Mittwoch, 14. März 2012

Wo geht's hin? - Auf der Suche nach Lebendigkeit & Inspiration

Was inspiriert Sie? Haben Sie sich diese Frage schon einmal bewusst gestellt? WAS INSPIRIERT SIE WIRKLICH? Wann kommt in Ihnen eine gewisse Lebendigkeit & Leichtigkeit auf, die Sie spüren lässt, dass Ihr Leben einfach im Fluss ist? Wann spüren Sie, dass Sie mit grundloser Freude leben anstatt zu überleben? Was erfüllt Sie?

Kürzlich saß ich in einem Wartezimmer und musste – wie der Name des Zimmers schon sagt - auf meinen vereinbarten Termin warten. Mit mir saß eine weitere Frau in dem Bereich. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich persönlich hasse Wartezimmer. Es sind meist tote Räume, in denen keiner sich traut, den anderen anzuschauen oder gar anzusprechen. Stattdessen starrt jeder an die Wand, auf den Boden oder in eine Zeitschrift. Da mir meine Zeit zum Rumstarren und Klatsch-Kolumnen-Lesen zu schade ist, saß ich also dort im Wartezimmer und fragte mich, was mich in diesem Moment unter den gegebenen Rahmenbedingungen wirklich inspirieren würde.

Ich überlegte kurz und kam als erstes auf eher lineare Antworten: 1) Ich könnte das spannende Buch aus meiner Tasche ziehen, das ich für den „Notfall“ dabei hatte. Keine schlechte Idee, doch es wäre nur marginal anders als sich eine Zeitung vorzunehmen. 2) Ich könnte mir Gedanken über den nächsten Artikel machen (den Sie gerade lesen) und Ideen sammeln. Auch keine üble Idee, doch so richtig inspiriert fühlte ich mich noch nicht. Schließlich schaute ich die Dame an und ein kleines Kribbeln kombiniert mit einem inneren Lächeln machte sich in mir breit. Kennen Sie dieses Kribbeln, das wie eine Mischung aus Freude und ein bißchen Angst ist? Freude, weil sie merken, dass Sie kurz davor sind, etwas zu tun, was Ihnen wirklich Spaß macht. Angst, weil Sie einfach aufgeregt sind, dass Sie gleich etwas Tolles, Neues oder Unbekanntes machen werden. Das was mich inspirierte war, mit dieser Frau einfach in Kontakt zu gehen.

Dieser Inspiration folgend fragte ich sie: „Darf ich Ihnen eine unkonventionelle Frage stellen?“ Die Frau guckte mich kurz überrascht an und bejahte dann. Ich fragte sie, zu welchem Thema sie gerne einmal einen Artikel lesen oder einen Vortrag hören würde, sprich was genau sie inspirieren würde. Sie stutzte erst und nach anfänglichem Zögern erzählte Sie dann, welche Themen ihr einfielen. Es war zunehmend Kreativität und Freude im Raum spürbar. In genau diesem Moment betrat eine weitere Frau den Raum. Sie stutzte neugierig, da es ungewöhnlich war, dass in einem Warteraum gesprochen wurde. Doch sie nahm die Freude und Kreativität im Raum sofort auf und setzte sich mit einem Lächeln und wachen Augen auf einen Platz neben der ersten Frau. Von der Atmosphäre inspiriert fragte ich sie sofort: „Wir haben hier gerade eine kreative Unterhaltung, haben Sie Lust mitzumachen?“ Sie bejahte und klinkte sich unmittelbar ein. Es war spürbar, wie die Energie im Raum weiter anstieg und vibrierte. Da war Leben im Raum, Freude, Inspiration, Kreativität. Wir waren alle wach, präsent und es entstand mit einem Mal eine fast schon freundschaftliche Verbindung zwischen uns Frauen. Das ganze dauerte kaum länger als 10 Minuten und löste sich schließlich ganz auf, als ich zu meinem Termin ging. Es war auch nicht entscheidend, wie lange es dauerte. Entscheidend war, dass durch die ursprüngliche Inspiration Verbindung und Lebendigkeit entstanden war und wir alle Spaß gehabt hatten.

Was inspiriert Sie in diesem Moment? Was inspiriert Sie generell im Leben? Interessanterweise nannten die beiden Damen im Wartezimmer unabhängig voneinander „Zumba“ als inspirierend. Kennen Sie Zumba? Ich kannte es bis gestern nicht. Zumba ist ein Tanz-Fitness-Programm, das von lateinamerikanischen Tänzen inspiriert ist und bei dem Jung und Alt, Anfänger und Fortgeschrittene gemeinsam tanzen. Wie eine der Frauen sagte, sei es für sie so inspirierend, weil sie dabei einfach Spaß hätte und gleichzeitig auch Fehler machen dürfe. Es sei egal, ob sie mal einen falschen Schritt mache. In der Tanzgruppe würde jeder von jedem lernen und jeder dürfe so sein und tanzen, wie er kann und mag. Vor allem aber würde Sie es aus vollem Herzen machen und könne vom Alltag und dem Job richtig abschalten und sie selbst sein. Es würde Sie inspirieren, weil sie es nicht TUN MÜSSE, wie so viele andere Dinge im Leben.

AHA! Da kommen wir der Sache schon näher. Inspiration hat etwas damit zu tun, dass wir Freude empfinden, wenn wir etwas mit Leidenschaft (aus dem Herzen) und Begeisterung freiwillig machen und dabei wir selbst sein können. Inspiration ist also etwas, dass aus unserem tiefsten SEIN kommt, aus einer Quelle, zu der der Verstand keinen Zugang hat. Inspiration ist nicht erklärbar. Wenn Sie jemanden fragen, warum er von einer Sache oder Person inspiriert ist, wird er versuchen Gründe zu finden, doch Sie werden mindestens einmal zwischendrin hören „Keine Ahnung. Ich weiß es nicht. Es inspiriert mich einfach“. Das SEIN braucht keine Gründe. Es IST einfach. Inspiration ist zudem sehr individuell. Was den einen inspiriert, graust den anderen vielleicht. Inspiration ist auch etwas anderes als „Vorlieben“ oder „Etwas-Gerne-Mögen“. Inspiration hat eine andere Komponente, die ich gerne „das innere Feuer“ nenne. Wenn Sie inspiriert sind, dann haben Sie dieses innere Feuer. Sie brennen für etwas. Meist können Sie dann diesen Funken in den Augen einer Person sehen, dieses Leuchten, wenn die Person von ihrer Inspiration erzählt. 

In unserer Gesellschaft ist es jedoch leider so, dass Inspiration oftmals kein Platz eingeräumt wird bzw. wenn, dann meist nur in der Freizeit. Wir sind so darauf trainiert, in einer Gesellschaft zu funktionieren, in der ein linearer Lebensplan als das einzig gültige Modell zählt. Wir werden geboren, gehen zur Schule, zum Studium, heiraten, gründen eine Familie und sterben irgendwann. Wie viele wachen jedoch morgens mit dem inneren Feuer der Inspiration auf, springen aus dem Bett und freuen sich, dass ein neuer Tag anfängt, an dem Sie wieder dem nachgehen können, was sie tatsächlich inspiriert?

Sir Kenneth Robinson, ein britischer Autor und bekannter Redner berichtete während einem seiner Vorträge von einer Langzeitstudie. In dieser Studie wurde die Kreativität und Inspiration von Kindern gemessen. Es stellte sich heraus, dass Kleinkinder ein enormes Potenzial an Kreativität und Inspiration haben. Das wird offensichtlich, wenn Sie sich einfach einmal spielende Kinder anschauen. Die Kreativität sinkt jedoch rapide von 100% auf ca. 50%, sobald die Kinder die ersten 4 Schuljahre absolviert haben. Bis zum Teenager-Alter sinkt dieses Potenzial auf ca. 20%. Das ist erschreckend. Wir leben in einem Gesellschaftssystem, in dem Inspiration und Kreativität eher gekillt als gefördert werden. Das ergibt durchaus Sinn, denn wer zu viel Inspiration und Kreativität an den Tag legt, entzieht sich der genormten Masse und ist damit aus Sicht der Machthaber nicht mehr kontrollierbar. Zeit für einen Paradigmen-Wechsel!


Experiment 1: Entdecken Sie wieder Ihre Inspiration
Sie können Ihre Inspiration wieder entdecken. Die Inspiration gehört zu uns, wie die Schuppen zum Fisch (oder so ähnlich). Sie ist sozusagen ein Teil unseres Lebensplanes. Das Feuer, das uns unsere Lebensaufgabe erfüllen lässt. Inspiration kann nicht verloren gehen. Sie ist immer in uns. Die Frage ist nur, ob wir an sie andocken, sie entzünden und nutzen, oder ob wir weiterhin zulassen, dass sie unter einem riesigen Berg von Normen, Regeln, Umständen und Gründen begraben bleibt.

Um wieder an die Inspiration anzudocken, lade ich Sie ein, einen Zettel und einen Stift zu nehmen und einmal aufzuschreiben, wofür Sie brennen. Versuchen Sie nicht, zu viel darüber nachzudenken. Schreiben Sie es einfach auf. Es müssen auch keine großen Dinge sein, denn auch ein spannendes Buch mit einem Cappuccino kann inspirierend sein.

Nehmen Sie sich 10 Minuten Zeit und schreiben Sie einmal alles auf, was Ihnen einfällt. Vielleicht inspiriert es Sie, in den Bergen zu wandern, Schach zu spielen, auf dem Marktplatz ein Eis zu essen, Gefühlsarbeit zu machen, ein neues Produkt-Layout für Ihre Firma zu entwickeln, mit Ihren Kollegen im Team zu arbeiten, zu Bügeln, zu malen oder Zumba zu tanzen. Was es auch immer sein mag, es muss nicht logisch sein. Nehmen Sie sich einfach einmal die Zeit und lassen Sie Ihr Herz, Ihr SEIN sprechen und nicht ihren Verstand.

Das was Sie inspiriert ist auch zeitlich nicht gebunden. So können Sie kleine Dinge finden (wie das Essen in der Sonne), die Sie in diesem Moment inspirieren oder auch größere Dinge, Personen, Projekte, die Sie zu jeder Tages- und Nachtzeit inspirieren. Schreiben Sie auf, was kommt und gehen Sie immer tiefer. Drehen Sie einige Inspirations-Runden, damit Sie wieder voll und ganz an die Quelle andocken können. Stellen Sie sich immer wieder die Frage „Was inspiriert mich?“ Vielleicht sagt Ihr Verstand am Anfang „Puh, keine Ahnung, was mich inspiriert.“ Dann schreiben Sie einfach „nichts“ auf und gehen weiter zum nächst tieferen Punkt. „Was inspiriert mich noch…?“ Machen Sie solange weiter, bis Sie mindestens 10 Punkte auf Ihrer Liste haben.


Experiment 2: Spüren Sie die Lebendigkeit
Schauen Sie nun noch einmal die Liste mit den Punkten an und lesen Sie jeden Punkt laut für sich vor. Lassen Sie die einzelnen Punkte sacken. Das sind die Dinge, die Sie inspirieren. Das sind die Punkte, für die Sie im Augenblick „brennen“. Und jetzt spüren Sie einmal in Ihren Körper hinein, was das mit ihnen macht. Können Sie die Freude spüren, die aufkommt, wenn Sie sich mit diesen Punkten auf der Liste verbinden? Können Sie die Lebendigkeit spüren, die sich ausbreitet?

Zum Beispiel war ich heute Vormittag nicht sonderlich inspiriert, ich steckte in Gedanken fest. Irgendwann habe ich mich gefragt, was mich in dem Moment am meisten erfüllen und mir Freude machen würde. Als Impuls kam sofort: Mittagessen auf dem Balkon in der Sonne. Gesagt getan. Der Verstand sagte im ersten Moment „Na toll, das ist ja jetzt nicht sonderlich produktiv.“ Das Entscheidende ist jedoch, dass ich der Inspiration und der Freude gefolgt bin. Mein Körper fühlte sich lebendig, als die März-Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht tanzten. Kaum hatte ich 15 Minuten in der Sonne gesessen, kam die nächste Inspiration, diesen Artikel anzugehen. Einfach so, ohne dass ich etwas hätte dazu tun müssen. Ich hatte einfach richtig Lust darauf, meine Finger wollten nichts als auf der Tastatur rumzuklimpern, ohne dass mein Verstand vorher gewusst hätte, was ich schreiben würde. Jetzt kennen Sie das Geheimnis, wie meine Artikel entstehen. Aus dem Nichts. Durch eine unerklärliche Inspiration entfacht.

Und jetzt? Was machen Sie jetzt damit? In besagtem Wartezimmer stellte ich schließlich die Frage, wie es wäre, die Inspiration des Zumba Tanzens nicht nur in der Freizeit zu spüren, sondern grundsätzlich im Leben, also vor allem auch im Job. Darauf antwortete die eine Frau „Naja, das wäre schon toll!“

Das wäre schon toll…Nun die Quizfrage: Wie inspiriert sind Sie, wenn es um Ihren Job geht? Wie sehr inspiriert Sie Ihr Job, den Sie tagein tagaus verrichten? Hand aufs Herz!

Da mag der ein oder andere jetzt sagen: „Ja Moment, das ist ja etwas ganz anderes.“ Tatsächlich? Inwieweit? Ist es anders, weil wir ja unser Geld verdienen müssen, um unsere Miete zahlen zu können? Was bringt die meisten Menschen der Bevölkerung dazu, einen Job zu tun, der sie nicht inspiriert, der Ihnen keinen Spaß macht, wo das TUN anstatt das INSPIRIERT SEIN im Vordergrund steht? Wo es um das Geldverdienen anstatt um den Spaß an der Sache geht? Wenn Sie wirklich inspiriert von etwas sind, machen Sie das nicht des Geldes wegen. Sie machen es, weil es Sie erfüllt, weil es Sie strahlen läßt und das bringt Ihnen letztendlich Geld. Wie bitte? Wie war das? Ein völlig neuer Ansatz, oder? Lassen Sie das noch einmal sacken:

Wenn Sie mit Inspiration und Freude etwas tun, das Sie erfüllt, folgen Sie Ihrem Lebensplan und das bringt Ihnen letztendlich genug Geld zum Leben. Wenn Sie hingegen meinen, Sie müssten einen Job machen, um Geld zu verdienen, dann stecken Sie in der Mittelmäßigkeit fest, ohne Inspiration und wirkliche Erfüllung. Was ist attraktiver?


Experiment 3: Weiten Sie Ihre Inspiration aus
Ich lade Sie nun zu einem wilden Experiment ein. Es besteht darin, dass Sie das Feuer in sich noch größer werden lassen. Im ersten und zweiten Experiment haben Sie bereits den Zugang zu Ihrem Inspirationsfeuer wiedergefunden.  Lassen Sie es jetzt einmal größer werden, indem Sie die Augen schließen und sich vorstellen, wie Ihr Leben aussehen würde, wenn Sie ausschließlich Ihrer Inspiration folgen würden. Lassen Sie das Ganze zu einer Vision werden. Vielleicht kombinieren Sie sogar verschiedene Dinge, die Sie inspirieren, zu einer neuen Tätigkeit. Baden Sie in dieser Vision. Werden Sie zu der inspirierenden Lebensvision und fühlen Sie die Freude dabei. So fühlt sich Lebendigkeit an. „Spinnen“ Sie einmal rum, wie eine Tätigkeit aussehen würde, die Sie absolut inspiriert und erfüllt. Lassen Sie Ihrer Kreativität und Inspiration freien Lauf.

Ehrlich, das Leben ist zu kurz, um Ihre Zeit in einem Job zu verbringen, der Ihnen Energie entzieht und Sie eher dahin vegetieren lässt, anstatt Sie lebendig sein zu lassen. Da mögen jetzt einige vielleicht sagen „Ja, ja, ja, die hat gut reden. Das ist alles gar nicht so einfach, denn irgendwo muss das Geld herkommen und wenn ich da nur in der Sonne sitze und das mache, was mir Freude macht, kann ich davon noch nicht meine Miete bezahlen und die Familie versorgen.“ Nun, so dachte ich auch schon mal. An dieser Stelle möchte ich Ihnen jedoch gerne eine Geschichte von Frederick Dodson (*) nicht vorenthalten, der mit einem Coaching Klienten eines Tages bei Sonnenschein auf einer Parkbank saß. Vielleicht haben Sie die Geschichte schon einmal gehört oder gelesen. Er fragte den Klienten nach der Coaching Sitzung, was er jetzt als nächstes tun wolle. Der Klient, der selbständiger Unternehmer war, antwortete: „Nun, ich sollte jetzt unbedingt nach Hause gehen und mich dringend wieder um die Kundenakquise kümmern.“ Dodson fragte: „Okay, welche Möglichkeit hättest Du noch?“ Der Klient antwortete: „Nun, ich könnte auch hier weiter in der Sonne auf der Parkbank sitzen, aber ich sollte mich wirklich besser um meine Kunden kümmern.“ Dodson fragte: „Okay, aber was inspiriert dich in diesem Moment wirklich und würde Dich mit Freude erfüllen?“ Der Klient antwortete: „Nun ja, das hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber am meisten hätte ich jetzt Lust, die Eichhörnchen zu füttern.“ Dodson sagte: „Prima, mach das!“ Darauf der Klient: „Ja, aber das ist ja nicht wirklich produktiv.“ Worauf Dodson nur sagte: „Erklär das mal den Eichhörnchen.“ Also ließ sich der Klient darauf ein und fütterte die Eichhörnchen. Eine Frau kam des Weges und sprach ihn genau darauf an. Sie kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass sie Geschäftsführerin eines größeren Konzerns war. Und so kam es, dass nicht nur sie sondern auch noch ihre gesamte Firma mit 10.000 Mitarbeitern die neuen Kunden des Klienten wurden.

Stellen Sie sich einmal vor, jeder Mensch würde seiner Inspiration folgen und nicht aus Angst heraus einen Job machen, der ihn oder sie nicht erfüllt. Wir produktiv und kreativ wären dann die Unternehmen? Was wäre dann in unserer Gesellschaft möglich? Welch unglaublich kreatives Potenzial würde dann entfaltet und würde neue, bahnbrechende und tragfähige Ideen entstehen lassen?

Der Inspiration und Freude zu folgen ist vielleicht nicht immer der logischste Weg, aber er führt Sie ganz sicher zu einem erfüllten Leben. Wenn Sie Ihrer Inspiration folgen, befinden Sie sich auf Ihrem eigentlichen Lebensweg, auf dem Weg, der Ihrer Bestimmung entspricht und Ihr SEIN blühen lässt. Und dann wird das Universum ganz automatisch dafür sorgen, dass Sie versorgt sind. Ich lade Sie ein, Ihrer Inspiration und Ihrem Sein wieder mehr Raum zu geben und das zu leben, wofür sie hergekommen sind. Haben Sie den Mut die Quelle der Inspiration wieder anzuzapfen und das Feuer in Ihnen brennen zu lassen. Es ist Ihr Leben. JETZT!

Herzlich lodernde Grüße,
Ihre Nicola Nagel


(*) Frederick E. Dodson, Buch „Reality Creation Coaching“
   
POTENZIALE LEBEN!
www.viva-essenza.com
        

Montag, 13. Februar 2012

Wie rein ist Ihr Beziehungsraum? - Über die Achtsamkeit in Beziehungen

Wie rein ist Ihr Beziehungsraum? Haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt? „Mein Beziehungsraum?“ höre ich da einige Stimmen schon fragen. Was ist denn das? Sehen Sie, genau darum geht es. Wenn wir uns nicht über unseren Beziehungsraum bewusst sind, darüber was er ist und wie wir damit umgehen, ist es auch nicht möglich diesen Beziehungsraum bewusst rein und heilig zu halten.

Was ist also ein Beziehungsraum? Ein Beziehungsraum ist der Raum, der Ihnen ermöglicht, eine authentische, aufrichtige Beziehung mit einem Partner zu führen. Ja und wo ist der? Zuhause, in der Wohnung, im Haus, im Restaurant, im Schlafzimmer oder wo? Weder noch. Er ist ein Teil von Ihnen. Lassen Sie uns gleich mit dem ersten Experiment starten.

EXPERIMENT 1: Wo ist der Beziehungsraum?
Um diesen Raum zu erspüren, lade ich Sie ein, kurz aufzustehen. Stellen Sie sich einmal gerade hin und lassen Sie die Arme locker herunterhängen. Schnipsen Sie nun einmal mit den Fingern und deklarieren Sie eine unsichtbare Blase um sich herum. Diese Blase ist wie eine Seifenblase und Sie stehen mittendrin. Die Wände dieser Blase sind ca. 50cm von Ihnen entfernt, es können auch 100 cm sein oder nur 10 cm. Diese Blase ist Ihr sogenannter persönlicher Raum. Sie können
ihn jederzeit mit Hilfe Ihrer Intention und Aufmerksamkeit deklarieren. (Mehr dazu siehe Artikel „2011-08-24_Seien Sie Ihre eigene Autorität).

Wenn Sie nun Ihren persönlichen Raum haben, legen Sie einmal die linke Hand mit der Kante oben an Ihr Brustbein, sodass Ihre Handfläche nach unten zeigt. Führen Sie dann die Handkante der rechten Hand dorthin, wo die Schamregion beginnt und lassen Sie die Handfläche nach oben zeigen. Spüren Sie nun den Raum zwischen Ihren beiden Handflächen, der sich komplett vor Ihrem Körper ausbreitet (wie ein Quader). Voilà, das ist - energetisch gesprochen - Ihr Beziehungsraum.

Leider lernen wir solche wichtigen Sachen nicht in der Schule, da im Patriarchat die Menschen seit jeher zu schlafenden Schafen trainiert und von Medienmogulen und Machthabern manipuliert werden. Wenn Sie sich jedoch Ihres Beziehungsraumes bewusst werden, könnten Sie sehr viel mehr Klarheit bekommen, warum Ihre Beziehung so ist, wie sie ist (oder auch nicht ist).

Sie wissen nun also, wo Ihr Beziehungsraum ist. Dieser Beziehungsraum sollte das Heiligste sein, was Sie pflegen, denn er bestimmt die Qualität der Beziehung zu Ihrem Partner und damit, wie authentisch und außergewöhnlich Ihre Beziehung sein kann. Dieser Beziehungsraum sollte nur Ihrem Partner vorbehalten sein. Das bedeutet, wenn jemand energetisch in ihrem Beziehungsraum ist, dann NUR ihr Partner. Die Energien aller anderen Personen haben dort nichts verloren.

Leider ist es in den seltensten Fällen so, dass unser Beziehungsraum rein ist, denn wie gesagt sind sich die meisten Menschen überhaupt nicht darüber bewusst, dass wir einen energetischen Beziehungsraum haben. Daher ist es leider in der Regel so, dass unsere Beziehungsräume mit allem möglichen „energetischen Müll“ angefüllt sind. Was ist da nun wieder mit gemeint? Nun, unser Beziehungsraum ist oft gefüllt mit:
  • Alten Beziehungen (sie binden sich automatisch energetisch an jemanden, mit dem Sie eine Beziehung haben)
  • Kindheitserfahrungen
  • Flirtereien (und sei es nur der kecke Blick zu der netten Fahrerin im Nachbarauto)
  • Film-Stars (z. B. wenn jemand ständig von einem Filmstar schwärmt)
  • Konzepten / Ideen über Beziehung (so stelle ich mir eine Beziehung vor)
  • Sexuelle Fantasien
  • Arbeitskollegen, Chef/Chefin
  • Kindern
  • Mutter/Vater
  • Email/SMS/Chatroom/Facebook etc.
  • Einem großen NEIN (z. B. wenn wir Haß auf eine(n) Ex haben)

Was in unserem Beziehungsraum ist, kann sehr vielfältig sein. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Beziehungsraum zu 70% mit allerlei energetischem Müll angefüllt ist.

Neulich war ich auf einer Veranstaltung und habe gedacht, ich werde wahnsinnig. Ich sah eine Frau im Gespräch mit einem Mann. Beide waren in fester Beziehung. Allerdings nicht miteinander. Er war angeblich glücklich verheiratet, sie in langjähriger glücklicher Beziehung. In diesem Gespräch wurde unbewusst von beiden Seiten so viel sexuelle Energie über Blicke ausgetauscht, dass ich kurz davor war, dazwischen zu gehen. Doch es war nicht mein Job, als Trainerin aktiv zu werden. Somit habe ich es beim Beobachten gelassen. Es war schmerzhaft, das zu sehen. In Lichtgeschwindigkeit waren die jeweiligen Beziehungsräume der beiden zu ca. 20% mit der sexuellen Energie des anderen gefüllt. Und das war nur eine Situation an einem Abend.

Um kurz Klarheit zu schaffen, was sexuelle Energie ist: Sie tauschen nicht nur sexuelle Energie mit jemandem aus, dem Sie körperlich nahe sind, den Sie küssen, streicheln oder mit dem Sie schlafen. Sexuelle Energie kann genauso über Blicke, Gesten und den offenen Mund (beim Sprechen) ausgetauscht werden. Es fühlt sich an wie klebrige Spinnenfäden (oder auch ganze Netze), die zwischen den Personen hängen oder über die Personen drüber gestülpt werden. Jetzt überlegen Sie einmal, wie oft Sie oder andere Menschen in Ihrem Umfeld flirten. Es reicht ein kurzer Blick, damit eine andere Person in Ihren Beziehungsraum eindringt. Ich lade Sie ein, einmal kurz innezuhalten und an eine Situation zu denken, in der Sie das mit jemandem erlebt haben, der NICHT Ihr Partner war…

Das Ding ist nur folgendes: Wenn Ihr Beziehungsraum unbewusst mit fremder sexueller Energie angefüllt ist, haben Sie diese Energie nicht mehr für Ihren Partner übrig. Konkret: Der Mann und die Frau aus dem Beispiel, haben nur noch jeweils 80% Energie für Ihren Partner übrig. Die sexuelle Energie, die Sie unbewusst mit jemandem austauschen geht nämlich nicht von alleine wieder aus Ihrem Beziehungsraum. Sexuelle Energie hat eine ganz fiese, klebrige Konsistenz. Und: Ihr Partner spürt das. Vielleicht nicht bewusst. Aber unbewusst und das untergräbt das Vertrauen in Ihrer Beziehung.

Wenn Sie lernen darauf zu achten, können Sie es in relativ kurzer Zeit sehr leicht erkennen. So wie ein Bekannter es kürzlich tat. Seine Freundin war am Wochenende auf einer Messe. Sie kam am Sonntag zurück. Er schaute sie an und sagte Ihr auf den Kopf zu nicht nur dass sie mit einem Mann geflirtet hatte, sondern er beschrieb ihr detailliert, wie er ausgesehen hat. Worauf der Freundin ziemlich abrupt die Kinnlade herunterklappte, weil es zutraf. Das ist kein Scherz.

Ehrlich, lernen Sie Achtsamkeit für Ihren Beziehungsraum zu entwickeln.


EXPERIMENT 2: Womit ist Ihr Beziehungsraum gefüllt?Das Experiment wird einem Teil in Ihnen vielleicht nicht gefallen. Doch ich lade Sie ein, es trotzdem zu machen. Wenn Sie bis hierher gelesen haben, ist es eh zu spät. Sie wissen schon etwas über Beziehungsräume.

In diesem Experiment geht es darum zu schauen, womit Ihr Beziehungsraum angefüllt ist. Setzen Sie sich einmal entspannt hin. Nehmen Sie ein DinA4 Blatt Papier und malen Sie einen einfachen viereckigen Raum mit einer gewölbten Kuppel darauf, sodass er das ganze Blatt ausfüllt. Das ist Ihr Beziehungs-Tempel. Nehmen Sie nun einen tiefen Atemzug und schließen Sie die Augen. Versuchen Sie dieses Experiment nicht mit dem Verstand zu „lösen“. Erspüren Sie vielmehr Ihren Beziehungsraum. Spüren Sie nun hin und seien Sie gnadenlos ehrlich, wenn Sie
folgende Frage beantworten:

„Wer ist alles in Ihrem Beziehungsraum und zu wie viel Prozent?“

Schreiben Sie die Namen und die Prozentzahl auf das Blatt in den Beziehungstempel. Es könnte sein, dass Ihnen erst einige ehemalige Partner einfallen, Ihr Chef/Chefin, Ihre Kollegen oder Freunde. Und dann gibt es da vielleicht noch den ganzen „Klein-Kruscht“ an vorüberfliegenden, sekundenschnellen Flirtereien mit Unbekannten (in der U-Bahn, auf einer Party, im Park, im Café). Letztere können Sie in einem Block zusammenfassen. Es kommt auch vor, dass der ein oder andere seinen Beziehungsraum mit einem Konzept über Beziehung gefüllt hat. Das heißt eine Vorstellung/Idee/Träumerei, wie eine Beziehung zu sein hat. Wieder andere spüren vielleicht auch einfach ein „Nein“. Was auch immer intuitiv auftaucht, schreiben Sie es auf.

In Ihrem Tempel könnte dann (angenommen, Sie sind ein Mann) z. B. stehen:
  • Maria (Ex-Freundin): 30%
  • Claudia (Kollegin): 10%
  • Mutti: 20%
  • Gabriele (Ex-Ex-Freundin): 5%
  • Party-Flirtereien: 15%
  • Beziehungskonzept von den Eltern: 10%
Schreiben ie alle Namen auf oder Konzepte, die hochkommen. Erspüren Sie die Prozentzahl.
Es ist nicht wichtig, ob Sie hinterher mehr oder weniger als 100% haben. Das ier ist keine Mathe-Aufgabe. Es geht darum ein Gespür dafür zu bekommen, wie ugemüllt Ihr Beziehungsraum ist.
Im eispiel wären es also 90%.

Quizfrage: Wie wollen Sie eine authentische Beziehung mit einem Partner leben, wenn Ihr
Beziehungsraum mit energetischem Müll von anderen Menschen angefüllt ist? Wie wollen Sie eine vertrauensvolle Partnerschaft leben?


EXPERIMENT 3: Schaffen Sie den Müll raus.Ich würde Ihnen gerne eine Schnellmethode geben, mit der Sie in 2 Sekunden den Müll aus Ihrem Beziehungsraum befördern können. Und: es gibt keine Schnellmethode. Es geht darum, dass Sie es bewusst machen. In unserer Gesellschaft muss immer alles schnell-schnell-schnell gehen. Doch Sie können Ihren Beziehungsraum nicht mal eben reinigen, so wie Sie auf die Toilette gehen. Es braucht Achtsamkeit. Es braucht Aufmerksamkeit und es braucht Bewusstheit. Ansonsten wäre es nur eine Methode für den Verstand, die Sie gleich wieder vergessen und es würde sich rein gar nichts im Hinblick auf Ihren Beziehungsraum ändern.

Warum würden Sie überhaupt Ihren Beziehungsraum reinigen wollen? Was wäre Ihre Absicht?
Seien Sie sich über folgendes bewusst: Wenn Sie Ihren Beziehungsraum reinigen, würde plötzlich mehr Intimität und Nähe mit Ihrem Partner möglich. Ihre Beziehung würde eine neue Qualität erreichen. Wären Sie bereit, eine neue Intensität an Nähe überhaupt zuzulassen?

Wenn Sie das erste Mal Ihren Beziehungsraum reinigen, empfehle ich Ihnen dringend, es auf keinen Fall alleine zu tun, aber auch nicht mit Ihrem Partner. Ihr Partner muss den ganzen energetischen Müll nicht im Detail kennen. Es reicht, wenn Sie ihm/ihr sagen, dass Sie etwas über Beziehungsräume gelernt haben.

Suchen Sie sich für das Reinigen Ihres Beziehungsraumes jemanden, der sich mit Gefühlsarbeit auskennt und den Raum für Sie sicher machen kann. Es dauert nicht sehr lange, vielleicht 30 Minuten, aber es werden Gefühle hochkommen wenn Sie bewusst die Energie der verschiedenen Personen aus Ihrem Beziehungsraum entfernen und es ist entscheidend, dass diese gehört
werden.

Was Sie ab sofort jedoch machen können ist, Sie können aufhören, Ihren Beziehungsraum mit weiterem Müll anzufüllen. Wenn Sie das nächste Mal unterwegs sind, im Büro, auf einer Party, in einem Café, dann beobachten Sie zunächst einmal wie häufig Menschen, die offensichtlich nicht
zusammen gehören, unbewusst sexuelle Energie miteinander austauschen. In italienischen Restaurants ist das z. B. sehr leicht bei den Kellnern zu beobachten. Es scheinen vielleicht harmlose Flirtereien zu sein, doch die Auswirkungen sind verheerend und führen zu Vertrauensverlust in Beziehungen. Nachdem Sie es bei anderen beobachtet haben, beobachten Sie sich selbst. Wann, wo und mit wem flirten Sie? „IIIICH? Ich flirte nicht!“ Nun, wenn Sie sich bisher nicht über Beziehungsräume bewusst waren, dann liegt die Wahrscheinlichkeit bei 99,9%, dass Sie es doch tun. Dabei ist es völlig unerheblich, ob Sie ein Mann oder eine Frau sind, auch wenn Frauen zugegebenermaßen ein unglaubliches Flirt-Repertoire haben. Doch Sie müssen als Mann nicht darauf eingehen. Sie müssen auch als Frau das klebrige Spiel nicht spielen. Es reichen wirklich kleine Blicke. Oder, was die Männer sehr gerne machen: sie geleiten eine Dame in einen Raum und berühren dabei wie zufällig ferngesteuert ihren Arm oder ihren Rücken. Meine Damen, Sie können es sofort spüren, ob der Mann in ihren persönlichen Raum eindringt. Werden Sie sich dessen bewusst. Gleiches gilt umgekehrt. Die Frauen berühren die Männer gerne wie zufällig liebreizend an der Hand oder am Arm oder flattern mit Ihren langen getuschten Wimpern. Sie erkennen und spüren sexuelle Energie sofort an ihrem „Drall“.

Und: Ja, es ist schmerzhaft sich das Spiel bewusst zu machen. Es ist schmerzhaft zu erkennen, dass Sie unbewusst wahllos mit fremden Leuten sexuelle Energie ausgetauscht haben. Aber wie viel ist Ihnen Ihre Beziehung wert? Was sind Sie wirklich bereit dafür zu tun? Belangloser, unbewusster Austausch von sexueller Energie ist Beziehung auf dem Niveau eines Jugendlichen, der gerade von zuhause ausgebrochen ist und das erste Mal das andere Geschlecht erkundet. Es ist ein minderjähriges Verhalten. Doch hatten Sie in der Schule ein Fach mit dem Titel „Authentische Beziehungen“? Sehen Sie. Verurteilen Sie sich jetzt nicht selbst, wenn Sie sich dieses Spieles bewusst werden. Freuen Sie sich, dass Sie ab sofort das Spiel nicht mehr mitspielen müssen.


EXPERIMENT 4: Aus dem Spiel aussteigenEs gibt verschiedene Möglichkeiten zu reagieren, wenn Ihnen jemand seine sexuelle Energie überstülpen will, Sie es wahrnehmen und sich entscheiden, dieses Spiel nicht mehr zu spielen. Hier einige Beispiele:
  • Wenden Sie den Blick ab, wenn jemand über die Augen mit Ihnen flirten will.
  • Wenn jemand versucht Sie über eine Frage zu „ködern“, wechseln Sie neutral das Thema.
  • Wenn Sie am Tisch sitzen und jemand dieses Spiel mit Ihnen spielt, drehen Sie einfach
    einen Gegenstand auf dem Tisch um und deklarieren Sie, dass sich die Situation ändert.
  • Wenn Ihnen klebrige Energiefäden entgegen schleudern (oder auch ganze klebrige Netze),
    deklarieren Sie augenblicklich, dass Sie eine Spindel in Ihrem Körper haben, die sich ganz schnell dreht. Durch die Drehbewegung können die Energiefäden nicht andocken.
  • Wenn Sie mit jemandem sprechen müssen und es kein Ausweichen gibt, haben Sie neben der Spindel zwei weitere Möglichkeiten:

    1. Legen Sie Ihre Zunge gegen die obere Zahnreihe. Dadurch verändert sich automatisch
    Ihr Blick, sodass über Ihre Augen keine Flirtenergie rein oder raus gehen kann.

    2. Sprechen Sie die Person an, indem Sie ein Metagespräch führen. „Ich würde gerne etwas
    ansprechen. Ich weiß nicht, ob es Dir bewusst ist, aber Du versuchst gerade mit mir zu flirten und sexuelle Energie mit mir auszutauschen. Ich stehe für diese Art Spiele nicht zur erfügung. Bitte hör sofort damit auf. Ich würde das Gespräch sonst gerne beenden.“ Das wird dem Anderen unter Umständen kurz den Boden unter den Füßen wegziehen, aber dann gibt es zumindest wieder jemanden, der eine Bewusstheit über Beziehungsräume und sein Handeln entwickelt.

Ich lade Sie wirklich ein, aufmerksam zu werden und Achtsamkeit dafür zu entwickeln, was Sie mit Ihrer Energie tun. Eine Beziehung ist etwas besonderes, ein Beziehungsraum ist etwas Heiliges. Um es mit den Worten von Clinton Callahan zu sagen: „Beziehungen sterben nicht aus Mangel an Liebe. Beziehungen sterben aus Mangel an Intimität.“*

Achten Sie also auf Ihren Beziehungsraum und halten Sie ihn sauber, damit Sie mit Ihrem Partner außergewöhnliche und vielleicht sogar archetypische Intimität leben können.

Herzliche Grüße,
Ihre Nicola Nagel

*Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wie Sie authentische Beziehungen erschaffen, empfehle ich Ihnen das Buch „Wahre Liebe im Alltag“ von Clinton Callahan.

POTENZIALE LEBEN!

Freitag, 13. Januar 2012

Gute Vorsätze, adé! - Über die Kraft, die Ihr Leben manipuliert.

Den Jahreswechsel nehmen viele Menschen zum Anlass, Altes loszulassen, Lastern definitiv nicht mehr nachzugehen und Dinge, die sie immer schon einmal tun wollten, endlich anzugehen. Die Vorsätze können dabei ganz unterschiedlicher Natur sein. Da gibt es die Klassiker, wie z. B. weniger essen (vor allem Süßigkeiten), mehr Sport, oder aufhören zu rauchen. Es gibt aber auch Vorsätze wie der Umzug in eine neue Wohnung, die Suche nach einem neuen Job, freundlicher zu den Nachbarn und den Kollegen zu sein und mehr Toleranz gegenüber dem Partner zu zeigen. Kennen Sie Menschen mit guten Vorsätzen für das neue Jahr?

Hand aufs Herz: Haben Sie selbst schon einmal einen guten Vorsatz gefasst und sind später kläglich gescheitert, obwohl Sie ihn doch wirklich umsetzen wollten? Wieso passiert das? Wieso sind wir in einem Moment (sozusagen am 31.12. vor Mitternacht) felsenfest von unserem Vorsatz überzeugt, schaffen es dann aber doch nicht, ihn konsequent umzusetzen. Wieso verfallen einige Menschen immer wieder in konsequente Inkonsequenz? Wieso bleiben gesteckte Ziele immer wieder unerreicht?

Lassen Sie uns das einmal gemeinsam beleuchten. Nehmen wir einmal an, Sie haben sich vorgenommen, toleranter gegenüber Ihrem Partner zu sein und dadurch mehr Harmonie in die Partnerschaft zu bringen. Sie haben also - übertrieben gesagt - die Vorstellung einer Partnerschaft voller Harmonie. Das ist ja an sich ein nobler Vorsatz.

Ein solch nobler Vorsatz gehört in der Regel der sogenannten „Oberwelt“ an, d. h. er entstammt der Vorstellung einer „heilen Welt“ voller Glück, Frieden und Harmonie. Diese Vorstellung kommt daher, dass wir bereits Momente erlebt haben, die in diese Kategorie fallen. Die meisten von Ihnen können auf Erfahrungen in der Oberwelt zurückgreifen, Momente reinen Glücks: Sie haben vielleicht einen schönen Sonnenuntergang gesehen, haben friedlich mit Ihrem Partner auf einem Berggipfel gesessen, oder haben sich zu Weihnachten von den leuchtenden Augen Ihrer Kinder berühren lassen. Vielleicht haben Sie auch Zeit in wundervoller Natur verbracht oder sich der Musik hingegeben. Viele haben solch einen Moment z. B. auch bei ihrer eigenen Hochzeit oder der Geburt ihres Kindes erlebt. Die meisten Menschen können Momente dieser Art aufzählen, in denen Sie einfach „glücklich“ waren.

Nun ist das mit dem Glück so eine Sache. Wenn Sie Ihr Glück davon abhängig machen, ob alles schön harmonisch und friedlich ist und vor allem davon, dass Sie Ihre Vorsätze umsetzen, dann ist die Enttäuschung und Frustration vorprogrammiert. Lassen Sie uns das anhand des Beispiels von mehr Toleranz in der Partnerschaft einmal weiterspinnen.

Wie lange gelingt es Ihnen, wirklich zu 100% freundlich und tolerant gegenüber Ihrem Partner zu sein? Na? Kommen Sie, seien Sie ehrlich…Richtig, Sie halten es keinen Tag durch. Spätestens, wenn der Partner wieder die Zahnpastatube falsch ausdrückt, die leere Toilettenrolle vergisst aufzufüllen, die Tomaten für das Essen in Stücke statt in Scheiben schneidet, seine Socken schon wieder auf dem Boden liegen lässt oder die Worte seiner SMS zu knapp ausfallen, ist es schon vorbei mit der Harmonie. Dann meldet sich plötzlich eine andere Stimme, die ein ganz kleines bisschen Groll hegt. Ihr Gremlin wacht auf.

Der Gremlin ist der König Ihrer eigenen Unterwelt. Ihr kleines Monster. Ihr innerer Schweinehund. Jeder Mensch hat solch einen Gremlin. Jeder Mensch hat neben hellen Eigenschaften auch sogenannte Schatteneigenschaften. Ihr Partner, Ihr Nachbar, Ihr Kollege, ich und ja, glauben Sie mir, auch Sie haben einen Gremlin (wenn sich jetzt eine Stimme meldet, die versucht, genau das zu leugenen, so ist das Ihr Gremlin).

Um es auf den Punkt zu bringen: Gute Vorsätze scheitern, weil Ihr Gremlin Sie unbewusst und sehr geschickt davon abhält, sie umzusetzen. Und dabei hat er auch noch einen Heidenspaß.

Was passiert genau? Wir leben in der sogenannten „Mittelwelt“, in der wir einem Job nachgehen, Geld verdienen, essen, in Urlaub fahren, Sport treiben und die ganzen Dinge tun, die wir eben den lieben langen Tag so tun.

Dann gibt es da diese Vorstellung von der Oberwelt, von schönen, sinnlichen, berauschenden, vertrauten oder berührenden Momenten, von Liebe, Harmonie, Freude und Glück. Überlegen Sie einmal, wie viele Menschen nach Glück streben und es im Außen suchen. Sie versuchen, Momente der Oberwelt, die sie schon einmal erlebt haben, wieder zu erreichen und am besten dauerhaft festzuhalten (Haben Sie schon einmal etwas gekauft, um sich glücklicher zu fühlen?) Wie schön wäre es, wenn das Leben nur aus „Oberwelt“-Momenten bestünde. Viele New Age Bücher und Seminare versuchen uns genau das vorzugaukeln. Im New Age gibt es keine Schattenseiten. Doch - entschuldigen Sie bitte die flegelhafte Ausdrucksweise - das ist absoluter Bullshit.

Sobald Sie versuchen, von der Mittelwelt direkt in die Oberwelt zu kommen, werden Sie stehenden Fußes mit Ihrer eigenen Unterwelt konfrontiert. Solange Sie Ihre Unterwelt nicht anerkennen, in Besitz nehmen und damit Bewusstheit über Ihren Gremlin erlangen, wird er gnadenlos Ihr Leben unbewusst steuern und Momente der Oberwelt versuchen zu zerstören. Das ist sozusagen seine Spezialität: das Zerstören von Harmonie, Liebe, Vertrautheit, guten Vorsätzen, Kooperation, Teamwork, etc. Schauen Sie sich z. B. in Unternehmen und der Politik um. Das sind alles reine Gremlin-Macht-Spiele, die dort ablaufen. Der Gremlin liebt es, sich in Dramen zu suhlen, Klatsch und Tratsch auszutauschen, andere zu manipulieren oder zu streiten. Auch Süßigkeiten, Alkohl (ja, auch das kleine Gläschen Wein am Abend), Fernsehen und Computerspiele gehören dazu, um nur einige Lieblingsspeisen zu nennen.(*)

Doch verstehen Sie das bitte nicht falsch. Der Gremlin ist nicht gut und nicht schlecht. Wenn er am Steuer Ihres Lebens sitzt, produziert das einfach nur ganz bestimmte Ergebnisse. Es geht nicht darum, ihn loszuwerden. Im Gegenteil, Sie brauchen ihn. Es geht darum, dass Sie sich bewusst werden, was Ihr Gremlin gerne für Spielchen spielt, um Ihnen den Kopf zu vernebeln, damit Sie dann doch den Partner anraunzen, doch wieder zur Schokolade oder Zigarette greifen, oder den Sonntag doch lieber auf der Couch verbringen anstatt beim Sport.

Sind Sie bereit für ein Experiment? Ich verspreche Ihnen, Ihr Gremlin wird es hassen und sich vielleicht jetzt schon bemerkbar machen, indem er in Ihnen ein Gefühl des Widerstandes auslöst. Wenn Ihr Gremlin Sie den Artikel bis hierher hat lesen lassen und Ihnen jetzt erzählt, dass es völlig ausreichend ist, das folgende Experiment nur schnell durchzulesen, anstatt es tatsächlich zu machen, dann hat er gewonnen. Dann hat er die Macht über Sie und nicht umgekehrt. Ich lade Sie daher ein, sich 10 Minuten Zeit zu nehmen und das folgende Experiment tatsächlich einmal schriftlich durchzuführen, auch wenn sich Ihr Gremlin windet wie ein Aal.


EXPERIMENT:
Bevor Sie weiterlesen, organisieren Sie sich bitte ein Blatt Papier und einen Stift und legen beides vor sich hin. Schreiben Sie die Antworten auf alle folgenden Fragen auf. Gehen Sie immer erst dann zum nächsten Schritt, wenn Sie eine Frage komplett beantwortet haben. Wenn Sie sich darauf einlassen, könnte dieses Experiment Ihr Leben verändern und Ihnen sehr viel neue Klarheit bringen.

Schritt 1: Wen mögen Sie nicht?
Denken Sie zunächst einmal an 5 Personen, die Sie definitiv nicht mögen. Es können Personen sein, die Sie persönlich kennen (Ihr Nachbar, Kollege oder der Besserwisser aus Ihrem Sportverein), oder auch Leute, die Sie nicht persönlich kennen, wie z. B. Filmstars, Politiker etc. Es kann sich auch um Personen aus der Geschichte handeln, die Dinge gesagt oder getan haben, die Sie absolut verachten. Es ist nicht entscheidend, ob die Personen noch leben oder nicht. Schreiben Sie die Namen der 5 Personen jetzt auf Ihr Blatt Papier untereinander und lassen Sie dazwischen jeweils einige Zeilen Platz. Wenn sie den vollständigen Namen einer Person nicht kennen, ist das nicht weiter tragisch. Schreiben Sie den Teil auf, den Sie kennen (das kann auch „Postbote“ oder „Mann von der Würstchenbude“ sein).

Schritt 2: Definieren Sie die Charaktereigenschaften
Schreiben Sie nun hinter den jeweiligen Namen die Charaktereigenschaften dieser Person. Seien Sie so spezifisch wie möglich und schreiben Sie ganze Sätze. Schreiben Sie die Eigenschaften auf, die Sie an der jeweiligen Person wirklich hassen und verachten. Nehmen Sie sich Zeit. Erlauben Sie Ihrem Gremlin nicht, husch-di-busch nur schnell 2Wörtchen hinzukritzeln, die Sie womöglich später gar nicht mehr entziffern können. Ihr Gremlin ist sehr clever, wenn er Sie dazu überreden kann.

Schritt 3: Finden Sie das Muster
Gehen Sie nun die Liste vor sich durch und schreiben Sie in einem neuen Absatz die Eigenschaften auf, die sich wiederholen und die Sie absolut hassen und respektlos finden.

Schritt 4: Frage 1
Beantworten Sie folgende Frage:
Warum denken Sie, drücken diese Personen so leicht Ihre roten Knöpfe?

Schritt 5: Frage 2
Schauen Sie sich die Liste aus Schritt 3 nun noch einmal in Ruhe an. Lesen Sie jede Eigenschaft noch einmal bewusst durch. Ich möchte Ihnen nun eine Frage stellen, die Ihr Gremlin auf‘s Äußerste hassen wird. Er wird vielleicht versuchen vom Stuhl aufzuspringen und das Papier zu zerreißen. Geben Sie dem nicht nach. Lassen Sie die folgende Frage einfach kurz sacken.

Was, wenn die Eigenschaften, die Sie soeben herausgefiltert haben, der direkte Weg in Ihre eigene Unterwelt ist?

Was, wenn dies genau die Eigenschaften Ihrer eigenen Unterwelt sind, Ihres eigenen Gremlins?

In der Unterwelt ist die Bewusstheit völlig ausgeschalten. Was, wenn diese Qualitäten, die Sie aufgeschrieben haben, eine ziemlich klare Beschreibung Ihrer verleugneten Schatten-Eigenschaften sind, die Ihr Leben untergraben?

Einige Leser mögen jetzt denken „Ohje, das wäre echt schlecht“. Doch selbst die Einteilung in gut und schlecht ist Teil der Unterwelt. Deswegen gibt es eine Unterwelt. In Ihrer Unterwelt bestimmt Ihr Gremlin, wer gut ist und wer schlecht ist. Und wenn jemand schlecht ist, oder etwas nicht richtig macht, hat der Gremlin die Lizenz anzugreifen. So einfach ist das Spiel.

Eine andere Möglichkeit ist, Ihre Schattenseite wertzuschätzen. Sie haben jetzt womöglich zum ersten Mal eine genauere Beschreibung Ihrer Unterwelt in der Hand. Mit der neuen Bewusstheit über Ihre Schattenseite, haben Sie endlich einen Ansatzpunkt, Ihren Gremlin an die Leine zu nehmen und ihn nicht mehr unbewusst Ihr Leben manipulieren zu lassen.

Schritt 6: Betrachten Sie Ihr Leben
Schauen Sie sich die Schatten-Eigenschaften noch einmal genau an. Blicken Sie nun auf Ihr Leben zurück und schreiben Sie einige Beispiele von Situationen mit anderen Menschen auf, in denen Ihr Gremlin diese Eigenschaften ausgespielt hat. Wie war es zu Weihnachten mit der Familie? Wir war es heute im Büro mit dem Kollegen? Wann und wie hat Ihr Gremlin Ihre Vorhaben und Vorsätze manipuliert? Wenn Sie sich dabei traurig oder wütend fühlen, ist das absolut angemessen. Es ist schmerzhaft zu erkennen, wie der Gremlin das eigene Leben unbewusst manipuliert hat. Erkennen Sie ihn. Entlarven Sie ihn.

Schritt 7: Nehmen Sie Ihren Gremlin an die Leine
Um Ihren Gremlin an die Leine zu nehmen, braucht es ein bißchen Übung. Es ist hilfreich, dass Sie sich die Liste mit Ihren Schatteneigenschaften an einen Ort hängen, wo Sie sie jeden Tag sehen und mindestens einmal durchlesen können (z. B. gleich morgens am Badezimmerspiegel). Sie werden erstaunt sein, wie clever der Gremlin ist und versuchen wird, Ihnen das auszureden bzw. Sie vergessen machen will, dass Sie eine Schattenseite haben. Machen Sie sich diese Eigenschaften immer wieder bewusst.

Wenn Ihr Gremlin dann das nächste Mal einen Streit oder eine Diskussion mit dem Partner anzetteln will, sagen Sie zu ihm einfach „SITZ!“ wie zu einem Hund. Das mag sich lustig anhören, wirkt aber garantiert. Geben Sie ihm stattdessen interessantere Aufgaben (*). Benutzen Sie ihn, um endlich einmal die Garage auszumisten, im Internet etwas ausfindig zu machen, oder den Vorstandsvorsitzenden Ihrer Firma anzusprechen, mit dem Sie gerade im Fahrstuhl stehen, um ihm endlich einmal von Ihrer großartigen Idee zu erzählen. Wenn Sie meinen, etwas nicht zu können, Ihr Gremlin kann es garantiert, denn der kennt keine Grenzen. Geben Sie ihm bewusst sinnvolle Aufgaben und rationieren Sie vor allem seine physische Kost. Ihr Gremlin ißt gerne viel Schokolade? Okay, dann bekommt er die, aber immer nur am Samstag. SIE geben den Fütterungsplan vor, nicht er.

Falls es mit dem Vorsatz für dieses Jahr im ersten Versuch nicht geklappt hat, dann lade ich Sie ein, es jetzt noch einmal zu probieren und Ihrem Gremlin zu sagen „SITZ!“. Oder wie wäre es, wenn Sie ihm die sinnvolle Aufgabe geben herauszufinden, wie Sie Ihren Vorsatz noch effektiver umsetzen können? Ihm wird garantiert etwas einfallen. Sollte er übrigens versuchen Sie zu überreden, mit dem Vorsatz wieder bis zum 1.1. nächsten Jahres zu warten, hat er Sie in der Hand und manipuliert sie weiterhin.

Zum Abschluss noch eine Herzensangelegenheit:
Deklarieren Sie Ihr Zuhause und Ihre Partnerschaft zur Gremlin-freien Zone. Führen Sie Ihren Gremlin woanders Gassi und lassen Sie ihn nicht die Liebe, Vertrautheit und Intimität mit Ihrem Partner zerstören.

Herzliche Grüße,
Ihre Nicola Nagel



(*) Wenn Sie mehr über den Gremlin erfahren möchten, empfehle ich Ihnen das Buch: „Die Kraft des bewussten Fühlens“ von Clinton Callahan.


• www.viva-essenza.com •

Dienstag, 13. Dezember 2011

Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Sie haben mehr als nur einen Körper…

Die Weihnachtszeit ist ja in ihrem Ursprung eine besinnliche Zeit. Da liegt es nahe, die moderne Konsum-Weihnacht einmal in den Hintergrund treten zu lassen und eine besinnliche, philosophische Frage zu stellen. Die Frage, die ich Ihnen heute stellen möchte, habe ich von dem deutschen Philosophen Richard David Precht geliehen und sie lautet: „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“

Haben Sie sich diese Frage gelegentlich schon einmal gestellt: „Wer bin ich eigentlich?“ Wer sind Sie, wenn Sie sich einmal aus den Griffen der modernen Gesellschaft befreien und sich nicht über das Haus, das Auto, den Job und die Familie definieren oder darüber, wie teuer die Weihnachtsgeschenke sind, die Sie einkaufen? Wer sind Sie dann in Ihrem Kern?

Die Antwort, die ich oftmals höre lautet zunächst: „…???...“ und nach einiger Zeit des Überlegens: „Naja, wenn ich mich nicht über das definiere, was ich tue oder habe, dann bin ich in erster Linie mein Körper.“ Aha. Und sonst? Die zweite Antwort lautet oft „Nun ja, ich habe auch einen Verstand“. Okay, und abgesehen davon? … Dann ist meist Sendepause.

Wie wäre es für Sie zu wissen, dass Sie nicht nur einen, sondern insgesamt 4 Körper haben? Ohohohohoh… da geht es schon los. Da höre ich schon einige sagen „WAS?“ oder „WIE?“ Doch damit sind wir auf einem prima Weg, denn schon stellt sich der ein oder andere die Frage „Wenn ich nicht nur mein physischer Körper bin, wer bin ich denn dann noch?“ Lassen Sie uns genau damit beginnen und einmal gemeinsam schauen, welche 4 unterschiedlichen Körper es gibt?

1. Der physische Körper:
Dies ist der offensichtlich bekannteste Körper. Er hat unter anderem Knochen, Muskeln, Sehnen, Organe und nutzt die 5 Sinne. Die Nahrung für den physischen Körper besteht aus Lebensmitteln, Flüssigkeit, Luft und Bewegung. Der physische Körper kann zudem - wie jeder der 4 Körper - Schmerz oder Ektase empfinden. Physischen Schmerz erleben Sie z. B. wenn Sie sich mit dem Hammer auf den Daumen hauen, wenn Ihnen übel oder schwindelig ist, das Licht zu grell oder die Musik zu laut ist. Physische Ekstase hingegen beinhaltet z. B. das Schlürfen eines cremigen Cappucinos in der Sonne, Tanzen, Bergsteigen, Yoga, Singen und ja, auch Orgasmus.

2. Der intellektuelle Körper:
Der zweite ist der intellektuelle Körper. Dies ist der Verstand mit seinen Gedanken, Ideen, Meinungen, Erwartungen und Glaubenssätzen. Auch dieser braucht Nahrung und kann Schmerz oder Ekstase empfinden. Intellektuelle Nahrung besteht unter anderem aus Büchern, Wissen, Gesprächen, einem Theaterbesuch oder Ideen und Plänen. Intellektueller Schmerz tritt auf, wenn Sie z. B. verwirrt sind, Ihr Portemonnaie nicht finden, nicht wissen, welcher Tag heute ist, oder einfach keine Lösung für ein Problem finden. Intellektuelle Ekstase stellt sich hingegen ein, wenn Sie – wie es meiner Mutter einmal passierte – Ihr Portemonnaie mit den Einkäufen im Kühlschrank wiederfinden, sich erinnern, welcher Tag heute ist oder die Lösung für ein Problem finden.

3. Der emotionale Körper:
Dieser Körper ist das Herz mit seinen Gefühlen (derer es nur 4 gibt: Wut, Traurigkeit, Freude und Angst). Die Nahrung, die dieser Körper braucht besteht z. B. darin, die Gefühle klar und authentisch mit jemandem auszutauschen, sich aufrichtig mitzuteilen und gehört zu werden. Emotionaler Schmerz tritt auf, wenn Gefühle unterdrückt, geleugnet oder vermischt werden. Emotionale Ekstase erleben Sie hingegen, wenn Sie Ihre Gefühle ungehindert mitteilen können und gehört werden, sowie die Energie und Information, die hinter den vier Gefühlen steckt, klar und verantwortlich nutzen.

4. Der energetische Körper:
Der vierte Körper ist der sogenannte energetische Körper. Es ist unser Sein, das Präsenz und Vision hat, sowie Zugang zur Vorstellungskraft. Auch dieser Körper braucht Nahrung, die z. B. darin besteht, sich in Gegenwart von geheiligten Artefakten oder an besonders kraftvollen Orten aufzuhalten. Auch eine bestimmte Art Stress, bei der Sie sich erst einer Sache verpflichten, bevor Sie wissen, wie es geht, nährt den energetischen Körper. Energetischer Schmerz tritt ein, wenn Sie sich z. B. ein Gefängnis aus Gründen erschaffen, um Ihrer Bestimmung nicht folgen zu müssen. Er beinhaltet auch armselige Führung, mangelnde Vision, Existenzangst, oder der Eindruck, auf dem falschen Weg zu sein. Energetische Ekstase hingegen erleben Sie zum Beispiel, wenn Sie Ihrer Bestimmung folgen, Sie präsent und in Kontakt mit jemandem sind, oder Sie „im Fluss“ mit dem Universum sind.

Was denken Sie, welcher der 4 Körper ist in unserer Gesellschaft am meisten ausgeprägt? Ganz genau, der intellektuelle Körper. Schon von klein auf wird uns eingetrichtert, dass es wichtig ist, möglichst viel zu wissen und Antworten parat zu haben. In der Schule, im Studium und auch später im Job stopfen wir immer mehr Wissen in uns hinein, sodass unser intellektueller Körper fett genährt ist, wie die Made, die sich im Speck suhlt.

Der physische Körper ist auch noch ein wenig genährt, denn schließlich essen die meisten von uns regelmäßig und Sport macht der ein oder andere auch.

Wie sieht es jedoch mit dem emotionalen und energetischen Körper aus? Nun, diese beiden Körper sind in unserer modernen Gesellschaft regelrecht verkümmert und verhungert. Es besteht somit ein massives Ungleichgewicht zwischen den 4 Körpern, sodass wir nicht in Balance und in unserer vollen Kraft sind.

Lassen Sie uns den Aspekt der 4 Körper noch etwas weiter ausdehnen. In der besinnlichen Weihnachtszeit geht es oft um das Thema Beziehung; die Beziehung zum Partner, zur Familie, zu Freunden und Verwandten. Wie viele Menschen malen sich aus, dass sie zur Weihnachtszeit einfach in schöner Beziehung mit ihren Lieben verbunden sind, doch dann bitter erkennen, dass die Beziehung irgendwie nicht so toll, authentisch, erfüllend und innig ist, obwohl sie die andere Person doch lieben?

Das liegt daran, dass Beziehungen nicht aus Mangel an Liebe sondern aus Mangel an Intimität sterben. Lassen Sie das einmal sacken:

Beziehungen sterben nicht aus Mangel an Liebe.
Beziehungen sterben aus Mangel an Intimität.

Um eine Beziehung aufrecht zu erhalten, ist es wichtig Intimität zu leben und zwar in allen 4 Körpern. So wie es 4 Körper gibt, gibt es auch 4 unterschiedliche Arten von Intimität. Diese Unterscheidung ermöglicht Ihnen, auf eine völlig neue Art und Weise Ihre Beziehungen zu nähren.

1. Physische Intimität:
Diese beinhaltet z. B. gemeinsam singen, tanzen, kochen, Geschirr spülen, gärtnern, Schlittenfahren, Händchen halten, spazieren gehen, den Weihnachtsbaum schmücken, einen Schneemann bauen, Skifahren, die Haare des anderen kämmen oder die Zähne des anderen putzen, ein gemeinsamer Saunabesuch, sich gegenseitig massieren und Sex.

2. Intellektuelle Intimität:
Diese Art Intimität beinhaltet miteinander reden, diskutieren, der gemeinsame Besuch eines Theaters, eines Museums, der Oper, eines Workshops, Geschichten erzählen und Bücher vorlesen oder auch Spiele spielen.

3. Emotionale Intimität:
Dazu gehört Verletzlichkeit, Offenheit, tiefes Zuhören, Wärme, Mitgefühl, Leidenschaft, der offene, vertrauensvolle Austausch der vier Gefühle („Ich fühle mich wütend, ängstlich, traurig, froh, weil…“), Feingefühl, die authentische, aufrichtige Kommunikation „ohne Maske“ (d. h. ohne die Vorgabe des Egos, gut aussehen zu müssen).

4. Energetische Intimität:
Diese Art Intimität beinhaltet z. B. mit jemandem zu SEIN, präsent und in Kontakt zu sein, gemeinsam meditieren und Rituale abzuhalten (Partnerschafts-Rituale, ein spezielles Weihnachtsritual, Meditationsritual etc.), in Gemeinschaft sein (ohne die Absicht, jemanden verändern zu wollen), Einssein, gemeinsame Entwicklung, sich in der Geschwindigkeit der Liebe bewegen.

Wenn der Intimität in einer Beziehung kein Raum geben wird, dann bricht die Beziehung auseinander oder bleibt nur an der Oberfläche. Sicher hat jede Beziehung ihre Art der Intimität. Mit ihrem Partner tauschen Sie zum Beispiel andere physische Intimität aus, als mit Ihrer besten Freundin oder Ihrem besten Freund. Eine Beziehung kann jedoch nur dann über das oberflächliche Maß hinausgehen, wenn sie regelmäßig in den verschiedenen Bereichen genährt wird. Gerade in einer Partnerschaft ist es entscheidend, idealerweise alle 4 (mindestens jedoch 2) Arten von Intimität bewusst zu leben. Würde die Partnerschaft zum Beispiel nur auf physischer Intimität beruhen, so wäre die Beziehung langfristig nicht stabil und würde irgendwann zerbrechen, weil die anderen 3 Körper nicht genährt werden.

Ich möchte Sie nun gerne zu folgendem Experiment einladen:

Experiment: Bringen Sie Ihre Beziehung auf eine neue Ebene
Es ist ein riskantes, vielleicht sogar gefährliches Experiment, denn Ihr Ego wird eventuell auf die Barrikaden gehen. Wenn Sie einmal auf Ihre Beziehungen schauen, zu wem würden Sie Ihre Beziehung gerne verbessern? Mit wem haben Sie eine Beziehung, die an der Oberfläche vor sich hin dümpelt, von der Sie sich aber tatsächlich wünschen, sie auf eine tiefere Ebene zu bringen? Haben Sie eine Person? (Ich ermutige Sie, jemanden zu nehmen, den Sie in den nächsten Tagen tatsächlich auch physisch sehen und nicht Ihren Großonkel aus Südamerika, den Sie zuletzt vor 15 Jahren getroffen haben).

Jetzt lade ich Sie ein, ein Blatt Papier zunehmen und dieses durch das Aufzeichnen zweier Linien in 4 Quadranten aufzuteilen. Beschriften Sie die Quadranten jeweils mit physischer, intellektueller, emotionaler und energetischer Intimität. Nun schreiben Sie auf, welcher der 4 Bereiche genährt wird. Schreiben Sie in den jeweiligen Quadranten, was genau Sie mit der Person austauschen (z. B. physisch: gemeinsam Tennisspielen, Joggen, intellektuell: Diskussion über Bergsport, emotional: ---, energetisch: ---)

Schauen Sie nun, welcher Bereich nicht genährt ist und dazu führt, dass die Beziehung nur an der Oberfläche bleibt. Um eines gleich vorweg zu nehmen: Es liegt nicht nur an der anderen Person, dass die Beziehung oberflächlich bleibt. Wenn Ihr Verstand jetzt gerade das Argument auffährt, dass der andere sich nicht öffnet und sich nicht verletzlich zeigt, dann ist die Person in Wahrheit nur ein Spiegel für Sie. Stellen Sie sich also in dem Fall die Frage, wo Sie nicht offen und verletzlich sind. Sobald Sie etwas verändern, verändert sich Ihr Umfeld automatisch.

Überlegen Sie nun anhand der oben genannten Beispiele, welche Art Intimität angemessen wäre und Sie hinzufügen könnten, um die Beziehung auf eine neue Ebene zu bringen. Vielleicht könnte ein gefährliches Experiment für Sie darin bestehen, der Person einmal offen Ihre Gefühle mitzuteilen und sich verletzlich zu zeigen („Ich fühle mich wütend, ängstlich, traurig, froh, weil…).

Lassen Sie sich bei diesem Experiment nicht von Ihrem Ego (Ihrer Box) täuschen. Wenn Sie den Mangel an Intimität in Ihrer Beziehung zu der Person ausfindig gemacht haben, spüren Sie vielleicht Angst, dieses neue Terrain zu betreten. Das Ego wird womöglich mit diversen Gründen und Ausreden aufwarten, warum es besser ist, dieses Experiment doch nicht zu machen. Ich lade Sie ein, der Angst zu vertrauen. Fangen Sie mit kleinen Intimitäts-Experimenten an. Sie werden erstaunt sein, wie bereits kleine Schritte, eine Beziehung auf eine neue Ebene bringen können.

Ich habe zum Beispiel folgendes erlebt: Zur Weihnachtszeit saß ich in einer Runde, in der das Gespräch sehr oberflächlich lief. Es ging ausschließlich darum, welcher Nachbar welche Krankheit hatte, welcher Kollege Probleme machte und wie das Wetter in den Bergen war. Ich dachte nach relativ kurzer Zeit, ich sei im falschen Film. Ich saß dort mit Menschen, die ich mochte, die ich nicht gerade häufig sah und es wurde oberflächliches Geplänkel ausgetauscht. Ich spürte, wie ich wütend wurde und dachte: „Mmmh… dafür ist mir meine Zeit wirklich zu schade.“ Der klassische Ausweg wäre gewesen, aufzustehen, sich zu verabschieden und etwas anderes zu machen. Doch das wäre nur der sichere, ungefährliche Weg für mein Ego gewesen. Stattdessen entschied ich mich für das obige Experiment.

Ich hatte Angst, denn es bedeutete, dass ich zuerst das Gespräch in eine neue Richtung steuern musste. Ich musste als erste in unbekanntes Gebiet gehen. Also gab ich mir einen Ruck und sagte: „Ich bin froh, mit Euch hier zu sein und gleichzeitig bin ich traurig, weil wir uns so selten sehen und ich mit Euch gerne über ganz andere Dinge sprechen würde. Zum Beispiel würde ich gerne mit Euch teilen, was mich gerade beschäftigt und würde gerne hören, wie es Euch im Herzen geht.“ Zack-Bumm. Es kehrte diese klassische Stille ein, in der man eine Stecknadel fallen hört und jeder versucht, einfach weiter zu atmen. Intimität ist für das Ego gefährlich, denn Intimität bedeutet, dass Sie die andere Person hinter Ihre Maske blicken lassen. Also machte ich wieder den Anfang. Ich erzählte, was mich beschäftigte, gab Gefühle und Verletzlichkeit von mir Preis und auf einmal klinkten sich alle anderen 3 Freunde ein. Es wurde eine sehr berührende Konversation, in der es plötzlich um die Träume und Wünsche jedes einzelnen ging, darüber, was jedem Sorgen machte oder auch Freude bereitete, welche Vision jeder hatte und was ihn oder sie begeisterte. Dieses Gespräch gewann so an Dynamik, dass wir bis spät in die Nacht am Tisch saßen und hinterher alle übereinstimmten, dass sie schon lange nicht mehr ein so bereicherndes Gespräch geführt hatten. Es war spürbar, das ein neues Vertrauen und eine tiefere Beziehung zwischen uns entstanden war.

Es lohnt sich also, über den eigenen Schatten zu springen. Warten Sie nicht länger darauf, dass die Beziehung zu einer Person, die Ihnen am Herzen liegt, sich vielleicht irgendwann bessern wird. Sie wissen nun etwas über die 4 Körper und die 4 Arten von Intimität. Sie haben den Schlüssel in der Hand und können ihn jederzeit anwenden (nicht nur zur Weihnachtszeit).

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine möglichkeitsreiche Weihnachtszeit und besinnliche Stunden in aufrichtiger Beziehung.

Herzlichst,
Ihre Nicola Nagel


Nicola Nagel ist Possibility Management Trainerin aus Berufung und bietet außergewöhnliche Trainings an, in denen die Teilnehmer in einem geschützten Raum nachhaltig ihr Potenzial entfalten können.


www.viva-essenza.com