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Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es eigentlich
kommt, dass einige Menschen scheinbar schnell und klar entscheiden können und
andere nicht? Warum die einen erst einmal lange reden, bevor sie sagen, was sie
wollen, während andere direkt auf den Punkt kommen? Oder warum einige Menschen
aktiv durch die Gegend springen während andere sich eher gemütlich bewegen? Wir
tendieren dazu anzunehmen, dass eine andere Person genauso agiert wie wir.
Schließlich sind für uns bestimmte Handlungen völlig logisch, also muss es für
jemand anderen doch eigentlich genauso logisch sein, richtig? Vielleicht ist es
für Sie zum Beispiel „völlig normal“, Aufgaben zügig abzuarbeiten und einen
ordentlichen Schreibtisch zu haben und Sie können womöglich überhaupt nicht
nachvollziehen, wie der Kollege sich in seinem Zettel-Chaos auch nur
ansatzweise zurechtfinden kann.
Es gibt viele Faktoren, die zusammenspielen, wenn
es darum geht, wie eine Person „tickt“. Ein entscheidender Faktor ist
allerdings die Art und Weise, wie das Gehirn gestrickt ist. Wesentliche
Persönlichkeits-Merkmale des Menschen hängen von seiner individuellen
Hirn-Struktur ab und es ist hilfreich zu wissen, welche unterschiedlichen
Gehirntypen es gibt. Dann nämlich können Sie in der jeweiligen, zum Gehirntyp
passenden „Sprache“ mit einer Person kommunizieren und eine andere Art von
Kontakt und Beziehung aufbauen.
Der ursprüngliche Ansatz der verschiedenen Gehirntypen
stammt von dem amerikanischen Hirnforscher Paul MacLean. Er unterscheidet 3 Bereiche
im Gehirn, die evolutions-geschichtlich verschieden alt sind und
unterschiedliche Funktionen übernehmen, aber dennoch zusammenwirken und sich miteinander
verständigen müssen:
Diese drei so verschiedenartigen Gehirne müssen
laut MacLean im
„dreieinigen Gehirn“ („Tribune Brain“)
zusammenarbeiten, aber jedes
Gehirn behält dabei seine ganz spezifischen
„Spielregeln“ bei. Erst aus dem Zusammenwirken der instinktiven Reaktion
des Stammhirns, der emotionalen Reaktion des Zwischenhirns und der rationalen
Reaktion des Großhirns ergibt sich menschliches Verhalten.
In den letzten Jahren ist jedoch noch ein vierter
Typ hinzugekommen, denn unser Gehirn entwickelt sich weiter. Wir befinden uns
im Übergang vom Informationszeitalter in ein Zeitalter, das mehr und mehr
spirituell geprägt ist und in dem die
Menschen sich auf energetische Fähigkeiten und
Wahrnehmungen
besinnen. Der vierte und jüngste Gehirntyp könnte
somit als
Jeder Mensch verfügt über ein individuelles „Anteilsverhältnis“ dieser vier Hirnbereiche. Ein Typ überwiegt jedoch normalerweise und prägt maßgeblich die Persönlichkeit. Lassen Sie uns einmal schauen, was die Eigenschaften der unterschiedlichen Gehirntypen sind.
Der GRÜNE Typ:
Menschen bei denen der grüne Gehirntyp dominiert
sind sehr gesellig und eher gemütlich veranlagt. Ihnen ist es wichtig, erst
einmal Small-Talk über die Familie, das Wochenende oder Ereignisse aus der
Vergangenheit zu machen, bevor sie zum eigentlichen Thema kommen. Sie sind
echte Kontakt-Menschen. Wenn der grüne Typ z. B. einer Ihrer Kunden ist, ist es
sinnvoll, erst einmal eine Weile mit ihm zu plaudern, bevor Sie zum
geschäftlichen übergehen. Menschen mit einem großen Grün-Anteil sind
Teamspieler, die kompromissfähig und auch sehr flexibel sind. Sie verlassen
sich auf ihre Intuition, doch wenn es um Entscheidungen geht, setzen sie gerne
auf alt bewährtes. Von der Statur her sind sie eher etwas rundlich veranlagt. Sie
sind sehr herzliche Menschen, denen auch Nähe und Berührung (z. B. eine
Umarmung zur Begrüßung) wichtig ist.
Von der Schattenseite betrachtet, ist der grüne Typ
irrational und steckt seine Nase gerne in anderer Leute Angelegenheiten. Zudem
kann er sehr bürokratisch und hartnäckig sein. Wenn Sie mit diesem Gehirn-Typ
zu tun haben, sei es privat oder im Job, können Sie ihn am besten „abholen“,
wenn Sie geduldig Zuhören, über die Kinder und die Familie sprechen und Ihr
Tempo verlangsamen.
Der ROTE Typ:
Menschen, bei denen der rote Gehirntyp überwiegt,
sind sehr aktiv und dynamisch. Sie haben enorme Energie und sind voller
Tatendrang. Sie sind präsent in der Gegenwart, handeln schnell, sind entscheidungsfreudig und
denken praktisch und konkret. Die roten Typen sind sehr spontan und können
andere Menschen mitreißen. Sie sind selbstsicher und bereit Risiken einzugehen
und mit den Konsequenzen entsprechend umzugehen. Rote Typen jonglieren auch
gerne mit mehreren Bällen gleichzeitig und beginnen z. B. 5 Projekte auf einmal.
Dementsprechend kann es gut sein, dass um sie herum eher Chaos herrscht und auf
dem Schreibtisch schon einmal „Land-unter“ ist.
Von der Schattenseite betrachtet sind Menschen mit
einem überwiegenden Rot-Anteil sehr dominant und ich-bezogen. Sie können
hektisch, arrogant und ungeduldig sein und bewegen sich für andere oftmals zu
schnell. Wenn Probleme auftreten, neigen sie dazu, diese zu bekämpfen, anstatt
konstruktive Lösungen zu suchen.
Wenn Sie diesen Gehirntyp um sich haben, arbeiten
oder agieren sie am besten mit ihm, indem Sie der Person Raum geben, sie sich
bewegen lassen und nicht blockieren. Und lachen Sie gemeinsam mit dieser Sorte
Mensch, das schafft Verbindung.
Der BLAUE Typ:
Menschen, bei denen der blaue Gehirntyp überwiegt
sind zukunftsorientiert und denken systematisch und abstrakt. Sie machen meist
detaillierte Pläne und ziehen alle Eventualitäten in Betracht. Sie haben einen
Sinn für Details und multiple Sichtweisen. Menschen diesen Typs können logisch
und strategisch denken und verstehen es, andere zu überzeugen oder auch zu
überreden.
Von der Schattenseite betrachtet sind Menschen mit
einem überwiegenden Blau-Anteil sehr pedantisch, zögerlich und
perfektionistisch veranlagt. Manchmal erscheinen sie auch langweilig oder
besserwisserisch.
Wenn Sie diesen Gehirntyp gegenüber haben, dann
kommen Sie besser direkt auf den Punkt. Der blaue Typ steht überhaupt nicht auf
Small-Talk, persönliche Dinge und innigen Kontakt. Stattdessen ist er
distanziert und sachlich. Punkten können Sie bei diesem Typ Mensch auch, wenn
Sie klar und spezifisch sind, in dem was Sie sagen bzw. wollen, pünktlich sind
und klar mit ja und nein antworten. Rum-ge-eier kann der blaue Typ nicht
ausstehen. Blaue Typen sind übrigens
sehr ordentliche Menschen. Schauen Sie sich also einmal den Schreibtisch Ihrer
Kollegen oder die Wohnung Ihrer Freunde und Bekannten an.
Blaue Typen sind in der Regel von der Statur her
dünn.
Der GELBE Typ:
Menschen mit einem überwiegend gelben Gehirntyp
schweben in etwas anderen Sphären. Sie sind oftmals nicht sehr geerdet und Zeit
existiert für sie nicht wirklich. Bei Ihnen geht es um das Eins-sein. Sie sind
dem Materiellen nicht verhaftet. Stattdessen denken sie holistisch und haben
nicht-lineare, d. h. sehr kreative Ideen, die nicht auf gängigen Konzepten oder
alt bewährtem beruhen. Sie sind innovativ, Meister der Kollaboration und darauf
bedacht, dass alle gewinnen (im Gegensatz zu dem Spiel „Ich gewinne – Du
verlierst“). Sie schätzen es, mit anderen zu sein und sich spirituell
weiterzuentwickeln.
Menschen diesen Typs haben Vision und sind an
Transformation und Evolution interessiert. Probleme sehen sie als
Gelegenheiten.
Von der Schattenseite betrachtet sind Menschen mit
einem überwiegenden Gelb-Anteil möglicherweise nicht nur wenig geerdet, sondern
mitunter arrogant, undeutlich und leben in einer Fantasiewelt. Zudem kann es
passieren, dass sie durch zu viel New Age und Psycho Blabla anderen Menschen auf
die Nerven gehen oder sie gar ausgrenzen.
Wenn Sie mit Menschen diesen Gehirntyps zu tun
haben, können Sie am ehesten auf eine Wellenlänge mit ihnen kommen, wenn Sie
gemeinsam mit diesen Personen meditieren oder andere Praktiken wie z. B.
Schwertkampf ausüben. Teilen Sie Ihre Vision mit solchen Menschen, dann haben
Sie auf jeden Fall einen Anknüpfungspunkt.
Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der
Eigenschaften jedes Gehirntyps.
Wie gesagt, vereinen wir alle Gehirntypen in uns,
jedoch ist einer dominant. So kann es z. B. sein, dass Sie zu 60% blau, 20%
rot, 15% grün und 5% gelb sind. Oder Ihr dominanter Teil ist rot mit 70%,
gefolgt von grün mit 20%, blau mit 7% und gelb mit 3%. Die Gewichtung ist bei jedem
Menschen unterschiedlich.
Gerade in Zeiten schnellen Wandels, in denen wir uns
derzeit befinden, ist eines jedoch wichtig zu wissen:
Wenn Sie ein Projekt mit mehreren Beteiligten
durchführen, visionäre Ideen generieren und umsetzen wollen und dafür ein Team zusammenstellen müssen, so ist es entscheidend, dass Sie
eine Mischung ALLER Gehirntypen an Bord haben. Wenn Sie nur rote Typen haben,
wird das Projekt in einem Chaos enden, da alle nur auf sich bedacht sind und
jeder der größte sein möchte. Haben Sie zu viele blaue Typen im Team, dann wird
es ein dauerhaftes Diskutieren, Konsequenzen-Abwägen, Zögern und eine dröge,
logisch-analytische Apokalypse. Bei zu viel grünen Typen im Team, bringen Sie
ein Projekt vermutlich nie zu Ende, weil die Leute viel zu gerne über anderes
reden, als sich mit dem Wesentlichen zu beschäftigen. Bei zu viel gelben Typen
im Team sind zwar großartige Visionen garantiert, jedoch mangelt es
letztendlich an praktikablen Möglichkeiten, die Visionen auch Realität werden
zu lassen.
Wenn Sie auf der anderen Seite bisher gedacht
haben, alle im Team sind dynamisch oder können logisch denken, bis auf den
einen Kollegen, der so gemütlich und langsam ist, dann betrachten Sie diesen
Kollegen nun einmal mit neuen Augen. Sie können froh sein, ihn an Bord zu
haben. In einem Team, das ansonsten z. B. von roten und blauen Typen geprägt
ist, ist der grüne Kollege der entscheidende Fels in der Brandung und verbindet
die Leute womöglich durch seine Kommunikation und seine Art Kontakte und
Beziehungen zu pflegen.
Gerade jetzt geht es mehr denn je darum, die
Vielfältigkeit eines Teams und das kreative Potenzial jeden Gehirntyps zu
erschließen, anstatt vorzugeben, dass alle gleich zu ticken haben. Gleiches
gilt auch für Ihren Freundes und Bekanntenkreis. Vielfalt, Abwechslung und
Weiterentwicklung sind garantiert, wenn Sie eine bunte Mischung aller
Gehirntypen um sich haben und deren kreatives Potential nutzen.
Mit dieser Klarheit über die verschiedenen
Gehirntypen, können Sie ab sofort ganz anders in Kontakt mit Menschen treten.
Schauen Sie einmal, zu welchem Gehirntyp Sie, Ihr Partner, Ihr Chef, Ihre
Kunden, Ihre Freunde und Bekannten gehören. Wen haben Sie im Team? Sobald Sie
das herausfinden, können Sie beginnen, in der der Sprache des jeweiligen Gehirntyps
mit der Person zu sprechen und staunen, welch neue Art von Verbindung entsteht
und welche Vielfalt und welches Genie-tum zum Vorschein kommt.
Viel Freude beim Forschen und Experimentieren.
Herzlichst,
Ihre Nicola Nagel
CREATING POSSIBILITIES!
www.viva-essenza.com
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Montag, 10. Februar 2014
Welcher Gehirntyp sind Sie? Über die Notwendigkeit verschiedener Gehirntypen in Zeiten schnellen Wandels.
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Mittwoch, 15. Januar 2014
Wahre Werte versus Bewertung - Erschaffen Sie Miteinander oder Getrenntsein?
Unsere Gesellschaft lebt in einem engen Korsett. Es
ist das Korsett von Bewertung. Bewusst oder unbewusst bewerten wir ständig. Wir
werden regelrecht darauf gedrillt zu bewerten. Das fängt in der Schule an und
geht im Job direkt weiter. Wir lernen zu bewerten, weil wir selbst in dem
System des Bewertens groß geworden sind und es als normal erachten. Doch haben
Sie sich einmal gefragt, wie es wäre, gar nicht mehr zu bewerten, nichts und
niemanden?
Da mag der ein oder andere bereits stutzen und
sagen „das geht doch gar nicht, es gibt doch Dinge, die richtig sind und
andere, die falsch sind“. Doch genau da wird es spannend. Wer legt denn
eigentlich das Bewertungssystem fest, gegen das wir permanent gemessen werden
und gegen das wir uns selbst und andere messen? Haben Sie dieses
Bewertungssystem jemals in Frage gestellt oder haben Sie es – wie die meisten
Menschen – einfach übernommen, getreu dem Motto „Das ist halt so.“?
Ich möchte Sie heute dazu einladen, Ihr
Bewertungssystem einmal zu betrachten, denn Tatsache ist, dass Sie sich durch
ein übernommenes Bewertungssystem selbst einengen. Sie sitzen sozusagen in
Ihrem eigenen Gefängnis. Jede Bewertung, die Sie vornehmen oder in Ihrem Nervensystem
gespeichert haben, ist wie eine der Gitterstangen durch die Sie aus Ihrem
Gefängnis herausschauen. Die gute Nachricht ist: bei diesem Gefängnis steckt
der Schlüssel innen. Sie können also das ganze Konstrukt selbst demontieren und
Sie werden erstaunt sein, wie viel Energie und Zeit Sie plötzlich wieder zur
Verfügung haben. Lassen Sie uns direkt damit beginnen.
Experiment
1: Was, wen und wann bewerten Sie?
Nehmen Sie einmal ein Blatt Papier und lassen Sie
die letzten Tage Revue passieren. Wen oder was haben Sie bewertet? Wann haben
Sie bewertet? Beachten Sie, dass Bewertung oft auch stillschweigend stattfindet
und zwar in Ihrem Kopf. Vielleicht kam Ihnen die Nachbarin entgegen und Sie
dachten „Was hat die denn heute für einen komischen Fummel an!“ oder Sie haben
über Ihren Chef gedacht „Der spinnt ja wohl total, mir dieses Projekt auch noch
aufzudrücken.“ Vielleicht haben Sie auch gerade das gemütliche Fahrverhalten
des älteren Herren vor Ihnen bewertet, indem Sie z. B. sagten „Mein Gott Opa,
schlaf nicht ein beim Fahren.“
Vergessen Sie bei diesem Experiment auch nicht die
Bewertung, die Sie über sich selbst abgeben. Wie oft meinen Sie, Sie seien vielleicht
nicht gut genug, hübsch genug, intelligent oder talentiert genug? Wenn Sie z.
B. versehentlich eine Flasche fallen lassen und zu sich selbst sagen „Hach
Idiot, kannst Du nicht aufpassen!“, dann bewerten Sie sich in dem Moment. Schreiben Sie alles an Bewertungen auf, das
Ihnen in den Sinn kommt.
Vielleicht gab es einen Moment, in dem Sie dachten,
Sie seien nicht okay, weil andere über Sie etwas Beurteilendes gesagt haben. Wer
hat jedoch die finale Bewertung gegen Sie letztendlich vorgenommen? Die
anderen? Nein, keineswegs. Es waren SIE selbst. Und zwar nur Sie. Lassen Sie
mich das etwas klarer formulieren. Wenn jemand etwas Bewertendes zu Ihnen sagt,
dann sind das zunächst einmal nur Worte. Neutral. Ohne jegliche Geschichte.
Erst wenn Sie diese Bewertung annehmen und sich selbst an der irrsinnigen
Bewertungs-Skala unserer Gesellschaft messen, entwickeln Sie die dazugehörige
Geschichte, dass Sie vielleicht nicht okay sind.
Sie geben also in dem Moment Ihre eigene Autorität
an ein Bewertungssystem ab, das zum Ziel hat, die Menschen kraftlos und genormt
zu machen. Machen Sie sich das wirklich einmal bewusst:
In dem Moment, in dem Sie sich an einer
Bewertungs-Skala messen,
geben Sie Ihr Zentrum und damit Ihre eigene Autorität ab,
ergo Ihre Kraft.
geben Sie Ihr Zentrum und damit Ihre eigene Autorität ab,
ergo Ihre Kraft.
Lassen Sie das einmal sacken. Wenn Sie sich – oder
auch andere – bewerten, nehmen Sie sich selbst Ihre Kraft und Autorität.
Die spannende Frage, die sich stellt, ist WARUM
bewerten wir überhaupt? Wir bewerten, weil wir in einer Gesellschaft groß
geworden sind, die auf Überleben statt auf Leben ausgerichtet ist, auf
Wettkampf statt auf Gemeinschaft. Wenn Sie einmal die Natur betrachten, dann wird
schnell klar, dass es dort keine Bewertung gibt. Das Bewertungssystem ist also vom
Menschen hausgemacht, sprich von unserer modernen Kultur.
Bei kleinen Kindern können Sie das prima
beobachten. Diese sind zunächst völlig unbekümmert und gehen gänzlich in ihrem
kreativen Spielen auf. Sie überlegen sich nicht, ob sie beim Spielen etwas
„richtig machen“ oder ob jemand das toll findet. Sie spielen einfach. Doch
allerspätestens wenn sie in die Schule kommen, ist ein radikaler Wandel
spürbar. Das Genietum, die Kreativität und Unkompliziertheit lassen mit
zunehmendem Alter nach, bis die Kinder schließlich völlig in das
Bewertungssystem unserer Gesellschaft eingenormt sind (Film Tipp: Film „Alphabet“ von Erwin Wagenhofer).
Durch Bewertung töten wir die vielfältige
Kreativität, Spontaneität und Weisheit, die in uns steckt. Und letztendlich isolieren wir uns in dem
Moment, in dem wir bewerten. Wenn Sie z. B. in einer Situation eine künstlich
erschaffene Bewertungs-Skala ansetzen und infolge dessen deklarieren „Ich bin
nicht okay, oder gut genug“, dann ist der nächste Überlebensmechanismus der
anspringt „Ich ziehe mich zurück, ich gehe, ich mache nicht mit.“ Tatsache ist
jedoch, dass Sie okay sind, egal, was andere sagen, oder welche
Bewertungs-Skala auch immer im Raum steht.
Ja, und nun? Was können Sie jetzt tun, wenn wir
doch jeden Tag Bewertungen konfrontiert werden, wo wir gehen und stehen?
Experiment
2: Installieren Sie einen Bewertungs-Detektor
SCHRITT 1:
Um aus dem Bewertungs-System auszusteigen, ist es
zunächst einmal hilfreich, einen sogenannten Bewertungs-Detektor zu
installieren. Montieren Sie ihn einfach in Ihrer Vorstellungskraft oben an
Ihrem Körper. Meiner sitzt z. B. direkt unterhalb des linken Schlüsselbeins. Er
kann rund oder eckig sein. Egal wie er aussieht, eines steht fest: er blinkt
auf, wenn Sie bewerten oder Ihnen eine Bewertung an den Kopf geschmissen wird.
Seien Sie ab sofort aufmerksam und schauen Sie, wann Bewertung stattfindet. Was
ist der Trigger?
Wenn Sie jemanden oder etwas bewerten, stellen Sie
als nächstes die Frage nach dem warum. Warum haben Sie in dem Moment bewertet? Was
ist die Absicht dahinter?
SCHRITT 2:
Wenn Sie sich das nächste Mal selbst bewerten spüren Sie einmal genau hin, wie Ihre Energie in dem Moment flöten geht. Achten Sie gleichermaßen darauf, was passiert, wenn jemand Sie vielleicht sogar verbal und laut hörbar bewertet und Sie die Geschichte glauben. Spüren Sie bewusst den Schmerz, die Isolation, vielleicht sogar die Wut. Das ist Ihr neuer Referenzpunkt. Sie wissen in dem Moment, wie kraftlos, angepasst und trennend sich Bewertung anfühlt. Lassen Sie sich von diesem Schmerz treffen und transformieren. Wenn Sie bewusst fühlen können, was Bewertung macht, dann ist genau das der Schritt aus dem Bewertungssystem hinaus. Es bedarf einiger Selbst-Beobachtung, doch es lohnt sich, dieses Experiment durchzuführen.
Wenn Sie sich das nächste Mal selbst bewerten spüren Sie einmal genau hin, wie Ihre Energie in dem Moment flöten geht. Achten Sie gleichermaßen darauf, was passiert, wenn jemand Sie vielleicht sogar verbal und laut hörbar bewertet und Sie die Geschichte glauben. Spüren Sie bewusst den Schmerz, die Isolation, vielleicht sogar die Wut. Das ist Ihr neuer Referenzpunkt. Sie wissen in dem Moment, wie kraftlos, angepasst und trennend sich Bewertung anfühlt. Lassen Sie sich von diesem Schmerz treffen und transformieren. Wenn Sie bewusst fühlen können, was Bewertung macht, dann ist genau das der Schritt aus dem Bewertungssystem hinaus. Es bedarf einiger Selbst-Beobachtung, doch es lohnt sich, dieses Experiment durchzuführen.
Es könnte zu Beginn schockierend für Sie sein zu
beobachten, wie oft sie sich selbst oder andere bewerten. Lassen Sie sich auch
davon treffen.
Experiment
3: Steigen Sie aus dem Bewertungssystem aus
Der nächste Schritt besteht darin, aus dem
Bewertungs-System auszusteigen. Ihnen passiert ein Missgeschick? (allein dieses
Wort enthält schon Bewertung) Sehen Sie es neutral. Etwas ist passiert. Punkt.
Es ist nicht gut und nicht schlecht. Sie müssen es nicht bewerten. Ihr Partner
hat erneut vergessen, die Theaterkarten abzuholen? Es ist wie es ist, also
erfinden Sie nicht die Bewertung, dass er deswegen ein Idiot ist.
Und was tun Sie, wenn Sie von jemandem verbal in
einer Unterhaltung destruktiv bewertet werden (z. B. im Sinne von „Du bist
nicht gut genug.“)? Nun ein interessantes Experiment könnte sein zu sagen:
„Vielen Dank für das Geschenk der destruktiven Bewertung. Ich nehme es nicht an
und gebe es Dir hiermit zurück.“ Prüfen Sie vorher, das Timing und die
Situation. Sie können sich diesen Satz sonst auch denken und damit nicht in den
Bewertungs-Ring steigen.
Kürzlich saß ich einem Bekannten in einem Café
gegenüber, der mir 5 Minuten lang zahlreiche bewertende Gründe nannte, warum
das Projekt, das er im Sinn hat, genau das Richtige für ihn sei und deswegen
alles andere Larifari sei, was er sowieso schon kenne und nicht brauche. Mein Bewertungs-Detektor
blinkte wie wild. Doch ich nahm keine der Bewertungen an. Es war seine
Geschichte und nicht meine. Als er mich anschaute und eine Antwort spürbar
erwartete gab ich ihm Feedback, dass diese Art von bewertender Kommunikation
nicht gut und nicht schlecht ist, jedoch zum Resultat hat, dass sie jegliche
Art von authentischem Kontakt und Miteinander zerstört. Ich sagte, ich sei an
einer anderen Art von Miteinander interessiert und fragte ihn, wie es ihm damit
ginge. Er schaute mich an, schluckte
kurz und verstand sofort, was ich meinte. Und genau in dem Moment wurde eine
andere Art der Kommunikation möglich. Es war spürbar, wie die Starre am Tisch,
die sich durch die Bewertung aufgebaut hatte, wie eine Mauer einstürzte und
plötzlich Verletzlichkeit und Miteinander als Werte im Raum waren.
Bewertung ist nichts anderes als Positionierung. Es
ist ein Überlebensmuster, das wir als Kinder ungeprüft übernommen haben. Es
dient der Normung der Gesellschaft, damit weiterhin Konkurrenz und Wettkampf
praktiziert werden und die Menschen voneinander getrennt bleiben, anstatt
kraftvoll und bewertungsfrei ihre eigene Autorität zu sein und ihr volles
Potenzial auszuschöpfen.
Bewertungen schließen jedoch wahre Werte,
Seins-Qualitäten oder helle Prinzipien aus. Um aus dem Bewertungssystem auszusteigen, ist es
daher sehr hilfreich, dass Sie sich bewusst machen, welche Werte oder hellen
Prinzipien Ihnen wichtig sind, wenn Sie mit anderen und auch mit sich selbst
zusammen sind. Wenn Sie bewerten, dann füttern Sie Ihren Gremlin, Ihr inneres
kleines Monster, Ihren inneren Richter, der Schattenaspekte wie Getrenntsein,
Besserwisserei, Rechthaberei, Macht, Arroganz bevorzugt.
Doch was wollen Sie tatsächlich? Was ist Ihnen
wirklich wichtig? Wie wünschen Sie sich, dass andere Menschen mit Ihnen umgehen.
Sind Ihnen da vielleicht Werte wie Miteinander, Teamwork, Liebe, Respekt, Güte,
Großzügigkeit, Wertschätzung und Warmherzigkeit wichtig? Wahre Werte oder helle
Prinzipien haben nichts mit Bewertung zu tun.
Und: wenn Sie andere bewerten und damit auf Getrenntsein
ausgerichtet sind, tun Sie sich das in dem Moment auch selbst an. Selbst wenn
Sie sich in dem Moment gar nicht bewerten, sondern nur den anderen. Wir sind
alle miteinander verbunden und das was Sie der anderen Person oder auch der
Natur antun, tun sie in dem Moment auch sich selbst an.
Was sind also Ihre wahren Werte? Schreiben Sie doch
jetzt einmal 3-4 Werte auf, die Ihnen wichtig sind.
Hier noch einmal die wesentlichen Unterschiede von
Werten und Bewertung:
Wahre Werte / Prinzipien
|
Bewertung / Positionierung
|
Schließen ein
|
Schließt aus
|
Gemeinsamkeiten finden
|
Konkurrenz, Wettkampf
|
Flexibel
|
Starr, unbeweglich
|
Akzeptieren
|
Recht haben wollen
|
Miteinander
|
Getrenntsein / Isolation
|
Eigene Autorität, zentriert sein
|
Autorität abgeben, angepasstes Verhalten
|
Fördern von Kreativität und Genietum
|
Ersticken von Kreativität
|
Authentischer Kontakt
|
Eine unsichtbare Mauer entsteht
|
Offen, frei
|
Enges Korsett
|
Erlauben Verletzlichkeit
|
Erlauben Argumente und Logik
|
Herz-zu-Herz Kommunikation
|
Finden nur im Verstand statt
|
Vielfalt
|
Eintönigkeit
|
Warm
|
Kalt
|
Wenn Sie Ihre wahren Werte, die Ihnen am Herzen
liegen aufgeschrieben haben, prägen Sie sich diese gut ein. Jedes Mal, wenn Ihr
Bewertungs-Detektor aufblinkt, können Sie dann sofort eines oder alle dieser hellen
Prinzipien allein mit Ihrer Absicht in den Raum hineinrufen und eine andere Art
von Kommunikation und Miteinander kreieren (dies ist auch gedanklich möglich,
sie brauchen die Werte nicht laut aussprechen. Die Absicht ist entscheidend).
Lassen Sie sich überraschen, wie viel mehr Energie
und Zeit Ihnen zur Verfügung stehen, wenn Sie aufhören, sich oder andere zu
bewerten. Und seien Sie nicht erstaunt, wenn es wesentlich „stiller“ wird in
Ihnen, entspannter, ruhiger. Denn wenn das Bewertungssystem in Ihnen aktiv ist,
diese unbewusste Bewertungs-Skala gegenwärtig ist, dann stehen Sie permanent
unter Strom und Anspannung. Sobald Sie die Bewertungs-Skala zusammenbrechen
lassen, kann sich auch Ihr physischer Körper und Ihr gesamtes Nervensystem
komplett entspannen. Seien Sie wagemutig. Während andere das Bewertungssystem
noch krampfhaft aufrecht erhalten, können Sie einen neuen Weg gehen.
In diesem Sinne, viel Freude beim Experimentieren
mit Ihrem neu installierten Bewertungs-Detektor.
Herzliche Grüße,
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