Mittwoch, 15. März 2017

Auf dem Weg zu außergewöhnlicher Beziehung: Die magische Wirkung von Wertschätzung



Langsam erwachen draußen die ersten Schneeglöckchen, die in der Natur den aufblühenden Frühling als nächste Jahreszeit ankündigen. Wie wäre es, wenn Du in Deiner Beziehung ebenfalls fruchtbare Samen säst, die schon nach kurzer Zeit auf magische Weise Deine Beziehung aufblühen lassen?

Dann lass uns mit einer gefährlichen Frage starten: Wann hast Du Deinen Partner/Deine Partnerin zuletzt aufrichtig wertgeschätzt?

Nach einem zumeist magischen und nährenden Start einer Beziehung vergessen viele Paare immer wieder, dass Beziehung ein fortwährender, bewusster Akt nicht-linearen Erschaffens ist. Stattdessen sitzen sie einer gängigen Gefahr auf, die auf dem Beziehungsweg lauert: der Gewohnheit. Gewohnheit kann ein wesentlicher Faktor sein, wenn eine Beziehung nicht erfüllend, sondern eher langweilig und konfliktgeladen ist. Meist ist es die Gewohnheit, die auf der ungeprüften Annahme basiert, dass man den Partner schon kenne und wisse, wer er ist und wie er reagiert. Die Sache ist jedoch die: Sobald Du morgens aufwachst und meinst, Deinen Partner zu kennen, ist die Beziehung tot. Dann bist Du nicht mehr präsent und aufmerksam. Genau das ist der Punkt, wenn Nähe und Intimität stagnieren und die Beziehung zu einer gewöhnlichen Beziehung mit Diskussionen, Konflikten und niederem Drama (das Täter-Retter-Opfer-Spiel) werden kann.

Es gibt viele verschiedene Aspekte, die zu gewöhnlicher Beziehung beitragen. Ein entscheidender Aspekt dabei ist jedoch fehlende Wertschätzung und zwar fehlende Wertschätzung des Partners und der Beziehung. In der modernen Gesellschaft liegt der Fokus zumeist auf dem Haben und Tun, also dem, was eine Person hat (getreu dem Motto „mein Haus, mein Auto, meine Yacht“) und das, was sie tut (welche Position sie beispielsweise im Job bekleidet, oder welches Ehrenamt sie ausführt). Dieser Fokus wirkt sich in Beziehungen oftmals dahingehend aus, dass der ein oder andere meint, er/sie müsste etwas tun oder haben, um dem anderen zu gefallen oder die Beziehung lebendig zu halten. Es werden beispielsweise Blumen gekauft, Geschenke gemacht, in der Wohnung etwas repariert, ein neuer Fernseher gekauft, für den anderen gekocht, etc. Doch über das Tun und Haben werden weder die Beziehung noch die Partner genährt. Nahrung in einer Beziehung entsteht u. a. über die Rückbesinnung auf das, was in der modernen Gesellschaft abhanden gekommen ist: die Wertschätzung der Seins-Qualitäten.

Wenn ein Mensch in seinem Sein wertgeschätzt wird, fühlt er sich gesehen und kann aufhören sich über das Tun oder Haben zu definieren. Doch wie funktioniert Wertschätzung des Seins?

Wie funktioniert aufrichtige Wertschätzung?
Wertschätzung des Seins fokussiert darauf, wie eine Person in ihrem Wesen tatsächlich ist. Es geht also nicht darum zu sagen „Du hast ein schickes Hemd an“, „Du hast schöne Augen“, oder „Mir gefällt Dein neuer Haarschnitt“. Es geht vielmehr darum, die Person, die Dir gegenüber sitzt oder steht in ihrem Wesen wertzuschätzen.

Dazu nimmst Du eine offene Körperhaltung ein (keine verschränkten Arme oder Beine), schaust der Person gegenüber direkt in die Augen und lässt Deine 100%ige Aufmerksamkeit auf ihr ruhen. Dann beginnst Du, die Seins-Qualitäten der Person in ihren Augen zu lesen. Du schaust also durch die Maske des Tuns und Habens hindurch und wertschätzt die Person für das, was sie tatsächlich IST.



Wenn Dein Partner beispielsweise ein schönes Essen gekocht hat, schätze ihn für seine Seins-Qualität anstatt für das Tun, indem Du sagst: „Danke für Deine liebevolle Fürsorge. Du bist so aufmerksam.“ Das ist etwas völlig anderes, als zu sagen „Wow, Du hast aber toll gekocht“. Spürst Du den Unterschied? Hier ein anderes Beispiel: Wenn Du mit Deiner Partnerin einen ruhigen Abend angedacht hast, ihr bei Deiner Heimkehr eröffnest, dass noch spontan Freunde vorbei kommen und sie sagt: „Okay!“, dann könntest Du sie wertschätzen indem Du sagst: „Danke für Deine Flexibilität. Du bist so offen und gelassen.“ Dies sind wohlgemerkt Beispielsätze. Wichtig ist, dass Du die jeweiligen Seins-Eigenschaften des anderen in dem Moment tatsächlich siehst.

Was macht Dein Gegenüber tatsächlich aus? Warum bist Du mit ihm/ihr in Beziehung? Schau genau in die Augen. Ein Teil von Dir findet das möglicherweise beängstigend und sagt „Ich sehe da nichts. Ich kann das nicht.“ Bleib dran. Schau genau hin und vertraue den Impulsen, die Du bekommst, während du versuchst die Seins-Eigenschaften in den Augen der andern Person zu lesen. 

Wertschätzung muss nicht lange dauern, wirkt jedoch wie Magie, wenn Du sie jeden Tag einsetzt. Ein wertschätzender Satz dauert 10 Sekunden. Natürlich kannst Du Dir auch mehr Zeit nehmen und Dein Gegenüber z. B. 3 Minuten lang wertschätzen. Dann könntest Du noch ganz andere Seins-Facetten entdecken und vielleicht sogar ein wenig poetische Bilder als Beschreibung verwenden: „Ich schätze Deine Achtsamkeit, mit der Du unseren Beziehungsraum ausfüllst. Du bist ein achtsamer, kraftvoller Krieger, der bereit ist, voranzugehen und Grenzen zu setzen, wenn sie notwendig sind. Ich schätze Deinen Mut und Deine Verpflichtung…“ oder „Du bist wie ein Feuerwerk voller bunter Farben. Ich schätze Deine Kreativität und Begeisterung, mit der Du Dich dem Projekt widmest.“

Jede aufrichtige Wertschätzung ist wie eine Liebeserklärung und ist sehr heilsam, wirksam und verbindend, sowohl für denjenigen, der Wertschätzung bekommt, als auch für denjenigen, der Wertschätzung gibt. Darüber hinaus stärkt die Wertschätzung von Seins-Qualitäten zweier Menschen in Beziehung auch die Beziehung an sich. Wertschätzung ist auch für die Beziehung nährend und heilsam. Wenn Du eine Person wertschätzt fühlt sie sich gesehen und automatisch bestätigt für das, was sie mit ihren Qualitäten in die Beziehung einbringt. Viele Menschen strengen sich in Beziehung unglaublich an und tun etwas, um Aufmerksamkeit zu bekommen. In der modernen Gesellschaft scheint ein unglaublicher Mangel an Aufmerksamkeit zu herrschen. Wertschätzung der Seins-Qualitäten fokussiert auf das, was eine Person in ihrem Wesen IST und sie erhält in dem Moment 100% Deiner Aufmerksamkeit, was ebenfalls Verbindung schafft. Wenn Du Wertschätzung wieder zu Deiner täglichen Praxis machst, werden diese Samen sehr bald Früchte tragen.

Fallen auf dem Weg zur Wertschätzung!
Wenn Du die Absicht hast, Wertschätzung wieder zu praktizieren, um Deine Beziehung auf magische Art und Weise aufblühen zu lassen, ist es hilfreich, einige Fallen zu kennen:

1.    Die Lob-Falle: Wie bereits kurz erwähnt, wird Wertschätzung häufig verwechselt mit Lob. Mit Lob ist der ein oder andere zwar noch vertraut, doch gibt es einen großen Unterschied zwischen Lob und Wertschätzung. Lobes-Sätze wie „Das hast Du super gemacht“ begrenzen sich wieder auf das, was eine Person tut. Es geht beim Loben nicht um die eigentlichen Sein-Eigenschaften der anderen Person. Zudem dient Lob oftmals der unbewussten, subtilen Manipulation. Wenn Du beispielsweise jemandem sagst „Das hast Du toll gemacht“, was ist dann Deine eigentliche Botschaft? Die eigentliche Botschaft lautet womöglich: „Ich möchte dass Du das in Zukunft weiter tust.“ Sei wachsam. Widme Dich der Wertschätzung.

2.    Die Kontinuitäts-Falle: Vielleicht nimmst Du Dir vor, Deinen Partner ab sofort wieder bewusst wertzuschätzen, doch schon nach kurzer Zeit vergisst Du es wieder. Schaffe Dir einen Erinnerungsfaktor, den Du jeden Tag mehrmals siehst. Ein W für Wertschätzung auf einem Zettel, ein Punkt, den Du auf Deine Hand malst, oder was auch immer. Um die Gewohnheit des Nicht-Wertschätzens aufzubrechen, ist es notwendig, diszipliniert jeden Tag Wertschätzung zu geben. Du kannst übrigens nicht nur in einer Paar-Beziehung Wertschätzung üben, sondern gleichermaßen in Beziehungen zu Freunden, Kollegen oder sogar in der Begegnung mit der Verkäuferin in der Bäckerei (die z. B. sehr sorgfältig das Brot einpackt. Danke ihr einfach für ihre Sorgfalt).

Die Kontinuitätsfalle kann sich auch einschleichen, wenn Dein Partner die Wertschätzung zunächst scheinbar nicht annehmen kann. Es gibt Menschen, für die ist es extrem ungewohnt, in ihrem Sein gesehen zu werden, sodass sie versuchen, die Wertschätzung zunächst einmal abzublocken. Bleib trotzdem dran. Wertschätze weiter die Seins-Eigenschaften. Irgendwann wird auch der härteste Brocken die Wertschätzung rein lassen.

3.    Die Jäger-und Sammler-Falle: Vielleicht hast Du schon einmal gehört, dass Frauen aus einem Urinstinkt heraus eher die Sammlerinnen und Männer eher die Jäger sind. Das Sammlerinnen-Gen der Frauen hat früher beinhaltet, dass die Frau auf einer großen Wiese voller leckerer Kräuter und Pilze genau den einen Pilz sehen konnte, der den Stamm damals vergiftet hätte. Dieses Gen tragen die Frauen immer noch in sich. Auf die moderne Zeit übertragen bedeutet das, dass die Frau heutzutage genau den einen Aspekt findet, den der Mann in der Beziehung ihrer Meinung nach NICHT richtig gemacht hat. Für die Frauen geht es also darum, genau davon abzurücken und den Mann für die wunderbaren Seins-Eigenschaften wertzuschätzen, die ihn ausmachen und die sich auch in der Beziehung zeigen, anstatt ihm den einen unglücklichen Punkt vorzuhalten.

Bei Männern ist das Verhalten aufgrund des Jäger-Gens etwas anders gelagert. Früher war es entscheidend, sich als Jäger im Wald auf das eine Stück Wild zu konzentrieren und keine Ablenkung durch Kräuter und Pilze zuzulassen. Auf die moderne Zeit übertragen bedeutet das, dass Männer sich gerne auf nur eine Sache konzentrieren und alles andere um sich herum in dem Moment vergessen. Die Herausforderung besteht für die Männer also darin, Wertschätzung als ein „wichtiges Projekt“ in den Alltag aufzunehmen, damit sie nicht zwischen all den anderen wichtigen Einzelprojekten die Wertschätzung vergessen.

Letztendlich aber braucht es Deine Verpflichtung, die Wertschätzung der Seins-Qualitäten wieder in Deinen Alltag zu integrieren. Beziehung ist wie gesagt ein fortwährender, bewusster Akt nicht-linearen Erschaffens. Es mag am Anfang mühsam sein, doch wenn Du dran bleibst und Deinen Partner oder die Menschen in Deinem Umfeld immer wieder aufrichtig wertschätzt, wirst Du feststellen, wie Deine Beziehungen auf magische Art und Weise aufblühen.

Viel Freude beim Experimentieren.

Wertschätzende Grüße,
Nicola Nagel



 
P. S. Die grundlegenden Fertigkeiten, um außergewöhnliche Beziehung zu erschaffen kannst Du übrigens in den sogenannten Expand The Box Trainings und Possibility Laboratorien erlernen und erfahren. Ein echtes Erlebnis! Mehr dazu finden Sie auf:http://www.viva-essenza.com/66/privattraining/expand-the-box-training 




GIB DEINEM LEBEN EINE NEUE RICHTUNG!
www.viva-essenza.com

Dienstag, 14. Februar 2017

NEXT CULTURE WORK: Organisationen im Wandel - Erwartungen und Konzepte blockieren Kreativität



Eine Bewegung, die derzeit weltweit immer mehr Fahrt aufnimmt, nennt sich „New Work“, die neue Art zu arbeiten. Viele Firmen haben mittlerweile erkannt, dass die bisherige Vorgehensweise von traditioneller Hierarchie, Kontrolle, Leistungsdruck, Konkurrenz und Ausbeutung der Ressourcen die Menschen und die Erde in den Abgrund treibt und eine Veränderung dringend notwendig ist.

Beispiele für Unternehmen, die den Weg des Wandels bereits eingeschlagen haben, gibt es in Hülle und Fülle, z. B.: Farbenwerke Wunsiedel GmbH (Deutschland), Semco S/A (Brasilien), Cocomin AG (Deutschland), W. L. Gore & Associates (Deutschland), Vollmer & Scheffzcyk GmbH (Deutschland), Gravity Payments (USA), Allsafe Jungfalk GmbH & Co. KG (Deutschland), RWD Schlatter AG (Schweiz), Sparda Bank eG (Deutschland), um nur einige wenige zu nennen.

Um einen Wandel oder gar eine grundlegende Transformation einer Organisation zu bewerkstelligen, ist es jedoch entscheidend, sich von bekannten Konzepten und Erwartungen zu verabschieden. Das wiederum fällt vielen Mitarbeitern und Geschäftsführern nicht leicht, denn es bedeutet, sich auf komplett neues, unbekanntes Terrain zu begeben. In der Vergangenheit wurden Veränderungen in Firmen oftmals anhand neuer Management-Konzepte top down veranlasst. Mittlerweile greifen jedoch diese starren Konzepte nicht mehr. Vielmehr geht es darum, das neue Terrain selbst zu erforschen und einen gangbaren, nachhaltigen Weg zu finden, der den Mitarbeitern, der Firma und der Erde dient.

Wandel ohne wissenschaftliche Beweise
Das Schwierige daran ist der Mangel an wissenschaftlichen Beweisen. Auf die vielfach gestellte Frage „Ja ist es denn wissenschaftlich belegt, dass die Veränderung funktionieren wird?“ oder „Hat das auch ein bekannter Management-Berater gesagt?“ lautet die simple Antwort „Nein“. Spätestens bei dieser Antwort springen die ersten Unternehmen bereits vom Veränderungszug wieder ab, denn es ist in unsere Zellen wie eingebrannt, sich lieber auf alt bekanntes oder wissenschaftlich bewiesenes zu verlassen, als mutig ins Unbekannte zu marschieren. Nicht selten ertönen daher aus Angst und aus einem Schutzmechanismus heraus Worte wie „So ein neumodischer Quatsch. Das kann doch gar nicht gehen. Sie können in jedem Management Buch nachlesen, dass ein Unternehmen anders funktioniert.“ Ja, richtig. In allen bekannten BWL und sonstigen Wirtschaftsbüchern wird beschrieben, wie Unternehmenskultur im alten hierarischen und profitorientierten Sinne funktioniert. Das ist nicht gut und nicht schlecht und hat in der Vergangenheit viele wertvolle Anhaltspunkte gegeben. Fakt ist jedoch, dass in der heutigen, schnell-lebigen Zeit, in der mehr und mehr Mitarbeiter am Anschlag sind und mit Burnout und anderen psychosomatischen oder physischen Krankheiten ausfallen, bisher dagewesene Konzepte nicht mehr greifen. Die Komplexität in Unternehmen ist wahnsinnig groß. Nicht nur aufgrund von komplexen Prozessabläufen, sondern maßgeblich aufgrund der Menschen, die in den Organisationen arbeiten. „Diese Komplexität lässt sich nicht beherrschen. Am allerwenigsten mit simplen Konzepten.“ (Dirk Osmetz, Team Musterbrecher)
Die Firmen, die eine ganz neue Richtung einschlagen, sind Pioniere, Edgeworker, Musterbrecher, Vorreiter, vielleicht sogar (R)Evolutionäre. Sie gehen Wege, die sich für die meisten Manager, Geschäftsführer und Aufsichtsräte wie ein apokalyptischer Business Alptraum anhören: Freie Arbeitszeiten- und orte, transparente Gehälter, freie, verantwortliche Wahl von Aufgaben, Gemeinschaftsentscheidungen anstatt Vorgesetzten-Entscheidungen, Vertrauen statt Kontrolle, Ermächtigung des Einzelnen und des Teams anstatt top down Regularien, die Firma als lebendiger Organismus anstatt traditionelle Hierarchie, usw.

 Manche Organisationen sind so anders, dass es sie im Grunde gar nicht geben dürfte, denn sie widersprechen so ziemlich allem, was in den Management Lehrbüchern steht…“ (Stefan Kaduk, Team Musterbrecher).

Was diese Firmen gemein haben ist, dass sie bereit waren, Erwartungen und Konzepte die sie an Unternehmensführung und -entwicklung hatten, loszulassen. Selbst wenn ein Unternehmen bereit ist, eine grundlegende Veränderung im Sinne von „New Work“ anzugehen, ist die Gefahr dennoch groß, dass sich Erwartungen einschleichen, z. B. in Bezug darauf, wie schnell oder in welcher Form die Veränderung zu erfolgen hat. Hilfreich ist es da, Erwartungen und das Festhalten an Konzepten immer wieder zu adressieren, indem hinterfragt wird, woher die Erwartung kommt.

Aufgrund des bisherigen Konkurrenzdenkens, das in der modernen Gesellschaft bereits im Schulalter in die Kinder gepflanzt und durch die Ausbildung und das Studium hindurch weiter gefördert wird, sind die meisten Mitarbeiter in Unternehmen mit Erwartungen an sich selbst oder von außen sehr vertraut. Erwartungen, die durch bisherige Managementkonzepte beispielsweise genährt wurden, sind folgende:

  • Ein Mitarbeiter hat zu tun, was der Vorgesetzte sagt.
  • Der Mitarbeiter darf nur in dem Rahmen agieren, wie es in seiner Stellenbeschreibung festgelegt ist.
  • Je höher die eigene Position, desto höher das Ansehen.
  • Über Gehälter wird geschwiegen.
  • Ein Mitarbeiter gehört einer Abteilung an.
  • Der Geschäftsführer/der Vorgesetzte entscheidet.
  • Mitarbeiter müssen hierarchisch geführt werden.
  • Die Leistung eines Mitarbeiters muss idealerweise immer 100% oder mehr sein.
  • etc.

Welche Erwartungen haben Sie an sich selbst oder die Firma, in der Sie arbeiten? Es lohnt sich, die eigenen (oftmals unausgesprochenen) Erwartungen an sich selbst, andere Menschen oder die Firma einmal aufzuschreiben. Je mehr Erwartungen Sie haben, desto mehr leben Sie in Konzepten, wie die Dinge zu sein haben. Wenn sich dann Umstände oder Situationen verändern, die nicht Ihren Erwartungen entsprechen, was machen Sie dann ergo? Sie versuchen, die neue Situation zu bekämpfen und das Altbekannte wieder zu etablieren, damit Ihre Welt der Konzepte weiterhin Daseinsberechtigung hat. Erwartungen killen in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess Kreativität und Miteinander. Da wo Erwartungen sind, können neue, ungewöhnliche, nichtlineare und unkonventionelle Ideen nicht keimen. Doch genau jene Ideen sind notwendig, um eine neue, gesunde Art des Arbeitens zu ermöglichen.

Erwartungen auflösen
Die Sache ist die: Erwartungen sind prädestiniert dafür enttäuscht zu werden. Insbesondere in Zeiten schneller und tiefgreifender Veränderungsprozesse ist es daher hilfreich, sich von Erwartungen zu verabschieden bzw. sie bewusst zurück zu nehmen. Sind Sie beispielsweise Geschäftsführer eines Unternehmens und Sie haben die (möglicherweise auch unbewusste) Erwartung, immer alles wissen und entscheiden zu müssen, so spüren Sie einmal in sich hinein, ob Sie bereit wären, diese Erwartung aufzulösen. Falls ja, könnten Sie beispielsweise aus Ihrem Innersten heraus deklarieren „Ich nehme jetzt und für immer die Erwartung von mir zurück, dass ich alles wissen und entscheiden muss.“ Denn eines steht fest: wenn Sie einen völlig neuen Weg einschlagen wollen, ist es notwendig, dass Sie im Nichtwissen stehen können.

Spüren Sie hingegen, dass andere diese Erwartung an Sie haben, und dass Sie sich aufgrund dessen Druck gemacht haben, könnten Sie gleichermaßen bewusst deklarieren „Ich gebe jetzt und für immer die Erwartung an XY zurück, dass ich jederzeit alles wissen und entscheiden können muss.“

Dieses Prozedere hört sich möglicherweise fast zu simple an, doch probieren Sie es selbst einmal aus. Die Wirkung ist erstaunlich. Wichtig ist dabei, dass Sie die Rücknahme der Erwartung nicht mit dem Kopf entscheiden. Auf der rein intellektuellen Ebene funktioniert das nicht. Es funktioniert nur, wenn Sie innerlich bereit und überzeugt sind, eine Erwartung zurück zu nehmen.

Angst ist notwendig für Veränderung
Mit der Rücknahme von Erwartungen geht ein weiterer, entscheidender Aspekt einher, der in der Business Welt mehr oder weniger Tabu ist. Der Aspekt ist: ANGST! Und zwar bewusste, verantwortliche Angst. Erwartungen aufzulösen, als Konsequenz im Nichtwissen zu stehen und aus dem heraus ein neues, unbekanntes Gebiet zu betreten, erzeugt Angst. Angst ist jedoch in unserer Gesellschaft keine gute Eigenschaft eines kompetenten Mitarbeiters oder Managers. In der herkömmlichen Sicht ist Angst – wie die anderen Gefühle Wut, Traurigkeit und Freude auch – nicht okay. Angst wird beispielsweise als blockierend, lähmend, unprofessionell und schwach betitelt. Wenn Sie Angst haben, sind Sie nach alter Sicht nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen, geschweige denn voranzugehen oder kreativ zu sein.

Lassen Sie uns daher eine neue Annahme treffen und die Perspektive wechseln: Gefühle sind neutrale Energie und Information, die uns dienen. Gefühle sind kein Design Fehler des Universums. Gefühle sind nicht schlecht. Vielmehr dienen Sie uns als inneres Navigationssystem, das uns zielsicher durchs Leben leitet. Wie könnte Ihnen Angst unter dieser Annahme professionell dienen? Nun, die Angst könnten Sie nutzen, um kreative Lösungen zu finden, Risiken abzuschätzen, wach und präsent zu sein und unbekannte Wege auszuprobieren. Angst ist Angst, nur das. Sie ist weder gut noch schlecht. Sie brauchen die Angst. Da Gefühle jedoch im Business Alltag weitestgehend unterdrückt werden und versucht wird, neue Wege rein mit dem logischen Verstand zu erforschen, kann es zunächst eine Herausforderung sein, sich die eigene Angst auf dem Weg ins Unbekannte wieder bewusst einzugestehen und sie anschließend verantwortlich und konstruktiv zu nutzen.
Denken Sie, dass die bisherigen oben genannten Pioniere und Edgeworker keine Angst vor den evolutionären Veränderungen hatten, die aus Sicht der gewöhnliche Business-Welt auf völlig verrückten, nicht praktikablen Ideen basierten? Denken Sie, Ricardo Semler, der Inhaber von Semco S/A hatte keine Angst, als er völlig freie Arbeitszeiten einführte, ohne zu wissen, was passiert? Anstatt sich von der Angst blockieren zu lassen, hat er jedoch jegliche Konzepte, von „wie etwas zu funktionieren hat“ über Bord geworfen:
“Es ist völlig verrückt, diese Idee, dass die Menschen immer noch so fixiert darauf sind, wie etwas gemacht wird. Bei uns sagt keiner: ‘Du bist fünf Minuten zu spät’ oder ‘warum geht dieser Fabrikarbeiter schon wieder aufs Klo?’ [...] Wenn Du dich bei Semco im Büro umsiehst, sind da immer jede Menge leere Plätze. Die Frage ist: Wo sind diese Leute? Ich hab nicht die leiseste Idee und es interessiert mich auch nicht. Es interessiert mich in dem Sinne nicht, dass ich nicht sicherstellen möchte, dass meine Mitarbeiter zur Arbeit kommen und der Firma eine bestimmte Anzahl Stunden pro Tag geben. Wer braucht eine bestimmte Anzahl Stunden pro Tag? Wir brauchen Leute, die ein bestimmtes Ergebnis abliefern. Mit vier Stunden, acht Stunden oder zwölf Stunden im Büro – sonntags kommen und montags zu Hause bleiben. Es ist irrelevant für mich”, erklärt Semler seltsam einleuchtend. (Quelle: http://www.sein.de, Autor David Rotter)

(Mehr zum Thema Gefühle als Navigationssystem im Business Alltag finden Sie im Buch „Edgeworker – Leadership war gestern, es ist Zeit für die Führungs-(R)Evolution“ von Nicola Nagel und Patrizia Servidio)

Angst gehört zum Veränderungsprozess dazu. Je mehr Konzepte, Konstrukte, Glaubenssätze und Erwartungen Sie fallen lassen, desto größer scheint im ersten Moment die Angst zu werden. Die Angst, für verrückt erklärt zu werden, für nicht zurechnungsfähig und letztendlich die Angst, nicht mehr dazu zu gehören. Bei anderen löst eine tiefgreifende Veränderung hin zu einer neuen Art des Arbeitens möglicherweise die Angst aus, Sicherheit und Stabilität zu verlieren. Ein Mitarbeiter sagte einmal „Ich habe Angst, dass die Firma zugrunde geht.“ Ja, genau! Eine Firma geht bei solch einem Wandlungsprozess in der Form zugrunde, als dass die bisherige Firma mit alten, überholten Denkweisen, mit Konzepten, Erwartungen und vermeintlichen Sicherheiten aufbricht. Altes, Gewohntes und möglicherweise Bequemes zurück zu lassen kann sich zunächst einmal anfühlen wie Sterben. Ein Teil stirbt, geht zugrunde. Was letztendlich jedoch dahinter steckt, ist: „Ich habe Angst, dass ich mich selbst verändern muss und nichts mehr so ist, wie früher.“ Und genau darum geht es. Auf dem Weg der Transformation hin zu einer neuen Art des miteinander Arbeitens geht es um den Menschen, darum, dass jeder Einzelne bereit ist, sich zu verändern und sich über seine Verhaltensweisen bewusst zu werden. Dabei ist nicht die Geschwindigkeit entscheidend. Entscheidend ist der Mensch. Es geht nicht darum, von heute auf morgen alles Bekannte über Bord zu schmeißen. Es geht darum, die Notwendigkeit zu erkennen, dann den Weg der Veränderung Schritt für Schritt mit dem Team zu gehen und dabei dem Prozess zu vertrauen.

Was letztendlich dabei heraus kommen kann, wenn die Mitarbeiter mit an Bord sind? Ein Unternehmen, in dem eine neue Art des Arbeitens möglich ist, die Mitarbeiter lebendig und inspiriert sind, sich kreativ einbringen, neue Ideen haben, selbstverantwortlich agieren und eine neue Art von Miteinander Sein entsteht, zum höchsten Wohle aller und der Erde. Sind Sie bereit den Schritt ins Unbekannte zu wagen?

(Autorin: Nicola Nagel)


 EMPOWERING PEOPLE - FACILITATING CHANGE!
www.viva-essenza.com

Montag, 16. Januar 2017

Wie gestaltest Du Dein Leben? - Über die Kraft der Deklaration



Ein Phänomen zum Jahreswechsel ist, dass viele Menschen sich vornehmen, etwas zu verändern oder ihr Leben anders zu gestalten. Gute Vorsätze und Wünsche werden zuhauf in das Universum geschickt und zunächst ist bei den meisten auch die noble und aufrichtige Absicht vorhanden diese zu verfolgen. Umso erstaunlicher ist es, dass vor allem die vielen guten Vorsätze nach ein, zwei, drei Wochen schon wieder über Bord geworfen werden. Gründe und Einflussfaktoren gibt es dafür viele. Einer der entscheidenden Faktoren ist dabei jedoch die fehlende Kenntnis über die Kraft der Deklaration. 

Wir deklarieren fortwährend, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein. Wenn wir deklarieren, dann setzen wir fest, wie die Dinge für uns sind. Wir sagen „So ist es!“. Mit Hilfe von Deklarationen gestalten wir unser Leben, denn jede Deklaration formt eine Geschichte, die eine bestimmte Absicht verfolgt und in unserem Leben wirkt. Die Absicht kann dabei entweder verantwortlich oder unverantwortlich sein, Dir Kraft geben oder Dir Kraft entziehen, Dich mit Menschen verbinden oder trennen, Dein Leben leichter oder schwieriger gestalten. 

Im Leben passieren fortwährend Dinge. Wir machen verschiedene Erfahrungen, treffen unterschiedliche Menschen, arbeiten möglicherweise in Firmen, reisen, etc. Die Krux dabei ist: egal, was passiert, wir können die Dinge nicht neutral belassen. Wir sind großartige Geschichtenmacher und geben den Dingen gerne eine Bedeutung bzw. interpretieren sie nach unserer Sichtweise. Wenn Du beispielsweise mit dem Zug fahren willst und der Zug Dir am Bahnhof genau vor der Nase wegfährt, dann wirst Du wahrscheinlich nicht neutral sagen: „Der Zug ist abgefahren.“ Dein Verstand ist eine blitzschnelle, bedeutungsgebende Maschine und wird sofort Beweise für eine hieb- und stichfeste Geschichte finden, die Du dann deklarierst. Eine unverantwortliche Deklaration könnte beispielsweise lauten: „Verdammt. Ich bin ein Idiot. Jetzt bin ich zu spät. Ich bin nicht früh genug von zuhause losgelaufen.“ Schon bist Du in dem unverantwortlichen Modus, der dich eventuell genervt sein lässt und Dir Energie raubt. Eine Alternative wäre, eine Geschichte zu deklarieren, die eine andere, verantwortliche Absicht hat und Dir mehr Kraft gibt. Diese könnte beispielsweise wie folgt lauten: „Oh, der Zug ist weg. Das ist direktes Feedback vom Universum. Danke, dass ich eine Lehrstunde in Sachen Pünktlichkeit und Kreativität bekomme. Mal sehen, welche interessanten Möglichkeiten ich jetzt habe?“

Insbesondere im zwischenmenschlichen Bereich wird die unterschiedliche Wirkungsweise von Deklaration deutlich. Wenn Dein Partner, einer Deiner Freunde  oder Dein Chef beispielsweise schlecht gelaunt ist und etwas patzig reagiert, kannst Du unterschiedliche Geschichten deklarieren. Ein Teil in Dir – der unverantwortliche Gremlin Anteil bzw. Dein innerer genervter Schweinehund - deklariert möglicherweise folgendes: „Wie ist er/sie denn wieder drauf? Meine Güte, der/die ist ja wieder nicht zum Aushalten. Ich kann das nicht ertragen. Der /Die ist wirklich nervig.“ Das Resultat dieser Deklaration wird sein, dass Du möglicherweise ebenfalls pampig reagierst, Dich zurück ziehst, Groll aufbaust und dadurch eine gewisse Distanz bzw. Trennung in der Beziehung oder Freundschaft entsteht. Deklarierst Du hingegen bewusst etwas anderes, kannst Du trotzdem in Deiner Kraft und mit der Person in Verbindung bleiben: „Er/sie ist ein temperamentvoller Mensch. Ich schätze die vielfältigen Facetten an ihr/ihm. Im Herzen ist er/sie ein feiner Mensch. Heute ist er/sie möglicherweise etwas müde und überarbeitet.“

Deklarieren hat dabei nichts mit positivem Denken zu tun. Es hat vielmehr damit zu tun, ob Du bewusst deklarierst, Dir also Deiner Absicht bewusst bist (verantwortliche oder unverantwortliche Absicht) und eine entsprechende Empfindung dazu im Körper hast.

Deklarieren mit IST-Kleber
Wir deklarieren, indem wir bestimmte Hilfswörter verwenden, um unsere Geschichten zusammen zu kleben. Diese Hilfswörter können als sogenannter Ist-Kleber bezeichnet werden. IST-Kleber erscheint in Form beliebiger folgender Konjugationen, die mit dem Wort IST/SEIN verwandt sind, beispielsweise: ist, sind, bin, war, waren, hat, habe(n), hatte(n), hätte(n), muss, musste(n), müssen, will, wollen, wollte(n), wird, werde(n), würde(n), kann, können, konnte(n), soll, sollen, sollte, etc. sowie die entsprechenden Verneinungsformen (ist nicht, bin nicht, etc.).

Hier einige Beispiele für Deklarationen mit Ist-Kleber: Mein Chef IST ein Depp! Das IST unmöglich! Ich KANN das NICHT tun! Ich BIN erschöpft! Das Wetter IST schrecklich! Das IST ein wundervoller Tag! Wir SIND ein tolles Team!

Wichtig ist zu wissen, dass Du für jede Geschichte, die Du deklarierst, zig Beweise finden kannst, egal, ob Du eine Geschichte mit einer bewussten, verantwortlichen Absicht deklarierst, oder eine Geschichte mit einer unbewussten, unverantwortlichen Absicht. Du kannst über ein und dieselbe Sache oder Person, völlig gegenteilige Geschichten deklarieren und wirst für jede Variante sofort Beweise finden. Versuche es direkt einmal:

Experiment 1: Unterschiedliche Deklarationen benutzen
Sieh Dich um und wähle einen Gegenstand der vor Dir liegt, z. B. einen Kugelschreiber. Deklariere nun die erste Geschichte über diesen Stift, z. B. „Dieser Stift ist total hässlich. Schau ihn Dir an. Er ist alt, und dieses Retro Design ist ein Witz, denn er ist alles andere als modern. Ich sollte ihn nicht mehr nutzen.“ Dann wechsle die Perspektive und deklariere etwas völlig anderes über den gleichen Kugelschreiber: “Ha! Hast Du den Stift gesehen? Der ist erstaunlich. Er ist perfekt, um damit zu schreiben, denn er hat diesen griffigen Teil hier für die Finger. Und das Design ist wirklich außergewöhnlich. Der Designer hat einen Sinn für Tradition und hat den Stift in altem Stil erfunden. Endlich mal ein Kugelschreiber, der Spaß macht.“ Wähle dann weitere Objekte und übe ein wenig, indem Du unterschiedliche Deklarationen triffst. Beobachte dabei, was die unterschiedlichen Deklarationen mit Deiner Stimmung und Deiner Energie machen. Welche geben Dir mehr Kraft?

Sobald wir Beweise gesammelt haben (und das macht der Verstand meist in Lichtgeschwindigkeit), identifizieren wir uns mit der deklarierten Geschichte, als würden wir einen hautengen Overall tragen, der sich nicht mehr von unserem Körper unterscheiden lässt. Wir werden regelrecht zu der deklarierten Geschichte und glauben sie auch noch.

Wie sieht es nun aus, wenn Du gute Vorsätze für das neue Jahr gefasst hast, z. B. „Ich werde mehr Sport machen“ oder „Ich werde mir mehr Zeit für die Familie nehmen“? Was häufig mit guten Vorsätzen oder Wünschen passiert ist, dass sie durch anders lautende, unbewusste Deklarationen untergraben werden und Dich letztendlich aufgeben lassen. Sehr bekannte Deklarationen sind in diesem Zusammenhang:

·         Ich kann das nicht!
·         Ich habe keine Zeit!
·         Mir ist das zu viel!
·         Ich kann ja eh nichts ändern!
·         Der/Die ist ein Idiot!

Mit dieser Art unverantwortlicher Deklaration kreierst Du sogenanntes niederes Drama, d. h. Du erzeugst eine Opfergeschichte, die Dich als Opfer der Umstände charakterisiert. Das ist die üblichste Geschichte in unserer Gesellschaft und nicht gut und nicht schlecht. Diese Art Deklaration produziert einfach nur Resultate in Deinem Leben, die Du möglicherweise nicht möchtest. Wenn Du jedoch eine verantwortliche Geschichte durch Deklaration erzeugst, veränderst Du die Absicht und wechselst dadurch vom Opfer-Modus hin zum Schöpfer-Modus, der besagt: Du hast das Geschehen herbeigeführt! Du selbst bist die Ursache. Das mag zunächst nicht fair erscheinen. Radikale Verantwortung ist nicht fair. Dafür erhältst Du durch die neue Haltung kraftvolle, neue Möglichkeiten.

Experiment 2:
Schreibe einmal auf, welche unverantwortlichen Deklarationen Du in Bezug auf Deine Vorsätze, Dein Leben, Deine Beziehungen hast. Was deklarierst Du über Dich, über andere Menschen? Wo deklarierst Du Geschichten, die Dir Kraft entziehen?


Um etwas anderes in Deinem Leben zu erschaffen und auch Deine guten Vorsätze und Wünsche in die Realität umzusetzen, ist es notwendig, dass Du Deine alten, unverantwortlichen Deklarationen auseinander nimmst und neue, verantwortliche Deklarationen verwendest, die Dir Kraft geben. Bei den gerade genannten Sätzen könnte das beispielsweise wie folgt lauten:

·         Ich kann um Hilfe bitten
·         Ich bin eine Zeitmacherin / ein Zeitmacher und entscheide, für was ich Zeit mache
·         Ich kann mir Entspannungszeiten kreieren
·         Ich bin eine Möglichkeiten-Erschafferin
·         Der/Die ist wie er ist. Ich kann dafür Dinge ändern

Experiment 3:
Nimm nun die Sätze, die Du aufgelistet hast, auseinander. Die Konjugationen sind nur Ist-Kleber und wenn Du diese löscht, hast Du auf der einen Seite beispielsweise nur noch „Ich“ und „das nicht“ oder „Ich“ und auf der anderen Seite „keine Zeit“. Da Dir die alten Deklarationen keine Kraft gegeben haben, behalte im konkreten Beispiel nun ausschließlich das „Ich“ und lege  den anderen Satzteil zur Seite. Nun erlaube Dir, erfinderisch zu sein und deklariere eine völlig neue Geschichte. Wichtig ist dabei, dass es kein utopischer oder alberner Satz wird, denn das wäre Dein Gremlin bei dem Versuch das Experiment zu zerstören. Es sollte vielmehr ein Satz sein, der Dir Kraft gibt. du kannst in Deinem Körper direkt spüren, ob Dir die neue Deklaration mehr Kraft gibt. Wie könnte eine neue Deklaration für Dich lauten? 


Sobald Du einen neuen, kraftvollen Satz deklariert hast, steige einmal in diese Geschichte hinein, indem Du Dir vorstellst, Du würdest sie wie einen Overall anziehen. Fühl Dich in die Geschichte rein. Gibt sie Dir Kraft? Möchtest Du diese Deklaration gerne behalten?

Hier noch einmal eine kurze Übersicht über die unterschiedliche Wirkungsweise von unverantwortlichem, unbewussten Deklarieren und verantwortlichem, bewussten Deklarieren.


Unverantwortliche Deklaration
Verantwortliche Deklaration
Entzieht Dir Kraft
Gibt Dir Kraft
Trennt Dich von Menschen
Verbindet Dich mit Menschen
Unbewusst
Bewusst
Schränkt Dich ein
Gibt Dir neue Möglichkeiten
Erzeugt sog. niederes Drama
Erzeugt sog. Hohes Drama
Du bist Opfer der Umstände
Du führst das Geschehene herbei
Vermiest Dir die Laune
Lässt Dich beschwingt vorwärts gehen
Lässt Dich aufgeben
Lässt Dich weiter probieren

Du bestimmst mit Hilfe der Art Deiner Deklaration selbst, was in diesem Moment möglich ist. Um gute Vorsätze und Wünsche in die Realität umzusetzen, ist es notwendig, Dir in jedem Moment (jetzt… und jetzt… und jetzt…) darüber bewusst zu sein, welche Deklarationen und damit Geschichte Du in Dir hältst. Die Welt ist reich an Beweisen, daher kannst Du zu allem irgendeine Geschichte erfinden und diese deklarieren. Es geht dabei nicht um gut oder schlecht. Es geht um verantwortliches oder unverantwortliches Kreieren.

Abschließend würde ich gerne noch eine berührende, wahre Geschichte mit Dir teilen, die die Kraft der Deklaration deutlich macht. Sie handelt von Thomas Edison, dem genialen Erfinder. 

Eines Tages kam Thomas Edison von der Schule nach Hause und gab seiner Mutter einen Brief. Er sagte ihr: "Mein Lehrer hat mir diesen Brief gegeben und sagte mir, ich solle ihn nur meiner Mutter zu lesen geben." Die Mutter hatte die Augen voller Tränen, als sie dem Kind laut vorlas: "Ihr Sohn ist ein Genie. Diese Schule ist zu klein für ihn und hat keine Lehrer, die gut genug sind, ihn zu unterrichten. Bitte unterrichten Sie ihn selbst."

Viele Jahre nach dem Tod der Mutter, Edison war inzwischen einer der größten Erfinder des Jahrhunderts, durchsuchte er eines Tages alte Familiensachen. Plötzlich stieß er in einer Schreibtischschublade auf ein zusammengefaltetes Blatt Papier. Er nahm es und öffnete es. Auf dem Blatt stand geschrieben: "Ihr Sohn ist geistig behindert. Wir wollen ihn nicht mehr in unserer Schule haben."

Edison weinte stundenlang und dann schrieb er in sein Tagebuch: "Thomas Alva Edison war ein geistig behindertes Kind. Durch eine heldenhafte Mutter wurde er zum größten Genie des Jahrhunderts." Da Edisons Mutter das Wesen ihres Sohnes wirklich gesehen und erkannt hat, konnte er das Beste hervorbringen, was in ihm war. In der Schule hätte er sich nicht so entwickeln können.

Bist Du bereit, die Kraft der Deklaration für Dein Leben zu nutzen?

Herzlich Grüße,
Nicola Nagel

P. S. Die grundlegenden Fertigkeiten, um kraftvoll deklarieren zu können und voll präsent in Deine Kraft zu kommen, kannst Du übrigens in den sogenannten Expand The Box Trainings und Possibility Laboratorien erlernen und erfahren. Ein echtes Erlebnis! Mehr dazu finden Sie auf: http://www.viva-essenza.com/66/privattraining/expand-the-box-training