Donnerstag, 16. Oktober 2014

Der Phönix Effekt - Kreieren aus dem Nichtwissen heraus



Heute ist so ein Tag, an dem ich nicht weiß, über was ich eigentlich schreiben soll. Ich weiß es einfach nicht. Ich könnte über alles und nichts schreiben, doch es kommt kein klarer Impuls für ein Thema. Gleichzeitig habe ich mich verpflichtet, meinen Lesern monatlich neue Möglichkeiten in Form eines Artikels zur Verfügung zu stellen. Was nun? Vielleicht ist ja genau das DAS Thema, im Nichtwissen zu stehen.

Kennen Sie das, dass Sie manchmal einfach keine Ahnung haben? Wie geht es Ihnen damit? Können Sie gut im Nichtwissen stehen, oder suchen Sie eher sofort nach einer Lösung oder einem bekannten Konzept, das Sie hoffentlich anwenden können? In der modernen westlichen Gesellschaft wird uns eingetrichtert, dass wir immer alles wissen müssen. Wir müssen für jedes Problem eine Lösung finden, Antworten parat haben und mit Fachwissen im Job brillieren. Wir sind darin trainiert, ständig etwas zu tun und maßgeblich unseren Verstand zu gebrauchen und diesen unser Leben steuern zu lassen. Wir sind geübt darin, immer mehr Wissen anzuhäufen. Es beginnt bereits in der Schule, geht in der Ausbildung und im Studium weiter, hört auch im Job nicht auf und die Medien wie Fernsehen, Radio und Internet tun ihr übriges dazu. Wissen, wissen, wissen. „Wissen ist Macht“ heißt ein Sprichwort. Wen wundert es da, dass eine Fehlverkabelung in unserem Gehirn installiert ist, die heißt „Wenn ich etwas nicht weiß, ist das schlecht“ oder „Wenn ich etwas nicht weiß, bin ich nicht professionell“ oder – sinnbildlich gesprochen - „Wenn ich etwas nicht weiß, sterbe ich“.

Kürzlich war ich auf einer mehrtägigen Veranstaltung, bei der es um nachhaltige Wege für die planetare Zukunft ging. Für dieses Event gab es einen Ablaufplan, auf dem genau stand, an welchem Tag zu welcher Uhrzeit welche Aktivitäten oder Zusammenkünfte der Teilnehmer stattfanden. Am Anfang einen Plan zu haben, war im konkreten Fall zunächst einmal sinnvoll, um der Veranstaltung überhaupt eine Struktur zu geben. Doch wenn mehrere Pioniere, Revolutionäre und Visionäre zusammenkommen, kann ein starres Festhalten an einem Plan sehr schnell nach hinten los gehen. Nachdem eine schöne, riesige Plakatwand entstanden war, an der Post-It Zettel klebten, auf denen die Workshop Angebote für einen weiteren Tag standen, trug es sich zu, dass jemand über Nacht in geheimer Mission die Zettel abgemacht und dazu benutzt hatte quer über die Plakatwand den Satz zu kleben „We don’t know“.

Es war sehr spannend die Reaktionen der Teilnehmer und Organisatoren zu beobachten, als sie morgens den Raum betraten. Einige waren komplett entspannt und fühlten sich sichtlich wohl damit, während andere völlig irritiert – ja fast schon wütend - anfingen zu versuchen herauszufinden, wer es denn gewagt hatte den „Plan“ zu zerstören und ihre Zettel wegzunehmen. Es gibt sogar Menschen, die heute noch wissen wollen, wer es denn nun damals war. Dabei ist das völlig egal. Die Aktion hat dazu geführt, dass sich die Veranstaltung aus eben diesem Nichtwissen heraus auf einer völlig anderen Ebene weiter entwickeln konnte. Nur das zählt.

Wir sind es so sehr gewohnt, einen Plan, ein Konzept, eine Strategie zu haben und Dinge unter Kontrolle zu halten. Schließlich müssen wir doch WISSEN, wo es hin geht, was wir tun müssen, oder wie etwas aussehen wird. Fakt ist jedoch, wenn Sie das anwenden, was Sie immer schon wussten, können Sie auch immer nur die gleichen Resultate erzielen, die Sie immer schon erzielt haben. Möchten Sie also etwas Neues im Leben kreieren, könnte es notwendig sein, altes Wissen über Bord zu werfen und sich dem Chaos des Nichtwissens hinzugeben. Ein neuer Phoenix kann bekanntermaßen erst entstehen, wenn der alte Phoenix in Flammen aufgegangen ist. Ein neuer Phoenix kann nur aus der Asche entstehen, aus dem NICHTS.

Wir sehen uns öfter dem Nichtwissen gegenüber, als wir meinen. Da die wenigsten jedoch damit vertraut sind, im Nichtwissen zu stehen, überkleben wir selbiges gerne mit Glaubenssätzen. Anstatt mutig einen Schritt in das Nichtwissen zu machen und authentisch zu sagen „Ich weiß es nicht“ lautet die Antwort oftmals „Ich glaube, dass…“ oder „Ich habe gehört, dass…“ Glaubenssätze sind Pflaster über den Löchern in unserer Weltsicht, wo wir nicht wissen. Pläne und Glaubenssätze bilden somit eine gewisse Sicherheit.

Doch vielleicht kennen Sie das Zitat „Life is what happens to you while you are busy making other plans“ von John Lennon. Leben ist das, was passiert, während Du damit beschäftigt bist, andere Pläne zu machen. Das Leben rennt sozusagen an Ihnen vorbei und Sie verpassen es, wenn Sie versuchen verschiedene Lebensbereiche durchzuplanen, sei es Ihr Job, Ihre Beziehung, Ihre Vision. Der Versuch Dinge zu planen, schränkt Ihre Kreativität, Inspiration und Ihr Leben insgesamt ein. Und vor allem hindert das Planen Sie daran, überhaupt loszugehen und Dinge auszuprobieren. Wenn Ihr Leben nach einem Plan verlaufen und „sicher“ sein muss, dann kann das Leben vorrangig nur linear sein: Sie werden geboren, gehen zur Schule, machen vielleicht eine Ausbildung, haben einen allgemein gültigen Job, der auch auf dem Formular des Finanzamtes Gültigkeit hat, verdienen im Job Geld, heiraten, bekommen Kinder, gehen irgendwann in Rente und sterben dann letztendlich. Das ist der lineare Lebensplan.

Eigentlich sind wir Menschen jedoch dazu entworfen, zu fliegen, im Nichtwissen zu stehen, kreativ zu sein und voller Inspiration neue Wege zu gehen. Sie könnten z. B. einen neuen Job erfinden, der nicht auf dem Formular des Finanzamtes steht, der Sie aber erfüllt. Die Fehlverkabelung in unserem Gehirn, dass Nicht-Wissen gleich „Gefahr“ oder „Tod“ bedeutet, geht einher mit einer zweiten Fehlverkabelung in Bezug auf Angst. Prüfen Sie einmal kurz, welche Verkabelung Sie bezüglich des Wortes Angst in Ihrem Kopf haben und ergänzen Sie „Angst ist….“. Vielleicht ist es eine Definition wie „Angst ist schlecht“ oder „Angst ist zu vermeiden“ oder „Angst ist blockierend bzw. lähmend“. Egal, welche Definition Sie mit Angst verknüpft  haben, Fakt ist, dass Sie mit einer solchen Definition dem Nicht-Wissen nur ungern begegnen werden, denn Nichtwissen impliziert Angst. Angst, weil Sie Wege gehen, die Sie vorher noch nicht gegangen sind. Die Definition „Angst ist lähmend bzw. schlecht“ wird Sie somit davon abhalten sich überhaupt in eine Situation zu begeben, in der Sie keine Ahnung haben, wie es geht. Sollten Sie dennoch in eine Solche Situation geraten, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie sich an altbekannten Konzepten und Strategien festklammern werden und versuchen, diese so zu verbiegen und anzuwenden, um sich irgendwie „sicher“ zu fühlen. Dieser Effekt wird erst recht eintreten, wenn es möglicherweise sogar chaotisch wird. Sie werden versuchen, irgendwie Herr der Lage zu werden.

Stellen Sie sich vor, 3 Personen fallen in ein Loch ohne Boden (also ins Nicht-Wissen). Mit der Verkabelung „Angst ist schlecht“ könnte das dazu gehörige Bild ungefähr so aussehen:



Mit der oben genannten Fehlverkabelung sind Sie in einer Situation, in der Sie nicht wissen, wie es geht, hilflos, blockiert, gelähmt und verkrampft.

Entgegen der gängigen Meinung, dass Angst nach Möglichkeit zu vermeiden ist, ist Angst jedoch – wie andere Gefühle auch – ein wertvolles Gefühl, dass uns durch das Leben navigiert. Sie brauchen die Angst. Angst ist weder schlecht, noch ein Design-Fehler im menschlichen Körper. Entscheidend ist somit, die Angst tatsächlich dienlich zu verkabeln. Wie würde die kraftvolle Verkabelung lauten? Angst ist….? Richtig: ANGST IST ANGST! Nur das. ANGST IST ANGST. Ohne weitere Bedeutung. Angst ist einfach ein wichtiges Gefühl, das Ihnen z. B. zeigt, dass Sie Neuland betreten, oder nicht wissen wie es geht. Wenn es okay für Sie ist, Angst zu haben, dann können Sie auch im Nichtwissen stehen und sich dabei entspannen. Unsere 3 Personen, die in ein bodenloses Loch des Nichtwissens fallen und für die Angst okay ist, würden dann so aussehen:


Wie gesagt, Angst ist ein wunderbarer Gefühls-Indikator, der Ihnen unter anderem sagt, dass Sie neues Gebiet betreten. Hier ein Beispiel: Neulich sollte eine Mitarbeiterin einer Geschäftsführerin Feedback geben, was nicht funktioniert. Die Mitarbeiterin wusste nicht, wie das gehen sollte, schließlich war sie doch in der Hierarchie weiter unten und sie hatte große Angst davor, dieses Experiment zu wagen. Es lag weit über ihrer Angst-Schwelle und weit außerhalb ihrer Komfortzone. Sie entschied sich letztendlich, der Angst zu vertrauen und den Schritt ins Nichtwissen zu wagen. Sie fing also einfach an zu sprechen und gab klares, kritisches Feedback, ohne zu wissen, wie es ging, wie es ankommen oder was als nächstes passieren würde. Das Resultat war, dass die Geschäftsführerin sehr dankbar über das Feedback war und die Mitarbeiterin hinterher treffend feststellte „Toll, mein Kopf ist ja noch dran. Ich lebe noch. Und es tat gar nicht weh.“

Vielleicht haben Sie auch eine Vision, wie z. B. die Struktur Ihres Unternehmens in Zukunft aussehen könnte, haben aber keine Ahnung, wie Sie dahin kommen können. Prima, beste Voraussetzungen!!! Erzählen sie genau das zwei, drei Leuten, holen Sie diese ins Boot, lassen Sie sich überraschen, welche Möglichkeiten sich plötzlich ergeben und wie das Projekt ins Rollen kommt.

Oder nehmen wir das Beispiel von authentischem Kontakt in Beziehung. Wenn Angst für Sie nicht okay ist und Sie deswegen Nichtwissen vermeiden wollen, dann bleibt Ihre Beziehung auf der gleichen Ebene. Dann bewegen Sie sich nicht aus Ihrer bekannten Komfortzone heraus und wagen nichts Neues, weil Sie ja nicht wissen, was passieren wird. Wenn Sie sich mit Angst und Nichtwissen hingegen angefreundet haben, dann sind Sie in der Lage, z. B. eine neue Ebene von Kontakt und Intimität auszuprobieren und zuzulassen. Dann ist Angst nur Angst (und es ist übrigens angemessen, Angst zu haben, wenn Sie etwas Unbekanntes ausprobieren). Mit Angst können Sie eine höhere Intensität von Intimität halten und Ihrem Partner z. B. das Experiment vorschlagen, 20 Minuten still in Beziehung gegenüber zu sitzen, sich in die Augen zu schauen und die Intensität auszuhalten wahrhaftig gesehen zu werden. Es geht dabei nicht darum zu starren getreu dem Motto „wer zuerst blinzelt hat verloren“. Es geht darum wahrhaftig gesehen zu werden und den anderen wahrhaftig zu sehen. Wenn Sie bei diesem Experiment Angst spüren, erinnern Sie sich, dass es nur Angst ist und atmen Sie weiter, während Sie Ihre Maske fallen lassen.

Sie können der Angst vertrauen. Der menschliche Körper ist dazu entworfen, 100% maximale Angst zu spüren und zu nutzen. Das hört sich enorm an, doch wenn Sie diese Angst in einem sicheren Umfeld in dieser Größe einmal erlebt haben, können Sie sofort folgende Frage beantworten: „Wer ist größer, Sie oder die Angst?“ Die Antwort lautet SIE sind größer. Sie besitzen die Angst, nicht umgekehrt.

Experiment: Entspannt im Nicht-Wissen stehen
SCHRITT 1:
Lehnen Sie sich einmal kurz zurück und seien Sie schonungslos ehrlich: In welchen Situationen oder Lebensbereichen haben Sie bisher vorgegeben zu wissen, wie etwas geht, obwohl Sie eigentlich keine Ahnung hatten?

Und: Wie oft haben Sie etwas nicht gewagt oder gesagt, weil Sie nicht wussten, wie Sie es machen sollen? Wie oft wollten Sie etwas ausprobieren, vielleicht einen verrückten Vorschlag im Job machen oder Ihre Beziehung auf eine andere Ebene bringen, haben es aber letztendlich nicht getan, weil Sie nicht wussten, wie es geht? Oder vielleicht weil es für andere nicht logisch nachvollziehbar gewesen wäre?

SCHRITT 2:
Wenn Sie das nächste Mal in einer Situation sind, wo Sie etwas nicht wissen, seien Sie authentisch und sagen Sie ganz bewusst „Ich weiß es nicht.“ Entspannen Sie sich in das Nichtwissen und lehnen Sie sich zurück. Anstatt in blanken Aktionismus zu verfallen, oder automatisch zu reagieren, tun Sie zur Abwechslung erst einmal gar nichts. Halten Sie inne. Atmen Sie weiter und bleiben Sie so lange ruhig, bis der nächste Impuls kommt. Und der wird kommen. Sei es, dass Sie plötzlich eine zündende Idee haben, oder von außen ein Impuls kommt, der den nächsten Schritt einleitet. Im ersten Moment fühlt es sich möglicherweise unbehaglich an, es nicht zu wissen und nichts zu tun. So fühlt es sich einfach an. Ihr Verstand wird möglicherweise sagen „Aber Du musst doch etwas tun. Du musst doch wissen, was zu tun ist.“ Schießen Sie diese Stimme ab und bleiben Sie im Nichtwissen.

Sie werden erkennen, dass sich neuer Boden unter Ihren Füßen auftut, wenn Sie Ihrer Angst vertrauen und den Schritt über den vermeintlichen „Abgrund“ hinaus ins Nichtwissen tun. Dann können Sie selbst im Chaos entspannt navigieren. Es geht immer nur um den nächsten Schritt. Und Vertrauen ist kein Gefühl, Vertrauen ist eine Entscheidung.

In diesem Sinne, herzliche Grüße aus dem Nichtwissen.
Ihre Nicola Nagel


POTENZIALE LEBEN!
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Dienstag, 16. September 2014

Wenn alle Menschen Freunde wären... - Aspekte der nächsten Kultur



Was ist eigentlich los mit der Welt? Es scheint, als tobe nur noch der blanke Irrsinn. Die Anzahl der Krisenherde und Kriege wächst ständig, die Menschen sind zunehmend verunsichert und die Politiker waren und sind Marionetten der großen Wirtschaftsunternehmen, deren Ziel es ist, wertvolle, jedoch knappe Ressourcen zu sichern und maximalen Profit zu erzielen. Nur darum geht es: wer kann sich welche Ressourcen sichern und seine Machtposition ausbauen? (Für weitere Hintergründe zum tatsächlichen, aktuellen Spiel auf der Erde sehen Sie sich z. B. das folgende Youtube Video von Ken Jebsen an: https://www.youtube.com/watch?v=PIyd9tXdKpY#t=465).

Doch dieser Artikel soll nicht davon handeln, was gerade alles nicht funktioniert. Denn je mehr Energie Sie auf das richten, was nicht funktioniert, desto schlimmer wird es. Das ist ein universelles Gesetz. Lassen Sie uns daher einmal gemeinsam unsere Energie auf einige Aspekte der „Nächsten Kultur“ richten, einer Kultur, in der etwas völlig anderes möglich ist, als das, was wir im Augenblick vorfinden. Was wäre Ihre Vision? Wie würde solch eine Kultur aussehen?

1. Ein neues Bewusstsein und Wertesystem
Ein wesentlicher Aspekt der nächsten Kultur wäre wohl ein neues Wertesystem, in dem die Menschen volle Bewusstheit darüber hätten, dass die Erde NICHT UNSER Planet ist. Vielleicht haben Sie schon einmal von der kopernikanischen Revolution gehört. Die erste kopernikanische Revolution bestand in der Erkenntnis, dass sich die Sonne nicht um die Erde dreht, sondern die Erde um die Sonne. 



Aktuell stehen wir am Rande der zweiten kopernikanischen Revolution. Was bedeutet das? Das Industriezeitalter hat für die Einstellung bei den Menschen gesorgt, dass die Erde uns gehört, wir endlos Ressourcen erschließen können und die menschlichen Bedürfnisse nach Geld, materiellen Gütern und Macht im Mittelpunkt stehen. Dies hat sich als selbstmörderisches Paradigma entpuppt.

Der nächsten Kultur würde das Bewusstsein zugrunde liegen, dass wir Menschen nicht die Erde besitzen, sondern die Erde uns besitzt, wir also Gast auf der Erde sind. Die Ressourcen sind endlich und Ziel in der nächsten Kultur wäre es, nachhaltig mit den bestehenden Ressourcen umzugehen bzw. erneuerbare Ressourcen zu nutzen. Allein dieser Bewusstseinswandel würde dazu führen, dass die Menschen in der nächsten Kultur wieder achtsam mit der Erde umgehen. Es würde eine Rückverbindung mit der Natur stattfinden und nachhaltige Ideen wie z. B. freie Energie würden gefördert. Die Erde und ihr Erhalt stünden im Mittelpunkt. Menschen würden nicht mehr auf Macht-Positionen beharren, sondern sich in den Dienst sogenannter heller Prinzipien, wie z. B. Vertrauenswürdigkeit, Liebe, Frieden, Gemeinschaft, Harmonie, Klarheit, Transformation, Möglichkeit, Schönheit, Güte, Großzügigkeit, etc. stellen.



2. Ein neues Spiel: Gewinnen geschieht
Die nächste Kultur würde ein komplett neues Spiel spielen. Die aktuelle, moderne Kultur propagiert das Spiel „Ich gewinne – Du verlierst“, das von einem Mangel an Ressourcen ausgeht (zu wenig Jobs, Geld, Liebe, Anerkennung, etc.)  und damit Konkurrenz, Wettkampf und hierarchische Strukturen fördert. Die Menschen kämpfen gegeneinander (sei es im Alltag, im Job, oder auf globaler Ebene).

Das Spiel der nächsten Kultur würde lauten „GEWINNEN GESCHIEHT“. Diesem Spiel liegt eine kreative Kollaboration zugrunde, bei der alle gewinnen. Stellen Sie sich vor, die Menschen würden füreinander arbeiten und sich gegenseitig unterstützen.
Es ginge um Synergie, Integration und Ausrichtung von Ressourcen. Dieses Spiel würde einschließen, nicht ausschließen. GEWINNEN GESCHIEHT ist weniger ein Spiel als vielmehr ein helles Prinzip und basiert auf Gemeinschaft und einem Netzwerkdenken. Bei diesem Spiel gibt es kein „ICH“ und kein „DU“. Es geht nicht mehr um das Ego-getriebene Profitdenken, um Machtposition oder Konkurrenz. Es geht um das Prinzip gemeinsam etwas zu erreichen und darum, nicht nur miteinander, sondern füreinander zu arbeiten. GEWINNEN GESCHIEHT basiert auf Fülle und Gemeinschaft.

3. Ermächtigung jedes Einzelnen
Stellen Sie sich weiterhin vor, jede einzelne Person wäre ermächtigt, könnte ihr ganzes Potenzial leben und ihre Talente vollständig einbringen. Es gäbe eine Gesellschaft, in der die Menschen nicht mehr durch Politik, Medien und die Konsum- und Pharmaindustrie klein gehalten und zu schlafenden, neurotischen Schafen manipuliert würden, sondern wach, präsent und in ihrer vollen Kraft wären. Sie wären in der Lage, absolute Verantwortung zu übernehmen, kraftvolle Entscheidungen und Unterscheidungen zu treffen und Klarheit zu schaffen.

Es gäbe keine Schulen, in denen die Kreativität und der Genius der Kinder abgetötet würden, um sie zu normen und in das gesellschaftliche Raster zu pressen. Vielmehr würde freies Lernen ermöglicht bzw. eine Art Lernen, das die individuellen Talente und die Begeisterung der Kinder fördert. Kinder könnten sich frei entfalten.

Durch die Ermächtigung jedes Einzelnen käme es nicht mehr darauf an, auf welcher Hierarchiestufe eine Person steht. Unternehmen würden vielmehr zu sogenannten Netzwerk- bzw. Galaxie-Organisationen werden, in denen jeder Mitarbeiter seine Talente an der entsprechenden Stelle einbringen könnte und die kreative Gruppenintelligenz im Vordergrund stünde. Anstatt die Strategie des einsamen Wolfes an der Spitze zu propagieren, ginge es darum, gemeinsam hellen Prinzipien zu dienen und das individuelle Können und die Weisheit einzubringen. Die Seins-Eigenschaften einer Person würden im Mittelpunkt stehen und wertgeschätzt, also das, was eine Person in ihrem Sein tatsächlich ausmacht.

4. Bewusstes Fühlen
Eng gekoppelt mit der Ermächtigung jedes Menschen ist das sogenannte „Bewusste Fühlen“. In der nächsten Kultur wäre dies ein entscheidender Aspekt. Menschen würden wieder lernen, zu fühlen und ihre Gefühle bewusst zu nutzen. In der modernen Gesellschaft wurde uns das nicht beigebracht. Uns wurde eingetrichtert, dass Gefühle nicht okay sind und wir sie besser nicht zeigen sollen. Tatsache ist jedoch, dass unsere Gefühle ein geniales Navigationssystem sind, das uns zielsicher durch das Leben leitet. Die übergreifenden Gefühlsterritorien Wut, Freude, Traurigkeit und Angst dienen uns. Gefühle sind neutrale Energie und Information, die uns im Leben den Weg weisen. Wut brauchen Sie z. B. um Grenzen zu setzen, Entscheidungen zu treffen, vorwärts zu gehen, den Keller auszumisten und Klarheit zu schaffen. Traurigkeit dient Ihnen, weil Sie durch den Zugang zur Traurigkeit, authentisch-menschlich sein können, Herzensverbindungen zu anderen Menschen aufbauen und auch altes loslassen können. Sie brauchen die Traurigkeit. Auch die Angst ist sehr nützlich. Wir brauchen sie z. B. um kreativ zu sein, Pläne zu machen, uns in unbekanntes Gebiet vorzuwagen und Neues auszuprobieren. Und die Freude dient uns, um z. B. andere zu begeistern, zu führen,  über den Tellerrand zu schauen, zu feiern und unserer Vision zu folgen.

Stellen Sie sich vor, alle Menschen würden ihre Einstellung zu Gefühlen ändern und wieder bewusst fühlen, was würde passieren? Richtig, hätten die Menschen wieder Zugang zu ihrem inneren Navigationssystem und würden somit ihre Taubheitsschwelle senken, könnten sie nicht mehr in Unternehmen arbeiten, die nicht nachhaltig unterwegs sind. Sie könnten nicht in Firmen arbeiten, die Menschen schlecht behandeln, giftige Produkte wie z. B. Pestizide oder genmanipuliertes Saatgut herstellen, Waffen für Kriege produzieren, Plastikprodukte herstellen oder die Erde ausbeuten. Durch bewusstes Fühlen würden die Menschen stattdessen nur noch in Firmen und für Projekte arbeiten, die den Menschen und der Erde dienen, sie respektieren und wertschätzen.

5. Menschlichkeit, Authentizität und Miteinander Sein
Bewusst fühlen würde zudem einen weiteren wichtigen Aspekt der nächsten Kultur mit sich bringen: Menschlichkeit, Authentizität und Miteinander-Sein. Die Menschen würden wieder die Klarheit erlangen, dass wir nicht voneinander getrennt, sondern eins sind. Wir sind alle miteinander und mit der Erde verbunden. Wir SIND die Erde.

Es würde wieder der Sinn für Gemeinschaft und aufrichtiges Miteinander-Sein aufleuchten. Niemand müsste sich mehr verstellen, um irgendeinem vorgegaukelten Ideal zu entsprechen. Jeder Einzelne könnte authentisch menschlich sein. Es würde menschliche Nähe und neues Vertrauen untereinander entstehen. Es gäbe keinen Rassismus, keine Verurteilung wegen unterschiedlicher Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit. Es gäbe einfach eine bunte Vielfalt an großartigen Menschen. Menschen wären Menschen, ohne weitere ausgrenzende, oder trennende Geschichten. Herzlichkeit, Verbindung, Lebensfreude, Respekt, Wertschätzung und Frieden stünden an oberster Stelle. Was wäre, wenn alle Menschen Freunde wären?


Dies sind sicher nur einige wenige Aspekte der nächsten Kultur. Die gute Nachricht ist: wir befinden uns bereits an der Schwelle zu einer neuen Kultur. Das alte System bricht mehr und mehr zusammen. Auch die aktuelle Krisenlage in der Welt ist nur ein weiteres Zeichen dafür, dass die Zeit der alten Strukturen abgelaufen ist. Viele Menschen sind mittlerweile dabei, neue Wege einzuschlagen und das Spiel der modernen Gesellschaft, der Politiker und des Wirtschaftssystems nicht mehr mitzuspielen. Es gibt weltweit Bewegungen, nicht staatliche Organisationen und Initiativen, die bereits massiv daran arbeiten, eine neue Kultur zu erschaffen. Es geht jedoch nicht darum, das alte System zu bekämpfen. Das an sich wäre wieder alte, moderne Kultur, also Kampf und Konkurrenz. Es geht vielmehr darum, neue Möglichkeiten zu erschaffen, die das bisherige System obsolet machen. Und es geht darum, sich zu erheben, Stellung zu beziehen und sich zu vernetzen, für eine neue Kultur, für die Erde, für die Menschen. (Sehen Sie sich folgendes Youtube Video an: https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=FCSZFsyvPg8)

Für was stehen Sie? In welcher Kultur wollen Sie leben?

Herzliche Grüße,
Ihre Nicola Nagel

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CREATING POSSIBILITIES – FACILITATING CHANGE!

 
 
Buchtipp: „Die Kraft des bewussten Fühlens“ von Clinton Callahan



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Mittwoch, 13. August 2014

Die Emotionsfalle in Beziehungen



Es scheint nach wie vor ein Tabu Thema zu sein: Gefühle! Kürzlich las ich einen Artikel, in dem der Autor über seinen Versuch berichtete, glücklicher im Leben zu werden. Was er sich unter anderem vorgenommen hatte, war, nicht mehr wütend zu sein und Überreaktionen auf kleine Irritationen zu vermeiden. Kennen Sie das? Haben Sie sich auch schon einmal vorgenommen, nicht mehr wütend zu sein und vor allem Ihre Beziehung harmonischer zu gestalten? 

Auf der Suche nach Glück und Zufriedenheit wünschen sich viele Menschen eine harmonische Beziehung mit ihrem Partner. Die Absicht, eine harmonische Beziehung zu gestalten, ist an sich erst einmal sehr nobel. Die Frage ist allerdings, was harmonisch bedeutet. Viele Menschen verstehen darunter nicht nur Streit zu vermeiden, sondern idealerweise ausschließlich Freude zu fühlen und alle anderen Gefühle, wie Wut, Angst und Traurigkeit beiseite zu lassen. Und genau an dem Punkt wird Harmonie zur Illusion. Denn mal ehrlich, wie lange geht das gut? Richtig, genau so lange, bis der Partner die roten Knöpfe bei uns drückt. Und die findet er garantiert, meist sogar unbewusst.

Ein Hauptfaktor, der dafür sorgt, dass es in Beziehungen schnell einmal brodelt und kriselt, ist die fehlende Unterscheidung über Gefühle und Emotionen. Gerade in Beziehung kommen viele alte Emotionen zutage, die geheilt werden wollen. Das an sich scheint schon ein Paradox zu sein, denn die meisten Menschen wollen doch einfach nur glücklich sein in ihrer Beziehung. Außerdem enden doch alle Liebesfilme damit, dass sich die beiden Liebenden finden und dann glücklich bis an ihr Lebensende sind. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die Filme immer dann enden, wenn es eigentlich erst richtig spannend wird? Wenn es darum geht, die Beziehung tatsächlich im Alltag zu navigieren, wirklich in Kontakt mit dem Partner zu sein und eine tiefe Verbindung aufzubauen?

Fakt ist, wenn Sie und Ihr Partner sich immer näher kommen und die Liebe wächst, hat das zur Folge, dass tiefere, aber gleichzeitig auch schmerzhaftere Gefühle aus der Vergangenheit aufsteigen, die geheilt werden wollen. Anstatt den Heilungsprozess jedoch anzugehen, versuchen viele Menschen entweder die aufsteigenden Emotionen zu unterdrücken – schließlich wollen wir Harmonie, Freude und Glück in unserer Beziehung haben – oder sie projizieren die Emotionen auf ihren Partner und machen ihn zum „Schwein“. Traurig, aber wahr. Leider gibt es in der Schule kein Fach „In Beziehung sein“ oder „Beziehungen navigieren“, woher sollen wir es also anders gelernt haben.

Lassen Sie uns zunächst einmal mit der Unterscheidung beginnen, was Gefühle und Emotionen sind.

1. Gefühle
Es gibt insgesamt vier Gefühlsterritorien: Wut, Traurigkeit, Freude und Angst (weitere Gefühlsbegriffe können in der Regel einem der Territorien zugeordnet werden). Alle Gefühle haben ihren Nutzen und sie gehen auch niemals weg. Im Gegenteil, sie sind fest in uns verankert und dienen als inneres Navigationssystem, dass uns zielsicher durch das Leben führt. Sie entstehen im Hier und Jetzt und sind völlig neutral, wie die Himmelsrichtungen auf einem Kompass.
In unserer Gesellschaft wird uns jedoch eingetrichtert, dass Gefühle nicht okay sind. Wut wird z. B. als zerstörerisch, kindisch, unkontrolliert und unprofessionell gesehen, während Traurigkeit schwach und jämmerlich ist, andere mit runterzieht und man als Heulsuse klassifiziert wird. Auch Angst ist bitte zu vermeiden, denn sie blockiert, löst Panik aus, ist schwach und keine Eigenschaft einer gestandenen Person. Freude geht vielleicht so gerade noch, doch wenn Sie den ganzen Tag grinsend im Büro sitzen, werden Sie auch gefragt, ob Sie etwas geraucht oder nicht genug Arbeit haben. Dann sind Sie plötzlich naiv, nicht ernst zu nehmen und albern. Kurzum, alle vier Gefühle sind nicht okay. Das glauben Sie nicht? Wieso wurde dann bei der Fussball-WM öffentlich in den Medien darüber diskutiert, dass doch einige Fußballspieler sich besser unter Kontrolle hätten haben müssen, anstatt vor Freude oder auch Traurigkeit rumzuheulen?

Unsere Gefühle sind jedoch kein evolutionärer Design-Fehler. Gefühle sind neutrale Energie und Information, die uns im Leben dienen. Wut brauchen Sie z. B. um Grenzen zu setzen, Entscheidungen zu treffen, vorwärts zu gehen, den Keller auszumisten und Klarheit zu schaffen. Traurigkeit dient Ihnen, weil Sie durch den Zugang zur Traurigkeit, authentisch-menschlich sein können, Herzensverbindungen zu anderen Menschen aufbauen und auch altes loslassen können. Sie brauchen die Traurigkeit. Auch die Angst ist sehr nützlich. Wir brauchen sie z. B. um kreativ zu sein, Pläne zu machen, uns in unbekanntes Gebiet vorzuwagen und Neues auszuprobieren. Und die Freude dient uns, um z. B. andere zu begeistern, zu führen,  über den Tellerrand zu schauen, zu feiern und unserer Vision zu folgen.

Gefühle entstehen im Hier und Jetzt und wenn Sie diese verantwortlich und bewusst nutzen, dann verschwinden sie wieder. Wenn Ihr Partner beispielsweise im Restaurant etwas für Sie bestellt, ohne Sie zu fragen und Sie in dem Moment ein wenig Wut spüren, dann könnten Sie diese Wut nutzen, um ihm eine Grenze zu setzen. Diese könnte z. B. lauten, dass es nicht in Ordnung für Sie ist, ungefragt zu bestellen und dass Sie in Zukunft bitte selbst wählen möchten. Dann haben Sie die Wut verantwortlich genutzt. Sobald Sie ein Gefühl, das im Hier und Jetzt entsteht, bewusst wahrnehmen und verantwortlich nutzen, verschwindet es danach direkt wieder.

Was genau ist jetzt der Unterschied zu einer Emotion?

2. Emotionen:
Emotionen fühlen sich grundsätzlich genauso an wie Gefühle, doch sie dauern länger. Haben Sie es schon einmal erlebt, dass Sie mehrere Stunden, den ganzen Tag oder vielleicht sogar mehrere Tage wütend, traurig oder ängstlich waren (oder alles vermischt), weil Ihr Partner etwas gesagt, oder sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten hat? Das ist eine Emotion. Dabei gibt es drei unterschiedliche Arten von Emotion:

Die Kind-Emotion:
Hierbei handelt es sich um unvollendete Gefühle aus der Vergangenheit. Möglicherweise war es zu dem Zeitpunkt, als ein Gefühl damals aufkam, nicht sicher, es auszudrücken. Deswegen haben wir es weggedrückt und in unseren Nerven- und Muskelzellen eingeschlossen. Es ist jedoch immer noch da. Wenn der Partner nun einen unserer roten Knöpfe drückt und etwas sagt oder tut, was uns – in der Regel unbewusst – an die alte Situation erinnert, dann kommen diese Emotionen oftmals mit ziemlicher Wucht an die Oberfläche. Wenn wir darüber keine Bewusstheit haben, kann es schnell passieren, dass wir diese Emotionen auf unseren Partner projizieren und daraus ein Beziehungskampf entsteht. Wir machen ihm/ihr möglicherweise Vorwürfe (z. B. „ständig sagst Du… nie machst Du….“), ohne dass der Partner überhaupt weiß, was los ist.

Die schlechte Nachricht ist: dieses Muster wiederholt sich so lange, bis Sie endlich diese Emotion aufgelöst haben. Das kann z. B. durch bewusste Gefühlsarbeit und das Auflösen alter Entscheidungen geschehen oder auch durch energetische Heilsitzungen, in denen Sie das Thema anschauen (Hinweis: die Erfahrung zeigt, dass rein logisch-analytisches Nachdenken über das Thema die Ursache nicht behebt, da in dem Fall nur der Verstand - also der intellektuelle Körper  - adressiert wird, die Emotionen jedoch im sogenannten emotionalen Körper und energetischen Körper feststecken).

Die gute Nachricht ist: Wenn Sie bewusst durch diesen emotionalen Heilungsprozess hindurch gehen, bringt es Ihre gesamte Beziehung auf eine völlig neue Ebene. Eine Beziehung ist wie ein symbiotisches System, eine Einheit. Sobald sich ein Teil eines symbiotischen Systems verändert, verändert sich das ganze System. Sobald Sie etwas Altes in sich auflösen und mutig den nächsten Schritt gehen, wird auch Ihr Partner sich automatisch verändern. Wenn sich Ihre Energie, Ihre Schwingung ändert, passt sich Ihr Partner an diese Schwingung an.  Falls Sie also bisher versucht haben, Ihren Partner zu ändern (was wahrscheinlich sowieso nicht funktioniert hat), versuchen Sie einmal die andere Richtung: verändern Sie sich und lassen Sie sich überraschen, was passiert.

Die Eltern-Emotion:
Hierbei handelt es sich um Gefühle, die wir von anderen Menschen zu einem früheren Zeitpunkt übernommen haben. Das können Gefühle der Eltern sein, oder beispielsweise auch anderer Autoritäten (z. B. Lehrer), Institutionen, Marken oder Religionen. Wenn Ihre Eltern z. B. über eine Person permanent schlecht geredet oder sich lustig gemacht haben, was passiert dann, wenn Sie genau diese Person treffen? Es könnte sein, dass auch Sie im ersten Moment denken „Och neee, den kann ich jetzt gar nicht gebrauchen.“ Doch es ist in dem Fall eine Eltern-Emotion, ein Gefühl, dass Sie von anderen übernommen haben. Es ist nicht Ihr Gefühl, das im Hier und Jetzt entstanden ist. Oder wenn Sie beispielsweise Ihren Partner anpflaumen, wenn er die Gläser vermeintlich „falsch“ abspült, weil Ihre Mutter Ihren Vater auch immer dahingehend zurechtgewiesen hat, dann wäre auch das eine Eltern-Emotion. Spannend wird es insbesondere dann, wenn Ihr Vater bzw. Ihre Mutter ein entsprechendes Bild vom anderen Geschlecht hatte und Ihnen das als Kind/Jugendliche(r) immer wieder lautstark mitgeteilt hat. Dann haben Sie diese Einstellung und das damit einhergehende Gefühl möglicherweise von Ihren Eltern übernommen. Durch wessen Augen sehen Sie tatsächlich Ihren Partner? Durch die Augen Ihrer Mutter? Durch die Augen Ihres Vaters?

Auch bei dieser Art von Emotion geht es um die Bewusstheit. Es geht darum, klar zu unterscheiden, ob Sie ungeprüft Gefühle und Glaubenssätze von anderen übernommen haben und diese Gefühlsmuster nun unbewusst in Ihrer Beziehung abspulen.

Die Gremlin-Emotion:
Diese Kategorie ist sehr trickreich. Denn in diesem konkreten Fall zaubert der König Ihrer eigenen Unterwelt (Ihr kleines Monster, Ihr innerer Schweinehund, Ihr Gremlin) in nullkommanichts ein vermeintliches Gefühl hervor, um z. B. mit dem Partner streiten und ihn zum Schwein machen zu können. Einfach so. Der Gremlin liebt nichts mehr, als Nähe und Beziehung zu zerstören und ein schönes niederes Drama zu inszenieren. Das ist seine Lieblingsspeise. Möglicherweise konnten Sie schon einmal beobachten, wie ein Paar wild diskutiert und gestritten hat und hinterher gar nicht mehr wusste, worum es eigentlich ging und wie es dazu kam. Viele Grüße vom Gremlin-Monster!

Die einzige Chance die Gremlin-Emotion in den Griff zu bekommen ist, Bewusstheit über Ihre Schattenseiten zu erlangen und Klarheit darüber, mit welchen subtilen – oder auch offensichtlichen – Worten und Handlungen Ihr Gremlin versucht, Ihr Leben und Ihre Beziehung zu manipulieren. Schattenaspekte sind z. B. folgende: Rechthaberei (sehr beliebt in Beziehungen. Prüfen Sie einmal, wann, wo, wie oft und gegenüber wem Sie Recht haben wollen), Manipulation, Neid, Eifersucht, Kontrolle, Habgier, Groll, Rache, Besserwisserei, Überheblichkeit, Arroganz, Ignoranz, etc. Die Liste von Schattenprinzipien ist endlos und jeder Mensch hat seine persönlichen Schattenaspekte. Um eine erfüllte Beziehung mit Ihrem Partner zu führen, lade ich Sie ein, sich diesem Thema im Detail zu widmen, damit Sie genau unterscheiden können, wann der Gremlin eine Emotion hervorzaubert, einfach nur um Nähe und Vertrautheit zu zerstören. Sobald Sie Klarheit über Ihre Unterwelt haben, können Sie Ihrem Gremlin bewusst spannendere Aufgaben geben, als Ihre Beziehung zu zerstören.

Wenn Sie keine Klarheit über den Unterschied zwischen Emotionen und Gefühlen haben, können Emotionen in Ihrer Beziehung zu einer echten Falle werden. Gerade in einer Paarbeziehung ist es enorm wertvoll, Klarheit über die drei Arten von Emotionen zu haben, um zu vermeiden, diese auf Ihren Partner zu projizieren und damit einen unnötigen Kampf anzuzetteln, der Liebe und Vertrautheit zerstört und die Beziehung anstrengend werden lässt. Machen Sie sich noch einmal bewusst. Ihre Emotionen haben nichts mit Ihrem Partner zu tun, rein gar nichts! Jeder hat sein Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen. Die Frage ist letztendlich, wie bewusst Sie damit umgehen.

Viele Menschen versuchen, Ihren Partner dafür verantwortlich zu machen, dass sie glücklich sind. Der Partner soll es bitte richten und nach Möglichkeit auch die fehlende Liebe oder ähnliches aus der Kindheit wieder gut machen. Doch dieser Schuss geht gewaltig nach hinten los. Sie können in einer Partnerschaft nur glücklich werden, wenn Sie selbst glücklich und mit sich im Reinen sind. Ihr Partner kann das Loch aus der Vergangenheit nicht füllen. Er kann Ihnen lediglich den Raum geben, den Sie brauchen, um aufkommende Emotionen zu heilen.

Was machen Sie aber nun, wenn Sie bisher automatisch genervt reagiert haben, sobald Ihr Partner z. B. in einem bestimmten Tonfall oder mit bestimmten Worten etwas formuliert hat oder Sie durch sein/ihr Verhalten in wiederkehrenden Situationen bisher auf die Palme gegangen sind (und sei es nur innerlich).

SCHRITT 1: Den Trigger wahrnehmen
Zunächst einmal ist es entscheidend, dass Sie bewusst wahrnehmen, wann genau der rote Knopf gedrückt wird und welcher Mechanismus dann anspringt. Möglicherweise ist es auch ein Trigger, der in Ihnen einfach den ganzen Tag lang Traurigkeit, Wut, oder Angst auslöst. Nehmen Sie das als erstes wahr.

SCHRITT 2: „Stopp, es hat nichts mit ihm/ihr zu tun“
Wenn Sie emotional aufgewühlt sind, lassen Sie Ihren Partner wissen, dass er etwas in Ihnen getriggert hat und Sie das gerne erst einmal sacken lassen möchten. Nehmen Sie sich eventuell ein wenig Zeit und gehen Sie spazieren, aber bleiben Sie um jeden Preis von dem Haken fern, Ihren Partner aus einem ersten emotionalen Schutzmechanismus heraus zum Schwein zu machen.

Sobald Sie merken, dass eine Emotion an die Oberfläche kommt, versuchen Sie nicht, an den Haken zu gehen, indem Sie die Emotion wegdrücken oder Ihren emotionalen Müll auf Ihren Partner abladen. Eine Möglichkeit ist, dass Sie sofort die Bremse reinhauen und zu sich sagen „Stopp, es hat nichts mit ihm/ihr zu tun“. Halten Sie inne. Atmen Sie zweimal tief durch. Sagen Sie sich den Satz vielleicht noch dreimal, um den Automatismus zu umgehen. Wenn Sie die Bremse in dem Moment, wo die Emotion Sie packt, nicht treten, passiert es nur allzu leicht, dass Sie Ihrem Partner Worte an den Kopf schmeißen, mit dem Sie ihn/sie zum Schwein machen, ja sogar verletzen, Nähe und Vertrautheit zerstören und es später bereuen. Ihr Gremlin ist sehr clever und schnell darin, Worte zu gebrauchen, die Nähe und Vertrautheit zerstören. Und er ist gleichermaßen schnell darin, alte Emotionen als willkommenes Fressen zu nehmen, um ein niederes Drama zu inszenieren. Doch das im Nachhinein wieder hinzubiegen, was Sie in einer emotional geladenen Situation gesagt haben, ist meist sehr viel aufwändiger. Seien Sie wachsam. Sie können Ihren Partner auch stillschweigend zum Schwein machen, indem Sie heimliche Grollpunkte gegen ihn/sie sammeln und nur in Ihrem Kopf die Beschimpfungen ablaufen. Das ist energetisch gesehen das Gleiche.

SCHRITT 3: Worum geht es wirklich?
Wenn Sie den Automatismus erfolgreich gestoppt haben, können Sie die Frage stellen „Worum geht es wirklich? Was ist der tatsächliche Ursprung?“ Warum verletzen die Worte oder Handlungen Ihres Partners Sie möglicherweise so massiv? Warum sind Sie so wütend, traurig, ängstlich? Wer hat vielleicht schon einmal ähnliches zu Ihnen gesagt? Achten Sie auf alle körperlichen Reaktionen und Bilder, die in Ihnen auftauchen. Wen oder was projizieren Sie in dem Moment auf Ihren Partner? Ist es eine alte Erfahrung aus einer anderen Beziehung oder aus der Kindheit? Ist es eine Zurechtweisung, die Sie von Ihrem Vater oft gehört haben? Was projizieren Sie gerade auf Ihren Partner? Bleiben Sie komplett bei sich.

Der ein oder andere mag jetzt sagen „Haha, sehr witzig, und damit soll es getan sein?“ Nein, damit ist es nicht getan. Doch der erste Schritt zur Veränderung, ist der Schritt zur Bewusstheit über das, was passiert. Das geschieht durch Aufmerksamkeit und Selbstbeobachtung.

Ziehen Sie einmal in Betracht, dass Ihr Partner Ihnen ein großes Geschenk macht, wenn er alte Emotionen in Ihnen triggert. Es geht darum zu erkennen „Aha, da kommt gerade eine alte Verletzung hoch.“ Dann können Sie für sich den nächsten Schritt machen und sich an die Heilung der alten Wunde begeben. Das kann entweder durch ein offenes, verletzliches Gespräch mit dem Partner passieren, oder – bei größeren Verletzungen - in einem geschützten Raum, wo Sie bewusste Gefühlsarbeit machen können. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Beziehungsraum nicht dazu benutzen, mit Ihrem Partner Ihre ganzen Heilungsprozesse zu durchlaufen. Ihr Beziehungsraum ist sehr kostbar und heilig und es ist sinnvoll, emotionalen Ballast mit Hilfe von anderen Menschen als Ihrem Partner aufzuräumen. Nutzen Sie die kostbare Zeit mit Ihrem Partner stattdessen, um Nähe, Intimität und Miteinander-Sein geschehen zu lassen und zu genießen.

Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Partner Ihr Spiegel ist. Er zeigt Ihnen genau die Punkte, die noch zu heilen sind, oder wo Sie wachsen können. Betrachten Sie es als Geschenk. Denn wahrhaft authentisch und verletzlich in Beziehung zu sein und gemeinsam miteinander zu wachsen ist eines der größten Geschenke. Und das könnte möglicherweise wahre Erfüllung ausmachen.

In diesem Sinne herzliche Grüße,
Ihre Nicola Nagel

P. S. Ein Buch, das ich Ihnen in diesem Zusammenhang wärmstens ans Herz legen möchte, ist „Wahre Liebe im Alltag“ von Clinton Callahan


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