abend müde auf dem Sofa liegt, dass er Dir vielleicht schon lange keine Blumen mehr mitgebracht hat, oder sie schon lange nicht mehr „Ich liebe Dich!“ gesagt hat.
In dem Moment, wo Du meinst Festzustecken, bist Du in einer Opfer-Haltung. Du bist Opfer der Umstände, Opfer der Situation, Opfer des Feststeckens. Vielleicht sagst Du jetzt „Ja, toll, und wie komme ich da raus?“ Hier sind 3 wichtigen Schritte, um in Bewegung zu kommen.

SCHRITT 1: Gesteh Dir ein, dass Du feststeckst
Dir einzugestehen, dass Du feststeckst, ist der erste Schritt. Dir das einzugestehen, kann möglicherweise schmerzhaft sein, vor allem wenn Du zu den Menschen gehörst, die normalerweise alles im Griff haben und gerne für alles eine Lösung haben. Um Dir einzugestehen, dass Du feststeckst, mache einmal folgendes Experiment:

·         Schreibe die Lebenssituation auf, in der Du feststeckst. Wer sind die Beteiligten? Worum geht es genau? In welcher Form steckst Du fest? Was passiert da genau?

·         Dann schreibe Deine ganzen Beweise für diese Situation auf. Welches sind konkret die Beweise, die Deine Geschichte des Feststeckens untermauern? Sie präzise. Und sei vor allem radikal ehrlich, auch wenn Du Beweise anführst, die Dir vielleicht peinlich sind. Es liest ja niemand außer Dir. Hier geht es darum, dass Du es Dir selbst eingestehst.


SCHRITT 2: Dein Nutzen, festzustecken
Nun da Du Klarheit über Deine Situation und die ganzen Gründe hast, geht es ans Eingemachte. Ein Teil in Dir möchte diesen zweiten Schritt vielleicht gar nicht machen. Wenn Du wirklich in Bewegung kommen willst, mach ihn trotzdem!

In Schritt 1 hast Du gerade aufgeschrieben, wo Du Opfer des Feststeckens bist. Jetzt geht es darum, dass Du aufschreibst, was Dein Nutzen davon ist. Was ist der Nutzen davon, dass Du feststeckst und immer wieder Beweise für die festgefahrene Situation findest? Möglicherweise sagt eine Stimme in Dir „Wie, Nutzen? Ich habe davon doch keinen Nutzen! Das Feststecken ist Mist! Ich will ja etwas anderes.“ Und doch hast Du einen Nutzen davon, sonst hättest Du bereits etwas anderes im Leben. Es geht darum, dass Du beginnst, Verantwortung für Dein Feststecken zu übernehmen. Beantworte dazu folgende Fragen:

  • Wie hast Du dazu beigetragen, dass Du feststeckst?
  • Was konntest Du durch das Feststecken bisher vermeiden?
  • Was musstest Du nicht tun?
  • Was hast Du dadurch eventuell bekommen?
  • Was war bisher der Nutzen?

Es geht bei diesem Schritt also nicht um die anderen beteiligten Personen, sondern um Dich. Was ist DEIN Nutzen des Feststeckens. Verantwortung für Dein Feststecken zu übernehmen, scheint im ersten Moment nicht fair. Doch wenn Du in Bewegung kommen willst, kommst Du um diesen Schritt nicht herum. Im Folgenden findest Du Schritt 2 angewandt auf die beiden oben genannten Beispiele.


Beispiel 1: Der Nutzen, im Job festzustecken
Lass uns das obige Beispiel wieder hernehmen. Vielleicht hast Du in der Form zum Feststecken im Job beigetragen, dass Du nie glasklar NEIN gesagt und eine Grenze gesetzt hast, als das Arbeitspensum längst erreicht war. Du bist nicht für Dich eingestanden, sondern hast Deine Autorität an Deinen Chef abgegeben und Dich angepasst verhalten. Möglicherweise ist Dein sehr großer Nutzen auch der, dass Du Anerkennung und Aufmerksamkeit von Kollegen oder Deinen Lieben bekommst, wenn Du gestresst nach Hause kommst, weil Du wieder so viel gearbeitet hast. Aufmerksamkeit ist ein toller Nutzen! Vielleicht musst Du Dir bei so viel Stress auch nicht eingestehen, dass Du den Job eigentlich gar nicht machen möchtest. Dadurch musst Du Dich nicht der Angst aussetzen, was passiert, wenn Du kündigst. … und so weiter. Sei radikal ehrlich.

Beispiel 2: Der Nutzen, in Deiner Beziehung festzustecken
Wenn Du mit Deinem Partner immer wieder streitest oder Ihr umgekehrt nicht mehr viel miteinander sprecht und Du in dieser Situation feststeckst, wie hast Du dazu beigetragen und was könnte Dein Nutzen sein? Möglicherweise hast Du in der Form dazu beigetragen, dass Du irgendwann aufgehört hast, Deinen Partner wertzuschätzen. Vielleicht teilst Du auch nicht mehr mit, welche Dinge Dich bewegen. Der Nutzen davon könnte sein, dass Du Dich nicht verletzlich zeigen musst und dadurch nicht riskieren musst verletzt zu werden. Du kannst im Bekannten bleiben. Ein weiterer Nutzen kann auch sein, dass Du Mitleid von Deinen Freunden bekommst, wenn Du Dich bei ihnen über Deine Beziehung beschwerst. Außerdem musst Du Dich nicht der Angst stellen, die aufkommt, wenn echte Nähe und Intensität entsteht. Du siehst, auch da gibt es einen interessanten Nutzen, wenn Du radikale Verantwortung übernimmst.

Schreibe einmal genau auf, was Dein Nutzen ist, wenn Du radikale Verantwortung für Dein Feststecken übernimmst.


SCHRITT 3: Wie lautet Deine Entscheidung?
Nachdem Du nun Klarheit über die Situation, die Beweise dafür und Deinen Nutzen des Feststeckens hast, besteht Schritt 3 darin, eine gefährliche Frage zu beantworten, und zwar aus Deinem Körper heraus, nicht aus Deinem Verstand. Atme, komm in Deinen Körper, spüre in Deinem Körper den Schmerz des Feststeckens ganz bewusst und beantworte aus dem heraus  folgende Frage:
Hast Du lange genug festgesteckt?

Stelle Dir diese Frage ernsthaft und beantworte sie aus Deinem Körper heraus, nicht aus dem Verstand. Falls Deine Antwort JA lautet, kannst Du beginnen, Deine Geschichte zu verändern. Dann bist Du bereit, Deinen bisherigen vermeintlichen Nutzen aufzugeben und etwas völlig neues zu wagen. Dann ist Dir klar, dass Du zu dieser Situation und dem Feststecken beigetragen hast und somit auch Verantwortung übernehmen kannst, etwas Neues zu kreieren.

Ist Deine Antwort NEIN, dann ist das nicht gut und nicht schlecht. Es bedeutet einfach, dass es einen Teil in Dir gibt, der nicht bereit ist, Verantwortung für die Situation zu übernehmen, weil Dein Nutzen noch zu groß ist. Vielleicht erfindest Du dann Geschichten wie „Ja, vielleicht ändert er/sie/die Situation sich ja und dann ist alles anders!“ In dem Fall ist es bequemer für Dich, weiter festzustecken und das Leben an Dir vorbei ziehen zu lassen. Dann machst Du Dir den Schmerz des Feststeckens nicht in seinem vollen Ausmaß bewusst, denn sonst würdest Du etwas verändern. Sei Dir einfach bewusst, dass es Deine kostbare Lebenszeit ist, die Du durch das Feststecken vergeudest. Du bekommst sie nicht zurück.

Etwas zu verändern und aus dem Feststecken herauszukommen kann beängstigend sein. Du verlässt bekanntes Gebiet und probierst vielleicht etwas Neues aus. Es ist absolut angemessen Angst zu haben. Doch anstatt sich von der Angst blockieren zu lassen, kannst Du sie einfach als Indikator dafür nehmen, dass Du aus etwas Bekanntem ausbrichst und nicht weißt, was dann passiert. Das braucht Mut. Vielleicht hilft es Dir, an dem Punkt dann folgendes in Betracht zu ziehen:

Mut ist nicht das Ausbleiben von Angst.
Mut ist die Entscheidung, dass etwas anderes wichtiger ist, als die Angst.

Ziehe zudem einmal in Betracht, dass Du nicht bereits wissen musst, wie das Neue geht. Du musst es auch nicht alleine tun, sondern kannst Dir jederzeit Unterstützung holen in Form von Freunden, erfahrenen Trainer, oder was es auch immer braucht. Die einzige Frage, die zählt, ist:

War es jetzt lange genug?

In diesem Sinne, herzlich bewegende Grüße,
Nicola

Freitag, 15. Februar 2019

Bist Du bereit für mehr Lebendigkeit in Deinem Leben?


Derzeit scheinen viele Menschen auf der Suche nach mehr Lebendigkeit und Leichtigkeit zu sein. Das kann ganz unterschiedliche Lebensbereiche betreffen. Die einen wünschen sich mehr Lebendigkeit in ihrer Beziehung, die anderen mehr Lebendigkeit im Job und wieder andere suchen grundsätzlich mehr Lebendigkeit und Leichtigkeit in ihrem Leben. Doch was heißt denn eigentlich mehr Lebendigkeit?

Bei Lebendigkeit geht es zunächst einmal darum zu spüren, dass Du lebst. Oftmals scheint sich jedoch eine Art Routine im Alltag einzuschleichen, die dafür sorgt, dass das Leben monoton wird, vorhersehbar, langweilig, gewöhnlich und manchmal sogar schmerzhaft. Schmerzhaft wird es, wenn Dir bewusst wird, dass Du so, wie Du derzeit lebst, eigentlich nicht leben möchtest. Neulich antwortete ein Mann auf die Frage, wie denn seine Beziehung läuft: „Normal“ und ergänzte, dass er damit eigentlich nicht glücklich sei. Das Wort normal ist fast schon zum Synonym für langweilig bzw. unlebendig geworden.

Einige Menschen denken, Lebendigkeit würde damit zusammenhängen, immer verrücktere Dinge und Sportarten zu unternehmen. Sie spüren erst Lebendigkeit, wenn sie einen gewissen Adrenalin-Kick bekommen. Andere meinen, Lebendigkeit hinge damit zusammen, besonders viel zu tun, viel zu arbeiten, viele Termine zu haben, viele Freunde zu treffen und jeden Tag so voll wie möglich zu packen. Dennoch stellen die meisten nach einer gewissen Zeit fest, dass all das vielleicht für einen kurzen Moment wirkt, letztendlich jedoch nicht dauerhaft zu mehr Lebendigkeit führt. Im Gegenteil, meist führt es dazu, dass sie immer mehr zweifeln, ruhelos werden, oder sogar depressiv oder anderweitig krank.

Einige Menschen verwechseln auch das sogenannte Niedere Drama mit Lebendigkeit. Das niedere Drama basiert auf einer Täter-Opfer-Retter Dynamik. Wenn Du beispielsweise mit Deinem Partner streitest fühlt sich das im ersten Moment vielleicht lebendig an. Du spürst in dem Moment Wut, Traurigkeit, Angst oder auch Freude. Doch ziehe einmal in Betracht, dass das die unverantwortliche Form von Gefühlen ist. Meist ist es so, dass Du nach solchen Drama-Situationen eher weniger Energie hast und ein fader Geschmack zurück bleibt. Mache Dir deswegen bewusst: Niederes Drama ist niederes Drama. Niederes Drama ist nicht das Leben und hat nichts mit Lebendigkeit zu tun. Das einzige, was im niederen Drama passiert, ist, dass Du älter wirst und graue Haare bekommst.

Wie bringst Du also mehr Lebendigkeit in Dein Leben? Um diese Frage zu beantworten, ist es notwendig, dass Du für Dich zunächst eine andere, möglicherweise gefährliche Frage beantwortest:

Welche Ausreden hast Du, um nicht lebendig zu sein?

Vielleicht sagst Du „Ich habe keine Ausreden, ich wünsche mir einfach mehr Lebendigkeit“. Die Sache ist jedoch die: Wenn Du Dir mehr Lebendigkeit im Leben wünschst, benutzt Du unbewusst Ausreden, die Dich bisher daran gehindert haben, nicht lebendig zu sein. Diese Ausreden können dabei ganz unterschiedlicher Natur sein. Hier sind einige Beispiele:
·         Mein Job ist so stressig und lässt es nicht zu
·         In meiner derzeitigen Beziehung ist das nicht möglich.
·         Mein Partner/mein Umfeld müsste sich ändern, damit ich meine Lebendigkeit leben kann.
·         Wenn ich mein Ziel xy erreicht habe, dann kann ich endlich lebendig sein.
·         Ich habe so viele Verpflichtungen.
·         Ich weiß nicht, wie ich mehr Lebendigkeit in mein Leben bringen soll.
·         Ich würde ja gerne, aber so einfach ist das alles nicht. Ich stecke fest.
·         Wenn ich eine andere Kindheit gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich auch lebendiger.
·         Etc.

Dein Ausreden-Experiment:
Es gibt zahlreiche Ausreden, warum Du bisher nicht mehr Lebendigkeit in Deinem Leben vorfindest. Nimm Dir jetzt einmal kurz Zeit, radikal ehrlich Deine individuellen Ausreden aufzuschreiben. Lass Deinen Körper schreiben, bevor Du denkst, während Du Dir immer wieder folgende Frage stellst: Was hindert Dich daran, lebendig zu sein? Schreibe alle nur erdenklichen kleinen und großen Gründe und Ausreden auf.

Wenn Du Ausreden hast, die Dich an Deiner Lebendigkeit hindern, fokussierst Du Dich auch unbewusst darauf, immer wieder Beweise zu finden, die diese Ausreden untermauern. Und egal welche Ausrede Du hast, Du wirst diese Beweise finden. Ausreden sind nichts anderes als Geschichten, in denen wir leben und von denen wir meinen, sie seien wahr.

Was ist Dein Nutzen davon, nicht lebendig zu sein?
Wenn Du Ausreden vorbringst, um nicht lebendig zu sein, bist Du in einer Opfer-Rolle. Dann wartest Du darauf, dass sich beispielsweise die anderen ändern, damit es Dir irgendwann besser geht. Wenn Du Ausreden vorbringst, dann gibst Du Deine Kraft an die Ausrede ab, an den Grund. Dann machst Du Dich klein und bleibst hinter Deiner eigenen Lebendigkeit zurück.

Die spannende Frage ist, was bisher Dein Nutzen war, nicht lebendig zu sein. Du wirst vielleicht sagen: „Wie, der Nutzen? Ich will ja mehr Lebendigkeit. Da habe ich doch keinen Nutzen.“ Doch ziehe einmal folgendes in Betracht: Der große Nutzen davon, nicht lebendiger zu werden, ist der, dass Du die Dinge so belassen kannst, wie sie sind. Alles kann beim Alten bleiben und Du musst Dich nicht verändern. Das ist unglaublich bequem. Das kennst Du und weist, wie Du damit einigermaßen zurechtkommst. Vielleicht bekommst Du auch Aufmerksamkeit von anderen, wenn Du jammern kannst, dass Du so gerne mehr Lebendigkeit leben würdest, aber es einfach nicht möglich ist. Und verstehe das bitte nicht falsch. Es ist nicht gut und nicht schlecht, Ausreden zu haben und im Bekannten zu verweilen. Es produziert einfach nur gewisse Resultate.

Hinter den ganzen Ausreden, die Du nutzt, um nicht mehr Lebendigkeit in Dein Leben zu bringen, steckt meist ein Gefühl: Angst. Die Angst vor Veränderung, die Angst, nicht zu wissen, was passiert und wie andere Menschen in Deinem Umfeld reagieren, wenn Du Deine Lebendigkeit entfaltest. Was ist die Angst hinter dieser Angst? Nun, möglicherweise ist es letztendlich die Angst, nicht mehr akzeptiert zu werden, nicht mehr dazu zu gehören. Diese Angst basiert häufig auf einer alten Sichtweise in Bezug auf Lebendigkeit. Lass uns einmal schauen, wie die alte Sichtweise und eine entsprechend neue Sichtweise aussehen.

LEBENDIGKEIT – ALTE SICHTWEISE
LEBENDIGKEIT – NEUE SICHTWEISE
Naiv
Kraftvoll
Albern
Humorvoll
Zu viel für andere
Ist Dein Antriebsmotor
Nicht zumutbar
Leicht
Nicht gesellschaftskonform
Menschlich
Unprofessionell
Kreativ
Fällt aus dem Rahmen
Sorgt für das gewisse Etwas
Zu wild
Voller Lebensfreude
Nur Kinder dürfen (ein wenig) lebendig sein
Freiheit
Der/Die spinnt bzw. ist verrückt
Ist authentisch
Macht andere neidisch
Inspiriert
Gehört sich nicht
Eröffnet ungeahnte Möglichkeiten

Was ist Deine Sichtweise auf Lebendigkeit?
Prüfe einmal für Dich, was Deine Sichtweise auf Lebendigkeit ist. Was hast Du über Lebendigkeit gelernt? Was hast Du oft gehört oder was wurde Dir früher eingetrichtert?

Kinder, die sehr lebendig sind, werden beispielsweise auf das Medikament Ritalin gesetzt, um sie normal zu machen. Lebendig zu sein, schein nicht okay zu sein. Ist Dir einmal aufgefallen, wie viele Menschen in Situationen, in denen sie spontan den Impuls haben, herzlich loszulachen, sofort die Hand vor den Mund nehmen und maximal noch ein verhaltenes Glucksen rauskommt? Wir sind in der modernen Gesellschaft wirklich sehr gut darin trainiert, Lebendigkeit zu unterdrücken.

Damit eng verbunden sind die Gefühle, die wir ebenfalls meisterhaft unterdrücken. Wir haben eine Taubheitsschwelle eingerichtet, um nicht fühlen zu müssen, was die fehlende Lebendigkeit eigentlich mit uns macht. Wenn Du die unlebendigen Aspekte in Deinem Leben anschaust und tatsächlich im Körper fühlen würdest, was das mit Dir macht, dann müsstest Du möglicherweise Konsequenzen ziehen, Entscheidungen treffen, Dinge in Deinem Leben verändern oder loslassen. Das könnte schmerzhaft sein. Und um genau diesen Schmerz nicht zu fühlen, sind wir immer wieder Meister darin, unsere Taubheitsschwelle weit oben zu halten.

Um nicht zu fühlen, kannst Du beispielsweise:
  • Alkohol trinken
  • Rauchen
  • Sonstige Drogen nehmen
  • Übermäßig arbeiten
  • Übermäßig Sport machen
  • Ständig erschöpft sein
  • Krank werden
  • Shoppen gehen
  • Ständige Hintergrundgeräusche haben (z. B. Radio)
  • Fernsehen schauen
  • Ständig mit dem Smartphone rumspielen
  • Social Media
  • Im Internet surfen
  • Computerspiele spielen
  • Süßigkeiten und sonstiges ungesundes Essen zu Dir nehmen
  • Etc.

Um mehr Lebendigkeit in Dein Leben zu bringen, ist es notwendig, dass Du beginnst, bewusst zu fühlen und die Gefühle bewusst als zielsicheres, inneres Navigationssystem zu nutzen. Du kannst nicht umsonst Wut, Freude, Traurigkeit und Angst fühlen. Das ist kein Designfehler vom Universum. Deine Gefühle, führen Dich zur Lebendigkeit. Im Gegensatz zum niederen Drama geht es also hier um die bewusste und verantwortliche Form der Gefühle. In Bezug auf die Angst würde das bedeuten, dass Du sie – wenn Du sie fühlst – als Hinweis nimmst, um beispielsweise etwas Neues auszuprobieren, wachsam, aufmerksam und präsent zu sein, kreativ und innovativ zu sein, zu planen, Dich in unbekanntes Gebiet vorzuwagen und mutig zu sein, anstatt Dich von der Angst blockieren zu lassen und sie als Schwäche oder als „schlechten Berater“ anzusehen.

Mehr Lebendigkeit in Dein Leben zu bringen ist so, als würdest Du von einem Planeten zu einem Stern werden. Planeten sind eher unlebendig. Sie absorbieren Energie und auf das Leben übertragen bedeutet es, dass Du folgst, kopierst, imitierst, unlebendig bist, konsumierst, alles beim alten belässt, gehorchst und Dich angepasst verhältst.

Wenn Du beginnst, bewusst zu fühlen, um an Deine Lebendigkeit wieder voll anzudocken, wirst Du zu einem Stern. Sterne haben die Eigenschaft, dass sie mehr Energie nach außen abgeben und strahlen. Für Dein Leben als Stern bedeutet das, dass Du Neues kreierst, strahlst, inspiriert und lebendig bist, den nächsten Schritt machst, kreativ bist und voran gehst.

Wenn Du bewusst beginnst, zu fühlen und dadurch wieder an Deine Lebendigkeit andockst, dann
·         bittest Du um das, was Du brauchst,
·         setzt Du Grenzen,
·         duldest gewisse Dinge nicht mehr,
·         mistest Du Dein Leben aus (siehe hierzu auch den Artikel „Mit wie viel Gepäck reist Du durchs Leben“ von Januar 2019),
·         nimmst Du Dein Leben und Deine Lebendigkeit in die Hand,
·         wirst Du zur Quelle von Lebendigkeit,
·         kommst Du wieder in Deine Kraft,
·         stehst für Dich und Deine Lebendigkeit ein,
·         und vieles mehr.

Dein Lebendigkeits-Experiment
Zum Abschluss lade ich Dich noch zu folgendem Lebendigkeits-Experiment ein. Schreibe einmal auf, was Dich lebendig sein lässt: Was inspiriert Dich? Was erfüllt Dich mit Freude? Wonach sehnst Du Dich? Wann oder wobei fühlst Du Dich lebendig?
Dann beginne mindestens 2 Mal die Woche etwas zu tun, das Dich lebendig sein lässt.

Die Sache ist die: All das, was Du aufgeschrieben hast, ist bereits als lebendige Möglichkeit im Universum vorhanden.

Manchmal testet das Universum Dich, ob Du wirklich bereit bist, lebendig zu sein. Dann ergeben sich beispielsweise Möglichkeiten  oder Situationen für mehr Lebendigkeit und das Universum schaut, ob Du durch die Tür gehst oder Dich von der alten Sichtweise auf Angst (blockierend, schwach) zurück halten lässt und Deinen Ausreden und Geschichten weiter Glauben schenkst.

Mehr Lebendigkeit in Dein Leben zu bringen, kann niemand für Dich tun, außer Du selbst. Bist Du bereit, mit den Ausreden aufzuhören und Deine Lebendigkeit in die Hand zu nehmen?

Herzlich lebendige Grüße,
Nicola

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P. S. Filmtipp zum Thema: „Surrogates – Mein zweites Ich“ mit Bruce Willis



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