Freitag, 17. Januar 2020

4 entscheidende Schritte für einen kraftvollen Neustart

Bist Du schon einmal mit einem Heißluftballon gefahren? Ich hatte neulich die Gelegenheit dazu und es war ein großartiges Abenteuer. Um den Ballon für den Start vorzubereiten, liegt die Stoffhülle erst der Länge nach ausgerollt, platt auf der Wiese und das ganze Konstrukt von Stoffhülle und Passagier-Korb ist an einer langen Leine fixiert. Das ist der Ausgangszustand. Dann wird in die Stoffhülle mit einem Gebläse kalte Luft hineingeblasen, der Ballon verändert mehr und mehr seine Form und bläht sich auf. Zum Schluss wird heiße Luft hineingegeben. Erst dann richtet sich der Ballon mit Korb vollständig auf. Sobald das passiert, sind zwei Schritte entscheidend, um wirklich Durchstarten und Abheben zu können: es müssen in Windeseile alle Passagiere ohne zu zögern in den Korb steigen und gleichzeitig muss die Fixierleine gelöst werden.

Nimm dieses Bild einmal für Dein Leben. Hast Du Dir schon einmal vorgenommen neu durchzustarten und z. B. grundlegend in Deinem Leben etwas zu verändern, doch es ist Dir nicht gelungen? Nun, das könnte daran liegen, dass Du wichtige Schritte übersehen hast. Um neu durchstarten zu können, sind vier Schritte entscheidend:

  1. Deine Vision in Besitz nehmen
  2. Deine Passagiere bewusst an Bord bringen
  3. Deine persönlichen Fixierleinen lösen
  4. Durchstarten


1. Deine Vision in Besitz nehmen
Wenn Du neu durchstarten möchtest, hast Du meist eine Idee, eine Vision, eine Sehnsucht oder einen Traum. Zieh einmal in Betracht, dass alles, was Du Dir vorstellen kannst, bereits existiert. Das, was Du Dir vorstellen kannst und authentisch aus Dir selbst kommt, ist bereits eine von vielen Optionen in Deinem Leben, denn sonst könntest Du sie Dir nicht vorstellen. Es ist sozusagen bereits eine andere Version von Dir, auf die Du Dich bisher jedoch nicht fokussiert hast. Wichtig ist dabei der Aspekt der Authentizität. Es geht nicht darum, das Universum arrogant herauszufordern und Dir vorzustellen, dass Du der Präsident der USA bist. Frederic Dodson schreibt in seinem Buch „Paralleluniversen des Selbst“ dazu: „Finde etwas, das du sein, tun oder haben möchtest, etwas das dir erreichbar erscheint. Du musst bereit sein, dazu zu stehen. Wenn du nicht weißt, was du möchtest, definiere etwas, das du nicht mehr erfahren willst und formuliere dann das Gegenteil davon.“

Einen Fehler, den viele machen, ist der, dass sie Bilder ihrer Vision in die Zukunft projizieren. Sie stellen sich also vor, dass ihr Traum oder ihre Vision irgendwann zum Zeitpunkt X eintreten wird. Damit bist jedoch nicht in Deiner Kraft. Du lebst in der Zukunft. Der energetische Impuls, den Du dadurch aussendest, ist der, dass Deine Vision oder Dein Traum Zukunft bleiben wird. Du nimmst sie nicht wirklich in Besitz. Es geht stattdessen darum, dass Du Deine Vision in das Hier und Jetzt bringst. Wie machst Du das?

Um Deine Vision in Besitz zu nehmen, ist es notwendig, dass Du still wirst, in Dich gehst und die Augen schließt, alle Gedanken ziehen lässt und ein neutraler Beobachter wirst. Du machst Dich leer. Dann lässt Du ein Bild auftauchen, das die Version von Dir repräsentiert, die die gewünschte Realität bereits erfährt. Frederic Dodson beschreibt es so: „Es ist mehr wie ein entspanntes Empfangen von der Version, welche bereits verfügbar und in der Nähe ist. Du brauchst dafür keine Willenskraft…sondern du erkennst die Version von dir, die bereits in einem parallelen Universum existiert. Schau auf die Version von dir, für die die gewünschte Realität bereits real ist.“

Um Deine Vision bzw. die neue Version von Dir dann vollends in Besitz zu nehmen, trittst Du schließlich in den neuen Standpunkt und das Energiefeld der neuen Version von Dir ein. Du bist kein neutraler Beobachter mehr wie zuvor, sondern tauchst als diese neue Person in die Realität ein.

Dodson spezifiziert es wie folgt: „Erlebe dieses Bild nicht nur als mentales Ereignis, sondern berühre es, empfinde es mit deinem Körper, fühle es. Du tust das nicht, um die Realität später einmal zu erleben oder um die Realität in der äußeren Welt zu erfahren. Du trittst in die neue Version ein, um die Freude bereits im Hier und Jetzt zu erfahren…Verweile einige Minuten hier, bevor du den Prozess mit geschlossenen Augen beendest.“


2. Die Passagiere bei Deinem persönlichen Neustart
Sobald Du die Vision, die Du erfahren möchtest, in Besitz genommen hast, ist es wichtig im zweiten Schritt Deine Passagiere bewusst an Bord zu bringen. Vielleicht fragst Du Dich, wer bei Deinem persönlichen Durchstarten die Passagiere sind. Nun, es sind nicht die Menschen in Deinem Umfeld. Vielmehr geht es bei den Passagieren um Deine unterschiedlichen Körper.

Wenn Dir vom Verstand her (intellektueller Körper) völlig klar ist, dass Du durchstarten willst, wird es Dir vermutlich nicht gelingen, wenn Du nicht auch den physischen Körper (mit seinen Sinnen, Muskeln, Knochen), den emotionalen Körper (das emotionale Herz mit seinen Gefühlen) und den energetischen Körper (das Sein mit seiner Präsenz und Vision) an Bord holst. Du kannst logisch alles durchdacht und geplant haben, doch all das nützt Dir nichts, wenn Du nicht von der Inspiration des energetischen Körpers durchdrungen bist und Deine Gefühle ignorierst.

Wie Du oben bereits gelesen hast, ist es u. a. wichtig, die neue Version von Dir zu riechen, zu schmecken, zu spüren und Dich so zu bewegen und zu schauen, wie sich die neue Version von Dir bewegt. Deswegen ist es entscheidend, dass Du Dir des physischen Körpers bewusst bist, der all diese Sinne hat.

Dem emotionalen Körper kommt als Passagier bei einem Neustart eine ganz besondere Bedeutung zu. Neu durchzustarten bringt in der Regel mit sich, dass Du etwas Altes oder Gewohntes loslässt oder nicht mehr tust, um einen anderen Weg einzuschlagen. Es ist in dem Fall angemessen, die Traurigkeit zuzulassen und auszudrücken. Mach Dir bewusst, dass Neustart bedeutet, dass etwas Altes stirbt.

·         Was genau lässt Du los?
·         Was bleibt zurück?
·         Welcher Gewohnheit gehst Du nicht mehr nach?
·         Was streichst Du aus Deinem Leben?
·         Was stirbt?

Das können kleinere und auch größere Dinge sein. Wenn Du beispielsweise jahrelang einen Job gemacht hast und Du nun neu durchstarten und einen anderen Job annehmen willst, dann ist es hilfreich, Dir die Zeit zu nehmen, die Traurigkeit zu spüren und Dich von dem alten Job und den Kollegen auch innerlich bewusst zu verabschieden. Die meisten gehen darüber hinweg, denn in der Gesellschaft wird Traurigkeit meist als schwach, unprofessionell oder schlecht angesehen. Doch selbst, wenn Du den Job zum Schluss nicht mehr gerne gemacht hast, so geht trotzdem etwas zu Ende. Die Traurigkeit ist die Gefühlskraft, die Dir hilft, nach innen zu schauen, Dinge gehen zu lassen, zu heilen und Platz zu schaffen für etwas Neues. Wenn Du sie nicht bewusst zulässt, dann kann es passieren, dass Du stecken bleibst, weil Du unbewusst das Alte noch nicht losgelassen hast. Du musst deswegen nicht stundenlang weinen (obwohl das auch angemessen sein kann). Es geht um die Bewusstheit.

Vor einem Neustart ist es auch angemessen, Angst zu haben. Du brauchst die Angst, um Neuland zu betreten, um im Nichtwissen stehen zu können, um kreativ  und mutig zu sein. Sie lässt Dich wach und präsent sein. Wenn Du rational versuchst, Dir die Angst auszureden, beraubst Du Dich einer Antriebskraft, die für das Durchstarten notwendig ist.

Auch Wut und Freude sind beim Durchstarten notwendig. Wut brauchst Du, um Klarheit zu schaffen (das will ich und das will ich nicht mehr), Grenzen zu setzen und in Aktion zu treten. Und die Freude wird sich automatisch einstellen, wenn Du bereits die neue Version von Dir in Besitz nimmst. Die Freude brauchst Du, um begeistert bei Deiner Vision zu bleiben und Neues auszuprobieren.

Wenn Du Dir aller vier Körper bewusst bist und sie als Passagiere an Bord hast, dann kannst Du Deine neue Vision SEIN.


3. Deine persönlichen Fixierleinen lösen
Ein Heißluftballon kann wie gesagt nicht durchstarten, wenn die Passagiere zwar an Bord sind, aber die Fixierleine nicht gelöst ist. Was sind also Deine persönlichen Fixierleinen? Die persönlichen Fixierleinen sind meist Annahmen, Glaubenssätze und Meinungen, die Du hast. Es kann sein, dass Du versteckte konkurrierende Verpflichtungen hast, die Dich unbewusst davon abhalten, Deine Vision bzw. die neue Version von Dir zu leben. Um diese Fixierleinen zu lösen, nimm Dir einmal in Ruhe Zeit und beantworte nach und nach auf einem Blatt Papier folgende Fragen:

(1)  Was hast Du bisher nicht realisieren können, obwohl Du es Dir wirklich wünscht? Was ist sozusagen Dein bisheriger Misserfolg?
(2)  Was sind Deine Ängste, falls Du erfolgreich wärest? Was befürchtest Du, könnte passieren?
(3)  Auf welchen Annahmen basieren diese Ängste?

Nimm Dir für diese ersten 3 Schritte in Ruhe Zeit. Reflektiere. Sei radikal ehrlich. Dieses Experiment kann Dein Leben verändern. Wenn Du alle Ängste und Annahmen aufgeschrieben hast, gehe die Annahmen noch einmal durch und beantworte folgende Frage:

(4)  Sind diese Annahmen aus heutiger Sicht immer noch wahr oder falsch? (markiere jede Annahme entsprechend mit W oder F):
(5)  In Bezug auf welche mit F markierte Annahme würdest Du gerne eine neue Annahme treffen? Wie lautet sie?

Du wirst bei diesem Experiment feststellen, dass Deine Ängste auf alten Annahmen und Geschichten basieren, die Dich bisher an dem Platz und in den vermeintlichen Umständen festhielten, wo Du derzeit steckst. Um neu durchstarten zu können, ist es deswegen hilfreich, neue Annahmen zu treffen. Entscheidend ist dabei, noch ein weiterer Schritt:

(6)  Schaffe Dir in Deinem Alltag kleine Experimente, die Deine neue Annahme untermauern.
Vielleicht fragst Du Dich jetzt, was Du mit den Annahmen machst, die Du nach wie vor für wahr hältst. Nun, Du kannst sie vorerst behalten. Mache Dir jedoch bewusst, dass sie nach wie vor eine kleine Fixierleine darstellen, die Dich möglicherweise nicht vollends abheben lässt.


4. Neu durchstarten
Wenn Du die Schritte 1 bis 3 durchlaufen hast, also Deine Vision in Besitz genommen hast, Deine vier Körper Passagiere bewusst an Bord geholt hast und Deine Fixierleine in Form von Annahmen gelöst hast, dann bleibt nur noch eins:

Starte durch und begib Dich ins Unbekannte!

Es braucht Mut, das zu tun. Du wirst mit großer Wahrscheinlichkeit Angst spüren (denn Du hast Deinen emotionalen Körper als Passagier an Bord). Es ist absolut angemessen, diese Angst zu spüren, denn Du weißt nicht genau, wie das Neue sein wird. Du hast vielleicht eine grobe Idee, doch letztendlich kannst Du nie genau wissen, wie es wird. Das ist Leben!

Habe ich Angst, wenn ich im Leben durchstarte? Ja! Hatte ich Angst, als der Ballon neulich abgehoben ist? Ja! Auf einer Skala von 0 bis 100% habe ich vielleicht 25% Angst gefühlt. In dem Moment, als ich im Korb stand und dieser anfing, sich zu bewegen, war mir klar, dass ich mich in völlig unbekanntes Gebiet begebe und der Ballon nicht steuerbar ist. Du weißt vorher nie, wo Du rauskommst. Im nächsten Moment ging es dann auch schon rasant nach oben bis wir unsere Reisehöhe erreicht hatten. Ein echtes Durchstarten eben!

Also, starte durch und lass Dich vom Wind dahin wehen, wo Deine Inspiration liegt. Versuche es nicht zu kontrollieren, denn meist wartet noch etwas viel besseres auf Dich, als das Bild, das Du von Deiner neuen Version hattest.

Herzliche Grüße,
Nicola




Inspiration, die bewegt!
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Freitag, 15. November 2019

3 Schritte, um aus dem Gedanken-Karussell auszusteigen


Der Verstand ist schon ein brillantes Werkzeug. Er kann abwägen, logisch sein, analysieren, reflektieren und vor allem eins: unentwegt Gedanken produzieren. Doch so nützlich er auch ist, so mühsam kann diese Gedankenmaschine manchmal sein. Passiert es Dir gelegentlich, dass Du Gedanken wälzt und alle möglichen Sätze zu einem Ereignis oder einer Entscheidung durch den Kopf sausen und Du Dich letztendlich nur noch im Kreis drehst? Meist zeigt es sich, dass Du Dir viel zu viele Gedanken über etwas machst, Dir immer wieder Fragen stellst, Entscheidungen anzweifelst, alle Eventualitäten durchdenkst oder Dir Geschichten erzählst, die auf ungeprüften Annahmen basieren. Vor lauter Denken und Stimmen im Kopf, weist Du dann möglicherweise gar nicht mehr, was Du tun sollst und fühlst Dich letztendlich müde und energielos. Hier ein kurzes Beispiel:

Angenommen Dein Chef bittet Dich, eine Aufgabe zu übernehmen. Du hast jedoch keine Kapazität mehr dafür. Dann können möglicherweise folgende Sätze und Stimmen  durch Deinen Kopf gehen:
  • „Ich kann das nicht auch noch machen, ich bin völlig erschöpft.“
  • „Ja, aber es wäre eigentlich mein Aufgabenbereit.“
  • „Du musst das machen, was soll denn Dein Chef sonst denken.“
  • „Soll ich mich krank arbeiten, oder was?“
  • „Ich bin eben einfach nicht gut genug. Ich kann den Anforderungen nicht genügen.“
  • „War ja schon immer so, dass Du nicht belastbar warst.“
  • „Ja, komm, vielleicht kannst Du ja mit ihm reden und es findet sich eine Lösung.“
  • „Aber dann müsste ich ja zugeben, dass ich es nicht kann. Das kommt gar nicht in Frage.“
  • „Und wenn ich nicht aufpasse, verliere ich möglicherweise meinen Job.“
  • usw.

Wie Du an diesem kleinen Beispiel siehst, können Unmengen von Stimmen und Sätzen aufkommen. Vor lauter Stimmen, weißt Du dann nicht mehr, was Deins ist und wie Du Dich entscheiden sollst oder zu bestimmten Themen stehen sollst. Das Gedankenwirrwarr macht Dich stattdessen verrückt und laugt Dich aus.

Doch wie kannst Du das verhindern? Wie kannst Du aus dem Gedankenkarussell aussteigen? Dazu sind einige interessante Unterscheidungen hilfreich:

1.    Du hast einen Verstand, Du bist nicht Dein Verstand
Kannst Du Dir das vorstellen? Zieh einmal in Betracht, dass Du zwar einen Verstand hast, jedoch nicht Dein Verstand bist. Ein Teil von Dir sagt jetzt möglicherweise: „Was soll das heißen? Ich bin doch meine Gedanken. Ich denke sie doch.“ Diese Vermutung liegt zunächst einmal nahe, nicht wahr? Schließlich gibt es das Sprichwort: „Ich denke, also bin ich!“

Die Krux ist, dass wir uns häufig mit unserem Verstand identifizieren und uns nicht bewusst machen, dass wir mehr als nur unser Verstand sind. Unser Verstand ist lediglich der Körper, der in der modernen Gesellschaft am meisten geschätzt und gefüttert wird. Schon im Kindesalter in der Schule geht es darum, möglichst viel Wissen anzusammeln und wird später im Studium oder der Ausbildung und im Job fortgesetzt. Wissen ist Macht, heißt ein weiteres Sprichwort.

Zieh jedoch einmal in Betracht, dass Du nicht nur Dein Verstand bist. Der Verstand ist der sogenannte intellektuelle Körper. Er hat Meinungen, Gedanken, Ideen. Du hast jedoch auch noch andere Körper. Z. B. hast Du einen physischen Körper, mit Knochen, Muskeln und Sinnen. Du hast darüber hinaus einen emotionalen Körper, der das emotionale Herz mit seinen Gefühlen (Wut, Freude, Traurigkeit und Angst) beinhaltet. Und Du hast einen sogenannten energetischen Körper, der das Sein beinhaltet, das Präsenz, Vision und Intuition hat. Doch insbesondere dem emotionalen und energetischen Körper wird meist keine Aufmerksamkeit geschenkt.



Der erste Schritt, um aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, besteht darin, diese Unterscheidung zu treffen: Du hast einen Verstand und Du bist nicht Dein Verstand. Der Verstand ist ein brillantes Werkzeug, das Du nutzen kannst, dass Dir manchmal jedoch auch einen Streich spielt und nicht dienlich ist. Doch was tust Du konkret, wenn das Gedankenkarussell anspringt? Die nächst Unterscheidung und Übung ist dazu sehr hilfreich:


2.    Du hast diese Stimmen im Kopf, es sind nicht Deine Stimmen
Wie Du an dem eingangs erwähnten Beispiel festgestellt hast, gibt es oftmals zig Stimmen, die Dir das Leben schwer machen können. Das kann so weit gehen, dass Du möglicherweise stunden- oder tagelang innere Dialoge führst. Dabei hat jede Stimme ihre ganz eigenen Qualität und Dynamik.

Vielleicht meldet sich die Opfer Stimme, eine Täter oder eine Retter Stimme (das sind die 3 Charaktere aus dem sogenannten niederen Drama). Es können jedoch auch neben diesen Stimmen weitere in Deinem Kopf aktiv sein, z. B. die Rebellin, die Vorsichtige, der Zweifler, der Macher, die Ängstliche, etc. Der Verstand ist eine monotone Maschine, die unentwegt Gedanken produziert.

Jede Stimme versucht dabei Gründe, Erklärungen, Rechtfertigungen und Antworten zu finden, warum Du etwas tun oder nicht tun sollst, oder warum die Dinge so sind, wie sie sind.  

Zieh einmal in Betracht, dass die Stimmen in Deinem Kopf nicht Deine sind. Wie das? Nun, wir werden als Kinder oft mit Sätzen von Autoritäten konfrontiert (Vater, Mutter, Lehrer, Großeltern, etc.), die uns diese Sätze immer wieder eintrichtern. Das können simple Sätze sein wie: „Du musst tun, was von Dir erwartet wird.“ Oder „“Oh, sei bloß vorsichtig.“ oder „Von nichts, kommt nichts.“ oder, oder, oder. Oftmals übernehmen wir dann diese Sätze und Dynamiken von anderen Personen, die uns so vertraut sind und machen sie zu unseren eigenen. Die Stimmen der früheren Autoritäten fühlen sich dann plötzlich an, als seien es unsere eigenen Gedanken. Dabei hast Du sie nur unbewusst übernommen, um als Kind eine Struktur für Deine Welt zu haben. Heute führen sie dazu, dass sie Dich verwirren und Dich von Dir selbst wegbringen. Es ist somit hilfreich einmal zu schauen, welche Stimmen in Deinem Kopf aktiv sind und von wem sie kommen.

Experiment 1: Welche Stimmen hast Du in Deinem Kopf?
Beobachte Deine inneren Stimmen in den nächsten Tagen und schau einmal, welchen regelrechten Zoo Du im Kopf hast. So sind wir Menschen mit Verstand einfach. Jeder von uns hat zig Stimmen. Allein die Bewusstheit darüber, macht einen enormen Unterschied. Du brauchst für diese Übung ein Blatt im Querformat, das Du in 3 Spalten einteilst. Die erste Spalte ist breit, die beiden letzten schmal.

  • Identifiziere die Stimmen:
    Schreibe zunächst in Spalte 1 einmal alle Sätze, die z. B. zu einem konkreten Thema immer wieder durch Deinen Kopf schwirren und dazu führen, dass Du Dich im Kreis drehst und Energie verlierst. Beginne jeden Satz in einer neuen Zeile

  • Definiere die Qualitäten bzw. Charaktere der Stimmen:
Definiere in der 2. Spalte hinter jedem Satz die jeweiligen Qualitäten bzw. Charaktere der Stimme. Z. B. Täter, Opfer, Retter, Nörgler, Zweifler, Besserwisser, Skeptiker, Rebellin, die Sanfte, der Besorgte, die Unsichere, etc.

  • Gib den Stimmen konkrete Namen:
Nun erinnere Dich einmal zurück: Von welcher Person/Autorität hast Du früher ähnliche Sätze gehört? Gib jeder Stimme einen konkreten Namen (Oma Else, Papa, Herr Müller aus der Grundschule, Mama, Peter, etc.). Falls Dir zu einem Charakter keine Person einfällt, gib dem Charakter irgendeinen Namen, der Dir passend erscheint.


Experiment 2: Nutze den Stimmen-Colt
Du hast nun schon sehr viel mehr Klarheit über Deine inneren Stimmen. Mache Dir bewusst, dass es nicht Deine Stimmen sind. Es sind die Stimmen, die Du früher oft gehört hast und die heute immer wieder aufpoppen. Wenn diese Stimmen in unserem Kopf aktiv sind, versucht meist jede Recht zu haben und Beweise dafür zu finden, dass ihre Rolle Berechtigung hat. Die Welt ist reich an Beweisen und Du kannst so für jede Rolle genug Beweise finden und das Spiel endlos weiterspielen. Diese Stimmen versuchen Dich von Deiner eigenen Weisheit wegzubringen.
Der Verstand macht dieses Ding einfach und ein Teil von Dir (der Schattenanteil, Dein kleines inneres Monster oder der Gremlin) liebt es, wenn er Dich verwirren kann, Du Energie verlierst und anschließend darüber jammern kannst.

Nun geht es darum, den Stimmen keine Macht mehr einzuräumen. Eine großartige Möglichkeit, die Stimmen einzudämmen ist der Einsatz des sogenannten Stimmen-Colts. Dies ist ein energetisches Werkzeug, d. h. er ist unsichtbar, doch Du weißt, dass er da ist. Er ist da, weil Du deklarierst, dass er da ist. Du hast ihn immer bei Dir. Er hängt meist rechts an Deiner Hose (seitlich oder hinten), sodass Du ihn jederzeit ziehen kannst (falls du Linkshänder(in) bist, hängt er entsprechend links an Deiner Hose). 

Der Stimmen-Colt funktioniert wie folgt:
Wenn Du die Stimmen sichtbar machst, flattern sie meist wie kleine Fledermäuse um Deinen Kopf herum. Wenn Du merkst, dass die Stimmen einsetzen, dann ziehst Du den Stimmen-Colt, zielst auf jede Stimme einzeln und schießt sie mit einem lauten PENG! ab. Du machst also tatsächlich die physische Bewegung, nur dass der Colt unsichtbar ist. Das hört sich möglicherweise im ersten Moment schräg an, doch es funktioniert. Gerade am Anfang ist es hilfreich, wirklich die physische Bewegung zu machen als hättest Du einen echten Colt in der Hand. „Das kannst Du nicht.“ – PENG! – „Ich weiß nicht, ob ich das tun soll.“ – PENG! – „Ohje, ich bin völlig überfordert.“ – PENG! – usw.

Sobald Du eine Stimme abgeschossen hast, fällt sie tot zu Boden. Die Stimmen werden jedoch wiederkommen. Sie waren einfach viel zu lange da und haben eine Art Wiederauferstehungs- Mechanismus. Sobald sie wiederkommen, machst Du das Prozedere einfach erneut. Das kann am Anfang recht oft sein. Fakt ist: je öfter Du sie abschießt, desto mehr beginnst Du, diesen Stimmen keinen Glauben mehr zu schenken und desto weniger Macht räumst Du ihnen ein. Du weißt, es sind nur Stimmen, Geschichten in Deinem Kopf.

Indem Du Deine Stimmen beginnst abzuschießen, beginnst Du eine Lücke zu machen, zwischen Dir und den Stimmen. Das heißt: Du hast diese Stimmen und Du bist NICHT diese Stimmen!
Das ist eine wichtige Unterscheidung. Wir meinen oftmals, wir sind diese Stimmen, doch es ist nur ein Streich unseres intellektuellen Körpers (des Verstandes). Es geht also darum, dass Du lernst, Dich vom Verstand zu desidentifizieren und ihm nicht mehr die Alleinherrschaft zuzuschreiben. Du lernst, eine Lücke zu machen zwischen Dir und Deinem Verstand. So kannst Du dann mehr und mehr beobachten „Ah, da kommen wieder die Stimmen. Der Verstand ist ja wirklich lustig.“ Doch Du nimmst sie nicht mehr für wahr, weil Du weißt, dass Du nicht Dein Verstand bist, sondern auch noch eine andere Quelle von Weisheit besitzt.


3.    Nutze alle 4 Körper als Quelle von Weisheit und Klarheit
Vielleicht sagst Du jetzt „Das ist ja alles schön und gut. Doch auf was, soll ich mich verlassen, wenn ich nicht mehr auf diese Stimmen höre? Wie kann ich zu einer Entscheidung kommen?“

Nun, Du kannst eine andere Quelle von Weisheit und Klarheit nutzen, als ausschließlich Deinen Verstand. Du kannst z. B. etwas Gesagtes auf Dich wirken lassen und spüren, wie geht es meinem emotionalen Körper damit? Fühle ich Wut, Angst, Traurigkeit, oder Freude und warum?

Du kannst in Deinen physischen Körper hinein spüren und schauen, ob er sich entspannt oder verspannt anfühlt, ob er Kopfschmerzen bekommt, sich müde oder lebendig fühlt.

Und Du kannst Deinen energetischen Körper nutzen, um zu spüren, ob Deine Energie ansteigt oder sie verloren geht und was Deine Intuition zu der ganzen Sache sagt.

Es geht darum dem Verstand nicht mehr die Allmacht zuzuschreiben. Du bist ein multidimensionales Wesen mit unterschiedlichen Körpern. Lass Dich also nicht von den Stimmen in Deinem Kopf in die Irre führen.

Viel Freude und Klarheit beim Experimentieren,
Nicola

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INSPIRATION, DIE BEWEGT!