Freitag, 14. Juni 2013

Die Illusion von Zeit und Verstand. - Es existiert nur das JETZT!



Unser Verstand ist eine clevere Maschine, die fortwährend mit Informationen gefüttert wird und das Wissen in endlosen Schleifen wiederholt und abruft. Das ist nicht gut und nicht schlecht. Die entscheidende Frage ist, gebrauchen Sie Ihren Verstand, oder gebraucht Ihr Verstand Sie? Denken Sie, Sie sind Ihr Verstand?

In unserer Gesellschaft wird uns eingetrichtert, dass der Verstand das Wichtigste am Menschen ist, dass wir sozusagen unser Verstand sind. Die meisten Menschen sind vollständig mit Ihrem Verstand identifiziert. Getreu dem Motto „Ich denke, also bin ich.“  Doch was, wenn die Identifikation mit dem Verstand eine Illusion ist? Was wenn es ein Trick Ihres Egos ist, die Dinge so zu belassen wie sie sind?

Ihr Ego – oder auch Ihre „Box“ – ist ein Konstrukt aus Konzepten, Begriffen, Vorstellungen, Erwartungen, Meinungen und Definitionen. Seit Ihrer Kindheit hat Ihre smarte Verstands-Maschine Informationen, Eindrücke und Erlebnisse gesammelt und diese in einer riesigen Datenbank abgespeichert. Diese Informationen können permanent abgerufen werden. Es sind die Informationen, aus denen Sie Ihre Identität, Ihre Persönlichkeit, Ihr Ego oder eben Ihre Box aufgebaut haben.

Das Ziel des Egos ist es, diese Identitäts-Struktur aufrecht zu erhalten und das zu reproduzieren, was es bereits kennt. Es nutzt den Verstand, um die Informationen in Endlosschleifen abzurufen, damit gewährleistet ist, dass Ihre Identität nicht erschüttert wird oder sich verändert. Um das Bekannte zu reproduzieren, lässt Ihr Verstand Sie zudem glauben, es existiere eine Zeitschiene und es gäbe Vergangenheit und Zukunft.

Wenn Sie sich nun vollständig mit Ihrem Verstand identifizieren, glauben Sie das auch, ja es ergibt sogar Sinn. Schließlich waren Sie doch gerade gestern mit Freunden gemeinsam essen und das ist doch Vergangenheit, oder nicht? Und übermorgen ist doch der wichtige Kundentermin und das ist doch Zukunft, oder nicht? Ja, und beides ist nur eine Illusion. Denn Sie können weder beeinflussen, was gestern war, noch, was übermorgen sein wird. Das einzige, was existiert ist JETZT.

Für die meisten von uns ist es so normal mit dem Verstand identifiziert zu sein. Wir denken, wir sind unser Verstand. Tatsache ist jedoch, dass wir nicht unser Verstand SIND, sondern einen Verstand HABEN, den wir bewusst einsetzen können. Doch statt das zu tun, werden wir fortlaufend von unserem Verstand benutzt.

Unser Verstand plappert permanent. Gedanken rasen unaufhörlich durch unseren Kopf und kreieren Geschichten. Wenn wir nun keine Des-Identifikation vornehmen, glauben wir unserem Verstand tatsächlich das, was er uns vorgaukelt. Um es etwas anschaulicher zu machen, wie der Verstand dafür sorgt, dass wir uns in der Illusion von Vergangenheit und Zukunft bewegen, lassen Sie uns ein kleines Experiment machen.

Experiment 1: Benutzt Ihr Verstand Sie?

Beantworten Sie einmal folgende Fragen für sich:
  • Versuchen Sie ständig irgendwo hinzukommen, sei es räumlich (von A nach B) oder gedanklich („Wenn ich das erst geschafft habe, dann…“)?
  • Versuchen Sie ein Ziel zu erreichen?
  • Ist Ihr Fokus darauf gerichtet, wie sich eine Situation in Ihrem Leben wohl entwickeln wird?
  • Warten Sie darauf, dass Sie Urlaub haben?
  • Warten Sie darauf, den idealen Partner zu finden, um endlich glücklich zu sein?
  • Hoffen Sie, dass einige Dinge in Ihrem Leben sich bessern werden? Malen Sich sich aus, wie das aussehen könnte?
  • Hoffen Sie, dass sich Ihr Partner, Boss, Freund, Nachbar ändert, damit es Ihnen besser geht?
  • Sind Sie gedanklich schon bei der Verabredung mit Ihrem Partner morgen Abend und malen sich aus, wie es wohl sein wird?
  • Denken Sie immer wieder darüber nach, wie das Gespräch mit dem Kollegen letzte Woche verlaufen ist?
  • Malen Sie sich aus, was Sie das nächste Mal sagen werden?
  • Machen Sie sich Sorgen und wissen nicht, wie es weitergehen soll oder wie Sie ein Problem lösen sollen?

Wenn Sie eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, benutzt Ihr Verstand Sie! Dann sind Sie in der Vergangenheit oder Zukunft gefangen und bauen sich gerade Ihr eigenes Gefängnis. Beobachten Sie einmal wie schnell es geht, dass Ihr Verstand Sie in Geschichten der Vergangenheit und Zukunft zieht.

Es gibt jedoch gute Neuigkeiten: Sie sind nicht Ihr Verstand. Sie sind nicht Ihr Ego oder Ihre Box. Sie können eine Des-Identifikation vornehmen und damit anfangen wirklich präsent im JETZT zu leben.

Die Sache ist die: Durch den Mangel an Präsenz im Jetzt setzt sich die Vergangenheit weiter fort. Das Ego ist darauf getrimmt, die Dinge so zu belassen, wie Sie sind. Wenn sie jedoch permanent Ihrem Verstand glauben, dann haben Sie keine Kraft, weil Sie nicht im JETZT präsent sind. Dann glauben Sie die Geschichten und wundern sich, warum Sie wieder Enttäuschungen erleben. Genau das ist die Strategie Ihres Egos.

Hier ein Beispiel:
Angenommen, Sie sind nächste Woche mit einer charmanten Person zum Essen verabredet und freuen sich bereits heute darauf. Sie malen sich aus, wie es wohl sein wird und was Sie der Person unbedingt erzählen möchten. Sie sind gedanklich komplett in der Zukunft.
Was passiert dann, wenn Sie diese Person tatsächlich treffen? Sie haben bereits eine Geschichte im Kopf, ein Konzept, wie die Begegnung idealerweise abläuft und sind nicht mehr offen und präsent für das, was JETZT gerade in diesem Moment da ist. Sie leben in Geschichten, in einer Illusion, die sie des tatsächlichen Lebens im JETZT beraubt. Sie haben Erwartungen, wie etwas zu laufen hat und können nicht mehr mit dem sein, was gerade in diesem Moment da ist, in dem Sie mit der Person zusammen sind. Und genau das ist das fatale, denn diese Erwartungen sind prädestiniert dafür, enttäuscht zu werden. Diese Ent-Täuschung ist nichts anderes als die Befreiung von der Täuschung der Illusion. Ein Weckruf, dass das JETZT anders ist, als Sie sich vorgestellt haben. Es ist wie ein Wecker, der Sie aus dem Schlaf der Illusion rausholt.

Viele Menschen leben in Erinnerungen oder Erwartungen. Sie kennen ja vielleicht den Spruch von John Lennon „Life is what happens to you while you are busy making other plans“ zu Deutsch „Leben ist das, was Dir passiert, während Du andere Pläne machst.“

Dieser Satz trifft es genau. Das Leben passiert nur JETZT. Das was unser Verstand uns psychisch als Zeit vorgaukelt, also die Vergangenheit oder Zukunft, existiert nicht. Dinge sind nie in der Vergangenheit oder Zukunft passiert sondern immer nur im JETZT. Zum Beispiel gab es vor 2 Sekunden ein JETZT, wo ein Auto vor meinem Haus vorbeigefahren ist. Oder gestern gab es ein JETZT, wo eine Freundin angerufen hat. Alles was passiert, passiert immer nur JETZT.  Und um es noch mehr auf den Punkt zu bringen: Sie bestimmen JETZT Ihre Zukunft. JETZT in diesem Moment. Es lohnt sich also präsent in das HIER und JETZT zu kommen und diesen Moment bewusst zu gestalten und zu erleben, weil er Ihre Zukunft gestaltet.

Wie machen Sie das? Dazu können Sie ein Experiment in 3 Schritten machen:


Experiment 2: JETZT und HIER präsent werden

·         SCHRITT 1: Schalten Sie den Verstand aus
„Haha, sehr witzig“ werden jetzt einige denken. Und auch das ist nur eine Stimme Ihres Verstandes. Nicht zu denken ist tatsächlich möglich. Gehen Sie zum Beispiel raus in den Garten oder Park und beobachten Sie dort einen Vogel oder eine Blume. Beobachten Sie ganz bewusst. Fokussieren Sie das, was Sie beobachten. Aha, die Blume ist gelb. Sie hat runde, kleine Blätter mit roten feinen Streifen, die zur Mitte hin dicker werden…“ Oder nehmen Sie einen Gegenstand auf Ihrem Schreibtisch. Üben Sie 5 Minuten…Na, wie war’s? Konnten Sie feststellen, dass Ihr Verstand aufgehört hat, zu plappern und Ihnen Konzepte und Bewertungen zuzuflüstern? Sie waren in dem Moment voll präsent.

Alternatives Experiment: Sitzen Sie entspannt im Stuhl. Spüren Sie jetzt ganz bewusst die Sitzfläche und die Stellen, wo Ihr Po den Stuhl berührt. Spüren Sie die Lehne im Rücken. Spüren Sie, wo Ihre Kleidung Ihre Haut berührt. Spüren Sie, wie Ihr Atem durch Ihren Körper fließt. Hören Sie die kleinsten Geräusche um sich herum.

·         SCHRITT 2: Beobachten Sie, wie der Verstand sich wieder einschaltet
Beobachten Sie als nächstes, wie der Verstand sich wieder einschaltet. Beobachten Sie die Stimmen, die Bewertungen (z. B. „Na das ist ja ein Experiment, was soll ich jetzt damit?“ oder „Oh man, ich muss ja noch einkaufen.“, etc.). Beobachten Sie einfach den Verstand, das womit Sie denken, das Ding, was Ihnen ständig Geschichten erzählt. Und bewerten Sie nicht, was Sie beobachten.

Sobald Sie anfangen im Jetzt Ihren Verstand zu beobachten, sind Sie auf dem besten Weg der Des-Identifikation. Identifizieren Sie die wiederkehrenden Stimmen in Ihrem Kopf.

·         SCHRITT 3: Kreieren Sie JETZT etwas anderes
Der Verstand projiziert das, was er aus vergangenen Erfahrungen und Erlebnissen gespeichert hat. Das ist sein Job. Wenn Ihnen bewusst wird, was Ihr Verstand für wiederkehrende Muster produziert, haben Sie JETZT die Möglichkeit, dem einen Riegel vorzuschieben. Wie Eckhard Tolle sagt: „Die Zukunft wird durch die Qualität Deines Bewusstseins in diesem Augenblick geprägt.“ Sie können jeden Moment bewusst voll Liebe, Güte, Großzügigkeit, Leidenschaft und Gemeinschaft gestalten (Sie können zum Beispiel auch mit Leidenschaft den Abwasch machen oder mit Großzügigkeit dem Kollegen helfen). Genau das wird sich dann auch in Ihrem Leben zeigen.

Wenn Sie hoffen, dass sich in Zukunft in Ihrem Leben etwas bessert, dann sind Sie in der Zukunft. Dann sind Sie gefangen im Verstand. Dann benutzt Ihr Verstand Sie und Sie haben keine Kraft. Sie können weder ändern, was letzte Woche passiert ist, noch was übermorgen passiert. Sie haben nur JETZT Kraft und können nur JETZT diesen Moment gestalten. Ob Sie dies bewusst tun, oder Ihr Ego und Ihren Verstand es unbewusst tun lassen, liegt bei Ihnen. Keins ist besser oder schlechter. Es produziert einfach nur verschiedene Ergebnisse. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, sobald Sie aufhören, sich mit Ihrem Verstand zu identifizieren, wird das Leben sehr viel intensiver und reicher, weil Sie im HIER und JETZT präsent sind und den Augenblick leben. Und es wird auch ruhiger, weil Sie sich nicht mehr mit allem möglichen Quatsch aus Vergangenheit und Zukunft beschäftigen müssen. Dadurch werden enorme Energiereserven in Ihnen freigesetzt, die Sie im HIER und JETZT nutzen können.

Das heißt jedoch nicht, dass sie jetzt gar nicht mehr denken sollen. Sie können sich jedoch entscheiden, Ihren Verstand nur dann bewusst einzusetzen, wenn er wirklich gebraucht wird, z. B. wenn Sie eine konkrete Aufgabe lösen müssen oder herausfinden müssen, wie Sie mit dem Zug von A nach B kommen. Dann benutzen Sie Ihren Verstand und nicht umgekehrt. Es geht darum, Ihr LEBEN nicht mit permanentem Denken zu vergeuden. Lassen Sie sich nicht von der Verstandsmaschine in den Strudel von Erinnerungen, Erwartungen und Projektionen und damit in die Vergangenheit oder Zukunft ziehen. Das ist alles nur eine Illusion des Egos. Das, was wirklich von Bedeutung im Leben ist – Liebe, Schönheit, Gemeinschaft, Freude, inneres Wachstum, etc. – hat seinen Ursprung jenseits des Verstandes. Sie sind mehr als Ihr Verstand. Sie sind größer als Ihr Verstand. Leben Sie JETZT aus Ihrem Sein heraus.

In diesem Sinne herzliche Grüße,
Ihre Nicola Nagel


 POTENZIALE LEBEN!
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Mittwoch, 15. Mai 2013

Die Welt braucht SIE!



Frühlingsduft liegt in der Luft. Überall sprießt und grünt es, die Eichhörnchen jagen wild spielend die Bäume rauf und runter, die Vögel trällern ihre Lieder. Es ist eine enorme Vielfalt, die der Frühling produziert. Und es ist mehr als nur Vielfalt. Es ist fast wie Magie. Es ist als läge eine besondere magische Stimmung von Aufbruch und Neubeginn in der Luft, ein Drang, die Vielfalt in die Welt zu tragen und alles zum Blühen zu bringen, was möglich ist.

In gewisser Weise spiegelt der Frühling genau das wider, was in jedem einzelnen Menschen steckt: Vielfalt und Magie. Umso trauriger ist es, dass den meisten Menschen ihre innere Vielfalt und Magie nicht bewusst ist.

Gestern war ich seit langem wieder einmal in der Münchner Innenstadt, um eine liebe Freundin vom Bahnhof abzuholen. Ich parkte und blieb noch einen Moment im Auto sitzen, da ich einige Minuten zu früh am Bahnhof war. Also entschloss ich mich, das bunte Treiben der Stadt und der Menschen auf mich wirken zu lassen. Es hat mich traurig und wütend gemacht zu sehen, wie sehr die Menschen in Ihrem Verstand unterwegs waren, durch die Gegend eilten und sichtlich nicht in Kontakt mit ihrer Umgebung, geschweige denn mit ihren Mitmenschen waren. Es war, als würde jeder mit Scheuklappen als Einzelkämpfer durch die Gegend rennen, tief versunken in seine eigenen Gedanken. In dem Moment habe ich mich gefragt, wie viele Menschen sich ihrer inneren Vielfalt und Magie tatsächlich bewusst sind.

Szenenwechsel: Kürzlich las ich ein Buch von Robert Wolff mit dem Titel „Original Wisdom“ (dt. ursprüngliche Weisheit). In dem Buch ging es genau um die vielfältige, innere Weisheit, die uns Menschen zu Eigen ist und gleichzeitig um die Verbindung mit der Natur. Konkret sprach Wolff von seinen Erfahrungen mit indigenen (ursprünglichen) Völkern, die sich eine intuitive Weisheit und Verbindung mit der Erde bewahrt haben, wie sie in der westlichen Kultur nicht mehr bekannt ist. Zum Beispiel können sie solch eine Person irgendwo mitten im Urwald aussetzen, und sie findet nur aufgrund ihrer Verbindung mit der Natur und ihrer inneren Weisheit, ihr Dorf zielsicher wieder. Diese Menschen sind an eine größere Quelle angedockt, eine Quelle, die nicht dem Ego dient.

Wie neurotisch ist unsere Gesellschaft geworden? Wie neurotisch ist jeder einzelne von uns? Es geht hier gar nicht darum, dafür zu plädieren wieder in kargen Baumhütten zu leben und nur einen Lendenschutz zu tragen. Es geht vielmehr darum, inwieweit wir uns selbst verleugnen, unsere Vielfalt und die uns inne wohnende Magie verdrängen. Anstatt nach innen zu schauen, suchen wir im Außen nach etwas, von dem wir noch nicht einmal wissen, dass wir es suchen. Woher sollen wir es auch wissen? Schließlich wird uns das in der Schule nicht beigebracht.

Stattdessen werden wir zu Schlafwandlern erzogen. Wir werden dazu erzogen zu gehorchen, zu kopieren, zu konsumieren, zu folgen. Wir werden sozusagen dahin gehend trainiert, als Planeten zu leben. Vielleicht kennen Sie die Eigenschaft von Planeten. Sie nehmen mehr Energie auf, als sie abgeben. Schauen Sie sich um. Die meisten Menschen versuchen irgendwo Energie herzubekommen, sich zu regenerieren, aufzutanken, sich abzulenken.

Wie Seth Godin in seinem Buch „Tribes“ so schön schreibt: „Es ist sehr viel einfacher einen Schüler zu einem Schaf zu trainieren als die Alternative. Für den Test zu lehren, angepasstes Verhalten sicherzustellen und Angst als Motivator zu nutzen, sind die einfachsten und schnellsten Wege, Kinder durch die Schule zu bringen. Warum also wundert es uns, dass wir so viele Schafe haben? Gut erzogene Schafe wohlgemerkt, aber trotzdem angepasst.“

Dabei sind wir Menschen dazu geboren, als Sterne zu leben. Im Gegensatz zu Planeten geben Sterne mehr Energie ab, als sie aufnehmen. Sie sind eine Energie-Quelle. Sie generieren, initiieren, kreieren, erschaffen. Jeder Mensch trägt diese Quelle in sich.
Sie haben alles, was Sie brauchen, um etwas zu erschaffen, das weitaus größer ist, als Sie selbst. Sie können ein Anführer in jedem Bereich Ihres Lebens sein, im Job, in Ihrer Beziehung, mit der Familie und Freunden, selbst mit der ganzen Gesellschaft.

Jeder Mensch trägt eine Vielfalt und Magie in sich, die darauf wartet, in die Welt getragen zu werden. Sie haben die Möglichkeit, wieder an die Quelle anzudocken. Die Vielfalt, die jeder Mensch in sich trägt, zeigt sich durch die ihm eigens innewohnenden sogenannten Hellen Prinzipien. Was versteht man darunter? Nun, jeder Mensch hat eine helle Seite und eine dunkle Seite. Uaaaah, auch eine dunkle? Ja, auch eine dunkle Seite, ob Sie es wollen, oder nicht. Zu glauben ein Mensch könnte nur hell, schön und freundlich sein ist eine Illusion. Das wird ziemlich schnell klar, wenn Sie einmal überlegen, wie lange Sie tatsächlich nett, freundlich und absolut harmonisch leben können. Das geht genau solange gut, bis Ihr Partner die Zahnpasta-Tube wieder falsch ausdrückt, die Socken auf dem Boden liegen lässt, Ihr Chef Ihnen kurz vor Feierabend noch eine dringende Aufgabe auf den Tisch legt, oder Ihr Nachbar die Musik mal wieder zu laut hat. Spätestens dann springt das kleine Monster (der König Ihrer eigenen Unterwelt) an, das genervt ist, rumjammert, sich rechtfertigt oder andere beschuldigt.

Jeder Mensch hat also eine sogenannte helle und dunkle Seite in sich. An dieser Stelle würde ich gerne eine kleine Geschichte mit Ihnen teilen:

Ein alter Cherokee Indianer lehrt seinen Enkel über das Leben:
“Ein Kampf findet in mir statt”, sagt er zu dem Jungen. „Es ist ein schrecklicher Kampf zwischen zwei Wölfen.“
„Einer ist bösartig – er ist Wut, Neid, Kummer, Bedauern, Gier, Arroganz, Selbst-Mitleid, Schuld, Groll, Minderwertigkeitsgefühl, Selbst-Zweifel und Ego.“
„Der andere ist gut – er ist Freude, Frieden, Liebe, Hoffnung, Gelassenheit, Demut, Freundlichkeit, Güte, Empathie, Großzügigkeit, Wahrheit, Mitgefühle und Glaube.“
“Der gleiche Kampf findet auch in Dir statt – und in jeder anderen Person auch.”
Der Enkel dachte eine Minute darüber nach und fragte dann seinen Großvater: „Welcher Wolf wird gewinnen?“
„Der Alte Indianer antwortete einfach “Der, den Du fütterst.“

Sie haben jederzeit die Wahl, welchen Wolf Sie füttern. JETZT… und JETZT… und JETZT und zwar in jedem Bereich Ihres Lebens. Doch um vor allem auch den hellen Wolf füttern zu können, brauchen Sie erst einmal Klarheit darüber, was ihn ausmacht.

Die Vielfalt von der ich eingangs sprach, bezieht sich auf das, was in Ihnen blühen möchte, das Juwel, das Sie in sich tragen und das strahlen möchte. Sie haben ein Talent zu geben. Sie haben etwas, auf das die Menschen in Ihrer Umgebung warten. Dieses Talent, dieses Geschenk können Sie geben, sobald Sie sich in den Dienst Ihrer Hellen Prinzipien stellen. Es gibt unendlich viele dieser Hellen Prinzipien. Wie in der Kurzgeschichte schon ersichtlich wird, sind Helle Prinzipien zum Beispiel folgende: Liebe, Kreativität, Abenteuer, Wachstum, Transformation, Klarheit, Güte, Lebendigkeit, Weisheit, Möglichkeit, Ermächtigung, Führung, Mitgefühl, Großzügigkeit, Humor, Verbindung, Gemeinschaft, Schönheit, etc.

Helle Prinzipien sind Vielfalt und Magie in Aktion. Es sind Kräfte des Universums, die durch die Menschen hindurch wirken. Jeder Mensch ist ein Kanal für Helle Prinzipien. Die Erfahrung zeigt, dass es meist 4-6 Helle Prinzipien sind, die durch einen Menschen wirken. Die Hellen Prinzipien – wie auch die dunklen oder Schatten-Prinzipien – sind in Ihrem Leben schon immer präsent und genau die Hellen Prinzipien sind es, die Sie Ihre Bestimmung in Aktion sein lassen. Diese Prinzipien kommen von einer höheren Quelle. Diese Vielfalt an Hellen Prinzipien, für die Sie der Kanal sind, geben Ihnen Klarheit darüber, warum Sie eigentlich hier sind; was Ihr Talent und Ihre Bestimmung sind. Es gibt einen detaillierten Prozess, um diese Hellen Prinzipien herauszufiltern und sich ihnen zu verpflichten. Für einen kleinen Vorgeschmack und um eine Idee zu bekommen, können Sie einmal folgendes Experiment machen.

Experiment: Entdecken Sie die Vielfalt in sich
SCHRITT 1:
Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie einmal auf, was Ihrer Meinung nach Freunde und Arbeitskollegen über Sie sagen würden. Wie würden sie Sie beschreiben? Würden Sie sagen, Sie versprühen Begeisterung sobald Sie den Raum betreten, oder ermutigen Sie andere? Was meinen Sie, warum diese Menschen gerne mit Ihnen zusammen sind oder zusammen arbeiten? Was schätzen die anderen Ihrer Meinung nach an Ihnen besonders? Schreiben Sie die Begriffe, die Ihnen spontan einfallen, einmal auf.

SCHRITT 2:
Schreiben Sie nun die Namen von 5 Personen auf, die Sie sehr schätzen. Das können Menschen in Ihrem direkten Umfeld sein, Menschen in der Öffentlichkeit wie z. B. Politiker, Aktivisten o. ä. Es können aber genauso gut Menschen aus der Geschichte sein, die Sie bewundern oder für etwas schätzen. Lassen Sie nach jedem Namen ein wenig Platz.

Schreiben Sie nun unter jeden Namen die Eigenschaften, die Sie an der Person besonders schätzen. Was beeindruckt Sie? Was schätzen Sie? Was inspiriert Sie an diesen Personen? Denken Sie nicht lange darüber nach. Schreiben Sie spontan einzelne Wörter auf, die Ihr Empfinden wiedergeben.

SCHRITT 3:
Gehen Sie nun zu 3 Personen, die Sie in Schritt 1 aufgeschrieben haben und fragen Sie diese noch einmal direkt, was sie an Ihnen schätzen. Welche Qualitäten sind es, die Sie ausmachen.

SCHRITT 4:
Schauen Sie nun, was Sie in den Schritten 1-3 aufgeschrieben haben und halten Sie Ausschau nach wiederkehrenden Themen oder Ausdrücken, die besonders mit Ihnen in Resonanz gehen. Kreisen Sie die 4 bis 6 wichtigsten Wörter ein. Schreiben Sie diese anschließend auf ein neues Blatt Papier. Schauen Sie diese Wörter an und lassen Sie diese auf sich wirken.

Was Sie sehen, ist eine erste Auswahl Ihrer Hellen Prinzipien. Darum sind Sie hier. Doch Achtung, diese repräsentieren NICHT das, was SIE SIND. Darum geht es nicht. Wenn Sie zum Beispiel Begriffe haben wie Mut, Klarheit oder Liebe, dann geht es nicht darum, dass sich Ihr Ego derer bedient und sagt „Haha, schaut mal her, wie toll ich bin. Ich bin mutig und klar und….“  Die Vielfalt und Magie in Ihnen, die durch die hellen Prinzipien gespiegelt wird, ist das, was SIE IN DIE WELT TRAGEN. Die Prinzipien spiegeln das wider, was Sie den Menschen und der Welt zu geben haben. „Klarheit“ bedeutet also, dass die Menschen gerne mit Ihnen zusammen sind, weil Sie ihnen Klarheit geben können. Das Helle Prinzip „Führung“ würde bedeuten, dass die Menschen zu Ihnen kommen, weil Sie ihnen den Weg zeigen können und für Sie vorangehen. „Abenteuer“ würde nicht bedeuten, dass Sie abenteuerlustig und damit richtig cool sind, sondern dieses Prinzip steht z. B. dafür, dass die Menschen zu Ihnen kommen, weil Sie von Ihnen neue, inspirierende Ideen erhalten und aus dem Gewöhnlichen ausbrechen können.

Die Hellen Prinzipien repräsentieren die Vielfalt, die durch Sie hindurch blühen will. Deswegen sind Sie hier auf der Erde. Das ist das Geschenk, das Sie zu geben haben. Sie können sich sogar bewusst dafür entscheiden, diesen Hellen Prinzipien zu dienen. Doch seien Sie gewarnt, sobald Sie sich dafür entscheiden, verändern sich Dinge in Ihrem Leben.
Die Prinzipien können nur durch uns Menschen wirken, da sie selbst keine Hände, Füße oder Mund haben. Sobald Sie sich Ihren Hellen Prinzipien bewusst verpflichten, sind diese dankbar dafür. Das zeigt sich dann in der Form von neuen Aufgaben auf Ihrem Tisch und damit meine ich nicht nur auf Ihrem Schreibtisch in Ihrer aktuellen Firma. Es kann sein, dass Sie plötzlich Aufgaben bekommen, an die Sie noch gar nicht gedacht haben, die jedoch ein idealer Spielplatz für Ihre Hellen Prinzipien sind. Und es kann sogar sein, dass die Hellen Prinzipien Sie zu einer Tätigkeit führen, die nicht auf dem Formularblatt des Finanzamtes steht. Das Tolle ist, dass Sie diesen Hellen Prinzipien absolut vertrauen können. Sie brauchen die Dinge nicht mehr nur mit Ihrem Verstand herausfinden. Sie bedienen nicht mehr Ihr Ego, sondern Sie dienen den Hellen Prinzipien.

Wenn Sie an Ihre Hellen Prinzipien angedockt sind, sind Sie an die ursprüngliche Quelle angedockt und das ist pure Magie. Je mehr Sie dieser Quelle vertrauen, desto mehr werden die Hellen Prinzipien Sie bewegen und Sie in Richtung Ihrer Bestimmung führen. Sie werden vielleicht plötzlich Impulse spüren, Dinge zu tun oder zu sagen, auf die Ihr Verstand nicht gekommen wäre. Sie müssen einfach nur aus dem Weg gehen und den Impulsen vertrauen. Das bedarf eventuell ein wenig Übung und Arbeit, doch es lohnt sich.

Wenn Sie an Ihre Hellen Prinzipien angedockt sind, kann sich auch Ihre Wertevorstellung verändern. Sie müssen den gesellschaftlichen Neurosen der modernen Kultur, wie z. B. shoppen, nicht mehr nachgehen. Sie müssen nicht mehr im Außen suchen, um sich zu definieren, weil Sie das Juwel in sich tragen und nutzen. Alles Wissen, alle Fülle und Vielfalt liegt in Ihnen. Sie können aufhören im außen nach Liebe, Aufmerksamkeit, Anerkennung, Geld, etc. zu suchen. Sie können aufhören, den materiellen Konsum zu unterstützen und mechanisch zu funktionieren, weil Ihr Arbeitgeber es verlangt.

Die Hellen Prinzipien halten viel spannendere und vor allem erfüllendere Aufgaben für Sie bereit, die das Gewöhnliche obsolet machen. An diese Quelle angedockt zu sein bedeutet, dass Sie etwas Größerem dienen als sich selbst (sprich als Ihrem Ego).

Und es sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt, das die Hellen Prinzipien nur eine Seite der Medaille sind. Es ist mehr als hilfreich auch Ihre Schattenseite zu erkunden. Wenn Sie Ihre Schattenseite nicht kennen, wissen Sie nicht, welcher Mechanismus täglich versucht, Ihre Hellen Prinzipien zu untergraben, Ihr Leben zu manipulieren und Sie glauben zu machen, Sie müssten sich weiterhin anpassen, um anerkannt zu werden.. Doch darauf einzugehen, würde den Rahmen des Artikels sprengen.

Stellen Sie sich einmal vor, wie es wäre, wenn alle Menschen wieder an die Quelle ihrer Hellen Prinzipien angedockt wären; wie es wäre, wenn jeder Mensch sein Talent als Geschenk der Erde und der Menschheit zur Verfügung stellen würde; wie es wäre, wenn es keine frustrierten Mensch mehr gäbe, die stumpf einen Job machen, um Ihre Miete zahlen zu können, sondern Menschen, die absolut erfüllt sind, weil Sie Ihren Hellen Prinzipien dienen. Eine Illusion? Ich denke nicht. Sie haben mit dem obigen Experiment bereits den ersten Schritt gewagt und genau das zählt.  

Es ist übrigens auch möglich die Hellen Prinzipien von ganzen Organisation und Unternehmen zu destillieren. Es macht einen enormen Unterschied für die Mitarbeiter zu wissen, welche Hellen Prinzipien ein Unternehmen zusammen hält. Doch auch das wäre jetzt ein weiterer Artikel.

Für heute möchte ich Sie von Herzen ermutigen, Ihre persönlichen Hellen Prinzipien herauszufinden und sich Ihnen zu verpflichten, auch wenn Sie im ersten Moment nicht wissen, was das genau für Ihr Leben bedeutet. Die Welt hungert nach inspirierten Menschen, nach Menschen, die ihre Bestimmung in Aktion sind, nach Menschen, die an die Quelle der Hellen Prinzipien angedockt sind und voran gehen. SIE werden gebraucht. SIE haben ein Talent zu geben. Tragen Sie es in die Welt.

In diesem Sinne verabschiede ich mich von Ihnen mit einer etwas anderen Signatur. In Hellen Prinzipien gesprochen grüßt Sie heute von Herzen:

LIEBE, 
LEBENSFREUDE, 
WEISHEIT, 
MÖGLICHKEIT, 
KLARHEIT, 
ERMÄCHTIGUNG.


POTENZIALE LEBEN!
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Dienstag, 16. April 2013

Aufmerksamkeit & Präsenz - Die Basis für außergewöhnliche Beziehung.



Das Thema Beziehung scheint ein Dauerbrenner zu sein. Wen wundert’s, schließlich sind wir ständig in Beziehung, sei es mit unserem Partner, unseren Nachbarn, den Arbeitskollegen, oder Freunden. Zwischenmenschlicher Kontakt birgt per se ein großes Fettnäpfchen-Potenzial. Dabei sind es insbesondere die subtilen Gesten, Worte und Handlungen, die darüber entscheiden, ob eine Beziehung auf der gewöhnlichen Ebene stecken bleibt, oder die außergewöhnliche Ebene erreicht. Das betrifft die Beziehung zu ihrem Partner genauso wie zu Menschen, die Sie gerade erst kennengelernt haben.

Es gibt zahlreiche Aspekte, die miteinander verwoben sind und darüber entscheiden, ob Sie eine gewöhnliche oder eine außergewöhnliche Beziehung erschaffen. Lassen Sie uns heute einmal den Aspekt der Aufmerksamkeit und Präsenz im Detail betrachten.

Mit der Aufmerksamkeit fängt bereits alles an. Damit steht und fällt die Beziehungsebene, auf der Sie sich bewegen. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sitzen mit Ihrem Partner im Restaurant an einem Tisch und freuen sich auf einen schönen, gemeinsamen Abend. Nun haben Restaurants die Eigenschaft, dass sich dort mehrere Leute tummeln und etwas los ist. Der Kellner rennt durch das Sichtfeld, dort vorne kommen neue Gäste, dort hinten fällt ein Glas um, jemand lacht laut auf, das Handy klingelt zwischendrin, etc. Die Versuchung, sich ablenken zu lassen, ist enorm groß. Doch der Grad Ihrer Aufmerksamkeit entscheidet darüber, welche Art von Kontakt mit Ihrem Partner überhaupt möglich ist und ob Sie ihn/sie zum König/zur Königin oder zum Schwein machen.

Wenn Sie im Beispiel des Restaurants die Aufmerksamkeit von Ihrem Gegenüber abziehen und Ihren Blick auf das Drumherum richten (und sei es nur einige Male kurz für 3 Sekunden), dann vermitteln Sie der anderen Person auf subtile Art und Weise, dass Sie nicht hier und jetzt präsent mit ihr/ihm sind, was sehr schnell den Eindruck hinterlässt, dass Sie nicht wirklich Interesse am anderen haben. Ich habe das neulich seit langem wieder einmal erlebt. Ich saß in einem Café und der Bekannte mir gegenüber hat ständig geschaut, was für Leute rein und raus gehen, was der Kellner macht oder was am Nachbartisch gerade passiert. Es war sozusagen neurotisches Zuhören par Excellence und ich hätte mich besser  mit einer Parkuhr unterhalten können. Kennen Sie solch eine Situation? Es war ganz subtil und doch hatte ich nach kurzer Zeit keine Lust mehr, das Gespräch fortzusetzen.

Experiment:
SCHRITT 1:
Wenn Sie sich das nächste Mal mit Ihrem Partner oder einer anderen Person unterhalten, achten Sie einmal darauf, ob die Person präsent ist oder gelegentlich in der Weltgeschichte umherschaut.  Falls letzteres der Fall ist, spüren Sie einmal bewusst hin, was das mit Ihnen macht. Im Falle des eigenen Partners ist das eventuell noch massiver spürbar, als wenn es nur eine Bekannte ist. Spüren Sie einmal bewusst den Schmerz, den es verursacht und machen Sie sich klar, welches Gefühl es ist, das in dem Moment aufkommt? Ist es Wut, weil Ihr Partner nicht bei der Sache ist? Ist es Traurigkeit, weil Sie gerne mehr in Kontakt wären? Oder ist es vielleicht Angst davor, dass der andere Sie nicht interessant finden könnte?

SCHRITT 2:
Beobachten Sie sich im nächsten Schritt selbst. Wann tendieren Sie dazu, wegzuschauen und aus dem Kontakt zu gehen? Wann, wie oft, mit wem und warum passiert es? Schauen Sie in der Gegend umher, weil das Gespräch langweilig ist, oder weil Sie gerade lieber etwas anderes machen möchten? Oder ist es einfach Ihre Überlebensstrategie, um intensiven Kontakt nicht zuzulassen und nicht wirklich gesehen zu werden? Haben Sie vielleicht noch zig andere Dinge im Kopf, die Sie erledigen müssen? Beginnen Sie einmal damit, diesen Aspekt zu beobachten. Machen Sie sich den unbewussten Mechanismus bewusst und lassen Sie sich von dem Schmerz treffen. Dadurch wird Veränderung möglich.

Verstehen Sie das bitte nicht falsch, es ist nicht gut und nicht schlecht, wenn Sie umherschauen und aus dem Kontakt gehen, es produziert einfach nur ganz bestimmte Ergebnisse. Das Ergebnis lautet in dem Fall, dass Sie nicht präsent im Hier und Jetzt mit Ihrem Gegenüber sind und Sie damit die Gelegenheit verpassen, außergewöhnliche Beziehung zu kreieren.

Es gibt Menschen, die meinen, der Partner müsse sich lediglich verändern und aufmerksamer sein, damit es ihnen besser geht. Viel Erfolg! Darauf warten Sie unter Umständen ein Leben lang. Es geht darum, dass Sie Ihre eigene Aufmerksamkeit schulen. Sie wünschen sich mehr Aufmerksamkeit von Ihrem Partner? Wie wäre es, wenn Sie beginnen, selbst aufmerksamer zu werden? In dem Maße, in dem Sie sich verändern, verändert sich auch Ihr Umfeld.

Aufmerksamkeit ist das A und O, wenn Sie außergewöhnliche Beziehung erschaffen wollen. Der ein oder andere mag jetzt sagen „Ja ist doch klar, dass man mal aufmerksam sein muss.“ Doch wenn es so klar ist, warum gibt es dann so viele Menschen, die sich nach einer anderen Art von Beziehung sehnen? Wenn es so klar ist, dass Aufmerksamkeit wichtig ist, warum laufen dann nicht lauter strahlende, blühende Frauen und Männer umher?

Liebe Männer, wenn Sie die Göttin in Ihrer Frau/Freundin zum Blühen bringen wollen, dann legen Sie 100% Ihrer Aufmerksamkeit auf sie, wenn Sie Zeit mit ihr verbringen. Sonst wird Ihnen dieses Geschenk verwehrt bleiben. Eine Frau kann sich nur voll entfalten, wenn der Raum für sie sicher genug ist. Wenn Sie wild umherschauen und gedanklich mit anderen Dingen beschäftigt sind, ist der Raum nicht sicher. Es geht um die Qualität des Miteinanders, des Zusammenseins. Ihre Energie folgt Ihrer Aufmerksamkeit. Schauen Sie also, wo Ihre Energie und Aufmerksamkeit hingeht, zu ihrem Gegenüber, oder zu anderen Personen und Dingen?

Für Frauen gilt es umgekehrt gleichermaßen. Wenn Sie Ihren Mann zum König machen wollen, dann seien Sie aufmerksam und präsent im Hier und Jetzt mit ihm, so wie er gerade ist. 

Was machen Sie nun, wenn Sie eine andere Situation vorfinden, wenn Sie also z. B. jemand gegenüber haben, der alles andere als aufmerksam ist? Hier einige Möglichkeiten:

·       Wenn jemand offensichtlich gar nicht zuhört, dann können Sie Ihr kleines Monster nutzen (den Gremlin) und einfach mitten im Satz etwas völlig Schräges erzählen, z. B. „…und als ich von der Arbeit kam,… da schoss plötzlich dieses Krokodil um die Ecke und biss der Oma ins Bein. Das war vielleicht ein Getöse.“ Spätestens dann, ist Ihr Gegenüber vermutlich wieder bei Ihnen und schaut Sie mit großen Augen erstaunt an.

·       Sprechen Sie das Thema an. Wenn es Ihnen am Herzen liegt, außergewöhnliche Beziehung zu erschaffen, dann setzen Sie ein Metagespräch auf und bringen Sie genau das zur Sprache. Sie können durchaus mitten in der Unterhaltung sagen, dass Sie den Eindruck haben, dass die andere Person nicht zuhört. Wichtig ist, dass Sie bei sich bleiben, wenn Sie sprechen. Erzählen Sie wie es Ihnen damit geht, was Ihr Eindruck ist, wie Sie sich fühlen. Sagen Sie auch, was Sie sich wünschen (Das gilt besonders für die Frauen. Liebe Frauen, Männer können unsere Gedanken nicht lesen. Sie lieben vielmehr klare Gebrauchsanweisungen, also bitten Sie um das, was Sie brauchen und befreien Sie den Mann von Ihrer unausgesprochenen Erwartung, dass er es erraten muss).

·         Wenn alles nicht hilft, beenden Sie das Gespräch. Denn mal ehrlich, wenn jemand nicht bei der Sache ist, wieso wollen Sie dann Ihre kostbare Zeit mit einem oberflächlichen Gespräch verbringen? Doch Achtung, mit „Gespräch beenden“ ist nicht gemeint, dass Sie die Drama-Königin oder den Drama-König rausholen, getreu dem Motto „Du hörst mir überhaupt nicht zu“ und dann beleidigt abzischen. Wählen Sie Ihre Worte achtsam. Sagen Sie Ihrem Partner z. B. „Du, ich würde mich sehr gerne mit Dir austauschen und gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass Du nicht ganz bei der Sache bist. Wie wäre es, wenn wir später reden? Wann hättest Du Zeit für mich?“

Umgekehrt trifft das gleichermaßen zu. Wenn Sie merken, dass Sie gerade keine Lust und/oder Zeit haben, ein Gespräch zu führen, dann sagen Sie das Ihrem gegenüber. Oder wollen Sie sich halbherzig ein Ohr abkauen lassen, während Ihr Wutpegel steigt, weil Sie eigentlich etwas anderes machen möchten? Ehrlich, es bringt niemanden weiter, weder Sie noch den anderen, wenn es gerade nicht die richtige Zeit ist, zu sprechen.

Timing ist wirklich alles. Zum Beispiel sind Männer vom Denken her nicht nur anders gestrickt, sondern sie haben auch eine geringere Wortkapazität pro Tag zur Verfügung als Frauen (4000 Wörter im Gegensatz zu weiblichen 8000). Fragen Sie Ihren Partner also lieber, wann es ihm passt, zu sprechen, anstatt einfach loszuplappern. Denn wenn er seine Anzahl Wörter schon verbraucht hat, oder gerade noch seine Firmen-Präsentation für morgen fertigstellen möchte, dann ist es einfach nicht der richtige Moment, um zu reden. Sie können spüren, ob es stimmig ist, ein Gespräch zu führen, oder nicht. Entwickeln Sie auch hier Ihre Aufmerksamkeit, um die feinen Nuancen wahrzunehmen.

(Zur weiteren Unterscheidung von Männer- und Frauengehirnen lade ich Sie ein, sich das kurze, aussagekräftige und gleichzeitig sensationelle Youtube Video von Marc Gungor anzuschauen: http://www.youtube.com/watch?v=ulP6f9zXtTs).


Aufmerksamkeit versus Retten
Mangelnde Aufmerksamkeit birgt ein enormes Potenzial für Groll. Doch jeder einzelne Grollpunkt, den Sie gegen den anderen sammeln, verhindert und zerstört Nähe, Intimität und Vertrautheit. Außergewöhnliche Beziehung zu kreieren erfordert permanente Arbeit und Achtsamkeit. Es ist nicht damit getan, dass Sie einmal aufmerksam waren. Aufmerksamkeit hat nichts damit zu tun, dass Sie Ihrer Frau einmal im Quartal Blumen kaufen und es damit gut ist.

Und Achtung: Aufmerksamkeit hat erst recht nichts damit zu tun, dass Sie alles für den anderen tun und ihn pempern und betüteln. Ich war neulich auf einer Veranstaltung, wo eine Person meinte, sie wäre besonders zuvorkommend und aufmerksam, indem sie mir ungefragt Wasser einschenkt, einen Kaffee bringt und mir einen Teller mit Essen reicht. Was soll ich sagen, ich bin fast durchgedreht. Diese Person hat permanent versucht, mich zu retten und zu manipulieren, weil sie die ungeprüfte Annahme hatte, dass ich doch die gleichen Dinge zur gleichen Zeit mögen muss, wie sie. Dabei wollte ich weder Kaffe, noch Wasser, noch sonst etwas. Die aufsteigenden 5% Wut habe ich genutzt, um eine klare Grenze zu setzen.

Aufmerksamkeit und Retten sind zwei völlig unterschiedliche Dinge! Aufmerksamkeit bedeutet, dass Sie mit Ihrer Präsenz, mit Ihrer ganzen Energie voll bei der anderen Person sind. Sie SIND mit ihr. Sie genießen die Gesellschaft und den Kontakt. Sie verpflichten sich in dem Moment der Person gegenüber (nicht dem Nachbarn, nicht dem Kellner, nicht dem Fernseher, dem Handy oder der Zeitung und auch nicht Ihrem Hund).

Retten hingegen ist sogenanntes niederes Drama, mit dem sie der anderen Person den Eindruck vermitteln, dass die andere Person – flapsig ausgedrückt – es nicht auf die Reihe kriegt und Sie besser wissen, was für sie gut ist. Sie geben in dem Moment komplett Ihr Zentrum und Ihre Autorität an die andere Person ab. Wenn Sie aufmerksam sein wollen und z. B. sehen, dass Ihr Partner nichts mehr zu trinken hat, dann fragen Sie ihn, ob er/sie noch etwas trinken möchte und stellen Sie es ihm/ihr nicht einfach vor die Nase.

Wenn Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit voll und ganz bei dem anderen sind, geht es auch nicht darum, seine/ihre unerfüllten Kindheitsbedürfnisse zu erfüllen bzw. Ihren Partner dahingehend zu manipulieren, dass er Ihr Aufmerksamkeits-Loch füllt. Lassen Sie dieses Loch in die Vergangenheit driften. Sie haben in der Vergangenheit nicht genug Liebe und Aufmerksamkeit bekommen? Okay. Das ist so und es ist vorbei. Wenn Sie letzte Woche unglaublich Durst hatten und sich heute noch an dieses Durstgefühl erinnern können, hilft es dann, wenn Sie heute einen Liter Wasser trinken, um den Durst von letzter Woche zu löschen? Nein. Also können Sie endlich aufhören, Ihren Partner dafür verantwortlich zu machen, Löcher aus der Vergangenheit stopfen zu müssen.

Bei dem erschaffen von außergewöhnlicher Beziehung ist die Absicht von Aufmerksamkeit nicht die, alte Löcher zu stopfen. Es geht darum, sich dem Zusammensein mit der anderen Person zu verpflichten. Diese Art Aufmerksamkeit ist nährend und erfüllend. Sie können den Unterschied spüren. Die Nähe und Vertrautheit, die durch diese Art Aufmerksamkeit entsteht, kann intensiv sein. Wenn Ihr Gegenüber voll präsent und aufmerksam bei Ihnen und mit Ihnen ist, kann das sogar unglaublich intensiv sein. Versuchen Sie es auszuhalten. Wenn es sehr intensiv wird, atmen Sie einfach weiter. Gehen Sie nicht aus dem Kontakt, indem Sie zum Smartphone greifen, ein Witzchen machen oder irgendeinen lapidaren Spruch loslassen. Versuchen Sie langsam Ihren Intensitätslevel zu erhöhen und durch die Aufmerksamkeit, die Ihnen entgegengebracht wird bzw. die Sie entgegenbringen, den Grad an Nähe und Vertrautheit zu erhöhen. Es lohnt sich.

Herzliche, aufmerksame Grüße,
Ihre Nicola Nagel



Wenn Sie zum Thema Aufmerksamkeit und außergewöhnliche Beziehung erfahren möchten, empfehle ich Ihnen als Buch-Tipp: „Wahre Liebe im Alltag“ von Clinton Callahan.


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