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Mittwoch, 9. Mai 2018

3 essentielle Fragen für mehr Energie, Fluss und Lebensfreude in Deinem Leben.


Den Frühling nutzen viele Menschen dazu, physischen Frühjahrsputz zuhause zu machen. Doch hast Du Dir einmal überlegt, auch in Dir selbst Frühjahrsputz zu machen? Das klingt vielleicht auf den ersten Blick nicht sehr attraktiv. Putzen ist nicht jedermanns Sache. Es lohnt sich jedoch, einige Dinge in Dir zu entstauben, wieder zum Leben zu erwecken und vielleicht das ein oder andere zu auszumisten. Das einzige, was Du brauchst, ist Experimentierfreude, Aufrichtigkeit und die Bereitschaft, Klarheit zu schaffen. Was Du gewinnst, sind mehr Energie, Fluss und Lebensfreude in Deinem Leben. Bist Du bereit?

Es gibt sicher viele verschiedene Komponenten, die entscheidend sind für mehr Energie, Fluss und Lebensfreude in Deinem Leben. 3 sehr wichtige Fragen in diesem Zusammenhang sind jedoch folgende:

1. Wo ist Deine Aufmerksamkeit?
2. Wie groß ist Dein JETZT?
3. Was ist für Dich stimmig?

Lass uns einmal betrachten, was es mit diesen 3 Fragen auf sich hat.

1. Wo ist Deine Aufmerksamkeit?
Wir vergeuden oftmals sehr viel Zeit damit, uns über Dinge Gedanken oder gar Sorgen zu machen, die noch gar nicht eingetreten sind oder die uns Energie rauben. Hier einige Beispiele:

·         Du machst Dir Gedanken oder Sorgen, was wohl passiert, wenn etwas ganz bestimmtes eintritt, z. B.
o   Dir Dein Job gekündigt wird
o   Ein geliebter Mensch in Deinem Umfeld stirbt
o   Deine Kinder in die Schule kommen
o   Du einen wichtigen Termin verpasst
o   Dein Partner/Deine Partnerin Dich verlässt
o   Du nicht genug Geld verdienst
o   Du keinen Job findest bzw. keinen, der Dich erfüllt
o   etc.

·         Du machst Dir Gedanken oder Sorgen, was andere wohl über Dich denken, wenn
o   Du bestimmte Äußerung machst
o   Du Deine Meinung vertrittst
o   Du Grenzen setzt und der andere womöglich empört ist
o   Du Deinen ganz eigenen Weg gehst
o   Du vielleicht außergewöhnliche Kleidung trägst,
o   Du gesellschaftliche Regeln und Normen hinterfragst
o   Du bestimmte Leute nicht zu Deinem Geburtstag oder zum Familienfest einlädst,
o   etc.

·         Du verstrickst Dich in Bewertungen und Geschichten bezüglich Situationen bzw. Menschen   in Deinem Umfeld, z. B. dass
o   Der Nachbar neurotisch ist, weil er die Hecke mit einem Lineal nachmisst, wenn er sie geschnitten hat
o   Dein Kollege unmöglich ist, weil er Dir Informationen nicht weitergeleitet hat
o   Dein Chef ein Idiot ist
o   überhaupt der ganze Job ätzend ist, weil Du so viel arbeiten musst und es Dir keinen Spaß macht,
o   Dein Partner ein Jammerlappen ist, weil er sich ständig beschwert
o   etc.

Unser Gehirn ist darauf programmiert, fortwährend Gedanken zu produzieren. So funktioniert unser intellektueller Körper nun einmal. Du kannst jedoch beeinflussen, welche Art von Gedanken Du produzierst bzw. worauf Du Deine Aufmerksamkeit lenkst.

Wenn Dich Gedanken der oben genannten Kategorien immer wieder beschäftigen, lenkst Du Deine Aufmerksamkeit beispielsweise grundsätzlich auf das, was Du NICHT möchtest bzw. was Dir Energie entzieht. Da Deine Energie Deiner Aufmerksamkeit folgt, gibst Du damit den Szenarien Energie, die Du eigentlich vermeiden möchtest und produzierst dadurch weitere Sorgen, Unwohlsein und Mangel. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Je mehr Energie Du bestimmten Gedanken gibst, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie sich manifestieren.

Früher gab es modellierbare Bilder aus Nägeln. Die Nägel waren locker durch Löcher einer Holzplatte gesteckt und konnten sich im Loch hin und her bewegen ohne herauszufallen. Das Bild wurde dann zunächst so umgedreht, dass alle Nägel mit den langen Enden auf eine Seite rutschten. Anschließend hast Du z. B. Deine Faust oder Hand in diese Seite hineingedrückt, sodass sie  sich auf der anderen Seite der Holzplatte abzeichnete, weil die Nägel nur dort eingedrückt wurden, wo Deine Faust bzw. Hand war. Ähnlich funktioniert es mit der Manifestation von Gedanken. Wenn Du einen Gedanken immer wieder denkst und diesen noch mit einem Gefühl verknüpfst (z. B. Angst) dann wird dieser zu einer gefühlten inneren Realität und einem inneren Abdruck (ähnlich dem Nagel-Bild).

Die entscheidende Frage ist also: Worauf richtest Du Deine Aufmerksamkeit? Das ist nicht zu verwechseln mit positivem Denken. Es geht hierbei nicht darum, dass Du Dir immer wieder einen vermeintlich positiven Satz vorsagst, sobald Du wahrnimmst, dass Du destruktive Gedanken hast. Es geht darum, achtsam zu werden, worauf Du Deine Aufmerksamkeit richtest. Wählst Du das, was Dir Sorgen macht, Mangel kreiert oder Dich nervt? Oder richtest Du Deine Aufmerksamkeit auf das, was Dich nährt?

2. Wie groß ist Dein JETZT?
Die zweite wichtige Frage beschäftigt sich damit, wie groß Dein JETZT ist, d. h. wie groß die Zeitspanne ist, in der Du lebst. Während Kinder noch ein sehr kleines Jetzt haben und von Moment zu Moment im Spielen versinken können, haben die meisten erwachsenen Menschen ein sehr großes Jetzt. Wie zeigt sich ein großes Jetzt? Es zeigt sich z. B. dadurch, dass:

·         Du schon morgens daran denkst, was Du bis abends alles erledigt haben musst
·         Du Dir heute Gedanken darüber machst, wie das Treffen mit der Freundin nächste Woche wird
·         Du in der Vergangenheit lebst und gedanklich z. B. bei der Besprechung mit Deinem Chef letzte Woche oder bei dem schönen Wochenendausflug vor 3 Tagen bist
·         Du bereits gedanklich im Urlaub bist, der in 3 Monaten ansteht
·         etc.

Das Jetzt ist bei vielen Menschen sehr groß, sodass sie in Tagen, Monaten oder sogar Jahren denken.

Die Sache ist die: Du kannst nicht mehr ändern, was in der Vergangenheit passiert ist, denn es ist schon vorbei. Du kannst auch nicht das ändern, was in der Zukunft liegt, denn es ist noch nicht da. Wenn Du in der Vergangenheit oder in der Zukunft bist, bist Du nicht im Hier und Jetzt präsent. Stattdessen gibst Du Deine Kraft an die Vergangenheit oder die Zukunft ab, die Du nicht kontrollieren kannst. Der einzige Moment, in dem Du wirklich Kraft hast, ist im Hier und Jetzt.

Du kannst als Erinnerung für das Jetzt einen kleinen Stein in Deine Hosentasche tun. Drücke mehrmals am Tag auf den Stein. In dem Moment, wo Du den Stein berührst und den Druck an Deinem Finger spürst, da ist das Jetzt. Minimiere Dein Jetzt auf diesen Moment. Sei präsent und wach in diesem Moment. Nur dort hast Du Kraft. Das Leben passiert Hier und Jetzt, nicht morgen, nicht übermorgen oder letzte Woche. Nur Hier und Jetzt. Mit dieser Wachheit kannst Du dann auch Veränderung vornehmen im Hier und Jetzt. Sobald Du in diesem Moment präsent bist und eine Situation vorfindest, die für Dich nicht funktioniert, kannst Du deklarieren, dass jetzt etwas völlig anderes möglich ist, als das.

Das wiederum bringt uns zur dritten Frage.

3. Was ist für Dich wirklich stimmig?
Wenn Du im Hier und Jetzt präsent und damit in Deiner Kraft bist, stellt sich die Frage, was für Dich genau in diesem Hier und Jetzt stimmig ist.

·         Ist es stimmig, das zu tun, was Du gerade tust?
·         Nährt Dich das, was in diesem Moment ist?
·         Folgst Du in diesem Moment Deiner Freude oder einer vermeintlichen Verpflichtung, die Dir keinen Spaß bringt?
·         Was inspiriert Dich jetzt?
·         Worin besteht jetzt die Notwendigkeit? (Was wird in diesem Moment gebraucht, entweder von Dir oder von anderen).

Um dem zu folgen, was für Dich wirklich stimmig ist, kann es notwendig sein, zunächst einmal die Dinge auszumisten, die für Dich nicht mehr stimmig sind. Bist Du beispielsweise Verpflichtungen eingegangen, hinter denen Du nicht mehr stehst und die Dir keine Freude mehr bereiten (z. B. Mitgliedschaft in irgendeinem Verein, eine Wohnung, in der Du Dich nicht wohl fühlst, die Übernahme von Aufgaben, die Dich eigentlich nerven, etc.)?

An welchen Dingen in Deinem Leben hältst Du fest, obwohl sie nicht mehr zu Dir gehören, Dir nicht gut tun und alles andere als stimmig für Dich sind? Wie viel unnötigen Ballast schleppst Du mit Dir rum?

Beginne damit, in Dich hinein zu spüren, was sich für Dich stimmig anfühlt, was Dir entspricht und was Dich nährt. Dann fang an, Platz für das zu schaffen, indem Du mit den Dingen aufhörst, die Dich nicht mehr nähren.

Vielleicht sagst Du jetzt: „Das ist leichter gesagt, als getan“. Nun, niemand hat gesagt, dass es leicht ist. Und zieh einmal in Betracht, dass es möglicherweise leichter ist, als Du denkst und Du Dir nur zu viele Gedanken darüber machst, wie das denn gehen soll. Denke nicht darüber nach. Fang einfach in kleinen Schritten an, zu experimentieren. Die einzige Frage ist, ob Du mehr Energie, Fluss und Lebensfreude in Deinem Leben haben möchtest oder nicht.

Frederic Dodson hat in seinem Buch Reality Creation Coaching einmal ein schönes Beispiel gegeben. Er saß mit einem Klienten auf einer Parkbank und fragte diesen: „Was würdest Du jetzt am liebsten tun?“ Der Klient, der selbständig war, sagte: „Nun, ich sollte jetzt mal dringend nach Hause gehen und Kundenakquise am Telefon machen“. Federic Dodson sagte: „Das war nicht die Frage. Die Frage war, was Du jetzt am liebsten tun würdest. Was wäre JETZT für Dich stimmig?“ Der Klient schaute in den Park und sagte: „Nun, am liebsten würde ich jetzt da vorne zu dem Baum gehen und die Eichhörnchen füttern, aber das ist ja nicht sehr lukrativ.“ Dodson sagte nur: „Erzähl das mal den Eichhörnchen.“ Also ging der Klient zu dem Baum und fütterte die Eichhörnchen. Eine Frau kam des Weges und sprach ihn an, weil er die Eichhörnchen fütterte. Sie kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass sie die Geschäftsführerin einer großen Firma mit mehreren tausend Mitarbeitern war, die genau den Service brauchte, den der Klient anzubieten hatte. So wurde diese Firma der neue Kunde des Klienten.

Worauf richtest Du im Hier und Jetzt Deine Aufmerksamkeit und was ist für Dich jetzt stimmig?

Herzliche Grüße,
Nicola Nagel


GIB DEINEM LEBEN EINE NEUE RICHTUNG!
www.viva-essenza.com

Freitag, 14. Juni 2013

Die Illusion von Zeit und Verstand. - Es existiert nur das JETZT!



Unser Verstand ist eine clevere Maschine, die fortwährend mit Informationen gefüttert wird und das Wissen in endlosen Schleifen wiederholt und abruft. Das ist nicht gut und nicht schlecht. Die entscheidende Frage ist, gebrauchen Sie Ihren Verstand, oder gebraucht Ihr Verstand Sie? Denken Sie, Sie sind Ihr Verstand?

In unserer Gesellschaft wird uns eingetrichtert, dass der Verstand das Wichtigste am Menschen ist, dass wir sozusagen unser Verstand sind. Die meisten Menschen sind vollständig mit Ihrem Verstand identifiziert. Getreu dem Motto „Ich denke, also bin ich.“  Doch was, wenn die Identifikation mit dem Verstand eine Illusion ist? Was wenn es ein Trick Ihres Egos ist, die Dinge so zu belassen wie sie sind?

Ihr Ego – oder auch Ihre „Box“ – ist ein Konstrukt aus Konzepten, Begriffen, Vorstellungen, Erwartungen, Meinungen und Definitionen. Seit Ihrer Kindheit hat Ihre smarte Verstands-Maschine Informationen, Eindrücke und Erlebnisse gesammelt und diese in einer riesigen Datenbank abgespeichert. Diese Informationen können permanent abgerufen werden. Es sind die Informationen, aus denen Sie Ihre Identität, Ihre Persönlichkeit, Ihr Ego oder eben Ihre Box aufgebaut haben.

Das Ziel des Egos ist es, diese Identitäts-Struktur aufrecht zu erhalten und das zu reproduzieren, was es bereits kennt. Es nutzt den Verstand, um die Informationen in Endlosschleifen abzurufen, damit gewährleistet ist, dass Ihre Identität nicht erschüttert wird oder sich verändert. Um das Bekannte zu reproduzieren, lässt Ihr Verstand Sie zudem glauben, es existiere eine Zeitschiene und es gäbe Vergangenheit und Zukunft.

Wenn Sie sich nun vollständig mit Ihrem Verstand identifizieren, glauben Sie das auch, ja es ergibt sogar Sinn. Schließlich waren Sie doch gerade gestern mit Freunden gemeinsam essen und das ist doch Vergangenheit, oder nicht? Und übermorgen ist doch der wichtige Kundentermin und das ist doch Zukunft, oder nicht? Ja, und beides ist nur eine Illusion. Denn Sie können weder beeinflussen, was gestern war, noch, was übermorgen sein wird. Das einzige, was existiert ist JETZT.

Für die meisten von uns ist es so normal mit dem Verstand identifiziert zu sein. Wir denken, wir sind unser Verstand. Tatsache ist jedoch, dass wir nicht unser Verstand SIND, sondern einen Verstand HABEN, den wir bewusst einsetzen können. Doch statt das zu tun, werden wir fortlaufend von unserem Verstand benutzt.

Unser Verstand plappert permanent. Gedanken rasen unaufhörlich durch unseren Kopf und kreieren Geschichten. Wenn wir nun keine Des-Identifikation vornehmen, glauben wir unserem Verstand tatsächlich das, was er uns vorgaukelt. Um es etwas anschaulicher zu machen, wie der Verstand dafür sorgt, dass wir uns in der Illusion von Vergangenheit und Zukunft bewegen, lassen Sie uns ein kleines Experiment machen.

Experiment 1: Benutzt Ihr Verstand Sie?

Beantworten Sie einmal folgende Fragen für sich:
  • Versuchen Sie ständig irgendwo hinzukommen, sei es räumlich (von A nach B) oder gedanklich („Wenn ich das erst geschafft habe, dann…“)?
  • Versuchen Sie ein Ziel zu erreichen?
  • Ist Ihr Fokus darauf gerichtet, wie sich eine Situation in Ihrem Leben wohl entwickeln wird?
  • Warten Sie darauf, dass Sie Urlaub haben?
  • Warten Sie darauf, den idealen Partner zu finden, um endlich glücklich zu sein?
  • Hoffen Sie, dass einige Dinge in Ihrem Leben sich bessern werden? Malen Sich sich aus, wie das aussehen könnte?
  • Hoffen Sie, dass sich Ihr Partner, Boss, Freund, Nachbar ändert, damit es Ihnen besser geht?
  • Sind Sie gedanklich schon bei der Verabredung mit Ihrem Partner morgen Abend und malen sich aus, wie es wohl sein wird?
  • Denken Sie immer wieder darüber nach, wie das Gespräch mit dem Kollegen letzte Woche verlaufen ist?
  • Malen Sie sich aus, was Sie das nächste Mal sagen werden?
  • Machen Sie sich Sorgen und wissen nicht, wie es weitergehen soll oder wie Sie ein Problem lösen sollen?

Wenn Sie eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, benutzt Ihr Verstand Sie! Dann sind Sie in der Vergangenheit oder Zukunft gefangen und bauen sich gerade Ihr eigenes Gefängnis. Beobachten Sie einmal wie schnell es geht, dass Ihr Verstand Sie in Geschichten der Vergangenheit und Zukunft zieht.

Es gibt jedoch gute Neuigkeiten: Sie sind nicht Ihr Verstand. Sie sind nicht Ihr Ego oder Ihre Box. Sie können eine Des-Identifikation vornehmen und damit anfangen wirklich präsent im JETZT zu leben.

Die Sache ist die: Durch den Mangel an Präsenz im Jetzt setzt sich die Vergangenheit weiter fort. Das Ego ist darauf getrimmt, die Dinge so zu belassen, wie Sie sind. Wenn sie jedoch permanent Ihrem Verstand glauben, dann haben Sie keine Kraft, weil Sie nicht im JETZT präsent sind. Dann glauben Sie die Geschichten und wundern sich, warum Sie wieder Enttäuschungen erleben. Genau das ist die Strategie Ihres Egos.

Hier ein Beispiel:
Angenommen, Sie sind nächste Woche mit einer charmanten Person zum Essen verabredet und freuen sich bereits heute darauf. Sie malen sich aus, wie es wohl sein wird und was Sie der Person unbedingt erzählen möchten. Sie sind gedanklich komplett in der Zukunft.
Was passiert dann, wenn Sie diese Person tatsächlich treffen? Sie haben bereits eine Geschichte im Kopf, ein Konzept, wie die Begegnung idealerweise abläuft und sind nicht mehr offen und präsent für das, was JETZT gerade in diesem Moment da ist. Sie leben in Geschichten, in einer Illusion, die sie des tatsächlichen Lebens im JETZT beraubt. Sie haben Erwartungen, wie etwas zu laufen hat und können nicht mehr mit dem sein, was gerade in diesem Moment da ist, in dem Sie mit der Person zusammen sind. Und genau das ist das fatale, denn diese Erwartungen sind prädestiniert dafür, enttäuscht zu werden. Diese Ent-Täuschung ist nichts anderes als die Befreiung von der Täuschung der Illusion. Ein Weckruf, dass das JETZT anders ist, als Sie sich vorgestellt haben. Es ist wie ein Wecker, der Sie aus dem Schlaf der Illusion rausholt.

Viele Menschen leben in Erinnerungen oder Erwartungen. Sie kennen ja vielleicht den Spruch von John Lennon „Life is what happens to you while you are busy making other plans“ zu Deutsch „Leben ist das, was Dir passiert, während Du andere Pläne machst.“

Dieser Satz trifft es genau. Das Leben passiert nur JETZT. Das was unser Verstand uns psychisch als Zeit vorgaukelt, also die Vergangenheit oder Zukunft, existiert nicht. Dinge sind nie in der Vergangenheit oder Zukunft passiert sondern immer nur im JETZT. Zum Beispiel gab es vor 2 Sekunden ein JETZT, wo ein Auto vor meinem Haus vorbeigefahren ist. Oder gestern gab es ein JETZT, wo eine Freundin angerufen hat. Alles was passiert, passiert immer nur JETZT.  Und um es noch mehr auf den Punkt zu bringen: Sie bestimmen JETZT Ihre Zukunft. JETZT in diesem Moment. Es lohnt sich also präsent in das HIER und JETZT zu kommen und diesen Moment bewusst zu gestalten und zu erleben, weil er Ihre Zukunft gestaltet.

Wie machen Sie das? Dazu können Sie ein Experiment in 3 Schritten machen:


Experiment 2: JETZT und HIER präsent werden

·         SCHRITT 1: Schalten Sie den Verstand aus
„Haha, sehr witzig“ werden jetzt einige denken. Und auch das ist nur eine Stimme Ihres Verstandes. Nicht zu denken ist tatsächlich möglich. Gehen Sie zum Beispiel raus in den Garten oder Park und beobachten Sie dort einen Vogel oder eine Blume. Beobachten Sie ganz bewusst. Fokussieren Sie das, was Sie beobachten. Aha, die Blume ist gelb. Sie hat runde, kleine Blätter mit roten feinen Streifen, die zur Mitte hin dicker werden…“ Oder nehmen Sie einen Gegenstand auf Ihrem Schreibtisch. Üben Sie 5 Minuten…Na, wie war’s? Konnten Sie feststellen, dass Ihr Verstand aufgehört hat, zu plappern und Ihnen Konzepte und Bewertungen zuzuflüstern? Sie waren in dem Moment voll präsent.

Alternatives Experiment: Sitzen Sie entspannt im Stuhl. Spüren Sie jetzt ganz bewusst die Sitzfläche und die Stellen, wo Ihr Po den Stuhl berührt. Spüren Sie die Lehne im Rücken. Spüren Sie, wo Ihre Kleidung Ihre Haut berührt. Spüren Sie, wie Ihr Atem durch Ihren Körper fließt. Hören Sie die kleinsten Geräusche um sich herum.

·         SCHRITT 2: Beobachten Sie, wie der Verstand sich wieder einschaltet
Beobachten Sie als nächstes, wie der Verstand sich wieder einschaltet. Beobachten Sie die Stimmen, die Bewertungen (z. B. „Na das ist ja ein Experiment, was soll ich jetzt damit?“ oder „Oh man, ich muss ja noch einkaufen.“, etc.). Beobachten Sie einfach den Verstand, das womit Sie denken, das Ding, was Ihnen ständig Geschichten erzählt. Und bewerten Sie nicht, was Sie beobachten.

Sobald Sie anfangen im Jetzt Ihren Verstand zu beobachten, sind Sie auf dem besten Weg der Des-Identifikation. Identifizieren Sie die wiederkehrenden Stimmen in Ihrem Kopf.

·         SCHRITT 3: Kreieren Sie JETZT etwas anderes
Der Verstand projiziert das, was er aus vergangenen Erfahrungen und Erlebnissen gespeichert hat. Das ist sein Job. Wenn Ihnen bewusst wird, was Ihr Verstand für wiederkehrende Muster produziert, haben Sie JETZT die Möglichkeit, dem einen Riegel vorzuschieben. Wie Eckhard Tolle sagt: „Die Zukunft wird durch die Qualität Deines Bewusstseins in diesem Augenblick geprägt.“ Sie können jeden Moment bewusst voll Liebe, Güte, Großzügigkeit, Leidenschaft und Gemeinschaft gestalten (Sie können zum Beispiel auch mit Leidenschaft den Abwasch machen oder mit Großzügigkeit dem Kollegen helfen). Genau das wird sich dann auch in Ihrem Leben zeigen.

Wenn Sie hoffen, dass sich in Zukunft in Ihrem Leben etwas bessert, dann sind Sie in der Zukunft. Dann sind Sie gefangen im Verstand. Dann benutzt Ihr Verstand Sie und Sie haben keine Kraft. Sie können weder ändern, was letzte Woche passiert ist, noch was übermorgen passiert. Sie haben nur JETZT Kraft und können nur JETZT diesen Moment gestalten. Ob Sie dies bewusst tun, oder Ihr Ego und Ihren Verstand es unbewusst tun lassen, liegt bei Ihnen. Keins ist besser oder schlechter. Es produziert einfach nur verschiedene Ergebnisse. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, sobald Sie aufhören, sich mit Ihrem Verstand zu identifizieren, wird das Leben sehr viel intensiver und reicher, weil Sie im HIER und JETZT präsent sind und den Augenblick leben. Und es wird auch ruhiger, weil Sie sich nicht mehr mit allem möglichen Quatsch aus Vergangenheit und Zukunft beschäftigen müssen. Dadurch werden enorme Energiereserven in Ihnen freigesetzt, die Sie im HIER und JETZT nutzen können.

Das heißt jedoch nicht, dass sie jetzt gar nicht mehr denken sollen. Sie können sich jedoch entscheiden, Ihren Verstand nur dann bewusst einzusetzen, wenn er wirklich gebraucht wird, z. B. wenn Sie eine konkrete Aufgabe lösen müssen oder herausfinden müssen, wie Sie mit dem Zug von A nach B kommen. Dann benutzen Sie Ihren Verstand und nicht umgekehrt. Es geht darum, Ihr LEBEN nicht mit permanentem Denken zu vergeuden. Lassen Sie sich nicht von der Verstandsmaschine in den Strudel von Erinnerungen, Erwartungen und Projektionen und damit in die Vergangenheit oder Zukunft ziehen. Das ist alles nur eine Illusion des Egos. Das, was wirklich von Bedeutung im Leben ist – Liebe, Schönheit, Gemeinschaft, Freude, inneres Wachstum, etc. – hat seinen Ursprung jenseits des Verstandes. Sie sind mehr als Ihr Verstand. Sie sind größer als Ihr Verstand. Leben Sie JETZT aus Ihrem Sein heraus.

In diesem Sinne herzliche Grüße,
Ihre Nicola Nagel


 POTENZIALE LEBEN!
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Dienstag, 16. April 2013

Aufmerksamkeit & Präsenz - Die Basis für außergewöhnliche Beziehung.



Das Thema Beziehung scheint ein Dauerbrenner zu sein. Wen wundert’s, schließlich sind wir ständig in Beziehung, sei es mit unserem Partner, unseren Nachbarn, den Arbeitskollegen, oder Freunden. Zwischenmenschlicher Kontakt birgt per se ein großes Fettnäpfchen-Potenzial. Dabei sind es insbesondere die subtilen Gesten, Worte und Handlungen, die darüber entscheiden, ob eine Beziehung auf der gewöhnlichen Ebene stecken bleibt, oder die außergewöhnliche Ebene erreicht. Das betrifft die Beziehung zu ihrem Partner genauso wie zu Menschen, die Sie gerade erst kennengelernt haben.

Es gibt zahlreiche Aspekte, die miteinander verwoben sind und darüber entscheiden, ob Sie eine gewöhnliche oder eine außergewöhnliche Beziehung erschaffen. Lassen Sie uns heute einmal den Aspekt der Aufmerksamkeit und Präsenz im Detail betrachten.

Mit der Aufmerksamkeit fängt bereits alles an. Damit steht und fällt die Beziehungsebene, auf der Sie sich bewegen. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sitzen mit Ihrem Partner im Restaurant an einem Tisch und freuen sich auf einen schönen, gemeinsamen Abend. Nun haben Restaurants die Eigenschaft, dass sich dort mehrere Leute tummeln und etwas los ist. Der Kellner rennt durch das Sichtfeld, dort vorne kommen neue Gäste, dort hinten fällt ein Glas um, jemand lacht laut auf, das Handy klingelt zwischendrin, etc. Die Versuchung, sich ablenken zu lassen, ist enorm groß. Doch der Grad Ihrer Aufmerksamkeit entscheidet darüber, welche Art von Kontakt mit Ihrem Partner überhaupt möglich ist und ob Sie ihn/sie zum König/zur Königin oder zum Schwein machen.

Wenn Sie im Beispiel des Restaurants die Aufmerksamkeit von Ihrem Gegenüber abziehen und Ihren Blick auf das Drumherum richten (und sei es nur einige Male kurz für 3 Sekunden), dann vermitteln Sie der anderen Person auf subtile Art und Weise, dass Sie nicht hier und jetzt präsent mit ihr/ihm sind, was sehr schnell den Eindruck hinterlässt, dass Sie nicht wirklich Interesse am anderen haben. Ich habe das neulich seit langem wieder einmal erlebt. Ich saß in einem Café und der Bekannte mir gegenüber hat ständig geschaut, was für Leute rein und raus gehen, was der Kellner macht oder was am Nachbartisch gerade passiert. Es war sozusagen neurotisches Zuhören par Excellence und ich hätte mich besser  mit einer Parkuhr unterhalten können. Kennen Sie solch eine Situation? Es war ganz subtil und doch hatte ich nach kurzer Zeit keine Lust mehr, das Gespräch fortzusetzen.

Experiment:
SCHRITT 1:
Wenn Sie sich das nächste Mal mit Ihrem Partner oder einer anderen Person unterhalten, achten Sie einmal darauf, ob die Person präsent ist oder gelegentlich in der Weltgeschichte umherschaut.  Falls letzteres der Fall ist, spüren Sie einmal bewusst hin, was das mit Ihnen macht. Im Falle des eigenen Partners ist das eventuell noch massiver spürbar, als wenn es nur eine Bekannte ist. Spüren Sie einmal bewusst den Schmerz, den es verursacht und machen Sie sich klar, welches Gefühl es ist, das in dem Moment aufkommt? Ist es Wut, weil Ihr Partner nicht bei der Sache ist? Ist es Traurigkeit, weil Sie gerne mehr in Kontakt wären? Oder ist es vielleicht Angst davor, dass der andere Sie nicht interessant finden könnte?

SCHRITT 2:
Beobachten Sie sich im nächsten Schritt selbst. Wann tendieren Sie dazu, wegzuschauen und aus dem Kontakt zu gehen? Wann, wie oft, mit wem und warum passiert es? Schauen Sie in der Gegend umher, weil das Gespräch langweilig ist, oder weil Sie gerade lieber etwas anderes machen möchten? Oder ist es einfach Ihre Überlebensstrategie, um intensiven Kontakt nicht zuzulassen und nicht wirklich gesehen zu werden? Haben Sie vielleicht noch zig andere Dinge im Kopf, die Sie erledigen müssen? Beginnen Sie einmal damit, diesen Aspekt zu beobachten. Machen Sie sich den unbewussten Mechanismus bewusst und lassen Sie sich von dem Schmerz treffen. Dadurch wird Veränderung möglich.

Verstehen Sie das bitte nicht falsch, es ist nicht gut und nicht schlecht, wenn Sie umherschauen und aus dem Kontakt gehen, es produziert einfach nur ganz bestimmte Ergebnisse. Das Ergebnis lautet in dem Fall, dass Sie nicht präsent im Hier und Jetzt mit Ihrem Gegenüber sind und Sie damit die Gelegenheit verpassen, außergewöhnliche Beziehung zu kreieren.

Es gibt Menschen, die meinen, der Partner müsse sich lediglich verändern und aufmerksamer sein, damit es ihnen besser geht. Viel Erfolg! Darauf warten Sie unter Umständen ein Leben lang. Es geht darum, dass Sie Ihre eigene Aufmerksamkeit schulen. Sie wünschen sich mehr Aufmerksamkeit von Ihrem Partner? Wie wäre es, wenn Sie beginnen, selbst aufmerksamer zu werden? In dem Maße, in dem Sie sich verändern, verändert sich auch Ihr Umfeld.

Aufmerksamkeit ist das A und O, wenn Sie außergewöhnliche Beziehung erschaffen wollen. Der ein oder andere mag jetzt sagen „Ja ist doch klar, dass man mal aufmerksam sein muss.“ Doch wenn es so klar ist, warum gibt es dann so viele Menschen, die sich nach einer anderen Art von Beziehung sehnen? Wenn es so klar ist, dass Aufmerksamkeit wichtig ist, warum laufen dann nicht lauter strahlende, blühende Frauen und Männer umher?

Liebe Männer, wenn Sie die Göttin in Ihrer Frau/Freundin zum Blühen bringen wollen, dann legen Sie 100% Ihrer Aufmerksamkeit auf sie, wenn Sie Zeit mit ihr verbringen. Sonst wird Ihnen dieses Geschenk verwehrt bleiben. Eine Frau kann sich nur voll entfalten, wenn der Raum für sie sicher genug ist. Wenn Sie wild umherschauen und gedanklich mit anderen Dingen beschäftigt sind, ist der Raum nicht sicher. Es geht um die Qualität des Miteinanders, des Zusammenseins. Ihre Energie folgt Ihrer Aufmerksamkeit. Schauen Sie also, wo Ihre Energie und Aufmerksamkeit hingeht, zu ihrem Gegenüber, oder zu anderen Personen und Dingen?

Für Frauen gilt es umgekehrt gleichermaßen. Wenn Sie Ihren Mann zum König machen wollen, dann seien Sie aufmerksam und präsent im Hier und Jetzt mit ihm, so wie er gerade ist. 

Was machen Sie nun, wenn Sie eine andere Situation vorfinden, wenn Sie also z. B. jemand gegenüber haben, der alles andere als aufmerksam ist? Hier einige Möglichkeiten:

·       Wenn jemand offensichtlich gar nicht zuhört, dann können Sie Ihr kleines Monster nutzen (den Gremlin) und einfach mitten im Satz etwas völlig Schräges erzählen, z. B. „…und als ich von der Arbeit kam,… da schoss plötzlich dieses Krokodil um die Ecke und biss der Oma ins Bein. Das war vielleicht ein Getöse.“ Spätestens dann, ist Ihr Gegenüber vermutlich wieder bei Ihnen und schaut Sie mit großen Augen erstaunt an.

·       Sprechen Sie das Thema an. Wenn es Ihnen am Herzen liegt, außergewöhnliche Beziehung zu erschaffen, dann setzen Sie ein Metagespräch auf und bringen Sie genau das zur Sprache. Sie können durchaus mitten in der Unterhaltung sagen, dass Sie den Eindruck haben, dass die andere Person nicht zuhört. Wichtig ist, dass Sie bei sich bleiben, wenn Sie sprechen. Erzählen Sie wie es Ihnen damit geht, was Ihr Eindruck ist, wie Sie sich fühlen. Sagen Sie auch, was Sie sich wünschen (Das gilt besonders für die Frauen. Liebe Frauen, Männer können unsere Gedanken nicht lesen. Sie lieben vielmehr klare Gebrauchsanweisungen, also bitten Sie um das, was Sie brauchen und befreien Sie den Mann von Ihrer unausgesprochenen Erwartung, dass er es erraten muss).

·         Wenn alles nicht hilft, beenden Sie das Gespräch. Denn mal ehrlich, wenn jemand nicht bei der Sache ist, wieso wollen Sie dann Ihre kostbare Zeit mit einem oberflächlichen Gespräch verbringen? Doch Achtung, mit „Gespräch beenden“ ist nicht gemeint, dass Sie die Drama-Königin oder den Drama-König rausholen, getreu dem Motto „Du hörst mir überhaupt nicht zu“ und dann beleidigt abzischen. Wählen Sie Ihre Worte achtsam. Sagen Sie Ihrem Partner z. B. „Du, ich würde mich sehr gerne mit Dir austauschen und gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass Du nicht ganz bei der Sache bist. Wie wäre es, wenn wir später reden? Wann hättest Du Zeit für mich?“

Umgekehrt trifft das gleichermaßen zu. Wenn Sie merken, dass Sie gerade keine Lust und/oder Zeit haben, ein Gespräch zu führen, dann sagen Sie das Ihrem gegenüber. Oder wollen Sie sich halbherzig ein Ohr abkauen lassen, während Ihr Wutpegel steigt, weil Sie eigentlich etwas anderes machen möchten? Ehrlich, es bringt niemanden weiter, weder Sie noch den anderen, wenn es gerade nicht die richtige Zeit ist, zu sprechen.

Timing ist wirklich alles. Zum Beispiel sind Männer vom Denken her nicht nur anders gestrickt, sondern sie haben auch eine geringere Wortkapazität pro Tag zur Verfügung als Frauen (4000 Wörter im Gegensatz zu weiblichen 8000). Fragen Sie Ihren Partner also lieber, wann es ihm passt, zu sprechen, anstatt einfach loszuplappern. Denn wenn er seine Anzahl Wörter schon verbraucht hat, oder gerade noch seine Firmen-Präsentation für morgen fertigstellen möchte, dann ist es einfach nicht der richtige Moment, um zu reden. Sie können spüren, ob es stimmig ist, ein Gespräch zu führen, oder nicht. Entwickeln Sie auch hier Ihre Aufmerksamkeit, um die feinen Nuancen wahrzunehmen.

(Zur weiteren Unterscheidung von Männer- und Frauengehirnen lade ich Sie ein, sich das kurze, aussagekräftige und gleichzeitig sensationelle Youtube Video von Marc Gungor anzuschauen: http://www.youtube.com/watch?v=ulP6f9zXtTs).


Aufmerksamkeit versus Retten
Mangelnde Aufmerksamkeit birgt ein enormes Potenzial für Groll. Doch jeder einzelne Grollpunkt, den Sie gegen den anderen sammeln, verhindert und zerstört Nähe, Intimität und Vertrautheit. Außergewöhnliche Beziehung zu kreieren erfordert permanente Arbeit und Achtsamkeit. Es ist nicht damit getan, dass Sie einmal aufmerksam waren. Aufmerksamkeit hat nichts damit zu tun, dass Sie Ihrer Frau einmal im Quartal Blumen kaufen und es damit gut ist.

Und Achtung: Aufmerksamkeit hat erst recht nichts damit zu tun, dass Sie alles für den anderen tun und ihn pempern und betüteln. Ich war neulich auf einer Veranstaltung, wo eine Person meinte, sie wäre besonders zuvorkommend und aufmerksam, indem sie mir ungefragt Wasser einschenkt, einen Kaffee bringt und mir einen Teller mit Essen reicht. Was soll ich sagen, ich bin fast durchgedreht. Diese Person hat permanent versucht, mich zu retten und zu manipulieren, weil sie die ungeprüfte Annahme hatte, dass ich doch die gleichen Dinge zur gleichen Zeit mögen muss, wie sie. Dabei wollte ich weder Kaffe, noch Wasser, noch sonst etwas. Die aufsteigenden 5% Wut habe ich genutzt, um eine klare Grenze zu setzen.

Aufmerksamkeit und Retten sind zwei völlig unterschiedliche Dinge! Aufmerksamkeit bedeutet, dass Sie mit Ihrer Präsenz, mit Ihrer ganzen Energie voll bei der anderen Person sind. Sie SIND mit ihr. Sie genießen die Gesellschaft und den Kontakt. Sie verpflichten sich in dem Moment der Person gegenüber (nicht dem Nachbarn, nicht dem Kellner, nicht dem Fernseher, dem Handy oder der Zeitung und auch nicht Ihrem Hund).

Retten hingegen ist sogenanntes niederes Drama, mit dem sie der anderen Person den Eindruck vermitteln, dass die andere Person – flapsig ausgedrückt – es nicht auf die Reihe kriegt und Sie besser wissen, was für sie gut ist. Sie geben in dem Moment komplett Ihr Zentrum und Ihre Autorität an die andere Person ab. Wenn Sie aufmerksam sein wollen und z. B. sehen, dass Ihr Partner nichts mehr zu trinken hat, dann fragen Sie ihn, ob er/sie noch etwas trinken möchte und stellen Sie es ihm/ihr nicht einfach vor die Nase.

Wenn Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit voll und ganz bei dem anderen sind, geht es auch nicht darum, seine/ihre unerfüllten Kindheitsbedürfnisse zu erfüllen bzw. Ihren Partner dahingehend zu manipulieren, dass er Ihr Aufmerksamkeits-Loch füllt. Lassen Sie dieses Loch in die Vergangenheit driften. Sie haben in der Vergangenheit nicht genug Liebe und Aufmerksamkeit bekommen? Okay. Das ist so und es ist vorbei. Wenn Sie letzte Woche unglaublich Durst hatten und sich heute noch an dieses Durstgefühl erinnern können, hilft es dann, wenn Sie heute einen Liter Wasser trinken, um den Durst von letzter Woche zu löschen? Nein. Also können Sie endlich aufhören, Ihren Partner dafür verantwortlich zu machen, Löcher aus der Vergangenheit stopfen zu müssen.

Bei dem erschaffen von außergewöhnlicher Beziehung ist die Absicht von Aufmerksamkeit nicht die, alte Löcher zu stopfen. Es geht darum, sich dem Zusammensein mit der anderen Person zu verpflichten. Diese Art Aufmerksamkeit ist nährend und erfüllend. Sie können den Unterschied spüren. Die Nähe und Vertrautheit, die durch diese Art Aufmerksamkeit entsteht, kann intensiv sein. Wenn Ihr Gegenüber voll präsent und aufmerksam bei Ihnen und mit Ihnen ist, kann das sogar unglaublich intensiv sein. Versuchen Sie es auszuhalten. Wenn es sehr intensiv wird, atmen Sie einfach weiter. Gehen Sie nicht aus dem Kontakt, indem Sie zum Smartphone greifen, ein Witzchen machen oder irgendeinen lapidaren Spruch loslassen. Versuchen Sie langsam Ihren Intensitätslevel zu erhöhen und durch die Aufmerksamkeit, die Ihnen entgegengebracht wird bzw. die Sie entgegenbringen, den Grad an Nähe und Vertrautheit zu erhöhen. Es lohnt sich.

Herzliche, aufmerksame Grüße,
Ihre Nicola Nagel



Wenn Sie zum Thema Aufmerksamkeit und außergewöhnliche Beziehung erfahren möchten, empfehle ich Ihnen als Buch-Tipp: „Wahre Liebe im Alltag“ von Clinton Callahan.


POTENZIALE LEBEN!
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